Johann Scheerer Wir sind dann wohl die Angehörigen

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Inhaltsangabe zu „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ von Johann Scheerer

Johann Scheerer erzählt auf berührende und mitreißende Weise von den 33 Tagen um Ostern 1996, als sich sein Vater Jan Philipp Reemtsma in den Händen von Entführern befand, das Zuhause zu einer polizeilichen Einsatzzentrale wurde und kaum Hoffnung bestand, ihn lebend wiederzusehen.

»Es waren zwei Geldübergaben gescheitert und mein Vater vermutlich tot. Das Faxgerät hatte kein Papier mehr, wir keine Reserven, und irgendwo lag ein Brief mit Neuigkeiten.« Wie fühlt es sich an, wenn einen die Mutter weckt und berichtet, dass der eigene Vater entführt wurde? Wie erträgt man die Sorge, Ungewissheit, Angst und die quälende Langeweile? Wie füllt man die Tage, wenn jederzeit alles passieren kann, man aber nicht mal in die Schule gehen, Sport machen, oder Freunde treffen darf? Und selbst Die Ärzte, Green Day und die eigene E-Gitarre nicht mehr weiterhelfen?

Eine berührendauthentische Entführungsgeschichte

— dreamlady66

Eindrucksvolle Geschichte die auf einer wahren Begebenheit beruht. Leseempfehlung!

— Seehase1977

Traumatische Erlebnisse eines 13-Jährigen lassen den Leser mitfiebern und mitleiden.

— buchmachtkluch

Wow, tiefgründig und kaum vorstellbar wie schrecklich diese Zeit für Johann Scheerer gewesen sein muss.

— Sassenach123

beeindruckend, berührend und sehr spannend

— Kaffeetasse

Sehr emotionale Geschichte

— Vampir989

Selbstreflektorische, autobiografische Darstellung der Ausnahmesituation der Entführung des Vaters. Intensiv, mit eigenem "Sound".

— Gulan

Sehr berührende Autobiographie

— vronika22

Spannend wie ein Krimi und trotzdem sehr berührend.

— brenda_wolf

Beeindruckende Schilderung, wie der damals 13jährige Johann die Entführung seines Vater Jan Philipp Reemtsma erlebt hat. Geht an die Nieren.

— Xirxe

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  • Eine berührendauthentische Entführungsgeschichte

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    dreamlady66

    17. May 2018 um 12:59

    (Inhalt, übernommen)Johann Scheerer erzählt auf berührende und mitreißende Weise von den 33 Tagen um Ostern 1996, als sich sein Vater Jan Philipp Reemtsma in den Händen von Entführern befand, das Zuhause zu einer polizeilichen Einsatzzentrale wurde und kaum Hoffnung bestand, ihn lebend wiederzusehen.Zum Autor:Johann Scheerer, geboren 1982, gründete mit fünfzehn Jahren seine erste Band, nahm mit »Score!« 1999 sein erstes Album auf und ging auf Deutschlandtour. Nach dem Abitur bekam er einen Plattenvertrag für sein Soloprojekt »Karamel«, gründete 2003 das Tonstudio »Rekordbox« und 2005 »Clouds Hill Recordings«. Mittlerweile konnte er die einhundertste Veröffentlichung als Musiker und Produzent feiern.Schreibstil/Fazit:Der Autor Johann Scheerer beschreibt in seinem Buch die Entführung von Jan Philipp Reemtsma, und zwar aus der Sicht seines 13jährigen Sohnes.Er berichtet wahrheitsgetreu und authentisch die Gefühle, Gedanken und Ängste eines Jugendlichen seines Alters und seiner Mutter, die sie durchlebt haben.Der flüssige Schreibstil erleichtert dem Leser das Lesen und sämtliche Charaktere wurden genauestens beschreiben, so daß man sich besser in die verschiedenen Situationen (Ängste sowie langes ungewisses Abwarten) hineinfinden und mitfühlen konnte.Natürlich ist durch so ein schreckliches und dramatisches Geschehendie Kindheit sehr belastet und es braucht eine lange Zeit der Aufarbeitung, aber Ausllöschen oder Verdrängen kann man es niemals.Gott sei Dank gab es nach 33 Tagen durchlebter Ungewißheit ein gutes Ende. Ich empfehle daher dieses Buch mit seiner außerordentlichen deutschen Geschichte sehr gerne weiter, spannende Lesestunden sind Euch garantiert. Danke an vorablesen.de für dieses emotionale Leseexemplar!

