Septembernovelle

von Johan Bargum 
3,8 Sterne bei28 Bewertungen
Septembernovelle
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Positiv (20):
T

Extrem dichtes Buch. Erzählt drei Leben, die miteinander verbunden sind, auf wenigen Seiten. Sehr lesenswert!

Kritisch (1):
Annabeth_Books avatar

Ein Buch das nicht meins ist und das es nie sein wird

Alle 28 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Septembernovelle"

Zwei Männer, die beide mit derselben Frau verheiratet waren, begeben sich auf eine gemeinsame Segeltour. Nur einer von ihnen kehrt zurück.
Eine Dreiecksgeschichte? Ein Krimi, könnte man meinen, als Olof Besuch von der Polizei erhält und ihr seine Sicht der Dinge schildert: Es geht um die letzte Segeltour mit seinem Freund Harald, den er zuvor zwanzig Jahre lang nicht gesehen hatte; um Elin, die Frau, die beide Männer miteinander verband und voneinander trennte; und schließlich um Haralds Verschwinden. Olofs Bekenntnisse zeigen, dass sie beide Motive hatten, den jeweils anderen zu ruinieren - andererseits waren Haralds Tage aufgrund einer schweren Krankheit ohnehin gezählt, warum hätte Olof ihm da etwas antun sollen? Außerdem hatte Olof doch Elin für sich gewonnen und bis zu ihrem Tod mit ihr zusammengelebt. Dann aber kommt ein Brief zum Vorschein, der die Dinge in ein gänzlich anderes Licht setzt.
Ein raffiniertes, mit leiser Eleganz skizziertes Buch über die großen Paradoxa des Lebens: die Macht des Schicksals, die Unausweichlichkeit des Todes, vor allem aber die Liebe, die über allem zu stehen scheint. Voll spätsommerlicher Atmosphäre und in souveräner, klarer Sprache erzählt Johan Bargum von einem Dreiecksverhältnis und dem Gepäck der Vergangenheit, das sich nie abschütteln lässt.
"Ein kleines Meisterwerk, das einem lange nachgeht." Nerikes Allehanda

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783866481930
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:112 Seiten
Verlag:mareverlag
Erscheinungsdatum:05.08.2014

Rezensionen und Bewertungen

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    sommerleses avatar
    sommerlesevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Melancholisch erzählte Dreiecksbeziehung, die Fragen aufwirft, aber nicht beantwortet!
    Eine unklare Dreiecksbeziehung

    "*Johan Bargum*" schrieb 2011 die "*Septembernovelle*", 2014 erschien die deutsche Übersetzung im "*Mare Verlag*".

    Zwei Männer gehen auf einen Segeltörn in den spätsommerlichen Schären. Doch die Idylle ist trügerisch, es kehrt nur ein Mann von der Tour zurück. Es ist Olof, der Eigner der Yacht. Welche Beziehung hatten die Männer zueinander und was ist passiert?


    Leuchttürme sind wie Engel, wenn jemand sie braucht, sind sie da, und sie sind auch da, wenn niemand sie braucht. Zitat von Elin

    Dieses Büchlein kommt verheißungsvoll mit einem Leuchtturm auf dem Cover inmitten des Meeres daher. Doch inhaltlich verpufft die Aussage zu diesem Leuchtturm zu einer bloßen Metapher.

    Die Geschichte dreht sich um Elin, eine Frau, die ums Leben gekommen ist, sei es bei einem Unfall oder durch Selbsttötung, es wird nicht genau geklärt. Auf jeden Fall war Elin eine sehr konservative und religiöse Frau, die sich vor 20 Jahren von ihrem Mann Harald getrennt hat, um mit Olof zusammen zu sein. Waren es religiöse Gründe, die sie an ihrem Leben zweifeln liessen?
     
    Olof und Harald begeben sich auf die Segeltour, nachdem Elin ein Jahr tot ist. Hier erwartet man eine Aussprache, doch die Männer haben beide eine andere Sicht auf die Dinge.
     
    Olof erzählt in einem Verhör einem Kommissar der Kripo von der gemeinsamen Segeltour. Es hat sich in Haralds Hinterlassenschaften ein Brief gefunden, der erst im zweiten Teil des Buches nähere Einzelheiten erklärt oder besser gesagt, andeutet. Hier bilden sich jedoch keine Widersprüche in den Informationen. Waren die beiden Männer Elins eifersüchtig aufeinander, warum hat der krebskranke Harald auf seiner letzten Reise gerade Olof als Segelpartner gewählt? 
     
