Joe R. Lansdale Dunkle Gewässer

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Inhaltsangabe zu „Dunkle Gewässer“ von Joe R. Lansdale

Als die Leiche der jungen May Lynn aus dem Sabine River gezogen wird, interessiert sich niemand dafür, wer sie ermordet hat. Alle sind nur hinter dem Geld her, das ihr Bruder bei einem Banküberfall erbeutet haben soll. Sue Ellen findet, dass ihre tote Freundin May etwas Besseres verdient hat. Wenn schon kein Filmstar aus ihr wird, wie sie es sich immer erträumte, soll wenigstens ihre Asche in Hollywood verstreut werden. Zusammen mit ihrer labilen Mutter und den Freunden Terry und Jinx macht sich Sue Ellen mit einem Floß in Richtung Süden auf. Bald merken sie, dass der sagenumwobene Killer Skunk hinter ihnen her ist. Die Reise auf den dunklen Gewässern beginnt …

Ich bin sprachlos...Southern Gothic vom Fließband.

— Boris
Boris

Mr Lansdale wischt mit seinem Leser den Boden, und seine Leser lieben ihn dafür. Warum? Weil er es einfach kann und drauf hat.

— Archer
Archer

Kann nicht ganz mit "Die Wälder am Fluss" oder "Ein feiner dunkler Riss" mithalten

— Virginy
Virginy

Nicht "Die Wälder am Fluss", aber doch wieder ein klassischer Lansdale...

— Bodhrani
Bodhrani

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    Dunkle Gewässer
    Buecher-Liebe-de

    Buecher-Liebe-de

    02. June 2017 um 17:53

    Inhalt Als die Leiche der jungen May Lynn aus dem Sabine River gezogen wird, interessiert sich niemand dafür, wer sie ermordet hat. Alle sind nur hinter dem Geld her, das ihr Bruder bei einem Banküberfall erbeutet haben soll. Sue Ellen findet, dass ihre tote Freundin May etwas Besseres verdient hat. Wenn schon kein Filmstar aus ihr wird, wie sie es sich immer erträumte, soll wenigstens ihre Asche in Hollywood verstreut werden. Zusammen mit ihrer labilen Mutter und den Freunden Terry und Jinx macht sich Sue Ellen mit einem Floß in Richtung Süden auf. Bald merken sie, dass der sagenumwobene Killer Skunk hinter ihnen her ist. Die Reise auf den dunklen Gewässern beginnt … Meine Meinung Die handelnden Personen leben alle in einfachen Verhältnissen und das Leben hat es nicht gerade gut mit ihnen gemeint. Nachdem ihre Freundin May Lynn tot aus dem Sabine River gezogen wird, finden sie ihr Tagebuch und erfahren daraus, dass May Lynn’s verstorbener Bruder eine Bank ausgeraubt und das Geld im Wald vergraben hat. Sie graben das Geld dann aus und machen sich mit diesem sowie mit der Asche ihrer Freundin und der Hoffnung auf ein besseres Leben auf den Weg nach Hollywood.  Ihre Reise, die man auch als Flucht bezeichnen kann, ist jedoch alles andere als einfach. Es wartet so manche Herausforderung und so mancher Schicksalsschlag auf sie. Sue Ellen, Ihre Mutter, ihr Freund Terry und ihre Freundin Jinx sind eine sehr gemischte Gruppe. Jinx ist eine Farbige und Terry ist schwul. Das Buch spielt in einer Zeit, in der diese beiden es ohnehin bereits nicht einfach hatten. Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil verläuft die Geschichte noch relativ ruhig und mir kam gelegentlich der Gedanke, dass das Buch besser in die Kategorie „Abenteuer“ anstelle von „Thriller“ einzuordnen wäre. Diese Meinung musste ich aber bald später schon revidieren. Ab dem zweiten Teil nimmt die Geschichte dann Fahrt auf und Thriller ist doch absolut zutreffend.  Lansdale schreibt sehr bildlich, manche Stelle kann man sich fast schon zu genau vorstellen. Ab und zu wirkt das Buch allerdings schon ganz schön durchgeknallt, was aber keinesfalls negativ gemeint ist. Fazit Thiller Fans werden hier voll auf ihre Kosten kommen, sofern sie offen für Übertreibungen sind. Zwar läuft das Buch ein wenig langsam an, das wird etwas später aber wieder gut gemacht.

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  • Dunkle Gewässer

    Dunkle Gewässer
    KiraMinttu

    KiraMinttu

    07. November 2016 um 10:24

    Die Welt, die Joe Lansdale vor meinem inneren Auge entstehen lässt, ist verfallen und kaputt. Väter, die ihre Frauen verprügeln und ihre Töchter betatschen. Priester, die jeden Glauben verloren haben. Gesetzeshüter, die nur saufen und sich am Hintern kratzen. Alles scheint falsch, faulig und verdorben. Wenn in dieser Welt die erst sechzehnjährige May Lynn aus dem Fluss gefischt wird, deren Hände mit einem rostigen Draht auf dem Rücken gefesselt wurden, dann interessiert das weder Väter, noch Priester, noch den örtlichen Constable. Wie Müll wird sie entsorgt, und die einzigen, die sie vermissen, die sich Gedanken machen und Fragen stellen, sind ihre Freunde Sue Ellen, Terry und Jinx.Dass ihre Fragen dazu führen werden, dass sie sich Tage später auf einem Floß auf der Flucht vor habgierigen Verwandten und einem durchgeknallten Killer befinden, hätten sie trotz der desaströsen Zustände um sie herum mit ziemlicher Sicherheit trotzdem nicht vermutet...Joe Lansdale zerrt seine Leser bereits nach wenigen Seiten mitten hinein in Dreck, Verfall und Wahnsinn. Seine (erwachsenen) Figuren sind verschlagen, faul, fett und abgebrüht (Männer) oder aber schwach, unterwürfig, verängstigt und resigniert (Frauen). Lediglich die Kinder und Jugendlichen des kleines Ortes in Osttexas besitzen noch ein Gespür für Werte; in unterschiedlichen Abstufungen von gewalttätigen und versoffenen (Stief)Vätern zurechtgetrimmt, wagen sie es noch aufzubegehren und sich gegen ihr Schicksal aufzulehnen. Die Story ist, trotz dieses etwas plakativen Schemas und auch trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit, schillernd und intensiv, Lansdales Liebe zu Details, sein Einfallsreichtum und seine Lust am Irrwitzigen vermitteln ein ähnliches Gefühl, als befände man sich in einem absurd-schaurigen Kuriositätenkabinett. Hinter jeder Biegung und in jedem Winkel starrt man auf's Neue in einer Mischung aus Entsetzen und Faszination auf groteske Absonderlichkeiten, und obwohl man ahnt, dass man es bedauern könnte, läuft man weiter und weiter.Und Lansdale enttäuscht nicht. Nachdem ich mich mit dem kompletten Buch erst einmal zurechtgesetzt hatte, habe ich es mehr oder minder in einem Rutsch durchgelesen (wer kleine Kinder hat, benötigt ohnehin keinen Schlaf). Die Story schaukelt sich immer weiter hoch, und auch wenn das ein oder andere Detail losgelöst aus der Geschichte vom Absurden bereits ins Unglaubwürdige abdriftet, bleibt der Gesamteindruck doch stimmig. Spannend bis zur letzten Seite und absolut empfehlenswert.

