Joey Goebel

 4,3 Sterne bei 1.011 Bewertungen
Autor von Vincent, Freaks und weiteren Büchern.
Autorenbild von Joey Goebel (©Regine Mosimann)

Lebenslauf von Joey Goebel

Die Macht der Musik: Joey Goebel, geboren 1980, ist ein US-amerikanischer Autor, Sänger und Songwriter. Er studierte Anglistik in Kentucky am Brescia College, Mit fünf Jahren schon schrieb er seine erste Geschichte. Bevor er 2003 mit The Anomalies seinen ersten Roman veröffentlichte, war er Frontmann, Gitarrist und Songwriter der Punkband The Mullets und war von 1996 bis 2001 auf vielen Bühnen im Mittleren Westen der USA zu sehen. Später war er Sänger und Gitarrist bei der Band Novembrists, mit der er eine CD veröffentlichte. 

Alle Bücher von Joey Goebel

Cover des Buches Vincent (ISBN: 9783257608038)

Vincent

 (477)
Erschienen am 16.05.2017
Cover des Buches Freaks (ISBN: 9783257608045)

Freaks

 (227)
Erschienen am 16.05.2017
Cover des Buches Heartland (ISBN: 9783257603729)

Heartland

 (130)
Erschienen am 25.09.2013
Cover des Buches Ich gegen Osborne (ISBN: 9783257242843)

Ich gegen Osborne

 (107)
Erschienen am 27.08.2014
Cover des Buches Irgendwann wird es gut (ISBN: 9783257245226)

Irgendwann wird es gut

 (45)
Erschienen am 09.12.2020
Cover des Buches Freaks (ISBN: 9783257800319)

Freaks

 (11)
Erschienen am 24.10.2006
Cover des Buches Torture the Artist (ISBN: 9781905847471)

Torture the Artist

 (10)
Erschienen am 11.09.2009
Cover des Buches The Anomalies (ISBN: 9781905847365)

The Anomalies

 (4)
Erschienen am 15.09.2009

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Joey Goebel

Cover des Buches Heartland (ISBN: 9783257603729)
SotsiaalneKeskkonds avatar

Rezension zu "Heartland" von Joey Goebel

Die Macht des Geldes
SotsiaalneKeskkondvor 4 Monaten

Die Mapothers sind die Reichste Familie des Commonwealth Countys. Doch die Eltern wollen für ihren John noch mehr. Und so kandidiert dieser für das Amt des Repräsentantenhauses im kleinstädtisch geprägten, fünften Kongressbezirk. Doch John ist überfordert, mit der Unterschicht umzugehen, die den größten Teil der Wählerschaft ausmacht. Da kommt den Mapothers Blue Gene gerade recht. Der verlorene Sohn der Familie hat sich vor Jahren von Reichtum und Elite losgelöst und führt seitdem ein Leben der amerikanischen Arbeiterklasse. Nun holen sie ihn ins Wahlkampfboot. Er soll richten, was John nicht hinbekommt. Doch nicht jeder im Commonwealth County ist so manipulativ, wie es anfangs scheint. 