    Es entsteht ein flackerndes Bild einer Geschichte, die man nicht richtig durchschaut, die andeutet, aber nicht konkret erklärt, die vermuten lässt und melancholische Züge verbreitet.
    Dabei wird nur Eines klar, die Vergangenheit verbindet die drei Menschen und lässt sich nicht abschütteln. So sind auch ihre Geschichten miteinander verknüpft, auch wenn zwischen ihnen eine Distanz herrscht.

    Jeder der Männer hat eine andere Sicht auf Elin, sie verändert sich aus dem Blickwinkel des Betrachters. Ist das die Aussage des Buches? Man liest die schönen idyllischen Beschreibungen der Natur in den Schären und fragt sich nach der Bedeutung des Leuchtturmes. Suchte Elin Halt bei jedem der Männer und hoffte auf einen Leuchtturm, einen Wegweiser in ihrem Leben? Es bleibt ungewiss, man kann nur spekulieren.  
     
    Die Fragen bleiben bis zum Ende offen, es wird nur angedeutet aber nicht geklärt. So kann man sich eigene Gedanken zu den psychologischen Hintergründen machen. Hat der Krebskranke Harald mit seinem Ende Olof belasten wollen? Hat Harald Elin in religiöse Konflikte gedrängt und sie trotz ihrer Religiösität Suizid begangen?
    Hat Elin Olof geheiratet, um Harald eine Chance für seine Firma zu geben?
    Die Wahrheit bleibt hinter einem Spiegel des Ungewissen zurück und Mutmaßungen sind das Einzige was bleibt.
     
    Der Erzählstil ist klar und umschreibt die Segelvorgänge sehr genau. Anfangs lässt man sich treiben in dieser Beschreibung des Segelns und geniesst die Naturbeschreibungen von Vogelwelt und Wetterverhältnissen. Aber wie sieht es im Inneren dieser Menschen aus? Man wird aus ihnen nicht richtig schlau. War es letztendlich Elin, die die Männer gegeneinander ausspielte?
     
    Eine sprachlich gelungene Novelle, die mehr Fragen aufwirft als sie erklärt.

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    DasPostIts avatar
    DasPostItvor 4 Jahren
    Ungewöhnlich. Aber gut.

    Spannender Plot und perspektivisch interessanter Stil. Trotz oder gerade wegen der offenen Fragen eine lesenswerte Lektüre. Ein Büchlein, das mit dem Auslesen nicht beendet ist, sondern eine längere Wirkung ausübt.

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    YvetteHs avatar
    YvetteHvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Dreiecksgeschichte mit vielen offenen Fragen...
    Zwei Seiten einer Geschichte!

    Klappentext:

    Zwei Männer, die beide mit derselben Frau verheiratet waren, begeben sich auf eine gemeinsame Segeltour. Nur einer von ihnen kehrt zurück. Eine Dreiecksgeschichte? Ein Krimi, könnte man meinen, als Olof Besuch von der Polizei erhält und ihr seine Sicht der Dinge schildert: Es geht um die letzte Segeltour mit seinem Freund Harald, den er zuvor zwanzig Jahre lang nicht gesehen hatte; um Elin, die Frau, die beide Männer miteinander verband und voneinander trennte; und schließlich um Haralds Verschwinden. Olofs Bekenntnisse zeigen, dass sie beide Motive hatten, den jeweils anderen zu ruinieren - andererseits waren Haralds Tage aufgrund einer schweren Krankheit ohnehin gezählt, warum hätte Olof ihm da etwas antun sollen? Außerdem hatte Olof doch Elin für sich gewonnen und bis zu ihrem Tod mit ihr zusammengelebt. Dann aber kommt ein Brief zum Vorschein, der die Dinge in ein gänzlich anderes Licht setzt. Ein raffiniertes, mit leiser Eleganz skizziertes Buch über die großen Paradoxa des Lebens: die Macht des Schicksals, die Unausweichlichkeit des Todes, vor allem aber die Liebe, die über allem zu stehen scheint. Voll spätsommerlicher Atmosphäre und in souveräner, klarer Sprache erzählt Johan Bargum von einem Dreiecksverhältnis und dem Gepäck der Vergangenheit, das sich nie abschütteln lässt.

    Meine Meinung:

    Dieses Buch macht es mir schwer, etwas zu schreiben.

    Eine Dreiecksgeschichte aus zwei Sichten, beschrieben in einer sprachlich wunderschönen Form.

