Johann Holzner

 3,5 Sterne bei 11 Bewertungen

Lebenslauf

1948 geb. in Innsbruck1967 bis 1972 Studium: Germanistik und GeschichteAbschluss mit einer Dissertation aus dem Fach Zeitgeschichte: 'Untersuchungen zur Überwindung des Nationalsozialismus in Österreich'1973 Lehrbeauftragter am Institut für Germanistik1979/1980 Lehrtätigkeit an der Universität Wroclaw (Polen) 1985 Univ.-Doz. (Neuere deutsche Sprache und Literatur) 1986 Lehrtätigkeit an der Universität Salzburg 1994 Tit. Ao. Univ.-Prof. Lehrtätigkeit u. a. an der University of California, Santa Barbara (1994 und 1996) und an der Universität St. Petersburg (1998) Seit 2001 Leiter des Forschungsinstituts Brenner-Archiv

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Johann Holzner

Cover des Buches Wenn das der Führer wüßte (ISBN: 9783852862491)
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Rezension zu "Wenn das der Führer wüßte" von Otto Basil

Das unvermeidliche Ende des Germanischen Weltreiches... zeitverzögert!
TheSaintvor einem Jahr

Ein Novembertag irgendwann in den 1960ern irgendwo in Deutschland. Ganz genau weiß man es nicht, denn seit Adolf Hitler sein Weltreich errichtet hat, sind viele ursprüngliche Städtenamen umbenannt worden. Die Geschichte beginnt in Heydrich, im Kyffhäusergebirge, wohin der "Ostmärker" Albin Totila Höllriegl strafversetzt wurde und nun seine Tätigkeit als Gyromant (Erdstrahlungssucher) ausübt. Er wird in eines der Parteihäuser gerufen und bekommt dort den Auftrag, in "geheimer Reichssache" nach Berlin zu reisen... 

Auf dem Weg dorthin geschieht, was geschehen muss: "Odin ruft seinen Meldegänger nach Walhall" - "Adolf der Große" stirbt. An seine Stelle tritt Ivo Köpfler als neuer "Führer". Als bekannt wird, dass Köpfler selbst aktiv daran beteiligt war, Hitlers Dasein auf Erden zu beenden, bricht ein Bürgerkrieg aus und die Rangeleien um Macht und Einfluss beginnen. Die Turbulenzen im Reich nutzt Japan, einst Verbündeter und nun letzter verbliebener Feind des Reiches, das Germanische Weltreich mittles Abwurf einiger Atombomben zu zerstören.

Der Tanz in den Untergang ist nicht mehr aufzuhalten und Albin Totila Höllriegl wird mit seinem VW vom direkten Weg nach Berlin abgebracht. Der durch und durch unsympathische Antiheld der Geschichte sieht sich mit einsetzenden Flüchtlingsströmen, Verstrahlung und der Flucht von Nazi-Bonzen in sichere Gefilde konfrontiert...

1966 erschien diese wahnwitzige Satire auf das "Dritte Reich". Dieser perfide, bösartige Alternativweltroman sorgt stellenweise für Atemnot mit all seinem Pseudo-Germanismus, der Hetze, dem menschenverachtenden Fanatismus und dem teutonisch übersteigerten Bürokratiewahn. Es gibt keine einzige Figur in diesem Roman, der man Sympathie entgegen brächte. Der Autor Otto Basil (1901-1983) hatte selbst Probleme mit der Gestapo, als er 1938 den Führer verspottete. Nicht nur seine Hauptfigur Höllriegl hat eine sadistische Ader, sondern auch der Autor selbst quält den Leser gern mit seitenlangen Monologen und genussvollen Sprachwirrungen - einem interessanten "Mutterdeutsch" sowie mit einer unverständlichen Nazi-Kunstsprache. Diese Längen und Abschweifungen in der kruden Satire lassen an einen Meister dieser Kunst denken: an Quentin Tarantino. 

Es ist interessant... trotz aller Widerlichkeit versteht es der Autor, den Leser interessiert zu halten und man hält bis zum bitteren Ende durch. Ein Lob an den "Milena"-Verlag, der dieses interessante Werk nach mehr als 40 Jahren neu auflegte und so einer neuen Leserschaft die Möglichkeit gibt, in diese faszinierende "Was wäre, wenn..."-Welt einzutauchen und einen sehr wichtigen Beitrag zur deutschsprachigen Science-Fiction lesen zu dürfen.

Cover des Buches Wenn das der Führer wüßte (ISBN: 9783852862491)
dunkelbuchs avatar

Rezension zu "Wenn das der Führer wüßte" von Otto Basil

Das Germanische Weltreich ist errichtet.
dunkelbuchvor 2 Jahren

"Wenn das der Führer wüsste" ist eine akribisch und detailgenau komponierte Erzählung, eine präzise und absolut authentisch wirkende Skizzierung des Dritten Reichs in den Sechzigern, hätte es bis dahin Bestand gehabt, was glücklicherweise so nicht passiert ist. Dieses Reich ist zerfressen, abergläubisch, morbide und ohne Substanz, während die Menschen darin den Zerfall ebenso zu fürchten scheinen wie den Fortbestand. Letztlich ist eine Welt entstanden, zu der es ohne Totalvernichtung keine Alternativen mehr gäbe.

Otto Basils unglaublicher Roman ist keine leichte Lektüre, kein Buch, das man eben so mal wegliest, es steckt voller Andeutungen, Rätsel und Querverweise, aber es ist zugleich äußerst amüsant, bitterböse und extrem lakonisch.

Cover des Buches Wenn das der Führer wüßte (ISBN: 9783852861975)
awogflis avatar

Rezension zu "Wenn das der Führer wüßte" von Otto Basil

Rezension zu "Wenn das der Führer wüßte" von Otto Basil
awogflivor 12 Jahren

Nach den euphorischen Rezensionen im Kurier war ich überzeugt, ein uraltes Schmankerl gefunden zu haben und wurde leider sehr enttäuscht.

Die Rahmenhandlung der Geschichte: Die Nazis haben den Krieg gewonnen und teilen sich mit ihren ehemaligen Verbündeten, den Japanern die Weltherrschaft. Nach dem Tod Adolf Hiltlers verursachen Nachfolgekämpfe und ein Angriff der ehemaligen Verbündeten, den 3. Weltkrieg inkl. Atomwaffeneinsatz und totalen Zerfall des Reiches und der "Sitten".
Ein kleiner geiler, sabbernder Bock namens Höllriegel stolpert durch dieses wagnerianische Universum der Götterdämmerung bzw. Endzeit und hat meist nichts anderes, als erotische Abenteuer im Kopf.

Wo in diesem Buch die von der Kritik besprochene Satire bleiben soll, ist mir schleierhaft, es erinnert mich mehr an die letzten Szenen von Apocalypse Now. Insofern ist die Geschichte extrem furchtbar und grotesk aber nicht ganz unspannend. Leider füllt Basil die Seiten zusätzlich noch mit seitenlangen elenden Aufzählungen anstatt wie Dick in seinem "The Man in the High Castle" ein paar satirische und gesellschaftskritische Ideen einfliessen zu lassen.

Wenn man das Werk als gruselige Fiktion betrachtet, war es für mich nicht vergebens, es zu lesen, aber es war eben ein bisschen mühsam.

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