Johanna Marie Jakob Das Geheimnis der Äbtissin

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Inhaltsangabe zu „Das Geheimnis der Äbtissin“ von Johanna Marie Jakob

Anno 1156 auf der Burg Lare im Harz:
Die junge Grafentochter Judith steht in Diensten von Kaiser Friedrich I., um dessen junge Gemahlin sie sich liebevoll kümmert. Sie interessiert sich leidenschaftlich für Kräuter- und Heilkunde – und für Silas, den maurischen Leibarzt des Kaisers, der sie nicht nur als Mediziner fasziniert. Doch ihre Liebe scheint keine Zukunft zu haben, denn Judith ist eine Adlige und Silas in den Augen der Welt nur ein Sklave.

Verwirrender Titel des Buches. Erst am Schluss ist Judith Äbtissin. Tolle Unterhaltung, farbig geschrieben

— dieben

Tolle Unterhaltung

— Pat82

Das Geheimnis der Äbtissin ist einer der wenigen historischen Romane, der sowohl lehrreich wie auch unterhaltend und spannend ist.

— Silberstern8

Interessante Geschichte um eine junge Frau und ihren Weg zur Heilkunst und Äbtissin

— nirak03

Superschöner spannender erster Teil

— pallas

Unterhaltsam, spannend und historisch

— ChattysBuecherblog

klasse buch! Freu mich auf Teil 2!

— AnMich_09

So ein schönes Buch! Ich bin begeistert!

— Sternenstaubfee

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  • Die Heilkunst der Äbtissin

    Das Geheimnis der Äbtissin

    Eliza08

    06. March 2016 um 11:40

    Über das Buch: Anno 1156 auf der Burg Lare im Harz: Die junge Grafentochter Judith steht in Diensten von Kaiser Friedrich I., um dessen junge Gemahlin sie sich liebevoll kümmert. Sie interessiert sich leidenschaftlich für Kräuter- und Heilkunde – und für Silas, den maurischen Leibarzt des Kaisers, der sie nicht nur als Mediziner fasziniert. Doch ihre Liebe scheint keine Zukunft zu haben, denn Judith ist eine Adlige und Silas in den Augen der Welt nur ein Sklave ... (Quelle: http://www.droemer-knaur.de)   Über die Autorin: Johanna Marie Jakob wurde 1962 in Bleicherode/Südharz geboren. Sie ist Studienrätin für Mathematik und Physik und hat bereits zahlreiche Kurzgeschichten sowie mehrere Romane veröffentlicht. Ihr historischer Roman "Das Geheimnis der Äbtissin" war ein großer Erfolg. (Quelle: http://www.droemer-knaur.de)   Meine Meinung: Dieses Buch stand schon lange in meinem Regal, bestimmt schon 3-4 Jahre und da ich mir im neuen Jahr vorgenommen habe mehr „alte“ Bücher zu lesen, fiel meine Wahl auf das Buch von Johanna Marie Jakob. Eigentlich weiß ich nicht warum ich solange damit gewartet habe, denn verdient hatte er es nicht. Mit Debüt-Romanen bin ich in der Regel etwas gnädiger, als mit dem zehnten Roman von Autor xy. Alles in Allem hat mich der Roman überzeugt und ich werde mit Sicherheit irgendwann den zweiten Teil dieser Geschichte lesen. Gut gefallen hat mir der Stil der Autorin diese Geschichte zu erzählen. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und man erfreut sich daran, wie die Autorin behutsam ihre Figuren in der Geschichte aufbaut und ihnen immer mehr Eigenleben und Verantwortung überträgt. Wir begleiten die Protagonisten über eine längere Zeitspanne von ca. 35 Jahren und genau dies wird einem im ersten Moment des Lesens nicht immer bewusst. Die Zeitsprünge sind teilweise unvorhersehbar und kommen auch im Kleinen auf einer einzigen Seite vor. Dies ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich bei diesem Buch anführen möchte. Der Aufbau der Geschichte ist geschickt und überzeugend durchkonzipiert, es entstehen keine großen Ungereimtheiten. Wer gerne und viel historische Romane liest, wird sich in diesem Buch schnell zu Recht finden und wird auch nicht von der relativ großen Anzahl an handelnden Personen in die Flucht geschlagen. Sicherlich muss man den Kritikern dieses Buches einräumen, dass Johanna Marie Jacob nicht eine gänzlich neue Geschichte geschrieben hat, dennoch ist dieser Roman nicht uninteressant. So oder so ähnlich hat es diese Geschichte schon mal gegeben, dennoch überzeugt die Autorin aufgrund des Settings der Burg Lare und der Kombination des geschichtlichen Hintergrunds. Wer gerne auch mal etwas unbekannteren Autoren ein Chance geben möchte, der sollte bei Johanna Marie Jakob zugreifen, denn diese Autorin hat Potential.  

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  • Leserunde zu "Das Geheimnis der Äbtissin" von Johanna Marie Jakob

    Das Geheimnis der Äbtissin

    Jomarie

    Hallo liebe Bücherfans, ich lade euch zu einer Reise ins 12. Jahrhundert ein, in die Zeit Kaiser Barbarossas und seiner jungen Frau Beatrix. Habt ihr Lust, die junge Grafentochter Judith kennenzulernen, die als Heilkundige in die Intrigen und Machenschaften des Hofes hineingezogen wird und sich in den maurischen Arzt Silas verliebt? Doch er ist nur ein Sklave... Der Droemer-Knaur-Verlag stellt 15 Exemplare des Buches zur Verfügung, wer eines gewinnen möchte, melde sich bitte bis zum 17. 11. 2012. Ich bin gespannt auf eure Meinung und auf eure Fragen!   

