Johannes Fried

 3.9 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor von Das Mittelalter, Karl der Große und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Karl der Große
 (5)
Neu erschienen am 18.09.2018 als Taschenbuch bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Johannes Fried

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Johannes FriedDas Mittelalter
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Das Mittelalter
Das Mittelalter
 (6)
Erschienen am 01.03.2011
Johannes FriedKarl der Große
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Karl der Große
Karl der Große
 (5)
Erschienen am 18.09.2018
Johannes FriedDie Welt des Mittelalters
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Die Welt des Mittelalters
Die Welt des Mittelalters
 (2)
Erschienen am 28.10.2011
Johannes FriedDer Schleier der Erinnerung
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Der Schleier der Erinnerung
Der Schleier der Erinnerung
 (2)
Erschienen am 09.02.2012
Johannes FriedDie Formierung Europas 840-1046
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Die Formierung Europas 840-1046
Die Formierung Europas 840-1046
 (1)
Erschienen am 07.07.2008
Johannes FriedKarl der Große: Gewalt und Glaube
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Karl der Große: Gewalt und Glaube
Karl der Große: Gewalt und Glaube
 (1)
Erschienen am 02.10.2013
Johannes FriedDies irae: Eine Geschichte des Weltuntergangs
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Dies irae: Eine Geschichte des Weltuntergangs
Johannes FriedCanossa
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Canossa
Canossa
 (1)
Erschienen am 01.04.2012

Neue Rezensionen zu Johannes Fried

Neu
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Rezension zu "Karl der Große" von Johannes Fried

Gewalt und Glaube
michael_lehmann-papevor 5 Jahren


 

Im Januar 2014 jährt sich zum 1200mal der Todestag Karls des Großen. Anlass für Johannes Fried, zu diesem Anlass auch einen gewichtigen Teil seines eigenen Lebenswerkes vorzulegen. Der emeritierte Professor für mittelalterliche Geschichte geht auf den gut 630 Seiten des Buches (mit anschließende umfassenden Anhang) umfassend, fundiert und auf der Basis vielfacher Quellen (und Indizien und Analogieschlüssen)  dieser Herrschergestalt des Mittelalters nach.

 

Chronologisch geordnet zeigt Fried dabei auf, wie Karl bereits im Heranwachsen durch die Atmosphäre der Zeit geprägt wurde, schon in dieser frühen Phase die Grundthemen seiner Herrschaft und seiner Ziele gelegt wurden. Das Christentum auszuweiten, den eigenen Einfluss zu verbreitern, das Reich zu sichern, den Wandel der Welt zu erfassen und darauf zu reagieren, immer über den eigenen „Tellerrand“ hinauszublicken und Verbindungen und Beziehungen in die gesamte damals bekannte Welt zu knüpfen. Verbindungen und Beziehungen, die zu vielfachen Wechselwirkungen des sich ausweiteten Frankenreiches gerade mit der orientalischen Welt führten, Ausweitungen, die Zeit seiner Herrschaft auch mit durchgehenden gewaltsamen Auseinandersetzungen einhergingen.

 

„Von seinem ersten bis zu seinem letzten Herrscherjahr zog er in den Krieg“, formuliert es der Klappentext des Buches. Ein historischer Fakt, eine „Grundhaltung der Zeit“, die bereits in den jungen Jahren Karls prägend im Raume stand, wie Fried dem Leser vor Auge führt.

 

Wie überhaupt Fried hohen Wert darauf legt, den historischen „Raum des Mittelalters“ in vielfachen Facetten zu beschreiben, um dem Leser diese (fremde) Welt möglichst umfassend nahe zu bringen. Notwendige Voraussetzung in den Augen Frieds, um die Person Karl des Großen einordnen und in seinem Handeln verstehen zu können.

 

„Schlachtgetümmel, wohin er sah; der Umwelt, in der Karl aufwuchs, konnte er nicht entrinnen“.

Ein prägendes Element, natürlich aber nicht eine unreflektierte Grundhaltung, die durch Karl monoton „einfach so“ weiter vollzogen worden wäre. Durchaus zielgerichtet hat Karl in seiner Herrschaft auch vielfache andere Instrumente strategischen Handelns eingesetzt, wie Fried ausführt, um sein Reich zu festigen, auszuweiten und die Erkenntnisse anderer Kulturen für „seine Welt“ zu nutzen und zu sichern. Wie hoch der Einfluss gerade des Orients und des Islam für das Frankenreich unter Karl dem Großem war, auch davon kündet Fried in dieser Biographie und zeigt auf, dass dieser Einfluss noch weit größer war, als gemeinhin bereits angenommen.

 

Zudem lässt Fried immer wieder auch die Persönlichkeit Karls mit lebendig werden.

