Wir sind dann wohl die Angehörigen

von Johann Scheerer 
4,8 Sterne bei38 Bewertungen
Wir sind dann wohl die Angehörigen
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Ein bewegendes Buch, in dem Johann Scheerer über die dramatische Zeit der Entführung seines Vaters Jan Philipp Reemtsma berichtet.

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Teilweise fand ich es langatmig, aber vielleicht sollte es taktisch auch die Langeweile der Angehörigen widerspiegeln.

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Inhaltsangabe zu "Wir sind dann wohl die Angehörigen"

Johann Scheerer erzählt auf berührende und mitreißende Weise von den 33 Tagen um Ostern 1996, als sich sein Vater Jan Philipp Reemtsma in den Händen von Entführern befand, das Zuhause zu einer polizeilichen Einsatzzentrale wurde und kaum Hoffnung bestand, ihn lebend wiederzusehen.

»Es waren zwei Geldübergaben gescheitert und mein Vater vermutlich tot. Das Faxgerät hatte kein Papier mehr, wir keine Reserven, und irgendwo lag ein Brief mit Neuigkeiten.« Wie fühlt es sich an, wenn einen die Mutter weckt und berichtet, dass der eigene Vater entführt wurde? Wie erträgt man die Sorge, Ungewissheit, Angst und die quälende Langeweile? Wie füllt man die Tage, wenn jederzeit alles passieren kann, man aber nicht mal in die Schule gehen, Sport machen, oder Freunde treffen darf? Und selbst Die Ärzte, Green Day und die eigene E-Gitarre nicht mehr weiterhelfen?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492059091
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.03.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 08.03.2018 bei tacheles! erschienen.

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    -nicole-s avatar
    -nicole-vor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Ein bewegendes Buch, in dem Johann Scheerer über die dramatische Zeit der Entführung seines Vaters Jan Philipp Reemtsma berichtet.
    Ein sehr persönlicher Einblick in eine schwere Zeit

    Die Geschichte einer Entführung…

    Am 25. März 1996 änderte sich das Leben des damals dreizehnjährigen Johann Scheerer auf dramatische Weise – an diesem Morgen teilte seine Mutter ihm mit, dass sein Vater Jan Philipp Reemtsma entführt wurde. Unter Schock versuchte der Junge, diese unfassbare Nachricht zu verarbeiten. Die Stunden des Wartens, zwischen Bangen und Hoffen wurden unerträglich. Niemand rechnete damals damit, dass dieser Zustand 33 Tage anhalten würde.
    Hier beschreibt Johann Scheerer auf ganz eigene Art, wie er als dreizehnjähriger Teenager die damaligen Wochen der Entführung erlebt hat.

    „Es schien mir absurd. Mein Vater entführt? Warum? Zwanzig Millionen. Was war das für eine Zahl? Meine Mutter hatte mit dem Finger über die Nullen fahren müssen, um die Zahl zu begreifen.“
    – Seite 14

    In seinem Buch „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ erzählt Johann Scheerer, wie im Jahr 1996 die Entführung seines Vater Jan Philipp Reemtsma erlebte. Neben der großen Angst, seinen Vater vielleicht nicht mehr lebend wieder zu sehen, schildert er detailreich verschiedene Situationen und wie er in diesen bestimmten Stunden empfand. Es wird sehr berührend – man bekommt einen guten Einblick in die schreckliche Situation, die so unglaublich erscheint. Neben den damaligen Ereignissen erzählt Johann Scheerer auch etwas aus seinem Leben – wie er aufgewachsen ist, wie sein Verhältnis zu seinem Vater in der Kindheit war und wie er ihn wahrgenommen hat.
    Bedrückend sind auch die Briefe, die Reemtsma während seiner Gefangenheit an seinen Sohn und seine Frau schrieb – auch hier bekommt man sehr persönliche Einblicke.
    Viele Details der Entführung erfuhr Johann laut diesem Buch erst viel später. Der Schreibstil ist klar und gut gewählt – als Leser geht einem diese Geschichte sehr nahe.

    „Das verheimlichte Foto. Der Panikbrief. Von alldem wusste ich damals noch nichts. Ich spürte nur die angespannte Situation zwischen allen im Haus und mir. Ich wusste, dass im Hintergrund mehr passierte, als ich mitbekam, hatte aber Angst vor den Details. Angst, dass sie zu schrecklich waren, aber vor allem Angst, dass ich nichts damit würde anfangen können." – Seite 116

    Mein Fazit: Ein bewegendes Buch, in dem Johann Scheerer von den dramatischen Ereignissen der Reemtsma-Entführung berichtet. Er beschreibt hier sehr genau, wie er diese unwirkliche Zeit zwischen Hoffnung und Angst erlebt hat und gibt einen Einblick in diese 33 Tage, die sein Leben für immer veränderten. Sehr lesenswert.