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  • Mein Leseeindruck

    Das Geheimnis der Äbtissin

    ChattysBuecherblog

    09. February 2015 um 16:35

    Bevor in Kürze der Nachfolgeband in die Regale kommt, wollte ich mich mit der Geschichte und der Autorin schon mal etwas vertraut machen. Mein erster Blick galt natürlich dem Cover. Grün gehalten, eine Frau mit einer Kerze. Für mich wirkt es sehr stimmig. Etwas geheimnisvoll, aber sehr passend. Die Autorin versteht es, den Leser auf ca. 460 Seiten an die Geschichte zu binden. Ein bisschen Gefühl, ein bisschen Heilkunde. Eigentlich genau die richtige Mischung für einen historischen Roman. Sehr deutlich wird auch, mit welchen Vorurteilen die Menschen zu kämpfen hatten. Siehe am Beispiel des Mauren Silas. Als sehr intelligenten und gefühlvollen Menschen beschrieben, erlebt der Leser jedoch, mit welchen Schwierigkeiten er zu kämpfen hatte. Die Menschen hatte gegen "andersfarbige" grosse Skrupel. Aber ist das in der heutigen Zeit denn anders? Im vorliegenden Buch wirkt diese Geschichte sehr modern, jedoch mit historischem Hintergrund. Sehr gut gefallen haben mir auch die Beschreibung der Örtlichkeiten, so dass ich nahezu in die Geschichte eintauchen konnte. Oder anders gesagt, ich habe das Buch verschlungen. Einen kleinen Wehmutstropfen hatte es für mich aber trotzdem. Teilweise habe ich die Abschnitte zu sprunghaft empfunden. Ich konnte dann dem Geschehen nicht schnell genug folgen. Im Großen und Ganzen kann ich jedoch sagen, dass ich mich schon sehr auf die Fortsetzung freuen werde.

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  • Rezension "Das Geheimnis der Äbtissin" von Johanna Marie Jakob

    Das Geheimnis der Äbtissin

    mimikrimilove

    13. May 2014 um 09:58

    Meine Meinung: Das Buch beginnt mit dem Ende im Jahre 1220. Ich war sofort gepackt und wollte unbedingt wissen, was passiert. Alle tot. Natürlich gestorben oder getötet. Aber warum? Und wer erzählt das Ende? Das soll sich erst auf den letzten Seiten klären. Worüber ich auch sehr dankbar war, denn so konnte ich während des Lesens wirklich immer grübeln, was passiert und wer der mysteriöse Erzähler am Ende ist. Und ich lag bei Allem falsch... ;) Man begleitet Judith ab einem Alter von 12 Jahren bis 47 Jahren. Die Kapitel sind nicht numerisch, sondern in Zeit und Ort gegliedert. Es gibt immer wieder Zeitsprünge, dennoch hat man nie das Gefühl etwas verpasst zu haben, denn wichtige Informationen werden in die laufende Geschichte dezent mit eingeflochten. Wohldosiert bekommt man ab und an Briefe und Aufzeichnungen, vor allem von Judith, zu lesen. Wunderschön formuliert und ich zweifele keine Nanosekunde daran, dass die Menschen im 12. Jahrhundert  sich so ausdrückten. Zudem beginnt jedes neue Kapitel mit einem Gedicht (oftmals Auszüge aus Carmina Burana), zuerst in Altdeutsch und dann ins "moderne" Deutsch übersetzt. Diese Zeilen geben immer einen kleinen Hinweis, was in dem nächsten Abschnitt passiert und sind von der Autorin sehr gut gewählt worden! Ich fand, dass man allein daran schon spüren kann, mit welcher Liebe und Leidenschaft die Autorin das Buch recherchiert und geschrieben hat.  Auch die Beschreibungen vom Leben und dem Alltag auf der Burg, dem Kriegsfeld und den anderen Orten zu denen man in diesem Buch mitgenommen wird, sind zwar sehr detailliert beschrieben, trotzdem war es für mich stets mitreißend und die Seiten wurden von mir verschlungen.  Natürlich kamen auch viele mittelalterliche Fachbegriffe darin vor, doch anhand das Kontextes wurden alle diese Begriffe klar (z.B.: Bader, Buhurt, Schwertleite). Sicherlich werden die meisten Fans historischer Romane damit so wieso kein Problem haben. Mein Fazit: Ich habe bereits schon ein paar historische Romane gelesen, wobei ich ehr Krimis und Thriller lese, doch von diesem Roman bin ich hellauf begeistert! Super spannend ab der ersten Seite, flüssiger und klarer Schreibstil, wunderbar ausgemalte Charaktere! Selbst das Ende hat mich überrascht und war ganz anders als ich es erwartet hätte, dennoch versöhnlich (für mich). Eine klare Leseempfehlung! http://mimikrimilove.blogspot.de/2014/05/rezension.html

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  • Buchverlosung zu "Das Geheimnis der Äbtissin" von Johanna Marie Jakob

    Das Geheimnis der Äbtissin

    Jomarie

    Hallo liebe Historienfans, zum Welttag des Buches verlose ich meine historischen Romane: Wer sich für die Geschichte Barbarossas oder für Frauenschicksale im Mittelalter und in der Frankenzeit interessiert, sollte sich bewerben: Der Hauptpreis: EIn Bücherpaket mit drei signierten Romanen (Das Geheimnis der Äbtissin, Adelheid von Lare, Radegunde von Thüringen), alle drei von Johanna Marie Jakob Zweiter Preis: Das Geheimnis der Äbtissin  Dritter Preis: Das Geheimnis der Äbtissin Wenn ihr gewinnen wollt, schreibt mir einfach eine Mail (heikmon@web.de). Ich wünsche euch viel Glück und Spaß beim Lesen. Jomarie Jakob

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    • 100
  • ein Geheimnis, eine geheime Liebe, eine Heilerin

    Das Geheimnis der Äbtissin

    cbee

    03. February 2014 um 20:33

    Als der Kaiser seine blutjunge Braut auf die Burg von Judith bringt, lernt diese Silas kennen, einen maurischen Sklaven, der der Leibarzt des Kaisers ist. Durch diesen lernt Judith die Heil- und Kräuterkunde kennen und verliebt sich in ihn. Doch es geht nicht nur um eine unglückliche Liebe sondern auch um ein gefährliches Geheimnis, das die Braut des Kaisers umgibt. Das Buch ist gut geschrieben, dennoch konnte es mich nicht vollends überzeugen. Es hat teilweise doch recht langatmige Passagen in sich und es ist teilweise nicht ganz nachvollziehbar, warum gewisse Personen das Wissen um das Geheimnis nicht überlebten, andere jedoch ungeschoren davonkamen.

