Joey Goebel Heartland

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Inhaltsangabe zu „Heartland“ von Joey Goebel

John Mapother, Sohn der mächtigsten Familie im Provinznest Bashford, will nach diversen privaten Fehltritten in den amerikanischen Kongress. Er hat nur keine Ahnung von der Welt seiner Wähler. Die aber hat sein jüngerer Bruder Blue Gene, das schwarze Schaf der Familie, der auch weiß, dass die einfachen Leute gar nicht so einfach sind, angefangen bei der rebellischen Punkrockerin, in die er sich verliebt. Ein großer amerikanischer Familienroman, hochintelligent, voller Melancholie – und überraschend aktuell.

Tiefgründiger, eindrücklicher Blick in die amerik. Gesellschaft und das System.

— thursdaynext
thursdaynext

Sein außergewöhnlicher Stil hat mich gefesselt; ich war ganz hin und weg von seiner wirklich markanten Erzählweise.

— Nespavanje
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  • Portrait einer amerikanischen Kleinstadt

    Heartland
    winter-chill

    winter-chill

    12. June 2016 um 13:31

    Bashford – ein fiktiver Ort im mittleren Westen der USA. Ein Ort, den man aber trotzdem mühelos überall in den ländlichen Gegenden der USA finden könnte: Ca. 50.000 Einwohner, ein eher unterklassiges College, ein Wal-Mart-Supercenter und drei McDonalds. Kultur- und Freizeitmöglichkeiten sucht man vergebens. Es gibt ein Villenviertel, in dem die wenigen Reichen der Stadt wohnen, die klassischen Einfamilienhaus-Siedlungen des Mittelstands und den Trailerpark, in dem die unterste Schicht der Gesellschaft haust. Und es gibt den einen großen Arbeitgeber, bei dem die halbe Region beschäftigt ist. In Joey Goebels fiktivem Bashford ist das die Westway Zigarettenfabrik. Die Unternehmerfamilie Mapother ist somit die reichste und einflussreichste Familie im gesamten Umkreis der Stadt. Eines fehlt dem Mapother-Clan aber noch: Ein Sitz im Kongress. Den soll Stammhalter John holen. Doch John ist auch der typische reiche Unternehmersohn, dem vor allem der Zugang zu den unteren Gesellschaftsschichten fehlt – die ja immerhin der Großteil der Wähler sind. Diese zu fangen, dabei soll ihm sein kleiner Bruder Blue Gene helfen. Blue Gene, die Hauptfigur des Romans, hat vor vier Jahren den Kontakt zu seiner Familie vollständig abgebrochen, lebt freiwillig im Trailerpark und verdient sein Geld mit Flohmarktverkäufen. Eher unfreiwillig lässt sich Blue Gene breit schlagen, seinem Bruder beim Wahlkampf zu helfen – dabei macht er eine große Wandlung durch und deckt ein tief vergrabenes Familiengeheimnis auf.„Heartland“ nur auf ein Genre zu reduzieren wird schwer – Goebel hat zum einen ein gelungenes, scharf beobachtetes Portrait einer typischen Kleinstadt im mittleren Westen vorgelegt. Genauso ist „Heartland“ aber auch eine spannend erzählte Familiensaga, Gesellschaftskritik und politisches Lehrstück mit utopischen Zügen. Richtig gut fängt der Roman die Probleme der amerikanischen „Working Poor“ ein – wie es sich lebt, ohne Krankenversicherung; warum man sich trotz Arbeit keine Wohnung und kein anständiges Essen leisten kann. Auch über die Tricks im Wahlkampf und das Wahlverhalten der Amerikaner erfährt der Leser einiges. Die Charaktere sind extrem gut ausgearbeitet und bleiben im Gedächtnis hängen, weil sie auch sehr außergewöhnlich sind. Am Ende gelingt es Goebel aus der Perspektive der Provinz die Probleme und Politik eines ganzen Landes zu charakterisieren.Zugegeben, der über 700 Seiten starke Roman hat ein paar unnötige Längen – gerade einige Dialoge drehen sich manchmal etwas im Kreis und so wirkt die Geschichte am Ende etwas überladen. Aus diesem Grund hat mir „Heartland“ nicht ganz so gut gefallen, wie Goebels Romane „Vincent“ und „Ich gegen Osborne“. Trotzdem hab ich den Roman gern gelesen und kann ihn nur weiterempfehlen – gerade auch jetzt kurz vor der Präsidentschaftswahl in den USA. Ein kluges, ernstes Buch.

