Johanna Muckenhuber Arbeit ohne Ende?

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Inhaltsangabe zu „Arbeit ohne Ende?“ von Johanna Muckenhuber

Im öffentlichen Diskurs wird die Arbeitsrealität sogenannter Solo- und Mikroselbstständiger meist nur mit Klischeebildern von Selbstverwirklichung und Selbstausbeutung belegt. Und das, obwohl der Wandel der Beschäftigungsverhältnisse und die Zunahme neuer Beschäftigungsformen die Arbeitszeit der »neuen« Selbstständigen zum gesellschaftspolitischen Thema werden lässt. Johanna Muckenhuber bricht mit ihrer Untersuchung dieses Halb- oder auch Nicht-Wissen auf und ermöglicht differenzierte Einsichten in die arbeitszeitbezogenen Realitäten der Personengruppe.

Die Arbeitszeiten von Solo- und Mikroselbstständigen werden nicht von Interessensvertretungen kollektivvertraglich ausgehandelt, sondern müssen von den Einzelnen für sich selbst festgelegt werden. Eine systematische Erfassung der Arbeitszeiten oder eine kollektive Interessenorganisation fehlen. Dabei treten die Unterschiede zu den traditionellen Berufen verstärkt hervor: nicht-routinisierbare Arbeitsleistungen, welche zu variablen Preisen verkauft werden, eine damit einhergehende Unsicherheit hinsichtlich des Einkommens und die ständige Anspannung, ob die eigene Kreativität und Leistungsfähigkeit ausreichen werden, um den Kunden zufriedenzustellen. Mit einer Kombination aus quantitativen und qualitativen Forschungsansätzen entmystifiziert Johanna Muckenhuber diese Arbeitswelt. In der AuseinanderSetzung mit dem Phänomen Zeit führt sie eine Analyse der Bewertung davon durch, wie viel Arbeitszeit für beruflichen Erfolg, aber auch für eine gute Lebensführung als notwendig erachtet wird.

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  • Eine differenzierte Untersuchung zum Thema der „neuen Selbstständigkeit“

    Arbeit ohne Ende?

    michael_lehmann-pape

    04. April 2014 um 13:40

    Eine differenzierte Untersuchung zum Thema der „neuen Selbstständigkeit“ Aussteiger, Selbstverwirklicher, kostengünstig Ausgelagerte, Scheinselbstständige, Sklaven mit nur vermeintlicher Freiheit, Selbstausbeuter oder doch ein Modell für die Zukunft? „Solo- oder Mikroselbstständige“, mithin in der Vielzahl Ein-Personen-Unternehmen (oder kleine bis kleinste Kooperativen“ bilden seit Jahren bereits einen zunehmenden Bereich (nicht nur) im deutschen Wirtschaftsleben. Wobei neben „allgemeinen Eindrücken“ aus je subjektiver Sicht bis dato wenig differenzierte Untersuchungen vorliegen, ob diese Form der Selbstständigkeit mehr nun eine „Selbstverwirklichung“ darstellt oder eine „Selbstausbeutung“ (die vielfach eher aus der Not heraus geboren wurde durch das allgemeine „Outsourcing“ vieler ehemals interner Firmenaufgaben an „Selbstständige“). Wie nun sieht sie aus, die „Arbeitsrealität der neuen Selbstständigen“? Das ist Thema und Leitfrage dieser Untersuchung durch Johanna Muckenbauer. Hierzu setzt Muckenbauer als Messlatte die „Aufteilung der Zeit zwischen Arbeit und anderen Bereichen des Lebens“. Aus der bis dato landläufigen Erkenntnis heraus, dass „zu lange Arbeitszeiten ……. Sich negativ auf das Privatleben und Wohlbefinden auswirken“. Und das in einer formalen Rahmung, die eben keine festen Zeiten vorgibt, sondern in dem der „neue Selbstständige“ (wie letztlich ja jeder Selbstständige) „Herr der eigenen Zeit ist“, aber auch Alleinverantwortlicher für die materiellen Ergebnisse seiner Arbeitszeit. Aufgrund nun aber welcher intrinsischer Motivationen, struktureller Zwänge und gesellschaftlicher Normen kommen die (erkennbar mehr) Arbeitszeiten für Selbstständige zustande und auf welchem Wege und wie „handeln Selbstständige ihre Arbeitszeit mit sich selber aus“? All dies sind Gegenstände der Untersuchung und werden im Lauf der Lektüre durchaus teils auch kleinteilig umfangreich beantwortet. Zunächst auf der „Makroebene“ durch die Darlegung von Bedingungen und Ideal- und Fremdbildern der Selbstständigkeit. Sodann finden auf der “individuellen Ebene“ Darstellungen und Auswertungen von Interviews und quantitativen Analysen statt. Ein Blick auf die Praxis, die folgerichtig einmündet in eine Auseinandersetzung mit der Bedeutung des Themas der Arbeitszeiten für die betroffenen Selbstständigen. Mit auch dem Ergebnis, dass „überlange Arbeitszeiten“ tatsächlich im gesamten Spektrum der Solo- und Mikroselbstständigen vorhanden sind. All diese Ergebnisse arbeitet Muckenbauer ein in die Erläuterung der konkreten Ursachen der überlangen Arbeitszeiten und deren letztendliche Bedeutung für den Selbstständigen, eine Erarbeitung, die zur Darstellung von übersichtlichen und sachlich begründeten Typologien dann dient. So dass der Leser als Essenz dieser fundierten Untersuchung die entsprechenden Motivationen, aber auch Notwendigkeiten für Selbstständige auf dem Markt einordnen kann in die Bereiche der Typologie subjektiven Arbeitsdefinitionen, der Anerkennungstypologie, der Wohbefindenstypologie und der Typologie der Einflussfaktoren auf die Arbeitszeiten, In einer Korrelation dieser Typologien finden sich die Begründungen für den Umgang miz der Zeit bei Selbstständigen. Alles in allem schließt dieses Werk zunächst eine Lücke der Untersuchungen in diesem speziellen Gebiet und bietet (nicht nur, aber gerade) auch für die institutionelle Seite und Bewertung der Solo- und Mikroselbstständigkeit eine Fülle von weiterführendem Diskussionsstoff. Sprachlich erfordert dieses Werk eine hohe Konzentration bei der Erarbeitung der Inhalte und ist in erster Linie interessant für im Bereich wissenschaftlich Tätige.

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