Johanna Marie Jakob Das Erbe der Äbtissin

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Inhaltsangabe zu „Das Erbe der Äbtissin“ von Johanna Marie Jakob

Anno 1191. Es ist die Zeit nach Barbarossas Tod. Die ehemalige Äbtissin Judith und der maurische Arzt Silas fliehen über die Alpen nach Italien. Aus Liebe zu Silas hat Judith unerlaubt ihr Kloster verlassen. In einer einsamen Hütte in den Bergen vertraut ihnen eine sterbende Frau ihr Kind an. Kurz darauf werden die drei von Barbarossas Nachfolger Heinrich gefangen genommen. Als dieser schwer erkrankt, scheint dies die Chance auf Rettung zu sein, denn nur sie können ihn heilen

Spannend, mystisch und einfach eine tolle Mischung aus Liebes- und Abenteuerroman. Eine gelungene Fortsetzung.

— Cappuccino-Mama
Cappuccino-Mama

Sehr schöner fesselnder Roman! Für Liebhaber von historischen Büchern.

— Buechersammler
Buechersammler

Gut recherchierter und spannender historischer Roman!

— mabuerele
mabuerele

Unheimlich spannend, fesselnd und sehr plastisch geschrieben. Ich konnte es zwischendurch kaum aus der Hand legen.

— hasirasi2
hasirasi2

Ergreifende Geschichte,man bangt jede Seite mit den Figuren.Toll gezeichnet Luna in ihrer Weisheit u. Konsequenz.Bewegend,intensives Ende!

— AnMich_09
AnMich_09

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  • Leserunde zu "Das Erbe der Äbtissin" von Johanna Marie Jakob

    Das Erbe der Äbtissin
    Jomarie

    Jomarie

    Liebe Freunde des historischen Romans,  ich lade euch ein zu einer Leserunde, die euch ans Ende des 12. Jahrhunderts führt, auf die Spuren Kaiser Heinrich VI. Wer "Das Geheimnis der Äbtissin" gelesen hat, wird die Protagonisten wiedererkennen. Doch ist es nicht unbedingt nötig, da nach Barbarossas Tod sein Sohn Heinrich das deutsch-römische Reich regiert und damit eine völlig neue Ära beginnt. Judith und der maurische Arzt Silas fliehen vor Heinrich nach Italien, doch genau dorthin führt diesen auch sein neuester Feldzug. So lässt sich eine Begegnung kaum vermeiden...  Der Droemer Knaur Verlag stellt 10 Exemplare zur Verfügung. Bei mehr als 10 Anmeldungen werde ich dann eine Glücksfee engagieren.  Wer mitlesen möchte - ich als Autorin würde die Runde begleiten - meldet sich bitte bis Sonntag, den 05.07.2015 bei mir.  Und nun viel Glück beim Bewerben!

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    • 210
  • Von einem Feenkind, einem Herrscher und einer großen, unsterblichen Liebe...