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  • Triviale Literatur auf höchstem Niveau

    Heartland
    Nespavanje

    Nespavanje

    30. November 2014 um 11:11

    Joey Goebel bedient sich in Heartland dem Voyeurismus, der besonders der modernen bürgerlichen Gesellschaft, der anscheinend schwindenden Mittelschicht, wahrscheinlich sehr gefallen mag. „Fremdschämen“ ist das Schlagwort, wenn wir Menschen wie Blue Gene begegnen. Er trägt einen Vokuhila, Schnauzbart und ärmellose Shirts, weil die so viel bequemer sind als welche mit Ärmel, wie er behauptet. Er verkauft 80er Jahre Spielzeug auf einem Flohmarkt, und das ist dann auch schon seine einzige Tätigkeit der er nachgeht. Seinen Job bei Walmart hat er aufgegeben und bedauert es, nicht aktiv am Kriegsdienst teilnehmen zu können. Seit einem Unfall hinkt er. Von seinen Freunden hat er sich mehr und mehr abgewandt und vegetiert in einem Trailerpark nur so dahin. Aber wir fremdschämen uns nicht lange wegen Blue Genes ärmlichen Lebens, denn es gibt auch noch andere bedauerliche Protagonisten in Heartland. Sein Bruder John Mapother zum Beispiel, Spross aus der gleichnamigen Tabakdynastie, will für den Kongress kandidieren. Eigentlich leidet er unter Lampenfieber und Panikattacken, zudem ist er trockener Alkoholiker, was nicht unbedingt die besten Voraussetzungen sind um einen Wahlkampf zu bestreiten. Deren despotischer Vater und Familienpatriarch Henry, und deren tief religiöse Mutter Elizabeth beschließen Blue Gene in den Wahlkampf mit einzubeziehen, denn wenn jemand die Stimmenaus dem einfachen Volk, für die eigentlich als reiche Firmenbosse verschrienen Mapothers erreichen kann, dann nur das eigentliche schwarze Schaf der Familie. Der erste Roman, den ich von Joey Goebel gelesen habe, war „Ich gegen Osborne“. Er schildert darin, einen Tag im Leben eines Schülers. Sein außergewöhnlicher Stil hat mich da schon gefesselt; ich war ganz hin und weg von seiner wirklich markanten Erzählweise und mit Heartland hat er mir bewiesen, welch erzählerisches und literarisches Talent in ihm steckt. Die bruchstückhafte Vergangenheit Blue Genes und seiner Familie wird in Rückblenden und Gesprächen erzählt, wobei anfänglich der Wahlkampf, mehr als einmal kommen Propaganda und Wahlkampfsprüche hier zur Geltung, eindeutig im Vordergrund steht, und die familiären Verstrickungen sich erst gegen Ende des Buches auflösen. Man könnte Goebel nun eine etwas triviale Handlung, Heartland gleiche einer Seifenoper vorwerfen, allerdings wäre so eine Kritik vorschnell und nicht gut durchdacht. Ein dunkles Familiengeheimnis umgibt die Mapothers und es geht auch ein bisschen um eine oder zwei Liebesgeschichten, allerdings will ich hier nicht zu viel von der Handlung erzählen, denn gerade durch diesen ganz eigenen außergewöhnlichen Ablauf, bekommt die ganze Erzählung ein überzeichnetes und surreales Bild, dass so vermute ich zumindest, sehr wohl vom Schriftsteller gewollt war. Er bezieht dadurch ganz klar keine Stellung was nun die amerikanische Gesellschaft, Patriotismus oder deren Außenpolitik angeht, obwohl er genau jene Themen satirisch porträtiert. Ist Goebel nun ein Patriot oder ist er keiner? Diese Frage wurde ihm in mehreren Interviews gestellt und ich finde, dass es eine unerhebliche Frage ist, die eigentliche sollte lauten: Ist er ein guter Literat, oder ist er keiner? Ich für meinen Teil kann sie beantworten und freue mich schon wahnsinnig auf Vincent, dass in diesem Moment auf meinen SuB(=Stapel ungelesener Bücher) um einige Plätze vorgerückt ist.