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  • Sue Ellen, die Asche, das Geld und der Tod

    Dunkle Gewässer
    Archer

    Archer

    19. September 2016 um 16:02

    Anfang der dreißiger Jahre, irgendwo am Sabine River, Osttexas. Sue Ellen ist 16, wie auch ihre Freunde May Lynn (die Schauspielerin werden will), Terry (die Schwuchtel) und Jinx (das "Niggermädchen"). Sie stammen alle aus der untersten Unterschicht, ihre Mütter sind entweder alleinstehend oder werden von ihren brutalen Ehemännern geschlagen und misshandelt. Als eines Tages May Lynn tot aus dem Fluss gezogen wird, haben sowohl Sue Ellen, Terry als auch Jinx das Gefühl, es ihr schuldig zu sein, ihre Asche in Hollywood zu verstreuen. Da kommt ihnen das Geld aus einem Banküberfall nur recht, doch Geld zieht Mörder und Psychopathen an wie Schei... die Fliegen, und bald geht es nur noch ums nackte Überleben auf dem Fluss, dieser alten, braunen Schlange. Dieser Lansdale. Ich verstehe immer mehr, warum so viele Lobeshymnen über ihn gesungen werden. Er reißt uns in eine Handlung, die so gewaltig und gewalttätig ist wie nur noch was. Da überlegen zahnlose Penner (Ehemänner), ein "nutzloses", totes Mädchen wieder in den Fluss zu werfen, weil es damit nur Scherereien gibt, die Polizisten sind die korruptesten Schweine in der Gegend, da läuft ein psychopathischer Killer herum, der extrem Spaß dran hat, alles umzulegen, was ihm in die Quere kommt. Da spritzt Blut, da werden Augen mit Löffeln ausgeschabt, Hände abgehackt, Tote in Schränke gesperrt, wo sie vor sich hinstinken. Überhaupt stinkt es im gesamten Buch: der Fluss, die Männer, der Killer, die Toten ... Lansdale nimmt kein Blatt vor den Mund, doch man hat trotzdem nicht das Gefühl, dass er es um den Splatter-Effekt macht, eher meint man: Das muss so, das war so. Und er kann so geil schreiben, da finden sich keine Sätze, die man so tausendmal schon gelesen hat, seine Vergleiche sind immer treffend, aber nie abgedroschen oder übertrieben. Der hat's einfach drauf, Kopfkino vom Feinsten.

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    • 7
  • Eine aufregende Reise

    Dunkle Gewässer
    Virginy

    Virginy

    14. September 2016 um 14:30

    "..."Sue Ellen", sagte sie, was möchtest du einmal mit deinem Leben anfangen?" Bevor sie fragte, war ich nicht einmal auf die Idee gekommen, dass ich mir was anderes vorstellen konnte als das, was ich im Moment tat, aber nachdem sie mir von ihren Plänen erzählt und diese Frage gestellt hatte, kamen nach und nach bestimmte Gefühle an die Oberfläche wie tote Karpfen in einem Teich. Auf einmal wusste ich, dass mir mein Leben nicht gefiel, ich wollte was anderes als das, was ich hatte, aber das Erbärmliche war, dass ich keine Ahnung hatte, wohin ich gehen oder was ich tun wollte..." (Seite 57) Sue Ellen ist 16 und lebt mit ihrer Familie am Sabin River, ihre Mutter ist alkoholsüchtig, liegt den ganzen Tag im Bett und reagiert auch nicht darauf, dass ihr Vater ihr entweder Prügel androht oder versucht, sie anzubaggern. Zum Glück hat Sue Ellen ihre Freunde, den schwulen Terry und die schwarze Jinx. Beim Angeln mit Terry und ihrem Vater stossen sie auf eine aufgeblähte Wasserleiche, die sie kurz darauf als May Lynn identifizieren, das schönste Mädchen der Stadt und eine Freundin, deren größter Traum es war, nach Hollywood zu gehen, um Schauspielerin zu werden. Nun endet sie in einem Armengrab, was die drei Freunde auf die Idee bringt, sich mit ihrer Asche auf den Weg nach Hollywood zu machen, um diese dort zu verstreuen. In May Lynns Tagebuch finden sie eine Karte, die den Weg zu dem Geld weisen soll, das ihr verstorbener Bruder bei verschiedenen Raubüberfällen erbeutet hat, die perfekte Reisekasse, leider bleibt der Diebstahl nicht unbemerkt und so müssen sie schnell aufbrechen. Weder Terry, noch Jinx fällt der Abschied von zu Hause schwer und als Sue Ellen noch einmal nach Hause zurückkehrt, um ein paar Sachen zu packen, ist sie überrascht, ihre Mutter außerhalb des Bettes anzutreffen und noch überraschter, als sie ihr mitteilt, dass sie sie begleiten will. Und so macht sich das Vierergespann mit einem Floß auf dem Sabin River auf den Weg nach Hollywood, verfolgt von May Lynns Vater, der das Geld als sein Eigentum betrachtet... "... Alles, worüber wir geredet hatten, schien plötzlich hinfällig. Worte kosten nicht viel, und es ist aufregend, sich was auszumalen, aber wenn man etwas erreichen will, braucht man einfach Geld. Oft macht es mehr Spaß, Pläne zu schmieden, als sie in die Tat umzusetzten. Erwartungen, hatte ich einmal einen alten Mann sagen hören, sind wie fette Vögel: Besser man dreht ihnen den Hals um, bevor sie wegfliegen. ..." (Seite 69) Ja, ich gebe es zu, ich bin ein Fan von Joe R. Lansdales Geschichten rund um den Sabin River, trotzdem hat mich "Dunkle Gewässer" nicht ganz so gepackt wie "Ein feiner dunkler Riss" oder "Die Wälder am Fluss", diesmal war es mir irgendwie von allem ein bisschen zu viel. Die süchtige Mutter, der schwule Freund, die rotzige Schwarze, das Monster, das den Leuten die Hände abhackt, gerade gegen Ende wird das Ganze für mich etwas unrealistisch... Trotzdem ist es ein guter Lansdale, wenn auch mit kleinen inhaltlichen Schwächen, dafür gibts von mir 4 von 5 Sternen.