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  • Das Geheimnis der Äbtissin

    Das Geheimnis der Äbtissin

    maxibiene

    18. June 2013 um 22:45

    Mit ihren Brüdern und Isabella lebt Judith, Tochter des Grafen Ludwig auf der Burg Lare im Harz. Als der Graf eines Tages von einer längeren Reise zurück kehrt und Ludwig, der junge Graf ihn begrüßen will, stürzt er schwer und bricht sich ein Bein. Für alle scheint klar zu sein, dass das Bein aufgrund des komplizierten Bruchs amputiert werden muss. Doch Silas, der Leibarzt des Kaisers, sieht das anders. Mithilfe der jungen Grafentochter Judith, versorgt Silas das Bein des jungen Ludwig, richtet und vernäht es geschickt und verabreicht ihm ungewöhnliche Kräuter, Salben und Getränke. Judith, die von dem dunkelhäutigen Silas begeistert ist, eröffnet ihm, dass sie, wie er, Ärztin werden möchte und er sie in die Heil- und Kräuterkunde unterweisen soll. Zwischen den Beiden entwickelt sich mit der Zeit eine innige Verbundenheit, Judith verliebt sich in Silas. Doch eine Zukunft scheint es für die Zwei nicht zu geben. Das Geheimnis der Äbtissin umfasst das Leben der Grafentochter in einem Zeitraum von mehr als 60 Jahren. Man lernt Judith als junges Mädchen kennen und begleitet sie während ihrer Zeit, in der sie als Heilerin glücklich war und sie schließlich als Nonne in das Cyriakusstift von Eschwege flüchtete um sich den Mordabsichten des Bischofs zu entziehen. Johanna Marte Jakob hat es verstanden, die Atmosphäre des Mittelalters in ihre Handlung gut einzubringen. Die Geschichte ist spannend und man erfährt wieder einmal viel über die damalige Heil- und Kräuterkunde. Aber auch die Intrigen, die immer wieder geschürt werden, kommen hier nicht zu kurz. Die großen Zeitsprünge, die die Autorin in ihre Handlung verwendet hat, verwirren mitunter etwas. Auch dass sich die Wege von Judith und Silas des Öfteren kreuzen, aber wenig von belang sind, sind teilweise umständlich dargestellt. Von den einzelnen Protagonisten, bis auf Judith und Silas, erfährt man relativ wenig. Ihre Darstellung verliert sich oftmals in kleinen Alltagsgeschichten und Zänkereien. Trotz aller Für und Widers hat mich der historische Hintergrund der Geschichte wieder einmal begeistert und für unterhaltsame Stunden gesorgt.

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  • Rezension zu "Das Geheimnis der Äbtissin" von Johanna Marie Jakob

    Das Geheimnis der Äbtissin

    Fannie

    08. February 2013 um 09:50

    Spannungsreiche Biografie einer Grafentochter Judith ist eine junge Grafentochter, die gemeinsam mit ihrem Vater, ihren beiden Brüdern und Isabella, der Tochter des Kaisers, auf der Burg Lare im Harz lebt. Die Mädchen sind eng miteinander befreundet. Doch eines Tages wird die Idylle zunichte gemacht, denn Beatrix, die junge Gemahlin des Kaisers, die gerade mal im selben Alter wie Judith und Isabella ist, kommt auf die Burg. Isabella hasst ihre neue Stiefmutter. Nie von Beatrix’ Seite weicht ihr Beichtvater Konrad, eine äußerst unangenehme Erscheinung, der nichts Gutes im Schilde zu führen scheint. Bei einem Besuch des Kaisers auf Lare lernt Judith dessen maurischen Leibarzt Silas kennen. Sie ist fasziniert von seinem umfangreichen Wissen der Heilkunde – und auch von ihm selbst. Doch eine Verbindung zwischen ihm, dem Sklaven, und Judith, der Adelstochter, ist undenkbar. Später, bei der Schlacht um Crema, versorgt sie mit ihm gemeinsam die Verwundeten. Die Jahre vergehen und Judith soll schließlich verheiratet werden. Sie ist indes einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur gekommen, das sie letztlich dazu bewegt, als Novizin in den Cyriakusstift einzutreten. Obwohl sie Silas nicht vergessen kann, bleibt sie im Kloster, wird Nonne und schließlich sogar Äbtissin. Als Judith bereits eine ältere Dame ist, holt sie das Geheimnis aus ihrer Vergangenheit ein… In “Das Geheimnis der Äbtissin” begleitet der Leser die Hauptakteurin Judith fast durch ihr gesamtes Leben. Der historische Roman der Autorin Johanna Marie Jakob hat dadurch etwas Biografisches. Sie verknüpft Fakten und Fiktion geschickt miteinander und hat einen äußerst bildlichen Erzählstil. Die für mich packendste Stelle im Buch war der tosende Sturm in Mainz, der viele Tote und Verletzte gefordert hat und den es auch tatsächlich gab. “Das Geheimnis der Äbtissin” ist packend und sehr, sehr lesenswert! Johanna Marie Jakob hat ein ganzes Füllhorn von Ereignissen in diesem Buch vereint und berichtet zudem eine Menge Interessantes, wie etwa über den Bau der Basilika zu Mönkelare. Mitunter geht Frau Jakob dabei ein wenig zu sehr ins Detail, aber das ändert nichts daran, dass ich “Das Geheimnis der Äbtissin” allen Freunden von historischer Spannung uneingeschränkt empfehle!