    Die Charaktere bleiben geheimnisvoll, aber für diese Novelle finde ich es nciht wichtig, diese näher zu kennen.

    Die Frau ist eigentlich der Knackpunkt der Sichtweisen der beiden Männer. Allerdings ist sie bereits tot, was schon mal Fragen aufwirft.

    Warum die beiden Männer zusammen eine Segeltour machen und warum am Ende nur einer zurückkehrt ???

    Selber lesen!

    Mein Fazit:

    Eine Geschichte, die sprachlich wundervoll gestaltet ist, aber leider für mich viel zu viele Fragen offen lässt.

    3 Sterne

    Kommentare: 2
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    vormis avatar
    vormivor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Mal was anderes, aber das Ende war nichts für mich
    Septembernovelle

    . Olof erhält Besuch von der Polizei und schildert dem Kommissar seine Sicht der Dinge: Es geht um die letzte Segeltour mit seinem Freund Harald, den er zuvor zwanzig Jahre lang nicht gesehen hatte. Und natürlich um Elin, die Frau, mit der beide Männer verheiratet waren. Wollte sie zu Harald zurück und Olof damit verlassen,? Mußte sie deshalb sterben? Und dann verschwindet Haralds. Freiwillig? Er war krank und will Olof so noch einen mitgeben? Oder war es ein Unfall? Auszug aus der Produktbeschreibung von amazon - “Olofs Bekenntnisse zeigen, dass sie beide Motive hatten, den jeweils anderen zu ruinieren - andererseits waren Haralds Tage aufgrund einer schweren Krankheit ohnehin gezählt, warum hätte Olof ihm da etwas antun sollen? Außerdem hatte Olof doch Elin für sich gewonnen und bis zu ihrem Tod mit ihr zusammengelebt. Dann aber kommt ein Brief zum Vorschein, der die Dinge in einem gänzlich anderen Licht erscheinen läßt.“ Das beeindruckende Cover hat mich sofort in seinen Bann geschlagen. Da beginnt man sich doch gleich automatisch Fragen zu stellen, was es mit diesem einsamen Leuchtturm auf dieser winzigen Insel auf sich hat... Leider bekommt der Leser darauf keine Antwort und von diesem Leuchtturm ist nicht die Rede in dem Buch. Dafür gibt es ganz viel Segler-Begriffe, sehr schade, denn wenn man keine Ahnung davon hat, dann kann man damit nichts anfangen. Der Anfang ist etwas zähflüssig, man braucht lange um dahinter zu kommen, wer erzählt und wann die Sequenzen spielen. Spätestens als der 2. Blickwinkel dazukommt ist das Buch richtig spannend. Schade, daß das Ende viel zu offen ausfällt. Das Buch ist definitiv mal was Anderes, aber erst war es sehr unübersichtlich und dann bleiben zu viele offene Fragen. Ich war etwas enttäuscht:-( 3 Sterne ~ Geschmackssache

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    Estrelass avatar
    Estrelasvor 4 Jahren
    Segeltod

    Zwei Männer waren mit derselben Frau zusammen. Sie gehen gemeinsam segeln. Nur einer kommt zurück. Olof schildert seine Sicht der Dinge im Verhör mit der Polizei, von Harald gibt es eine schriftlich festgehaltene Darstellung. Vieles bleibt, trotz der klaren Sprache, zwischen den Zeilen stehen, so auch die Frage nach Haralds Verbleib. Und so bin ich nach der Lektüre etwas verwirrt und unbefriedigt. Vielleicht gehe ich der Sache in einem ruhigen Moment noch mal auf den Grund...

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    DaniB83s avatar
    DaniB83vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Kurze Geschichte mit lang andauernder Wirkung - und vielen möglichen Enden.
    Kurze Geschichte mit lang andauernder Wirkung

    Kaum habe ich 'Septembernovelle' von Johan Bargum begonnen, war ich auch schon mitten drin und dann beim Schluss. Die Seiten sprudel nur so vor sich hin und Sätze wiegen sich wie das Gewässer, auf denen gesegelt wird. 

    Im Grunde gibt es zwei Monologe, die gehalten werden. In Teil I kommt Olof während einer polizeilichen Befragung zu Wort und Teil II besteht aus Haralds seitenlangem Brief, der aufschlussreich sein soll, den Leser/die Leserin aber dann doch ziemlich sprach- und vor allem ahnungslos zurücklässt. 

