Joey Goebel Vincent

(439)

Lovelybooks Bewertung

  • 421 Bibliotheken
  • 5 Follower
  • 10 Leser
  • 67 Rezensionen
(287)
(114)
(31)
(6)
(1)

Inhaltsangabe zu „Vincent“ von Joey Goebel

Wußten Sie, daß große Popsongs und Filme von einem unglücklichen, aber genialen Künstler stammen? Und damit einem solchen die Ideen nicht ausgehen, sorgen in diesem Roman 'Beschützer' dafür, daß ihm ständig neues Leid widerfährt. Denn das ist der Rohstoff, aus dem wahre Kunst entsteht. Bringt das Genie das Kunststück fertig, trotzdem ein glücklicher Künstler zu werden? Vincent - ein Chamäleon von einem Roman, der als Satire beginnt, sich in einen bizarren Alptraum verwandelt und am Ende zu Tränen rührt.

Beeindruckend, hart, grausam und doch gewaltig und emotional. Vincent solltet ihr kennen!

— Binea_Literatwo

Jeder, wirklich JEDER sollte dieses Kunstwerk lesen!

— Jule89

Verdammt aktuell. Berührend und mitreißend, sehr heftig. Absolut lesenswert!

— Estel90

Ein wortgewaltiger und schonungsloser Einblick in die miese Medienwelt.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Genial geschrieben! Es handelt sich hier um eine sehr intensive Lektüre, die auf mehreren Ebenen zum Nachdenken anregt. Grossartig: 5★!

— buchbunt

Joey Goebel ist einer der wenigen, die das Geschichtenerzählen noch beherrschen und gehört zu einem meiner liebsten Romanciers.

— Nespavanje

Ist mir zu amerikanisch, ich hätte mehr erwartet

— Das_Leseleben

Gesellschaftskritisch, metaphorisch, ironisch - ein Meisterwerk

— Lesedetektiv

Sehr gute Medien- und Gesellschaftskritik. Hätte mir aber gewünscht, dass Goebel es noch überspitzter und mutiger geschrieben hätte!

— Hazel93

bester zeitgenössischer autor. und wunderbare übersetzungsarbeit. zeitgeschichte. lesen!

— schlichterdichter

Stöbern in Romane

Wer hier schlief

Gut geschrieben, regt zum Nachdenken an, berührt mich persönlich aber nicht genug.

MrsFraser

Der Sympathisant

Ein kommunistischer Spion unter Exil-Vietnamesen in den USA: Teilweise fesselnd und überraschend amüsant und satirisch-ironisch.

Gulan

Im siebten Sommer

Spannend und emotional. Ein echter Pageturner!

thebooklettes

Als wir unbesiegbar waren

Nicht mein Buch

brauneye29

Menschenwerk

Schwer erträglich. Als Mahnmal und Erinnerung notwendig.

wandablue

Kleiner Streuner - große Liebe

Einfach wundervoll :)

Riannah

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Großartig

    Vincent

    raven1711

    09. October 2017 um 14:45

    Rezension Joey Goebel - Vincent Klappentext:Wußten Sie, daß große Popsongs und Filme von einem unglücklichen, aber genialen Künstler stammen? Und damit einem solchen die Ideen nicht ausgehen, sorgen in diesem Roman ›Beschützer‹ dafür, daß ihm ständig neues Leid widerfährt. Denn das ist der Rohstoff, aus dem wahre Kunst entsteht. Bringt das Genie das Kunststück fertig, trotzdem ein glücklicher Künstler zu werden? Vincent – ein Chamäleon von einem Roman, der als Satire beginnt, sich in einen bizarren Alptraum verwandelt und am Ende zu Tränen rührt.Meinung:Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wo ich zum ersten Mal über dieses Buch gestolpert bin. Fest stand aber, dass ich es unbedingt lesen wollte. Also kaufte ich das Buch, legte es zur Seite, weil ich noch was anderes damals las, und vergaß das Buch auf meinem SuB. Ein folgenschwerer Fehler, wie ich nach den ersten Seiten feststellen musste, denn einmal kurz reingelesen, ließ mich die Geschichte von Vincent und seinem Manager Harlan nicht mehr los.Vincent kommt aus ärmlichen Verhältnissen, seine Mutter bekommt ein Kind nach dem anderen, hat wechselnde Partner, nimmt Drogen und Alkohol in rauen Mengen zu sich. Eher verwunderlich, dass Vincent sich als überaus intelligent, kreativ und schriftstellerisch talentiert entpuppt. Doch sein Talent wird von der New Renaissance Academy entdeckt und Vincent wird dort aufgenommen und gefördert. Leitidee der Academy ist es, dass sich die Kreativität aus Leiden entwickelt. Und so sorgt die Academy dafür, dass Vincent immer leidend ist, kein Glück findet und so immer bessere kreative Werke schafft. Der Plan geht zunächst auf, doch Vincent wächst seinem Manager Harlan immer mehr ans Herz. Kann er es da verantworten, dass Vincent nie das Glück finden soll?Die Geschichte klingt reichlich abgedreht, und das ist sie auch. Doch sie ist einfach unterhalten, bissig und absolut berührend. Joey Goebel hat nicht nur eine bissige Gesellschaftssatire geschrieben, sondern auch eine scharfe Kritik an der Unterhaltungsbranche, Hollywood und den Musikschaffenden. Seine Figuren sind liebevoll und detailliert skizziert und man schließt sie einfach nur ins Herz.Der Schreibstil ist großartig, eingängig und frisch. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass die Seiten förmlich nur so dahin fliegen und man verfolgt mit Spannung Vincent und Harlans Leben. Viel zu schnell war ich durch dieses Buch durch und habe es mit einem sehr wehmütigen Gefühl beendet, die Figuren nun schon verlassen zu müssen. Fazit:Vincent ist ein großartiges Stück Literatur und auch ich kann mich den begeisterten Stimmen zu diesem Buch anschließen. Mitreißend geschrieben, unterhaltsam, berührend, bissig und bewegend. Vincent ist ein Buch, das man gelesen haben sollte!Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

    Mehr
  • Bitterböse, bittersüße und aberwititzige Unterhaltung voller Ideenreichtum...