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  • 33 Tage

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    Isabell47

    12. May 2018 um 08:01

    33 Tage lang war der Vater von Johann Scheerer in den Händen seiner Entführer und über 20 Jahre später erzählt er, der Sohn, wie es für ihn, als 13jährigen Jungen,  damals war.Er erzählt teilweise sehr detailliert, welche Gedanken er damals hatte und welche Erinnerungen er hat. So entsteht einerseits das Bild eines Jungen, der in seinem eigenen Zuhause, um seinen Platz "kämpfen" muss oder den Fernseher , der plötzlich nicht mehr zur Schule gehen darf und damit die Lateinarbeit verpasst. Vielleicht denkt mancher Leser hier, dass er sich an so Unwichtigkeiten wie die Lateinarbeit erinnert, aber ich denke ja genauso ist es, denn ich erinnere mich auch manchmal anscheinbar unwichtige Dinge. Andererseits wird auch das Zusammenleben der Menschen, die nun zusammentreffen, um über die Lage zu beraten und die Entführung zu einem guten Ende zu bringen, beschrieben und so bekomme ich als Leser eine Ahnung davon, unter welchem Druck Johann und seine Mutter gestanden haben. Auch lässt das Buch einen sehr privaten Blick zu und damit ist der Entführte Jan Philipp Reemtsma nicht nur reiche Erbe, sondern ein Vater, der mit seinem Sohn fernsieht, liest, lernt und absolut nicht ordentlich ist, der versucht hat seinen Sohn normal aufwachsen zu lassen und zwar ohne Zäune am Grundstück etc. Die Geschichte zeigt ganz deutlich wie schwer die Zeit für Johann gewesen sein muss , denn als Teenager befindet er sich gerade in der Phase der Abgrenzung, gleichzeitig sucht er auch die Auffmerksamtkeit seines Vaters und nun muss er alles der Angst während der Entführung unterordnen. Das Buch hat mich zutiefst bewegt, es wirkt gerade wegen kleiner Detaills sehr authentisch und macht klar, dass die Entführung das Leben für immer für alle Beteiligten verändert hat.

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  • Die Geschichte einer Entführung - aufwühlend und bewegend

