Johann Karl August Musäus Sagen vom Rübezahl

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Inhaltsangabe zu „Sagen vom Rübezahl“ von Johann Karl August Musäus

Droben im Riesengebirge, wo die Schneekoppe alle Gipfel überragt, da wohnt er: der Rübezahl. Man kennt ihn wohl als grimmigen Mann mit langem Bart, doch erscheint er dem, der sein Reich durchquert, auch als junger Edelmann, munterer Vogel oder gar als kalter Stein. Seine Launen sind stets unberechenbar: Mal führt er Wanderer neckisch in die Irre oder stellt Handwerker listig auf die Probe, mal hilft er einer armen Mutter, die für ihre Kinder nichts zu essen hat. Unzählige Sagen und Legenden ranken sich um seine Gestalt, und so ist Rübezahl auch weit über das Riesengebirge hinaus bekannt.
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  • «Weißt du auch,» entgegnete der Geist, «daß man mich hier nicht ungestraft ruft?»

    Sagen vom Rübezahl

    Kopf-Kino

    Auf den oft besungenen Sudeten haust in friedlicher Eintracht der berufene Berggeist, Rübezahl genannt, der das Riesengebirge berühmt gemacht hat. Dieser Fürst der Gnomen besitzt zwar auf der Oberfläche der Erde nur ein kleines Gebiet, von wenigen Meilen im Umfang, mit einer Kette von Bergen umschlossen. Aber unter der urbaren Erdrinde hebt seine Alleinherrschaft an und erstreckt sich auf achthundertsechzig Meilen in die Tiefe, bis zum Mittelpunkt der Erde. Wer kennt ihn nicht, den hünenhaften Bergherrn, den Fürst der Gnome, die Sagengestalt, den Beherrscher des Wetters, der im Riesengebirge, wo eisiger Schnee die Gipfel ummantelt, über sein Reich herrscht? Rübezahl wird er spöttisch von den Menschen genannt und erscheint ihnen in unzähligen Gestalten – mal als Edelmann, kopfloser Kutscher oder Schabernacker, um entweder fürchterliche Rache zu nehmen oder denjenigen zu helfen, die sein Herz rühren. Wie Rübezahl beispielsweise zu seinem Namen kam, den er selbst nicht leiden kann, und weshalb man jene Bezeichnung lieber nicht allzu laut und keck aussprechen sollte, sind nur wenige Geheimnisse, die diese Sammlung preisgeben. Dieser erste Versuch, das Studium der Menschenkunde zu treiben, konnte ihn unmöglich zur Menschenliebe erwärmen; er kehrte mit Verdruß auf seine Felsenzinne zurück, überschaute von da die lachenden Gefilde und wunderte sich, daß die Mutter Natur ihre Spenden an solche Brut verlieh. Als Knirps lauschte ich mit einem Gemisch aus Faszination und Gänsehaut den sowohl unheimlichen als auch lustigen Legenden, die sich seit Jahrhunderten um Rübezahl rankten. Damals verstärkte das charakteristische Knistern und Knacken der Schallplatte jenen Effekt gewiss. Da mein Großvater aus Schlesien stammte, verschlang ich, sobald ich des Lesens mächtig gewesen, ebenfalls die schriftliche Version. Dank dem Weimarer Gelehrten Johann Karl August Musäus, der den variationsreichen Stoff im 18. Jahrhundert in seiner Sammlung bearbeitete und aufnahm, können wir einer der bedeutsamsten volksmythologischen Figur der deutschen Märchen zwischen Druckerschwärze und Phantasie begegnen. Oft hielt eine unsichtbare Kraft einen ledigen Wagen, daß sechs rasche Pferde ihn nicht fortzuziehen vermochten, und ließ der Fuhrmann merken, daß er eine Neckerei von Rübezahl wähnte, oder brach er in Unwillen gegen den Berggeist aus, so hatte er ein Hornissenheer, das die Pferde wild machte, einen Steinhagel oder eine reichhaltige Tracht Prügel von unsichtbarer Hand zu erwarten. Die Legenden sind - da volkstümlich und alt – in der ursprüngliche Sprache der damaligen Zeit verfasst und demnach altertümlich, aber dennoch verständlich. Da die Formulierungen manchmal langatmig und für unsere Zeit fremdartig erscheinen, würde ich 'Rübezahl' eher für Grundschüler oder interessierten Vorschulkindern empfehlen. Ich selbst hatte damals mit manchen Wörtern meine Schwierigkeiten, der Kontext jedoch ließ mich problemlos in die alte Zeit der Mythen und Legenden abtauchen. Bei ängstlichen Kindern sollte man die Rübezahl-Geschichten mit Vorsicht genießen, da ihnen der Stoff eventuell zu gruselig erscheinen könnte. Meiner Meinung nach ist diese Sammlung jedoch nicht nur für Kinderohren bestimmt! Jedem, der sich für Legenden, Sagen, Märchen, Mythen und Sprachkunst begeistern kann, möchte ich Musäus' spannende Sammlung ans Herz legen. Dank den kurzen, aber informativen und schön geschriebenen Kapiteln steht der Hör- und Leselust nichts im Wege. Musäus' Sprache ist ein Gedicht! Heute, mit erwachsenen Augen, erfreue ich mich umso mehr daran. Gut, ich sehe natürlich ein, dass man diese Art der Kunstschrift mögen muss, um sich daran erfreuen zu können. Gelungen finde ich ebenfalls das Hörbuch aus dem Hause 'aragon', das Christian Rode, der Sprecher des Sherlock Holmes in der gleichnamigen Hörspielreihe der Verlagsgruppe Hermann / maritim-produktionen <3, mit markanter und stimmungsvoller Stimme vorträgt. So leicht war's, Rübezahls Freundschaft zu verscherzen; doch eben so leicht war's auch, sie zu gewinnen. Zusätzlich möchte ich die Gelegenheit nutzen, um auf eine der schönsten Sagensammlung aus der Feder Schwabs hinweisen.

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