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  • Dunkle Gewässer

    Dunkle Gewässer
    Melody80

    Melody80

    12. June 2016 um 11:05

    Die Bücher von Lansdale bestechen durch seine bildgewaltigen Beschreibungen. Oftmals haben die Geschichten etwas schaurig-romantisches an sich. "Dunkle Gewässer" hat mir gut gefallen. Dabei sein zu dürfen, wie Sue Ellen, ihre Mutter, Freund Terry und Jinx, die mit der unvergleichlichen Kodderschnauze, sich auf den beschwerlichen Weg nach Hollywood machen , um die Asche einer Freundin zu verstreuen, hat mir ein paar gute Lesestunden beschert. Wer Lansdale kennt, der weiß vielleicht, dass seine Bücher nicht sonderlich spektakulär enden, vielmehr liegt das Augenmerk auf die starken Dialoge seiner Protagonisten. So gerne ich auch seine Bücher lese, muss ich sagen, dass mir bei "Dunkle Gewässer" etwas gefehlt hat. Für mich waren viele Begebenheiten vorhersehbar (auch die Auflösung des Todesfalls) sodass ich am Ende enttäuscht war. Mein Fazit Für Fans von Lansdale sicher ein Muss, für mich ein aufregendes Abenteuer, dem leider zum Ende hin die Luft ausgegangen ist. 

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  • Für Landsdale-Fans ein Must-Read

    Dunkle Gewässer
    Krinkelkroken

    Krinkelkroken

    29. September 2015 um 10:40

    Es gibt einen bekannten und mit allerlei Preisen überhäuften US-amerikanischen Autoren, Joe R. Landsdale, der in seinen Einzel-Kriminalgeschichten (er verfasst auch klassische Hardboiled-Krimireihen) so ziemlich alles vereint, wofür mein Leserherz schlägt: Eine personale Erzählweise (oft aus der Sicht eines Kindes), Erzählort Südstaaten, erzählte Zeit meist Anfang/Mitte des letzten Jahrhunderts zur Zeit der Großen Depression - und Erzählgegenstand eine bewegende Lebensgeschichte mit jeder Menge Leichen. Das klingt jetzt etwas morbid, muss aber unbedingt so hervorgehoben werden, denn wer zartbesaitet ist, der wird mit dem Dahinscheiden der Landsdaleischen Figuren seine Schwierigkeiten haben. Dieser Autor braucht keinen hochausgebildeten forensischen Protagonisten, um die Verblichenen in all ihren Dekompostierungsstadien zu beschreiben - und er ist dabei auch keineswegs zimperlich. Mein erstes - und bisher meistgeschätztes - Werk von ihm, "Die Wälder am Fluss" (2011), habe ich vor Jahren als Hörbuch konsumiert und wurde von dieser atmosphärischen Geschichte bis heute nicht losgelassen, denn die Mischung aus Horror-Kriminalgeschichte und texanischem Gesellschaftssumpf ließ mich unablässig zwischen Schnappatmung, nostalgischer Wehmut und tiefer Traurigkeit hin und her springen. Die besondere Stimmung von Landsdales Werken lässt sich mit dem Setting und der Erzählweise von Neil Gaimans "Der Ozean am Ende der Straße" vergleichen - auch wenn Landsdale auf sämtliche Fantasy-Elemente verzichtet. Auch Filme wie "Stand by Me" oder "Grüne Tomaten" kommen einem vergleichend in den Sinn. Wer sich für so ein Setting begeistern kann und vor kompostierenden Überresten nicht zurückschreckt, der sollte sich die Werke dieses Autors (erschienen auf deutsch u.a. bei Dumont, Heyne Hardcore und Klett Cotta) unbedingt mal genauer anschauen. Ich habe hierfür zu seinem 2013 erschienenen Werk "Dunkle Gewässer" gegriffen. Nach den ersten paar Seiten stellte ich fest, dass der jungendliche Protagonist tatsächlich eine Protagonistin mit dem Namen Sue Ellen ist - und mit dieser Überrschaung stand für mich fest, dass mich der Autor nicht enttäuschen würde. Eines Tages findet besagte junge Dame mit ihren Freunden - einem homosexuellen Jungen, Terry, und einem afroamerikanischen Mädchen, Jinx, - im Sabine River die sterblichen Überreste einer offenbar ermordeten Freundin. Auf der Suche nach Gerechtigkeit stoßen die Drei auf Diebesgut aus Banküberfällen und beschließen, der Asche der Toten ihren letzten großen Wunsch zu erfüllen: Nach Hollywood zu gehen. Dazu muss der Leichnam allerdings erst einmal ausgegraben und verbrannt werden - und dann auf einem Floß den Sabine River entlangtransportiert werden. Was sich nach einer Herausforderung anhört, wird zum echten Überlebenskampf, als sich verschiedene Gauner an ihre Fersen heften, um sich das Geld unter den Nagel zu reißen und dafür auch bereit sind, über Leichen zu gehen. Einer von ihnen ist zu allem Unglück der furchteinflößende, sagenumwobene Psychokiller "Skunk" aus den Tiefen der texanischen Wälder, der seinen Opfern als Trophäe die Hände abhackt. Was von den drei Freunden für eine Horrorgeschichte aus Kindertagen gehalten wurde, ist quicklebendig und hat eine große Machete im Gepäck... Die Geschichte ist ein Road-Trip der besonderen Art. Die sengende Hitze der texanischen Sonne, die raue Art der ansässigen Menschen, Armut und Überlebenskampf, sorgen für eine trostlose und deprimierende Grundstimmung, die immer wieder durch den Mut, die Freundschaft, den Humor und die Integrität der Kinder unterbrochen wird. Landsdale hat einzigartige Figuren erschaffen, die von ihren Erlebnissen und Verfehlungen geschliffen werden und die einem ans Herz wachsen - oder die man zu fürchten lernt. Vor allem Jinx ließ mich mehr als einmal in den spannendsten Momenten auflachen; ihre Frechheiten und ungeschönten Wahrheiten gehörten zu den erfrischendsten Momenten der Geschichte. "Und wenn du frech werden willst, dann solltest du besser wissen, dass das Mädchen, was sie mir gegeben haben, auch irgendwann aufsässig wurde. Ich und sie haben miteinander gerauft, und da hat mein Vater sie an ein fahrendes Sündenhaus verkauft." "Ein was?", fragte Jinx. "Sie haben eine Hure aus ihr gemacht." "Da war sie wahrscheinlich erleichert." (20. Kap.) Und auch Landsdales Bösewichte bleiben dem Leser in Erinnerung. Kaum ein Autor schafft es, Killer zu erschaffen, die die harmlosesten oder aberwitzigsten Tiere in ihrem Spitznamen tragen und dabei so furchteinflößend sind, dass man noch nicht einmal darüber nachdenkt, sich über sie lustig zu machen. Schon der "Ziegenmann" in "Die Wälder am Fluss" hat mich in meinen Träumen verfolgt, aber "Skunk" übertrifft in seiner psychopathisch-tierischen Lebensform alle fiktiven Schreckenslegenden. Störend wirkten auf mich allerdings ein paar Stilmittel, die mir in früheren Werken bisher nicht aufgefallen sind. Die ständigen (metaphorischen) Vergleiche und Redewendungen gingen mir mit der Zeit auf die Nerven, sind aber wahrscheinlich beabsichtigt und auf die Redeweise der Kinder zugeschnitten. Und auch einige Logikfehler der Handlung stehen im Raum. Insgesamt tut das der äußerst spannenden Handlung allerdings keinen großen Abbruch. Wer auf eine Abenteuer-Geschichte à la blutrünstigem Huckelberry Finn aus ist, der wird "Dunkle Gewässer" nicht aus der Hand legen, bis die letzte Seite verschlungen wurde. Beim Zelten im Wald würde allerdings selbst ich eine andere Lektüre wählen, wenn man noch ein Auge zu tun möchte. Klare Lesempfehlung!