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  • Rezension zu "Das Geheimnis der Äbtissin" von Johanna Marie Jakob

    Das Geheimnis der Äbtissin

    Cappuccino-Mama

    06. February 2013 um 17:33

    Ja, ich habe nicht widerstehen können – ein Buch über Äbtissinnen lockt mich immer an, habe ich doch bereits in einigen historischen Romanen angenehme Begegnungen mit ihnen gehabt. Wer sich fragt, was denn an solchen Frauen interessant sein soll, dass es sich gar um „weltfremde Wesen“ handelt, der irrt gewaltig! Bei Äbtissinnen handelte es sich oft um gebildete Damen der „gehobenen Schicht“, um Adelige, die aus den verschiedensten Gründen „den Schleier nahmen“ - sei es, um einer unliebsamen Ehe zu entkommen, bzw. ihr zu entgehen, oder aus anderen Gründen. Und auch „unsere“ Äbtissin in diesem Roman hatte einen guten Grund, sich für das Leben hinter Klostermauern zu entscheiden... Das Cover: Auch wenn Grün absolut nicht meine Lieblingsfarbe ist (außer bei Pflanzen), so gefällt es mir auf diesem Buchcover doch außerordentlich gut, da es so harmonisch zu den anderen verwendeten Farben passt – sowohl zum goldfarbenen Kerzenleuchter, als auch zu der goldenen Schrift des Buchtitels.Diese Schrift ist ohnehin DER Hingucker – das Ä des Wortes Äbtissin überdimensional und altertümlich verschnörkelt, passt perfekt zu einem historischen Roman. Die Kerze verbreitet einen weichen, warmen Schein, die junge Frau wirkt sehr attraktiv, obwohl sie nur teilweise zu sehen ist. Aber auffallend ist ihre schöne Statur, die gepflegten Hände und das hübsche Gesicht. Oft sind auf historischen Romanen die Frauen nicht gerade ansehlich dargestellt – so hat eben jede Zeitepoche ihre eigenen Vorstellungen von Schönheit. Die Handlung: 1156 – Burg Lare im Harz – Judith die zwölfjährige Tochter des Grafen wächst wohlbehütet mit ihren Geschwistern Ludwig und Beringar auf. Isabella, die Tochter des Kaisers lebt ebenfalls auf der Burg. Der Kaiser selbst ist frisch verheiratet mit Beatrix, die kaum älter als Judith ist. Bei einem Besuch des Kaiserpaares lernt Judith, die sich leidenschaftlich für die Heil- und Kräuterkunde interessiert, den Leibarzt des Kaisers kennen. Silas ist zwar ein maurischer Sklave, doch der Kaiser behandelt den Arzt mit großem Respekt. Und Judith ist fasziniert von dem fremdländischen jungen Mann, und das nicht nur wegen seiner medizinischen Kenntnisse. Isabella ist alles andere als begeistert davon, dass auch Beatrix fortan auf Burg Lare leben soll. Schließlich musste Isabellas Mutter einst weichen, um einer Jüngeren Platz zu machen, die dem Kaiser seinen heiß ersehntenThronfolger gebären soll. Doch Isabella traut weder ihrer neuen, gleichaltrigen „Stiefmutter“, noch Bischof Konrad, der kaum von Beatrix Seite weicht. Dann reist Beatrix ihrem Mann nach Italien hinterher – in Begleitung von Judith, die der jungen Frau mit ihren Heilkünsten zur Seite stehen soll. Und eines Tages macht Judith während ihres Spaziergangs eine unglaubliche Entdeckung, die sie in Lebensgefahr bringt... Meine Meinung: Ich mag es sehr, wenn ein Buch spannend beginnt – das schürt doch geradezu die Neugier! Hier beginnt der Prolog des Buches sogar mit dem Schluss – das Pferd wird, wie man so schön sagt, von hinten aufgezäumt. Auch wenn der Schluss bereits am Anfang erzählt wird, so finde ich dies nicht hinderlich, denn der Leser möchte ja schließlich wissen, wie es zur dargestellten Situation kam. Wie es meist in historischen Romanen der Fall ist, gibt es auch in diesem Buch Protagonisten, die wirklich gelebt haben, der berühmteste davon dürfte Kaiser Friedrich I. sein – aufgrund seines roten Bartes auch bekannt unter dem Namen Barbarossa. Auch dieses Integrieren historisch belegter Personen in das Geschehen, ist für mich immer ein großer Pluspunkt, denn hier wird man als Leser dann nicht nur unterhalten, sondern lernt das ein oder andere auch noch dazu. Judith fand ich stets als sehr sympathische Person und später auch als starke Frau dargestellt, die ganz genau wusste, was sie wollte und was nicht. Schade, dass sich ihre und Silas Wege immer wieder trennten. Doch damals war es schlichtweg undenkbar, jemanden zu ehelichen, der nicht standesgemäß war. Judith, die Tochter eines Grafen und Silas, ein Sklave (auch wenn er ein äußerst fähiger Arzt war), DURFTEN sich nicht lieben! Dass Judith schließlich das Kloster einer arrangierten Ehe mit einem ungeliebten Mann vorzog, ist da nur allzu verständlich. Da Silas als Ehepartner ausschied, konnte sich Judith im Kloster vollauf der Heilkunst widmen, in der sie ja stets ihre Erfüllung fand. Silas fand ich einfach ganz toll – gut aussehend und intelligent - kein Wunder, dass er mit seinen Mandelaugen und den schwarzen Haaren, sowie seinem Charme, das Herz von Judith im Sturm erobert hat. Ein einfühlsamer Mann, der Judith respektvoll und höflich gegenüber trat. Beatrix fand ich einfach nur unsympathisch, vollkommen humorlos, eingebildet und extrem hochnäsig. Auf der anderen Seite aber hatte ich auch etwas Mitleid mit der jungen Frau – lastete doch viel auf ihren schmalen Schultern. Man erwartete von ihr, dem Kaiser einen männlichen Thronfolger zu gebären. Dass sie in