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  • Rezension zu "Heartland" von Joey Goebel

    Heartland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. June 2012 um 08:42

    Seit Beginn des Neo-Konservatismus in den 1980er Jahren, sind Wahlen im Mittleren Westens der USA wohl zu den spannensten Urnengängen in der amerikanischen Politiklandschaft geworden. Nicht etwa weil hier die Abstimmungsergebnisse enger sind, sondern weil die Themensetzung noch für Aufsehen sorgt und noch Wähler mobilisieren kann, im Gegensatz zu den Küsten. Die USA sind ein geteiltes Land. Der Mittlere Westen steht für das konservative Amerika, das Jahr für Jahr weiter nach rechts zu rücken scheint. Hier im Heartland liegt das fiktive Bashford, eine kleine, wenig bedeutende Stadt. Hier gibt es nicht viel, außer ein Wal Mart Supercenter und die Westway Zigarettenfabrik, der größte Arbeitgeber in der Region. Die Besitzerfamlie Mapother ist die reichste und einflussreichste Famlie im Umkreis. Eine Famlie wie man sie aus Serien wie Dallas oder Denver-Clan kennt. Geführt wird der Mapother-Clan von Patriarch Henry, dessen Sohn John für den Kongress kandidieren will. Doch John ist ein Snob, der sich zwar in seinen gesellschaftlichen Kreisen bewegen kann, dem allerdings das Gespür für die unteren Schichten fehlt, immerhin dem Großteil der Wähler. Nun kommt Blue Gene ins Spiel, Johns heruntergekommener Bruder. Blue Gene, der Held in diesem Roman, hat schon seit Jahren keinen Kontakt mit seiner Familie und bevorzugt einen einfachen Lebensstil und einen eher lockeren Umgang mit seinem Äußeren. Obwohl er Zugriff auf sein Erbe hat, rührt er es nicht an, sondern hält sich mit Flohmarktverkäufen über Wasser. Blue Gene mag Wrestling, Bier und Autos und er kann gut mit den einfachen Bürgern von Bashford. Das macht ihn wieder interessant für seinen älteren Bruder, der sich erhofft, mit Blue Genes Mithilfe alle Wählergruppen ansprechen zu können. Eher unfreiwillig erklärt er sich bereit, seinem Bruder zu helfen. Doch der Wahlkampf fordert viel von allen Beteiligten und legt ein dunkles Familiengeheimnis frei. Heartland in ein Genre einzuordnen fällt schwer. Der Roman bewegt sich irgendwo zwischen Familienepos, Gesellschaftssatire und Portrait der Generationen im Mittleren Westen. So ganz weiß man nicht in welche Richtung das Buch will. Für eine Satire fehlt mir aber ein wenig die Bissigkeit. Das Buch besticht durch die Geschichte um die Familie Mapother, die ich doch recht spannend fand. Was der Familie zustößt ist zwar nur in Teilen originell, doch die Besonderheit ein "schwarzes Schaf" in der Familie zu haben, hebt die Mapothers doch ein wenig von anderen Dynastien ab. Der Leser bekleitet den Wahlkampf, der alle Familienmitglieder einnimmt, etwa ein halbes Jahr lang. In vielen und ausführlichen Rückblenden erfährt man auch die Vorgeschichte der wichtigsten Protagonisten. Alle Personen haben ihre Stärken und Schwächen und erst am Ende kann man wirklich entscheiden, wer nun wirklich sympathisch war. Was mir ganz gut gefallen hat, sind die detailreichen Beschreibungen der Stadt Bashford und der Region. Alles wirkt lebendig, als würde hier keine fiktive Stadt beschrieben, sondern die Stadt in der man selbst leben würde. So etwas zu schaffen, ist schon eine große Kunst. Aber im mittleren Westen der USA sehen auch viele Städte ziemlich gleich aus. Hat man eine gesehen, kennt man alle, was die Leistung des Autors hier nicht schmälern soll. Der eine oder andere mag aber sicherlich an dieser Stelle einwerfen, dass Goebel vielleicht zu sehr ins Detail geht und teilweise sehr weit ausholt. An einigen Stellen musste ich auch zugeben, dass das Buch ein paar Längen hat. Das waren für mich aber nicht die Beschreibungen, sondern die oftmals endlosen Dialoge oder einige Szenen, die für die Dramatik der Geschichte nicht unbedingt notwendig geworden wären. So erstreckt sich das Buch dann auch auf über 700 Seiten. Vorallem der Mittelteil macht in dieser Hinsicht Mühe. Wer allerdings hier am Ball bleibt wird mit einem furiosen Ende belohnt. Die Schattenseiten des Wahlkampfes und des Lebens der oftmals überzeichneten, einfachen Leute fängt der Roman gut ein. Dennoch wirken Schauplätze und Figuren nicht düster. Hier stellte ich mir die Frage, ob eine Kleinstadt das gleiche Leid wie eine Großstadt mit ihren engen Straßenschluchten darstellen kann. Ja selbst der böse Humor in der TV-Serie Two and a Half Men wirkt da drückender. Bashford scheint immer doch noch einen blauen Himmel zu haben, wie es auch das Buchcover zeigt, und ein Sternenbanner, das stets im Wind weht. Heartland ist ein Roman, den ich gerne gelesen habe, auch weil ich mich mit der Thematik gerne befasse. Allerdings sind mir die Schwächen des Buches nicht verborgen geblieben. Viele Leser werden es zu lang finden und obwohl es sich lohnt, das Buch nach dem ersten Drittel zur Seite legen. Das Herumeiern der Geschichte zwischen Moral, Werten und Familie spiegelt den Mittleren Westen zwar wieder, lässt den Leser aber bei der Frage nach der Intention des Ganzen aber alleine.