    Das Erbe der Äbtissin
    Cappuccino-Mama

    Cappuccino-Mama

    Gespannt wartete ich auf die Fortsetzung des historischen Romans DAS GEHEIMNIS DER ÄBTISSIN, in der ich ein ungleiches Paar kennenlernen durfte, das doch so viele Gemeinsamkeiten hatte. Jetzt endlich erschien der neue Roman von Johanna Marie Jakob – DAS ERBE DER ÄBTISSIN, die Fortsetzung einer spannenden Liebes- und Abenteuergeschichte. Inzwischen sind viele Jahre ins Land gegangen, doch alte Liebe rostet nicht, so sagt man... Das Cover: Dieses Buchcover besitzt auf jeden Fall Wiedererkennungswert – die altertümliche Schrift, die Frau auf dem Cover – all dies erinnert an den ersten Band. Das Cover ist matt gestaltet, der Hintergrund ist in einem hübschen Rot marmoriert. Rechts sieht man eine blonde Frau abgebildet, die ein zusammengerolltes Schriftstück in der Hand hält, das mit einem roten Band zusammengehalten wird. Die Frau ist nur teilweise zu sehen, so dass man sich sein eigenes Bild von der Person machen kann. Das blaue, mit wertvollen Bordüren verzierte Kleid wirkt edel, um den Hals trägt sie eine Kette und die blonden Haare trägt die Frau offen. Die Handlung: Man schreibt das Jahr 1191. Die Äbtissin Judith hat das Kloster, in dem sie lebte, im Stich gelassen. Gemeinsam mit dem maurischen Arzt Silas, ihrer großen Liebe, flieht sie über die Alpen nach Italien. Von dort aus wollen die beiden nach Edessa in die Heimat von Silas zurückkehren. In einer Hütte in den Bergen finden sie eine sterbende Frau vor, die ihnen ihre Tochter Luna anvertraut. Doch die drei müssen sich vor Heinrich, dem Nachfolger des kürzlich verstorbenen Barbarossa, in Acht nehmen, denn Judith brach, indem sie das Kloster unerlaubt im Stich ließ, ein Versprechen, welches sie Heinrich gegeben hatte. Die Krönung Heinrichs zum Kaiser steht bevor, und Judith und Silas hoffen, in den Menschenmassen, die sich in Rom zusammengefunden haben, untertauchen zu können. Doch eines Tages werden die drei gefangen genommen. Aber dann erkrankt der Kaiser schwer, und die Chance auf eine Rettung steigt, denn nur Silas, Judith und Luna können ihn heilen. Wird es der kleinen Familie gelingen, ihre Freiheit wieder zu erlangen?... Meine Meinung: Schon der Einstieg ins Buch ist sehr gut gelungen – diesmal auf mystische Art und Weise, so dass man beinahe den Eindruck hat, das Buch würde Fantasyelemente enthalten. Und die Andeutungen, die ich bereits aus dem Vorgängerroman kannte, schürte meine Neugier geradezu. Doch nun zu den Protagonisten. Judith ist die Tochter eines Grafen. Sie interessierte sich bereits als junges Mädchen für die Kräuter- und Heilkunde. Statt eine unliebsame Ehe einzugehen, entschied sie sich für ein Leben im Kloster – damals nicht unüblich für Adlige. So wurde Judith dort sogar Äbtissin, also Klostervorsteherin. Im Kloster fand sie durch ihre Tätigkeit im medizinischen Bereich ihre Erfüllung. Doch dann trifft sie erneut auf den Arzt Silas, der als fahrender Händler unterwegs ist. Judith fand ich, wie bereits im ersten Band, sehr sympathisch. Sie hat ein freundliches Wesen, ist hilfsbereit. Das ist es wohl auch, das sie mit Silas verbindet – beide wirken seelenverwandt. Aber auch die Familie von Judith möchte ich erwähnen – Judith wuchs behütet auf, in der Geborgenheit der Familie. Dies wurde bereits im Vorgängerroman deutlich dargestellt. Umso mehr schmerzt Judith der Zustand ihrer Brüder, mit denen sie eine schöne Kindheit verbrachte. Man merkt, dass Judith nicht die Person ist, um als „Weib zu schweigen“. Wie gegensätzlich verläuft da das Leben von Silas – alleine und fern der Heimat, vom Stand und Aussehen stets ein Fremder – ein Exot. Silas war ein junger Maure, als er als Sklave der Leibarzt von Friedrich „Barbarossa“ wurde. Dieser behandelte ihn respektvoll – und gab ihm mit auf den Weg, dass nur der zu einem Sklaven wird, der sich selbst dazu macht. Silas' Wunsch ist es, nach vielen Jahren noch einmal in seinem Leben seine Mutter wiederzusehen, obwohl es fraglich ist, ob sie überhaupt noch lebt. Geschildert wird Silas als sehr attraktiver Mann – trotz seines Alters. Die langen, schwarzen Haare, die er unter einem Turban verborgen trägt, die Anziehungskraft, welche er noch immer auf Judith ausübt, aber auch der gute Charakter – eben ein echter Held. Luna hat eine helle, sehr empfindliche Haut und geradezu „farbloses“ Haar, dazu rotschimmernde Pupillen. Ein Feenkind, dem man einerseits Heilkräfte andichtet, aber es andererseits auch fürchtet. In Wirklichkeit ist Luna ein Mädchen, das unter Albinismus leidet. Aber über Heilkräfte verfügt das Mädchen dennoch, sie kann sogar durch Handauflegen heilen. So wird Luna sowohl als Heilerin verehrt, allerdings an anderen Orten auch verachtet und verfolgt – Kindern mit Albinismus wurde angedichtet, sie seien verzaubert. Doch Luna erlangt mit ihren Heilkräften die Gunst von Kaiser Heinrich, sie vertraut ihm, fühlt sich ihm regelrecht freundschaftlich verbunden. Doch dann entdeckt auch sie seine dunklen Seiten, und aufgrund eines traumatischen Ereignisses zerbricht etwas in Luna. Luna machte in diesem Buch eine kolossale Wandlung durch, was allerdings auch an ihrem Alter liegen dürfte. So wurde aus dem unschuldigen Kind ein junges Mädchen, das Dinge erlebte, die nur schwer oder gar nicht zu verkraften sind. Und so lernt Luna Gefühle kennen, die ihr bislang fremd waren, die eher unbekümmerte