Johannes Gönner Nichts ist vergessen

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Inhaltsangabe zu „Nichts ist vergessen“ von Johannes Gönner

Aufruhr in der Pfarrgemeinde! Einen Sommer lang ereignen sich seltsame Dinge, die lange Zeit völlig unerklärlich sind: Sabotageakte – aber auch anonyme Geschenke. Menschen lassen sich auf Unternehmungen ein, die ihnen niemand zugetraut hätte. Wie gehen die anderen damit um? Was steckt dahinter? Auch ein dunkles Geheimnis aus der Bauzeit der Kirche um 1900 beeinflusst das Geschehen. Zudem verlagert sich die Handlung immer mehr nach Kreta, in eine Region, die noch reichlich archaische Züge trägt. Johannes Gönner erzählt diesen unterhaltsamen Pfarr-Krimi mit Wiener Lokalkolorit aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Personen, mit ihrem jeweiligen Wissensstand und in ihrer Sprache. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Pfarrer.

Außergewöhnlicher Pfarr-Krimi mit Panoramablick und Wiener Schmäh

— nicolecarina

liebevoll gezeichnete charaktere, die in einem kriminalroman merkwürdige geschenke erhalten und rotfarbene anschläge aushalten müssen.

— Buecherspiegel
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  • Erfrischend anders

    Nichts ist vergessen

    nicolecarina

    14. September 2014 um 22:46

    Gerade in religiösen Kreisen ist oft von Vergebung die Rede. Doch in der Wiener Pfarre Canisius scheint ein Schäflein das Vergeben noch ein bisschen üben zu müssen: “Nichts ist vergessen” ist ein neuer Krimi von Johannes Gönner und offenbar das Motto eines Spray-Attentäters, der seine knallroten Spuren immer drastischer in und um die Kirche hinterlässt. Auch die äußerst spendablen Geschenke, die der Gemeinde neuerdings anonym zugespielt werden, geben Pfarrer Stefan Rätsel auf. Als dann noch ein Mann vom Kirchturm fällt, ist das Maß voll – die Polizei ermittelt in lle Richtungen. Und muss dafür bis nach Kreta reisen. Ein Pfarrer der Krimis schreibt, das hat mich doch interessiert und zumindest in dieser Hinsicht wurde ich nicht enttäuscht: die etwas verarmte Wiener Gemeinde gibt eine so heimelige wie in diesem Fall auch skurille Kulisse für einen komplexen und charmanten Pfarr-Krimi ab. Pfarrer, Mesner, Haushälterin und einige andere höchst originelle Gemeindemitglieder verleihen der Story einen familiären und unterhaltsamen Charakter. Da passen die höchst überraschenden Auflösungen der verschiedensten “Vor-Fälle” prima dazu, keine Frage. Einzig die Dramaturgie des Autors war mir – zumindest die ersten Kapitel – fast ein bisschen zu anstrengend. Es ist derzeit zwar trendy, dem Leser komprimierte Lesehäppchen vorzusetzen, doch die Aufteilung des Krimis in äußerst kurz gehaltene Kapitel, die zudem aus zwölf wechselnden Perspektiven erzählt sind, ermöglichen natürlich einen ungewöhnlichen und temporeichen Panoramablick aufs Geschehen, sind aber einfach nicht ganz mein Geschmack. Ich hatte schon befürchtet, der rote Faden wird durch die extrem knappen Kapitel fast völlig zerhackt, doch der versierte Autor führt die verschiedenen Stränge gerade noch rechtzeitig und raffiniert zusammen, das muss man ja auch mal anerkennen. Ich bin jedenfalls froh, an der Geschichte dran geblieben zu sein, denn Johannes Gönners Pfarr-Krimi entwickelte sich auch für mich zu einem außergewöhnlichen Ermittlungs-Vergnügen mit viel Wiener Schmäh. “Nichts ist vergessen” – erfrischend anders und ganz klar ein Lesetipp. Amen.

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  • Ein unterhaltsamer Kriminalroman mit liebevoll gezeichneten Charakteren

    Nichts ist vergessen

    Buecherspiegel

    03. August 2014 um 18:22

    Eine Kirchengemeinde in Wien. Kaum noch kommt jemand in die Messe, das Interesse nimmt stark ab. Neue Ideen müssen her, um Einnahmen zu sichern, die die Kirche retten sollen. Wie das Geschehen kann, das bespricht der Gemeinderat. Und so lässt der Autor, Johannes Gönner, jeden der einzelnen Akteure mehrere Kapitel seines Kriminalromans aus deren Sichtweise erzählen. Wobei der Schwerpunkt eher beim Roman als beim Krimi liegt. Nichts wirklich Schlimmes passiert, und das ist ausnahmsweise auch gut so. Liebevoll charakterisiert der Autor seine Figuren, die von einem Tag zum anderen sich wie verwandelt benehmen. Da verlässt eine Frau ihren Arbeitsplatz und vieles mehr, um ein neues Leben zu beginnen, ein Assistent des Pfarrers lebt plötzlich viel lieber auf einer griechischen Insel, und auch andere aus dem näheren Umfeld des Pfarrers krempeln ihre Leben um. Und dann sind da plötzlich die vielen Geschenke, die der Pfarrer nicht einzuordnen weiß, woher sie kommen und ob auch ja keine böse Absicht dahinter steckt, wie so mancher aus der Gemeinde meint. Gönner, selbst Pfarrer in Wien, erklärt durch seine Protagonisten, wie schwierig es ist, an Gelder für die Erhaltung einer Kirche zu kommen. So wird die Kirche auch mal so bunt angemalt, dass sie nicht nur zum Stadtgespräch, sondern sogar in den Nachrichten anderer Erdteile erwähnt wird und der Pfarrer nicht mehr zu anderen Dingen kommt, weil er laufend Führungen begleiten muss. Das spült die notwendigen Gelder in den Opferstock, der für dringende Reparaturen benötigt wird, aber für anderes bleibt da keine Zeit. Zum Beispiel, um zu klären, wer ihm die ganzen Geschenke zukommen lässt. Allerdings wird all das getrübt von mehreren kleineren und Farbanschlägen auf die Kirche und seine Mitglieder, sogar ein Fenstersturz, dramatisch in Szene gesetzt, passiert ausgerechnet dem stärksten Ideengeber zur Rettung der Kirche. Ob tatsächlich ein über hundert Jahre alter Streich eines verbitterten Handwerkers daran schuld ist? Oder doch ein anderer Übeltäter? Fazit: Ein unterhaltsamer Roman über die Schwierigkeiten, eine Kirche zu erhalten, die Stärke mancher Menschen ihr Leben nochmal von vorne beginnen zu lassen, mitsamt den Erfahrungen ihres bisherigen, und das am Ende auch mal alles gut sein kann.  

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