Johannes Ehrmann Großer Bruder Zorn

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Inhaltsangabe zu „Großer Bruder Zorn“ von Johannes Ehrmann

Box-Promoter Aris braucht den Befreiungsschlag gegen die drohende Insolvenz und organisiert einen letzten großen Kampfabend. Jessi vom Netto will ein besseres Leben für ihre kleine Tochter und muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Und Serdar aus dem Späti denkt an nichts anderes als an einen Knockout am Freitag.

Eine Woche im Weddinger Kiez, jeder hat seine eigenen Pläne und eine andere Herkunft, aber alle haben dieselbe Heimat. Die Wege der Protagonisten irrlichtern jeden Tag schneller umeinander, bis sie bei der großen Fight Night schließlich aufeinanderprallen.

Ein Plot, der in die Sitze presst, Typen wie das echte Leben, ein unverwechselbarer Sound.

Ein ungewöhnliches Debüt, ein Buch, das irritiert, schmunzeln lässt aber schlussendlich auch zum Nachdenken anregt.

— Fascination

Ein Buch mit ganz viel Flair und Charakteren aus dem echten Leben herausgegriffen. Trifft den Berliner Zeitgeist!

— FelisBuecherregal

Trifft den Zeitgeist, eine Achterbahnfahrt der Gefühle und schicksalhafter Lebenswege

— romi89

Verbeesserungswürdig

— karin66

Super Einblick in den Berliner Kiez

— MissSweety86

Was für ein großartiges, realitätsnahes und spannendes Buch!

— Bücherwurm

Eine realitätsnahe Geschichte. Ein außergewöhnliches Milieu. Skurrile Gestalten, die ihren Alltag meistern müssen.

— AgnesM

Verlorene Exitenzen in einem wahren Leben. Ein Viertel, fünf Existenzen und einzig das Überleben zählt!

— kassandra1010

Ein ungewöhnlicher Berlin-Roman - fernab von Szene-Vierteln, Start Ups und Hipstern. Definitiv lesenswert!

— Forti

Atmosphärisch dicht und richtig echt.

— Fornika

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    Großer Bruder Zorn

    Fascination

    09. October 2016 um 20:04

    Johannes Ehrmann, dem ein oder anderen Leser womöglich durch seine Beiträge für den Tagesspiegel bekannt, legt mit „Großer Bruder Zorn“ seinen ersten Roman vor. Schauplatz ist der Berliner Wedding, Brennpunkt von Kulturen und sozialen Schichten, den der Autor aus eigener Erfahrung so gut wie seine Westentasche kennt. Genauer gesagt fokussiert sich die Handlung auf den fiktiven, aber dennoch echten Orten angelehnten, Bellermannplatz.  Hier beobachten wir Aristoteles Andreadakis, Box-Promoter kurz vor der Privatinsolvenz, Sedar Schröder, gute Seele vom Spätkauf, Jessi, Angestellte im roten Netto, Heinz Hönow, Opfer eines Überfalls in seinem Schmuckgeschäft sowie last but not least den Flaschenfascho, auf seiner täglichen Tour durch seinen persönlichen Wahnsinn. Die Einblicke in verschiedene Leben sind zusammengefasst ähnlich einer Daily Soap, man schaut den Protagonisten bei allen möglichen Szenarien über die Schulter. Für die Figuren mag das alles gar nicht so witzig sein, für den Leser bedeutet es hingegen amüsanten Lesespaß! Der Einstieg in die Story geschieht in medias res. Johannes Ehrmann nimmt kein Blatt vor den Mund. Gerade die ungeschönte Ausdrucksweise wirkt schließlich lebensnah. Man findet schnell in die parallel laufenden Handlungsstränge hinein. Ob die Figuren nun stellvertretend alle Anwohner der Umgebung ausmachen, sei dahingestellt. Hier winkt schon in der Vorstellungsrunde das eine oder andere Klischee. Aber ehrlich gesagt, es stört nicht. Schon eingangs finden sich Hinweise, dass sich die Schicksale der Charaktere später in der Erzählung kreuzen und machen neugierig auf das große Ganze. Der Schreibstil ist natürlich kein Einheitsbrei, gerade das macht allerdings einen gewissen Reiz aus. Die Dialoge fügen sich nahtlos ein, sind trotz fehlender Anführungszeichen dennoch als solches erkennbar. Die relativ kurzen Kapitel, 86 an der Zahl, und Perspektivenwechsel springen im hohen Tempo durchs Geschehen, machen es dadurch aber auch irgendwie spannend. Langsam aber sicher gewinnen die Charaktere im weiteren Verlauf an Substanz und ihre Beziehungen werden deutlich. Selbst der Flaschenfascho bringt seine Vergangenheit ein und Verhalten und Denkweisen bekommen ihren Sinn. Der Leser kann hier und da spekulieren, sich Dinge zusammenreimen und erkennt Missverständnisse - das ist ein großer Pluspunkt des Buches! Man hat in der Tat das Gefühl, als kenne man diese Menschen, wenn auch nur vom Sehen oder Beobachten im Alltag. Es sind schon eine Menge Schicksale, die da Knall auf Fall aufeinandertreffen. Ein bisschen Normalität täte der Geschichte hier und da ganz gut. Aber vielleicht wird das Geschehen dadurch auch umso interessanter und vor allem unterhaltsamer. Die Story lebt gerade von diesen überspitzten Darstellungen. Nebenbei erwähnt seien aber auch recht feinfühlige Passagen. Ob im Buch nun Wedding dran steht oder nicht, es könnte genauso gut ein anderer Knotenpunkt diverser Kulturen und Bevölkerungsschichten sein. Das Ende ist in sehr vielen Belangen offen und bis dato dem Leser überlassen. Ein ungewöhnliches Debüt, ein Buch, das irritiert, schmunzeln lässt aber schlussendlich auch zum Nachdenken anregt.