kindliche Art verschwindet, sie wird gezwungenermaßen früh erwachsen. Kaiser Heinrich ist jung und impulsiv. Mal ist er geradezu gütig, dann verbreitet er durch seine Erbarmungslosigkeit Angst und Schrecken. Für mich war Heinrich wechselhaft wie das Wetter – unberechenbar, eine tickende Zeitbombe. Ein Angriff auf seine Person konnte schlimme Folgen haben, seine Rache war grausam, sei es eine Hinrichtung oder sogar die Vernichtung einer kompletten Stadt. Doch in Luna scheint Heinrich geradezu vernarrt zu sein: Er vertraut ihr, sie erhält sogar einen Platz in seinen Gemächern. Hier fragte man sich, wie weit Heinrich gehen würde – sieht er in Luna mehr als eine Heilerin, oder will er gar das Lager mit ihr teilen? Konstanze ist die Frau von Heinrich. Eine Liebesheirat war es nicht, die das Kaiserpaar miteinander verband. Heinrich, gerade erst Mitte zwanzig musste die fast zehn Jahre ältere Adlige ehelichen, die damals als „altes Mädchen“ galt. Konstanzes „Aufgabe“ bestand darin, den Fortbestand der Familie zu sichern, indem sie für einen männlichen Thronfolger „zu sorgen“ hatte. Es gibt zwar gemeinsame Auftritte der Eheleute, ansonsten führt jeder weitestgehend sein eigenes Leben – manchmal sogar räumlich getrennt. So hart es klingt: Konstanze ist letztendlich lediglich das Mittel zum Zweck! Markward von Annweiler steht in den Diensten von Heinrich. Dieser ist Markwards Schützling und liegt ihm daher auch sehr am Herzen. Den Andeutungen nach, zeigte Markward schon seit sehr langer Zeit Interesse an Judith, was dieser etwas unheimlich ist. Kann sie dem älteren Mann Vertrauen schenken? Auch wenn die beiden sicherlich nie Freunde werden können, so behandelten sie sich gegenseitig stets mit Respekt und achteten einander. Judith und Silas, das Liebespaar: Judith kennt Silas bereits seit ihrer Jugend. Damals kam Silas als Friedrichs Leibarzt auf die väterliche Burg Lare. Judith, die sich für Heilkunde interessierte, bewunderte den fremdländischen, dunkelhäutigen Arzt sehr, verliebte sich bereits damals in ihn. Doch eine Liebe wie diese durfte nicht sein, denn sie war keineswegs standesgemäß – Silas war trotz seines Berufes dennoch ein Sklave, Judith hingegen eine Grafentochter. Zu Beginn des Buches ist Judith 47 Jahre alt, Silas bereits weit über 50 Jahre alt. Selbst die lange Trennung konnte der Liebe der beiden nichts anhaben. Silas – seine Herkunft: Silas ist Maure. Mauros, aus dem Griechischen hergeleitet, bedeutet soviel wie „dunkel“, was zutreffend ist, bezüglich seines südländischen Aussehens. Annehmen könnte man, dass Mauren aus Mauretanien in Nordwestafrika stammen, doch Silas stammt aus der Grafschaft Edessa, die im 12. Jahrhundert einer der vier ursprünglichen Kreuzfahrerstaaten war und damals ca. 10 000 Einwohner hatte. Edessa liegt im Süden der heutigen Türkei und heißt heute Urfa. Die Stadt hat inzwischen mehr als 500 000 Einwohner. Silas, der inzwischen mehr als ein halbes Jahrhundert auf der Erde weilt, hat seine Mutter seit Jahrzehnten nicht gesehen, weiß nicht, ob sie überhaupt noch lebt. Doch sollte dies der Fall sein, so will er sie unbedingt noch einmal sehen. Silas war zwar ein Sklave, doch auch ein angesehener Arzt, und Kaiser Friedrich, genannt Barbarossa, respektierte und achtete ihn, und beide Männer verband ein fast schon familiäres Verhältnis – zumindest wirkte es auf mich so, als ich den ersten Roman las. Der Leibarzt des Kaisers war zugleich auch dessen Vertrauter. Das Sumpffieber: Viele Tote forderte das heimtückische Sumpffieber, unter dem auch Heinrich immer wieder leidet. Das Klima in den Sumpfgebieten begünstigt eine Erkrankung, und wer es einmal hat, läuft Gefahr, es wieder zu bekommen – vorausgesetzt er überlebt diese Krankheit. Auch heutzutage kennt man diese Krankheit noch immer, allerdings unter dem Namen Malaria. Untergegangene Städte – Tusculum: Die Stadt Tusculum war eine Stadt, in der sich die Reichen Roms niedergelassen hatten. Sie lag südlich von Rom. Nach ihrer Vernichtung wurde sie, aus welchem Grund auch immer, nie wieder aufgebaut. Die Carmina Burana: Hierbei handelt es sich um eine Sammlung zumeist mittelhochdeutscher Lied- und Dramentexte, welche in 11. bis 13. Jahrhundert von anonymen Dichtern verfasst wurden. Zeitlich passen diese Texte, die eine wunderbare Ergänzung sind, sehr gut in dieses Buch. Wenn ich einen historischen Roman lese, so möchte ich dabei keinen Geschichtsunterricht erhalten, denn ansonsten könnte ich gleich auf ein Sachbuch zurückgreifen. Aber natürlich kann dabei nicht komplett auf geschichtliche Handlungen verzichtet werden, denn diese sind nötig, um die Zusammenhänge zu verstehen. In diesem Roman wurde hier das richtige Maß gefunden, so dass die anderen Anteile, wie die Spannung und der Liebesroman nicht zu kurz kommen. Die Rückblenden auf das Geschehen aus dem ersten Band sind sehr knapp gehalten, so dass auch nicht die Spannung genommen wird, sollte man dieses Buch im Nachhinein lesen wollen. Der Handlungszeitraum erstreckt sich auf mehrere Jahre. Zu Beginn des Buches schreibt man das Jahr 1191, der Roman endet im Jahr 1197. Es sind ereignisreiche Jahre, sei es politisch gesehen, aber auch im privaten Bereich. Heinrich wird vom neuen, aber betagten Papst Coelestin III. (er erreichte mit über 90 Jahren für die damalige Zeit ein geradezu biblisches Alter) zum Kaiser gekrönt, das Klima des Südens fordert zahlreiche (Todes-)Opfer und man sehnt die Geburt eines Thronfolgers herbei. Die Zeiten waren alles andere als friedlich und durch Kriege, Kämpfe und Mordanschläge ereilte so manchen Herrscher ein früher Tod, so dass oft bereits Kinder gekrönt wurden – eine Tragödie, wenn kein Nachkomme vorhanden war – so manches Herrschergeschlecht war dem Untergang geweiht. Demnach standen die Frauen der Regierenden unter einem großen Druck – so auch Konstanze, Heinrichs Frau. Der Aufbau des Buches gefällt mir sehr gut. Zur Einleitung wird eine kurze, aber sehr schöne, mystische Geschichte über Feenkinder erzählt. Was es damit auf sich hat, erfährt man im Laufe der Handlung. Dann folgt (wie auch bei DAS GEHEIMNIS DER ÄBTISSIN) eine Szene, die erst einmal aus dem Zusammenhang gerissen erscheint, die aber für Spekulationen sorgt, weil vieles im Verborgenen bleibt. Doch die Neugier wurde bereits dadurch geweckt. Unterteilt ist der Roman in“Erstes Buch und „Zweites Buch“. Jedes Kapitel beginnt mit einem Vers aus der Carmina Burana – erst in der Originalfassung, danach als Übersetzung. Es folgt die Überschrift – zuerst der Handlungsort, z.B. Septimerpass, Rom, Palermo,... . Darunter findet man die entsprechende Zeitangabe – meist den Monat und die Jahreszahl, manchmal auch nur die Jahreszeit oder das Jahr. Mitunter sind als zusätzliche Angabe auch besondere Festtage vermerkt, wie beispielsweise Ostern. Lobend erwähnen möchte ich, dass meine Anregung, im Buch eine Karte abzudrucken, aufgenommen wurde. So findet man in diesem Roman zu Beginn des Buches eine Karte aus der Zeit, in dem sich die Handlung abspielt. Ich habe gerne darauf zurückgegriffen, immer wieder die Reiseroute von Judith, Silas und Luna verfolgt. Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag, die wie man sieht auch auf Wünsche und Anregungen der Leser eingehen. Die verwendete Ausdrucksweise wirkt zwar durch Begriffe wie „Wehmutter“ (Hebamme) „antiquiert“, dennoch wurde eine zeitgemäße Erzählsprache gewählt, wodurch sich das Buch leicht lesen lässt, man aber stets vor Augen hat, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Lediglich das Wort „Frühstück“ fand ich in diesem Zusammenhang etwas deplatziert – zu modern für die damalige Zeit – hier wäre wohl „Morgenmahl“ passender gewesen – aber das ist nur eine Kleinigkeit. Ansonsten ist das Genre des historischen Romans auch für „jüngere Leser“ geeignet und alles andere als „verstaubt“. Vermisst habe ich hingegen ein Glossar. Auch als „alter Hase“ in Sachen historischer Roman, greife ich gerne auf die Erklärung mancher Begriffe zurück – man lernt ja nie aus. „Kandidaten“ für ein Glossar hätte ich durchaus im Buch entdeckt, sei es das Sumpffieber, die Universalmedizin Theriak oder der Kätner. Bei einem historischen Roman sollte man auch an „Neueinsteiger“ unter den Lesern denken, denen die Begriffe in diesem Genre nicht geläufig sind. Und es besteht ja nicht die Verpflichtung, diesen Anhang auch zu benützen. Das Verzeichnis der historisch belegten Personen ist für mich bei einem historischen Roman ein unverzichtbares Muss. Hier findet man die Geburts- und auch die Sterbedaten, ebenso wichtige Ereignisse, so dass man sich ein genaueres Bild der entsprechenden Personen machen kann, sei es in Sachen Alter, Herkunft oder Stand. Mitunter werden Ereignisse auch zeitlich angepasst, indem sie vorverlegt werden, weil ein Ereignis so besser in die Handlung passt. Wir begegnen in diesem Roman bekannten Personen wie Richard Löwenherz, aber auch Papst Coelestin oder Walther von der Vogelweide. Das Einbringen bekannter Personen lässt einen Roman immer besonders authentisch wirken, wobei natürlich das ein oder andere Ereignis auch der Phantasie des Autors entspringt. So gab es auch die Hauptperson Judith von Lare tatsächlich. Sie lebte im 12. Jahrhundert und war im Cyriakusstift in Eschwege Äbtissin. Auf mich wirkt ein historischer Roman generell sehr „anregend“ - so recherchiere ich gerne das ein oder andere Ereignis aus den Romanen, und lerne immer wieder etwas dazu. Insofern ist ein historischer Roman letztendlich doch immer auch ein Stück weit Geschichtsunterricht – allerdings auf die angenehme, spannende Art und Weise, mit Platz für Spekulationen und viel Freude am Lesen. Ein Nachwort schätze ich immer sehr, denn hier erfährt man oft interessante Dinge, sei es über den Beweggrund des Autors, genau über dieses Thema zu schreiben, oder über die geschichtlichen Hintergründe, aber auch über die Entstehungsgeschichte des Romans. Auch so manche Anekdote findet hier mitunter Verwendung. In diesem Fall besteht das Nachwort aus einer Danksagung – ein gelungener Abschluss, wie ich finde, und eine Würdigung der helfenden Hände und Köpfe. Ohne etwas verraten zu wollen - das Ende des Romans lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Ich jedenfalls würde mich darüber sehr freuen. Fazit: Ein historischer Roman nach meinem Geschmack – hier stimmt alles: Geheimnisvolle Andeutungen, die spannende Handlung, die geschichtlichen Hintergründe und der passende Rahmen - selbst mystisch wirkende Textpassagen waren diesmal vertreten. Und das Ganze wirkt trotzdem keinesfalls wie ein Geschichtsbuch, auch wenn man hier viel über das Volk und die Herrschenden erfährt. Für diesen lehrreichen und überaus unterhaltsamen Roman möchte ich eine absolute Leseempfehlung aussprechen und vergebe daher natürlich 5 Sterne.

