Johanna Marie Jakob Taterndorf

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Inhaltsangabe zu „Taterndorf“ von Johanna Marie Jakob

Das Leben der Zigeuner im damaligen Preußen... Wunderbar recherchiert und überaus fesselnd erzählt...

— Antika18

Eine Geschichte die mich mit nahm und schwer wieder los ließ. Toll geschrieben,(die) Geschichte wird lebendig, man steht mittendrin. Respekt

— AnMich_09

Lesenswerter historischer Roman

— esposa1969

Brisanter historischer Roman!

— elmidi

Außergewöhnliches Thema gut aufbereitet!

— mabuerele

Ein zeitlos relevantes Thema, einfühlsam dargestellt ohne Klischees und Vorurteile. Absolut lesenswert!

— Abraxxas

Super Buch, sehr kurzweilig und einfühlsam geschrieben.

— AnniTramm

Ein Buch über Aufbruch, Scheitern und das Lernen von den Anderen: gut und spannend erzählt!

— tinderness

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  • Rezensionen
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  • Themen
  • Spannend mit einigen Schwächen

    Taterndorf

    Kette68

    08. April 2015 um 15:20

    Spannend, nur manchmal ein wenig schleppend, aber durchaus empfehlenswert

  • Taterndorf....

    Taterndorf

    Antika18

    08. April 2015 um 15:18

    Inhalt: 1831: Das Missionarsehepaar Wilhelm und Magdalena Blankenburg werden vom Naumburger Missionsverein nach Friedrichslohra gesandt, um einen dort lebenden Sinti-Stamm aus ihrer bitteren Armut herauszuführen. Voller Elan und Motivation wollen die Beiden sich dieser schweren Aufgabe annehmen. Als sie in dem kleinen Dorf ankommen, sind sie erschrocken über die herrschende Armut unter den Tatern. Und nicht nur das, zudem ist das Dorf in Katholiken und Evangelisten gespalten. Trotz vieler Hindernisse gehen sie mutig an ihr Werk und versuchen aus den Sinti sesshafte und arbeitende Bürger zu machen. Als jedoch immer mehr Rückschläge erfolgen, wird bei Wilhelm die Sittigkeitsaufgabe immer mehr zur Bessenheit. Nur Magdalena beginnt zu zweifeln, ob es richtig ist, die Sinti aus ihrer Kultur herauszureißen und zu versuchen, deren Lebensweise der ihren anzupassen. Meine Meinung: Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und fasziniert. Der Schreibstil ist so gelungen, dass ich mich förmlich an der Seite Magdalenas wiedergefunden habe und somit alles direkt miterleben konnte. Die Autorin hat hier sehr gut recherchiert und vieles lebensnah wiedergegeben. Denn auch heute noch gibt es diesen Kampf zwischen den Konfessionen und Kulturen. Und gerade die Sinti ( Zigeuner ) werden auf Grund ihrer Lebensweise - die von der unseren so verschieden ist - diskriminiert. Akzeptanz und Toleranz innerhalb der Kulturen und des Glaubens sollte und muss weitaus mehr gefördert werden, sodass alle nebeneinander und miteinander leben können. Doch leider ist es nicht so…. Denn wer hat nicht schon mal den Spruch gehört? : “Wer hier in Deutschland lebt, soll sich auch wie ein Deutscher verhalten!”

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  • Taterndorf....