    Vincent

    hankhauser

    17. March 2017 um 20:32

    Dieses Buch ist mit leiser Ironie geschrieben, aber manchmal weiß man nicht, ob man Lachen oder Weinen soll und das unbedingt nur sowas von im positiven Sinne! Es geht um eine Agentur, die nur die talentiertesten Kinder unter Vertrag nimmt, um diese dann ein Leben lang zu manipulieren, damit diese niemals glücklich werden, weil nur die wirklich unglücklichen Künstler die besten Sachen abliefern würden! Und das dem so ist, das lässt sich nicht von der Hand weisen, dafür gibt es in der Geschichte genügend Beispiele. Das talentierteste Kind von allen ist Vincent und wenn später sein Agent nichts unversucht lässt, um jede seiner Liebesbeziehungen zu sabotieren, dann ist das haarsträubend und aberwitzig, aber man leidet mit Vincent. Das Buch spart nicht mit Kritik an der Pop- und Unterhaltungsindustrie und besonders deren Kurzlebigkeit und Belanglosigkeit in den heutigen Zeiten. Da das Buch so verdammt gut geschrieben ist, man hat nicht das Gefühl, man liest eine Satire, sondern in den besten Momenten, die komisch aber auch dramatisch zugleich sind, ein echtes Drama oder vielleicht eine Dramedy. Ich hatte ja keine Ahnung und ich kannte auch den Autor überhaupt nicht, aber da er unheimlich originell wie selten auf der Klaviatur meiner Gefühle gespielt hat, vergebe ich mit großer Genugtuung die vollen fünf Sterne!

    Mehr
    • 2
  • Leserunde zu "Vincent" von Joey Goebel

    Vincent

    Jule89

    Hallo lieber Leser und Lovlybooker,ACHTUNG: In dieser Leserunde gibt es KEINE Bücher zu gewinnen. Wer also teilnehmen möchte, braucht ein eigenes Buch, egal ob geliehen oder gekauft.Diese Leserunde findet im Rahmen des "Diogenes Buchclub" statt, den ich auf meinem Blog "Jules Leseecke" ins Leben gerufen habe. Der Austausch funktioniert hier jedoch unkomplizierter und schneller. Und ein Einstieg ist schneller möglich.Klappentext:Wußten Sie, daß große Popsongs und Filme von einem unglücklichen, aber genialen Künstler stammen? Und damit einem solchen die Ideen nicht ausgehen, sorgen in diesem Roman ›Beschützer‹ dafür, daß ihm ständig neues Leid widerfährt. Denn das ist der Rohstoff, aus dem wahre Kunst entsteht. Bringt das Genie das Kunststück fertig, trotzdem ein glücklicher Künstler zu werden? Vincent – ein Chamäleon von einem Roman, der als Satire beginnt, sich in einen bizarren Alptraum verwandelt und am Ende zu Tränen rührt. "Alle weiteren Informationen zum Buch findet ihr hier auf der Seite des Diogenes Verlags.Alle Teilnehmer bitte ich Spoiler stets entsprechend zu kennenzeichnen. Funktioniert bei Lovelybooks ja zum Glück recht einfach. ;)Die Leserunde beginnt am 01.02. und endet am 28.02. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.PS.: Sollte ich etwas vergessen haben, seht es mir nach - es ist meine erste eigene Leserunde. Ich lerne noch. ;) PPS.: Jeder Mitleser ist herzlich willkommen!