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  • Rezension zu "Heartland" von Joey Goebel

    Heartland
    walli007

    walli007

    10. March 2012 um 13:25

    Blue Gene Na ja, eigentlich ist Blue Gene wirklicher Name Eugene. Der ist nicht so wirklich aufbauend. Und so ist sein Leben auch bisher verlaufen. In der Familie reicher Zigarettenfabrikanten ist er der Außenseiter. In seiner Jugend hatte er einen schweren Unfall, bei dem ihm obwohl grundsätzlich genesen doch ein Hinken zurück geblieben ist. Mit seinen Eltern versteht er sich nicht besonders, seine geliebte Kinderfrau war plötzlich verschwunden und seine ehemalige Freundin ist dem Drogentod zum Opfer gefallen. Trotzdem und trotzig versucht Blue Gene es ohne das Geld der Eltern zu schaffen. Da kommt sein Bruder John (gepuscht von seinem Vater Henry) auf die Idee für ein politisches Amt zu kandidieren. Um auch die "Unterschicht" anzusprechen, braucht er die Unterstützung Blue Genes. Ein sehr amerikanischer Roman fand ich. Da geht es um Gegensätze in der Familie und in der Gesellschaft. Gerade in Amerika klafft die Schere zwischen Arm und Reich sehr weit auseinander und hier klafft sie sogar in ein und derselben Familie. Natürlich geht es auch um das Gehabe der politischen Klasse, die zu wissen meint, was gut für das Volk ist. So ganz nebenbei geht es auch noch um ein Familiengeheimnis, dessen Stellenwert wohl eher aus der Sicht des wiedererweckten Amerikas zu verstehen ist. Etwas ausschweifend berichtet der Autor von Blue Genes Schicksal. Wenn einige Passagen ein wenig straffer gefasst worden wären, wäre es dem Roman meiner Meinung nach durchaus zuträglich gewesen. Denn die Idee der Selbstfindung Blue Genes, der Findung seines Platzes in der Familie und im Leben, hat mir im Grunde gut gefallen.