ihrer Not zu jedem Strohhalm griff, um ihre „Pflicht“ zu erfüllen ist (fast) verständlich. Beatrix wirkt stets ernst und nur selten verhielt sie sich einmal ihrem Alter entsprechend. Konrad, der Beichtvater der jungen Kaiserin, war mir bereits von Anfang an unsympathisch. Ein zwielichtiger Typ und schnell merkte man, dass er sicherlich mehr für Beatrix war, als nur der Bischof. Und zugetraut hat man ihm so ziemlich alles! Ludwig, der Bruder von Judith steht beim Vater an erster Stelle. In dieser Zeit nicht ungewöhnlich, muss er doch später die Besitztümer übernehmen und verwalten. Dennoch wirkt Ludwig freundlich und keinesfalls überheblich. Sigena (was für ein ungewöhnlicher Name), die Schwester des Grafen, fand ich sehr außergewöhnlich. Nicht nur, dass sie ebenfalls eine Heilkundige ist, zudem schien sie auch noch hellsichtig zu sein. Sehr gerne mochte ich auch den jungen Herzog, den Vetter der Kaiserin. Wie gerne hätte ich ihn an der Seite von Judith gesehen. Doch leider meinte es das Schicksal alles andere als gut mit ihm. Friedrich I. fand ich sympathisch und sogar warmherzig dargestellt - selbst angesichts der Tatsache, dass er seine Frau, die ihn keinen Sohn schenken konnte, gegen eine jüngere Frau „ausgetauscht“ hat. Man bedenke, welch Druck zu dieser Zeit auf einen Herrscher lastete – weibliche Thronfolger waren inakzeptabel, das Volk hatte Erwartungen an einen Kaiser – politisch gesehen musste ein männlicher Nachkomme da sein – die Nachfolge musste beizeiten geregelt und gesichert sein. Selbst Silas, der ja ein „Besitz“ des Kaisers war, war seinem Herrn treu ergeben und hat ihn geliebt, da dieser ihn nie spüren ließ, was er war. Die Zeitsprünge in der Handlung fand ich gut, denn dadurch wird eine besondere Art der Spannung erzeugt. Was geschah in der Zwischenzeit? - Das fragt sich der Leser und die Aufklärung erfolgt dann Stück für Stück. Ich brauche keine lückenlose Handlung, in der dann relativ wenig geschieht – auch im wahren Leben passiert schließlich ja mal mehr, mal weniger. Etwas vermisst habe ich am Anfang des Buches eine Karte, um die Handlungsorte vor Augen zu haben – ich finde ein solches Extra immer sehr hilfreich – zum einen sieht man, welche Entfernungen zurückgelegt wurden, zum anderen die geographische Lage der Handlungsorte. Ebenfalls etwas gefehlt hat mir ein kleines Glossar, das sich bei historischen Romanen oft im Anhang befindet. Auch wenn mir viele der Begriffe bereits aus anderen historischen Romanen geläufig sind, so werden sich doch „Neulinge“ dieses Genres ab und zu unter einigen der Begriffe nichts vorstellen können. Sinnvoll finde ich das Verzeichnis der historisch belegten Personen, das sich in diesem Buch im Anshang befindet. So muss man nicht jedes Mal an anderer Stelle nachsehen, wenn man Genaueres über das Alter, Verwandtschaftsverhältnisse oder sonstige Eckdaten, z. B. Die Geburts- und Sterbedaten, wissen möchte. Wobei es eine Überlegung wert gewesen wäre, diesen Buchteil der Handlung voran zu stellen und auch die fiktiven Personen mit aufzuführen, um gelegentlich nachschlagen zu können, sollten Unklarheiten auftauchen. Der flüssige und fesselnde Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr gut. Ich habe mich durchgehend gut unterhalten gefühlt und mich gefreut, dass ich weder in endlose Kampfhandlungen, noch in die Weiten der geschichtlichen Hintergründe verstrickt wurde. Die Protagonisten habe ich lieben, einige aber auch hassen gelernt. Schön fand ich auch den langen Handlungszeitraum – schön, zu erleben, wie sich die Protagonisten weiterentwickeln, welche Wege sie einschlagen. Schade, dass so mancher, den man in sein Herz geschlossen hatte, sein Leben aushauchte – aber das gehört nun mal auch zu einem historischen Roman – zumal dann, wenn er sich wie hier über mehrere Jahrzehnte erstreckt. Erwähnenswert finde ich die alten Verse, welche die Autorin ins Buch eingestreut hat – seien es nun Texte aus der Carmina Burana, oder Bibeltexte – stets wurde der Text in der Sprache des Mittelalters präsentiert, danach in hochdeutsch. Was könnte besser in einen historischen Roman passen... Zum guten Schluss schließt sich der Kreis – die Fragen, die der Prolog beim Leser hinterlassen hat, werden geklärt und der Schluss – ich will hier nicht zuviel verraten – ist der Autorin einfach toll gelungen – die Szene zum Schluss ließ mich schmunzelnd und zufrieden zurück. Lieblingszitate: Eine Textstelle finde ich noch erwähnenswert – hier musste ich schmunzeln: Isabella dagegen hatte sich den Platz neben der Amme Katharina erobert, deren üppiger Körper Wärme ausstrahlte und die Zugluft abhielt. (Buchzitat S. 11) ...und auch diese Textstelle fand ich einfach toll – der Kaiser sagte diesen Satz zu Silas: „Ein Sklave ist nur, wer sich selbst dazu macht.“ (Buchzitat S. 446) Fazit: Ein Buch, das spannend geschrieben ist. Mit Engeln und Teufeln in Menschengestalt, mit überraschenden Wendungen, ohne irgendwelche Längen im Text, leicht verständlich geschrieben. Ein historischer Roman, der sicherlich auch für Leser geeignet ist, die sich bislang, aus welchen Gründen auch immer, nicht an historische Romane heran gewagt haben. Ich gebe diesem Buch 5 Sterne.