    Taterndorf

    Antika18

    08. April 2015 um 15:18

    Inhalt: 1831: Das Missionarsehepaar Wilhelm und Magdalena Blankenburg werden vom Naumburger Missionsverein nach Friedrichslohra gesandt, um einen dort lebenden Sinti-Stamm aus ihrer bitteren Armut herauszuführen. Voller Elan und Motivation wollen die Beiden sich dieser schweren Aufgabe annehmen. Als sie in dem kleinen Dorf ankommen, sind sie erschrocken über die herrschende Armut unter den Tatern. Und nicht nur das, zudem ist das Dorf in Katholiken und Evangelisten gespalten. Trotz vieler Hindernisse gehen sie mutig an ihr Werk und versuchen aus den Sinti sesshafte und arbeitende Bürger zu machen. Als jedoch immer mehr Rückschläge erfolgen, wird bei Wilhelm die Sittigkeitsaufgabe immer mehr zur Bessenheit. Nur Magdalena beginnt zu zweifeln, ob es richtig ist, die Sinti aus ihrer Kultur herauszureißen und zu versuchen, deren Lebensweise der ihren anzupassen. Meine Meinung: Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und fasziniert. Der Schreibstil ist so gelungen, dass ich mich förmlich an der Seite Magdalenas wiedergefunden habe und somit alles direkt miterleben konnte. Die Autorin hat hier sehr gut recherchiert und vieles lebensnah wiedergegeben. Denn auch heute noch gibt es diesen Kampf zwischen den Konfessionen und Kulturen. Und gerade die Sinti ( Zigeuner ) werden auf Grund ihrer Lebensweise - die von der unseren so verschieden ist - diskriminiert. Akzeptanz und Toleranz innerhalb der Kulturen und des Glaubens sollte und muss weitaus mehr gefördert werden, sodass alle nebeneinander und miteinander leben können. Doch leider ist es nicht so…. Denn wer hat nicht schon mal den Spruch gehört? : “Wer hier in Deutschland lebt, soll sich auch wie ein Deutscher verhalten!”

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  • Historische Gegenwart - absolut lesenswert !

    Taterndorf

    Lesebrille55

    31. March 2015 um 12:54

    Womit beginnen, wenn ein Buch so nachdrücklich wirkt ?  Ein gelungener historischer Roman, von der ersten Zeile bis zum unerwarteten Ende. Lebendig, stark in den Bildern, mitreißend in der Geschichte. Ein verblüffender historischer Roman, weil er die Zeit um 1830 in Preußen aufgreift, die nicht so häufig im Fokus dieser Bücher steht. Ein Zeitbild, das uns weniger geläufig ist, als, ich sage mal, die Bibliothek der Alexander-Romane. Ein provokanter historischer Roman, weil er von der „Sittigung der Zigeuner“ erzählt, einer Zwangsansiedlung eines Sinti-Stammes, von Kirche evangelisch oder Kirche katholisch, von misstrauischen Dörflern und enthusiastischen Missionaren. Ein Pulverfass, ein Konfliktbündel, ein Gemenge an Gefühlen, Interessen, Befindlichkeiten – trotzdem baut die Autorin den Roman so, dass der Leser immer im Bilde bleibt, immer den Figuren und ihren Geschichten folgen kann. Und weiter: Der Autorin gelingt es, bemerkenswert überzeugend, allen Gruppen, allen Figuren epische Gerechtigkeit zukommen zu lassen. Es gibt kein vordergründiges Gut und Schlecht, kein vorgezeichnetes Richtig und Falsch. Damit ist der Leser gefordert, sich in allen Stationen des Buches selbst zu befragen: Wo sehe ich mich in diesem Ensemble? Wer bin ich? Ein Gegenwarts-Roman im stimmigen historischen Bild - der uns sofort ins Heute zieht, ohne zu moralisieren oder gar fertige Lösungen anzubieten. Damit steht „Taterndorf“ in bester Tradition wichtiger historischer Romane. Respekt.

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  • "Taterndorf" als eBook

    Taterndorf

    Jomarie

    01. January 2015 um 17:38

    Für alle eBooker und Fans vom HistoRoman: Anlässlich des Erscheinens von "Taterndorf" auch bei neobooks gibt es den Roman ab heute bis zum 10. Januar für 1,49€. Wer also bei der Verlosung Pech hatte, sollte diese Chance nutzen. Viel Spaß!
    Alles Gute im Neuen Jahr wünscht 
    Jo-Marie

  • Leserunde zu "Taterndorf: Historischer Roman" von Johanna Marie Jakob

    Taterndorf

    Jomarie

    Die meisten von Euch haben das Buch inzwischen erhalten und sicher auch schon hinein geschaut. Für die Leserunde schlage ich drei Abschnitte vor.   Ich denke das genügt, weil die Geschichte auch in diesen drei großen Phasen verlief.  Den vierten Teil könnt ihr für alles andere von Anfang an nutzen. Nun schlage ich den Gong (gooong!) und eröffne die Runde. Setzt euch in die Herstsonne, so llange es noch geht und lest. Ich freue mich schon auf eure Meinungen und auf die Diskussion. Liebe Grüße Jomarie Jakob

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    • 65
  • Taternlohra!

