Johann E Schlegel

 2.8 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Canut.

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Canut

Canut

 (5)
Erschienen am 01.01.1986

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Kleine1984s avatar

Rezension zu "Canut" von Johann E Schlegel

Heroische Tragödie
Kleine1984vor 5 Jahren

Es handelt sich um ein Trauerspiel in fünf Akten, dass in gereimten Versen historische Bezüge zur dänischen Geschichte aufweist.

Canut ist der König von Dänemark. Seine Schwester Estrithe wünscht eine Versöhnung mit ihrem Geliebten und seinem Widersacher Ulfo. Es handelt sich um ein sog. Charakterdrama, bei dem die Charakterisierung der Figuren wichtiger ist als die tragische Handlung als solches. Canut, der modern-aufgeklärte Herrscher, ist kennzeichnet durch Empathie und Altruismus, während sein Widersacher Ulfo eher Kriegstugenden aufweist und damit die alte Welt der Heroen vertritt.

Mir ist Canut etwas zu nachsichtig und der Text etwas zu schwülstig.

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Miss_Sunshines avatar

Rezension zu "Canut" von Johann E Schlegel

"Hab ich zur Ewigkeit nicht so viel Recht als er?"
Miss_Sunshinevor 5 Jahren

Betrug, Liebe und Ehre – Was braucht eine Geschichte mehr? Der dänische König Canut freut sich über die Rückkehr seiner Schwester Estrithe, die mit dem ruhmbegierigen Ulfo durchgebrannt war. Das Ehepaar scheint reuevoll an den dänischen Hof zurückzukehren und Canut will ihnen großzügig vergeben. Es werden jedoch Intrigen aufgedeckt und gesponnen, die jeden am Hofe zwischen seinen Pflichten und Vorsätzen hin- und herreißen.

In diesem Trauerspiel von 1746 prallen zwei verschiedene Vorstellungen von Ehre und Ruhm aufeinander. Die Tragik des Stücks liegt weniger im Verlauf der Handlung, als im Zwiespalt der Figuren. Estrithe weiß nicht welcher Pflicht sie mehr Folgen soll, der als Ehefrau oder der als Schwester und Untertanin. Godewin verdankt dem Ulfo einerseits sein Leben und andererseits den Verlust einer großen Liebe.

Wichtig zu erwähnen ist, dass es sich bei „Canut“ um ein Stück in Versform handelt. Dank der häufigen Verwendung von Antilaben (=der Rhythmus einer Verszeile wird auf mind. zwei Figurenreden aufgeteilt) sind die Dialoge flüssig und spannend zu lesen. Der veraltete Wortgebrauch und die fehlenden Regieanweisungen erleichtern das Verständnis leider nicht wirklich.

Das Stück hat mich so sehr gefesselt, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Aufdeckung einzelner Intrigen hat mich geradezu schockiert. Am schlimmsten (positiv schlimm) fand ich die Szene, in der Estrithe Godewin, ihren ehemaligen Geliebten, anklagte ein Feigling zu sein. Sie hatte Lügen über seine Heldentaten gehört und schmetterte ihm folgenden Satz ins Gesicht: „Ich schäme mich noch itzt, daß du mein Herz besessen.“
Ich kenne bis jetzt noch kein Drama in dem die Kommunikationsprobleme, aufgrund unterschiedlicher Informationsgrade, so realistisch dargestellt wurden. Absolut Top!

Stichworte zu Referaten: Kritik an Gottsched (siehe „Gedanken zur Aufnahme des dänischen Theaters“), Frage nach dem tragischen Helden (siehe „Briefwechsel über das Trauerspiel“ von Lessing), Erregung der Leidenschaften, zwei Ruhmkonzepte;

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