Johann Hari

 4.5 Sterne bei 53 Bewertungen
Autor von Der Welt nicht mehr verbunden, Drogen und weiteren Büchern.

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Der Welt nicht mehr verbunden

Der Welt nicht mehr verbunden

 (46)
Erschienen am 01.02.2019
Drogen

Drogen

 (5)
Erschienen am 22.06.2017

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Rezension zu "Der Welt nicht mehr verbunden" von Johann Hari

Nicht nur ein Buch über Depressionen, sondern ein Gesellschaftsentwurf
RomeosJulietvor 2 Monaten

"Der Welt nicht mehr verbunden" hat mir wieder einmal gezeigt, wie sehr der erste Eindruck noch täuschen kann. Denn nach der Einleitung dachte ich zunächst, es handle sich um ein typisch amerikanisches Buch, in dem der Autor zu der nicht sonderlich überraschenden Erkenntnis kommt, dass Antidepressiva nicht wirklich gegen Depressionen helfen und dass die Pharmakonzerne böse sind. Doch mit jeder weiteren gelesenen Seite wurde mir klar, dass ich es hier mit etwas ganz Anderem, etwas ganz Besonderem zu tun hatte.

Zugegeben: Mit dem Thema Depression befasse ich mich noch nicht sehr lang und das, was ich bisher darüber gelesen hatte, waren meist Schilderungen von Betroffenen. Manch einer, der sich mit dem Thema schon allumfassend auseinandergesetzt hat, mag die Erkenntnisse, die Johann Hari in seinem Buch veranschaulicht, deshalb nicht so neu und spannend finden wie ich. Trotzdem glaube ich, dass es selten ein Buch gegeben hat, das den Ursachen von Depression auf so logische und globale Weise auf den Grund geht. Wenn man den Schilderungen des Autors folgt, fällt einem plötzlich wie Schuppen von den Augen, dass es ja nur eine logische Konsequenz aus unserem aktuellen Lebensstil ist, die dazu führt, dass derzeit so viele Menschen unter Depressionen leiden.

Doch Johann Hari geht noch weiter: Anstatt nur auf die Ursachen einzugehen, die er mittels wissenschaftlicher Studien fundiert darlegt, gibt er zusätzlich Auswege aus der Depression an die Hand. Diese Auswege richten sich nicht nur an den Betroffenen selbst, sondern an die Menschheit allgemein. Genau das ist - meiner Ansicht nach - auch eine der Besonderheiten dieses Buchs: Es macht deutlich, dass das Thema Depression uns alle etwas angeht, weil es uns alle früher oder später betreffen kann. Tatsächlich habe ich dieses Buch auch mit Wut im Bauch weggelegt, weil es - wenn es stimmt, was Johann Hari schreibt - so unfassbar einfach wäre, was man verändern müsste, um das Risiko für Depressionen drastisch zu senken. "Der Welt nicht mehr verbunden" ist ein Appell an jeden einzelnen von uns und deshalb würde ich mir wünschen, dass JEDER dieses Buch liest, denn ich bin der festen Überzeugung, dass sich in den Erzählungen des Autors jeder von uns bis zu einem gewissen Grad wiederfindet und die Form der Gesellschaft, die hier beschrieben wird, für und alle erstrebenswert und gesund ist.

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G

Rezension zu "Der Welt nicht mehr verbunden" von Johann Hari

Thema Depression
Gisevor 2 Monaten

Seit Jahren leidet der Autor Johann Hari an Depressionen, die er auch durch eine konstante medikamentöse Therapie nicht in den Griff bekommen hat. Dabei stellt er fest, dass es ihm so geht wie den meisten an Depression erkrankten Menschen. Deshalb hat er nach den wahren Ursachen dieser Krankheit gesucht und einige erstaunliche Ergebnisse zu Tage gefördert: Die Medikamente helfen im wesentlichen den Pharmakonzernen, die sie vertreiben. Echte Hilfe für die Betroffenen ist woanders zu suchen.

