Johannes Bröckers

 4.2 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Schnauze, Alexa!.

Lebenslauf von Johannes Bröckers

Johannes Bröckers, Jahrgang 1960, studierte Germanistik und Europäische Ethnologie in Marburg und arbeitete als Journalist, Texter und Creative Director in der Werbung. 2000 gründete er pleasant_net, das Büro für strategische Beeinflussung. Er lebt und arbeitet als Marketingberater, Autor und Dozent in Frankfurt am Main.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Johannes Bröckers

Cover des Buches Schnauze, Alexa! (ISBN:9783864892516)

Schnauze, Alexa!

 (9)
Erschienen am 02.11.2018

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Rezension zu "Schnauze, Alexa!" von Johannes Bröckers

Sollte jeder Amazon-Kunde lesen
Inocvor einem Jahr

Am 2. November 2018 erschien das Taschenbuch „Schnauze, Alexa!“. Dieses Sachbuch hat Johannes Bröckers geschrieben. Es kostet 7,50 €, ist jedoch auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich. Im sehr kleinen Format hat dieses Büchlein nur 96 Seiten und ist beim Westend Verlag erschienen.
Der Titel besticht sofort und hat mich gleich angesprochen. Auch die signalhafte orangene Farbe sowie der wütende Smiley bewirken, dass der aufmerksame Leser, die aufmerksame Leserin einen Blick in dieses aufklärende Buch wirft.

Klappentext:
Fast alle kaufen bei Amazon – ist ja so bequem. Die Innenstädte veröden, die Straßen verstopfen und die Papiertonnen quellen über. Die Hersteller von qualitativen Waren werden ökonomisch ausgepresst, kopiert (Amazon produziert dann gleich günstiger selber) und die Konzentration auf allen Ebenen nimmt unaufhörlich zu. Und noch schlimmer: Alexa hört weltweit in allen Wohnstuben alles mit, auch die intimsten Informationen über uns kennt der weltweit größte Händler – und könnte heute schon entscheiden, was er uns morgen verkaufen will – noch fragt er uns vorher, aber bald kommt es von selber bei uns an. Amazon weiß ja auch, was wir gerne lesen und so rund um die Uhr auf unseren Amazon-Bildschirmen schauen, und wo wir dann das Buch aus Langeweile zuschlagen – da lässt man doch gleich leichter verdaubares schreiben und liefert dies an den inzwischen vollkommen unmündigen Konsumenten. Da hilft nur zu sagen „Schnauze, Alexa“!

Meine Meinung:
„Schnauze, Alexa!“ ist ein kleines Taschenbuch in E-Book-Reader-Format, das man in Spielfilmlänge lesen kann und viele interessante Informationen rund um das Großunternehmen Amazon bereithält.

