Johanna Wasser Das leise Glück des Herrn Gagarin

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Inhaltsangabe zu „Das leise Glück des Herrn Gagarin“ von Johanna Wasser

ES KANN JA NICHT IMMER REGNEN, ODER ETWA DOCH? Er heißt wie der russische Volksheld schlechthin, lebt aber in Deutschland. Er rackert sich ohne Rücksicht auf die Gesundheit im Job ab, wird aber fristlos gekündigt. Er liebt seine Frau von Herzen, verliert sie aber. Warum nur? Ein schrulliger Hausmeister, skrupellos geldgierige Arbeitgeber und eine hundertjährige Schwiegermutter spielen dabei ihre Rollen. Doch an Juri selbst liegt es, dass er auf seiner Suche nach dem Glück immer stiller wird … Bis er nach Moskau fährt, in einem Nachtklub zuerst abgezockt, dann mit der Pistole bedroht wird – und seine im Alltag untergegangenen Träume wiederfindet. Ist es da schon zu spät für ihn? Johanna Wasser wurde bekannt durch Liebesromane, deren Helden romantisch bis dramatisch nach dem Glück forschen. Das trifft im Kern auch auf dieses Werk zu. Allerdings schlägt die Autorin hier einen völlig neuen Ton an. »Das leise Glück des Herrn Gagarin« erzählt die Geschichte eines klassischen Antihelden, der sich über die Jahre selbst aufgegeben hat. Zugleich dreht sich der Roman um das Leben einer Familie und der Menschen, die ihr äußeres Universum ausmachen. Ein schillerndes und spannendes Mosaik ist gelungen. Atmosphärisch dicht erzählt. Mit Figuren, die einem sofort ans Herz wachsen in ihrer Menschlichkeit und der gegenseitigen Akzeptanz und Liebe. 310 Taschenbuchseiten

nette Geschichte...

— constantine
constantine

Realistisch, traurig, stark. Das Buch hat mich abgeholt und nicht wie befürchtet im Regen stehen lassen.

— lesemaus1976
lesemaus1976

Sehr nette Geschichte über eine russische Migrantenfamilie, die einiges erleiden muss, aber redlich weitermacht.

— Lesestunde_mit_Marie
Lesestunde_mit_Marie

Ein Buch, dass ich auf leisen Sohlen in mein Herz geschlichen hat.

— hasirasi2
hasirasi2
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  • Wie findet man das leise Glück

    Das leise Glück des Herrn Gagarin
    Lavella

    Lavella

    18. June 2015 um 21:07

    Am Beginn des Buches wirft uns die Autorin sofort mittenhinein in das pralle Leben, in die Familienkonstellation des Juri Gagarin. Wer es schafft, sich dem Gewusel und Gewimmel der Familie zu stellen, wird belohnt. Belohnt mit einem dichten, spannenden und berührenden Buch über das Leben, die Liebe , das Festhalten und Loslassen. Im Mittelpunkt steht die Geschichte  Juris. Eine Geschichte, die es wert ist , bis zum Ende gelesen zu werden. Juri, der mir trotz all seiner Stoffeligkeit und seines Starrkopfs ans Herz gewachsen ist, denn er versucht auf seine ganz eigene  Art , es allen Recht zu machen, sein Leben zu leben und dabei nicht anzuecken  und vergisst sich dabei . Oft möchte man ihn schütteln und ihm zurufen, halt nicht nur still…. Aber Juri tut ja etwas, nur nicht so, wie der Leser, es gerne hätte. Erst als er beschließt, sein Leben zu ordnen und nach Moskau reist, fügt sich am Ende doch alles zum Guten.  Für Emma , die Ehefrau von Juri, wünschte ich mir auch manchmal, dass sie auf den Tisch haut, aber auch sie kommt aus ihrem Muster nicht so richtig raus. Die Autorin schaffte es auch diesmal, mich mit ihrer ganz eigenen Schreibweise in den Bann der Geschichte zu ziehen. Zwischendrin musste ich das Buch zur Seite legen, damit das Gelesene nachwirken konnte. Aber es zog mich auch immer wieder zur Geschichte hin. Es ist so authentisch, das Leben , Lieben und Aushalten des Juri mitzuerleben.  Juri auf seiner  Reise nach Moskau zu begleiten, hat mich das ein oder andere Mal ganz nostalgisch gestimmt. Durch Johannas ganz eigene Art zu schreiben, schaffte sie es, mich an den unverwechselbaren Duft russischer Kaufhäuser zu erinnern. Die Autorin schafft einen Spagat  zwischen Komik und Ernsthaftigkeit, der in meinen Augen gut gelungen ist. So wechseln sich immer wieder ganz ernste Themen mit lustigen Szenen ab . Ich habe das ein oder andere Mal herzhaft gelacht, aber auch oft gedacht, wie viel manch einer dann doch aushalten muss. So wie im richtigen Leben auch. Das Fazit des Buches für mich ist, bleib dir selbst treu, mach dich auf die Socken, dann findest du dein Glück. Ich gebe fünf Sterne und einen Leseempfehlung, denn es ist ein Buch, was auf eine ganz eigene Art berührt .

