Johann Wolfgang von Goethe Torquato Tasso

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Inhaltsangabe zu „Torquato Tasso“ von Johann Wolfgang von Goethe

Der Künstler im Konflikt mit den höfischen Konventionen und mit seiner Rolle als Hofdichter, das ist die Thematik, die Goethe gegenüber Caroline Herder einmal als "Disproportion des Talents zum Leben" bezeichnete (Caroline an Gottfried Herder 20. 3. 1789). An diesem Seelendrama in fünf Akten, in Blankversen gehalten, schrieb Goethe besonders während seines zweiten Aufenthalts in Rom auf seiner ersten Italienreise im Jahre 1788 und vollendete es am 31. Juli 1789 in Weimar. Gedruckt wurde das Schauspiel 1790 in Leipzig und am 16. Februar 1807 in Weimar uraufgeführt. Es gilt als eines der großen klassischen Sprachwunder der deutschen Dichtung. (Quelle:'Flexibler Einband')

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  • Rezension zu "Torquato Tasso" von Johann Wolfgang von Goethe

    Torquato Tasso
    Heike110566

    Heike110566

    18. June 2010 um 08:14

    Das Schauspiel, veröffentlicht 1790, basiert auf einem realen Hintergrund. - Der bedeutende italienische Dichter Torquato Tasso (1544 bis 1595) lebte tatsächlich am Hofe von Ferrara, wo er Günstling der Schwester des Herzog Alfons II. und der Leonore, Gräfin von Scandiano, war. Inwieweit sich aber die Geschichte, die Goethe in seinem Stück darstellt, zugetragen hat, ist natürlich völlig offen. Möglich wäre sie zumindest gewesen, auch insbesondere deshalb, weil Goethes Tasso auch Charakterzüge hat, die es nachweislich auch beim Original gab. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass Goethe das Stück in Bezug auf seine eigene Person und Situation geschrieben hat. Tasso, Fürstin und Hof von Ferrara als Bildebene und als Sinnebene dem gegenüber die Konstellation Goethe, Frau von Stein und der Hof von Weimar. Tasso ist ein klassischer Schöngeist. Er liebt das Vollkommene und Erhabene und strebt die höchste Vollendung an. Sein Ideal ist die griechische Antike. Am absolutistischen Hof von Ferrara findet er nach dem Tod seines Vaters ein neues Zuhause als Günstling der Herrschaftsfamilie, des Herzogs Alfons II., seiner Schwester (der Fürstin) und der Gräfin von Scandiano. Sie lieben, wie er, das Schöne und verehren seine Werke aufs Allerhöchste. Deshalb wird er auch von ihnen mit einem Lorbeerkranz gekrönt. - In diesem Moment erscheint der Staatssekretär Antonio, der im Auftrage des Herzogs beim Vatikan Verhandlungen um ein zwischen Rom und Ferrara umstrittenes Gebiet führte. Der ältere, efahrene weise Mann war erfolgreich. - Antonio sieht Tasso mit seinem Lorbeerkranz. Er sieht in Tasso aber einen Müßiggänger, der in den Tag und für eine Fantasiewelt lebt und sieht, dass dieser dafür bekränzt wird, während er hart arbeitet für das Wohl des Staates und dabei eben nicht die großen Lorbeeren bekommt. Dies bringt Antonio auch zur Sprache. - Die Fürstin mag aber beide, den jungen, verträumten Dichter Tasso und den älteren, realitätsbezogenen, weisen Beamten Antonio. Sie möchte, dass beide Freundschaft schließen. Tasso, der verliebt in die Fürstin ist, hält zwar nichts von Antonio, möchte aber der Biitte der Dame nachkommen. Er bietet Antonio die Freundschaft an. Dieser aber reagiert reserviert, Freundschaft ist für ihn ein hohes Gut, dass sich im Leben entwickelt und am Leben messen muss. Tasso ist empört, empfindet die Reserviertheit Antonios als Ablehnung und Herabsetzung und wird wütend. Tasso fordert Antonio zum Duell. Da erscheint Alfons und trennt die beiden. Er hört sich von beiden an, was geschehen ist und schickt dann, "zur Strafe", Tasso auf sein Zimmer. Tasso denkt, dass er am Hofe in Ungnade gefallen sei und sieht in Antonio einen Intriganten, der ihn zu Fall bringen wollte. Auch der Herrscherfamilie tritt er mißtrauisch gegenüber, vermutet hinter allem Intrige. Wie sich das Ganze weiter entwickelt, möchte an dieser Stelle nicht verraten. Das Stück sollte man lesen und ein bisschen Spannung soll ja dann auch noch da sein. Allerdings ist die Lektüre nicht ganz einfach. Das Drama spielt am absolutistischen Hofe. Goethe verwendet daher auch die Sprache des Hofes, vieles klingt gestelzt und gespreizt. Man muss genau lesen, um zu erschließen, was tatsächlich gesagt wird. Aber: es ist andererseits eine wunderschöne Ausdrucksweise. Faszinierend fast. Alltagsuntauglich zwar, aber dennoch wunderschön, so wie ein Ballkleid unpraktisch als Kleidungsstück ist, wenn man im Lidl einkaufen geht, aber auf der anderen Seite wunderschön und traumhaft.

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