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    Seehase1977

    10. May 2018 um 13:06

    Als der 13jährige Johann Scheerer an einem Morgen, der wie jeder andere hätte sein können, von seiner Mutter geweckt wird, ändert sich sein Leben auf abrupte Weise. Die Nachricht, dass sein Vater entführt wurde, weckt eine nie vorher gespürte Angst in dem Jungen. Johann Scheerer erzählt von der Sorge, der Ungewissheit und der allgegenwärtigen Angst, den Vater nicht mehr lebend wieder zu sehen. Er veranschaulicht aber auch die quälender Langeweile die über einen kommt, wenn man nicht zur Schule gehen kann, seine Freunde nicht treffen darf und selbst die liebsten Hobbys plötzlich keinen Spaß mehr bringen. "Johann Scheerer erzählt auf berührende und mitreißende Weise von den 33 Tagen um Ostern 1996, als sich sein Vater Jan Philipp Reemtsma in den Händen von Entführern befand, das Zuhause zu einer polizeilichen Einsatzzentrale wurde und kaum Hoffnung bestand, ihn lebend wiederzusehen." Meine Meinung: In seinem Buch „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ erzählt Johann Scheerer seine Geschichte über die Entführung seines Vaters Jan Philipp Reemtsma im Jahr 1996. Seine ergreifenden und detaillierten Erinnerungen an diese schreckliche Zeit haben mich beeindruckt und berührt. Scheerer erzählt eindrucksvoll, wie er 1996, als 13jähriger Junge, die Entführung seines Vaters erlebt hat. Der Leser erfährt von zahlreichen Entführer-Briefen und angsteinflößenden Anrufen, von gescheiterten Geldübergaben und vom amateurhaftem Agieren der Polizei. Eine Situation, die für die ganze Familie eine große Anspannung und Belastung gewesen sein muss, die man nie selbst am eigenen Leib erfahren möchte. Die Erinnerungen an diese schicksalhafte und belastende Zeit scheinen noch immer allgegenwärtig zu sein und erwecken den Eindruck, als sei dies alles erst kürzlich geschehen.  Neben all den dramatischen Erlebnissen und Einblicken, die man nun einmal bekommt, wenn das Zuhause plötzlich zur Einsatzzentrale wird und das Leben des Vaters am seidenen Faden hängt, ist Johann Scheerer aber auch einfach ein ganz normaler 13jähriger. Er will Freunde treffen, seinen Hobbys nachgehen und lachen. Doch darf man in solch einer Situation überhaupt lachen und Spaß haben? Leidet er nicht angemessen unter der zermürbenden Situation? Liebt er seinen Vater etwa nicht genug? Das schlechte Gewissen und die widersprüchlichen Gefühle des Jungen sind präsent und greifbar.  Stellenweise war mir die Schreibweise von Johan Scheerer etwas zu neutral und kühl. Dennoch sind seine Ausführungen bewegend und gehen unter die Haut. Man kann sich nur annähernd vorstellen, was Johann, aber auch seine Familie für quälende Gedanken gehabt haben müssen, wie es sein muss, täglich mit der Angst aufzuwachen, einen geliebten Menschen nie mehr lebend wieder zu sehen. Mein Fazit: „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ von Johann Scheerer zeigt die Reemtsma-Entführung aus dem Jahr 1996 aus einem völlig anderen Blickwinkel. Eindrucksvoll schildert der damals 13jährige Sohn des Entführten seine Erinnerungen an diese 33 Tage voller Hoffnung, Angst und Langeweile, aber auch das zwiegespaltene Verhältnis zu seinem Vater. Ein eindringliches Buch welches mich zwar nicht auf allen Ebenen hundertprozentig überzeugen konnte, das mich aber dennoch berührt und erschüttert hat und das eine Leseempfehlung verdient hat.

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  • 33 Schicksalstage

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    buchmachtkluch

    08. May 2018 um 15:22

    Johann Scheerer war 13 Jahre als, als sein Vater Jan Philipp Reemtsma 1996 entführt wurde. Rückblickend erzählt der Sohn über die 33 Tage dauernde Anspannung und große Angst um das Opfer. Diese extreme Ausnahmesituation schildert der Autor sehr eindringlich und nachvollziehbar. Manches mutet aus heutiger Sicht geradezu absurd an, emotional ist der Leser immer auf seiten des Jungen, dessen jugendliche Unbekümmertheit unter diesem Schicksalsschlag zu leiden hat. Dass neben der Spannung auch komisch-humorvolle Momente sichtbar werden, ist ein Verdienst des heute 35-Jährigen. Derart belastende Situationen suchen sich eben ein Ventil, um sie überhaupt ertragbar zu machen. Bei manchen Textpassagen erscheinen die Gedankengänge zwar ausgesprochen untypisch und äußerst detailliert für einen 13-Jährigen. Aber aus der Distanz von mehr als zwei Jahrzehnten ist es verständlich, wenn die Erfahrungen und Erkenntnisse des heutigen Erwachsenen teilweise auf den Jugendlichen projiziert werden. interessant ist es, das Buch als Pendant zu Reemtsmas persönlicher Aufarbeitung der schrecklichen Erlebnisse ("Im Keller") zu lesen, um die Ereignisse aus der anderen Perspektive zu erfassen.

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  • Wir sind dann wohl die Angehörigen