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  • Glück kann so verschieden sein

    Das leise Glück des Herrn Gagarin
    schafswolke

    schafswolke

    Juri Gagarin lebt mit seiner Familie schon seit einigen Jahren in Deutschland, aber das Glück ist ihnen nicht immer hold. Oder ist es das doch? Als Juri nach vielen Jahren arbeitslos wird, kann er gar nicht glaubem, dass ihm so etwas passiert ist. Denn er hat es doch immer allen recht gemacht und sich nie etwas zu schulden kommen lassen. Hat ihn das Glück nun völlig verlassen? Was ist überhaupt Glück? Der große Lottogewinn? Gesundheit? Erfolg? Das muss jeder für sich selber finden. Und hat man selbst überhaupt Einfluß auf sein Glück? In diesem Buch gibt es keine großen Helden, Liebesgeschichten oder Dramen. Es ist ein eher stilles Buch, wie seine Hauptfigur Juri. Juri ist ein Typ Mensch, der viel erträgt und nicht aufbegehrt, dabei ist er immer nett und möchte es allen recht machen. Die Figuren sind ganz normal gezeichnet, sie könnten auch nebenan wohnen. Mir waren sie aber schon fast ein wenig zu unsichtbar, ich konnte die Figuren nie so ganz greifen. Für mich hat die Geschichte nicht ganz so gepasst, wobei ich sie auch nicht schlecht fand. Ich habe das Buch ganz gerne gelesen, da mir die Art zu schreiben von Johanna Wasser sehr gut gefällt und einem bei jedem Buch etwas neues erwartet, Ich habe andere Favoriten von Johanna Wasser. "Das leise Glück des Herrn Gagarin" ist für mich eins der schwächeren. Ich vergebe für das Buch 3 Sterne.

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  • Nach Regen kommt Sonnenschein: Wie Juri viele Gewitter erlebte, um am Ende die Stille zu genießen