Ich erwartete mir einen recht anspruchsvollen, politischen und kritischen Roman, wurde einerseits komplett überrascht, habe dennoch in diesem Buch gefunden, was ich gesucht habe. Die erste große Überraschung war zunächst einmal Joey Goebels Schreibstil. Der lässt sich leicht und locker weglesen, ist kaum träge und gibt der Geschichte wirklich pageturner-Potenzial. Dennoch finden sich ständig versteckte Details, die einen zum Schmunzeln bringen. So ist der Schreibstil wenig poetisch, passt sich gerade aber damit hervorragend an das kleinstädtische Milieu an, in dem der Roman angesiedelt ist. Und gerade dieses kleinstädtische Milieu ist es, das der Autor hervorragend ausgestaltet hat. Die Beschreibungen davon, wie sich die Stadt in den letzten Jahrzehnten verändert hat, wie sich die Menschen verändert haben, wirken sehr authentisch und geben Bashford, so heißt die Stadt unserer Handlung, ein scheinbar einzigartiges Antlitz, dass sich bei genauerer Betrachtung als tausendfache Kopie herausstellt. Denn Joey Goebel beschreibt eine Stadt in einem Landstrich, die sich überall im Mittleren Westen befinden könnte. Und gerade diese Anonymität gibt dem Buch seine Universalität. Denn Pickups, Wrestling, Monstertrucks und qualmende Geringverdiener - die wahren Patrioten - gibt es zwischen Ost- und Westküste überall. Doch der aufmerksamen Leserschaft, die sich dazu noch ein wenig mit den USA auseinandergesetzt hat, springen einige Dinge ins Auge, die die geografische Zuordnung in groben Maßen dennoch zulässt. Da wäre zunächst einmal der Herbst, der immer noch warm genug ist, um mit T-Shirt draußen rumzulaufen. Der Norden fällt also schon einmal weg. In Johns Wahlbezirk liegt ein County namens Dixie County. Wir befinden uns also im Süden. Die Mapothers haben einen Tabakkonzern - Kentucky - und der Vater eines der Protagonisten war im Bergbau tätig. Demnach würde ich auf Ostkentucky tippen. Sicherlich kein Zufall, dass der Schriftsteller auch in dieser Region aufgewachsen ist. Es finden sich aber auch noch andere Eastereggs. So finde ich den Namen Commonwealth County sehr ironisch, wenn man bedenkt, dass dies in etwa "Gemeinwohl" bedeutet, und sich gerade hier die Gräben zwischen Arm und Reich deutlich zeigen. 

Das Buch hat mich aber auch entsetzt und schockiert. Es schwappt ja immer wieder etwas herüber nach Europa, von den "Amerikanischen" Zuständen. Dieser Roman war dann allerdings wieder ein ganz anderes Kaliber. So gehören Homophobie, Rassismus und Sexismus zum normalen Umgangston, sowohl bei den Rednecks als auch bei den gehoberen Schichten. Von diesen Auswüchsen des menschlichen Egoismus ist auch unser Hauptprotagonist Blue Gene nicht befreit. Hinzu kommt der Stellenwert von Kirche, Glaube, Patriotismus und den Streitkräften. Aus europäischer Sicht nicht mehr als ein Kopfschütteln wert. 

Joey Goebel vermag es aber auch, seine Charaktere trotz einiger moralischer Fehler sehr sympathisch zu gestaltet. Zwar haben wir auch hier mit Henry Mapother einen klassischen Bösewicht, doch dieser ist kaum an den Haaren herbeigezogen und fügt sich perfekt in den Roman ein. Dazu kommt, dass die Protagonisten sehr facettenreich gestaltet sind, sich selbst, die anderen und auch die Leser:innen immer wieder überraschen. Und auch macht der Großteil von ihnen eine enorme Charakterentwicklung während der 700 Seiten durch. Und gerade an der Lebhaftigkeit und der Nahbarkeit des Figurensets liegt es auch, dass sich kritisierende und unterhaltsame Aspekte des Buches in einer Wage halten, sodass sich eine perfekt Mischung ergibt. 

Insgesamt also ein Meisterwerk, lehrreich und unterhaltsam, dass trotz seiner Stärke von etwa 700 Seiten niemals langweilig wird. Auf mich hat das Buch definitiv einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 

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Cover des Buches Irgendwann wird es gut (ISBN: 9783257070590)
Petra54s avatar

Rezension zu "Irgendwann wird es gut" von Joey Goebel

keine Empfehlung
Petra54vor 7 Monaten

Titel und Titelbild gefielen mir, auch der feste Einband und der Klappentext: „Der ganze Kosmos in einer kleinen Welt – atmosphärisch, lakonisch, hinreißend.“ Die ersten Sätze fand ich witzig, doch dann flachte die Sprache ab, erzählte polizeiberichtmäßig, verglich sämtliche Personen mit amerikanischen Schauspielern und/oder Sängern, die mir völlig unbekannt sind, und gipfelte in nichtssagenden Dialogen. Die ersten beiden Geschichten handeln von psychisch gestörten Männern, die dritte fing ähnlich an. Wenn es gut geschrieben wäre, hätte ich das Lesen nicht auf Seite 81 endgültig aufgegeben.