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    abetterway

    05. May 2018 um 19:11

    Inhalt:"Es waren zwei Geldübergaben gescheitert und mein Vater vermutlich tot. Das Faxgerät hatte kein Papier mehr, wir keine Reserven, und irgendwo lag ein Brief mit Neuigkeiten.« Wie fühlt es sich an, wenn einen die Mutter weckt und berichtet, dass der eigene Vater entführt wurde? Wie erträgt man die Sorge, Ungewissheit, Angst und die quälende Langeweile? Wie füllt man die Tage, wenn jederzeit alles passieren kann, man aber nicht mal in die Schule gehen, Sport machen, oder Freunde treffen darf? Und selbst Die Ärzte, Green Day und die eigene E-Gitarre nicht mehr weiterhelfen?"Meinung:Also der Schreibstil ist sehr flüssig und packend, man wird in das buch gezogen und kann es durch die Spannung nur schwer bei Seite legen. Die Sichtweise des Sohnes ist sehr interessant, da man einmal einen anderen Einblick in eine Entführung bekommt. Die Angst und Anspannung ist greifbar und erschreckend. Soetwas wünsch man keinem. Wirklich toller Roman, der spannend wir ein Krimi ist. Ich finde das Buch wirklich sehr lesenswert. Fazit:Absolut Leseempfehlung

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  • Mutig

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    Larischen

    29. April 2018 um 17:28

    Der Autor Johann Scheerer ist der Sohn von Jan Philipp Reemtsma und so ändert sich am 26. März 1996 sein Leben schlagartig, als seine Mutter dem Dreizehnjährigen von der Entführung des Vaters berichtet. Johanns erster Gedanke gilt der Lateinarbeit, die er nun verpassen wird. Doch langsam wird ihm bewusst, was es bedeutet zu den „Angehörigen“ zu gehören. Im Haus der Familie wird ein polizeiliches Krisenzentrum eingerichtet und das Leben dreht sich nur noch um das Klingeln des Telefons, die Geldübergabe und Lebenszeichen des Vaters. Johann Scheerer erzählt in „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ sehr authentisch und berührend von der wohl schwersten Zeit in seinem Leben. Ich hatte mich noch nie intensiv mit der Reemtsma-Entführung auseinander gesetzt, weil ich zum damaligen Zeitpunkt auch noch zu jung war. Dennoch hat vermutlich jeder schon mal von dieser Entführung gehört. Ich finde es total schwer, das Buch zu beschreiben, denn interessant klingt so sehr nach Gaffer. Ich fand es sehr beeindruckend, wie ehrlich der Autor seine eigenen Gedanken und Gefühle beschreibt. Er gibt tatsächlich einen Einblick in sein Seelenleben, was ich als sehr mutig empfinde. Besonders erschrocken war ich von der geschilderten Polizeiarbeit. Wenn man es aus Sicht des Sohnes liest, so ist da doch einiges schief gelaufen. Johann Scheerer hat einen sehr eingängigen Schreibstil und ich konnte mich total gut in ihn hineinversetzen. Vielleicht auch, weil er dann altersmäßig doch nicht so weit von mir entfernt ist und ich zumindest seinen Musikgeschmack teilweise teil(t)e. „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ von Johann Scheerer ist eine sehr ehrliche Erzählung zur wohl schwersten Zeit seines Lebens, die ihn bis heute beeinflusst.

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  • Eindringlich

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    ManuelaBe

    24. April 2018 um 19:15


  • Sehr interessant und berührend

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    connychaos

    20. April 2018 um 21:25

    Johann Scheerer, der Sohn von Jan Philipp Reemtsma, erzählt nach 22 Jahren die Geschichte der Entführung. Am 25. März 1996 wurde sein Vater entführt und 33 Tage festgehalten, Johann war damals 13. Der Schreibstil liest sich sehr leicht und flüssig. Es ist dem Autor sehr gut gelungen, sich in sein 13-jährige Ich zu versetzen. Diese Autobiografie ist sehr mitreißend und spannend geschrieben. Obwohl ich den Ausgang der Entführung damals in den Medien verfolgte und auch wusste, wie das Ganze ausging, war es sehr packend. Ich fieberte mit und musste unbedingt weiterlesen und erfahren, wie es weitergeht. Ich habe dieses Buch deshalb binnen weniger Stunden in einem Rutsch ausgelesen. Sehr berührend erzählt der Autor seine Geschichte und lässt auch den Galgenhumor nicht zu kurz kommen. Mich hat die Lektüre emotional sehr berührt, ich habe so manche Träne vergossen aber auch geschmunzelt.