    Das leise Glück des Herrn Gagarin
    Leschen

    Leschen

    09. May 2015 um 10:48

    ES KANN JA NICHT IMMER REGNEN, ODER ETWA DOCH? ALLES WIRD GUT, ABER WIE? Er heißt eigentlich wie der russische Volksheld schlechthin "Juri GAGARIN" ist bereits 50+. Doch Juri lebt mittlerweile fast die Hälfte seines Lebens im bayrisch-sprechenden Teil Deutschlands. Seitdem hat er seinen russischen Nachnamen aufgeben und sich einen typisch-deutschen Nachnamen zugelegt '"KURZ"'. Er arbeitet bis sein Körper immer mehr Signale sendet, die Reißleine zu ziehen. Doch Juri ignoriert sie. Um dann noch fristlos gekündigt zu werden. Doch Juri schweigt.... Für Juri sind Streitereien, Unstimmigkeiten, Aufzufallen - noch dazu in der Öffentlichkeit - ein Graus. Für ihn sind andere Dinge wichtig im Leben. Juri liebt seine Familie. Von ganzem Herzen liebt Juri seine Frau Emma. Doch er verliert sie... Juri sucht das Glück in den kommenden Monaten nicht aktiv, doch es streift ihn auf vielfältige Weise. Durch Menschen, denen er begegnet, Situationen, die er erlebt und ... Meinung Wer sich auf eine Familie einlässt, die sowohl die lauten als auch die leisen Töne des Lebens in all ihren Facetten wiederspiegelt. Charaktere kennenlernen will, die präsent sind, die teilweise kein Blatt vor den Mund nehmen, taktvoll und taktlos in einer Szene sein können, um dann wieder durch stummes Ertragen oder Schweigen aufzufallen. Wer eine Geschichte mit Protagonisten erleben möchte, die ihre Geheimnisse haben, nicht geradlinig sind, sondern Ecken und Kanten haben. Wer bereit ist für liebenswerte aber auch polarisierende Figuren: Fiktive Protagonisten, die nach Aussage der Autorin Johanna Wasser auch ein authentisch-realistisches Abbild einer deutsch-russischen Familie darstellen. Wer bereit ist für den Antiheld Juri Kurz (Gagarin). Wer bereit ist für einen sehr persönlichen russisch-deutschen Kosmos in einer bayrischen Stadt nahe München, der sollte 'Das leise Glück des Herrn Gagarin' unbedingt lesen. Also bereit? Dann mal los: Mitten hinein 'wirft' mich Johanna Wasser in ein familiäres Mittagessen der Familie Gagarin. Ich bin zuerst einmal etwas verwirrt. So viele Protagonisten denke ich. Doch eigentlich sind es ja nur Juri, seine Frau Emma, seine beiden Söhne Viktor und Paul, seine Schwiegertochter, seine Enkelin, das Baby und die 100jährige Schwiegermutter. Aber dann bin ich schnell von dem besonderen Reiz, den diese chaotisch-anmutende Szene bei mir auslöst, erfasst und sofort bereit mich auf diese Familie einzulassen. Es ist ihre familiäre Präsenz und das Gefühl als stiller (leiser) Beobachter bei diesem Mittagessen dabei zu sein, und die immer wieder anklopfenden Erinnerungen an meine eigene 'deutsche' Kindheit, die dieser in vielem ähnelt. Um das Ganze kurz und bündig zusammenzufassen: Ich bin gut eingestiegen in die Geschichte, um dann schnell hinter die familiäre Fassade zu blicken. Denn immer mehr tauchen die Konflikte innerhalb der Familie auf. Es sind die nach und nach dem Totschweige-Modus entronnenen Probleme der einzelnen Familienmitglieder. Als dann alles offenbart ist, wird in dieser Familie nicht gestritten, sondern heiß diskutiert. Nur Juri ist `still'. Nach und nach offenbart sich dem Leser der Kosmos dieser Familie. Eine Familie, die sich in einem Widerstreit befindet - zwischen russischer Tradition + Kultur und dem Wunsch nach Anpassung an die deutsche Tradition und ihren kulturellen Gepflogenheiten. Ruhig zu sein, den Mund zu halten. Das ist für sie (genauer gesagt Juri) typisch deutsch. Juri beherrscht diese (angebliche) deutsche Tugend bis ins Detail, er perfektioniert sie. Juri ist ein Charakter, dem man gerne mal wachrütteln möchte. Er geht durchs Leben fast schon blauäugig. Und wenn er sich Problemen bewusst ist, schweigt er erst einmal, grübelt für sich, begegnet der problematischen Situation stoisch mit der aufgelegten "Alles-wird-Gut-Mine". Ich glaube bei der ganzen Schönrederei muss man ihn mächtig schütteln, damit er wach wird. Der Leser ärgert sich für ihn mit, über diese 'deutschen' Mitbürger und wie sie ihm mitspielen. Aufpassen möchte man auf Juri, damit er sich nicht Selbst vergisst und verliert. Juri ist ein Antiheld, der das Potential hat, dass man seine Lebens-Geschichte näher kennenlernen will. Auch wenn ich oft sein Tun nicht so richtig Verstehen und sein Tun nachvollziehen konnte. Beim Weiterlesen war immer die Hoffnung mein Begleiter, die mir innerlich sagte: 'ALLES WIRD GUT!' Nur wie, dafür war die Autorin Johanna Wasser zuständig, die den Spannungsbogen in der Hand hatte und mich immer wieder überraschte. Die Autorin erzählt eine authentische Geschichte mit realistischen Zügen, die schnell und langsam, spannend und überraschend daherkommt. Die Geschichte ist emotional, mit wiederstreitenden Gefühlen innerhalb der Familie, die den Leser mitreisen, die aber nicht auf die Tränendrüse drücken. Man kann in einer Szene schmunzeln, um dann in der nächsten Szenerie nachdenklich den Kopf zu schütteln. Ein paar Seiten weiter ' stellvertretend für Juri ' verärgert zu sein. Freuen kann man sich mit den Protagonisten, kann schadenfroh sein, und auch ein paar Tränen werden nicht fehlen. Doch trotz allem, handelt es sich um eine rundherum lebensbejahende Geschichte. Fazit Ich kann die Geschichte jedem Leser empfehlen, der nicht immer das Gleiche, bereits bekannte Altbewährte, schablonenhaft Erzählte lesen möchte. Für alle Leser, die sich nicht mit schwarz-weiß zufrieden geben, die auch über das Leben mit all seinen Schattierungen lesen möchte. Lässt man sich auf die Geschichte ein, so rüttelt sie an einem und bleibt einem nachhaltig im Gedächtnis. Zur Info: Das Buch ist auch unter dem Titel "Das Glück der Stille" erschienen.