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  • Rezension zu "Heartland" von Joey Goebel

    Heartland
    Duffy

    Duffy

    26. February 2012 um 11:15

    Ein kleines Kaff in der Mitte Amerikas. Größter Arbeitgeber ist eine Tabakfabrik, die der Familie Mapother gehört, die entsprechend reich ist. Also wird nach den Sternen gegriffen und ein Platz im Kongress angestrebt, alerdings nicht vom Patriarchen selbst, sondern von einem der zwei Söhne. Die unterschiedlicher nicht sein könnten. Aus diesem Grundgerüst baut Goebel eine Geschichte, die den Kern des amerikanischen Missverständnisses aufzeigen. Die Freiheit, die oft durch Geld substituiert wird, die Gottesfürchtigkeit, deren Falschheit in Vorurteilen gipfelt, das Theater zur Durchsetzung der Ziele zur Machtoptimierung und die Hilflosigkeit, wenn aus diesen Mechanismen ausgebrochen wird, wenn Werte hinterfragt und Lügen entlarvt werden. Ein ausgesprochen realistischer Roman über die USA - leider, ganz hervorragend geschrieben, mit dem Zeug, zu einem Stück Weltliteratur zu werden. Einen Stern weniger für die Länge, den ersten Teil hätte man hier und da etwas straffen können, die Qualität wird aber nicht beeinträchtigt. Sehr empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Heartland" von Joey Goebel

    Heartland
    Kirsten1896

    Kirsten1896

    19. July 2011 um 23:23

    typisch joey goebel! wieder einmal eine tolle geschichte über jemanden der anders ist und gerade deswegen "gebraucht" wird. richtig in schwung kommt das ganze, als durch einen zufall das familiengeheimnis rauskommt und blue gene endlich versteht, warum er so anders ist als der rest der familie.
    schön, wie wieder mal deutlich gemacht wird, auf was es im leben wirklich ankommt!

  • Rezension zu "Heartland" von Joey Goebel

    Heartland
    batzn

    batzn

    11. May 2011 um 10:08

    Selten ein so gutes Buch gelesen! Es zeigt schonungslos die Schattenseiten unserer so hochgelobten Gesellschaft auf. Machtstreben, moralischer Verfall, religiöser Wahn. Ein Buch zum Lachen, Weinen, Nachdenken. Joey Goebel ist für mich der Beste Gesellschaftsautor amerikanischer Literatur.der Neuzeit, " Unendlicher Spass" von David Foster Wallace ist im Vergleich " Mülltonne" hoch Drei (meine Meinung). "Heartland" MUSS man gelesen haben, unbedingt kaufen, darf in keinem Regal fehlen. Kurzum ...HERVORRAGEND!!!!!!