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    • 3
  • Tolle Geschichte einer mutigen Äbtissin

    Das Erbe der Äbtissin
    Buechersammler

    Buechersammler

    Inhalt (Buchrücken): - Eine mutige Frau und eine Liebe, die nicht sein kann. - Anno 1191. Es ist die Zeit nach Barbarossas Tod. Die ehemalige Äbtissin Judith und der maurische Arzt Silas fliehen über die Alpen nach Italien. Aus Liebe zu Silas hat Judith unerlaubt ihr Kloster verlassen. In einer einsamen Hütte in den Bergen vertraut ihnen eine sterbende Frau ihr Kind an. Kurz darauf werden die drei von Barbarossas Nachfolger Heinrich gefangen genommen. Als dieser schwer erkrankt, scheint dies die Chance auf Rettung zu sein, denn nur sie können ihn heilen... Meinung: Vorab muss ich sagen, dass ich den ersten Teil nicht gelesen habe. Aber das stellt bei diesem Buch kein Problem da und soll auch für andere Leser keine Barriere sein =)Denn alles was man wissen muss erfährt man im Laufe des Buches. Die Autorin lässt da keine Lücken. Ich möchte nicht Spoilern, daher versuche ich mich nicht auf das Geschehen zu beziehen. Es soll ja spannend bleiben ;) Die Figuren finde ich persönlich sehr toll ausgearbeitet. Man kann sich mit ihnen befassen und hat eine Geschichte zu ihrem Leben. Daher scheint die komplette Geschichte abgerundet. Ich mag es, dass die Hauptcharaktere schon älter sind. In vielen historischen Romanen geht es oft um junge Leute (meistens in Verbindung mit einer Liebe), die sich erst zurecht finden müssen. Die Liebe spielt hier auch ein große Rolle, jedoch hat man hier das Gefühl, dass alles etwas wohl überlegter und organisierter abläuft, was sehr angenehm zum lesen ist (denn man muss sich nicht andauern über die Naivität aufregen.. =) ). Innerhalb der Geschichte wird der Leser immer wieder an neue Orte gebracht und erfährt neben der spannenden Handlung noch einiges mehr über Zeit und Ort. Das finde ich sehr gut! Denn die historischen Hintergründe werden perfekt mit eingewebt! Auch die Heilkunst kommt nicht zu kurz und bietet ein weiteres spannendes Wissenskapitel. Die Beschreibungen der Umgebung verleiten einen zum Träumen und man kann sich direkt vorstellen wie es damals aussah. Toll! Denn das passiert alles nur durch den ausdrucksstarken Schreibstil an diesen Stellen. Dies ist auch dann der Fall, wenn es darum geht Situationen treffend zu beschreiben, ohne sich dabei in Einzelheiten zu verlieren. Die Idee mit Luna war für mich was Neues. Ein Kind mit feenhaften Talenten. Sie wird als sehr rein und gutgläubig dargestellt, was leider später in der Handlung etwas zum Problem wird. Jedoch finde ich ihre Art mit allem umzugehen toll. Sie ist eine ausdrucksstarke Person und für ihr Alter sehr reif. Das Trio muss immer aufpassen und hat es nicht immer leicht. Doch trotzdem halten sie zusammen und zeigen was Familie heißt. Die Angst und die Sorgen der drei sind fast durchgehend zu spüren. Das macht es noch besser beim mitfiebern. Judith und Silas sind die perfekten Ersatzeltern für Luna. Sie sind liebevoll und gutmütig, wissen aber auch zu widersprechen und sich zu wehren. Da die beiden trotz aller schweren Umstände zusammen halten, sind sie für mich der Fels in der Brandung in dieser Geschichte und zeigen, dass es immer etwas gibt, für das es sich lohnt zu kämpfen. Fazit: Ein wirklich guter Roman, der auf hervorragend recherchierten Grundlagen basiert und daher Hand und Fuß hat. Spannendes Lesevergnügen für Liebhaber historischer Romane!

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    • 2
  • Das Erbe der Äbtissin

    Das Erbe der Äbtissin
    jackdeck

    jackdeck

    12. August 2015 um 11:33

    Bereits der erste Teil „Das Geheimnis der Äbtissin „hat mich als geschichts- und historienbegeisterte Leserin in den Bann gezogen. Die Schreibweise von Johanna Marie Jakob bringt mich als Leserin zurück in fremde Zeiten und lässt längst vergesse Zeiten vor meinem geistigen Auge auferstehen. Die Mischung zwischen sehr guter Erzählweise verwoben mit historischen Fakten und Hintergründen macht einen gekonnten Lesegenuß perfekt. Ano domini 1191. Die ehemalige Äbtissin Judith und der maurische Arzt Silas sind auf den Weg nach Süden. Sie wollen in Silas` Heimat. Nach einem Lawinenabgang bei der Überquerung der Alpen rettet sie ein Kind. Die Mutter des Kindes liegt im Sterben. Sie bittet Judith, das Mädchen Luna mit sich zu nehmen. Luna ist mit einer besonderen Gabe  gesegnet. Sie kann Menschen heilen und kennt sich sehr gut mit Heilkräutern und deren Anwendung aus. Viele Menschen erhalten von ihnen Hilfe und dabei begeben sich Judith, Silas und Luna auch in Gefahr. Viele historische Personen und eine wirklich spannende Handlung haben mir einige genussreiche Lesestunden verschafft. Die Handlung ist logisch und nachvollziehbar und knüpft an den ersten Band an. Die hervorragende Recherche hat sich ausgezahlt, der Autorin ist ein fabelhaftes Buch gelungen.