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  • Leserunde zu "Das leise Glück des Herrn Gagarin" von Johanna Wasser

    Das leise Glück des Herrn Gagarin
    johannawasser

    johannawasser

    DIe Glück-Reihe geht zu Ende! Und Du kannst dabei sein, wenn es das letzte Mal heisst: Was ist Glück? Ihr Lieben, ich freue mich, wieder einladen zu können. Mein fünftes Buch ist endlich soweit und wird dieses Wochendende zusammen "ausgepackt". Wenn ihr ein Kindle habt oder aber eine Kindle App, dann bitte ich euch, in die Leseprobe bei Amazon hineinzusehen. Ich hätte naemlich dieses Mal gerne ausschliesslich Leute dabei, die VORHER reingeschnuppert haben und mitwollen.  Falls Du also die Beschreibung und die Leseprobe magst, dann freue ich mich, wenn Du zeitnahe mitlesen willst. Es gibt 15 eBooks in Mobi-Format zu gewinnen.  Viel Glück und bis bald, Eure Johanna

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  • das Glück? des Herrn Gagarin

    Das leise Glück des Herrn Gagarin
    constantine

    constantine

    19. April 2015 um 20:23

    Inhalt: Der Herr Gagarin hat eine Pechsträhne. Eine ziemlich große Pechsträhne, die damit anfängt, dass er gekündigt wird. Und erst am Ende des Buches findet man heraus, ob der Herr Gagarin, denn nun auch einmal Göück hat  oder nicht. Meinung: Ein Stern Abzug weil so in der Mitte des Buches, irgendwie ein bisschen der Pepp fehlt. Es plätschert immer so sonor dahin und es passiert eigentlich nicht wirklich was und dann löst sich alles auf einmal innerhalb von ein paar Seiten auf. Ansonsten ist es eine wirklich nette Geschichte, die man zwischendurch sicher gut lesen kann. Fazit: 4 Sterne

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  • Juri und das verlorene Glück

    Das leise Glück des Herrn Gagarin
    Kuhni77

    Kuhni77

    16. April 2015 um 16:01

    Juri Gagarin lebt mit seiner Familie in Deutschland. Juri hat eine tolle Familie, die einen Zusammenhalt hat, den sich wohl jeder wünscht. Viele Schicksalsschläge müssen sie meistern und immer halten sie zusammen. Aber Juri fängt an nicht mehr für sein Glück zu kämpfen und er zieht sich immer mehr zurück. Seine gesundheitlichen Probleme machen ihm sehr zu schaffen, die Rückenschmerzen sind unerträglich und der Tinnitus kaum auszuhalten. Aber er redet nicht darüber, sondern versucht es zu ignorieren. Dann bekommt er auch noch die Kündigung, obwohl er immer hart gearbeitet hat. Juri wird immer stiller, versucht vieles mit sich alleine auszumachen. Und das ist wohl das Problem. Auch das Verhältnis zu seiner Frau wird schlechter, obwohl sie sich beide sehr lieben. Sie zieht kurzfristig sogar zu ihrer pflegebededürftigen Mutter und bekommt immer mal wieder Männerbesuch. Für was soll Juri noch kämpfen? – Gekündigt, die Frau hat wohl einen Liebhaber und ansonsten gibt es auch noch sehr viele Probleme in der Familie. Kurzerhand flüchtet er nach Moskau. Ob ihm diese Flucht das Glück zurückbringt?                                                                    Gerne hätte ich Juri manchmal genommen und geschüttelt und ihm gesagt „Schau doch einfach mal genau hin! Rede mit deiner Frau! Rede überhaupt mit jemanden über deine Sorgen und Ängste!“    Die Geschichte an sich fand ich sehr schön und ich bin am Anfang ja auch gut ins Buch gekommen, aber kurze Zeit später hatte ich mit dem Buch zu kämpfen. Es hat mich nicht so angezogen, wie ich es von Büchern kenne. Normalerweise mag ich sie nicht mehr aus der Hand legen, wenn ich einmal angefangen habe. Ich kann aber  nicht wirklich sagen, was es genau war oder was mich gestört hat. Hat mich denn überhaupt etwas gestört, oder war es im Moment einfach nicht mein Buch? Mit dem Ende hatte ich dann meine Probleme. Die positiven Entwicklungen gingen mir auf einmal viel zu schnell. Als würden sich auf einmal alle Probleme in Luft auflösen. Das ging mir dann doch  zu flott und zu reibungslos, wo vorher doch vieles so ausweglos erschien. Ich kenne die anderen Bücher der Glück-Reihe nicht, aber die spielen wohl alle mit diesem Überraschungsmoment. Dann ist es ja eigentlich nur richtig, dass es auf einmal keine Probleme mehr gibt und das Juri wieder sein Glück findet.                        2 Sterne für das Buch, das mich leider nicht wirklich erreicht hat und 1 Extrastern für eine wunderbare und sehr nette Autorin.