    Harald kehrt vom gemeinsamen Segeltörn mit Olof nicht zurück. Die beiden verbindet eine Frau, Elin. Diese war, bevor sie mit Olof zusammenkam, mit Harald verheiratet. Und nun ist sie nicht mehr da - ein Unfall? Selbstmord? Olof erhofft sich Antworten auf seine Fragen und deswegen lädt er Harald zum Segeln ein. Oder war es doch eine andere Intention?

    Der Kurzroman von Johan Bargum ist äußerst empfehlenswert, toll geschrieben, voller Metaphern und ergreifenden Momenten, lässt aber viele Fragen offen. 

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    Rosen-Rots avatar
    Rosen-Rotvor 4 Jahren
    Rezension zu "Septembernovelle" von Johan Bargum

    Olof und Harald fahren gemeinsam mit einem Segelboot aufs Meer. Doch Olof kehrt allein zurück. Bei der Befragung der Polizei kommt die Vergangenheit der beiden Männer ans Licht. Beide liebten die gleiche Frau, Elin, die vor einem Jahr ums Leben kam. Was ist auf der Segeljacht geschehen?

    Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Im ersten Teil berichtet Olof. Im zweiten Teil erfahren wir die Dinge aus Haralds Sicht. Die beiden Männer ergänzen sich, widersprechen sich aber auch. Wer sagt die Wahrheit?
    Der Autor schafft es, den Leser zu fesseln. Man möchte sofort wissen, was auf der Jacht passiert ist und was mit Harald geschehen ist. Auch der Tod von Elin wirft viele Fragen auf. Die Geschichte wird gut erzählt und wird nicht langweilig. Am Ende bleiben aber leider zu viele Fragen offen.

    Insgesamt ist dies ein sehr schönes und interessantes Buch. Nur das Ende hat mir gar nicht gefallen.

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    alascas avatar
    alascavor 4 Jahren
    Überzeugt nicht ganz

    Überzeugt nicht ganz
    Johan Bargums „Septembernovelle“ schildert eine bizarre Situation: Zwei Männer, die mit derselben Frau verheiratet waren, gehen gemeinsam auf eine Segeltour. Nur Olof, der Eigner der Yacht Alkyone, kommt lebend zurück. Was ist an Bord geschehen?

    Elin, der Leserin nur präsent über die Wahrnehmung der beiden Protagonisten, ist tief und konservativ gläubig und hat sich aufgrund und seit ihrer Scheidung von Harald vor 20 Jahren in einem ständigen religiösen Konflikt befunden. Zum Zeitpunkt des Segeltörns ist sie seit einem Jahr tot – durch einen Unfall ums Leben gekommen, dessen Umstände nie ganz geklärt worden sind.

    Die Ereignisse des Segeltörns aus Olofs Sicht erfahren wir im ersten Teil der Erzählung durch eine Art Verhörprotokoll; ein Kommissar der Kripo befragt ihn, denn offenbar lässt sich seine Schilderung der Ereignisse nicht dem Brief übereinbringen, den Harald zurückgelassen hat. Dieser Brief nimmt den zweiten Teil des Buches ein, und in der Tat: Da passt einiges nicht zusammen.

    Das Konzept ist nicht neu: Zwei unzuverlässige Erzähler berichten über dasselbe Ereignis, ergänzen sich, widersprechen sich, und ein schillerndes Bild entsteht. Dazu passt, dass beide Männer ihre jeweils eigene Wahrnehmung von Elin, aber sie offenbar nie wirklich verstanden haben. Was also ist das Motiv, die Botschaft der Erzählung? Die Unmöglichkeit der Wahrheit? Das erinnert an Kurosawas „Rashomon“ und ist auch in der Literatur schon mehrfach durchdekliniert worden. Dazu das ebenso alte Motiv der Dreiecksbeziehung, die bei Bargum seltsam leidenschaftslos und distanziert daher kommt; dazu die immer wiederkehrende Metapher des Leuchtturms, denn „Leuchttürme sind wie Engel, pflegte Elin zu sagen. Wenn jemand sie braucht, sind sie da, und sie sind auch da, wenn niemand sie braucht.“ Glaubt man der Wahrnehmung ihrer Männer, hat Elin das nichts genutzt; die Metapher läuft ins Leere.