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  • Auf der Suche nach der eigenen Vergangenheit

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    Clari

    19. April 2018 um 19:48

    Ein 13 jähriger Junge erlebt unerwartet und schockierend den Zusammenbruch seiner Welt der Geborgenheit und Sicherheit.Johann Scheerer ist der Sohn von Jan Philipp Reemtsma, dem anerkannten und tief in seine Bücher versunkenen Sozialwissenschaftler. Man besitzt zwei Häuser in Hamburg und ist wohlhabend. Der Vater pflegt abends nochmals in seinem Haus mit den vielen Büchern zu verschwinden. Als er an jenem Abend um Ostern 1996 herum nicht wieder im Haus der Mutter erscheint, wird diese unruhig, und es beginnt eine unruhige und dramatische Suche nach dem Vater. Man erfährt sehr bald, dass er entführt wurde, um ein hohes Lösegeld mit seiner Freilassung zu erpressen. Die Geschichte machte Furore und hielt ein ganzes Volk in Atem.Johann Scheerer berichtet über seine Erinnerungen an die dramatische Nacht und deren Folgen. Im Haus wimmelt es von Freunden der Familie, Anwälten und Polizeiangehörigen.Es wird alles versucht, um möglichst kein Aufsehen zu erregen. Mehrere Geldübergaben scheitern und es folgen bange Tage des Wartens, der Verzweiflung im Wechsel mit Hoffnung.Der Junge macht sich seine eigenen Gedanken, die den Tod des Vaters einschließen. Er bildet mit der Mutter eine Einheit, obwohl sie immer wieder versucht, ihn vor den gröbsten Enttäuschungen zu bewahren.Mit einer gewissen Distanz, gelegentlichem Humor immer aber mit kritischem Blick sucht der Junge der größten Verzweiflung Herr zu werden. Er beobachtet, registriert und bleibt bei einer sehr trockenen Darstellung. Ihm haftet keine Sensationslust, Eitelkeit und Aufgeregtheit an. Mit Einsamkeit lässt sich wohl sein Gemütszustand am ehesten beschreiben. Es gibt wirklich nur einen Freund, dem er sich mitteilt.Die Atmosphäre verzweifelter Entschlossenheit gepaart mit irrlichternden Strategieversuchen, einen Ausweg zu finden, teilt sich dem Leser durch die Darstellung von Johann Scheerer unmittelbar mit. Man kann sich vorstellen, was es für einen pubertierenden Jugendlichen bedeutet, gerade in der jugendlichen Ablösungsphase durch das Ereignis aller Lösungsmöglichkeiten beraubt zu werden. Die Sorge um den Vater gibt dem Jungen nur schwer eine Möglichkeit, zuzulassen, dass ihn und den Vater gravierende Interessensunterschiede trennen. Ob Musik oder Bücher: Johann geht einen eigenen Weg und lässt sich vom Vater nicht davon abbringen. Die Erzählung lässt vermuten, dass hier ein spannungsreicher Konflikt aufgeschoben wird, weil das Wohl des Vaters über allem steht. Deutlich wird aber auch, wie sehr Jam Philipp an seiner kleinen Familie hängt und um seine Wiederkehr bangen muss.Wir wissen, wie die Geschichte ausging. Johann Scheerer hat ihr einen eigenen Klang verliehen, mit dem man aus Sicht eines Jungen spannungsreiche und die Nerven angreifende Stunden und Tage erlebt. Es lohnt sich, das Buch zu lesen!Johann Scheerer wird aus der Lektüre als eigenständiger, klarer und seinen eigenen Weg meisternder Mensch sichtbar.