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  • Überraschender Abschluss.

    Das leise Glück des Herrn Gagarin
    lesemaus1976

    lesemaus1976

    14. April 2015 um 17:04

    Da dieses Buch zu einer Reihe gehoert, die ich durchgaengig mochte, las ich es gespannt. Eine solche Mischung ist mir bislang nicht untergekommen, daher runde ich von 4,5 auf 5 auf. Mir war der Schluss allerdings zu schnell. Liebevoll gezeichnete, teils gebrochene Charaktere, die ich sehr mochte.  

  • Wo ist Dein Glück, Gagarin?

    Das leise Glück des Herrn Gagarin
    mermeoth

    mermeoth

    Mich hat das leise Glück des Herrn Gagarin nicht wirklich erreicht, dabei sind die Hauptpersonen in diesem Roman von Johanna Wasser durchwegs sympathische Zeitgenossen. Hier erlebt man eine russisch-deutsche Familie, die zusammenhält, wie man es sich für sich selbst wünschen würde, wo anstehende Probleme noch beim Fixtermin Sonntagsessen besprochen und gemeinsam nach einer Lösung gesucht wird, wo einer für den anderen da ist, wo richtig gutes „Leserwohlgefühl“ verbreitet werden kann... wenn die Geschichte rund um den gebürtigen Russen Juri Gagarin es schafft zu berühren, was bei mir aber leider nicht der Fall war. Ich habe lange herumüberlegt, woran es gelegen haben könnte, denn die Vorzeichen standen eigentlich gut, anfangs schien es, als wäre es eine Geschichte für mich, aber dieses Gefühl ist nach und nach verloren gegangen. Ich denke, es liegt daran, dass mir die Hauptperson dieses Romans zu passiv ist. Egal, wie stark der Gegenwind auch bläst – und es gibt so einiges durchzustehen – Juri nimmt es hin, muckt nicht auf, lässt sich treiben, akzeptiert... habe ich anfangs noch mitgelitten, hat mich das dann doch recht schnell frustriert, ich möchte lieber von jemandem lesen, der gegen die Ungerechtigkeiten ankämpft, die ihm widerfahren, aber das ist eben nicht einer seiner Charakterzüge, Juri bleibt still. Erst, als auch noch seine langjährige Ehe am seidenen Faden hängt, wacht er auf und wird aktiv, aber bis dahin ist es ein weiter Weg, auf dem ich als Leser der Geschichte abhanden gekommen bin. Zudem hat mich auch das Ende nicht überzeugen können, gerade noch mitten drin im riesigen Problemberg, läuft plötzlich alles wie am Schnürchen, innerhalb von ein paar Seiten (wie mir schien), lösen sich sämtliche Widrigkeiten in Wohlgefallen auf und schwupps, ist die Welt wieder in Ordnung. Habe ich mir zuerst noch gewünscht, dass der gute Juri endlich in die Gänge kommt und für sich einsteht, war ich dann regelrecht überrumpelt davon, dass die auch noch so verfahrensten Situationen einen für alle Beteiligten zufriedenstellenden Abschluss gefunden haben, ohne dass dahingehend eine dementsprechende Entwicklung zu erkennen gewesen wäre. Ende gut, alles gut also. Nur nicht für mich. Das finde ich sehr schade, aber manchmal passt die Chemie zwischen zwei Menschen eben einfach nicht, und dies war bei Herrn Gagarin und mir wohl der Fall.