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Cover des Buches Freaks (ISBN: 9783257236620)
winter-chills avatar

Rezension zu "Freaks" von Joey Goebel

Lasst uns anders sein!
winter-chillvor einem Jahr

5 Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können, finden in einer typischen amerikanischen Kleinstadt in Kentucky zusammen. Was sie eint: Sie sind Außenseiter. Sie sind anders als die anderen, entsprechen nicht der Norm und ecken gerade deswegen überall an. Ihre gemeinsame Leidenschaft ist die Musik. Und so gründen sie die Band „The Freaks“ und fiebern ihrem ersten gemeinsamen Auftritt hin.

„Freaks“ war Joey Goebels Erstlingswerk, das vom Diogenes-Verlag aber erst nach dem deutschsprachigen Erfolg des Zweitlings veröffentlicht wurde. Ich muss sagen, ich kann diese Entscheidung verstehen. „Freaks“ ist ein guter Roman und hat Potential, an Goebels andere Werke kommt dieser Roman aber bei weitem nicht ran. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich wahrscheinlich die anderen Romane von Goebel nicht zwingend gelesen hätte, wäre „Freaks“ mein allererster Roman von ihm gewesen. 

Der kurze Roman kommt eher wie eine Erzählung daher und wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Teilweise aus der Sicht der 5 Protagonisten, teilweise aber auch aus der Sicht von Nebenfiguren. Der Roman ist angenehm zu lesen, unterhaltsam, zeitweise lustig, zeitweise traurig und auch philosophisch. Der Roman ist zudem ein leidenschaftliches Plädoyer für ein Leben nach den eigenen Vorstellungen und stellt uns auch die Frage, wie wir mit Menschen umgehen, die anders sind, die eben nicht dem erwartbaren entsprechen. Wie in seinen anderen Romanen auch übt Goebel natürlich auch hier wieder Kritik an der amerikanischen weißen Mittelschicht und am typischen amerikanischen Kleinstadtleben. 

Trotz allem hat der Roman aber auch deutliche Schwächen. So ist die Handlung im Grunde dann doch ein bisschen banal, die Figuren eine Spur zu überzogen und die Komik stellenweise etwas arg flach. 

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Gespräche aus der Community

CLAUS und die Jungen Verlagsmenschen bei LovelyBooks

Hallo und herzlichen willkommen zu unserer Leserunde mit CLAUS, dem Nachwuchsnetzwerk im Landesverband Bayern des Börsenvereins, und den Jungen Verlagsmenschen München!

Gemeinsam möchten wir hier "Irgendwann wird es gut" von Joey Goebel lesen und diskutieren. 

Für jede Geschichte aus "Irgendwann wird es gut" gibt es ein extra Unterthema. Darin könnt ihr euch über die jeweilige Geschichte unterhalten.
Euer abschließendes Urteil könnt ihr gerne unter "Euer Fazit" posten. Und wer möchte, kann gerne eine Rezension zum Buch bei LovelyBooks schreiben.

Am 17.07.2019 treffen wir uns im LovelyBooks-Hauptquartier zum gemeinsamen Kennenlernen und einer abschließenden Diskussion zum Buch, aber auch zur Organisation einer Leserunde. Wir sind schon ganz gespannt auf euer Feedback! Dieses Treffen ist nur für geladene Gäste.

Am 06.06.2019 findet unser Livestream mit Joey Goebel statt. Ihr könnt auch im Nachhinein das Video dazu noch angucken.

An dieser Stelle geht ein herzliches Dankeschön an den Diogenes Verlag, der uns für diese Aktion Bücher zur Verfügung gestellt haben! 