    Taterndorf

    esposa1969

    25. November 2014 um 21:14

    Hallo liebe Leser, gerade durfte ich wieder an einer Leserunde zu einem historischen Roman teilnehmen: == Taterndorf  == Autorin: Johanna Marie Jakob == Buchrückentext: == Preußen 1831: Wilhelm Blankenburg ist voller Enthusiasmus, als ihn der Naumburger Missionsverein mit einer ungewöhnlichen Aufgabe betraut: In dem Provinzdorf Friedrichslohra soll er einen Sinti-Stamm aus bitterer Armut führen, ansiedeln und die Kinder unterrichten. Er trifft mit seiner jungen Frau Magdalena auf ein kleines, lebenslustiges Volk, mittellos, verachtet und ausgenutzt von den Einheimischen. Das Dorf ist gespalten vom Gegensatz zweier Konfessionen, die Weber und Wollspinner fristen selbst ein karges Dasein. Die beiden Missionare gewinnen das Vertrauen der „Tatern“, bauen für sie eine Schule und ein Wohnhaus. Doch die Dörfler sind missgünstig und als Magdalena am Sinn ihrer Aufgabe zu zweifeln beginnt, droht nicht nur die Mission zu scheitern … Der historische Roman über die Zwangsansiedlung eines Sinti-Stammes in und das Nebeneinander zweier Religionen beruht auf sorgfältig recherchierten Tatsachen. == Leseeindrücke: == Dieser vierte historische Roman der Autorin ist kein einfach zu lesender. Die Protagonisten - das Ehepaar Wilhelm und Magdalena Blankenburg - werden vom Naumburger Missionsverein mit einer Aufgabe betraut: Sie mögen sich den Zigeunern - den "Tatern" - annehmen und für deren Integration und Bildung Sorge tragen. Keine einfache Aufgabe in dieser Zeit in diesem Landstrich…. in Friedrichslohra, umgangssprachlich auch Taternlohra genannt. Heute würde man diese Gegend völlig politisch inkorrekt "Zigeunerdorf" nennen. Dieser historische Roman basiert auf wahre Begebenheiten und liest sich durch dieses Wissen umso authentischer und packender. Die Autorin Johanna Maria Jakob selbst ist in Friedrichslohra aufgewachsen und hat die Grundschule besucht,  die als Schule für die Sinti-Kinder gebaut wurde. Gleich zu Beginn des Lesens fiel mir positiv die sehr detaillierten Personen- und Szenenbeschreibung auf. Gerade die Hauptcharaktere werden sehr emphatisch und aufopfernd beschrieben, die Sinti-Kinder optisch sehr gut vorstellbar. Der Lokalkolorit ist wunderbar authentisch gezeichnet. Dieser Roman liest sich sehr angenehm und lässt einem während des Lesens eintauchen in jeden Zeit. Der Schreibstil ist leicht verständlich verfasst. […] >> Drei Zigeuner fand ich einmal liegen an einer Weide, als mein Fuhrwerk mit müder Qual schlich durch sandige Heide.<< […] Gerade das Gedicht zu Beginn des Romans hat mir sehr gut gefallen…. ebenso die Lyrik unterhalb einer jeden Kapitelüberschrift. Im ersten Moment wirkt diese Lektüre abschreckend umfangreich und wie ein dicker Wälzer, aber Dank der angenehm augenfreundlich sehr groß verfasste Schrift, kann man es zügig lesen. 9 Kapitel verteilen sich auf insgesamt 532 Seiten. Das Cover ist gewöhnungsbedürftig. Es soll das Zweigeteiltsein des Dorfes demonstrieren: Auf der einen Seite die Zigeuner oder Sinti oder Tätern… auf der anderen Seite die argwöhnischen Dorfbewohner, die es niemandem leicht machen. Leider ist dies schlecht zu erkennen, wirkt eher wie ein schlechter Matrizendruck aus vergangen Zeiten, viele Details kann ich nicht einmal genau identifizieren. Allerdings können die Autoren selten etwas zu einem misslungenen Cover, daher ziehe ich keinen Stern und er Gesamtbewertung ab. Herzlichen Dank, dass wir mitlesen durften! © esposa1969

