Johanna Straub Das Beste daran

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Inhaltsangabe zu „Das Beste daran“ von Johanna Straub

'Wie willst du leben? fragt Jette. Ich weiß nicht, sagt er. Ich musste mir noch nie etwas vorstellen, das ich nicht habe.' - Jette und Marvin sind einige Tage weggefahren, auf eine Insel im hohen Norden, um herauszufinden, wie es weitergehen soll mit ihnen. Zu Hause, in Jettes Wohnung, trifft ihre Freundin Mo, die sich um die Blumen kümmert, auf Per, der Marvins Wagen ausleihen will, um mit Anna rauszufahren aufs Land. Pers Lebensgefährtin Alexandra, die von ihm ein Kind erwartet, darf davon nichts erfahren. Am Abend ist Mo mit Ruben verabredet, den sie nie zuvor gesehen hat. Aber die Internetsuchmaske der Partnervermittlung meinte, dass es diesmal etwas Richtungweisendes sein könnte … Einfühlsam und mit großer Beobachtungsgabe erzählt Johanna Straub von Männern und Frauen, die in der Mitte ihres Lebens stehen und immer noch nicht wissen, wer sie sein wollen. Die ahnen, dass es für manche Dinge bald zu spät sein wird, sich aber trotzdem zu keiner Entscheidung durchringen können. 'Das Beste daran' ist ein melancholischer, subtiler und raffiniert konstruierter Roman, der Worte findet für eine Gegenwart, die in der
Schwebe zu hängen scheint, die seltsam ungewiss ist, voller Zweifel und latenter Angst.

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  • Orientierungslosigkeit? Bitte nicht für mich!

    Das Beste daran

    Queenelyza

    30. July 2017 um 11:53

    Der Klappentext hätte mich warnen müssen. "Das Portrait einer Generation, die sich orientierungslos durchs Leben tastet" - hallo, ist das wirklich etwas, worüber man lesen will? Wenn es einem nicht so geht, kann man dafür vielleicht nur beschränkt Verständnis aufbringen. Und wenn man selbst in dieser Situation ist, mag man das sicher auch nicht auch noch in Buchform miterleben müssen. Oder?Ich weiß gar nicht mehr, wie das schmale Büchlein zu mir fand, aber im Zuge der Dezimierung meines viel zu hohen Buchbestandes fiel es mir mehrfach in die Hände. Also gut, es soll seine Chance bekommen. Die hat es aber leider gnadenlos vertan. Während ich das Paar, das auf eine Insel fährt, um wieder zu einander zu finden, noch einigermaßen nachvollziehen konnte, fehlte mir beim Betrug der hochschwangeren Ehefrau, weil man sonst nicht weiß, wohin mit sich und seinen Gefühlen, jegliches Verständnis. Menschen Anfang Dreißig, die all das haben, was sie sich wünschen, aber ständig nach Möglichkeiten suchen, es kaputt zu machen - davon lese ich so oft in Büchern, kenne aber niemanden, der sich das in echt leistet oder leisten kann. Ich lese gerne über Personen, die in irgendeiner Form eine Entwicklung durchmachen oder den Ansatz davon erkennen lassen, aber gerade dieses Treibenlassen, dieses Stehenbleiben hat für mich nichts zu tun mit "Zweifeln und latenter Angst", wie es ebenfalls der Klappentext auslobt, es ist in meinen Augen nur feige. Mich langweilt es, über solche Menschen zu lesen, die nicht erwachsen werden wollen, die sich damit beschäftigen, den Weg erst mal theoretisch zu suchen, anstatt wirklich zu versuchen, ihn zu finden. Die Rückblenden in die Vergangenheit lassen mich ebenso ratlos zurück, weil sie für mich nicht klar herausarbeiten, was genau diese Episoden damit zu tun haben, dass die Menschen im Hier und Jetzt so handeln oder denken. Es sind weder besonders prägende Erlebnisse noch sonst von irgendwelcher Wichtigkeit. So lassen mich all diese Versatzstücke ratlos zurück. Lesezeit, die man sich eigentlich sparen hätte können, auch wenn die Autorin wirklich schreiben kann. 220 Seiten über völlige Belanglosigkeit zu schreiben, muss man auch erst mal schaffen. Ich bin jedenfalls froh, dass ich dieses Buch jetzt aussortieren kann.

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  • Rezension zu "Das Beste daran" von Johanna Straub

    Das Beste daran

    Bücherwurm

    30. April 2010 um 14:29

    Es ist nicht einfach, für dieses unglaubliche Buch eine Rezension zu schreiben. Wo fange ich an? Der Schreibstil erinnert mich stark an die ersten Bücher von J.C.Oates. Bandwurmsätze, aneinandergereihte Adjektive, die so vieles sagen, aber eben auch offen lassen. Geschrieben im Präsens, Gespräche in Erzählform. Es handelt von unterschiedlichen Menschen zu unterschiedlichen Zeiten, Zeitsprünge hin und her zwischen 1984 und 2046, es geht um erwachsene Menschen, die entweder ihr Lebensziel aus den Augen verloren, auf einer ständigen Flucht vor einem geordneten Leben sind, deren Lebensziele nicht erreicht werden können, weil eben die dafür nötigen Vorraussetzungen fehlen oder die einfach überhaupt nicht wissen, was das Beste für sie in diesem Leben ist. Man fällt in dieses Buch rein, muss sich ständig gewaltsam bremsen, damit man die 221 Seiten nicht in einem Rutsch durch liest, hält aber auch oft inne, wenn es beispielsweise darum geht, was oder wofür ein Zeitvertreib gut ist. Ist er dafür da, die Zeit zu verkürzen oder dafür, dass man vergisst, dass Zeit existiert. Ab und zu möchte man am liebsten reinspringen und die Protagonisten ein bischen schubsen, damit sie in die richtige Richtung fallen, aber was ist schon richtig? Dieses Buch ist wunderschön geschrieben, es war für mich wie Urlaub. Ich habe bemerkt, dass ich es in der Hektik meines Lebens verlernt habe, mir Zeit zu nehmen, um über Sinnige und Unsinnige Dinge Gedanken zu machen. Wenn ich an einer roten Ampel stehe, mache ich mir allerhöchstens Gedanken darum, ob ich es zu meinem Termin noch pünktlich schaffe und was mich dort erwartet. Ich mache mir aber keine Gedanken, ob die Ampeln an der Kreuzung wohl für einen kurzen Augenblick mal alle auf Rot stehen, bevor der Gegenverkehr dann grün bekommt. Würden Sie Ihren Hintern aus einer Reihe von Hunderten Hintern von hinten wiedererkennen? Dieses Buch ist unglaublich, ich empfehle es allen Menschen, die mal innehalten und Luft holen wollen, nicht nur J.C.Oates Fans.

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