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  • Eine epische Flucht unter dem Heinrich dem VI

    Das Erbe der Äbtissin
    pallas

    pallas

    Eine spannende Fortsetzung der Geschichte "Das Geheimnis der Äbtissin" von Johanna Marie Jakob. Die bereits siebenundvierzigjährige Judith, Äbtissin des Eschweger Klosters, flüchtet um endlich mit der Liebe ihres Lebens, dem maurischen Arzt Silas, ein Leben in dessen Heimat führen zu können. Dies ist umso schwieriger, als Judith eigentlich die Aufgabe hatte, im Kloster das Grab von König Barbarossa, dem legänderen Vater von Heinrich dem Sechsten zu hüten. Es ist gerade Winter als Judith mit Silas die Alpen überqueren und sich dabei vor Heinrich und seinem Gefolge verbergen. Unterwegs überollt sie fast eine Lawine und sie begegnen Luna, dem "weißen Mädchen" dessen Mutter im Sterben liegt. Lunas Mutter vertraut das Kind den beiden Flüchtigen an. Das Kind hat eine besondere Gabe. Sie kann Menschen heilen und kennt sich sehr gut mit Heilkräutern und deren Anwendung aus. Silas und Judith betrachten Luna schon bald als ihre Tochter. Auf der Flucht können die Drei vielen Menschen helfen, jedoch leben sie immer mit der Angst entdeckt zu werden, was dann auch eines üblen Tages so geschieht. Sie werden gezwungen mit dem König zu ziehen und ihn auf seinen Feldzügen zu begleiten. Sie müssen ihre medizinische Kunst dem Gefolge des Königs als Dienstleistung zur Verfügung stellen. Heinrich freundet sich im Laufe der Zeit mit Luna an. Er hat ihre besondere Gabe entdeckt und nutzt sie schon bald nach seinem Gutdünken aus. Er schafft es, dass schließlich die junge Luna Gefallen an ihm findet. Heinrichs Frau Konstanze kann schon lange Zeit keinen Nachkommen für ihn gebären. Der König braucht jedoch unbedingt einen Thronfolger. Wird Heinrich jemals einen Erben bekommen? Gelingt es Judith und Silas endlich weiter in die ersehnte Heimat zu reisen? Johanna Marie Jakob gelang mit diesem neuen Roman ein schwungvolles Werk, das mühelos gelesen und über seine ausdrucksstarken, detailliert herausgearbeiteten Charaktere eine spannende, dabei auf jeder Seite kurzweilige Story ist. Die Autorin zeichnet eine epische, herrlich atmosphärische Umgebung. Während der Lektüre durchwandert der Leser eine malerische Landschaft nach der anderen. Alleine dieses Kopfkino ist schon als genial zu bewerten. So ist es kein Wunder, dass mich der packende und mit historischen Ereignissen reichlich ausgestattete Roman sogleich in den Bann gezogen hat. Besonders das Heilertrio Judith, Silas und Luna geben dem Roman einen ganz besonderen Reiz. Nebenbei vermittelt der Roman sehr viel Wissenswertes über die Heilermethoden und die Kräuter einer längst vergangenen Zeit. Ein Roman dem man wertvolles Wissen und inspirierende Gedanken entnimmt. Ich möchte mich für das mitreißende und erlebnisreiche Werk bei der Autorin bedanken. Die sicherlich sehr mühevolle und präzise Recherchearbeit ist in diesem so wundervollen Buch deutlich zu spüren.

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    • 5
  • Gut recherchierter historischer Roman