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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor einem Monat
    ‚Wie fühlt es sich an, wenn man nichts fühlt?‘

    Im Rahmen meines Psychologie-Studiums habe ich vor vielen Jahren ein Seminar zum Thema Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) belegt und dort ein Referat über ‚PTBS nach Folter und politischer Gewalt‘ gehalten. Der Professor hatte mir damals zur Vorbereitung u.a. ‚Im Keller‘ von Jan-Philipp Reemtsma ans Herz gelegt, und ich kann mich noch gut erinnern, wie stark mich das Buch beschäftigt hat und dass ich mir viele Sätze angestrichen habe, die ich heute noch auswendig kenne.

    Fünfzehn Jahre später habe ich das Buch von Reemtsmas Sohn Johann Scheerer in den Händen gehalten und war gespannt, was der Sohn von der Entführung seines Vaters erzählt, welche Gedanken und Gefühle er mit dem Leser teilt.

    Scheerer erzählt in seinem Buch ‚Wir sind dann wohl die Angehörigen‘ nicht nur von der Entführung seines Vaters am 25. März 1996, von den schweren Stunden und Tagen, als Scheerer und seine Mutter kaum zu hoffen wagten, dass Reemtsma überleben wird, sondern er bietet dem Leser auch Einblicke in seine Kindheit, seine Familie und ins Leben mit seinem Vater.

    Scheerer beschreibt dabei glaubhaft und anschaulich die Gefühle von Dissoziation, die er in den ersten Tagen erlebt hat, berichtet von widersprüchlichen Gefühlen der Erleichterung (weil er eine gefürchtete Latein-Arbeit nicht mitschreiben musste), der Scham aufgrund dieser Erleichterung, der Angst und von der Gewissheit, dass sein Vater gefoltert und getötet werden wird oder vielleicht schon tot ist.

    Scheerer schreibt in anspruchsvoller Sprache, und seine minutiösen Beschreibungen der Abläufe, der Gefühle und Gedanken sorgen für eine gespenstische Lektüre, die einem die Angst, die Anspannung und die Befürchtungen der 33 Tage währenden Entführung extrem nahebringen.

    Auch die Schilderungen der Befreiung Reemtsmas, der Zeit nach der Entführung und der Auswirkungen auf die Familie sowie auf das Verhältnis der Familienmitglieder zur Außenwelt wurden emotional bewegend und authentisch wiedergegeben. Insgesamt finde ich es erstaunlich, wie detailliert Scheerers Erinnerungen an die Geschehnisse von vor 22 Jahren sind, wie lebendig er von den Ereignissen schreibt, und wie elaboriert sein Auseinandersetzen mit der Thematik ist.

    ‚Wir sind dann wohl die Angehörigen‘ hat mich sehr beeindruckt und berührt, erzählt die Geschichte der Entführung Reemtsmas aus anderer Perspektive und ist genauso brilliant erzählt wie ‚Im Keller‘ von Reemtsma selbst.

    ‚Alles ist, wie es war, nur paßt es mit mir nicht mehr zusammen. Als trüge ich eine Brille, die alles einen halben Zentimeter nach links oder rechts verschiebt. Ich kann nichts mehr greifen, der Tritt faßt die Stufe nicht mehr. Oder als seien die Oberflächen der Dinge leicht gebogen, als würde nichts mehr Halt finden, das ich hinstellen möchte. Welt und ich passen nicht mehr.‘ (Jan-Philipp Reemtsma: ‚Im Keller‘, Rowohlt 2002, Seite 220f)

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    melanieliests avatar
    melanieliestvor einem Monat
    Ein absolutes Lebenslesehighlight

    kostenloses Rezensionsexemplar | http://youtube.com/melanieliest

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    Kellerbandewordpresscoms avatar
    Kellerbandewordpresscomvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Teilweise fand ich es langatmig, aber vielleicht sollte es taktisch auch die Langeweile der Angehörigen widerspiegeln.
    Wir sind dann wohl die Angehörigen

    Meine Buchbewertung:

    Ergreifende Schilderungen der Entführung aus Sicht des 13 jährigen Sohnes.

    Auch die kurzen einfachen Sätze machten die Perspektive authentisch.

    Die Gefühlswelt eines Pubertierenden geraten komplett durcheinander.

    Er glaubt nicht an das Überleben des eigenen Vaters obwohl jeder Leser es besser weiß, leidet man trotzdem mit.

    Teilweise fand ich es langatmig, aber vielleicht sollte es taktisch auch die Langeweile der Angehörigen widerspiegeln.

    Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

    Meine Mutter sah mich an, als wolle sie mit ihrem Blick in meinem Kopf die Gewissheit einbrennen, dass wir es schon schaffen würden, dass mein Vater nicht ermordet würde, dass alles – was auch immer das sein mochte – gut ausgehen werde.

     

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    leserattebremens avatar
    leserattebremenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr bewegend und eindrücklich beschrieben
    Die Entführung aus der Sicht des Sohnes

    „Wir sind dann wohl die Angehörigen“, dieser Satz schoss Johann Scheerer durch den Kopf, als sich die Angehörigenbetreuer der Polizei nach der Entführung seines Vaters bei ihm vorstellen. Und wie es für die Angehörigen war, die berühmte „Reemtsma-Entführung“ hautnah mitzuerleben und wie sich die 33 Tage auf das Leben seines Sohnes auswirkte, beschreibt dieser in dem Buch mit dem gleichen Titel.
    Das Besondere an dem Buch ist, dass Johann Scheerer es schafft, seine persönliche Perspektive aus der Sicht eines Jungen wiederzugeben, ohne mit dem heutigen Wissen zu verurteilen oder zu verändern. Er beschreibt sehr sachlich seine Wahrnehmung, das Gefühl, dass die Polizei die ganze Sache nicht im Griff hat und wie langsam die Zeit vergeht, wenn man das Haus kaum noch verlassen kann und nichts mehr mit sich anzufangen weiß. Die Spannung im Haus ist greifbar, während er seine Geschichte erzählt und all das geht einem als Leser sehr nahe, denn für Johann steht zwischendurch eigentlich schon fest, dass sein Vater entweder bereits tot ist oder bald getötet werden wird. Er will sich keine Hoffnungen machen, die enttäuscht werden könnten. Und gleichzeitig hat er nur den Wunsch, dass alles wieder so ist wie vorher. Doch ihm ist klar, dass es in dieses „vorher“ wohl nie zurückgehen wird, egal wie die Entführung endet.
    Johann Scheerer hat mit „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ eine ganz neue Perspektive auf eine der berühmtesten Entführungen der deutschen Geschichte geschaffen. Das Buch ist bei all seiner Sachlichkeit und Nüchternheit im Erzählstil hoch emotional und bewegend, spannend zu lesen und mitreißend von Anfang bis Ende – ich kann es nur weiterempfehlen. 

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    herrzettvor 3 Monaten
    Zwischen Angst, Aufregung und einer besonderen Vater-Sohn-Beziehung

    "Es war der 25.März 1996, es war Frühling, und mein Leben sollte von da an ein anderes sein. Es sollte keinen unbeschwerten Frühling mehr für mich geben, kein Vogelgezwitscher ohne diesen Satz in meinem Kopf, ohne meinen ersten Gedanken an die Lateinarbeit, die ich hätte schreiben sollen und die ich [...] verpassen würde."

    Was geht in einem Kind vor, wenn es aufwacht und seine Mutter ihm erklärt, dass sein Vater entführt wurde und sie nun für eine gewisse Zeit ein "Abenteuer" bestehen müssen? Genau darum dreht es sich in dem Buch "Wir sind dann wohl die Angehörigen" von Johann Scheerer. Mit diesem Buch erzählt er seine Erlebnisse während der Entführung von Jan Philipp Reemtsma  im März 1996. Es geht um Verlustangst, um das Herausreißen aus der Normalität und die polizeilichen Ermittlungen aus Sicht eines 13 Jährigen. "Wenn alle Forderungen erfüllt werden, wird Herr Reemtsma 48 Stunden nach Erhalt des Lösegelds von uns unverletzt freigelassen." heißt es. Doch vielleicht ist das alles auch nur ein Spiel, dass die Entführer hier spielen und sie werden ihn gar nicht frei lassen?! Vielleicht ist er ja auch schon tot. Jedenfalls muss Johann die angekündigte Lateinarbeit nicht schreiben, denn an Schule wäre momentan nicht mehr zu denken. Es ist ja auch nur eine kurze 'Auszeit', doch aus den ursprünglichen 48 Stunden, sollten ganze 33 Tage werden. Vielleicht liegt es auch einfach an der desaströsen Arbeit der Polizei, vielleicht ist es aber auch seitens der Entführer so provoziert. Und so lernen wir die Geschichte Johanns kennen, der sich zwischen dem polizeilichen Wust aus Ermittlungen, Warten und Angehörigenbetreuung wiederfindet, abgeschirmt von der Normalität.