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    • 4
  • Eine Geschichte, die einen berühren kann

    Das leise Glück des Herrn Gagarin
    Lesestunde_mit_Marie

    Lesestunde_mit_Marie

    04. April 2015 um 09:55

    Juri Kurz, geb. Gagarin, ein russischer Immigrant, der vor 20 Jahren mit seiner Familie nach Deutschland übersiedelte, weil seine schöne Frau Emma, Deutsch-Russin, es gerne so wollte, wird im Laufe des Buches ganz schön vom Schicksal herausgefordert. Eine persönliche Katastrophe folgt der nächsten. Ob nun er selber oder eines seiner Familienmitglieder betroffen ist, er bleibt weiter still, bescheiden und fleißig sowie hilfsbereit. Manchmal möchte man Gagarin wachrütteln, manchmal für seine stoische Ruhe bewundern. Anrührend ist der Zusammenhalt in der Familie, obwohl Gagarin und seine Emma … - mehr will ich an dieser Stelle gar nicht verraten. Wir dürfen in diesem Buch still mitleiden und erleben einige unerwartete Wendungen. Von ein paar Unlogiken abgesehen, hat mich dieses Buch und das Schicksal der redlichen Familie sehr berührt. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Nette Unterhaltung, die manchmal nachdenklich macht.

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  • Glück auf leisen Sohlen

    Das leise Glück des Herrn Gagarin
    hasirasi2

    hasirasi2

    27. March 2015 um 20:19

    Juri ist vor 20 Jahren mit seiner Frau Emma nach Deutschland gezogen und hat ihren Nachnamen angenommen, um es leichter zu haben. Mit seinem Bart und den - hm – Figurproblemen sieht er aus wie ein Seelöwe. Aber die genaue Personenbeschreibung überlasse ich der Autorin: "Da saß er nun: goldene Panzerkette um den Hals, das gleiche Gold auf dem rechten Eckzahn, ein unpassend roter Bademantel. Ein neureicher Oligarch ohne Stil, könnte man denken.“ Neben seiner Frau Emma gehören auch deren 100jährige Mama Mathilde, die Söhne Paul und Viktor sowie dessen Frau Anna und deren 2 Töchter zur Familie. Paul hat zwar auch einen Sohn, aber dessen Mutter verbietet ihm den Kontakt. Eigentlich könnte alles so schön sein. Die Familie versteht sich gut, man trifft sich jeden Sonntag zum großen Familienessen und sie halten gegen alle Widrigkeiten des Lebens zusammen. Aber dann wird Juri plötzlich entlassen und hat in seinem Alter kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Also nimmt er einen minderwertigen Job an und damit in Kauf, dass es ihm physisch und psychisch immer schlechter geht. Seine bis dato liebevolle Beziehung zu Emma leidet und scheint zu zerbrechen, als er sich immer mehr von seiner Umwelt (und damit vor allem von seiner Frau) abkapselt. Juri muss erst ganz unten ankommen, bevor er überhaut bemerkt, was er alles aufs Spiel setzt. Der Einstieg in das Buch ist sehr gut gelungen und wunderbar flüssig. Ich bin sofort bei der typischen russlanddeutschen Familie zu Gast, welche mit den gängigen Vorurteilen spielt und fest zusammen hält. Man redet russisch und deutsch durcheinander und auch die Namen werden dementsprechend immer wieder angepasst. Die Personen sind wirklich liebevoll und anschaulich dargestellt. Die Beschreibungen und "eingedeutschten" russischen Bezeichnungen sind echt Klasse. Ich bin in der DDR geboren und aufgewachsen und hatte ab der 3. Klasse Russischunterricht. Unsere Russischlehrerin war immer ganz besonders stolz drauf, dass sie zwar schon 20 Jahre in der DDR lebte, aber kaum ein Wort deutsch sprach ... Insofern ist das Buch für mich auch ein bisschen wie eine zugegebener Maßen sehr schöne Kindheitserinnerung. Ich bin bewusst ohne große Erwartungen an das Buch heran gegangen, weil mich „Die sechste Farbe des Glücks“ damals echt aus den Socken gehauen hat. Johann Wasser weist extra darauf hin, dass dieses Buch hier völlig anders ist. Dies finde ich gut, denn so wie wir Menschen, hat auch jedes Buch seinen eigenen Charakter und man will ja nicht immer das Gleiche lesen sondern sich auch mal wieder überraschen lassen. Und das hat „Das leise Glück des Herrn Gagarin“ dann auch geschafft – auf leisen Sohlen hat es sich in mein Herz geschlichen: Es hat mich erheitert und träumen lassen und dann zwischendurch doch auf den Boden der Tatsachen und in die raue Realität zurück geholt.

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