Selbstverständlich ist diese Leserunde offen für alle, wenn ihr mit eurem eigenen Exemplar in die Diskussion einsteigen möchtet, dann freuen wir uns sehr! 

Mehr zum Buch:
Ein junger Mann wartet mit zwei Drinks auf seine Angebetete. Sie kommt pünktlich – im Fernsehen. Ein zwölfjähriges Mädchen will nicht zu schnell erwachsen werden. Und ein Messie findet ins Leben zurück dank einer hübschen Frau, die womöglich noch trauriger ist als er selbst. Ein paar ganz normale Menschen, deren Leben nicht das ist, was sie sich erträumt haben. Die dennoch um ihr winziges Stück vom Glück kämpfen und lieber heute als morgen aus der Kleinstadt in Kentucky wegwollen. Sie holen sich blutige Nasen und geben trotzdem nicht auf. Denn sie wissen: Irgendwann wird es gut.

71 Beiträge
Damis avatar
Letzter Beitrag von  Damivor 3 Jahren
@Marina_Nordbreze Achtung, Spoiler: Er ist dee Held der Geschichte "Herzrhythmusstörungen"
Hallo lieber Leser und Lovlybooker,

ACHTUNG: In dieser Leserunde gibt es KEINE Bücher zu gewinnen. Wer also teilnehmen möchte, braucht ein eigenes Buch, egal ob geliehen oder gekauft.

Diese Leserunde findet im Rahmen des "Diogenes Buchclub" statt, den ich auf meinem Blog "Jules Leseecke" ins Leben gerufen habe. Der Austausch funktioniert hier jedoch unkomplizierter und schneller. Und ein Einstieg ist schneller möglich.

Klappentext:
Wußten Sie, daß große Popsongs und Filme von einem unglücklichen, aber genialen Künstler stammen? Und damit einem solchen die Ideen nicht ausgehen, sorgen in diesem Roman ›Beschützer‹ dafür, daß ihm ständig neues Leid widerfährt. Denn das ist der Rohstoff, aus dem wahre Kunst entsteht. Bringt das Genie das Kunststück fertig, trotzdem ein glücklicher Künstler zu werden? Vincent – ein Chamäleon von einem Roman, der als Satire beginnt, sich in einen bizarren Alptraum verwandelt und am Ende zu Tränen rührt. "

Alle weiteren Informationen zum Buch findet ihr hier auf der Seite des Diogenes Verlags.

Alle Teilnehmer bitte ich Spoiler stets entsprechend zu kennenzeichnen. Funktioniert bei Lovelybooks ja zum Glück recht einfach. ;)

Die Leserunde beginnt am 01.02. und endet am 28.02. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

PS.: Sollte ich etwas vergessen haben, seht es mir nach - es ist meine erste eigene Leserunde. Ich lerne noch. ;)

PPS.: Jeder Mitleser ist herzlich willkommen!

175 BeiträgeVerlosung beendet
Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
Manche Lektüren verlangen bei mir erst ein wenig Abstand, bevor ich über sie schreiben kann. So war es auch bei "Vincent". Ich habe lange nach den richtigen Worten gesucht und schnell gemerkt, dass ich nicht in der Lage sein werde, dieses intensive Leseerlebnis in eine Rezension zu packen. Daher habe ich meinen Gedanken in einem Brief an Harlan und Vincent freien Lauf gelassen. Natürlich ist es mir auch hier nicht gelungen, alles, was mich bewegt, festzuhalten - dafür gab es zu viel (abgesehen davon, dass ich sonst spoilern müsste). http://www.phantasienreisen.de/2017/04/09/diogenes-buchclub-lieber-vincent-lieber-harlan-was-ich-noch-sagen-wollte/

Zusätzliche Informationen

Joey Goebel wurde am 02. November 1980 in Henderson, Kentucky (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

Joey Goebel im Netz:

Community-Statistik

in 1.100 Bibliotheken

von 136 Lesern aktuell gelesen

von 44 Lesern gefolgt

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