    Mehr
    • 176
  • Einzigartig und im Gedächtnis bleibend

    Vincent

    Auroria

    26. February 2017 um 19:48

    Wie entsteht Kunst? Wie kann ein Künstler bei der Erschaffung von Kunstwerken unterstützt werden? New Renaissance, eine Akademie für angehende Künstler hat es sich auf die Fahnen geschreiben, den Quell der Inspiration des Künstlers nie versiegen zu lassen. Doch was bedeutet es für ein junges Talent namens Vincent, wenn New Renaissance das Leiden als die einzig wahre Inspiration identifiziert, die zu Höchstleistungen anspornt. Was bedeutet es, ein Pilotprojekt, eine Art Versuchskaninchen zu sein? Ist ein leidvolles und unglückliches Leben am Ende der Preis, den jeder Künstler zahlen muss? Ein Zitat, von dem ich leider nicht mehr weiß, von wem es stammt, noch, wo ich es gelesen habe, beschreibt eines der Grundthemen dieses Buches in meinen Augen perfekt: „Es ist nicht das Talent, das Dichter erschafft, sondern die Verzweiflung und Einsamkeit.“ Damit Vincents Talent zu voller Blüte kommt, wird ihm ein Manager an die Seite gestellt. Harlan Eiffler lernt Vincent kennen, als dieser gerade einmal sieben Jahre alt ist. Schon in diesem jungen Alter schlummert so einiges in ihm, dass New Renaissance über die Jahre zu voller Entfaltung bringen möchte. Harlan entwickelt sich zu einer Art Konstante in Vincents nicht gerade einfachem Leben. Er ist ein Fixpunkt für Vincent, jemand auf dessen Ratschläge er Wert legt. Oft ist er jedoch schlecht beraten, wenn er auf Harlans Wort hört. Dieser ist schließlich der verlängerte Arm von New Renaissance. Eine Akademie, deren Ideengeber überzeugt davon sind, dass ein Künstler nur durch erfahrenes Leid und Unglück nachhaltige Kunst erschaffen kann. New Renaissance möchte die gleichförmige Unterhaltungsindustrie revolutionieren. Die Qualität der Unterhaltung soll wieder gesteigert, der Wiedererkennungswert und die Einzigartigkeit erreicht werden, die nötig sind, um die Ansprüche des Publikums zu heben. Joey Goebel behandelt in diesem Buch eine wirklich interessante Thematik, die von unterschiedlichen Blickpunkten beleuchtet wird und zu der sich jeder Leser selbst eine Meinung bilden kann. So betrachtet er die Unterhaltungsindustrie und deren Qualität bzw. die Abwesenheit derselbigen z. B. aus dem Blickwinkel des anspruchsvolleren Konsumenten genauso wie die Erwartungen des Mainstreampublikums. Am interessantesten jedoch ist, (wir alle ahnen oder wissen es) vor Augen geführt zu bekommen, wie für die Macher oder Vermarkter der Unterhaltung am Ende nur der Gewinn zählt. Wie eigene Prinzipien verraten oder verlernt werden und Moral wohl eher ein Fremdwort ist. "Ich weiß nicht, ob die verdummte Unterhaltung nach und nach dem kollektiven Intellekt unserer Nation geschadet hat oder ob die geistige Faulheit des Publikums zuerst da war und wir sie nur bedient haben." (S. 93) Harlan jedenfalls soll dafür sorgen, dass Vincent möglichst nur außerordentliche Qualität abliefert, koste es, was es wolle. Und Harlan ist augenscheinlich der Richtige für diesen Job. Moral und Gewissen scheint er nicht zu kennen oder kann beides erfolgreich ausblenden. Die Gemeinheiten steigern sich allmählich und der Satz, den er Vincent gegenüber bei ihrem Kennenlernen äußerte: "Du wirst niemals glücklich sein." (S. 23) ist mehr als ein Versprechen. Es ist der Pfad, der Vincent vorherbestimmt scheint. Trotzdem hat Goebel die Beziehung zwischen Vincent und Harlan keinesfalls eindimensional angelegt. Ich war des Öfteren hin- und hergerissen über Harlans Motive, seine Person, ob ihm nun doch etwas an Vincent liegt oder er ihn tatsächlich nur als Job sieht. Die Entwicklung der beiden war spannend und schockierend. Mit allerlei abartigen und zerstörerischen Praktiken wartet dies Buch auf. Andeutungen, die der Zukunft vorgreifen, sorgten dafür, dass ich mich vor dem Weiterlesen fürchtete. Immer wieder hatte ich dunkle Vorahnungen, von denen ich hoffte, dass sie sich nicht erfüllten. Gleichzeitig trieb Goebel mich durch seinen intensiven Stil zum Weiterlesen an. Trotzdem oder gerade deshalb musste ich gelegentlich unterbrechen, abgeschlossene Abschnitte und Kapitel musste ich auf mich wirken lassen. Ich wollte erst über das Gelesene nachdenken, denn in diesem Buch findet sich genug, worüber es nachzudenken gilt. Angefangen beim eigenen Konsumverhalten, der Medienlandschaft, der Geldgier, der modernen Sklaverei bis hin zu Manipulation, Entmenschlichung, enormer Skurpellosigkeit, der Abwesenheit von Moral, dem Unvermögen Empathie zu empfinden und und und… Goebels Schreibstil ist nüchtern und distanziert. Dadurch wird nur selten die Grenze des Unerträglichen überschritten. Trotzdem mindert es nicht die eigene Betroffenheit. Er schafft hier einen wirklich gelungenen Spagat, um den Leser nicht zu verschrecken. „Vincent“ ist ein außergewöhnliches Buch mit moralischer Fragestellung, intelligent in Szene gesetzt, mit einem hohen Unterhaltungs- und Mehrwert. Ich bin froh, diesen Roman im Zuge des Diogenes Buchclubs kennengelernt zu haben. Gerne mehr davon

    Mehr
    • 3
  • Großartig und sob wichtig!

    Vincent

    buchmagie88

    29. January 2017 um 20:45

    Ich lege das Buch weg, schalte den Fernseher an und zappe mich ein bisschen durch das Programm. Eine von Kopf bis Fuß operierte Frau, die sich schöner machen wollte, schmettert verzehrte Töne einen in die Jahre gekommenen, sonnenbankgebräunten älteren Mann entgegen, der sich "Pop-Titan" nennt und damit brüstet alles in Gold zu verwandeln, was er anfasst, obwohl man eigentlich genau weiß, dass er schon lange nichts mehr berührt hat, was sich daraufhin in Gold verwandelt hat, außer seiner eigenen Haut. Auf einem anderen Sender tauschen Mütter Wohnorte, während woanders Sitcoms in Endlosschleife wiederholt werden und man sich fragt, ob die eigenen Darsteller sich selbst noch reden hören können.Also schnell den Fernseher aus, das Radio angemacht, wo dann doch wieder Sender ihre Playlisten spielen, die bloß aus fünf Songs zu bestehen scheinen, die sich auch noch untereinander so ähnlich sind, dass man schwer unterscheiden kann, wo der eine Song aufhört und der andere anfängt, wenn man nicht schon vorher entnervt aufgegeben und das Radio ausgestellt hat.Stille.Keine neue Ideen.Alles voller Wiederholungen.Nur noch Remakes im Kino.Und im Fernsehen werden Menschen bloß gestellt, weil diese sogar ihre Seele verkaufen würden, um nur einen Moment sich im Ruhm zu sonnen. Zu welchem Preis auch immer.Es ist schon erschreckend, wie sehr man unsere momentane medientechnische Welt in Joey Goebel's "Vincent" wiederfindet. Eine Geschichte, die erzählt, wie ein begnadeter und unglaublich talentierter Künstler unsere Kultur retten soll, und dabei selbst bis zum Äußersten ausgemerzt wird. Ein großartiges Buch, in dem Rollen vertauscht werden, in dem auch das Thema 'Skrupel' einen bedeutenden Stellenwert bekommt. "Vincent" ist wichtig. Gerade in unserer heutigen Zeit. Ich nehme das Buch wieder in die Hand. Lächle, weil neben dem tieftraurigen Daseinsaspekt, den diese Geschichte inne hat, doch noch Hoffnung herumliegt.Die Hoffnung und sogar die Gewissheit bald wieder hier zu sitzen, um ein gutes Buch zu lesen. 