    "Ich hatte Angst vor einem weiteren Schritt ins Unbekannte, ins Unberechenbare. Ich sehnte mich nach der Normalität, die mir genommen worden war"

    Wer hier nun ein sehr detailliertes, klassisches und gewaltiges Entführungs-/Kriminal-/Alles-ist-so-furchtbar-Buch erwartet, wäre mit diesem Buch eher falsch bedient. Es ist nämlich die Geschichte aus der Sicht eines Jungen, der die damaligen Vorgänge während der Entführung seines Vaters schildert. Damit ist es auch nicht so ein detailliertes Abbild, wie es Reemtsma selbst in seinem Buch beschreibt. Es ist diese Mischung aus kurzer Freude über die verpasste Arbeit, die Besuche im Musikladen und die Betreuung seitens der Polizei, die Angst, dass er seinen Vater vielleicht nicht mehr wiedersehen wird, die zu überbrückende Langeweile und das Warten auf einen neuen Anruf der Entführer...  Und stets schwingt eine gewisse kindliche Distanziertheit und Unverständnis mit. Es ist nicht nur ein Bericht über eine Entführung, seitens der Familie selbst, es ist viel mehr und gerade das hat es für mich zu einer sehr interessanten Geschichte gemacht. Der einzige Nachteil: Ich habe dieses Buch innerhalb eines Sonntags komplett durchgelesen und war dann schon irgendwie enttäuscht, dass es bereits vorbei war. 

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    badwomans avatar
    badwomanvor 3 Monaten
    Interessante Einblicke

    Vor über zwanzig Jahren wurde Jan Philipp Reemtsma entführt und befand sich 33 Tage in der Hand seiner Entführer. Sein dreizehnjähriger Sohn Johann erlebt die für ihn verstörende Situation zuhause im Beisein von Polizisten und Anwälten, die plötzlich über sein Leben bestimmen. Es werden Fangschaltungen installiert, Geldübergaben vorbereitet, die dann wieder fehlschlagen. Johann wird aus seinem normalen Leben gerissen, zur Schule geht er erstmal nicht mehr, zudem wird versucht, nichts über die Entführung an die Öffentlichkeit dringen zu lassen, um das Leben des Entführten nicht zu gefährden. So besteht auch Johanns Leben plötzlich aus Lügen und Ausflüchten, seine Freunde dürfen die Wahrheit nicht erfahren. Gepaart mit der Angst um seinen Vater ist das eine schreckliche Situation für den Teenager.

    Johann Scheerer, Musiker und Produzent, hat mit „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ ein sehr persönliches Buch über eine absolute Ausnahmesituation in seinem Leben geschrieben. Für Außenstehende ist es kaum nachvollziehbar, unter welchem gewaltigen Druck eine Familie steht, die um einen entführten Angehörigen bangt. Johann Scheerer hat es geschafft, uns dieses Szenario ein Stück weit nahe zu bringen. Er erzählt flüssig, an manchen Stellen sogar trotz der traurigen Geschichte mit einer gewissen Komik. Trotzdem ist das Bedrückende an der Situation durchweg spürbar. Der Wechsel zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit wird so geschildert, dass der Leser einfach mitleiden muss. Mir hat das Buch gut gefallen, es bietet einen interessanten Einblick in die Gefühlswelt eines 13jährigen in einer außerordentlich bedrohlichen Situation.

    Das Cover wirkt etwas geheimnisvoll, passt aber sehr gut zum Thema Entführung. Der rote Kreis mit dem Titel ist hier der Blickfang. „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ ist ein ungewöhnlicher Titel, der auf die Hilflosigkeit der Familie in dieser schrecklichen Zeit hinweist.

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    Igelmanu66s avatar
    Igelmanu66vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr intensiv und persönlich. Bei diesem sehr natürlich erzählten Bericht eines 13jährigen fühlt man auf jeder Seite mit.
    33 Tage, die alles veränderten

    »Johann, ich muss dir etwas sagen.«

     

    Johann Scheerer wird diesen Morgen des 25. März 1996 nie vergessen. Diesen Morgen, an dem seine Mutter ihn weckte und ihm von der Entführung seines Vaters, Jan Philipp Reemtsma, erzählte.

    Bis zu diesem Tag hatte sich sein Leben um die normalen Probleme eines 13jährigen gedreht, um Pubertät und Klassenarbeiten. Von einem Moment auf den anderen tritt an die Stelle der Angst vor der anstehenden Lateinarbeit die Angst um das Leben seines Vaters.