 

„Von Askese war Karl weit entfernt. Erfrischende Sinnlichkeit durchzog sein Dasein“. Dennoch aber, die Glaubensausbreitung und die Erziehung des Volkes zum Glauben waren zeitlebens vorherrschende Ziele Karls. Auch die Gründe für diese klare Haltung und Ausrichtung setzt Fried bereits in der Prägung der jungen Jahre an.

 

„Gier, Machtkämpfe, Gewalt und Eidbruch regierten die Welt, in der Karl erzogen wurde. Er wuchs in einer agonalen Gesellschaft auf“.

Eine Welt, die Karl „zu verbessern“ gedachte und dabei in seinen frühen Herrschaftsjahren zeigte, dass er aus den Fehlern der „Familiengeschichte“ seine Schlüsse gezogen hatte. Ein schlagkräftiges Heer, ein energischer Zug zur inneren Einheit und eine kühle, unterbindende Haltung gegen alles, was nach Trug und Verrat roch festigten in wenigen Jahren das Reich und seine Herrschaft ebenso, wie die konsequente Begegnung gegen alle Gefahren von Außen.

 

Genauso gründlich (und teils mit Längen und unnötiger Breite) wie die jungen Jahre beschreibt Fried die Umwelt des Frankenreiches, die frühen Herrschaftsjahre des „Kriegskönigs“ und die Faszination und Reibung mit Byzanz, den später ausgeprägten „Schutz der Kirche“ und die „Stärkung des Glaubens“, die Installation eines „Bildungssystems“, die Erneuerung der Kaiserwürde und die dann, in der letzten Phase der Herrschaft Karls, „Ordnung des Imperiums“.

 

Auch wenn durchaus nicht selten Indizien die Grundlage für Frieds Einlassungen bilden, in sich schlüssig wirkt das Bild, dass er von Karl und seiner Herrschaft vermittelt. Umfassend und breit wirft er einen Blick auf die Welt Karls des Großen und vermittelt dem Leser damit einen weiten Eindruck von den vielfältigen Verbindungen, Einflüssen, Konkurrenzen und der darin erkennbaren sehr klaren Handlungsweise und Zielausrichtung Karl des Großen.

 

Eine historische Biographie, die Person und Zeit fundiert darstellt und keine wesentlichen Fragen offen lässt, die aber nicht immer einfach in ihrem ausschweifenden Stil zu lesen ist.

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Matzbachs avatar

Rezension zu "Das Mittelalter" von Johannes Fried

Denkanstöße
Matzbachvor 6 Jahren

Was hab ich mich schwer getan mit diesem Buch. Begonnen habe ich die Lektüre irgendwann im Februar, zwischendurch immer wieder mal was Anderes gelesen und oft überlegt, abzubrechen. Warum? Weil das Buch sich bisweilen sperrig liest, wohingegen andere Passagen wiederum flüssig und gut lesbar sind. Aber im Nachhinein hat dich das Durchhalten gelohnt. Die Darstellung umfasst die politische Entwicklung Europas vom Karolingerreich an, die Auseinandersetzungen zwischen kirchlicher und weltlicher Macht, die zwischen "Rechtgläubigkeit" und Häresie (wobei die Grenzlinie nicht immer ganz trennscharf ist), Entwicklungen der Kunst, Beschwernisse des Alltags wie Pest etc. Auch die periodisch auftretenden Progrome gegen Juden werden nicht verschwiegen.

Johannes Fried erfüllt den im Untertitel erhobenen Anspruch "Geschichte und Kultur" des Mittelalters darzustellen. Vieles regt zur Weiterbeschäftigung und zum Nachdenken an, auch wen ich nicht in all seine Urteilen mit dem Verfasser übereinstimme. Gut gelungen ist ihm die Widerlegung der Mär vom finsteren Mittelalter, das keine eigenständige Kultur gehabt habe und sozusagen als eine Art Durststrecke zwischen den Leuchttürmen Antike und Aufklärung fungiert habe. Fried veranschaulicht im Gegenteil das Ringen des (mittelalterlichen) Menschen um Wissensgewinn und dessen Nutzung.

Weniger gut gelungen sind Analogien zu heute, der Begriff "Globalisierung" passt, zumindest so, wie er heute besetzt ist , nicht zur Aneignung der geographischen Kenntnisse, wie Fried sie in seinem Werk beschreibt.

 

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Nikola_Hahns avatar

Rezension zu "Der Schleier der Erinnerung" von Johannes Fried

Rezension zu "Der Schleier der Erinnerung" von Johannes Fried
Nikola_Hahnvor 6 Jahren

Ausführlich, mit vielen Beispielen und sehr profund geschrieben.

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