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  • Bewegend

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    kleine_welle

    18. April 2018 um 20:52

    Am 25. März 1996 wird Jan Philipp Reemtsma entführt. Dieses Buch wurde von seinem Sohn geschrieben, der in diesem beschreibt wie er den Schrecken der kommenden Wochen erlebt hat. Das Cover ist schlicht und einfach gut. Nicht zu reißerisch, aber trotzdem fällt es einem direkt ins Auge. Das Buch steigt ohne große Umschweife mit der Entführung ein. Aber trotzdem erfährt man als Leser auch einiges über die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Was für mich das Buch noch authentischer gemacht hat, waren die vielen Sprünge in der Erzählung. Es scheint vielleicht nach außen hin chaotisch oder unorganisiert, aber auf mich wirkte das wie die Gefühlswelt eines dreizehnjährigen Jungen. Viele Gedanken gehen einem durch den Kopf und Johann Scheerer hat diese wunderbar zu Papier gebracht und bringt dem Leser dieses einschneidende Ereignis noch näher.Dazu kommt der etwas berichtende Stil, der aus diesem Buch keinen Quasi-Roman macht, sondern mich als Leser den wahren Hintergrund nicht vergessen lässt. Man liest dieses Buch und kann einfach nicht glauben, was dieser Junge erleben bzw. aushalten musste. Und wie die Erwachsenen um ihn herum Dinge zur Entführung zu verheimlichen versuchen, was ja nur ganz klar und natürlich ist.Und doch erfährt man noch so einige Fakten, die Johann Scheerer mit einfließen lässt, aber immer ganz klar hervorhebt, dass er das zum damaligen Zeitpunkt noch nicht wusste.Mich hat vor allem beeindruckt, wie ehrlich er zu den Lesern ist. Es scheint nichts beschönigt zu werden und er gibt ganz deutlich seine Gedanken und Befürchtungen zu erkennen. So zum Beispiel auch, dass er nicht damit rechnet seinen Vater lebend wiederzusehen. Oder seinen Wunsch bzw. sein Bedürfnis nach „Normalität“. Die manchmal auch ein Raum voller Polizisten sein kann. Er beschreibt all diese Dinge so klar, dass ich einfach nur erstaunt was, wie präsent diese Entführung noch immer ist.Wie klar vor Augen er diese Wochen noch haben muss, um einen so erschreckenden Bericht zu verfassen. Und dabei möchte er nicht mit irgendwem abrechnen (obwohl man das an einigen Stellen nicht verdenken könnte) oder die Entführer an den Pranger stellen, er möchte anscheinend „nur“ seine Sicht der Dinge erzählen. Nachdem die Entführung beendet wurde, endet auch bald das Buch.Man bekommt noch einen kleinen Einblick, wie belastend diese noch nach vielen Jahren ist und das ist meiner Meinung nach ein runder Abschluss.Mein Fazit: Dieses Buch lässt einen keine Sekunde vergessen, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt und von einem der Angehörigen geschrieben wurde. Man bekommt einen interessanten Einblick in die Gedankenwelt des damals dreizehnjährigen Johann und ist schockiert, was ein Kind so alles aushalten muss oder vielleicht auch kann. Und doch bleibt immer die Hoffnung. Ein heftiges Buch, aber genauso gut. 

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  • Eine Entführung aus der Sicht der Angehörigen

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    camilla1303

    15. April 2018 um 17:52

    Der autobiografische Roman „Die Geschichte einer Entführung“ von Johann Scheerer ist mit dem Untertitel „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ 2018 im Piper Verlag erschienen. Johann Scheerer erzählt auf berührende und mitreißende Weise von den 33 Tagen um Ostern 1996, als sich sein Vater Jan Philipp Reemtsma in den Händen von Entführern befand, das Zuhause zu einer polizeilichen Einsatzzentrale wurde und kaum Hoffnung bestand, ihn lebend wiederzusehen. Die Entführung von Jan Philipp Reemtsma wird aus der Sicht seines damaligen jugendlichen Sohnes erzählt. Wie muss es sich anfühlen eines morgens geweckt zu werden und zu erfahren, dass der eigene Vater entführt wurde? Wie muss es sich anfühlen, mit niemandem darüber reden zu können, missglückte Geldübergaben zu erleben und der Polizei bei einer Arbeit zuzusehen, von der die Polizisten offensichtlich keine Ahnung haben? Johann Scheerer schafft es dabei die LeserInnen emotional zu bewegen. Und obwohl man aus den Medienberichten weiß, dass die Entführung gut ausgeht, hat er es geschafft bis zum Schluss einen Spannungsbogen zu erzeugen, der mir auch im Nachklang Gänsehaut beschert.