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  • Rezension zu "Heartland" von Joey Goebel

    Heartland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. February 2011 um 17:47

    Wieder einmal hat Joey Goebel eine wahre Gesellschaftsstudie zu Papier gebracht. Und wie! Auf über 700 Seiten trieft dieses Buch nur so, vor amerikanischem Stolz und freiheitlichen Pathos. Dabei wird relativ schnell klar, dass nichts von alledem so ist, wie es scheint. Der Schein trügt quasi. John Mapother ist reich geboren, doch das ist alles, was ihn auszeichnet. Sein Vater hat hat ihn nach oben geprügelt mit nur einem Ziel. Mapother in den Kongress. Doch bevor es soweit ist, taucht das schwarze Schaf der Familie wieder in der eitlen Villengegend auf. Blue Gene ist Johns Bruder, ebenfalls reich, doch ein Assi. Die Familie kennt ihn, doch meidet ihn. Nun aber könnte er den Wahlsieg kosten. Was tun? Etwa zu Gott beten, dass es besser kommt? In diesem Buch sind alle Typen des amerikanischen Klischee-Traumes versammelt. Der geldgeile Vater, Unternehmensboss und Sadist. Die orthodoxe Christin, Mutter und verzweifelte Hausfrau. Der Sohn, der mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde und der andere Sohn. Herrlich!

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  • Rezension zu "Heartland" von Joey Goebel

    Heartland
    BlurOasis

    BlurOasis

    07. February 2011 um 15:03

    Ein weiterer wunderbarer amerikanischer Gesellschaftsroman. Goebel zeichnet ein sehr facettenreiches Bild der amerikanische Elite während der Bush-Ära.Sein Hauptcharakter ist nicht unbedingt ein Sympathieträger,sondern eigentlich ein genauso kaputter Mensch wie alle anderen Charakter,die Punkrock und Holden Caulfield liebende Vertretungslehrerin,der nur noch seinen Patriotismus hat. Ein tolles Buch,welches wirklich uneingeschränkt zu empfehlen ist.

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  • Rezension zu "Heartland" von Joey Goebel

    Heartland
    Holden

    Holden

    02. December 2010 um 19:22

    Grandioses Porträt des politischen Amerikas in der Prä-Obama-Phase. "Die Katze schaute Law and order: New York." Super!

  • Rezension zu "Heartland" von Joey Goebel

    Heartland
    Archibald Pynchon-Light

    Archibald Pynchon-Light

    01. December 2010 um 20:34

    Blue Gene Mapother, Vokuhila-Träger mit Vorliebe für Action-Figuren und Monstertruckrennen, haust in einem Wohnwagen und verdient sein Geld auf dem Flohmarkt. Als Spross der reichsten Familie der Gegend lebt er freiwillig in einem Trailerpark. Er ist White Trash und genau diese Wählerschicht soll er nun für die politische Karriere seines Bruders erobern. Denn John, sonst ein ausgefuchster Polit-Profi und brillanter Redner, findet keinen Zugang zum einfachen Volk. Nachdem Blue Gene erste Erfolge für ihn erzielt hat, stößt er auf ein düsteres Familiengeheimnis und bricht alle Kontakte zu seinen Verwandten ab. Er fordert sein Erbe ein und ist plötzlich der drittreichste Mann der Stadt. Und was tut einer wie er mit 400 Millionen? Als erstes kauft er den stillgelegten Walmart, in dem er einmal gearbeitet hat, und wandelt ihn in eine Art Kulturzentrum mit Livekonzerten und ärztlicher Versorgung für Bedürftige. Manche Szenen sind langatmig, aber sie sind nie langweilig. Goebel schöpft sie bis zum letzten aus. Auf den ersten hundert Seiten passiert eigentlich nichts. Aber auf eine so unterhaltsame Art und Weise, wie man es nur von den Besten kennt. Die Verlagswerbung verweist nicht zu Unrecht auf John Irving und T. C. Boyle. Joey Goebel schaut genau hin und offenbart, oft mit kleinsten Details und beißendem Humor, ein eindrucksvolles Gesellschaftsbild der amerikanischen Provinz. Die frömmlerische Mutter, der mächtige, aber abweisende Vater, die idealistische Weltverbesserin Jackie, all diese Figuren hätten das Zeug zur Karikatur, aber so einfach macht es sich der Autor nicht. Die Charaktere sind realistisch und glaubwürdig und genau das macht Heartland so fesselnd. Goebel hat mit Vincent und Freaks bereits zwei höchst lesens- und empfehlenswerte Bücher veröffentlicht. Mit seinem dritten Buch setzt er diesen Erfolg fort.