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  • Berliner Flair und echte Charaktere

    Großer Bruder Zorn

    FelisBuecherregal

    03. October 2016 um 12:24

    ⇢Zum Inhalt⇠Wir sind in Berlin. Berlin-Wedding um genau zu sein und das Leben geht seinen Gang rund um den Bellermann-Platz. Das Buch beginnt damit, dass wir unsere vier Protagonisten kennenlernen. Völlig ungeschönt in ganz alltäglichen Situationen.Als erstes Aris, den ehemals erfolgreichen Box-Promoter – jetzt kurz vor der Insolvenz stehend. Eine letzte große Fight-Night soll ihn vor dem Untergang retten, aber zuallererst muss er sich nach der letzten Nacht von einem höllischen Kater erholen und das, wo er doch eigentlich trocken war.Aris ist die gescheiterte Existenz in seiner Familie, der Bruder ein gutverdienender Immobilienmakler. Umso schlimmer lastet jetzt der Druck auf ihm, dass es diesmal klappen muss. Er braucht die Einnahmen aus der Fight-Night dringen.Als nächstes Serdar. Er arbeitet im Spätkauf seines Stiefvaters, träumt aber von der ganz großen Box-Karriere. Die Fight-Night soll es richten. Hier möchte er endlich entdeckt werden, endlich vernünftig Geld verdienen. Wäre seine Freundin Ella nur nicht am Morgen in den Laden gestolpert mit den Worten: „Ich bin schwanger“.Jessi ist alleinerziehende Mutter und sitzt beim Netto am Bellermann-Platz an der Kasse. Mit dem Wenigen, was sie hat, versucht sie das Leben ihrer Tochter Line so gut wie möglich zu machen. Aber ein Schatten aus ihrer Vergangenheit – besser gesagt: ein Mann – lässt ihr keine ruhige Sekunde. Nur einer scheint es ihr angetan zu haben und das ist ausgerechnet Aris.Als letztes ist da noch der Flaschenfascho, ein Pfandsammler mit bewegtem Leben. Er erzählt das Geschehen am Bellermannplatz aus seiner ganz eigenen Perspektive.In „Großer Bruder Zorn“ begleitet der Leser diese vier Leben eine Woche lang. Immer mit der großen Fight-Night vor Augen. Hier sollen alle Geschichten irgendwie zusammenlaufen. Hier wartet das große Finale.⇢Meine Meinung⇠Dieses Buch ist Berlin. Sowohl die Protagonisten als auch die Sprache. All das könnte eins zu eins so passiert sein. Johannes Ehrmanns Roman hat einen ganz eigenen Stil. Sein ganz eigenes Klima. Wer schon einmal in Berlin war, wird sich bei der Beschreibung des Ballermann-Platzes sofort dorthin zurückversetzt fühlen. Hier wird das raue, das echte Leben beschrieben und genau so ist auch der ‚Ton‘ im Buch. Statt auf grammatikalisch richtige Satzstellungen oder Anführungszeichen wurde hier Wert auf die „Berliner Schnauze“ gelegt. Jeder spricht hier so, wie es ihm gerade in den Sinn kommt. Zugegeben, das – zusammen mit der teilweise recht stürmischen Szenenwechseln – war am Anfang eine echte Herausforderung für mich. Mir liegen Romane mit akribisch ausgearbeiteten Dialogen anscheinend einfach mehr. Aber umso mehr man in der Geschichte und ihren Persönlichkeiten versinkt, umso besser passt diese Sprache. Umso unpassender wäre alles andere.In Ehemanns Roman darf man keine Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung erwarten. Die Protagonisten tragen nicht gerade kleine Päckchen mit sich herum und auch die ein oder andere Randfigur ist problematisch. Ehrmann konfrontiert mit dem echten Leben und zum Teil ist dies auch leicht überzogen.Gerade Jessi ist mir im Laufe der Geschichte besonders ans Herz gewachsen und das ein oder andere Mal hätte ich mir gewünscht, dass alles irgendwie besser für sie läuft. Aber so ist es nunmal nicht.Trotzdem war es bewundernswert mit anzusehen, wie sich die Protagonisten im Laufe der sechs Tage verändert haben. Wie sich ihre Leben und ihre Einstellungen unter dem schweren Druck, den sie alle irgendwo haben, wandeln.Am Ende lässt und Ehrmann mit unseren eigenen Gedanken und Vorstellungen zurück und das Leben in Wedding geht weiter seinen gewohnten Gang. Alles hat sich verändert, aber irgendwie auch nichts.⇢Mein Fazit⇠„Großer Bruder Zorn“ lässt und mitten in die dunkelsten Ecken Berlins hineinfallen. Es nimmt uns mit in die Leben von Menschen, die so ehrlich sind, wie ihre Geschichten. Ehrmann gelingt es die ganz besondere Atmosphäre dieses Ortes einzufangen. Für mich waren es zum Teil jedoch zu abrupte Szenenwechseln. Am Anfang brauchte es lange, in die Geschichte reinzukommen. Immer wieder wurden kurz Protagonisten vorgestellt, nur um dann gleich zum nächsten Protagonisten und der nächsten persönlichen Geschichte zu springen. Dennoch schafft er es am Ende alle einzelnen Geschichten zu einer Runden Story zu vereinen und schafft ein interessantes Ende, mit viel Raum zum eigenen Interpretieren.Alles in Allem ein gelungener Roman. Den rauen Ton muss man allerdings mögen.

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  • „Großer Bruder Zorn“ : Große Charaktere und viel Drama

    Großer Bruder Zorn

    romi89

    30. September 2016 um 12:45

    Johannes  Ehrmann hat mit diesem Werk, dass 2016 im Eichhorn- Verlag erschienen ist,  den Zahn der Zeit getroffen – leider, muss man sagen. Die Geschichte wirkt wie direkt aus dem Großstadtleben gegriffen. Schicksale verschiedener Menschen treffen in – zugegeben – ziemlich dramatisch verdichteter Form aufeinander. Dennoch, glaube ich steckt viel Wahrheit in den Gedanken der Charaktere und deren hintergründigen Intensionen ihrer Alltagsbewältigung. Sei es Jessi, die als allein erziehende Mutter nicht nur mit ihrer Vergangenheit, sondern auch mit dem Spagat zwischen Mutter- und Verkäuferin-Sein zu kämpfen hat, Aris, ein ehemals erfolgreicher Boxer, der getreu seinem Motto niemals aufgibt, egal wie aussichtslos die Lage scheint oder Serdar, ein junger Mann, der gefangen zwischen Elternhaus und Verantwortungsübernahme alles auf eine Karte setzt… - allen gemeinsam ist ein unbeugsamer Wille die Hürden des Lebens irgendwie zu meistern und es dabei nicht all zu sehr aufs Spiel zu setzen. Wie es letztendlich ausgeht bleibt auch am Ende für viele Charaktere offen – eben wie in der Realität: Das Leben geht weiter! Wie, kann man sich vorstellen bzw. für Jessi und Aris insbesondere, nur hoffen… Einzig die Figur des so genannten Flaschenfascho blieb mir bis zuletzt unsympathisch und ist für mich überflüssig in diesem Roman. Er scheint ein verwirrter alter Kriegsveteran zu sein, der an der „guten alten Zeit“ hängt, die ihn jedoch offenbar sehr geschädigt hat. Ich kann nicht genau sagen warum, aber ich habe keinen Zugang zu diesem Charakter gefunden. Sprachlich lebt das Buch von zum Teil fragmenthaften Sätzen, die für einige Leser sicher gewöhnungsbedürftig sind, jedoch die Zerissenheit und die einströmenden Gedanken der Charaktere nicht besser ausdrücken könnten. Dennoch bleibt alles gut nachvollziehbar, die Verständlichkeit leidet unter diesem Stil nicht – im Gegenteil man gewöhnt sich sehr schnell daran. Ich finde dadurch nimmt die Geschichte auch an vielen Stellen richtig Fahrt und Geschwindigkeit auf, obwohl kaum etwas wirklich passiert in der Handlung. Besonders lebendig wird die Geschichte erst durch das Eindringen des Lesers in die ganz persönlichen Empfindungen der verschiedenen Protagonisten und deren Sicht auf die Dinge. Insgesamt bildet der Roman sehr lebhaft, aber dennoch mit viel Einblick in die Innenwelt der Protagonisten, das Leben der Unterschicht ab. Egal wie sehr man selbst vom Thema betroffen ist, meines Erachtens lohnt sich das Lesen dieses Werks auf jeden Fall und bietet interessante Einblicke und viele „Aha“- und „Oha“-Effekte.

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  • Mikrokosmos Berlin

    Großer Bruder Zorn

    MichaelMerhi

    29. September 2016 um 11:17

    Großer Bruder Zorn ist eine wunderbare Geschichte die sich in einen Berliner Kiez abspielt. Fantastische Personen tummeln sich da auf den Straßen rum. Der Flaschenfacho, ein Boxer, ein Promoter, Gangster und natürlich hübsche junge Frauen.Die Story ist gut gelungen und ich wünsche dem Autor, das irgendwann einmal, seine Geschichte von Guy Richie verfilmt wird. So viel schwarzer Humor und vor allem autentischer Witz, habe ich von einen deutschen Autor schon lange nicht gelesen!ABSOLUTE LESE EMPFEHLUNG!!!Meine volle Rezension findet ihr wie immer auf meinen Youtube Kanal!https://www.youtube.com/watch?v=5iqoJ_jcdZU&list=PL6IIN23LMGw0CWHEcE01gzuHBBZ8sJm8i&index=1

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  • Großer Bruder Zorn

    Großer Bruder Zorn

    Pixibuch

    28. September 2016 um 18:27

    Eine Millieustudio in einem der ärmlicheren Viertels Berlin. Der Autor Johannes Ehrmann versteht es fabelhaft, den Leser für eine Woche lang durch Berlin Weddinn zu führen, uns Leuten näherzubringen, die am Rande der Gesellschaft ihr Leben fristen und doch noch einem Traum nachjagen, dem Traum, dass es eines Tages doch noch besser werden kann. Wir lernen hierbei Aris kennen, er ist total verschuldet, ohne Arbeit. Doch er möchte es am Wochenende nochmals versuchen, als Promotor will er einen großen Boxkampf aufziehen,nochmals die große Kohle machen und dann die Schulden loswerden. Serdan jobbt in der Kneipe seines Stiefvaters. Er möchte für Aris antreten, er möchte der Star werden. Zuhause wartet nur seine schwangere Freundin auf ihn. Jessi sitzt an der Kasse beim Netto, alleinerziehende Mutter, der Freund war brutal, hatte sie bedroht, sitzt nun ein. Sie hat sich in Aris verguckt, sie möchte einmal glückjlich sein, eine Familie sein. Flaschenfascho sammelt Leergut, zieht mit seinem Wägelchen durch den Park, kauft sich vom Pfand wieder Alkohol, der ewige Kreislauf. Er träumt noch immer von seiner Zeit in der DDR, wo er beim Grenzschutz war. Und der Juwelier Hönow, der von den Rockern ausgeraubt wird und nun im Untergrund sitzt und auf Rache schwört. All diese Figuren mit allen Ängsten und Nöten begleiten wir eine Woche durch ihr Leben.Der Autor versteht es, uns die Sprache und das Leben dieser Leute so nahe zu bringen, dass man schon selbst glaubt, mit am Bellermannplatz zu sein. Selten habe ich durch ein Buch so tief in die Seele der Menschen blicken können, all ihre Sorgen und Nöte kennengelernt. Das Ende des Buches ist keinSieg, nein, denn bekanntlich kommt ,man aus diesem Millieu fast nicht mehr heraus. Gut geschrieben, gut erklärt. Mir waren die 395 Seiten des Buches viel zu kurz, denn sehr gerne hätte ich noch weitergelesen. Ein Buch, das ich nur weiterempfehlen kann. Besonders auch als Geschenk geeignet. Denn erst wenn man das Buch aus gelesen hat, merkt man, wie gut es uns allen geht.

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  • Empfehlenswerte Kiezgeschichte

    Großer Bruder Zorn

    Andrea-Leseratte

    27. September 2016 um 19:38

    "Grosser Bruder Zorn" ist der Debütroman des Journalisten und Autors Johannes Ehrmann.Zum Inhalt:Sieben Tage Bellermannplatz im  Wedding (Berlin) und drei Hauptprotagonisten deren Geschichte sich immer mehr und mehr verknüpft, bis es schließlich zum großen Showdown, der "Fight Night", kommt. Die drei Hauptpersonen sind Aris, ein Boxpromotor kurz vor dem finanziellen Kollaps; Jessi, eine alleinerziehende Verkäuferin auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit und der Suche nach neuem Glück und einer besseren Zukunft für ihre Tochter und Serdar, ein Amateurboxer, der von einer großen Profikarriere träumt und dafür viel riskiert. Daneben gibt es noch weitere Nebenprotagonisten, die den Roman ergänzen und bereichern. Meine Meinung:Der Schreibstil ist erfrischend anders, teilweise umgangssprachlich und fragmentiert. Alltagssprache eben. Dies macht die Geschichte so plastisch und real. Die Charaktere konnte ich mir dadurch richtig gut vorstellen; als ob ich sie wirklich kennen würde, die Jessi von Kasse 3 oder Serdar aus dem Späti. Ich konnte mir gut vorstellen, wie die Menschen dort leben und bekam einen guten Einblick in die Gefühlswelt der Protagonisten, die ja irgendwie stellvertretend für den ganzen Kiez stehen: das Verlangen aus dem Gegebenen  auszubrechen, der Drang danach, ein besseres Leben führen zu können und es doch irgendwie nicht zu schaffen und vielleicht auch gar nicht zu wollen. Weil man zum Kiez gehört, der Kiez zu einem selbst. Serdars Freund Ivo beschreibt die Situation der Protagonisten in den nachfolgenden Sätzen sehr schön: "... wir werden hier alle alt. Wir kommen hier nicht weg. Wollen wir auch nicht. Wir gehören hierher." Der Schreibstil passt, ebenso wie das  Cover mit dem Blick auf Beton, perfekt zum Inhalt des Buches. Trotz fehlender Anführungszeichen bei wörtlicher Rede der Protagonisten liest sich das Buch sehr flüssig. Für mich war das Lesen des Romans eine Bereicherung. Ich hoffe, dass es vielleicht  ja auch noch eine Fortsetzung - mit Aris, Jessi und Serdar und all den anderen im Wedding, die ich im Verlauf der Geschichte kennenlernen durfte - geben wird. Fazit:Ich fand das Buch sehr lesenswert, daher eine klare Leseempfehlung von mir. Viel Spaß beim Lesen!

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  • Großer Bruder Zorn

    Großer Bruder Zorn

    karin66

    27. September 2016 um 12:48

    Das Cover und der Titel des Buches haben mich interessiert. Auch das Thema, das im Buch behandelt wurde, hat sich für mich spannend angehört. Schon nach einiger Zeit habe ich jedoch festgestellt, dass sich das Lesen als durchaus anstrengend, herausgestellt hat. Der Schreibstil ist wirklich sehr gewöhnungsbedürftig, vielleicht fällt es einem Berliner einfacher, sich damit zu Recht zu finden, ich hatte jedoch meine Schwierigkeiten damit.   Auch  erleichtern die schnell wechselnden Erzählperspektiven einem nicht gerade das Rein finden ins Buch. Die verschiedenen Personen finde ich sehr gut gewählt, Da gibt es Aris, die Kassiererin Jessie, Serdar und der Flaschenfascho, der mich immer wieder mal zum Schmunzel brachte. Mir fehlte jedoch im Ganzen Buch ein wenig die Handlung. Es läuft zwar alles auf den „ einen großen Kampf“ am Ende hinaus, aber dazwischen kommt leider viel zu wenig Spannung und Fluss in die Handlung. Die Idee der Handlung an sich mit den ganzen verschiedenen Gestalten und den Geschehnissen finde ich ganz gut, aber leider für mich nicht zu gut umgesetzt und verbesserungswürdig. Wahrscheinlich lag es hauptsächlich am Schreibstil, dass mich das Buch irgendwie überhaupt nicht erreichen und begeistern konnte.

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  • Großer Bruder Zorn

    Großer Bruder Zorn

    MissSweety86

    26. September 2016 um 10:54

    Inhalt :Box-Promoter Aris braucht den Befreiungsschlag gegen die drohende Insolvenz und organisiert einen letzten großen Kampfabend. Jessi vom Netto will ein besseres Leben für ihre kleine Tochter und muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Und Serdar aus dem Späti denkt an nichts anderes als an einen Knockout am Freitag.Eine Woche im Weddinger Kiez, jeder hat seine eigenen Pläne und eine andere Herkunft, aber alle haben dieselbe Heimat. Die Wege der Protagonisten irrlichtern jeden Tag schneller umeinander, bis sie bei der großen Fight Night schließlich aufeinander prallen . Ein Plot, der in die Sitze presst, Typen wie das echte Leben, ein unverwechselbarer Sound.Meinung :Ich hatte am Anfang bedenken wegen dem Schreibstil aber bin doch sehr gut in das Buch rein gekommen.Man fühlt sich sofort irgendwie heimisch in Wedding und fiebert mit den Protagonisten mit und an manchen Stellen kann man sich ein lächeln nicht verkneifen. Schade fand ich nur das am Ende einige Fragen offen bleiben. Ich hätte mir noch ein paar Infos mehr gewünscht.Fazit :Im Ganzen ein tolles Buch für zwischendurch. Es liest sich leicht und flüssig in einem durch. Der Autor hat in meinen Augen genau gezeigt wie es in so einem Kiez ablaufen kann.Das Buch "Großer Bruder Zorn" von Johannes Ehrmann ist im Eichborn Verlag erschienen hat 400 Seiten und kostet als gebundene Ausgabe 19,99€ und als ebook 15,99€

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  • Großer Bruder Zorn

    Großer Bruder Zorn

    thenight

    26. September 2016 um 06:21

    Ich mochte die Grundidee, das mal Vorweg oder besser ausgedrückt, das was ich mir unter der Grundidee vorgestellt hatte: Das Leben der ganz normalen Menschen in einem Berliner Kiez, mit ihren Träumen und Sorgen, ihrem grauen Alltag und  vielleicht auch mit ihren Lichtblicken, beschrieben in einem Buch, das mich eine Woche lang mitnimmt in ihr Leben.Leider wurde mir die Woche zu hektisch, die einzelnen Protagonisten kamen mir nicht nah, ich konnte keine Verbindung aufbauen zu all den gescheiterten Existenzen und gescheitert sind sie alle auf die eine oder andere Art, sie haben mehr oder weniger hochtrabende Pläne und Flausen im Kopf, zu denen ich mir meist nur dachte *Lern erst mal was anständiges, du bist doch nicht dumm* das mag hart klingen, da ich ja nur eine Woche bei Ihnen war und wenig von dem wusste was sie früher erlebt hatten, aber mir kamen sie alle so vor wie die Personen die man in Pseudodokumentationen im Privatfernsehen erleben kann, die die sich für die Größten halten und erwarten das jeder nur auf sie gewartet hat.Die einzige erwähnenswerte Frau im Buch, Jessi, ist auch die einzige Person der ich persönlich zutrauen würde, doch noch etwas aus ihrem Leben machen zu können, wenn sie ihre Ängste überwindet und mehr Selbstbewusstsein entwickelt.Mir hat die Normalität gefehlt, die es in fast jedem Leben gibt, sei es noch so schwierig, lebte ich im Wedding, ich wäre stinksauer auf den Autor, da traut sich doch niemand mehr hin ;o)Leider nicht das, was ich erwartet hatte.

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  • Ein Berlin Roman

    Großer Bruder Zorn

    Bücherwurm

    26. September 2016 um 01:00

    "Großer Bruder Zorn" von Johannes Ehrmann ist ein weiterer, gelungener Berlin Roman.Schauplatz des Romanes ist der Bellermann Platz im Wedding. Einer der Multikult Plätze, an denen nicht nur viele verschiedene Nationalitäten, sondern auch verschiedene Schichten Tür an Tür wohnen. Ein Stadtbezirk, auch ab und zu in den Schlagzeilen wegen der Motorrad-Gangs und blutiger Gewalt.Der Roman ist recht vielschichtig, denn er fängt  dieses multikulturelle Dasein, dieses Sich-durchs-Leben schlagen und doch nicht vorwärts kommen, sehr gut ein.Da leben Säufer, die in ihrer früheren Kriegsgeschichte verhaftet blieben, neben frühen Müttern, neben jungen Kerlen, die nicht wirklich wissen, was sie im Leben anfangen sollen und froh sind, die Zeit hinter Ladentheken von schmuddeligen Abkömmlingen früherer "Tante Emma"-Läden abzuhängen, alle träumen in ihrem schmalen Horizont vom Glück, vom Sinn und vom Leben. Mich persönlich packte schon der Prolog. Nicht nur durch den schroffen Schreibstil, der so typisch den Berliner Flair wiedergibt, sondern auch die Atmosphäre, die zwar phasenweise sehr düster ist, aber eben auch so realitätsnah.Ich habe fast 15 Jahre im Wedding gelebt, für mich eines der schönsten Stadtbezirke Berlins, aber auch einer der Bezirke mit der höchsten Kriminalität, deren Opfer ich ebenfalls wurde.Ich hatte tatsächlich einen flash back nach dem nächsten, habe wieder von meiner früheren Wohnung geträumt und trotz der Gewalt, die ich dort erlebt hatte, überrollte mich Heimweh und  Sehnsucht.Der Roman ist so lebensnah, so wirklich, gleichzeitig spannend und trotz des harschen Schreibstils, wachsen die Figuren zunehmend ans Herz.Wenn ich las, dann verschwand ich für Stunden in den Seiten, alles um mich vergessend und hatte immer große Probleme, nach dem Zuklappen in meine eigene Realität zurück zu finden.So wünsche ich mir Romane, so wird Lesen zur Bereicherung, 

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • Großer Bruder Zorn

    Großer Bruder Zorn

    AgnesM

    25. September 2016 um 11:57

    Wedding, ein Bezirk in Berlin, der unterschiedliche Kulturen und gesellschaftliche Gruppierungen beherbergt. Dort spielen sich tagtäglich Szenen ab, die man nicht nur aus dem Fernsehprogramm einiger fragwürdiger Sender kennt. In dem Roman von Johannes Ehrmann durchstreifen verlorene Seelen das Viertel, alkoholisierte Menschen verprassen ihren letzten Euro in der Kneipe und jeder versucht seine Probleme beiseite zu schieben, zu vergessen oder zu beherrschen. Der verschuldete Aris plant die ultimative „Fight Night“, mit der er zu Geld kommen muss. Einige seiner Kumpels und andere zwielichtige Gestalten des Bezirks sollen im Ring zeigen was ihre Fäuste können und Aris will Moneten sehen. Serdar ist einer der Boxer, die in den Ring steigen werden. Er boxt sogar den Hauptkampf gegen den „Wikinger“, den Anführer der Rockerbande, die es auf ihn abgesehen hat. Doch nicht nur die Vorbereitung auf den Kampf beschäftigt Serdar. Auch privat hat er so einiges zu klären, was ihm Kopfzerbrechen bereitet. Jessi, die alleinerziehende Mutter, die im Netto an Kasse drei sitzt, hat sich in Aris verguckt. Schon immer hatte sie Pech mit den Männern und muss zusehen, wie sie durch den Alltag kommt und ihrer kleinen Tochter ein halbwegs angenehmes Leben bieten kann. Als Aris im Supermarkt plötzlich vor ihr steht und sie anspricht ahnt sie noch nicht, welch Enttäuschung sie später zu verarbeiten haben wird. Während alle anderen Protagonisten sich um ihren Kram kümmern, plant Heinz Hönow in seinem stillen Kämmerlein sich zu rächen, schmiedet einen Plan und will jegliche Verluste in Kauf zu nehmen. Die Protagonisten in Ehrmanns Buch sind Menschen, mit denen man sich entweder nicht abgeben würde, die man mitleidig anschaut oder an denen man eher schnell vorbei läuft, da sie oftmals nicht in das eigene Leben/Bild passen. Alle haben ihre Probleme, Ängste, Geldsorgen und müssen irgendwie durch den Tag kommen, welcher fast immer den selben Trott mit sich bringt. Die Geschichten der Protagonisten sind miteinander verwoben und es ist spannend zu lesen, wie diese tatsächlich zusammenhängen und sich entwickeln. Zudem ist die Sprache außergewöhnlich, da hier sehr umgangssprachlich geschrieben wird. Am Anfang ist dies etwas gewöhnungsbedürftig, doch zu der Story absolut passend und es fördert die Vorstellungskraft, sich in dieses Milieu hineinzuversetzen. Ich fühlte mich gut unterhalten, obwohl ich einige wenige Szenen als langatmig empfunden habe, doch die realitätsnahe Geschichte hat mich in seinen Bann gezogen.

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  • Das wahre Leben!

    Großer Bruder Zorn

    kassandra1010

    25. September 2016 um 00:22

    Wedding, ein Viertel in dem man nicht bleiben möchte. Plattenbau, Rockerbanden und pure Armut. Doch Aris, der ehemalige Goldboxer-Kandidat plant gerade jetzt sein großes Boxevent, als ihm ausgerechnet eine Woche vor dem entscheidenden Kampf der Hauptgegner davon läuft. Während Aris nun auf der Suche nach einem geeigneten Boxgegner ist, rettet er Serdar und bringt diesen vom Regen in die Traufe, denn sein Kampfgegner ist kein geringerer als der hiesige Rockerbandenchef. Jessi, die geprügelte alleinerziehende Kassiererin verliebt sich ausgerechnet in Aris und erhofft sich einen Ausstieg aus ihrem jetzigen Leben. Doch dieses Viertel zieht diese verlorenen Existenzen an wie Speck die Mäuse und ein trauriges Weltbild jagt das nächste. Ein Roman, so traurig und hoffnungslos, das man sich als Leser wünscht, niemals in die Laufbahn eines der Hauptcharaktere zu treten und man sein Viertel und seine Umgebung zu schätzen weiß.

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  • Ungewöhnlicher Berlin-Roman

    Großer Bruder Zorn

    Forti

    16. September 2016 um 09:24

    "Großer Bruder Zorn" von Johannes Ehrmann ist ungewöhnlich: Die Sprache, die Protagonisten. So etwas habe ich bisher noch nie gelesen - und es hat mir gefallen.Aufgrund der ungewöhnlichen Sprache macht es Sinn, einen Blick in die Leseprobe zu werfen, um herauszufinden, ob diese doch gewöhnungsbedürftige Erzählweise für einen das richtige ist. Die Sprache hat ihre eigene Melodie - schwer das zu beschreiben. Es hört sich aber für mich aber nicht an wie die bekannte Klischee-Berliner-Schnauze. Bei der wörtlichen Rede wird auf Anführungszeichen verzichtet. Das ist alles gewöhnungsbedürftig und ich brauchte einige Zeit, mich einzulesen. Trotzdem hat die Sprache von Beginn an einen Reiz auf mich ausgeübt und das Buch zu etwas besonderem gemacht.Rund um den fiktiven Bellermann-Platz im realen Berlin-Wedding begleitet der Leser die sehr unterschiedlichen Charaktere durch ihre Woche. Deren Geschichten werden im Wechsel jeweils in kurzen Kapiteln erzählt. Diese häufigen Perspektivwechsel führen dazu, dass sich eine gewisse Spannung aufbaut - irgendetwas wird am Ende der Geschichte passieren.Über Authentizität und Realitätsbezug kann ich leider nichts sagen - ich finde die Charaktere extrem, teilweise vielleicht überspitzt, aber doch glaubwürdig. Ohne Berlin-Wedding persönlich zu kennen, konnte ich mich gut in die Personen, die Geschichte und den Handlungsort hineinversetzen.Ein ungewöhnlicher Berlin-Roman - fernab von Szene-Vierteln, Start Ups und Hipstern. Definitiv lesenswert!

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  • Sechs Tage Kiez

    Großer Bruder Zorn

    Fornika

    30. June 2016 um 10:47

    Berlin, Wedding. Der große, graue, räudige Bellermannplatz. Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Die Geschichte von Aris, Box-Promoter kurz vor der großen Fight Night. Die Geschichte von Jessi, einer jungen Mutter, die sich an der Netto-Kasse in ein besseres Leben träumt. Die Geschichte von Serdar, der es nur bis zum Kassierer im stiefväterlichen Unternehmen gebracht hat und sich auf den Boxkampf seines Lebens vorbereitet; weltweit ruhmreiche Boxkarriere nicht ausgeschlossen. Und die Geschichte vom Flaschenfascho, der ein bewegtes Leben hinter sich hat. Sechs Tage erleben wir mit ihnen. Sechs Tage, in denen sich vieles ändert und doch vieles bleibt. Johannes Ehrmann hat einen authentischen Milieuroman geschrieben, der mich (nach anfänglichen Startschwierigkeiten) mitgerissen hat. Seine Charaktere sind z.T. skurril und dabei doch echt. Man lernt sie alle von verschiedenen Seiten kennen, erlebt ihre Veränderungen hautnah mit. Sie alle sind irgendwie gescheitert, stehen aber trotzdem ihren Mann bzw. ihre Frau. Die Handlung fand ich nicht immer gelungen, ebenso bin ich kein Fan der Berliner Schnauze, die gerade zu Beginn der Story häufig zu Wort kommt. Insgesamt war der Erzählstil aber sehr ansprechend, kleine sprachliche Blüten verstecken sich überall. Atmosphärisch dicht und richtig echt. Großer Bruder Zorn ist definitiv ein gelungener Roman, der unterhaltsame Lesestunden bietet.

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