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  • Buchverlosung zu "Taterndorf: Historischer Roman" von Johanna Marie Jakob

    Taterndorf

    Jomarie

    Liebe Fans des historischen Romans,  ich melde mich zurück mit einem brandneuen Titel, der gerade die Buchläden in meiner Heimat erobert: Es geht um die Geschichte des jungen Missionarsehepaares Wilhelm und Magdalena Blankenburg, das im 19. Jahrhundert versucht hat, einen Sinti-Stamm in Preußen sesshaft zu machen. Welche Probleme und Widrigkeiten sie zu überwinden hatten, bis die Sinti Vertrauen fassten, wie sie gemeinsam eine Schule für die Kinder bauten und schließlich sogar ein Wohnhaus, wie sie Glück und Leid mit den Sinti teilten, davon erzählt die Geschichte. Wer ein Buch gewinnen möchte, springe bitte in den Lostopf. Es wäre schön, wenn sich anschließend eine lockere Leserunde zusammen fände. Und nun viel Glück! Jomarie Jakob

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    • 55

    esposa1969

    25. November 2014 um 13:08
    Jomarie schreibt Liebe Taterndorfleser, bitte meldet euch nicht mehr auf der Buchverlosungsseite, sondern nur noch auf der Leserundenseite. Es wäre auch schön, wenn ihr euch dort als follower eintragen würdet ( ...

    Ja da bin ich schon eifrig dabei!! Und fast fertig!

  • Brisanter historischer Roman um ein immer noch aktuelles Thema!

    Taterndorf

    elmidi

    Der Inhalt von Johanna Marie Jakobs historischen Romans "Taterndorf" ist nicht einfach und nicht einfach so wiederzugeben, aber gerade deswegen absolut lohnenswert zu lesen. Die "Tatern", das sind die "Zigeuner", die sich in Friedrichslohra in den 30iger Jahren des 19.Jhrd angesiedelt haben. Sie hausen in ihrer Wagenburg oder in großen Gruppen in kleinen Zimmern, gehen keiner geregelten Arbeit nach und leben in bitterster Armut, von allen verachtet und unverstanden. In allem entsprechen sie nicht den strengen preußischen Moralvorstellungen. Und so beschließt die evangelische "Naumburger Mission", sich dieses "Heidenstammes" anzunehmen. Das Ehepaar Wilhelm und Magdalene Blankenburg nimmt den Missionsauftrag an. Mit gemischen Gefühlen, mit Enthusiasmus und mit wachsendem Staunen über die reiche Kultur der Sinti beginnen sie ihre Arbeit. Aber mit wachsendem Erfolg geraten sie immer mehr in die Konfliktlinien zwischen verschiedenen Moralvorstellungen und Vorbehalten. Geldsorgen und die von offizieller Seite vorgetragenen Rassismen sorgen für zusätzlichen Sprengstoff. Aller Erfolg droht sich aufzulösen und die Spannungslinien gehen mitten durch Ehe ... Diese historisch verbürgte Geschichte hat an Brisanz nicht verloren -  es geht um Multikulturalismus jenseits unserer Zeit. Die Geschichte der Sinti in Form eines historischen Romans herüberzuretten, ist deshalb mehr als notwendig. Von dem etwas billig wirkenden Einband des Buches sollte man sich genauso wenig täuschen lassen wie von der schäbig wirkenden Lebensart der "Zigeuner" in den Seiten dazwischen. Spannend und packend geschrieben, hat mich der Roman tief nachdenklich hinterlassen. Damals wie heute gibt es keine einfachen Antworten auf das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen. Trotz aller Unterschiede - oder gerade wegen ihnen - gibt es allerdings zum Weg einer auf Liebe und Respekt zum "Anderen" gegründeten Emphatie keine Alternative. Fazit: Brisant! Aktuell! Absolut lesenswert!