    Mehr
  • Du wirst niemals glücklich sein

    Vincent

    Nespavanje

    06. November 2016 um 10:00

    Vincent beginnt mit dem Satz „Tut mir leid, dass Du es ausgerechnet von mir erfährst, aber Du wirst niemals glücklich sein.“ Und ist zugleich der erste Satz eines Briefes, den Harlan, etwas betrunken, an den kleinen Vincent schreibt. „Du wirst niemals glücklich sein.“ Harlan ist ein Musikmanager, mit nur einen einzigen Klienten und dass ist Vincent. Er begleitet Harlan ab frühester Kindheit und sorgt persönlich dafür, dass diesem mit sehr vielen Talenten ausgestatteten Künstler, niemals die Tragödien des Lebens ausgehen. Denn nur ein Künstler der leidet kann wahre Kunst erschaffen. Jedenfalls glaubt Harlan fest daran. Vincent ist in drei Teile geteilt und ist nicht, wie man vermuten könnte aus der Sicht Vincents geschrieben, sondern aus der seines Managers Harlan Eiffler. Darin kritisiert der wirklich talentierte Romancier Joey Goebel die Unterhaltungsindustrie und erzählt bewegend die Sehnsüchte und Enttäuschungen von Heranwachsenden. Ich wage nun zu behaupten, dass trotz der Unmengen an guter Literatur die jedes Jahr wieder erscheint, es nur wenige gibt die das Geschichtenerzählen so beherrschen wie es Goebel kann. In einem Interview hat er verraten, dass er die Idee zu diesem Roman hatte, während er ein Liebeslied im Radio hörte. Welcher Song es war, weiß er heute nicht mehr oder will es vielleicht nicht verraten. Das Lied brachte ihn auf einen Gedanken: Was wäre, wenn hinter allen Liebesballaden ein einziger Künstler steckte? Was müsse passieren, damit dieser Künstler für eine lange Zeit auf einem hohen Niveau kreativ bleiben könnte? Goebel kam zu dem Schluss, dass dieser Künstler leiden müsse. Künstlerische Höchstleistungen würden vor allem aus der seelischen Not heraus enstehen. Dadurch ist der Hauptprotagonist der Geschichte ein richtiges Ekelpaket, der den armen Vincent immer weiter quält, um aus ihm noch den letzten Tropfen Kreativität zu pressen. Die Idee das Schicksal für einen anderen Menschen zu spielen und ihn aus dem Verborgenen heraus zu lenken ist dem Schriftsteller gut gelungen. Wer nun, so wie ich Blut geleckt hat, dem kann ich alle anderen Romane von Joey Goebel empfehlen. Jeder ist einzigartig und großartig verfasst.