    Bis zum Schluss bleiben alle Fragen, die der Plot aufwirft, offen. Das ist zwar grundsätzlich in Ordnung; ich ziehe das einem glatten Ende allemal vor. Es geschieht aber aus dem falschen Grund: Bei keinem der Protagonisten funktioniert die psychologische Prämisse, vielleicht weil die Psychologie der Figuren an der Oberfläche bleibt. Warum sollte Harald sich auf seiner letzten Reise ausgerechnet in Olofs Hände geben? Kann Olof wirklich glauben, dass Harald etwas mit Elins Tod zu tun hatte? Und vor allem: Würde eine konservativ Gläubige wirklich Suizid als Ausweg aus einem religiösen Konflikt wählen, obwohl ihr das als Todsünde erscheinen müsste?

    Durch die flüssige und klare Sprache Bargums und den Kniff, sowohl im Verhör wie auch im Brief die Leserin scheinbar direkt anzusprechen, kann die „Septembernovelle“ auf den ersten Blick zwar fesseln und liest sich wie im Fluge, erweist sich letztlich aber als flach und überkonstruiert und konnte mich daher nicht ganz überzeugen.

    Kommentare: 1
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    Line1984s avatar
    Line1984vor 4 Jahren
    Septembernovelle



    Klappentext:


    Zwei Männer, die beide mit derselben Frau verheiratet waren, begeben sich auf eine gemeinsame Segeltour. Nur einer von ihnen kehrt zurück. Eine Dreiecksgeschichte? Ein Krimi, könnte man meinen, als Olof Besuch von der Polizei erhält und ihr seine Sicht der Dinge schildert: Es geht um die letzte Segeltour mit seinem Freund Harald, den er zuvor zwanzig Jahre lang nicht gesehen hatte; um Elin, die Frau, die beide Männer miteinander verband und voneinander trennte; und schließlich um Haralds Verschwinden. Olofs Bekenntnisse zeigen, dass sie beide Motive hatten, den jeweils anderen zu ruinieren - andererseits waren Haralds Tage aufgrund einer schweren Krankheit ohnehin gezählt, warum hätte Olof ihm da etwas antun sollen? Außerdem hatte Olof doch Elin für sich gewonnen und bis zu ihrem Tod mit ihr zusammengelebt. Dann aber kommt ein Brief zum Vorschein, der die Dinge in ein gänzlich anderes Licht setzt. Ein raffiniertes, mit leiser Eleganz skizziertes Buch über die großen Paradoxa des Lebens: die Macht des Schicksals, die Unausweichlichkeit des Todes, vor allem aber die Liebe, die über allem zu stehen scheint. Voll spätsommerlicher Atmosphäre und in souveräner, klarer Sprache erzählt Johan Bargum von einem Dreiecksverhältnis und dem Gepäck der Vergangenheit, das sich nie abschütteln lässt.

    Der erste Satz:

    Es wehte eine schwache Brise an dem Tag, an dem wir segeln wollten, Harald und ich.


    Meine Meinung:

    Zwei Männer die mit ein und der selben Frau verheiratet waren gehen gemeinsam auf Segeltour, doch nur einer kehrt wieder zurück.
    Ich gebe nicht mehr zum Inhalt an da ich denke, dieses Buch muss man einfach selbst gelesen haben um es zu verstehen.

    Ein Krimi könnte man meinen, doch in diesem kleinem Buch steckt so viel mehr! Dieses Buch beinhaltet große Themen wie die Liebe, den Tod, die Trauer, auch geht es um das Schicksal und die Schuld.
    Der Schreibstil ist locker und flüssig, innerhalb weniger Seiten ist man schon mitten in der Geschichte. Erzählt wird sie aus zwei Perspektiven so das man einen guten Überblick hat, aber dennoch lässt dieses Buch viele Fragen offen. Natürlich kann man sich seinen Teil dazu denken, dennoch hätte ich gerne mehr Antworten auf meine Fragen bekommen. Daher reicht es auch leider nicht für die volle Punktzahl.

    Kurz gesagt ist dem Autor mit diesem Buch ein melancholisches Buch über die Liebe und den Tod gelungen, welches mir wundervolle Lesemomente beschert hat, die aber leider viel zu schnell vorbei waren.



    Das Cover:

    Das wirkt auf mich geheimnisvoll, einsam und traurig. Aber dennoch gefällt es mir richtig gut und passt hervorragend zur Geschichte.



    Fazit:

    Mit "Septembernovelle" hat der Autor ein melancholisches Werk über die Liebe und den Tod geschaffen welches viele Fragen beantwortet, aber gleichzeitig auch neue Fragen aufwirft. Daher bekommt dieses Buch von mir 4 von 5 Sternen.