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  • Rezension zu "Das Geheimnis der Äbtissin" von Johanna Marie Jakob

    Das Geheimnis der Äbtissin

    Janna_Stati

    Inhalt Im 12 Jahrhundert lebt auf der Burg Lare die Grafentochter Judith. Sie ist noch ein Mädchen, aber dennoch überaus wissbegierig. Als der frisch verheiratete Kaiser Friedrich I. die Burg besucht, lernt Judith den Leibarzt des Kaisers kennen, Silas. Sein Wissen über Kräuter und Heilkunde fasziniert sie und sie lernt von ihm viel. Später gegleitet Judith auch die Kaiserin Beatrix, um die sie sich kümmert, auf eine schwere Reise. Die unbekümmerten Jahren ihrer Kindheit sind vorbei, als Judith muss um ihr Leben fürchten, als sie sieht, was n icht für ihre Augen bestimmt worden war... Meinung Es handelt sich bei "Das Geheimnis der Äbtissin" um einen gut recherchierten historischen Roman, in dessen Zentrum die Person der Judith von Lare steht. Die genannten Ereignisse und Personen haben tatsächlich existiert und sind bekannt, wie etwas Friedrich I. (im Volksmund "Barbarossa") und seine Frau Beatrix. Andere Charaktere haben meist Prototypen oder sind von der Autorin ausgedacht, passen aber hervorragend in das 12. Jahrhundert. Das Buch steigt relativ am Lebensanfang von der Grafentochter Judith ein und endet in einem hohen Alter. Dabei verwendet Johanna M. Jakob hin und wieder Zeitsprünge, um die Geschichte nicht ins uferlose erzählen zu müssen. Mich haben diese Sprünge nicht gestört und es war immer eindeutig, wie viele Jahre vergangen waren und was in der Zwischenzeit passiert ist. Die Handlung fand ich von Anfang an total spannend und wollte das Buch so schnell nicht wieder zur Seite legen. Obwohl das Werk einen üppigen Umfang hat, bleibt es bis zum Ende ergreifend und erreicht auf den letzten Seiten einen entscheidenden Höhepunkt. Hat man dann den letzten Satz des Romans gelesen ist man erstmal fassungslos, dass alles vorbei ist und die Geschichte abbricht. Alle Handlungsstränge finden eine Abrundung, obwohl auch manche Geheimnisse bleiben. Diese verleihen der Geschichte aber eher einen Charm und sind weniger offene Fragen, sondern mehr Neugierde. Von Beginn an ist mir die Protagonistin Judith natürlich sehr sympathisch gewesen, vor allem dadurch, dass alle ihre Handlungen für den Leser absolut nachvollziehbar waren. Obwohl das Werk von einem allwissenden Erzähler präsentiert wird, blickt dieser nur in die Gefühlswelt von der Grafentochter, erlaubt sich aber hin und wieder Gefühle und Gedanken anderen Figuren anzudeuten. Sehr gelungen ist die Entwicklung der Charaktere im Roman. Diese Veränderung ist während der Handlung nicht zu bemerken, doch vergleicht man Anfang und Ende springt sie mir ins Auge. So ist es auch oft im richtigen Leben: Selten spürt man eine großere innere Wende. Meistens kommen Veränderungen schleichend und man stellt erst rückblickend fest, dass eine Wandlung stattgefunden hat. Dass Johanna M. Jakob es an dieser Stelle geschafft hat diese Veränderungen so langsam kommen zu lassen zeigt ihre Kompetenz. Ihr Roman gewinnt durch eine solche Beschreibung an Echtheit und erscheint sehr lebendig und real. Auch die Sprache und der Stil der Autorin haben mich angesprochen. Vor allem die alten Gedichte und Verse zu Beginn eines jeden Kapitels versetzten mich in das Mittelalter zurück und haben mir erlaubt in diese vergangene Zeit hineinzufühlen. Die Autorin kann gut mit der Sprache umgehen, sie manchmal dynamischer wirken lassen und dann wieder ruhig zum fließen bringen. Abschließend will ich noch anmerken, was mir gefehlt hat in diesem historischen Roman. Es ist immer hilfreich eine Karte vorne oder hinten im Buch zu präsentieren, damit ich mich als Leser besser orientieren kann. Das Personenregister am Ende fand ich äußerst hilfreich und habe mich darüber sehr gefreut. Möglicher Weise hätte man noch ein wenig über die Burg Lare einfügen können und die benannten Schlachten. Ich, als historisch interessierte, hätte mich sehr darüber gefreut. Fazit Ein sehr realistisch erscheinender historischer Roman! Ich hatte viel Vergnügen ihn zu lesen und mich in die Figuren hineinzuversetzen. Empfehlen kann ich ihn auf jeden Fall an Liebhaber des Genres und an alle, die meine Rezension angesprochen hat.