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    • 4
  • Sintis in Preußen

    Taterndorf

    mabuerele

    21. November 2014 um 20:15

    "...Wenn du das Volk veränderst, dann ist es nicht mehr dasselbe Volk..." Wir schreiben das Jahr 1832, als das Missionarsehepaar Magdalena und Wilhelm Blankenburg in dem kleinen Ort Friedrichslohra in Preußen eintreffen. Dort hat sich ein Stamm Sinti niedergelassen und das Ehepaar soll sich um deren Integration kümmern. Der Ort aber ist gespalten. Die katholischen Einheimischen sehen scheel auf die protestantischen Wollweber, denen König Friedrich die Ansiedlung erlaubt hat. Die Sinti stehen zwischen allen Fronten. Sie werden verachtet und, wenn es gerade passt, als Schmuggler ausgenutzt. Wilhelm und Magdalena werden skeptisch beäugt. Sowohl der katholische als auch der protestantische Geistliche halten nichts von ihrer Mission. Mit viel Enthusiasmus beginnen die beiden ihr Werk. Dabei ist für mich Magdalena die stärkere. Sie  plant ihr Vorgehen konsequent, geht auf die Sinti zu und gewinnt Mitstreiter im Dorf, die dabei für sich an Profil gewinnen und aus ihrem Schattendasein heraustreten. Das Buch schildert die Lage sehr realistisch. Die Örtlichkeiten werden genau beschrieben, die Personen gut charakterisiert. Der Sprachstil ist den heutigen Gegebenheiten angepasst. Die Autorin zeichnet mit treffenden Bildern zwei Welten, die im Ort aufeinandertreffen. Dabei kommen die Sinti allerdings meist schlecht weg. Das zeigt sich nicht nur im Äußerlichen. Die Lebensfreude der Sinti trifft auf preußische Gründlichkeit. Zu den Kernstellen des Buches gehören für mich die Gespräche zwischen Magdalena und Christoph, einem jungen Sinti, der als Musiker durchs Land zieht und ab und an seine Familie im Dorf besucht. Er kommt schnell auf den Punkt. Wann ist Hilfe nützlich und worin besteht das Ziel? Es kann nicht darum gehen, einem Volk seine Identität zu nehmen. Obiges Zitat stammt von Christoph. Bald stellen sich erste Erfolge ein. Die Kinder kommen gern zum Lernen, Frauen melden sich zu Handarbeitskursen an und die Männer erhalten Arbeit. Zwischendurch gibt es natürlich Rückschläge, mit denen Magdalena wesentlich souveräner umgeht als Wilhelm. Doch dann macht Wilhelm einen entscheidenden Fehler. Im Text sind Sprichwörter der Sinti eingebettet. Auch zu Beginn jedes Kapitels steht ein Gedicht aus ihrer Welt. Das Buch zeugt von exakter Recherche. Das zeigt sich nicht nur an den historisch nachweisbaren Personen, sondern auch an dem Abdruck von Gesetzen und Anweisungen. Diese werden kursiv hervorgehoben.    Das in Grau gehaltene Cover zeigt einen Teil des Ortes. Die rote Spur symbolisiert für mich das zarte Band, das zerrissen wurde. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat in einer abwechslungsreichen Handlung ein Stück Geschichte aufgearbeitet. Sie hat gezeigt, selbst bei den besten Willen geht gutgemeinte Hilfe schief, wenn sie nicht im Miteinander und unter gegenseitigen Respekt vermittelt wird.

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  • Über das Lernen vom Anderen

