Johannes Fried

 3.9 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor von Karl der Große, Das Mittelalter und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Kein Tod auf Golgatha

Erscheint am 25.01.2019 als Hardcover bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Johannes Fried

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Das Mittelalter

Das Mittelalter

 (6)
Erschienen am 01.03.2011
Karl der Große

Karl der Große

 (6)
Erschienen am 18.09.2018
Die Welt des Mittelalters

Die Welt des Mittelalters

 (2)
Erschienen am 28.10.2011
Der Schleier der Erinnerung

Der Schleier der Erinnerung

 (2)
Erschienen am 09.02.2012
Die Formierung Europas 840-1046

Die Formierung Europas 840-1046

 (1)
Erschienen am 07.07.2008
Karl der Große: Gewalt und Glaube

Karl der Große: Gewalt und Glaube

 (1)
Erschienen am 02.10.2013
Canossa

Canossa

 (1)
Erschienen am 01.04.2012

Neue Rezensionen zu Johannes Fried

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Rezension zu "Karl der Große" von Johannes Fried

Interessante Biographie über Karl den Großen
Sikalvor 22 Tagen

Gleich zu Beginn stellt der Autor klar, dass es sich um keine Biographie im herkömmlichen Sinn handelt. Über Karl den Großen gibt es keine historischen Dokumente im Überfluss, aus denen man schöpfen könnte. So war es Fried nur möglich, sich diesem Herrscher fiktional zu nähern, um von außen sozusagen Rückschlüsse auf diverse Handlungen zu ziehen. Nur wenige seiner Anweisungen, wenig Privates, kaum Briefe sind überliefert und können zusammengefasst werden. Doch wer war dieser Karl, der zugleich gepriesen und auch verspottet wurde, und doch zur wohl berühmtesten Herrschergestalt des Mittelalters aufrückte.

 

Der emeritierte Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Frankfurt, Johannes Fried, versucht auf mehr als 600 Seiten einen Bogen über die Zeitspanne Karl des Großen zu legen, zitiert aus unzähligen Quellen, analysiert und interpretiert Schlussfolgerungen weiterer Biographen.

 

Geboren wurde Karl (vermutlich) 748 und starb (sicher) 814. Bereits früh wurden ihm der Glaube und die Kirche nahe gebracht, Literatur und Latein hatten einen hohen Stellenwert. Geschichtsbücher gab es nur in unzureichender Qualität, dies forcierte Karl während seiner Herrschaft – natürlich unter Beschönigung oder Ausklammerung so mancher blutiger Vergangenheit während des Aufstiegs der Karolinger. Hier versucht Fried die Stimmung der Zeit einzufangen, für die Ausweitung des Christentums wurde durch so manch blutige Auseinandersetzung forciert, Macht und ein einflussreiches Netzwerk aufzubauen verlangten kriegerische Konflikte.

 

Der Schreibstil Frieds ist manches Mal etwas schwierig zu lesen, teilweise verliert er sich zu sehr in Details und so lässt meine Konzentration auch mal nach. Nichtsdestotrotz empfinde ich das Buch als gut recherchiert, er liefert einen guten Überblick und so kann ich das Buch uneingeschränkt jedem interessierten Leser empfehlen. Fried lässt uns einen Blick auf Europas Vergangenheit werfen, was für so manches Verständnis der späteren Geschichte durchaus wichtig ist. Einige Abbildungen und Dokumente ergänzen das Buch, wohingegen ein Stammbaum durchaus hilfreich gewesen wäre.

Gerne vergebe ich 4 wohlverdiente Sterne.

 

 

 

 

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M

Rezension zu "Karl der Große" von Johannes Fried

Gewalt und Glaube
michael_lehmann-papevor 5 Jahren


 

Im Januar 2014 jährt sich zum 1200mal der Todestag Karls des Großen. Anlass für Johannes Fried, zu diesem Anlass auch einen gewichtigen Teil seines eigenen Lebenswerkes vorzulegen. Der emeritierte Professor für mittelalterliche Geschichte geht auf den gut 630 Seiten des Buches (mit anschließende umfassenden Anhang) umfassend, fundiert und auf der Basis vielfacher Quellen (und Indizien und Analogieschlüssen)  dieser Herrschergestalt des Mittelalters nach.

 

Chronologisch geordnet zeigt Fried dabei auf, wie Karl bereits im Heranwachsen durch die Atmosphäre der Zeit geprägt wurde, schon in dieser frühen Phase die Grundthemen seiner Herrschaft und seiner Ziele gelegt wurden. Das Christentum auszuweiten, den eigenen Einfluss zu verbreitern, das Reich zu sichern, den Wandel der Welt zu erfassen und darauf zu reagieren, immer über den eigenen „Tellerrand“ hinauszublicken und Verbindungen und Beziehungen in die gesamte damals bekannte Welt zu knüpfen. Verbindungen und Beziehungen, die zu vielfachen Wechselwirkungen des sich ausweiteten Frankenreiches gerade mit der orientalischen Welt führten, Ausweitungen, die Zeit seiner Herrschaft auch mit durchgehenden gewaltsamen Auseinandersetzungen einhergingen.

 

„Von seinem ersten bis zu seinem letzten Herrscherjahr zog er in den Krieg“, formuliert es der Klappentext des Buches. Ein historischer Fakt, eine „Grundhaltung der Zeit“, die bereits in den jungen Jahren Karls prägend im Raume stand, wie Fried dem Leser vor Auge führt.