In gut verständlicher Sprache und kurzen informativen Kapiteln klärt der Autor Johannes Bröckers auf und rechnet mit Amazon ab. Dabei spricht er nicht nur die neueste Innovation Amazons die sprechende und hörende Alexa an, sondern hat auch Interessantes über Jeff Bezos, dem Gründer Amazons, über die Logistikzentren, Amazon Echo und Prime, Amazon Marketplace, Amazon Web Services und weiteres zu erzählen. Dabei zeigt er ein ziemlich erschütterndes Zukunftsszenario für unsere digitale Zukunft auf. Diese muss so natürlich nicht eintreten. Dennoch kann niemand vorhersehen, wie sich unser Kauf- und Medienverhalten auf unser Leben auswirken wird. Es lohnt sich darüber nachzudenken und so glaube ich, dass jeder Deutsche mit einem Amazon-Konto dieses Büchlein lesen sollte. Auch wenn er weiterhin auf Amazon klickt, so ist dies zumindest eine bewusste Entscheidung.
Ich würde mir natürlich ähnlich wie der Autor wünschen, eher heute als morgen mein Konto zu löschen. Oder bin ich wie so viele Kunden zu bequem mein Kaufverhalten zu überdenken, mich von meiner Couch zu erheben und in die Stadt zu begeben?
Heute muss jeder mündige Bürger entscheiden, wie wir morgen leben wollen. Soll ich die in Plastik eingewickelte Gurke im Supermarkt kaufen und klicke bei Amazon auf den Kaufbutton, weil ich unbedingt das neueste Buch am Erscheinungstag erhalten muss?
Gerade hier liegt auch mein großer Kritikpunkt an diesem wirklich gutem Sachbuch. Wieso in Gottes Namen kann ich dieses Buch bei Amazon kaufen??? Wie widersinnig ist das und wie unglaubwürdig macht sich Johannes Bröckers damit?
Ja, er hat zugegeben, dass er selber ein Amazon-Konto hat, doch muss er gleich sein kleines „Kauf nicht bei Amazon“-Büchlein hier vermarkten? Das kann ich nicht verstehen!!!
Auch hätte ich mir ein paar wissenschaftliche Belege gewünscht. Johannes Bröckers liefert viele Fakten und Zahlen und gibt auch am Ende Literatur und Links an, jedoch hätte ich gerne gewusst, welche Information, welche Zahl zu welcher Quelle gehört. Nun muss ich darauf vertrauen, dass Johannes Bröckers gut recherchiert hat, seine Angaben alle stimmen oder ich durchforsche in Eigenregie seine Quellen.

Fazit: „Schnauze, Alexa!“ ist ein gut aufgearbeitetes Sachbuch über den Giganten Amazon, nach dessen Lektüre keiner mehr sagen kann, das habe ich nicht gewusst. Ich vergebe abzüglich meiner Vermarktungs- und Zitierkritik **** Sterne für Johannes Bröckers Buch.