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  • Eune überraschend gute Abenteuergeschichte

    Dunkle Gewässer
    silencia86

    silencia86

    07. September 2015 um 08:05

    Inhalt: Sue Ellen, aus deren Sicht die Geschichte geschildert wird, ihr schwuler Kumpel Terry, ihre Freundin Jinx sowie Sue Ellens Mutter Helen begeben sich auf eine packende Abenteuerreise. Das Ziel ist Hollywood. Dort wollen sie die Asche ihrer ermordeten Freundin May Lynn verstreuen. Wir sind am Anfang des letzten Jahrhunderts, Amerika ist gerade in einer wirtschaftlichen Krise, Schwarze werden noch immer diskriminiert und auf dem Land im Süden herrschen rabiate Verhältnisse. Also nicht unbedingt die beste Ausgangslage für die Vier. Zumal sie auch noch von Sue Ellens Onkel und dem korrupten Constable Sy verfolgt werden. Und so beginnt eine spannende und abenteuerliche Verfolgungsjagd. Meine Meinung: Ganz zu Beginn wird auch noch die Legende von Skunk, einen skrupellosen und verrückten Killer, der im Wald wohnt und sich die abgehackten Hände seiner Opfer um den Hals hängt, erzählt. Dieser wird im späteren Verlauf des Buches auch auf die vier Flüchtigen angesetzt und es kommt natürlich zum Showdown. Skunk ist für mich der einzige Minuspunkt des ganzen Buches. So umfassend er angekündigt wird, so farblos bleibt er in der zweiten Hälfte der Erzählung. Ich hatte mir hier doch etwas mehr erhofft. Ansonsten sind die Charaktere super gelungen. Was mich in der Leseprobe noch wahnsinnig genervt hat, bekommt im Laufe der Geschichte unglaubliche Authentität. Sue Ellen ist 16 Jahre alt, hat aber die Ausdrucksweise und zum Teil auch das Wesen eines halb so alten Mädchens. Beispielsweise nennt sie sich bei Aufzählungen immer zuerst. Auch sonst werden die handelnden Personen oft sehr überspitzt gezeichnet, was aber richtig gut passt und die Gruppe an sich sehr glaubwürdig und plastisch macht. Fazit: Eine super spannende Abenteuergeschichte mit Lügen, Gewalt und Intrigen. Aber auch mit viel Gefühl und Herz und vier so unterschiedlichen Menschen, die schlussendlich zu einer Familie zusammen wachsen. Das Leben ist eben ein Fluss.

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  • Ein abenteuerlicher Krimi-Roman mit hohem Spannungsfaktor

    Dunkle Gewässer
    chuma

    chuma

    20. May 2015 um 16:32

    Es ist Sommer in Ost-Texas während der Großen Depression. Die sechzehnjährige Sue Ellen fängt mit ihrem Vater gemeinsam Fische. Sie tun dies, indem sie Netze mit grünen Walnüssen ins Wasser hängen. Als sie die Netze wieder einholen, hat sich in einem davon eine Leiche verfangen: Es ist die gleichaltrige May Lynn Baxter, an deren Füßen eine Nähmaschine gebunden wurde. Niemand interessiert sich für den Mord oder das tote Mädchen. Sie wird würdelos auf einem Armenfriedhof beerdigt und nicht mal ihr Vater ist da, weil ihn niemand vom Tod des Mädchens in Kenntnis gesetzt hat. Sue Ellen, ihre farbige Freundin Jinx und der homosexuelle Terry beschließen dies nachzuholen. Als sie bei der Hütte ankommen, treffen sie May Lynns Vater nicht an, finden aber ihr Tagebuch und darin eine Art Schatzkarte. Für die drei Freunde beginnt eine abenteuerliche Reise immer den Sabine River entlang, deren Ziel es ist, May Lynns Asche nach Hollywood zu bringen und dort ein neues Leben anzufangen. Stil, Leseeindruck: Dies ist bereits mein drittes Buch von Lansdale und weil ich Lust auf ein besonders gutes Buch hatte, fiel meine Auswahl auf "Dunkle Gewässer". Lansdale ist ein Garant für abenteuerliche Geschichten mit Krimiflair und tollem Schreibstil. Und auch dieses Buch erfüllt diese Anforderungen voll und ganz. Der Spannungsbogen ist klassisch und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, einen Bruch zu erleben. Die Geschichte beginnt mit dem Leichenfund und entwickelt sich kontinuierlich spannend und rasant weiter. Die Figuren werden wunderbar ausgebaut, stetig und mit viel Geduld. Ihre Herkunft, die Entwicklung und ihre Geheimnisse werden nach und nach enthüllt, so dass der Leser oft einen Aha-Effekt erlebt. Natürlich wird auch in "Dunkle Gewässer" die Rassenproblematik thematisiert, dies tut Lansdale aber nicht aufdringlich, wie ich finde. Immer mal wieder werden Hinweise darauf in die Geschichte eingestreut. Nicht zuletzt die Rolle von Sue Ellens Freundin Jinx als Farbige führt dem Leser immer wieder die Unterschiede zwischen Schwarz und Weiß zur damaligen Zeit vor Augen. Jinx ist ein toller Charakter, ich mochte ihre direkte Herangehensweise an alles. Sie ist mutig und hat Herz – eine harte Schale mit weichem Kern – sie steht für ihre Freunde und ihre Ansichten ein und sagt immer, was sie denkt. Sue Ellen, aus deren Sicht wir die Geschichte erzählt bekommen, hat die Schule abgebrochen, ist aber halbwegs gebildet, einerseits ist sie sarkastisch, andererseits musste sie bereits Vieles im Leben erdulden, was sie vor der Zeit hat reifen lassen. Ihre Gedanken, die entgegen ihrer rotzigen Jugendsprache beinahe poetisch anmuten, offenbaren den Blick auf eine zutiefst sensible Seele, die tief in ihrem Inneren geschützt verborgen liegt. Und da ist noch Terry, der hübsche und intelligente Junge mit den schwarzen Haaren und den blauen Augen, der ein Geheimnis mit sich trägt und wegen seiner "Andersartigkeit" eine schwere Bürde zu tragen scheint. Ihn mochte ich besonders, denn er hat nicht nur einen wachen Verstand, sondern steht auch konsequent für seine Überzeugungen ein. Diese drei jungen Menschen, jeder für sich in seiner eigenen kleinen Hölle gefangen und doch nicht allein, weil sie füreinander da sind und alle denselben Traum haben: Sie wollen aus Ost-Texas weg, ihr altes Leben zurücklassen und neu beginnen. Den Traum May Lynns nach Hollywood zu gehen und dort berühmt zu werden, teilen die Freunde zwar nicht und doch ist es dieser letzte Wunsch, den sie ihr erfüllen möchten, damit auch ihre eigenen Ketten zu sprengen und ein neues Leben in Kalifornien zu beginnen. Der einzige und schnellste Weg für sie ist der Sabine River, der sie nach Gladewater bringen soll. Mit einem Floß begeben sie sich auf die große Fahrt und erleben das Abenteuer ihres Lebens. So harmlos wie die Geschichte zunächst anmuten könnte, ist sie allerdings nicht, denn die Asche ist nicht das Einzige, was die Jugendlichen mit nach Kalifornien nehmen. Sie stoßen auf die Beute aus einem Bankraub, den May Lynns Bruder begangen hat, und auf eine weitere Leiche. Hinter dem Geld sind schnell noch andere Leute her und zu guter Letzt sogar noch ein legendärer, brutaler Fährtenleser, der seinen Opfern die Hände abhackt. Was scheinbar einem Horrormärchen, das man kleinen Kindern erzählt, gleicht, stellt sich schnell als durchaus wahr heraus und so wandelt sich die Abenteuerfahrt auf dem Sabine River in einen Lauf um Leben und Tod. Es macht unglaublichen Spaß, diesen Roman zu lesen. Man taucht tief in die 1930er-Jahre ab, spürt und erlebt die Atmosphäre der Landschaft, sitzt mit den Jugendlichen auf dem Floß, am Lagerfeuer oder am Flussufer und möchte gar nicht wieder auftauchen. Lansdale konnte mich einmal mehr überzeugen und ich freue mich schon darauf, weitere Bücher von ihm zu lesen und zu erleben. "Der Fluss strömte dahin, als wäre nichts geschehen, uns oder jemand anderem. Der Fluss war einfach nur der Fluss. Mir kam plötzlich der Gedanke, dass er wie das Leben war, der Fluss. Man ließ sich auf ihm treiben, und wenn es stark regnete und das Wasser anstieg, würde es auch irgendwann wieder absinken. Hinterher sah vielleicht alles anders aus, aber letztlich blieb alles, wie es war. Er veränderte sich nicht, aber die Menschen schon." (Zitat, Seite 320) Fazit: Wer einen abenteuerlichen Krimi mit hohem Spannungsfaktor, einer sehr atmosphärischen Sprache und tollen Charakteren lesen möchte, der kommt an "Dunkle Gewässer" nicht vorbei. Ein weiteres Juwel in meinem Bücherregal und definitiv eine klare Leseempfehlung!