 

Wie überhaupt Fried hohen Wert darauf legt, den historischen „Raum des Mittelalters“ in vielfachen Facetten zu beschreiben, um dem Leser diese (fremde) Welt möglichst umfassend nahe zu bringen. Notwendige Voraussetzung in den Augen Frieds, um die Person Karl des Großen einordnen und in seinem Handeln verstehen zu können.

 

„Schlachtgetümmel, wohin er sah; der Umwelt, in der Karl aufwuchs, konnte er nicht entrinnen“.

Ein prägendes Element, natürlich aber nicht eine unreflektierte Grundhaltung, die durch Karl monoton „einfach so“ weiter vollzogen worden wäre. Durchaus zielgerichtet hat Karl in seiner Herrschaft auch vielfache andere Instrumente strategischen Handelns eingesetzt, wie Fried ausführt, um sein Reich zu festigen, auszuweiten und die Erkenntnisse anderer Kulturen für „seine Welt“ zu nutzen und zu sichern. Wie hoch der Einfluss gerade des Orients und des Islam für das Frankenreich unter Karl dem Großem war, auch davon kündet Fried in dieser Biographie und zeigt auf, dass dieser Einfluss noch weit größer war, als gemeinhin bereits angenommen.

 

Zudem lässt Fried immer wieder auch die Persönlichkeit Karls mit lebendig werden.

 

„Von Askese war Karl weit entfernt. Erfrischende Sinnlichkeit durchzog sein Dasein“. Dennoch aber, die Glaubensausbreitung und die Erziehung des Volkes zum Glauben waren zeitlebens vorherrschende Ziele Karls. Auch die Gründe für diese klare Haltung und Ausrichtung setzt Fried bereits in der Prägung der jungen Jahre an.

 

„Gier, Machtkämpfe, Gewalt und Eidbruch regierten die Welt, in der Karl erzogen wurde. Er wuchs in einer agonalen Gesellschaft auf“.

Eine Welt, die Karl „zu verbessern“ gedachte und dabei in seinen frühen Herrschaftsjahren zeigte, dass er aus den Fehlern der „Familiengeschichte“ seine Schlüsse gezogen hatte. Ein schlagkräftiges Heer, ein energischer Zug zur inneren Einheit und eine kühle, unterbindende Haltung gegen alles, was nach Trug und Verrat roch festigten in wenigen Jahren das Reich und seine Herrschaft ebenso, wie die konsequente Begegnung gegen alle Gefahren von Außen.

 

Genauso gründlich (und teils mit Längen und unnötiger Breite) wie die jungen Jahre beschreibt Fried die Umwelt des Frankenreiches, die frühen Herrschaftsjahre des „Kriegskönigs“ und die Faszination und Reibung mit Byzanz, den später ausgeprägten „Schutz der Kirche“ und die „Stärkung des Glaubens“, die Installation eines „Bildungssystems“, die Erneuerung der Kaiserwürde und die dann, in der letzten Phase der Herrschaft Karls, „Ordnung des Imperiums“.

 

Auch wenn durchaus nicht selten Indizien die Grundlage für Frieds Einlassungen bilden, in sich schlüssig wirkt das Bild, dass er von Karl und seiner Herrschaft vermittelt. Umfassend und breit wirft er einen Blick auf die Welt Karls des Großen und vermittelt dem Leser damit einen weiten Eindruck von den vielfältigen Verbindungen, Einflüssen, Konkurrenzen und der darin erkennbaren sehr klaren Handlungsweise und Zielausrichtung Karl des Großen.

 

Eine historische Biographie, die Person und Zeit fundiert darstellt und keine wesentlichen Fragen offen lässt, die aber nicht immer einfach in ihrem ausschweifenden Stil zu lesen ist.

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Rezension zu "Das Mittelalter" von Johannes Fried

Denkanstöße
Matzbachvor 6 Jahren

Was hab ich mich schwer getan mit diesem Buch. Begonnen habe ich die Lektüre irgendwann im Februar, zwischendurch immer wieder mal was Anderes gelesen und oft überlegt, abzubrechen. Warum? Weil das Buch sich bisweilen sperrig liest, wohingegen andere Passagen wiederum flüssig und gut lesbar sind. Aber im Nachhinein hat dich das Durchhalten gelohnt. Die Darstellung umfasst die politische Entwicklung Europas vom Karolingerreich an, die Auseinandersetzungen zwischen kirchlicher und weltlicher Macht, die zwischen "Rechtgläubigkeit" und Häresie (wobei die Grenzlinie nicht immer ganz trennscharf ist), Entwicklungen der Kunst, Beschwernisse des Alltags wie Pest etc. Auch die periodisch auftretenden Progrome gegen Juden werden nicht verschwiegen.

Johannes Fried erfüllt den im Untertitel erhobenen Anspruch "Geschichte und Kultur" des Mittelalters darzustellen. Vieles regt zur Weiterbeschäftigung und zum Nachdenken an, auch wen ich nicht in all seine Urteilen mit dem Verfasser übereinstimme. Gut gelungen ist ihm die Widerlegung der Mär vom finsteren Mittelalter, das keine eigenständige Kultur gehabt habe und sozusagen als eine Art Durststrecke zwischen den Leuchttürmen Antike und Aufklärung fungiert habe. Fried veranschaulicht im Gegenteil das Ringen des (mittelalterlichen) Menschen um Wissensgewinn und dessen Nutzung.

Weniger gut gelungen sind Analogien zu heute, der Begriff "Globalisierung" passt, zumindest so, wie er heute besetzt ist , nicht zur Aneignung der geographischen Kenntnisse, wie Fried sie in seinem Werk beschreibt.

 

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