Johann J Saar Geheimnisvolle Gewürzinseln

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Inhaltsangabe zu „Geheimnisvolle Gewürzinseln“ von Johann J Saar

Ende des 15. Jahrhunderts erreichten als erste Europäer portugiesische Schiffe Indonesien und das Kap der guten Hoffnung. Erst ein Monopol, das die Portugiesen vor allem auf importierte Gewürze beanspruchten, führte dann zu einem Zusammenschluss von neun niederländischen Kaufleuten zu einem Verband, der 1595 erstmals eine Schiffflotte nach Asien schickte. Die Expedition dieses Verbandes, der Eersten Schipvaart der Compagnie van Verre (Amsterdam), veranschaulichte dann im Heimatland, was möglich war. 1600 vereinigten sich die Amsterdamer Gesellschaften zur Geünieerde Amsterdamse Oostindische Compagnie, der der Amsterdamer Bürgermeister ein Handelsmonopol für Asien ausstellte. Die neuen Gesellschaften waren der ideale Hintergrund für jeden, der sein Glück auf eigene Faust wagen wollte und der Mythos Asien stand nach den vorhergegangenen Jahrhunderten der Eroberung und Ausbeutung Südamerikas im alten Europa in voller Blüte. Geboren wurde Johann Jacob Saar am 19. November 1625 in Nürnberg. Der Vater gehörte als Kauf- und Handelsmann und Mitglied des Größeren Rates zum gehobenen Bürgertum der mittleren Kaufleute und vermögenden Handwerker; derselben Schicht entstammte auch die Mutter. Ihren Sohn ließen die lutherischen Eltern „neben dem Catechismo im Lesen, Rechnen und Schreiben fleißig unterrichten“. Nach dem Tod seiner Mutter um 1637 verließ er Nürnberg, über die nachfolgenden Lebensjahre ist wenig bekannt. Man erfährt nur, er habe „in Ungarn und Oesterreich sich aufgehalten und eine zimliche Zeit unterschiedlichen Herren aufgewartet“. Es ist zu vermuten, dass der Vater seinen Sohn zur Ausbildung für die Kaufmannschaft in die Fremde schickte. Zu Ostern 1644 verließ er erneut die vom Dreißigjährigen Krieg schwer betroffene Vaterstadt, um sich im Norden als Handelsmann zu verdingen; vermutlich wählte er die Ostroute, die über Gotha nach Dresden und von dort auf der Elbe nach Hamburg führte. Als Saar in Hamburg keine Anstellung fand, ging er nach Amsterdam, wo die Suche nach einem Dienstherrn erneut scheiterte. Im Winter 1644/45 trat er als Soldat in die Dienste der Niederländischen Ostindiencompagnie. 1645/47 diente er in Batavia auf Großjava (heute Jakarta), auf Ambon und auf den Molukken. Seit 1647 war er hauptsächlich auf Ceylon eingesetzt und nahm an Expeditionen zu den Faktoreien der Compagnie in Gamrun (Persien) und Surat (Indien) teil. 1652/59 war er auf Ceylon am Krieg gegen die Portugiesen und an der Eroberung Colombos beteiligt, geriet mehrmals in portugiesische Kriegsgefangenschaft und wurde mehrmals verwundet. 1659 erhielt er seinen Abschied und kehrte 1660 wohlbehalten in die Niederlande und fünfzehn Jahre nach seiner Abreise in seine Vaterstadt zurück. Ob er in Niederländisch-Indien sein Glück gemacht hatte, ist offen; immerhin heißt es über ihn, er habe „heimlich soviel aus Ost-Indien gebracht, daß er damit gar wohl sey zufrieden gewesen, wiewohl er es sich gegen niemand mercken lassen“. Spärlich sind die Nachrichten über Saars letzte Lebensjahre. In der Nachfolge des anfangs 1659 verstorbenen Vaters versuchte er sich erneut als Kaufmann, im Juni 1661 ging er eine kinderlos gebliebene Ehe ein. Die Rückkehr in ein geordnetes Leben scheint ihm indes besser gelungen zu sein als anderen Ostindienfahrern. Die „fünfzehnjährigen Kriegsdienste“ hatten jedoch Spuren hinterlassen: „Gleich wie er aber in seinen blühenden Jahren nichts anders gehört und gesehen, als was Kriegsgeschäfte gewesen: also hat er auch in seinen, so zu reden, fruchtbringenden Jahren nichts anders als was zum Kriegen gehöret verwalten mögen. Deßwegen er dann in Kriegsverrichtungen gebraucht zu werden, sonderlich seinem Vatterlande zum besten, sich jederzeit verlangen lassen“. Johann Jacob Saars Schicksal erfüllte sich am 1. August 1664 bei St. Gotthard-Mogersdorf in der für die kaiserlichen Truppen siegreichen Entscheidungsschlacht des Ersten Türkenkrieges. Vermutlich gehörte er zu den ersten Toten im von der Reichsstadt Nürnberg gestellten Kontingent.
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