    »Die Entführer werden das Geld bekommen, und dann werden sie ihn ermorden. So läuft das immer, wieso sollte es diesmal anders sein?«

     

    In diesem Buch teilt er seine Erlebnisse und Empfindungen während der 33 Tage dauernden Gefangenschaft Reemtsmas mit dem Leser. Seine Art zu schreiben hat mich gleich von der ersten Seite angesprochen. Offen berichtet er über das Gefühlschaos, das in ihm tobte, den ersten Schock, die offenen und verdrängten Ängste. Und das schlechte Gewissen, das ihn ständig plagte, mit Fragen wie: Wie geht es gerade meinem Vater? Leidet er in diesem Moment, in dem ich zur Ablenkung Gitarre spiele oder fernsehe? Wobei die Möglichkeiten zur Ablenkung stark eingeschränkt waren, Polizei und Reporter keinen normalen Alltag zuließen, das Warten auf die nächste Nachricht der Entführer alles bestimmte.

     

    Scheerer schildert detailliert die Ereignisse rund um die Entführung, die Telefonanrufe und Erpresserbriefe, die Übergabeversuche des Lösegeldes, die vielen Beratungen mit der Polizei. Und ebenso intensiv erzählt er von Sorgen und Hoffnungen, von quälender Langeweile und dem schon erwähnten schlechten Gewissen. Es ist eigentlich schon kompliziert genug, 13 Jahre alt zu sein. Auch Johann hatte an sich begonnen, sich abzunabeln, erste Schritte zum Erwachsenwerden getan. Und nun befindet er sich unter lauter Erwachsenen in einer Extremsituation, fühlt sich hilflos und überflüssig. Zudem merkt er, dass ihm irgendwelche Dinge verschwiegen werden, dass ihm Infos „kindgerecht“ vermittelt werden. All das lindert das Gefühlschaos in keiner Weise, bringt eher noch seine lebhafte Phantasie dazu, immer neue Horrorszenarien zu entwickeln.

     

    Jan Philipp Reemtsma wurde nach 33 Tagen gegen Zahlung eines Lösegeldes von rund 30 Mio. Mark freigelassen. Nach diesen 33 Tagen war sein Leben und das seiner Angehörigen ein anderes geworden.

     

    Fazit: Sehr intensiv und persönlich. Bei diesem sehr natürlich erzählten Bericht eines 13jährigen fühlt man auf jeder Seite mit.

     

    »Die Worte kamen aus seinem Mund, erreichten meine Ohren und konnten nichts bewirken, um die große Leere in meinem Kopf zu füllen. Rauschen, Dröhnen und Taubheit. Ich merkte, dass ich schon innerhalb dieser wenigen Stunden jemand anderes geworden war. Ich kannte ihn noch nicht, doch fürchtete ich mich davor, ihn kennenzulernen.«

    Kommentare: 10
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    Lealein1906vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: So spannend ist das wahre Leben...
    Eine wahre Entführungsgeschichte

    „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ besticht vor allem dadurch, dass es eine wahre Geschichte ist. Ich war damals noch etwas zu jung, um das ganze mitzukriegen, aber meine Mama wusste sofort über diese Entführung Bescheid und das hat das Buch auf einmal viel nahbarer gemacht.

    1996 wurde Jan Philipp Reemtsma entführt und 33 Tage lang festgehalten. Jetzt hat sein Sohn Johann Scheerer ein Buch über diese Zeit geschrieben, über seine Einblicke und seine Gefühle, das ganze ergänzt durch Fakten, die er erst später erfahren hat. Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen. Die Spannung kommt natürlich, für den, der zum ersten Mal von der Geschichte hört, ganz von alleine. Die ganze Zeit schwebt die Frage im Raum, ob der Vater überleben wird oder nicht. Die vielen gescheiterten Geldübergaben hören sich wie aus einem fiktiven Roman an, aber man weiß ja, dass das tatsächlich Wirklichkeit war.

    Ich frage mich allerdings ein bisschen, wie ich das Buch empfunden hätte, hätte ich den Ausgang schon gewusst. Vielleicht wäre es mir dann an einigen Stellen doch zu ausführlich gewesen, obwohl der Einblick in das Leben eines Angehörigen während einer Entführung schon sehr interessant ist.

    Was ich auch spannend fand ist, dass das Buch, auch wenn es von einem erwachsenen Mann geschrieben wurde, durch die Augen eines Kindes erzählt wird. Das hat Scheerer gut hinbekommen. Es muss (verständlicherweise) ein wirklich prägendes Ereignis gewesen sein, dass sich das alles bei ihm so eingebrannt hat.

    Da mir das Buch wirklich gut gefallen hat und die Wahrheit sehr spannend erzählt wurde, gebe ich vier Sterne. Ich empfehle das Buch allen, die noch nicht von dieser Entführungsgeschichte gehört haben, weil es dann auf jeden Fall sehr spannend ist, und denen, die mehr Einblicke in das Leben von Angehörigen, die eine Lösegeldaufforderung kriegen, gewinnen wollen.

