Johannes Becker

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Autor von Der Odysseus-Komplex, Employability von IT-Freelancern und weiteren Büchern.

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Der Odysseus-Komplex

Der Odysseus-Komplex

 (1)
Erschienen am 20.02.2017
Employability von IT-Freelancern

Employability von IT-Freelancern

 (0)
Erschienen am 01.11.2013

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Rezension zu "Der Odysseus-Komplex" von Johannes Becker

Anstoß zur Diskussion
michael_lehmann-papevor 2 Jahren

Anstoß zur Diskussion

Wie bei der Hydra scheint es, stehen die Europäer erstarrt, vor allem uneins, vor den wirtschaftlichen Problemen der Eurozone. Die gemeinhin mit Griechenland in erster Linie verbunden werden, die aber nicht nur eins, sondern mehrere strukturelle Probleme darstellen.

Sparen oder Verschuldungsgrenzen lockern? Schuldenerlass oder eiserne Reformen) Ständiges Ausbalancieren eines labilen „Gebäudes“ oder grundlegende Reformen in Europa mit der Gefahr noch mehrerer „Austritte“ von Mitgliedsländern, sei es freiwillig, sei es erzwungen?

Ruhig und sachlich nähern sich die beiden prominenten Wirtschaftler des Ifo-Instituts nun aus anderer (aber nicht völlig überraschender oder absolut neuer) Richtung dem europäischen Problem an.

Unter „pragmatisch“ verstehen die Autoren vielmehr, das eben auch nicht „der Befreiungsschlag“ im Raum steht, sondern eine Abfolge einzelner Schritte notwendig wäre, bei denen bei jedem der Schritte die Tragfestigkeit dann zunächst geprüft und gesichert werden muss, bevor der nächste Schritt erfolgt.

Was im Übrigen durchaus auch dem gesunden Menschenverstand naheliegt, denn in den letzten Jahren haben sich die Haltungen der Mitglieder der Eurozone nicht wirklich einander angenähert, noch sind die virulenten Probleme der Verschuldungen der Mitgliedsländer wirklich gelöst oder wenigstens soweit abgesichert, dass nicht das nächste „Lüftchen“ alles wieder in chaotische Bewegung versetzen würde.

Ein Weg, auf dem wieder und wieder im Übrigen die eigenen Regeln gebeugt und gebrochen wurden (alleine schon, was das ständige Defizit mancher Staaten angeht). Hier Verbindlichkeit festzulegen und auch umzusetzen ist einer der wichtigen Schritte, die Becker und Fuest anmahnen. Wozu es andere Entscheidungs-, vor allem aber Kontrollgremien bedarf die eben nicht in ständigen Krisensitzungen der Finanzminister der Eurostaaten sich erschöpfen sollte.

Neben vielen „kleineren“ Themen greifen die Autoren (ganz im Sinne der deutschen Haltung, im Übrigen), auch die Haltung der europäischen Zentralbank kritisch auf. Das „Fluten mit Geld“ ist keine tragfähige Lösung auf Dauer, kommt da nicht an, wo es für den Aufbau neuer und besserer Wirtschaftsstrukturen wichtig wäre und gibt der Zentralbank eine Kernstellung im Krisengeschehen, für die diese nicht geschaffen oder gedacht worden ist.

So sachlich und überzeugend die einzelnen Maßnahmen im Buch begründet werden, so klar, wie Becker und Fues einen möglichen Weg aufzeigen, umgesetzt wird das wohl eher nicht in absehbarer Zeit. Was nicht an der Kompetenz der Vorschläge um Buch liegt, sondern daran, dass für auch diesen Weg heraus aus der Krise Entscheidungskompetenzen abgegeben werden müssten. Von Staaten an zentrale Einrichtungen, von der Zentralbank an ein Aufsichtsgremium etc.. Und Abgeben von Kompetenzen war noch nie eine Stärke der Mitglieder der Europäischen Union.

Doch das die aktuelle, ständige „Subventionierung der Staatsschulden“ überhaupt keine Lösung darstellen und auf Dauer noch nicht einmal die Symptome der Krise übertünchen können, das ist offenkundig. Insofern ist dies ein wichtiges Buch, in dem klare Richtungen von Vernunft gestützt aufgezeigt werden.

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