    Taterndorf

    tinderness

    Manchmal begegnet uns in unserer Umgebung ein altes Gebäude, das unsere Neugier erweckt. Es kann auch sein, daß wir Orte auf alten Fotos entdecken, von denen wir gerne mehr wissen möchten. Wir beginnen nachzuforschen, entdecken Spuren von Begebenheiten, die uns neugierig machen. Und wenn diese Begebenheiten ein oder mehrere Jahrhunderte zurückliegen und nicht unbedingt zur "Großen" Geschichte gehören, dann stoßen wir auch auf weiße Flecken, von denen wir aber wissen, daß wir sie wahrscheinlich nie mehr restlos füllen können. Das mag für den Hobbyhistoriker enttäuschend sein, ein Romanautor beginnt hier erst seine Arbeit. Er erzählt sich durch das Unbekannte "hindurch" und erfüllt historischen Räume mit Leben. Weisse Flecken nutzt er/sie für die Entfaltung der Handlung und die Charakterisierung der Romanfiguren. Der Erzähler tut dann so, als hätte er selbst in diesen Zeiten gelebt und könne uns mit seiner Erfahrung an den damaligen Lebensumstände teilhaben lassen. Authentizität ist wichtig, es bedarf einer gründlichen Recherche, aber auch eines sehr sensiblen Sprachgefühls, um die Illusion des Zeitsprungs beim Leser aufzubauen und am Leben zu erhalten. Dieser Balanceakt zwischen vermuteter Realität und Phantasie ist der Autorin mit Taterndorf ohne Zweifel hervorragend gelungen. Sie erzählt die Geschichte des ihr persönlich gut bekannten Ortes Friedrichslohra um 1830, welcher durch die Konflikte zwischen Katholizismus und Protestantismus, vor allem aber zwischen der seßhaften Bevölkerung und einer Gruppe von halbnomadischen Sinti geprägt ist, die dort missioniert werden sollen. Auf kirchliche Initiative erhält ein Missionarsehepaar erhält den Auftrag, die "Zigeuner" seßhaft zu machen, ihre Kinder zu beschulen und für ihre Eingliederung in den Arbeitsprozeß zu sorgen. Im Zentrum der Handlung steht Magdalena Blankenburg, die Ehefrau des Missionars, die mit ihrem Engagement, ihrem Verständnis und ihrem Einfühlungsvermögen den Kindern der Sinti eine Mentorin sein will und ihre Sprache lernt. Die Begegnung mit ihnen verändert sie und ermöglicht ihr dadurch, sich immer mehr psychologischen Spielraum für Verstehen und Einfühlungsvermögen von Kindern und Eltern zu schaffen. Sie stellt sich dadurch immer mehr gegen ihren Ehemann, der durch die Arbeit mit den Sinti zu einem Hardliner wird und ihre Missionierung, das heißt Anpassung mit fast allen Mitteln (bis hin zur Kindesentführung) vorantreibt. Hautnah erleben wir die Fortschritte und Rückschritte in diesem Unterfangen und von dessen Ende her betrachtet, das Scheitern der "Sittigung der Zigeuner". Erzählt wird nicht nur vom Versuch einer (auch gewaltsamen) Eingliederung der Sinti in das sgn. normale Leben der Bürger der Region, sondern auch von den Mühen, Irrtumern und Erfolgen einer Annäherung zwischen beiden Volksgruppen. Versetzt in den historischen Kontext des 19. Jahrhunderts werden aber auch die Themen des heute wieder aufflackernden Antiziganismus in Europa aufgegriffen. Damit ist dieses Buch brandaktuell. Trotz seines Engagements für eine Annäherung der Volksgruppen bleibt uns aber die Keule einer moralischen Schulmeisterei erspart. Indem wir an den unterschiedlichen Motiven und Hintergründen der handelnden Personen teilhaben, können wir unterschiedliche Befindlichkeiten begreifen, ohne sie dabei aber auch gleich billigen zu müssen. Ebenso gelingt es der Autorin der Falle zu entgehen, Unterschiede zwischen Menschen nur auf ihre ethnische Herkunft, nach dem Motto hier "Gadsche", dort Sinti zu reduzieren. Es geht der Autorin auch um den Hinweis auf Unterschiede, die mit sozialer Herkunft, dem Glauben, dem Beruf oder der körperlichen Verfassung jedes Einzelnen einhergehen. Sie illustriert damit, das sich die Konflikte nicht allein auf das "Problem Zigeuner" reduzieren lassen. Das Buch doziert nicht, es offeriert uns ein spannendes Stück Erzählung aus Leben eines Missionarspaares im 19. Jahrhundert und der Auseinandersetzung mit den Sinti. Wir lernen Geschichte kennen: nicht die Geschichte jener, die diese gelenkt haben sondern die Geschichte jener, die sie erlitten haben. Dabei bleibt die Lektüre immer spannend, realistisch und in höchstem Maße human. Danke für dieses Buch und danke, dass ich an dieser Leserunde teilnehmen durfte!

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