    Mehr
    • 4
  • Rezension: Vincent von Joey Goebel

    Vincent

    Lesedetektiv

    24. April 2016 um 22:25

    Handlung Ein alter, todkranker Mann: Foster Lipowitz hat ein Medienimperium geschaffen, den Markt mit sinnfreien Popsongs, miesen Filmen und zynischen Fernsehserien überschwemmt – und damit ein Vermögen verdient. Er bereut, was er der Kultur angetan hat, und will am Ende seines Lebens der Menschheit etwas Gutes tun. Ein Plan: In den Kornfeldern des Mittleren Westens gründet Lipowitz eine Schule, auf der hochbegabte Kinder zu echten Künstlern erzogen werden sollen. Und da er weiß, dass Kunst von Kummer kommt, sorgt er dafür, dass seine Schüler davon nie zu wenig haben. Ein dunkler Schutzengel: Um die schmutzige Arbeit kümmern sich ›Beschützer‹, die den Schülern zugewiesen werden. Wie etwa Harlan, ein von der Branche enttäuschter Ex-Musiker. Und er nimmt seine Arbeit sehr ernst. Ein Opfer: Vincent Spinetti, der talentierteste Schüler von allen. Dank Harlans unablässigen Bemühungen, Vincents Leben mit Katastrophen anzureichern, erfüllt das Genie alle Erwartungen. Je tiefer Vincent im Kummer versinkt, desto höher seine Kunst. Eine unwahrscheinliche Freundschaft: Kaum zu glauben – im Laufe der Jahre werden Vincent und Harlan Freunde. Aber Vincent weiß nicht, was Harlans Auftrag ist ... Ein Autor mit einer einzigartigen Stimme, der spielend den Spagat schafft zwischen Leichtsinn und Schwermut, zwischen Satire und Poesie. Meine Meinung Nachdem mich "Ich gegen Osborne" so positiv als Leseerlebnis selbst, aber auch von der Nachhaltigkeit her überrascht hat, waren meine Ansprüche an "Vincent" natürlich dementsprechend hoch. Ich erwartete also einen ironisch erzählten, gesellschaftskritischen Leckerbissen, dessen Zucker zum Nachdenken anregt. Wie ich bereits in einer Rezension der ZEIT lesen konnte, übertrifft sich Joey Goebel immer wieder selbst.Mit seinen über 400 Seiten liegt der Roman relativ im Schnitt der heutigen Länge von vielen Büchern, doch wird dem Leser so viel Verschiedenes geboten, das sich letztlich aber wieder zu einem Kreis schließt. Daher habe ich den Aufbau, den ich besonders interessant finde, einmal in verschiedene Abschnitte eingeteilt.So ist der erste Abschnitt ziemlich lang und beschäftigt sich viel mit dem Leben von Vincent. Mit seiner für ihn typischen ironischen Schreibweise schildert Goebel die Sicht des Protagonisten Harlan auf die derzeitige Gesellschaft. Der Leser wird zum Lachen gebracht und gut unterhalten, doch ist dies noch längst nicht alles, was Goebel zu bieten hat.Plötzlich nämlich entwickelt sich der Roman zu einer Art Roadbook, was beim Leser natürlich für einiges an Verwirrung sorgt. Auch ich war an diesem Punkt reichlich verstört, kritisiert doch Goebel den gesamten Rest über gerade diese Plattheit von Medien.Aber an alle Leser da draußen: Diese Verwirrung ist richtig und gut! Denn sie ist notwendig und dient als Zündstoff für die Atombombe, die Goebel daraufhin zündet. Mit allein zwei Sätzen verleiht der Autor dem gesamten bisherigen Buch eine Ernsthaftigkeit und Traurigkeit, wie ich sie niemals hätte kommen sehen. Fantastisch dabei ist, dass im Nachhinein betrachtet etliche Anspielungen in der Ironie verborgen waren, die der Traurigkeit einen melancholischen Beigeschmack geben. Dennoch bleibt "Vincent" sein Witz beibehalten.Wer nach diesem Knüller schockiert ist, darf sich auf die letzten zwanzig Seiten gefasst machen. Natürlich liefert der Autor nicht noch eine große Enthüllung - das wäre auch fatal - vielmehr unterstützt er die Erkenntnis des Lesers noch mit einer Fortsetzung der Story, die sich zunehmend in eine metaphorische Ebene steigert. Gipfel des Romans ist der letzte Absatz, der als reine Metapher zu verstehen ist und dem Leser Freiraum für Interpretationen lässt. Fazit Insgesamt lässt sich sagen, dass "Vincent" sowohl stilistisch als auch gesellschaftsorientiert ein Meisterwerk ist. Dem Leser wird zunächst das Gefühl von Unterhaltung mit ironischen Pointen gegeben, doch schafft Goebel es, dem Roman mit zwei Sätzen einen vollkommen ernsthaften Sinn zu verleihen, ohne apodiktisch zu sein. Im Gegenteil, durch den metaphorischen Schluss ist dem Leser viel Freiraum für eigene Überlegungen überlassen.Eine ganz ganz heiße Empfehlung!5 von 5 SternenEuch hat die Rezension gefallen? Dann schaut doch mal auf meinem Blog vorbei! http://lesedetektiv.blogspot.de/

    Mehr
  • Kann die Kunst gerettet werden?

    Vincent

    Leseratte87

    Es ist soweit. Die Künste liegen lahmend am Boden. Erfolgreiche Formate, egal ob Film, Fernsehen oder Musik, sind hohl und auf Kommerz ausgelegt. An dieser Entwicklung mitbeteiligt ist Foster Lipowitz, der die Diagnose einer unheilbaren Krankheit zum Anlass nimmt, Bilanz seiner Wirkens zu ziehen. Das Ergebnis rüttelt ihn auf: Man muss die Kunst retten! Und das tut er, mit einer Schule namens New Renaissance, an der besonders talentierte Kinder und Jugendliche unterrichtet und so zu den Kunstschaffenden von morgen werden. Doch er hat noch einen zweiten Plan: Wahre Kunst, so Lipowitz, entsteht nur aus Leid. Und so wird ein Schüler herausgefiltert, und seiner Bestimmung zugeführt: Leiden für Kreativität und Kunst. Goebels "Vincent" liest sich phantastisch. Er nimmt und mit in diese Satire auf unsere Medienlandschaft und zeigt auf, mit wie wenig Inhalt und Werten man sich als Konsument ganz verschiedener Medien mitunter zufrieden gibt. Das Publikum hat sich wohl an den Mangel an Qualität gewöhnt. Was vor allem auch daran liegt, dass das Publikum anscheinend unterhalten werden will. Lipowitz will sich eine Veränderung an diesem Zustand erkaufen und sein Gewissen wohl ein bisschen erleichtern, nachdem er die Künste so schamlos benutzt hat um große Gewinne zu erzielen. Und Vincent gerät nun in diesen Umbruch und leidet für etwas, was nur sehr schwierig umzusetzen ist: Qualitativ hochwertige Unterhaltung.  Die Geschichte hat mich mitgerissen und das Schicksal Vincents mich mitunter sprachlos gemacht. Leider fand ich das Ende ein bisschen enttäuschend, weil es meiner Meinung nach ein bisschen schwach daher kommt. Aber ansonsten ist dies ein wirklich geniales Buch mit einem tollen Plot.

    Mehr
    • 2
  • goebel - schlauer kerl mit flair für freaks

    Vincent

    schlichterdichter

    03. February 2016 um 12:30

    eines meiner lieblingsbücher. fantastische geschichte, in wahnsinnsdichte, origineller plot, niemals platt. macht auch nicht so schnell satt. von goebel auch lesenswert: heartland und freaks.