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    • 3

    Janna_Stati

    31. January 2013 um 09:28
  • Rezension zu "Das Geheimnis der Äbtissin" von Johanna Marie Jakob

    Das Geheimnis der Äbtissin

    jackdeck

    30. January 2013 um 20:58

    Der historische Roman beginnt im Jahr 1156 die junge Grafentochter Judith ist zu diesem Zeitraum gerade mal blutjunge 12 Jahre. Bei einem Besuch des Kaisers auf der väterlichen Burg Lare im Harz, lernt sie den Leibarzt des Regenten kennen. Den maurischen Sklaven Silas, dieser weckt in ihr das Interesse für die Heil – und Kräuterkunde. Doch bald merkt sie dass sie nicht nur am Wissen des jungen Mannes interessiert ist sonder sie hegt tiefe innige Gefühle für ihn. Die Jahre gehen ins Land und aus dem Mädchen wird eine Frau, immer wieder treffen sich die Lebenswege von Judith und Silas. Doch so nah sie sich auch kommen es liegt ein schier unüberwindbarer Graben zwischen ihnen. Sie eine Adlige ..er nur ein Sklave. Damit nicht genug kommt Judith einer furchtbaren Intrige auf die Spur, die sich bis in die privatesten Gemächer des Kaiserhofes zieht. Wem soll sie sich anvertrauen? Wer ist Freund oder Feind? Sie und ihre Familie stehen einem mächtigen, einflussreichen Feind gegenüber, der auch vor erbarmungslosen Mord nicht zurückschreckt. Die Lebensgeschichte von Judith erstreckt sich über 60 Jahre, wunderbare beschriebene Kulisse, das Leben in dieser Zeit wird beim wird beim Lesen greifbar. Gute Mischung ich erfuhr einiges über die Heilkraft von Kräutern, die Wirrungen am Hofe und durfte die Lebensgeschichte einer starken Frau mit verfolgen. Besonders gut, da dezent eingesetzt fand ich die Liebesgeschichte um Judith und Silas. Gefühlvoll und sympathisch niedergeschrieben ohne den typischen Kitsch den einige historische Romane an den Tag legen. Das Buch las sich leider unsagbar schnell, sehr gute Mischung aus Historie, Spannung und Gefühlen die ich gerne weiterempfehle.

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  • Rezension zu "Das Geheimnis der Äbtissin" von Johanna Marie Jakob

    Das Geheimnis der Äbtissin

    Ati

    23. January 2013 um 10:00

    Die Geschichte umspannt einen Zeitraum von 64 Jahren. Bieten all diese Jahre jede Menge Stoff für gemütliche Lesestunden? Zumal ja auch der Titel auf einen spannenden zweiten Erzählstrang hindeutet. Vielversprechend beginnt der Roman mit dem eigentlichen Ende im Jahr 1220 und einer drohenden Verhaftung. Danach folgt die Geschichte, die zu eben dazu führt. Die Beschreibung der damaligen Zeit ist anschaulich und nachvollziehbar gestaltet. Egal ob es sich um die Lebens- und Wohnverhältnisse, die Macht der Kirche und ihrer Vertreter, die Willkür der Herrschenden, die Verklärung des Rittertums oder das damalige Frauenbild handelt: Man hat keine Schwierigkeiten, sich die Gegebenheiten und Unwägbarkeiten vorzustellen. Die Sprache der Autorin ist an die damalige Zeit angepasst und lässt sich grundsätzlich leicht lesen. Das Ende der Geschichte ist offen und im Bezug auf Judith und Silas überraschend. Damit lässt die Autorin LeserInnen Platz für eigene Gedankengänge und sich selbst Raum für eine Fortsetzung. Doch trotz dichter Atmosphäre und an sich spannender Grundidee gibt es Schwächen. Zum einen sind die Charaktere außer Judith zu distanziert und oberflächlich skizziert. Judith selbst präsentiert sich eingangs als sympathisch-wissbegierige, mutige Figur. Sie entwickelt sich m. E. aber zu wenig und wurde mir dadurch zunehmend fremder. Man könnte sagen, dass sie trotz mädchenhafter Züge von Anfang an alt ist oder sich im Alter trotz aller Erlebnisse etwas Mädchenhaftes bewahrt. Silas bleibt blass und wird wie alle anderen Charaktere nicht näher beleuchtet. Da die beiden wenig gemeinsame Zeit miteinander verbringen, bleibt die vermutete Liebesgeschichte eher angedeutet. Ferner wirken die Geheimnisse zu bemüht. Ihre angedeutete Brisanz wird durch die Handlungsweise der Geheimnisträger fast ad absurdum geführt. Zwar erscheinen Judiths Reaktionen nachvollziehbar, die ihrer Widersacher aber ausgebremst. Hinzu kommen Zeitsprünge. Zwischen 1156 und 1166 mehrere kleinere, die nicht weiter ins Gewicht fallen. Insgesamt widmet die Autorin diesen Jahren, in denen sich Judiths und Silas‘ Wege mehrfach kreuzen, 2/3 des Buches. Auf Seite 342 findet man sich dann aber zu abrupt im Jahr 1184 wieder. Dort wird erwähnt, dass Judith Äbtissin geworden ist und vom Kaiser nach Mainz geladen wird. Abgesehen davon, dass sie dabei Silas erneut begegnet, spielt die Beziehung der beiden nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Zu ausführlich geht die Autorin dabei auf ein Ereignis während der Feierlichkeiten und auf eines der Geheimnisse ein, knüpft weitere Intrigen und Widersacher in die Geschichte ein. Dann folgt ein weiterer Sprung ins Frühjahr 1191, ein weiteres Geheimnis, ein weiterer Widersacher, dessen Beweggründe zu verwaschen bleiben. Speziell dieses Kapitel lässt den Eindruck entstehen, dass die Geschichte schnell fertig erzählt werden musste. Die letzten Zeitsprünge drohen die roten Handlungsfäden fast zu zerreißen. Trotz überraschender Wendungen nimmt die Spannung eher ab. Zu vieles wird, vor allem gegen Ende, einfach erwähnt, ohne plausibel erklärt zu werden. Zu oft wird vom Tod einer Figur berichtet, die ohnehin bereits sang- und klanglos aus dem Fokus der Autorin verschwunden zu sein scheint oder aber gerade erst an Kontur gewinnt. Einerseits also der anschaulich beschriebene Hintergrund, der dazu passende Schreibstil, die leicht lesbare Sprache und die glaubwürdige Hauptfigur. Andererseits sorgt der Spannungsverlust für Längen, die das Lesen erschweren. Erschwerend hinzu kommen zu blasse Nebenfiguren und die Diskrepanz zwischen Inhaltsangabe und daraus bei mir entstehender Erwartungshaltung. Wirklich schlecht fand ich Judiths Geschichte nicht, weil der historische Bezug zu gut gelungen ist. Doch richtig packen konnte sie mich auch nicht, weshalb ich nur drei von fünf Punkten vergeben möchte. 2013 Antje Jürgens (AJ)

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  • Rezension zu "Das Geheimnis der Äbtissin" von Johanna Marie Jakob