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    blaues-herzblatts avatar
    blaues-herzblattvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Das geht unter die Haut.
    Hautnah!

    Dieses Buch erzählt nicht nur irgendeine fiktive Geschichte, es erzählt vom einschneidensten Erlebnis, das die Reemtsma-Familie 1996 durchleben musste. Johann Scheerer, der Sohn vom Entführungsopfer Jan Philipp Reemtsma, gibt seine ganz private und dreizehnjährige Sicht auf die Entführung preis. Schonungslos und ohne Auslassungen durchleben wir beim Lesen was sein Leben so sehr geprägt hat, dass er es sich erst von der Seele schreiben musste.

    Seit ich von der Existenz dieses Buches erfahren habe, wollte ich es lesen, durch einen glücklichen Umstand fiel es mir schneller als gedacht in die Hände und was soll ich sagen: Ich ziehe meinen Hut vor Scheerer. Keine Frage das literarische Feingefühl liegt in der Familie.

    Ich selbst bin zu jung und habe die mediale Verarbeitung dieses Vorfalls nicht miterlebt, konnte das Buch also völlig unbefangen und ohne Vorkenntnisse lesen. Die Erzählstimme ist von Anfang an stark und stimmungsvoll ohne dabei zu sehr erwachsen oder durchdacht zu klingen. Wir lauschen der Stimme eines Teenagers, der auch seine Vorliebe zu Gitarren, die ihm ein Trostpflaster werden, nicht auslässt, weil es möglicherweise besser klingt. Der grausame Alltag während der Entführung und die schmerzliche Ungewissheit, die sich während der 33 Tage der Reemtsma-Entführung durch sein Zuhause ziehen, finden sich auf den Buchseiten wieder. Da kommt man beim Lesen selbst ins Grübeln und stellt sich die gleichen Fragen, der gleichen Angst, um im nächsten Moment erleichtert aufzuatmen und das eigene Leben einmal mehr zu schätzen wie es ist.

    Scheerer heischt nicht nach Mitleid oder großen Gefühlen mit seiner Art zu Schreiben und trotzdem ist das Buch weder langeilig noch trostlos. Wir verfolgen gebannt das Geschehen an seiner Seite und merken wie sich das Blatt wendet. Er beobachtet die kleinen Details, die sich verändern und wie die Nerven der Beteiligten mehr und mehr unter dem Druck leiden.

    An Intimität und Details gewinnt das Buch durch die Briefe des Vaters und die Botschaften der Erpresser, die privateste Einblicke in diese schmerzvolle psychische Farce gewähren und die Entführung illustrieren.

    Psychologisch gesehen sehr wertvoll und interessant zu verfolgen, gerade wenn Interesse am Thema Entführungen besteht.

    Vor dem Lesen dachte ich 230 Seiten wären eventuell zu kurz um diese Wahrheit darzustellen, aber im Nachhinein erscheint mir diese Länge gut gewählt. Die Handlung kommt nicht dazu auszuufern und trotzdem verschafft sie einen umfassenden Überblick. Gelungene Gratwanderung zwischen zu ausführlich und vollständig.

    Das einzige was ich mir noch gewünscht hätte, wäre eine Art Fazit oder ein paar abschließende Worte gewesen, da diese Reise in Scheerers Seelenwelt den Leser mit vielen Gedanken und Fragen zurücklässt, was die Zukunft angeht. Ich versteh aber auch, dass es dem Autor hier nicht darum ging alles aufzuklären. Seinen Interviews entnehme ich, dass er sich die ganze Sache von der Seele schreiben wollte und das ist ihm gelungen.

    Ein Buch, das einen so schnell nicht mehr loslässt und einen neuen Blick auf Entführungen öffnet, den Leidensweg der Angehörigen, die mit der Ungewissheit leben müssen in völliger Ohnmacht.

     

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    elane_eodains avatar
    Ein neues Jahr, in dem wir gemeinsam deutschsprachige Debütautorinnen und -autoren und ihre Bücher entdecken können!
    Ich bin es wieder, die Debüttante. ;-) und möchte wieder mit Euch gemeinsam Debütautoren entdecken, zusammen ihre Bücher lesen, rezensieren und - wenn sie uns gefallen - weiterempfehlen. Bei den vielen Neuerscheinungen in jedem Jahr haben es deutschsprachige Debütautoren schwer sich zwischen Bestsellerautoren und Übersetzungen durchzusetzen. Wir können uns ganz bewusst gemeinsam daran versuchen das zu ändern und entdecken sicher wieder besondere Buchperlen!