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  • Rezension zu "Heartland" von Joey Goebel

    Heartland
    Gruenente

    Gruenente

    21. August 2010 um 18:10

    Die stinkreiche Familie Mapother will ihren Sohn John in den Wahlkampf schicken. Um auch die ärmere Bevölkerungsschicht dazu zu bringen ihn zu wählen wollen Sie Blue Gene, den Aussteiger der Familie zur Unterstützung bewegen. Blue Gene ist zwar auch reich, will sein Erbe aber nicht antasten sondern nur von der eigenen Arbeit leben, als Arbeiter bei Wal-Mart oder als Flohmarktverkäufer. Doch die Familie schafft es ihn zu mobilisieren. Der etwas naive, junge Mann läßt sich vor den Wahlkampfkarren spannen und ist auch recht erfolgreich dabei. Bis Blue-Gene das große, dunkle Familiengeheimnis lüftet. Der naive, depressive Blue-Gene, John mit der Angst vor Menschenmassen, die Mutter ist fanatisch religiös, Henry der Vater total dominant. Diese Konstellation ist witzig, ironisch, traurig und amerikanisch.

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  • Rezension zu "Heartland" von Joey Goebel

    Heartland
    phoebe caulfield

    phoebe caulfield

    13. August 2010 um 14:09

    Hmm, also, ich habe lange überlegt wir mir dieses Buch gefallen hat. Die Story an sich ist zumindest unterhaltsam, manchmal sogar etwas spannend. Aber so gänzlich konnte mich der Roman nicht überzeugen. Dafür fand ich ihn sprachlich nicht sonderlich herausragend (was auch an der teils recht holperigen Übersetzung lag - hatte ein Leseexemplar, vielleicht wurde nochmal nachkorrigiert). Die Anlehnung an John Irving halte ich auch für reichlich abwegig, besticht doch Irving gerade durch seine skurrilen, teils surrealistischen Charaktere. Wenn überhaupt dann sehe ich Goebel in einer entfernten Verwandschaft zu Updike und Franzen. Die sind ihm jedoch in ihren feinen Beobachtungen und runden Figuren meilenweit voraus. Gut, Goebel ist knapp 30 und in ihm steckt eine Menge Potenzial. Werde ihn schriftstellerisch auf alle Fälle im Auge behalten.

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  • Rezension zu "Heartland" von Joey Goebel

    Heartland
    Schiller-Buchhandlung

    Schiller-Buchhandlung

    16. July 2010 um 16:56

    Diese Familiengeschichte spielt in einer Kleinstadt im Herzen der USA. Die Mapothers haben ihren Reichtum mit Tabak gemacht. Zur Familie gehören zwei Söhne: John, Exalkoholiker mit Sozialphobie, der für den Kongress kandidiert, um in Amerika die christlichen Werte zu retten und Blue Gene, der sich bewußt von seiner Familie abgrenzt. Anstatt den üblichen Bildungs- und Karriereweg einzuschlagen, lebt er im Trailerpark und hält sich mit einfachen Jobs über Wasser, ohne sein riesiges Erbe anzurühren. Als Blue Gene widerwillig zusagt, den Bruder bei dessen Wahlkampf zu unterstützen und Stimmen im "einfachen Volk" zu sammeln, kommen plötzlich alte Familiengeheimnisse an die Oberfläche..... Absolut lesenswert! (Katrin Ehlers)

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  • Rezension zu "Heartland" von Joey Goebel

    Heartland
    Niru

    Niru

    23. February 2010 um 21:37

    Meiner Meinung nach der schwächste Goebel. Einfach ein wenig zäh, und das Ganze dreht sich mir persönlich zu fest um Politik. Aber dennoch lesenswert, allein wegen der Charaktere.

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