    Das Geheimnis der Äbtissin

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. January 2013 um 18:25

    Meinung Mein erster Gedanke war, dass ich bei der Leserunde bei LovelyBooks unbedingt dabei sein musste. Und da meine Glücksfee in der Zeit sehr aktiv war - und es hoffentlich immer noch ist - durfte ich mitlesen. Die Handlung fand ich spannend. Judith verliebt sich schon im jungen Alter in Sileas. Über die Jahr hinweg scheint ihre Liebe aussichtslos. Abgesehen von ihrer unerwiderten Liebe hat Judith noch ganz andere Probleme: Beatrix, die neue Frau von Kaiser Friedrich, kann anscheinend keine Kinder empfangen. Doch die Lösung für das Problem ist alles andere als kirchlich. Eine ganz neue Idee, die einen gleich mitreist. Über die Charaktere kann ich nicht wirklich viel sagen. Das meiste hatte ich mir zwischen den Zeilen herausgelesen. Judith ist eine starke Persönlichkeit, die rational denkt. Das mag ich sehr an ihr. Doch trotzdem kommt sie mir manchmal wie ein kleines unbeholfenes Kind vor. Das ist ziemlich verwirrend. Von Sileas erfahre ich nur, dass er anscheinend ziemlich gut aussieht und dazu noch medizinisch begabt ist. Der Schreibstil war wie zu erwarten "historisch". Ich weiß nicht, ob ihr sowas auch bemerkt, aber die historischen Romane wirken immer leicht distanziert und trotzdem ist man direkt am Geschehen dabei - die Person teilt die Gedanken, falls es welche gibt, mit dem Leser. Johanna Marie Jakob erfüllt all diese Bedingungen und überzeugt mich hier total mit einer Erzählerperspektive aus der 3. Person. Fazit Im Allgemeinen ist das Buch sehr gelungen. Zwar fand ich, dass die Hauptprotagonisten, vor allem Judith und Sileas, viel zu wenig beschrieben wurde, was aber auch auf eine ganz besondere Art und Weise zum Buch passt. Mein Appell an euch: Wenn ihr historische Romane liebt, dann seid ihr bei diesem Buch genau richtig. Bewertung Deswegen geb ich dem Buch: 4 von 5 Sternen.

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  • Rezension zu "Das Geheimnis der Äbtissin" von Johanna Marie Jakob

    Das Geheimnis der Äbtissin

    Sternenstaubfee

    Klappentext: Anno 1156 auf der Burg Lare im Harz: Die junge Grafentochter Judith steht in Diensten von Kaiser Friedrich I., um dessen junge Gemahlin sie sich liebevoll kümmert. Sie interessiert sich leidenschaftlich für Kräuter- und Heilkunde - und für Silas, den maurischen Leibarzt des Kaisers, der sie nicht nur als Mediziner fasziniert. Doch ihre Liebe scheint keine Zukunft zu haben, denn Judith ist eine Adlige und Silas in den Augen der Welt nur ein Sklave ... * Meine Meinung * Dieses Buch kann ich zu meinen Lese-Highlights 2012 zählen, denn es hat mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln können! Die Hauptfigur des Romans ist die Grafentochter Judith, die mir von Anfang an sehr sympathisch war. Sie ist klug, besonnen, mutig und wissbegierig, und sie ist unglücklich verliebt in Silas, den Leibarzt des Kaisers! Doch obwohl sich diese unglückliche Liebe durch das ganze Buch zieht, bleibt sie doch eher im Hintergrund. Im Vordergrund steht das turbulente Leben von Judith, die wirklich vieles erlebt und dabei auch oft in Gefahr gerät. Ihr Leben scheint verknüpft zu sein mit dem Leben der Königin Beatrix. Alle Figuren wirken echt und lebendig. Ich konnte sie beim Lesen vor meinem inneren Auge deutlich sehen und habe mich in die Geschichte regelrecht eingesogen gefühlt; sie hat mich nicht mehr losgelassen. Besonders gut hat mir gefallen, wie die Autorin es geschafft hat, die geschichtlichen Hintergründe geschickt in den Roman einzuarbeiten! Zusammenfassend kann ich wirklich nur sagen, dass es ein ausgezeichneter Roman ist, der unbedingt gelesen werden sollte!

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    • 2

    Moonwishes

    29. December 2012 um 21:12
  • Rezension zu "Das Geheimnis der Äbtissin" von Johanna Marie Jakob

    Das Geheimnis der Äbtissin

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. December 2012 um 17:04

    Und wieder ein "Geheimnis" - ein Begriff, der zurzeit im historischen Genre recht oft abgehandelt wird. Aber ich nehme hier gleich vorneweg: dieses "Geheimnis" lohnt es sich durchaus zu erkunden. Der Leser lernt Judith, eine junge Grafentochter, kennen, die schon früh ihr Talent und ihre Leidenschaft für die Kräuter- und Heilkunde entdeckt. Silas, der maurische Leibarzt des Kaisers, führt sie in die Heilkunst ein und erobert gleichzeitig ihr Herz. Seine Herkunft macht eine gemeinsame Zukunft jedoch aussichtslos. Als sie dann noch Mitwisserin eines politisch brisanten Geheimnisses wird, scheint ihr Schicksal vorbestimmt. Johanna Maria Jakob ist es gelungen, mich von den ersten Seite an mit ihrer Geschichte zu fesseln. Der Spannungsbogen wird kontinuierlich und regelmässig angespannt, so dass keine Langeweile aufkommen kann. Auch wenn der eine oder andere Zeitsprung etwas aprupt erscheint, macht die Autorin dies mit überraschenden Wendungen wieder wett. Ihr flüssiger Erzählstil lässt das Ambiente des Hochmittelalters ganz ohne Schnickschnack wieder lebendig werden. Und auch die Romantik kommt nicht zu kurz. :-) Alles in allem ein spannendes, unterhaltsames Leseerlebnis, das neugierig auf weitere Werke der Autorin macht.

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