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  • beeindruckend, berührend und sehr spannend

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    Kaffeetasse

    15. April 2018 um 17:10

    Niemand kann sich vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn der eigene Vater entführt wird und 33Tage lang das Leben weiter geht und der Vater nicht auftaucht. 1996 ist dem jungen Johann Scheerer genau das passiert, als sein Vater Jan Philipp Reemtsma entführt wird. Dieses Buch beruht auf wahren Begebenheiten und schildert das, was der Junge damals erlebt hat. Bei der Lektüre wird deutlich, wie klar Scheerer diese Tage noch im Kopf hat, als hätten diese sich förmlich eingebrannt. Als Leser kann man nur erahnen, was das Kind damals gefühlt haben muss. Ich empfand das Buch als extrem spannend, auch wenn man natürlich weiß, wie die Entführung ausging. Dennoch war ich erstaunt über die stümperhafte Polizeiarbeit, das hatte ich so nicht erwartet und das hat natürlich auch der Junge mitbekommen. Erstaunlich reflektiert schildert Scheerer hier seine Gedanken. Ich habe das Buch förmlich verschlungen, es übte eine ganz eigene Faszination auf mich aus und ich wollte es kaum aus der Hand legen. Wirklich gut geschrieben, berührend und tiefgehend. 

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  • tolles Buch

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    Simi159

    14. April 2018 um 12:35

    „Wie waren aus unserem Universum hinaus katapultiert worden. Die Zeit, wie wir sie kannten, existierte nicht mehr“ (Seite 19) Dies ist die Feststellung und Beschreibung einer Situation, die Johannes Scheerer, vor 22 Jahren traff. Am 25. März 1996 ist sein Vater, Jan -Phillipp Reemtsma, entführt und erst 33 Tage danach wieder freigelassen worden. bis dahin war Johanns Leben ein ganz normales. Weder war er sich bewußt, wieviel Gled seine Familie besitzt, noch wurde er abgeschottet oder rund um die Uhr beschützt.  Und jetzt, jetzt kommen unbekannte Polizeibeamte ins Haus, eine ungewissen Zeit des Wartens und der Langeweile beginnt und das bisherige Leben ist und scheint nicht mehr möglich…Denn auch wenn er und seine Mutter hoffen, dass sein Vater in wenigen Tagen wieder da sein wird, glaubt Johann, seinen Vater nicht mehr lebend wieder zu sehen. Als Leser weiß man, wie lange diese Zeit des Wartens werden wird, man weiß, dass Vater und Sohn sich wieder sehen werden. Und doch kann man beim Lesen dieses Buches, jedes Gefühl, jedem Wende und auch die Langeweile nachvollziehen. Denn Johann Scheerer nimmt den Leser mit, in seine Welt als 13 Jährigem, der sehr persönlich- sensibel und doch nüchtern- abgeklärt von diesen 33 Tagen erzählt. Das nüchtern-abgeklärte mag an den 22 Jahren liegen, die zwischen dem Ereignis und heute liegen., doch es ist das Kind das seine Hilflosigkeit, sein nicht wissen, was er mit der Zeit tun soll, sein Hoffen aus ein Wiedersehen mit dem Vater, ein Glauben, dass dies nicht der Fall sein wird, sein Musik hören und sein Zeit totschlagen vor dem Leser ausbreitet und einen diese 33 Tage erleben läßt. Man kann es sich von „Außen“ nicht vorstellen, was solch eine Entführung mit einer Familie macht, die dies erlebt hat. Die präzise Schilderung dieser 33 Tage macht es begreifbarer, doch während der Leser in diesen autobiographischen  Roman einsteigen-jeder Zeit anhalten- und wieder absteigen kann. Haben diese 4 1/2 Wochen das Leben von Johann und seinen Eltern nachhaltig verändert. Beeindruckend, bis auf den Fakt, dass die Polizei sehr dilettantisch und Amateur mäßig gearbeitet und sich bei diesem Entführungsfall nicht mit Ruhm bekleckert hat. Die Unbeschwertheit der Kindheit ist mit einem Schlag weg, und das Leben danach auch nie mehr so beschaulich leicht…und doch scheinen alle drei ihren Frieden, sofern möglich, damit gemacht zu haben. Auch wenn viele Narben bei der kleinsten Berührung schmerzen.  Ein tolles Buch, gerade weil es so ruhig und präzise ist.  5 STERNE.