    Das Erbe der Äbtissin
    mabuerele

    mabuerele

    „...Als Arzt sitzt man entweder oben auf dem hohen Ross, oder man liegt unter seinen Füßen...“ Dem eigentlichen Beginn sind zwei kurze Episoden vorangestellt. Die erste erzählt die Legende vom Auftreten der Feenkinder. Die zweite ist kursiv geschrieben. Sie wird ihre Fortsetzung am Ende des ersten Buches finden und ihre Vollendung zum Schluss. Erstes Buch heißt, dass die Handlung in zwei Zeitabschnitte untergliedert wird. Wir schreiben das Jahr 1191. Die ehemalige Äbtissin Judith und der maurische Arzt Silas sind auf den Weg nach Süden. Sie wollen in Silas` Heimat. Nach einem Lawinenabgang bei der Überquerung der Alpen rettet sie ein Kind. Die Mutter des Kindes liegt im Sterben. Sie bittet Judith, das Mädchen Luna mit sich zu nehmen. Auch König Heinrich und der Reichstruchsess Markward von Annweiler sind auf den Weg nach Süden. Ihnen darf Judith keinesfalls begegnen. Die Autorin hat einen fesselnden und gut recherchierten historischen Roman geschrieben. Sie spannt den Bogen von der Kaiserkrönung Heinrichs bis zu seinem Tod. Das Buch lässt sich zügig lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Dazu beigetragen haben die komplexen Beziehungen zwischen den Protagonisten, die abwechslungsreiche Handlung und der angenehme Schriftstil. Historische Fakten werden umfassend in den Ablauf des Geschehens einbezogen. Die Protagonisten sind gut charakterisiert. Luna hat heilende Hände. Judith weiß, dass sie auf das Kind besonders achtgeben muss. Zwei Entwicklungswege stehen im Mittelpunkt des Romans. Zum einen wird Luna vom Kind zur jungen Frau, die erkennen muss, das Menschen, die sie mag, harte und ungerechte Entscheidungen treffen. Zum anderen geht es um den Lebensweg von Kaiser Heinrich. Seine Lieblosigkeit gegenüber seiner Frau, seine Härte gegenüber den Geiseln und seine Menschenverachtung, wenn es um Macht und Rache geht, zeigen sich nach und nach. Die Handlungsorte werden mit passenden Metaphern umfassend beschrieben. So entstanden schnell Bilder vor den Augen. Für die Grausamkeit von Krieg und Unterdrückung findet die Autorin treffende Worte, ohne sich in Einzelheiten zu verlieren. Dafür spielen in diesen Situationen Gefühle eine besondere Rolle. Die Wut der Einwohner von Tusculum, die den brennenden Inferno entkommen konnten, die Angst von Judith um ihren am Sumpffieber vor Neapel erkrankten Bruder, die Freude der Einwohner von Neapel beim Abzug der kaiserlichen Truppen, die sich in grenzenlosen Leichtsinn äußert, sind nur einige Beispiele dafür. Aussagekräftige Dialoge sorgen einerseits dafür, dass die Personen und ihre Motive deutlicher werden, andererseits demonstrieren sie politisches Handeln. Viel dazugelernt habe ich als Leser über die medizinischen Möglichkeiten der damaligen Zeit. Kräuter spielten auch bei den Ärzten eine entscheidende Rolle. Dem Roman ist eine Karte mit den Handlungsorten vorangestellt. Ein ausführliches Personenregister ergänzt die Handlung. Das Cover mit der Frau und der Schriftrolle passt zum Inhalt des Buches. Der Roman hat mir sehr gut gefallen. In einer fiktiven Geschichte mit einer kleinen Spur Mystik werden reale historische Geschehen exzellent vermittelt. Unterschwellig hat mir das Buch vermittelt, dass Krieg und Gewalt die guten Eigenschaften der Menschen in Gegenteil verkehren können und durch Hass und Rache neue Gewalt produzieren. Leiden müssen häufig Unschuldige.

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    • 2
  • Tolles Buch, sehr spannend. Schöne Atmosphäre!

    Das Erbe der Äbtissin
    hasirasi2

    hasirasi2

    „Das Erbe der Äbtissin“ ist wieder eines der Bücher, auf dessen Erscheinen ich sehnsüchtig gewartet habe, weil mir der erste Teil „Das Geheimnis der Äbtissin“ sehr gut gefallen hatte. Und ich wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht. Johanna Marie Jakob schafft es, historische Fakten mit einer tollen Geschichte zu verweben, so dass dem Leser kaum auffällt, wo die Realität aufhört und die Fiktion beginnt. Während es im ersten Buch um die Lebensgeschichte von Barbarossa und seiner Frau Beatrix ging, drehte sich die Handlung dieses Mal um deren Sohn Heinrich VI.   Bereits mit dem Cover wird deutlich, dass die Bücher zusammen gehören. Auf beiden ist eine (die gleiche?) Frau im Halbprofil abgebildet. Auf dem ersten Cover hält sie eine Kerze, auf dem zweiten eine Schriftrolle. Nur die Farbe des Hintergrundes unterscheidet sich.   Das Buch beginnt mit einer Karte des heiligen römischen Reiches zu der Zeit, in der die Handlung spielt. So kann man immer wieder nachschauen, wo sich die Protagonisten gerade befinden. Am Ende des gibt es ein praktisches Verzeichnis historisch belegter Persönlichkeiten. Außerdem werden die Kapitel jeweils mit einem passenden Zitat aus der Carmina Burana eingeleitet.   Judith ist eine abtrünnige Äbtissin die zusammen mit Silas, einem maurischen Arzt, mitten im Winter über die Alpen flieht, um König Heinrich bzw. seinen Vasallen zu entkommen. Eigentlich sollte sie das geheime Grab von Heinrichs Vater Barbarossa und Heinrichs Geheimnis hüten. Doch Judith und Silas haben das Glück der späten Liebe für sich entdeckt und wollen in Silas Heimat neu anfangen. Die Reise im Winter ist extrem gefährlich, denn zu den üblichen Gefahren kommt die Kälte. Als dann auch noch eine Lawine abgeht und sie verschüttet werden, sieht es nicht gut aus. Zum Glück rettet sie ein „weißes Mädchen“ - weiße Haare, weiße Haut und extrem helle Augen – Luna ist in jeder Hinsicht besonders. Da ihre Mutter im Sterben liegt, versprechen beide, sich um Luna zu kümmern. Bald wird klar, dass Luna nicht nur eine große Begabung für Heilpflanzen hat, sondern die Menschen auch durch Handauflegen heilen kann. So sehr sie sich auch vorsehen, Judith und Silas werden bald von Heinrichs Häschern erwischt und Lunas Begabung entdeckt. Diese Begabung muss Heinrich natürlich ausnutzen und so wird Luna so etwas wie sein Maskottchen. Sie hat jederzeit zu seiner Verfügung zu stehen und auch Judith und Silas sind durch sie an Heinrich gebunden. Sie begleiten ihn auf seinen Feldzügen, zu seinen Krönungen als König von Sizilien und später als Kaiser. Erleben ihn zu seinen besten und schlechtesten Zeiten. Heinrich ist jähzornig, ungerecht, herrschsüchtig und grausam. Aber auch er hat Feinde und Neider und muss sich seine Stellung immer wieder erarbeiten. Dazu kommt, dass er relativ jung an Malaria (Sumpffieber) erkrankt und zeit seines kurzen Lebens dagegen ankämpfen muss. Außerdem wird seine Frau Konstanze von Sizilien sehr lange nicht schwanger, dabei braucht er dringend einen Thronfolger.   „Das Erbe der Äbtissin“ hat mich von Beginn an gefangen genommen. Es ist unheimlich spannend, fesselnd und sehr plastisch geschrieben. Ich hungere, friere und leide ab der ersten Zeile mit und konnte es zwischendurch kaum aus der Hand legen. Besonders gefallen hat mir Lunas Entwicklung vom kleinen unschuldigen Mädchen zur selbstbestimmten jungen Frau. Denn ihre Gabe hat wie alles zwei Seiten, sie besitzt nicht nur positive, sondern auch negative Kräfte, aber letztere setzt sie bis auf einmal nie ein.