    Rezension von Lines Bücherwelt: http://linejasmin.blogspot.de/

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    Arizonas avatar
    Arizonavor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Segelausflug in Schweden mit tragischem Ende, sprachlich schön!
    Ein Segelausflug mit tragischem Ende

    Der finnland-schwedische Autor Johan Bargum hat mit "Septembernovelle" ein schmales Büchlein mit 108 Seiten geschrieben, von denen aufgrund der kurzen Kapitel auch viele Seiten nur zur Hälfte bedruckt sind. 

    Es handelt von Olof und Harald, zwei Männer, die gemeinsam auf einen Segelausflug gehen, von dem einer von ihnen nicht wieder zurückkehren wird. Was ist geschehen? Die beiden Männer haben sich zuvor zwanzig Jahre nicht mehr gesehen, damals waren sie beide mit der gleichen Frau verheiratet (natürlich nacheinander) - nämlich mit Elin. 

    Es geht um die Liebe und den Tod, um Schuld und Schicksal. Viele grosse Themen für so ein dünnes Buch. Daher wird vieles auch nur knapp skizziert, angerissen. Und vor allem das Ende bleibt für meinen Geschmack doch sehr offen. Aber das ändert nichts daran, dass es sich hier um ein gutes Buch handelt. Dafür sorgt schon allein die klare Sprache und der interessante Aufbau. Es fängt an mit einer Befragung Olofs durch einen Kommissar, wobei jedoch statt eines Dialoges nur der Monolog Olofs wiedergegeben wird. Es gibt auch ein paar Rückblicke, z.B. wie er damals Elin kennengelernt hat. Der zweite Teil des Buches ist dann aus Haralds Sicht geschrieben, und zwar in Form eines Briefes. Diese beiden Perspektiven werden dem Leser präsentiert, und ihm bleibt quasi die Rolle eines Richters, nämlich zu entscheiden wem von beiden er glauben möchte. 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Mare_Verlags avatar

    Zwei Männer, die beide dieselbe Frau geliebt haben, begeben sich auf eine gemeinsame Segeltour. Nur einer von ihnen kehrt zurück...


    Die Septembernovelle von Johan Bargum, gerade bei mare erschienen und ein weiterer Titel aus Finnland, ist eine atmosphärische und spannende Dreiecksgeschichte. Ab sofort könnt Ihr Euch wieder um eines von zwanzig Rezensionsexemplaren bewerben!

    Zum Buch:

    Eine Dreiecksgeschichte? Ein Krimi, könnte man meinen, als Olof Besuch von der Polizei erhält und ihr seine Sicht der Dinge schildert: Es geht um die letzte Segeltour mit seinem Freund Harald, den er zuvor zwanzig Jahre lang nicht gesehen hatte; um Elin, die Frau, die beide Männer miteinander verband und voneinander trennte; und schließlich um Haralds Verschwinden. Olofs Bekenntnisse zeigen, dass sie beide Motive hatten, den jeweils anderen zu ruinieren – andererseits waren Haralds Tage aufgrund einer schweren Krankheit ohnehin gezählt, warum hätte Olof ihm da etwas antun sollen? Außerdem hatte Olof doch Elin für sich gewonnen und bis zu ihrem Tod mit ihr zusammengelebt. Dann aber kommt ein Brief zum Vorschein, der die Dinge in ein gänzlich anderes Licht setzt.

    Ein raffiniertes, mit leiser Eleganz skizziertes Buch über die großen Paradoxa des Lebens: die Macht des Schicksals, die Unausweichlichkeit des Todes, vor allem aber die Liebe, die über allem zu stehen scheint. Voll spätsommerlicher Atmosphäre und in souveräner, klarer Sprache erzählt Johan Bargum von einem Dreiecksverhältnis und dem Gepäck der Vergangenheit, das sich nie abschütteln lässt.

    »Ein kleines Meisterwerk, das einem lange nachgeht.« Nerikes Allehanda

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    In der Septembernovelle geht es um drei Menschen, deren Schicksal unausweichlich verbunden ist, und um einen letzten warmen Sommertag, der alles verändert... Habt Ihr das auch schon erlebt, dass ein einziger Tag Euer ganzes Leben verändert hat?

    Wir sind gespannt auf Eure Antworten und freuen uns auf viele Bewerbungen!

    Euer mareverlag


    *Bedingung dabei ist, dass Ihr Euch im Gewinnfall zeitnah am Austausch über die Leseabschnitte beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.
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