  • Vincent

    Vincent

    rallus

    Schon der erste Satz hebt das Buch auf einen Podiumsplatz, das von Büchern mit den besten ersten Sätzen: "Tut mir leid, dass Du es ausgerechnet von mir erfährst, aber Du wirst nie glücklich sein." Vincent ('Torture the artist' im Original) beschreibt das künstlich hervorgerufene Leiden eines vielversprechenden Künstlers. "Ich fand einen Knaben, der uns Hoffnung schenkte. Ich band seine Füße und Hände mit Strähnen aus blondem und brünettem Seil. Ich quälte den Künstler. Ich quälte ihn richtig. Und ich verkaufte sein Leiden an Hollywood." New Renaissance (die neue Wiedergeburt) ist eine Institution die solche Wunderkinder hervorbringt, aufgebaut von einem reichen alten Medientycoon, Foster Lipowitz. Die besonders begabten Kinder, wie Vincent, erfahren eine Sonderbehandlung. "Das 20.Jahrhundert brachte Neuerungen wie Agenten, Manager, die PR-Branche und andere Speichellecker hervor, von Massenproduktion, neuen Werbestrategien und dem Internet ganz zu schweigen. Ich habe die geschäftlichen und technologischen Voraussetzungn geschaffen, auf denen Unterhaltung beruht, doch die Kunst hat darunter gelitten. Ich möchte behaupten, dass die Unterhaltung die Kunst getötet hat. Die Akteure im Entertainment sind eher Sexsymbole als wahre Künstler. Das ist unser Grundproblem. Statt Kunst haben wir Unterhaltung, statt Künstlern schöne Gesichter, die geil sind auf Ruhm, Spaß und Reichtum. Leiden wird minimiert, Gewinn dagegen maximiert." Harlan Eifler wird als Manager von Vincent eingestellt, von ihm sind die ersten Sätze, sein Job ist es Vincent nicht alzu glücklich zu halten. Er verliert sein Elternhaus, sein Lieblingshund liegt vergiftet am Boden, eventuelle Freundinnen verlassen ihn - kurzum, sein künstlerisches Output ist nach einiger Zeit auf dem Höhepunkt. „Wir werden Dir geben, was du brauchst, aber versagen, was Du willst. Wir werden dafür sorgen, dass alles, was Du für Dein Glück brauchst, knapp außerhalb Deiner Reichweite bleibt. Solltest Du aus Versehen ein Glücksgefühl verspüren, dann halte es fest, mit aller Macht. Genieße es, so lange Du kannst, denn es bleibt garantiert nur ein kurzes Vergnügen.“ Dabei kommen aber auch Zweifel an dem Versuch die Medienlandschaft intelligenter zu machen auf: "'Was hälst Du davon?' 'So leid's mir tut, aber ganz ehrlich, ich finde es irgendwie blöde. Ich hab's Vincent schon gesagt, da draußen gibt es bereits tonnenweise tolle Filme und Bands. Die Leute kennen sie nur nicht, weil sie gar nicht danach suchen.' 'Du hast völlig recht, und darum braucht man New Renaissance, weil die Leute sich nicht die Mühe machen zu suchen.'" Nach einiger Zeit kommen Harlan Gewissensbisse, doch Vincent ist inzwischen ziemlich groß geworden, als Künstler. Eine bitterböse Satire über die Medienlandschaft, die Joey Goebel vorlegt, Gegen Ende wird der Roman, wohl aufgrund der aufkommenden Gewissensbisse des Managers, immer schwächer und ein richtiges Ende mit Knalleffekt habe ich auch vergebens gesucht. Dazwischen aber ein köstlicher Spass! Knapp 4 Sterne        

    Mehr
    • 2

    awogfli

    12. August 2015 um 08:21
  • Vincent

    Vincent

    freakyricky

    30. June 2014 um 17:46

    Foster Lipowitz, Chef und Gründer seines Unterhaltungsimperiums (verantwortlich für miese aber dennoch erfolgreiche Soaps, belanglose Songs und Fernsehformate - man kennt das wohl) erkrankt unheilbar an Krebs. Ihm bleibt nicht mehr viel Zeit und sein letzter großer Wunsch liegt darin wahre Kunst mit echten Werten noch schnell an die Menschheit zu bringen. Er gründet eine Eliteschule in der junge Talente zu wahren Künstlern förmlich gezüchtet werden. Wie soll das gehen? Wie man weiß entspringt geniale Kunst oft schwerem (psychischem) Leid. Beispiele gibt es dafür viele, immerhin kennt man sie, bekannte, leidende Künstler, Musiker und Schriftsteller aus aller Welt die große Werke erschaffen haben. Genau so einer sollte auch das siebenjährigen Wunderkind Vincent sein, ein Schriftstellergenie. Vincent bekommt einen "Schutzengel" an seine Seite, Harlan (gescheiterter Musikmanager) der ab nun dafür zuständig ist, dass seinem "Schützling" Vincent ständig blöde Dinge passieren und er dadurch niemals das Glück findet. Es passiert viel in diesem Buch - ob Harlan irgendwann Gewissensbisse durch sein Handeln bekommt, Vincent glücklich wird und die Kunst tatsächlich immer nur auf Leid passiert? All das und vieles mehr lässt sich böse, zynisch, witzig, traurig...in einer großartigen Sprache lesen. Ein Buch das gescheit konstruiert ist, nie an Spannung verliert und der Konsumgesellschaft den Spiegel vorhält!