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    • 3
    hasirasi2

    hasirasi2

    01. August 2015 um 14:13
  • Eine mutige Liebe

    Das Erbe der Äbtissin
    esposa1969

    esposa1969

    30. July 2015 um 19:49

    Buchrückentext: Anno 1191. Es ist die Zeit nach Barbarossas Tod. Die ehemalige Äbtissin Judith und der maurische Arzt Silas fliehen über die Alpen nach Italien. Aus Liebe zu Silas hat Judith unerlaubt ihr Kloster verlassen. In einer einsamen Hütte in den Bergen vertraut ihnen eine sterbende Frau ihr Kind an. Kurz darauf werden die drei von Barbarossas Nachfolger Heinrich gefangen genommen. Als dieser schwer erkrankt, scheint dies die Chance auf Rettung zu sein, denn nur sie können ihn heilen... Leseeindruck: Nach "Das Geheimnis der Äbtissin" liegt uns nun mit "Das Erbe der Äbtissin" der Nachfolgeband dieser historischen Roman-Reihe vor. Obwohl ich den ersten Band nicht gelesen hatte, bin ich recht gut in die Handlung reingekommen und mit den Charakteren warm geworden. Wie bei historischen Romanen üblich, werden hier tatsächliche historische Begebenheit mit fiktiver Handlung perfekt miteinander verwoben. Ein Verzeichnis der historisch belegten Personen finden wir am Ende des Romanes aufgelistet. Die Autorin Johanna Marie Jakob schaffte es den Leser mit in diese Zeit hineinzuversetzen, als wäre man während des Lesens tatsächlich in dieser Zeit an diesen Orten. Toll auch, vorneweg die Karte, so kann man man die Reise in der damaligen Zeit mitverfolgen. Wie man auf dem Buchrückentext erlesen kann, flieht die Äbtissin und Heilerin Judith mit dem Arzt Silas über die Alpen nach Italien.  Sie sind auf der Flucht vor König Heinrich und möchten einen Neuanfang starten. Diese winterliche Reise birgt allerlei Gefahren insich und während einer solchen begegnet ihnen Luna, um die sie sich von nun an kümmern. Auch Luna hat heilende Fähigkeiten. Bald jedoch werden die drei von Barbarossas Nachfolger König Heinrich gefangenen genommen, doch dieser erkrankt schwer und Rettung scheint zum Greifen nahe…. Die Charaktere sind allesamt gut vorstellbar und detailliert beschrieben. Der Spannungsbogen spannt sich von Beginn der Handlung bis zum Ende straff, immer im Hinterkopf, ob die Flucht gelingt. Auf insgesamt 430 Seiten verteilen die angenehmen Kapitel. Die Schrift empfand ich als gut leserlich und augenfreudlich groß. Die Sprache und Schreibweise war leicht verständlich verfasst und nicht zu sehr altertümlich. Das Cover gefällt mir sehr gut, da man nicht nur deutlich erkennt, dass es sich hierbei um einen historischen Roman handelt, sondern durch die Farbgebung eben sehr auffällig wirkt. Ich habe mich bestens unterhalten und spannend gefesselt gefühlt, vergebe somit sehr gerne 5 von 5 Sternen! @ esposa1969

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    Das Erbe der Äbtissin
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    VroniMars

    In das "Erbe der Äbtissin" von Johanna Marie Jakob geht es um die Heilerin Judith, die mit dem muslimischen Arzt Silas vor dem König Heinrich auf der Flucht ist. Dabei begegnen sie dem mysteriösen Mädchen Luna.  Die Geschichte ist zunächst für meinen Geschmack zu wenig Spannung, da der Buchrücken doch schon viel verrät. Erst zum Schluss nimmt die Story an Fahrt auf, dafür dann aber auch richtig. Die Figuren sind ganz gut dargestellt, wobei mir Silas in der gesamten Geschichte zu blass bleibt. Ihm kommt hier nur eine Nebenrolle zu. Für mich war es deshalb schwierig mich mit ihm anzufreunden, da ich den ersten Teil nicht gelesen habe. Luna ist eine sehr interessante Person. Fantasyelemente stören mich eigentlich nicht - ich liebe Fantasy - aber in einem Historischen Roman fand ich es zunächst ein wenig befremdlich, wobei mir das am Schluss sehr gut gefallen hat.  Der Schreibstil ist sehr schön. Er ist flüssig und anschaulich.  Schön fand ich den althochdeutschen Text am Anfang von jedem Kapitel. Hab ich zuletzt im Studium so gesehen.  Alles in allem würde ich unbedingt empfehlen, zunächst den ersten Band zu lesen, um die Hauptfiguren richtig kennen zu lernen. 

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