Die verschwundenen von Helsinki von Joel Haahtela
Aus dem Finnischen von Sandra Doyen
„Ich spürte den gleichen, fast angenehmen Schauder wie manchmal in meiner Jugend: Dass die Dinge einfach passieren und wir darauf nicht allzu viel Einfluss nehmen können, dass die Welt existiert, auf uns zukommt und als solche angenommen werden muss"
Beim Versuch, einen Regenschirm von der Strasse zu retten, kommt ein finnischer Psychiater und Autor mit dessen Besitzerin ins Gespräch. Die Französin ist in Helsinki, um ihren Exmann Paul Roux zu suchen, der seit einem halben Jahr verschwunden ist. Sie ist fest davon überzeugt, dass das zuletzt gelesene Buch Pauls, ein Roman der finnischen Schriftstellerin Raija Siekkinen, der Schlüssel zu seinem Verschwinden ist. Den namenlosen Ich-Erzähler lässt das Verschwinden von Paul Roux nicht mehr los und er beginnt auf eigene Faust, Nachforschungen anzustellen. Immer mehr beschäftigt er sich auch mit dem Werk, Leben und Tod von Raija Siekkinen, die bei einem Wohnungsbrand ums Leben gekommen ist, und verliert sich in deren Lebenswelten.
Die Verschwunden von Helsinki war mein drittes und leider (vorerst?) letztes Buch des finnischen Autors und Psychiaters Joel Haahtela. Mehr von ihm ist auf Deutsch nicht erhältlich. Wieder habe ich das Rätselhafte, Vage und Obsessive dieses Romans sehr geliebt. Ebenso die melancholische Stimmung, den Nieselregen, die dunklen kalten Strassen Helsinkis und das Nachdenkliche und Grüblerische. Der Schluss war dann ganz anders als erwartet und hat mich zuerst ein wenig irritert. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto passender ist er. Die Verschwunden von Helsinki ist etwas anders als die beiden anderen Werke des Autors, in gewisser Weise extremer – aber allzuviel will ich hier nicht verraten. Die Stimmung des Romans ist ähnlich wie zb in Murakamis „Südlich der Grenze, westich der Sonne“ oder wie in „Agnes“ von Peter Stamm. Wer melancholische, leise und nachdenkliche Bücher mag, dem kann ich auch diesen Roman von Joel Haahtela sehr empfehlen. Und ja, klar, ich habe mir dann ganz schnell ein Buch von Raija Siekkinen besorgt, auf das ich mich sehr freue.
Joel Haahtela
Lebenslauf
Alle Bücher von Joel Haahtela
Sehnsucht nach Elena
Der Schmetterlingssammler
Die Verschwundenen von Helsinki
Neue Rezensionen zu Joel Haahtela
Henri Ruzicka vermachte ihm in seinem Testament sein gesamtes Hab und Gut. Noch nie hatte er von diesem Mann gehört und glaubte anfänglich glaubt er an einen Irrtum, aber das ist ausgeschlossen. Nun macht er sich auf zu seinem neuen Besitz und geht auf Spurensuche nach einem Mann, der irgendwie sehr wichtig in seinem Leben zu sein scheint. Ein Schmetterlingssammler der für seine seltenen Stücke bekannt und beliebt war und es gibt noch so vieles mehr zu entdecken. Dies ist ein wunderbares und schönes kleines Buch. Joel Haahtela erzählt leise, aber mit viel Gefühl und Einfühlungsvermögen die Geschichte eines Mannes auf der Suche nach der Vergangenheit und sich selbst.
Er hat sie zum ersten mal im Park gesehen und seitdem denkt er an sie, schaut nach ihr und wartet auf sie. Jeden Tag kommt er nun hierher und wartet dass sie vorbei läuft und er einen Blick auf sie erhaschen kann. Durch Zufall lässt sie ein Buch liegen und er nimmt es und erfährt so ihren Namen. Elena. Wer ist sie? Was macht sie? Warum lässt sie ihn nicht los?
Joel Haahtela ist ein wunderschönes kleines, ruhiges Buch gelungen, dass uns LeserInnen mit auf eine kleine Reise nimmt und voll Gefühl und Sehnsucht eine wunderbare Geschichte erzählt.
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