Joe Terranova

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Kaufe teuer, verkaufe teurer!

Kaufe teuer, verkaufe teurer!

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Erschienen am 31.10.2012
Buy High, Sell Higher

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Erschienen am 03.01.2012

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Rezension zu "Kaufe teuer, verkaufe teurer!" von Joe Terranova

"Teuer zu kaufen bedeutet Zuversicht" (32)
R_Mantheyvor 3 Jahren

Während amerikanische Leser dieses Buches den Autor vielleicht aus Börsensendungen bei CNBC kennen, dürfte er in Deutschland völlig unbekannt sein. Allerdings lassen Terranovas Fernsehauftritte bereits vermuten, dass sich dieses Buch an seinem daraus resultierenden Bekanntheitsgrad und in der Folge ausschließlich an den amerikanischen Märkten und den dortigen Kleinanlegern orientiert. Und so ist es dann auch.

Auf Seite 280, also ziemlich am Ende des Textes, erfährt man: "Nachdem Sie nun dieses Buch gelesen haben, stehen Ihnen zum Teil die gleichen Werkzeuge zum Auffinden von Aktien, Anleihen oder Rohstoffen zur Verfügung, die Zuversicht verströmen, wie den Top-Investoren." Nach meiner Ansicht ist das eine eher zweifelhafte Aussage.

Mein Problem mit diesem Buch beginnt bereits mit dem Titel. Nirgendwo im Text findet man nämlich einen Hinweis darauf, was eigentlich "teuer" bedeutet. Ebenso wenig wird deutlich, was der Autor unter einer "Momentum-Aktie" versteht. Ob nun bewusst oder unbewusst: Der Trick bei diesem und vielen anderen Börsenbüchern besteht darin, Halbwissen zu verbreiten, das sich nicht wirklich fassen lässt. Und wenn er damit scheitert, ist der Nutzer dieser angeblichen Strategien selbst schuld. Er hat es eben nicht kapiert. Und so kauft er dann immer neue Bücher und rennt vielleicht auch noch zu Seminaren der Autoren.

Kaum etwas in diesem Text ist falsch. Ganz im Gegenteil. Doch die Formulierungen erweisen sich bei nur etwas tieferem Nachdenken oder spätestens bei Anwendungsversuchen als schwammig und nicht wirklich belastbar. So weit ich den Autor verstanden habe, geht es ihm um das Investieren in Aktien, Anleihen oder Rohstoffe, die sich in einem Aufwärts-Trend befinden. In diesem Zusammenhang kann man den Titel erst wirklich verstehen. Doch das schreibt Terranova nirgends wirklich deutlich.

Die Handlungsgrundlagen dieser Vorgehensweise erklärt er entweder gar nicht oder wenn doch, dann sehr diffus. Er orientiert sich weder am technischen Zustand eines Marktes, noch in einer nachvollziehbaren Weise an den Fundamentaldaten von Aktien oder an volkswirtschaftlichen Zusammenhängen. Im Vordergrund stehen irgendwelche der bei den US-Investoren so überaus beliebten statistischen Daten, die jede Woche oder jeden Monat von irgendeiner wichtigen Stelle verkündet (und manchmal später wieder korrigiert) werden.

Bekanntlich kommt es aber nicht auf diese Daten an, sondern darauf, wie sie von den Märkten und nicht von den Kleinanlegern verstanden werden. Im ganzen Buch findet man jedoch keine wirklich belastbare und vollständige Strategie in diesem Zusammenhang, sondern eher Andeutungen oder gewisse Hinweise. Und natürlich Heldengeschichten aus dem Leben des Autors.

Für die "Fundamentalanalyse" empfiehlt Terranova auf Seite 32 das Buch "Spiel der Spiele" von Lefevre, einem einstigen Supertrader, der sich nach seiner Pleite auf dem Klo erschoss. In dessen Buch wird man kaum etwas Nützliches zu "Fundamentaldaten" finden, übrigens auch ein Begriff, den der Autor zwar benutzt, aber nie erklärt.

Das Buch besteht aus zwei Teilen mit insgesamt neun Kapiteln. Zunächst erklärt Terranova, dass "Teuer kaufen, teurer verkaufen" die einzige Strategie wäre, die man der zunehmenden Volatilität an den Märkten entgegensetzen könne. Für ihn ist das so ein Mittelding zwischen Buy-and-Hold und Daytrading. Mir kam es eher so vor, wie eine Anleitung für Investmentklubs, die ihre Anlagen nach den Empfehlungen von Zeitschriften, sogenannten Experten, Fernsehsendungen, der Nachrichtenlage zu Unternehmen und ein wenig Chartanalyse auswählen, die über elementare Kenntnisse allerdings nicht wesentlich hinausgeht.

Dazu passt auch, dass man sich ein Team suchen soll, um nicht der Gefahr zu unterliegen, bei Gefahr paralysiert zu sein, und um möglichst viele Meinung vor einer Entscheidung zu diskutieren. Man solle sich einen Investmentkalender zusammenstellen, in dem die Herausgabe wesentlicher ökonomischer Daten besonders dick angekreuzt sein muss. Und natürlich soll man in diesem Team erst die Strategie formulieren, bevor man in den jeweiligen Markt geht. All das wird im ersten Teil in vier Kapiteln ausführlich diskutiert und mit Beispielen aus den Investments des Autors unterlegt.

Teil 2 befasst sich dann mit den Ausführungen der strategischen Investments. Zunächst geht es um Timing, Herdentrieb und Diversifizierung. Auch hier gibt es keine wirklich konkreten Aussagen, sondern eher allgemeine Hinweise. Auch bei seinen Bemerkungen, "wann man einsteigen und aussteigen sollte", bleibt der Autor meistens vage. Gelegentlich wird es vielleicht manchen Leser verwirren, wenn der Autor sich zu widersprechen scheint. Etwa wenn er erklärt, dass man eine Aktie auch mehrmals hintereinander zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt kaufen kann, völlig unabhängig davon, was sie da gerade macht, wenn man nur von ihr überzeugt ist. Oder wenn er gut laufende Investments im Depot übergewichtet und damit eventuell in Konflikt zur Diversifizierung gerät.

Man muss eben flexibel sein. Diesem Thema ist auch ein Kapitel gewidmet. Abschließend kommt Terranova noch zum Erkennen von Momentum-Änderungen, was wahrscheinlich schwer fallen wird, wenn man gar nicht weiß, was ein Momentum eigentlich ist. Der Text endet mit einigen Bemerkungen zum Investieren in Rohstoffe.

Mich hat dieses Buch nicht besonders überzeugt, weil es nichts wirklich nachvollziehbar und einigermaßen konkret und belastbar erklärt. Allerdings kann es durchaus sein, dass Menschen, die sich an TV-Sendungen und Zeitschriften orientieren, wenn sie Anlageentscheidungen treffen, mit diesem Buch wohlfühlen. Immerhin enthält es nichts Falsches, zahlreiche Informationen über amerikanische Märkte und einige allgemeine Verhaltensregeln. Mehr aber auch nicht.

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