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W

Rezension zu "Schnauze, Alexa!" von Johannes Bröckers

… nach bestem Wissen die reine Wahrheit…
wschvor einem Jahr


So gemäss §64 der Strafprozessordnung, der §§ 392 und 481 der Zivilprozessordnung der bedeutsame Teil der Worte, die der Vorsitzende Richter an einen zu vereidigenden Zeugen in einem Prozess richtet.
In diesem prinzipiell schnell zu lesenden, 83 Seiten umfassenden, inhaltlich aber sehr schwergewichtigen Büchlein bringt der Autor nichts anderes als die Wahrheit zum Ausdruck. 
Als da sind den von Jeff Bezos und seinem weltweit agierenden Unternehmen zielgerichtet und sehr ‚subtil‘ vorangetriebene Konsum’terror‘. Mit all seinen negativen Auswirkungen. Für Produzenten, für Konsumenten, für die Umwelt. Er gibt auf den paar Seiten jedem des Nachdenkens mächtigen Leser mehr als genug Gedankenanstösse, sich mit den eigenen Einkäufen bei Amazon, zu seiner Amazon Prime-Mitgliedschaft, den mit dem elektronischen (‚Stasi-‘) Spitzels namens Alexa verbundenen Risiken auseinander zu setzen. Sich Gedanken über die noch weiter gehenden Risiken der bevorstehenden Alexa-to-Go-Geräten zu machen. Beispiels können in Musikstücken Befehle integriert werden, die der Mensch nicht hören kann, Alexa oder auch andere ‚SmartSpeaker‘ wie Google Home sehr gut verstehen. Zusammengefasst, sich gründlich zu überlegen, ob das Home unbedingt ein SmartHome sein muss… 
Wieso erleiden Produzenten negative Auswirkungen? 
Ganz einfach, wenn der Online-Händler feststellt, dass ein Produkt der absolute Umsatzbringer ist, wird dieses Produkt in eigener Regie hergestellt, natürlich irgendwo auf der Welt möglichst kostengünstig und unter eigenem Label vermarktet. Die ‚eigenständigen‘ Produzenten werden hinsichtlich ihrer Preisgestaltung geknebelt.
Wieso negative Auswirkung für Konsumenten? 
Weil sie sehr subtil dazu verleitet werden, mehr und noch mehr bei Amazon zu bestellen. Mit den unaufgefordert auftauchenden Hinweisen nach dem Motto: „… das könnte sie interessieren“, „… andere Kunden kauften auch…, … andere Kunden haben sich Folgendes angeschaut…“ und so weiter. Diese Methode beschreibt der Autor mit einem sehr schönen Beispiel gleich zu Beginn des Büchleins.
Wieso negativ für die Umwelt? 
Päckchen für Päckchen, Paket für Paket wird per Post-, hermes-, DHL-, UPS- oder sonstigem Lieferwagen vor die Haustüre gekarrt. Bei Nichtgefallen geht alles wieder per Lieferwagen retour. Die damit verbundene Luftverschmutzung wird der Bequemlichkeit wegen ausser Acht gelassen.
Nicht alles, was mit dem extrem erfolgreichen Amazon-Konzept verbunden ist, kann der Autor endgültig auf- und erklären. Zum Beispiel entziehen sich die nicht minder geschickt konstruierten Steuervermeidungsstrategien der Öffentlichkeit nahezu vollständig. Dass die Steuerzahlungen von Amazon im Vergleich zu den erzielten Umsätzen und Gewinnen minimal sind, ist bekannt. Dass die die Bezahlung der Logistik-Mitarbeiter schlecht ist, ist bekannt. Von deren Arbeitsbedingungen (Videoüberwachung, kein Betriebsrat etc.) mal ganz zu schweigen. 
Was tut der Gesetzgeber, also Politik und Regierung gegen diesen massiven Betrug der Gesellschaft? Ebenso viel wie gegen den eklatanten Betrug von VW, Audi, Mercedes, BMW, Opel und all den anderen im Dieselskandal? Nämlich nichts!
Trotz dieser Kenntnisse wird beim grössten Online-Händler munter weiter bestellt. Dessen Umsatz und Gewinn weiter gesteigert. Die Umwelt weiter und immer weiter belastet. Der kleine Buchhändler, der schön brav, zähneknirschend aber doch, seine Steuern bezahlt hat, muss sein Geschäft schliessen. Klamotten-Geschäfte verschwinden, die kleinen selbständigen Radio- und Fernsehhändler sind eh schon lange weg. Usw., usw.
Wie zitiert Johannes Bröckers auf Seite 63 den Song von ABBA so treffend? „The winner takes it all“. Sobald er alles hat, kann er die Spielregeln endgültig nach Lust und Laune bestimmen. 
Also „Schnauze, Alexa!“


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K

Rezension zu "Schnauze, Alexa!" von Johannes Bröckers

Inhaltsvolles, kleines Sachbuch.
kvelvor einem Jahr

Inhalt und meine Meinung:

„Die Zukunft, auf die wir uns einlassen, ist die Gegenwart, in der wir leben werden.“ (S. 7)


Ja, klar, viele angesprochene Themen sind bereits allgemeinhin bekannt:
- dass die Arbeitsbedingungen bei Amazon nicht besonders gut sind
- dass Amazon Daten für Werbezwecke sammelt und sammelt und sammelt
- dass Alexa Gespräche aufnimmt und diese ungefragt in die Cloud weiterleitet


Aber ich finde es dennoch gut, mir beim Lesen die Fakten wieder ins Bewusstsein zu rufen und das eigene Handeln mal wieder zu hinterfragen.


Denn klar ist auch, dass Amazon sich zum Monopolisten entwickelt.


Besonders interessant fand ich, dass Amazon Server-Kapazitäten an die CIA verkauft.
Und dass Server-Sektionen nicht unüberwindbar sind, ist ja auch inzwischen bekannt.


Das Sachbuch ist sehr verständlich geschrieben und erfüllte meine Erwartungen.

Das Preis-Leistungsverhältnis passt hier für dieses „Büchlein“.


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