    Mehr
  • Die Leiden des jungen Vincent

    Vincent

    Bellami

      Vincent ist ein ungeschliffenes Talent und wird von einem amerikanischen Medienmogul entdeckt, der ihn in seine gegründete Akademie für begabte Kinder aufnimmt. Dort soll er zu einem perfekten Künstler ausbildet werden. Sein Ziel ist es den Massen, so nach und nach anspruchsvolle Unterhaltung einzuträufeln. Nur dafür leben diese Kinder und bekommen eigens dafür einen persönlichen Manager. Seine Philosophie: Kreativ und künstlerisch auf hohem Niveau bleibt man nur, wenn man Trauer und Schmerz empfindet. Vincents Manager verdient viel Geld dafür zu sorgen,  Vincents Leben zu manipulieren. Mit Erfolg. Das Thema Medien auf die Schippe zu nehmen geht das überhaupt noch? Gerade läuft wieder im Fernsehprogramm das Dschungelcamp und diese Sache wo irgendwelche Frauen sich zum Affen machen, ach ne das passt eher zum Dschungelcamp, also wo irgendwelche Frauen unbedingt ihr schönes Gesicht verlieren wollen und sich die Blöße geben, weil jede ungedingt den einen Mann haben will und der so nach und nach alle Frauen mal durchprobieren kann. Oder ist dieser Bachelor der, der sich zum Gespött der Nation macht? Müsste man eigentlich denken!  Leider ist es so, dass es den Leuten gefällt.  Die Einschaltquoten sind enorm und ich höre von allen Seiten nur, habt ihr das gesehen und  war das nicht cool ... ....   Den Leuten gefällt es offensichtlich , Anderen  auf den Tisch, in die Schränke oder unter die Decke zu schauen. Auch in der Radiowelt ist es nicht anders. Schnellgeschriebene Songs oder  meistens einfach nur mal schnell gecovert, die den ganzen Tag gedudelt werden und die man nach 2mal hören selbst nicht mehr hören kann. Muss ja gefallen, auch hier haben die Radiosender eine ständige treue Anzahl von Hörern. In so einer Zeit, wo das Niveau der Unterhaltung auf fast allen Gebieten auf der untersten Stufe so vor sich hindümpelt kann ich mir vorstellen, dass es einem Schriftsteller in den Fingern juckt über das Thema einen Roman zu schreiben. Joey Goebel ist so ein Roman gelungen. In erster Linie schockiert er, ist aber auch sehr einfühlsam und wechselt zwischen menschlicher Tragödie und triefender Satire. Die Charaktere sind buntgemischt und passen gut in das Gesamtkonzept. Alle Personen, die Vincent in seinem Leben begegnet und die Einfluss auf sein künstlicherisches Schaffen haben oder ihn insperieren könnten werden mit Lieblingsmusiker, Lieblingssendung und Lieblingsfilm vorgestellt. Das sagt vieles aus, wenn nicht alles.    Ich fühlte mich  in meiner Ablehnung gegen den derzeitigen Unterhaltungstrend voll bestätigt und hatte trotzdem viel Spaß beim Lesen. Ich muss dafür 5 dicke fette Sterne vergeben.

    Mehr
    • 2
  • Das Paradies als Feind des Künstlers

    Vincent

    thelexxx

    02. January 2014 um 21:57

    In die Jahre gekommen und todkrank, blickt Medienmogul Foster Lipowitz zurück auf sein Leben, und stellt dabei fest, dass sein Imperium aus Verlagen, Kino-, TV- und Musikfirmen in den vergangenen Jahrzehnten wahrlich nichts als immer seichter werdende, gewalt- und pornografiegeschwängerte Wegwerfunterhaltung produziert hat, die tatsächlich nichts mehr mit vermeintlich richtiger Kunst gemein hat; Kunst, geschaffen für die Ewigkeit, statt bloßer Bedürfnisbefriedung eines anspruchslosen, müden und verdummten Publikums. Lipowitz selbst hat zu dieser Verdummung der Massen beigetragen, dessen ist er sich nun, am Abend seines Lebens, bewusst - und so will er keineswegs das Zeitliche segnen. Mit unternehmerischer Akribie fasst der gealterte Magnat einen komplexen Plan, wie es gelingen soll, der Hochkultur ihren Weg in die modernen Medien der Unterhaltungsindustrie zu ebnen. Eine zweite Renaissance in Form von Kinofilmen, Popsongs und Fernsehserien soll herbeigeführt werden - durch eine neue, wahrhaft künstlerische Elite von Autoren. Um dies zu bewerkstelligen, setzt die zwielichtige, von Lipowitz gegründete, "New Renaissance" geheimniskrämerisch nicht nur auf eine umfassende Frühförderung hochbegabter Autorentalente, die im Rahmen einer Academy mitten im Nirgendwo - bereits von Kindesalter an - in den entscheidenden Disziplinen zu Songwritern und Drehbuchautoren ausgebildet werden, sondern vertritt außerdem den Ansatz, dass wahre und große Kunst nur von einem leidenden Künstler hervorgebracht werden kann. Und tatsächlich, wirft man einen Blick auf die Geschichte, so scheint es, als hätten viele der größten Künstler eine gewisse Portion dieser großen Traurigkeit gemein. Weltschmerz, unerwiderte Liebe, ein Leben in Armut, Sucht, Depression, Krankheit oder eine schwere und komplex-fördernde Kindheit scheinen die perfekten Zutaten für zeitlose Meisterwerke zu sein. Man denke nur an Chopin, Mozart, Van Gogh, Poe, Melville oder Wilde - die Liste könnte noch endlos weitergehen. Für Foster Lipowitz und seine Mitstreiter von "New Renaissance" steht somit fest: Um zu gewährleisten, dass die neue Generation von Autoren Bahnbrechendes hervorbringt, muss sie diesen Weltschmerz, diese tiefe Traurigkeit empfinden, und wenn nicht, dann muss eben nachgeholfen werden. Und so wird auch dem talentiertesten der jungen New-Renaissance-Schüler, Vincent Spinetti, in dem zynischen und gescheiterten Harlan Eiffler, ein persönlicher Manager (mehr Rache- als Schutzengel) zur Seite gestellt, der fortan im Geheimen dafür Sorge tragen soll, dass es sich im Leben und in der Liebe für den sensiblen Vincent wirklich niemals zum Besten wendet - zum Wohle der Kunst versteht sich. Und der perfide Plan scheint tatsächlich aufzugehen. Joey Goebels tiefschwarze Satire über den Zirkus hinter dem Zirkus unserer gegenwärtigen Medienkulturlandschaft ist nicht nur erschreckend unterhaltsam zu lesen, zielsicher und amüsant, sondern entfacht außerdem einen tiefsinnigen Exkurs über Inspiration, die Kunst und ihrer Perversion und Vergänglichkeit, Gewissen, Moral und den Wert des Lebens selbst. Mühelos und voller literarischer Leichtigkeit überspringt Goebel mit "Vincent" die Latte, die er sich selbst legt. Ein gutes, grundsolides, witziges, nachdenkliches und - wie Sie sehen - vielschichtiges Buch, das man lesen sollte, wenn man sich auch schon einmal über all den Scheiß im Radio, im Kino und im Fernsehen geärgert hat.