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  • Kein Jugendbuch

    Dunkle Gewässer
    brauchnix

    brauchnix

    16. February 2015 um 10:55

    Lansdale wie er leibt und lebt wird dem Leser in diesem düsteren Roman geboten. Für mich definitiv kein Jugendbuch. Dies liegt nicht nur an den blutigen Szenen sondern mehr am depressiven Grundton der Geschichte und den teilweise bis zum Anschlag überzeichneten Charakteren. Erzählt wird aus der Sicht der 16-jährigen Sue Ellen. Sie lebt mit ihrer Familie nahe dem Fluss und hilft oft ihrem versoffenen Vater beim illegalen Fischfang. Ihr Leben ist eigentlich mehr als traurig. Der Vater ein Alkoholiker, der gern mal seine Frau schlägt, mit dem Onkel um die Wette säuft und ein Auge auf seine aufblühende Tochter geworfen hat, die er im Suff gerne betatschen würde. Das Haus verdreckt, die Nachbarn genauso arm und niveaulos. Sue Ellen ist nicht zart besaitet, hat eine zotige Sprache und wünscht ihrem Vater schon mal die Pest an den Hals. Aber noch ist sie nicht zum Ausbrechen bereit. Bei einer Fischfangaktion finden Sue Ellen, ihr Freund Terry, ihr Onkel und ihr Vater ein totes Mädchen im Fluss. Es ist May Lynn, ein Nachbarmädel. Sie wurde gefesselt, mit einer Nähmaschine beschwert und tot im Fluss versenkt. Sue Ellen und ihre Freunde Terry und Jinks werden dadurch aus ihrer Lebens-Lethargie gerissen und beschlissen, die Asche des Mädchens nach Hollywood zu bringen. Bei der Durchführung dieses abenteuerlichen Unterfangens stoßen sie auf das Geld eines Bankräubers und nehmen es willkommen als Reisekasse an sich. Klar, dass da jemand was dagegen hat. Bald befinden die drei sich nicht auf einer Reise sondern auf der Flucht vor einigen teils blutrünstigen Verfolgern. Für mich war das Buch kein Krimi. Es gibt natürlich eine Menge Thrill in der Geschichte, aber nach einem Mörder wird nicht wirklich gesucht - wenn es auch so einige Mörder in dem Buch gibt. Erzählt wird vom Leben in der Upperclass, von Armut und Hunger, von Alkohol, Dreck, Vergewaltigung. Die Jugendlichen in diesem Roman sind ihr Leben so gewohnt, kennen es nicht anders. Für den Leser ist es allerdings oft die Hölle, allein sich so einen Alltag auch nur vorzustellen. Lansdale schreibt rotzig und garstig, mit Sinn für Witz und Spannung. Dennoch ist das Buch für mich schwere Kot gewesen und ich würde es keinen Jugendlichen unter den Christbaum legen, sondern Erwachsenen mit starken Nerven, Sinn für literarische Texte und Spaß an düsteren Romanen. Aber denen könnte es so gut gefallen wie mir.

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  • Dunkle Gewässer

    Dunkle Gewässer
    monster

    monster

    06. November 2014 um 11:20

    Mary Lynn wird ermordert und mit Hilfe einer Nähmaschine im Fluss versenkt. Und niemand interessiert es, wer der Täter war. Eine düstere Gegend in den Südstaaten ist es, wo der neue Roman von Lansdale spielt. Und nicht nur die Gewässer sind dunkel, sondern die Gedanken und Motive der Menschen auch, die hier ihr Dasein fristen. Armut und Suff beherrschen das Bild und die Kinder wachsen in ein Leben, welches nur wenig Zukunftsperspektiven und keine Freude in der Gegenwart in sich birgt. Wer hier überleben will, muss hart und abgeklärt werden. So ergeht es auch Sue Ellen und ihren zwei Freunden. Aber in ihnen ist noch ein Fünkchen Hoffnung und sie beschließen, die Asche von Mary Lynn an einen vermeindlich besseren Ort zu bringen. Nach Hollywood. Ihr Weg dorthin, ihre Flucht vor einigen unliebsamen Verfolgern, Ihre verzweifelten Versuche zu überleben und ihr Ziel zu erreichen werden hier beschrieben. Der Grundton der Geschichte ist pessimistisch-realtistisch. Trotz ihres rauhen Lebens fehlt es den Jugendlichen nicht an Humor und Enthusiasmus und einer inneren Kraft, die ihre saufenden Eltern längst verloren haben. Es fließt einiges an Blut, einige Menschen müssen teils grausam sterben. Lange scheint es keine Aussicht auf ein gutes Ende zu geben. Der rauhe Schreibstil, der herbe Umgangston der Protagonisten miteinander ist gewöhnungsbedürftig und zieht dennoch in seinen Bann. Nicht Lansdales bestes Buch aber typisch für seine Erzählweise und seine Sicht auf die Zusammenhänge der Welt.

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  • Rezension zu "Dunkle Gewässer" von Joe R. Lansdale

    Dunkle Gewässer
    sternthaler75

    sternthaler75

    Als sie May Lynn beim Angeln finden, trägt sie dieses hübsche, geblümte Kleid. Aber es ist egal, denn sie ist tot. Am liebsten hätte Sue Ellens Vater die Leiche zurück in den Fluss geworfen, und die Nähmaschine, die an ihren Füßen hing, gleich hinterher. Es gibt eh nur Theater, egal ob mit dem Dorfpolizisten oder May Lynn's Vater. Aber Sue Ellen und ihre Freunde haben etwas anderes vor, denn May Lynn wollte so gerne nach Hollywood. Sie müssen nur noch das Geld finden, das May Lynn's Bruder bei einem Überfall erbeutet und irgendwo versteckt hat. Meine Meinung Schon nach den ersten Seiten fühlte ich mich in diesem Buch total wohl, trotzdem es ja eigentlich recht traurig beginnt, immerhin wird die Leiche eines jungen Mädchen gefunden, und niemand kann sagen, wer sie umgebracht hat. Der Sprachstil erinnerte mich sofort an Tom Sawyer, einfach gehalten, aber dadurch sofort liebenswert. Die Gegebenheiten, in denen die Mitwirkenden aufwachsen und leben, sind denkbar ungünstig. Alle haben Träume, möchten ihr Leben verändern, ausbrechen, doch kaum eine Chance bis zu diesem Moment. Die Geschichte spielt in einer Zeit, in der Farbige immer noch nicht in der Gesellschaft akzeptiert und integriert wurden. Jinx interessiert das nicht sonderlich, sie hat eine wunderbare große Klappe und spielt diese auch voll aus. Terry ist eher zurückhaltend, er ist schwul und damit genau so ein Außenseiter wie Jinx. Als die beiden gemeinsam mit Sue Ellen und ihrer Mutter die Asche May Lynns nach Hollywood bringen, erleben sie so einiges und geraten in manche brenzlige Situation. Sue Ellen ist die Erzählerin, ihre Sichtweise ist die eines 16 Jahre jungen Mädchens und trotz aller trauriger und schlimmer Ereignisse gibt dieser Krimi auch sehr viel lustiges und ironisches von sich, auch wenn manches vielleicht etwas skurril und abgehoben ist. Ich meine, wer gräbt schon eine Leiche aus, verbrennt diese und bringt die Asche in einem Pappkarton auf einem Floß Richtung Hollywood? Der Weg ist lang, doch der Krimi ist sehr kurzweilig und wirklich flott zu lesen. Unterm Strich Es war mein erster Landsdale, aber wenn die anderen vom Stil ähnlich sind, wird es mir ein Vergnügen sein, mehr von ihm zu lesen.

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    • 2
    Arun

    Arun

    04. November 2014 um 08:33
  • Dunkle Gewässer

    Dunkle Gewässer
    gagamaus

    gagamaus

    28. October 2014 um 16:27

    Die Geschichte macht keinen Spaß zu lesen - und dennoch kann man sie nicht weglegen, bis sie zu Ende erzählt ist. Das Leben von Sue Ellen und ihren Freunden ist einfach nur mies. Zwischen Armut, Dreck und versoffenen Eltern macht sie das Beste aus der Situation, ist durchaus optimistisch eingestellt und trotz geringer Bildung altklug und voller Bauernschläue. Da sie es nicht anders kennt, ist sie nicht depremiert aber so richtige Zukunftsaussichten sieht sie anfangs auch nicht für sich. Als ein ermordetes Narchbarmädchen im Fluss gefunden wird, bekommt das Schicksal von Sue Ellen einen eigenen Dreh. Hier begannen allerdings auch die Aneinanderreihung von für meinen Geschmack ziemlich überzogenen Details. Mir war zum Beispiel nicht klar, warum Terry so hartnäckig die Ermordete ausgraben, verbrennen und mitnehmen wollte. Diese Idee fand ich kindisch und für das Alter der Protagonisten nicht glaubwürdig. Aber die Überzeichnungen haben wahrscheinlich Methode, waren mir aber in ihrer Anhäufung wirklich oft zuviel. Die Bösen sind so was von versifft, böse, blöd und grausam, dass es nicht zu fassen ist. Wirklich niemand hilft den Jugendlichen und sie kennen eigentlich auch keinen, der ihnen helfen könnte. Der einzige nette Mann - der Pfarrer - ist selbst durch traumatische Kindheitserlebnisse schwer gezeichnet und verfällt mal schnell in Agonie, als es ihm zuviel wird. Es war nicht mein erster Lansdale. Und ich weiß, dass der Autor gerne blutig und derb schreibt, dass seine Helden oft gebrochene Biographien haben und die Geschichten sich immer mehr zuspitzen bis man den Kopf schüttelt und sich die Haare rauft. Eigentlich mag ich das ganz gerne. Aber so 100 % überzeugt hat es mich hier nicht. Ich hatte auch mehr mit einem Krimi gerechnet - so wird es hier ja eingeordnet - habe aber jetzt das Gefühl es ist ein Roman, der mehr das Leen der armen Bevölkerung am Fluss Mitte des letzten Jahrhundets beschreibt. Im dritten Kapitel kommt noch jemand ins Spiel, den man eigentlich eher für ein Fantasy-Produkt gehalten hatte. Eine gute Idee die die Geschichte aber noch blutiger macht. Also das Buch ist auf jeden Fall nichts für schwache Nerven, nichts für Depressive und Leser, die schön geschriebene Romane oder Krimis bevorzugen. Es hat durchaus seinen Reiz aber man sollte es vor dem Kauf anlesen, um nicht enttäuscht zu werden. Von mir gerade noch 4 Punkte. Tendenz zu 3

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  • Leserunde zu "Die Bienen" von Laline Paull

    Die Bienen
    Klett-Cotta_Verlag

    Klett-Cotta_Verlag

    Und schon geht es in die nächste Leserunde! Wir möchten mit euch »Die Bienen«  von Laline Paull aus dem Tropen Verlag lesen. Seid ihr dabei? Infos zum Buch: Ihr Name ist Flora. Ihre Nummer 717. Sie ist ziemlich groß. Ihr Pelz ist struppig. Andere finden sie hässlich. Doch sie ist klug und mutig. Und sie kann sprechen! Flora 717 ist eine Biene. Laline Paull erzählt das ergreifende Abenteuer dieser außergewöhnlichen Biene in einer anderen und doch zutiefst vertrauten Welt. Flora 717 ist eine Säuberungsbiene aus der untersten Kaste im Bienenkorb. Ausgestattet mit Fähigkeiten, die ihren Rang weit überschreiten, steigt sie schnell auf und darf sogar an der Seite der Königin leben. Alles scheint perfekt. Doch ohne es zu wollen, gebiert Flora eines Tages ein Ei. Ein Umstand, der allein der Königin vorbehalten ist und bei Missachtung schwer bestraft wird. Es beginnt ein Wettlauf um Zeit, Nahrung und Geschicklichkeit, um ihr Leben und das ihres geliebten Kindes zu bewahren. Laline Paull inszeniert gekonnt einen Roman über Aufstieg, Liebe und Gerechtigkeit. HIER FINDET IHR EINE LESEPROBE Kurzinfos zur Autorin: Laline Paull studierte Englisch und Theaterwissenschaften in Oxford, Los Angeles und London, wo sie auch für das Royal National Theatre tätig war. Sie lebt mit ihrer Familie in England. »Die Bienen« ist ihr Debütroman. Seid ihr neugierig geworden? Dann bewerbet euch doch und gewinnt eines der zehn Leseexemplare von unseren Bienen! Am 02.10.14 ziehen wir die Gewinner.

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    • 297
  • Rezension zu "Dunkle Gewässer" von Joe R. Lansdale

    Dunkle Gewässer
    britta70

    britta70

    Auf Der Flucht "Dunkle Gewässer" erzählt die Geschichte von Sue Ellen und ihren Freunden Terry und Jinx, die sich auf den Weg machen, um Gerechtigkeit walten lassen und dabei allerlei Abenteuer erleben. Alles fängt an, als Sue Ellen gemeinsam mit ihrem Stiefvater, Onkel Gene und Freund Terry am Fluss angelt. Mit einer ungewöhnlichen Methode haben sie großen Erfolg, bis sie mit Müh und Not einen schweren Sack aus dem Fluss ziehen. Darin finden sie die Leiche der hübschen Mary Lynn, die an eine Nähmaschine gebunden worden war. Die Mãnner würden die Leiche am liebsten wieder zurück in den Fluss befördern, denn so lassen sich unbequeme Nachforschungen vermeiden. Doch nicht mal der Constable interessiert sich für die Angelegenheit. Fassungslos angesichts dieser Gleichgültigkeit beschließt Sue Ellen gemeinsam mit ihren Freunden Terry und Jinx, Mary Lynn diesem Ort der Lieblosigkeit zu entreißen. Bald schon ist die Idee geboren, Mary Lynn auszugraben, die. Leiche zu verbrennen und ihre Asche an den Ort zu bringen, der im Mittelpunkt von Mary Lynns Träumen stand: Hollywood. Als sie Mary Lynns Haus aufsuchen und dieses leer vorfinden, stoßen sie beim Stöbern in Mary Lynns Sachen auf ein Tagebuch, in dem sich eine Schatzkarte befindet. Diese widerum war ein Geschenk von Mary Lynns Bruder, der den Traum seiner Schwester von Hollywood mit Geld aus einem Bankraub zur Realisierung verhelfen wollte. Nun beschließen die Freunde dieses zu verwenden, um Mary Lynn endlich nach Hollywood bringen zu können. Bald schon bekommen sie Unterstützung. Zunächst von Sue Elllens Mutter, die ihr trostloses Leben an der Seite des gewalttätigen Trunkenbolds satt hat. Später schließt sich Ihnen ein Priester an, der in ihr Abenteuer hinein gezogen wird, als unerwarteter Besuch auftaucht, der den Freunden das Geld abspenstig machen will. Doch auch Skunk ist hinter ihnen her. Können die Freunde ihm entkommen und ihr Ziel erreichen? Eine Abenteuergeschichte, die den Leser gleich in ihren Bann zieht. Die Sprache ist flüssig und die Beschreibungen der Charaktere und Lanfschaften sind atmosphärisch dicht. Ein Buch, das man innerhalb einiger Stunden lesen kann und nicht zur Seite legen mag, da man darauf brennt zu erfahren, wie es den Freunden ergehen mag. Mein erster, aber sicher nicht letzter Lansdale. Lesenswert!

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    • 2
  • Hollywood

    Dunkle Gewässer
    anyways

    anyways

    27. August 2013 um 21:17

    May Lynn Baxter ist tot. Vor den Augen ihrer Freunde, dem schwulen Terry, der Schwarzen Jinx und der sechzehnjährigen Sue Ellen wird sie aus den schlammigen Tiefen des Sabine gezogen. Der grausige Fund wurde nur entdeckt da Sues Vater und dessen Bruder, Fische unbedingt mit grünen Walnüssen fangen mussten. Nun hängt die Leiche, beschwert mit einer Singer im Netz ,und ihre drei Freunde können gerade noch verhindern, dass sie sofort wieder in ihr nasses Grab zurückkehrt, denn die beiden Männer sind nicht scharf auf solcherlei Umstände, auch der hinzugerufene Constable hat sich seinen Feierabend nicht "so" feuchtfröhlich vorgestellt. Obwohl offensichtlich ein Verbrechen an der schönen May begangen wurde, wird sie nur einen Tag später im Armengrab beigesetzt, Untersuchungen gibt es nicht. Ihre Freunde sind schockiert und beschließen Mays sterbliche Überreste nach Hollywood zu bringen, denn da wollte die Schöne hin, raus aus ihrem Osttexanischen Gefängnis, raus aus der Trostlosigkeit, rein ins Rampenlicht. Zu den drei ungleichen Freunden gesellt sich noch Sues Mutter , gemeinsam flüchten die Vier nicht nur aus der Trostlosigkeit ihrer bisherigen Existenzen, sondern auch vor wütenden Familienmitgliedern und einem sagenhaften Killer der in den Flusswäldern lebt. May hat etwas hinterlassen das den Freunden die Reise über Gladewater nach Hollywood ermöglicht, leider wissen auch die Verfolger worum es sich handelt. Bizarr trostlos, deprimierend und düster waren meine ersten Gedanken. Die Geschichte der Jugendlichen ist geprägt von Gewalt und Zukunftslosigkeit. Da ich lange keinen Hinweis auf den zeitlichen Rahmen in diesem Roman fand, ordne ich ihn in die Mitte des letzten Jahrhunderts ein. Also irgendwann zwischen den 1930er – 1950er Jahre. Das erklärt für mich am besten die depressive Grundstimmung des Buches. Dort war der Rassismus gegen Schwarze und Gewalt an Frauen und Kindern recht ausgeprägt in der amerikanischen Bevölkerung, zumal dort wo eine Anbindung an größere Städte fehlte. Mich hat die Geschichte sehr gefesselt. Ein Road Trip der anderen Art. Gefallen hat mir der sehr intensive Schreibstil des Autors, er wirkt einfach und vermittelt trotzdem recht eindrücklich sowohl die charakterlichen Feinheiten der Protagonisten, die Gewalttätigkeiten der ( fast) isoliert lebenden Flussbewohner als auch die Darstellung der Flora rings um den Fluss. Der Killer Skunk und die später im Buch erwähnte alte Frau, waren mir an der einen oder anderen Stelle ein wenig zu übertrieben dargestellt und deshalb unglaubwürdig. Trotzdem eine faszinierende Geschichte ein wenig skurril aber spannend und interessant.

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