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  • Entführung hautnah

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    Maddinliest

    12. April 2018 um 21:03

    Am 25. März 1996 veränderte sich das Leben von Jan Phillip Reemtsma und seiner Familie maßgeblich. Der bekannte Sohn des Zigarettenfabrikanten wurde entführt und befand sich für lange 33 Tage in der Gewalt seiner Entführer. Sein Sohn Johann schildert 20 Jahre nach den traumatischen Erlebnissen in "Wir sind dann wohl die Angehörigen" seine Sicht der damaligen Tat. Johann Scheerer erzählt seine Erlebnisse sehr ergreifend. Er beschreibt sehr authentisch und offen die Zeit aus der Sicht eines 13-jährigen Jungen und legt offen, welche Auswirkungen eine solche Entführungen auch auf die Angehörigen hat. Die Normalität des alltäglichen Leben ist mit einem Schlag ausgelöscht. Es beginnt die Zeit des Bangen und Hoffens auf ein baldiges und gutes Ende, wobei sich immer wieder Schreckens-Szenarien in den Köpfen breit machen. Hier ist sicherlich Selbstbeherrschung gefragt, um die nötige Ruhe aufzubringen, die in der außergewöhnlichen Situation von Nöten ist. Immer wieder habe ich die Kraft von Johann und seiner Mutter bewundert, wie sie eigentlich niemals die Hoffnung aufgeben und für ein glückliches Wiedertreffen kämpfen. Die 33 Tage der Entführung werden aber auch für die beiden zur Tortur. Gerade der Kampf gegen die Zeit, in der sie größtenteils machtlos der Tatenlosigkeit ausgesetzt sind, stellt sich als große Herausforderung dar. Johann Scheerer beschreibt auch, wie sich die Entführung durch personenbedingte Fehler und unglückliche Umstände unnötig in die Länge zog. "Wir sind dann wohl die Angehörigen" konnte mich wirklich fesseln und gerade der reale Hintergrund der Geschichte und die persönliche Betroffenheit des Autors machten das Buch zu einem lesenswerten Erlebnis. Ich empfehle dieses besondere Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen!!

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  • sehr emotionale Geschichte

    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    Vampir989

    11. April 2018 um 20:57

    Klapptext: Johann Scheerer erzählt auf berührende und mitreißende Weise von den 33 Tagen um Ostern 1996, als sich sein Vater Jan Philipp Reemtsma in den Händen von Entführern befand, das Zuhause zu einer polizeilichen Einsatzzentrale wurde und kaum Hoffnung bestand, ihn lebend wiederzusehen. In diesem Buch geht es um die Entführung von Jan Philipp Reemtsma.Sein Sohn erzählt uns hier wie er als damals Jgendlicher diese Enführung erlebt hat. Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch und wurde nicht enttäuscht.Ich bewundere Johann dafür das er sich getraut hat darüber zu schreiben. Der Schreibstil ist leicht und flüssig.ich bin mit dem Lesen sehr gut voran gekommen.Die Seiten flogen nur so dahin.Ich wollte das Buch kaum noch aus den Händen legen. Alle Charaktere wurden sehr gut beschrieben und ich konnte Sie mir sehr gut vorstellen. Johann berichtet uns schonungslos und wahrheitsgetreu von diesen 33 Tagen der Entführung.Gedanken,Gefühle und Emotionen beschreibt er sehr bewegend.Ich konnte mir richtig vorstellen wie er sich gefühlt haben muss.Irgendwie fühlte er sich einsam und allein gelassen.Immer die ständige Angst,das endlose Warten auf die hoffentlich bald endende Entführung.Dazu kommt die wirklich katastrophalen und unfähigen Ermittlungen  und Arbeiten der Polizei.Die hat mich schockiert und ich konnte nur mit dem Kopf schütteln.Das Johann sich in die Welt der Musik flüchtete und sich dadurch etwas freier fühlte,konnte ich sehr gut nachvollziehen.Auch beschreibt Johann sehr gut wie die seine Familie mit dieser Situation klar kommt.Johann hat mich mit seiner Geschichte tief berührt und emotional sehr bewegt. Das Cover finde ich auch sehr gut gewählt.Es passt perfekt zu dieser Geschichte und rundet das geniale Werk ab. Ich hatte viele lesenswerte Momente mit dieser Lektüre und vergebe glatte 5 Sterne.

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