    Ablauf der Debütautorenaktion:

    Es geht darum, möglichst viele Bücher deutschsprachiger Debütautoren zu lesen, also Bücher von Autoren, die erstmalig zwischen 1. Januar 2018 und 31. Dezember 2018 ein Buch/einen Roman (in einem Verlag) veröffentlichen.
    Von Seiten des lovelybooks-Teams werden wieder Leserunden und Buchverlosungen gestartet, die die Kriterien erfüllen, und auch Verlage und Autoren werden sicher wieder aktiv sein. Außerdem dürft Ihr selbst gerne Vorschläge machen.

    Begriffsdefinition: 'Debütautor/in' ist, wer bisher noch kein deutschsprachiges Buch veröffentlicht hat und im Jahr 2018 nun das erste Buch erscheint, dabei zählen sowohl Verlags- als auch Eigenveröffentlichungen.
    Ausnahmen bilden Romandebüts, das erste Buch in einem Verlag sowie das erste Buch unter dem eigenen Namen oder einem neuen Pseudonym, diese zählen ebenfalls. Keine Ausnahme wird gemachen, wenn der Erscheinungstermin vor 2018 lag.
    Wichtig:
    Alle Bücher, die im Debütjahr der Autorin/des Autors erscheinen, sind dabei. Das heißt, es können auch mehrere Bücher einer Autorin/eines Autors zählen, nicht nur das erste Buch. Es zählt also das gesamte Debütjahr der Autorin/des Autors.


    Ziel ist es 15 Bücher von Debütautoren bis spätestens 25. Januar 2019 zu lesen und zu rezensieren.


    Wie kann man mitmachen?

    Schreibt hier im Thread "Sammelbeiträge" einen Beitrag, dass Ihr mitmachen möchtet. Ich verlinke dann Euren Sammelbeitrag unter Eurem Mitgliedsnamen in der Teilnehmerliste. Bitte nutzt dann diesen von mir verlinkten Sammelbeitrag, um Euren Lesefortschritt mit allen Rezensionen von gelesenen Debüts festzuhalten, haltet diesen aktuell, denn nur anhand dessen aktualisiere ich wiederum die Liste. Die Teilnehmer- und die Punkteübersicht werde ich in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Wenn ich eine Aktualisierung durchgeführt habe, weise ich mit einem neuen Beitrag darauf hin.

    Informationen/Regelungen:

    • Ihr könnt Euch ab sofort hier für die Aktion anmelden, aber auch ein späterer Einstieg ist jederzeit möglich.
    • Es wird über das Jahr verteilt Leserunden und Buchverlosungen geben, bei denen Ihr Bücher gewinnen könnt, die hier zur Debütautorenaktion zählen. Somit kann sich ein Einstieg jederzeit noch lohnen. Natürlich könnt Ihr Euch die Bücher aber auch selbst kaufen oder anderweitig beschaffen, die Teilnahme an Leserunden/Buchverlosungen o. ä. ist nicht verpflichtend.
    • Eine Leserunde/ Buchverlosung o. ä. mit Beteiligung der Autorin/des Autors ist keine Bedingung, das heißt alle deutschsprachigen Debütbücher bzw. alle Bücher im Debütjahr der Autorin/des Autors, die in einem Verlag erschienen sind, zählen
    • Auch Debüts von 'Selfpublishern' zählen dazu. Das heißt, dass auch Debütautoren mit ihren Büchern zählen, die nicht in einem Verlag veröffentlichen. Für mich heißt das in der Organisation mehr Aufwand, da mehr Autoren und Bücher zu berücksichtigen sind, aber ausschließen ist doofer! ;-)
    • Hörbücherversionen der Bücher zählen ebenfalls.
    • Es ist nicht schlimm, solltet Ihr Euch für die Aktion anmelden und am Ende keine 15 Bücher schaffen. Ziel ist es doch vor allem tolle neue Autoren und Bücher kennen zu lernen.
    • Unter allen, die es schaffen 15 Bücher deutschsprachiger Debütautoren im Jahr zu lesen/zu hören und zu rezensieren, wird am Ende eine kleine Überraschung verlost, gesponsert von lovelybooks.
    • Bitte listet wirklich nur Rezensionen zu den an diesen Beitrag angehängten Büchern auf. Wenn Ihr eine/n Debütautor/in entdeckt, der/die hier noch nicht gelistet ist, aber zu den Bedingungen passt, schreibt mir bitte eine Nachricht und ich überprüfe das. Die Rezensionslinks aber bitte erst auflisten, wenn meine Zusage gemacht ist bzw. der/die Autor/in und die entsprechenden Bücher im Startbeitrag angehängt sind.
    • Habt bitte Verständnis dafür, wenn meine Antwort auf eine Anfrage mal etwas länger dauert. Ich betreue diese Aktion in meiner Freizeit und habe dementsprechend nicht jeden Tag ausreichend Zeit, um sofort zu reagieren. Aber ich gebe mir Mühe, versprochen!
    • Und noch einmal: Sollte ich Debütautoren, ihre Bücher, Leserunden oder Buchverlosungen übersehen, die hier eigentlich zählen müssten, dann habt bitte Nachsicht und weist mich einfach im passenden Bereich darauf hin. Wenn es passt, werde ich sie an den Starbeitrag anhängen bzw. die Aktion verlinken. Jede Unterstützung dahingehend ist mir sehr willkomen!
    Ich wünsche uns allen wieder viel Spaß & Freude beim Entdecken neuer Autoren und ihren Büchern, sowie beim gemeinsamen Plaudern & Weiterempfehlen! :-)
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    Aktuelle Leserunden & Buchverlosungen:

    - Leserunde zu "Gelobtes Land – HOOP" von Christine Heimannsberg (Bewerbung bis 20. September)
    - Leserunde zu "Hochsommer für die Liebe" von Jule Fuchs (ebook, Bewerbung bis 23. September)
    - Leserunde zu "Isargrauen" von Max Winter (Bewerbung bis 17. September)
    - Leserunde zu "Demian Darking" von J.F. Martin (Bewerbung bis 23. September) 
    Buchverlosung zu "Bäume pflanzen am Meeresgrund" von Elias Wittekind (Bewerbung bis 30.September)
    - Leserunde zu "Volle Socke Nick" von Wolf Vierblatt (Bewerbung bis 28. September)

    (HINWEISE: Zur besseren Übersicht lösche ich ältere Links nach und nach, alle Bücher bleiben aber unten angehängt, so dass man mit einem Klick auf ein Buch auch leicht die dazugehörige Lese-/Fragerunde/Verlosung finden kann. Die Angaben zur Bewerbungsfrist sind ohne Gewähr.)
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    Es zählen ausschließlich Bücher, die an diesen Beitrag angehängt sind bzw. im Laufe des Jahres angehängt werden, sowie die jeweiligen Hörbuchversionen davon, soweit vorhanden
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    Für Autorinnen & Autoren:

    Du bist Autorin/Autor und veröffentlichst in diesem Jahr dein erstes Buch? Du möchtest dich an der Debütautorenaktion beteiligen?
    Dann schreib bitte eine Mail an Daniela.Moehrke@aboutbooks.de für weitere Informationen!
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    PS: Natürlich darf hier im Thread munter geplaudert werden, dazu sind alle Leserinnen, Leser und (Debüt-)Autoren herzlich eingeladen.  
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     »Es waren zwei Geldübergaben gescheitert und mein Vater vermutlich tot. Das Faxgerät hatte kein Papier mehr, wir keine Reserven, und irgendwo lag ein Brief mit Neuigkeiten.« 

    Wie fühlt es sich an, wenn einen die Mutter weckt und berichtet, dass der eigene Vater entführt wurde? Wie erträgt man die Sorge, Ungewissheit, Angst und die quälende Langeweile? Wie füllt man die Tage, wenn jederzeit alles passieren kann, man aber nicht mal in die Schule gehen, Sport machen, oder Freunde treffen darf? Einer der spektakulärsten Entführungsfälle der jüngeren deutschen Geschichte wird erstmals aus der überraschenden und notwendigen Perspektive des dreizehnjährigen Sohnes nachvollziehbar.

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    Am 26. März 1996 änderte sich das Leben von Johann Scheerer schlagartig. Seine Mutter weckte ihn und versucht dem dreizehnjährigen Gymnasiasten schonend beizubringen, dass sein Vater Jan Philipp Reemtsma am Vorabend entführt worden war und die Entführer ein Lösegeld von 20 Millionen D-Mark forderten. Als entgegen der Anordnung der Entführer die Polizei eingeschaltet wurde, verwandelte sich das Zuhause in Hamburg-Blankenese in ein polizeiliches Krisenzentrum, in dem alle Drähte zusammenliefen. Mehrere Geldübergaben wurden vereinbart und scheiterten.
    Joahnn Scheerer erzählt auf berührende Weise davon, wie er diese Zeit erlebte. Von dem Vorsatz, sich keine Hoffnungen zu machen, um nicht enttäuscht werden zu können, und von dem Trost, die Die Ärzte, Green Day und das Fernsehprogramm hin wieder und zu spenden vermochten.

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    Die dramatische Geschichte der Reemtsma-Entführung – erzählt vom damals dreizehnjährigen Sohn

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