Johannes Dillinger bietet in diesem kleinen Buch eine Einführung zu den Hexenverfolgungen im Hochmittelalter und der Frühen Neuzeit. Zum Einstieg in dieses schwierige Thema ist das klar strukturierte und gut lesbare Buch gut geeignet. Ein umfangreiches Literatur- und Quellenverzeichnis lädt zur Vertiefung ein.
Johannes Dillinger
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Johannes Dillinger
Hexen und Magie
Terrorismus
Kinder im Hexenprozess
Neue Rezensionen zu Johannes Dillinger
Der in Oxford und Mainz lehrende Autor des vorliegenden Buches, der Historiker Johannes Dillinger, gilt als einer besten Kenner der Hexenprozesse. Was landläufig wenig bekannt ist, ist die Tatsache, dass in zahlreichen dieser Prozesse Kinder eine tragende Rolle spielten. Entweder wurden sie selbst der Hexerei bezichtigt, angeklagt und hingerichtet, oder sie traten als Zeugen und Denunzianten auf und brachten somit Erwachsenen in den Verdacht, sich der Hexerei hinzugeben.
Zahlreiche Geschichten und Fälle hat Dillinger sehr gut lesbar in seinem aufschlussreichen Buch dokumentiert, und er ordnet sie ein in einen historischen Kontext, in dem er Kinder stehen sieht an der Schnittstelle zwischen Erziehung und Magie. Sie zeigen die Veränderungen im Verhältnis zwischen Kindern, Eltern und Schule und lassen für den Leser eine Welt wieder auferstehen, in der die Existenz des Teufels und von Geistern und vor allen Dingen die Wirksamkeit von Zauberei etwas ganz Normales war.
„Erwachsene machten Kinder zu Kinderhexen. Das gelang besonders leicht, weil die Frühe Neuzeit die Kulturbereiche von Kindern und Erwachsenen weniger scharf trennte als die Moderne. Die konkreten Zugriffsmöglichkeiten Erwachsener auf Kinder wurden dadurch gesteigert, dass viele der verdächtigten Kinder aus problematischen sozialen und familiären Verhältnissen stammten. Viele von ihnen waren arm.“
Dillinger zeigt auch Parallelen auf zu Kinderheiligen, wo ein ähnlicher Prozess in umgekehrter Richtung verlief.
Ein sehr informatives Buch.
Eine gelungene Einführung in das Thema, vorallen Journalisten ans Herz gelegt, die sich ohne Vorwissen auf dieses Gebiet wagen und daher oft Unsinn verbreiten, der von Dillinger hier entlarvt wird. Für den mit der Materie vertrauten eine nette kleine Auffrischung, wegen der geluungenen Gliederung mit Gewinn zu lesen. Natürlich kann in der Kürze nicht jeder Aspekt ausführlich erörtert werden- mir fehlten z.B.etwas ausführlichere Angaben über die Brigate rosso einerseits wegen der doch gravierenden Auswirkungen des Mordes an Aldo Moro undvöllig die Südtiroler mit ihrem Freiheitskampf in den sechzigern andererseits. In fünf Kapiteln "Einleitung""Grundlagen des Terrorismus""Motive des Terrorismus""Terrorgruppen und Terroristen"und "Reaktionen auf den Terrorismus" untersucht Dillinger die verschiedenen Aspekte des heutigen Terrorismus, aber auch die Geschichte und den daraus resultierenden Einfluß. Durch die Untergliederung und am Seiternrand angebrachter Untergliederungspunkte lassen sich einzelne Punkte schnell wiederfinden, wenn man etwas nachllesen will.
Ein sehr gelungenes Büchlein als Einführung sehr empfehlenswert.
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