In einer Mischung aus Erfahrungsbericht zur eigenen Erkrankung wie auch Recherchen zu Forschungsberichten zum Thema Depression beschäftigt sich der Autor mit Gründen, Auswirkungen und Therapiemöglichkeiten der Krankheit. Seine eigene Betroffenheit schimmert immer wieder durch das Buch. Teilweise fehlte mir aber der persönliche Abstand, denn der Autor verliert sich immer wieder in Geschichten, die seine These untermauern. Immer wieder fragte ich mich, an wen das Buch sich wenden möchte: an Fachleute? – dafür erscheint mir das Buch zu persönlich; an (betroffene) Laien? – dafür erscheint mir das Buch zu ausführlich.

Als Erfahrungsbericht zum Thema Depression kann ich das Buch nur bedingt weiter empfehlen, dafür hätte man es sicher etwas zusammenkürzen können. Mich hinterlässt die Lektüre trotz mancher guter Ideen etwas zwiespältig, deshalb kann ich nur drei von fünf Sternen vergeben.

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Rezension zu "Der Welt nicht mehr verbunden" von Johann Hari

Ein wichtiges gesellschaftliches Thema!
JustMevor 2 Monaten


In „Der Welt nicht mehr verbunden“ von Johann Hari geht es, wie der Untertitel verspricht, um „die wahren Ursachen von Depressionen – und unerwartete Lösungen“. Dabei will dieses Buch kein persönliches Selbsthilfebuch sein, sondern journalistisch wissenschaftliche Studien und Erkenntnisse zu diesem Thema aufarbeiten.


Doch eine persönliche Komponente bekommt das Buch dadurch, dass der Autor gleich zu Anfang seine persönlichen Erfahrungen als Motivation für diese Recherchen angibt. Er hat selbst Jahre lang Antidepressiva genommen und setzt sich jetzt damit auseinander, dass die Begründung für diese Medikamente nicht so stichhaltig ist, wie man das ihm (und vielen anderen) erzählt hat.


Dadurch, dass der Autor auch immer wieder persönliche Anekdoten oder Geschichten von seinen Interviewpartnern einfließen lässt, lässt sich das Buch auch gut lesen. Ich bin nicht oft im Sachbuchbereich unterwegs und weiß nicht wo da die Messlatte liegt, aber ich habe mich bei diesem Buch nicht durch wissenschaftlichen, trockenen Text quälen müssen. Und trotzdem steckt die Wissenschaft definitiv in diesem Text. Es wurden auch immer Quellenangaben zu den Studien und Veröffentlichungen gegeben.


Die einzige Frage die sich mir manchmal stellte war, ob die Sachlage wirklich so klar ist (und warum unsere Gesellschaft dann nicht viel klarer danach handelt) oder ob die Gegenseite etwas zu sehr vernachlässigt wurde. Da muss man als Leser, bis man selbst gegenrechechiert, wohl auf die Auswahl des Autors vertrauen. Der durchaus ja auch früher eine andere Erklärung für Depressionen bekommen hatte und die mit diesem Buch in Frage gestellt hat.


Mir persönlich kam wenig von den Erkenntnissen wirklich neu vor. Im Buch selbst wird erwähnt, dass bei einer Studie in Deutschland, wo Menschen zu den Ursachen von Depressionen befragt wurden, die deutliche Mehrheit genau diese Gründe genannt hat, die eben auch in diesem Buch herausgearbeitet werden. Von der persönlichen Einschätzung hat sich bei mir durch dieses Buch also nicht viel geändert, aber es gibt einem natürlich mehr Sicherheit in seiner Meinung, wenn man sie hier wissenschaftlich bestätigt sieht. Und man setzt sich definitiv auch ausführlicher und genauer mit diesen vagen Vorstellungen von möglichen Depressionsursachen auseinander.


Und auch wenn es sich hier nicht um ein Selbsthilfebuch handelt, da die Lösungsvorschläge meist mit gesellschaftlichen Lösungen arbeiten, so kann man doch den ein oder anderen Denkanstoß für sein eigenes Leben mitnehmen.


Eine Leseempfehlung an alle, die sich mit dem Thema Depressionen und insbesondere deren Ursachen auseinandersetzen wollen. Da dieses Thema eine immer größere Rolle in unserer Gesellschaft einnimmt und wir auch mit dieser Gesellschaft dagegen steuern können, kann sicher jeder etwas aus diesem Buch mitnehmen. Sei es nun Verständnis für die Probleme oder die Betroffenen oder Ideen und Denkanstöße etwas dagegen zu tun.


Vielen Dank für die zur Verfügungsstellung eines kostenlosen Rezensionsexemplares.

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