    Mehr
  • Buchtipps von Autoren - Lieblingsbücher empfohlen von Autoren für Leser

    Daniliesing

    Auf LovelyBooks tummeln sich ganz viele Leser mit den unterschiedlichsten Lesevorlieben. Wir teilen hier unsere Buchtipps und tauschen uns begeistert darüber aus. An dieser Stelle möchten wir einen Platz für die Literaturempfehlungen unserer Lieblingsautoren schaffen und freuen uns, wenn sie uns diese verraten. Alle Autoren sind herzlich eingeladen, uns etwas mehr über ihr persönliches Lieblingsbuch zu erzählen. Es dürfen selbstverständlich gern auch ältere Bücher oder Geheimtipps sein. Regelmäßig am Freitag werden wir einen der Autorenbuchtipps hier auswählen und diesen auf unserer Facebookseite teilen. Unter anderem waren schon Kai Meyer, Zoë Beck und Anna Koschka mit ihren Buchempfehlungen dabei. Und wir sind schon ganz gespannt, welche Bücher euch Autoren besonders am Herzen liegen! Beschreibt doch ins 2-3 kurzen Sätzen, was euren Buchtipp zum wahren Lieblingsbuch macht. Wie eure Literaturempfehlung schon bald auf unserer Facebook-Fanpage aussehen kann, seht ihr unten am Beispiel von Anna Koschkas Tipp zu "Die Mondspielerin" von Nina George. -- We would like to collect the favourite books of our favourite authors. You are an author and would like to share your book recommendation with us? Please let us know the title and author of the book that you favor the most and summarize the most enjoyable points about it in two to three short sentences.

    Mehr
    • 82
  • Quäle den Künstler

    Vincent

    The iron butterfly

    18. July 2013 um 23:50

    Foster Lipowitz, der Unterhaltungsmagnat Amerikas gönnt sich zum Ende seiner Schaffensphase das Projekt der "New Renaissance Akademie" für hochbegabte Kinder. Rückblickend stellt er nämlich fest, dass der seichte Sumpf der Mainstream-Unterhaltung nicht das Erbe ist, welches er der Kulturgemeinde Mensch letztlich hinterlassen möchte. Die Renaissance soll durch nachhaltig geformte Kinder erwirkt werden, die Talentsuche beginnt. So wird auch das Wunderkind Vincent mittels einer Zeitungsannonce für diese bevorstehende Revolution in der Unterhaltungsbranche rekrutiert. Bereits frühzeitig wird Vincent aufgrund seiner Phantasie als das Wunderkind schlechthin klassifiziert und erhält einen persönlichen Manager. Harlan Eiffler wird aber nicht damit beauftragt für Vincents Wohlergehen zu sorgen. Harlan Eifflers Auftrag besteht darin Vincents Leben zu einer Abfolge von Ablehnung, Unglück, Leid und Einsamkeit zu machen. Die Philosophie dahinter versteht die gesteigerte Kreativität des einsamen Poeten, des von Leid und Schmerz geplagten Genies. Und Harlan ist ein fragwürdig fürsorglicher Manager. Joey Goebel kritisiert in „Vincent“ auf originelle Art und Weise die Qualität unserer Stars und Sternchen und ihrer kreativen Ergüsse. Werteverfall, Moralverlust und miese Texte für öde Songs und hohle Schauspieler-Schönheiten, er lässt nichts aus. Heilsbringer Vincent wird gequält und gemolken bis zum Exzess. „Vincent“ beginnt irrwitzig und bitterböse gut, ich konnte mich kaum losreißen und wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Schließlich wollte ich wissen, wie weit der gewissenlose Harlan Vincent treibt. Leider lässt Goebel im letzten Drittel meiner Meinung nach rapide nach und versumpft in seinen eigenen Vorstellungen von Moral und Kultur. Vier Sterne ok, für mehr reicht es nicht, auch wenn ich mit Anspannung Vincents trauriges Dasein verfolgt habe, so hätte ich mir ein konsequenteres Ende gewünscht. Ein Happy-End passt zu dieser Geschichte schlicht und ergreifend nicht.

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks