Johanna Krapf Augenmenschen

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Inhaltsangabe zu „Augenmenschen“ von Johanna Krapf

Menschen mit einer Hörbehinderung sind in ihrer Wahrnehmung stark visuell orientiert. Deshalb werden sie hin und wieder auch 'Augenmenschen' genannt. Sie erleben die Welt grundlegend anders als Hörende. Kein tief fliegendes Flugzeug oder heiseres Krähen eines Hahns weckt sie frühmorgens, weder Verkehrsrauschen noch Baustellenlärm lenken sie von der Arbeit ab, ihr Frühling kehrt ein ohne Vogelgezwitscher, und sie sind nie Zeugen von intimen Handygesprächen im Zug.
Die Gesellschaft der Hörenden hat praktisch keine Vorstellung davon, wie gehörlose und hochgradig schwerhörige Menschen leben. Dabei gibt es unendlich viele Fragen, die zu stellen sich lohnt, um das Unwissen, aber auch unzählige Vorurteile abzubauen. Wie lernt ein gehörloses Kind Lautsprache sprechen? Warum bleibt Deutsch für viele Gehörlose ein Leben lang eine Fremdsprache? Und ist es nicht unglaublich, dass es allein in der Schweiz drei verschiedene Gebärdensprachen gibt?
Die Autorin Johanna Krapf hat neun Menschen – Jugendliche, Frauen, Männer zwischen 12 und 67 Jahren – zu ihrem Leben mit einer Hörbehinderung befragt. Und schließlich gibt eine Gebärdensprachdolmetscherin faszinierende Einblicke in die Kommunikation zwischen zwei Kulturen, die sich sicherlich gegenseitig inspirieren können.

Eindrückliche Geschichten - ganz klar 5 Sterne

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    Augenmenschen

    peedee

    16. October 2016 um 12:12

    In der Schweiz gibt es ca. 8‘000 Gehörlose, in Deutschland ca. 80‘000, in Österreich ca. 10‘000 – genaue Zahlen fehlen. Die Autorin hat in ihrem Buch mehrere Menschen mit einer Hörbehinderung zwischen 12 und 67 Jahren aus ihrem Leben erzählen lassen. Erster Eindruck: Ein schönes Cover mit einigen der porträtierten Personen auf schwarz-weiss-Fotos. Zwischen den einzelnen Porträts hat es Informationen zu weiteren Themen, wie z.B. das Lautsprachbegleitende Gebärden (LGB), das Cochlea-Implantat oder zum Gebärdensprachdolmetschen Aus persönlichen Gründen bin ich für das Thema Hörbehinderung sensibilisiert und habe mich deshalb sehr für diese Lektüre interessiert. Alle Geschichten fand ich sehr eindrücklich; hier vier kurze Ausschnitte davon: - Rita Zimmermann, geb. 1947, gehörlos, Ehemann schwerhörig, zwei hörende Kinder. Sie erzählt von ihren Schwierigkeiten in der Kindheit und dem Einstieg in die Berufswelt. Und auch, wie sich vor allem ihr Sohn für die Mutter schämte, wenn sie in der Öffentlichkeit gebärdete. Traurig, oder? Zu ihrer Zeit gab es nur folgende Berufsaussichten: Lochkarten-Stecherin, Weissnäherin, Damenschneiderin, Teppichflickerin, Büglerin und Pelznäherin. - Corina Arbenz-Roth, geb. 1975, gehörlos, Ehemann hörend, zwei Töchter, eine davon gehörlos. Sie erzählt über das Leben in der hörenden und gehörlosen Welt. - Patricia Hermann-Shores, geb. 1961, gehörlos, einer von zwei Brüdern ebenfalls gehörlos, die Eltern hörend und schwerhörig. Ihr Weg in die Schweiz führte sie von Südafrika nach Kanada und dann mit Praktika nach Europa, wo sie ihren Mann kennenlernte. Sie studierte an der Gallaudet University in Washington DC, der weltweit ersten Universität für gehörlose und schwerhörige Studierende mit mehr als 40 Bachelor-Studiengängen. - Eymen Al-Khalidi, geb. 1997, trägt ein Cochlea-Implantat (ohne dieses Implantat wäre er völlig taub). Er erzählt u.a. von den Schwierigkeiten, eine Lehrstelle zu finden. Am Mailänder Kongress von 1880 wurde von Gehörlosenpädagogen entschieden, dass gehörlose Kinder ausschliesslich in Lautsprache zu unterrichten seien. Die damals herrschende Meinung war, dass die Gehörlosen „sprechfaul“ würden, wenn sie gebärden dürften und somit die Integration schwieriger würde. Pikant ist bei dieser Entscheidung, dass nur die hörenden Gehörlosenpädagogen ein Stimmrecht hatten! Erst 2010 wurde dieser Beschluss aufgehoben. Mich hat schockiert, dass die Gebärdensprache so lange verboten war, obwohl das aus Sicht vieler Gehörloser ihre eigentliche Erstsprache wäre. Viele Hörende meinten früher sogar, die Gebärdensprache sei eine Art „Affensprache“! Mittlerweile drücken sich jedoch viele bilingual, also mit der Gebärden- und der Lautsprache aus. Ein schönes Buch – vielen Dank dafür.

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