Johannes Herwig

 3.8 Sterne bei 22 Bewertungen
Johannes Herwig

Lebenslauf von Johannes Herwig

Johannes Herwig, 1979 in Leipzig-Connewitz geboren und aufgewachsen, wusste schon als Kind genau, was er wollte: Schreiben – vergaß es aber für ein paar Jahrzehnte. Während seine Eltern 1989 zu den Montagsdemos gingen, schaute er "Ein Colt für alle Fälle" und begriff erst ein, zwei Jahre später, was da wirklich passiert war... In der Leipziger Punkszene zuhause, machte er sein Abitur nicht nur auf der Schulbank, sondern auch in den Straßen seines Kiezes. Nach einigen Umwegen studierte er Soziologie und Psychologie, gründete die Filmgalerie Phase IV in Dresden und widmete sein Engagement der Filmkunst. Im Frühjahr 2013 kehrte Johannes Herwig zu seinen Ursprüngen zurück, um an seinem literarischen Debüt zu arbeiten.

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Johannes HerwigBis die Sterne zittern
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Bis die Sterne zittern
Bis die Sterne zittern
 (22)
Erschienen am 01.07.2017

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Neue Rezensionen zu Johannes Herwig

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Tulpe1987s avatar

Rezension zu "Bis die Sterne zittern" von Johannes Herwig

Toll geschrieben
Tulpe1987vor 6 Monaten

Mir gefällt das Cover sehr gut. Ich hätte nur überhaupt nicht so eine Geschichte damit in Verbindung gebracht.

Der Klappentext macht neugierig, verrät aber nicht sehr viel. 

Ich bin sehr gut in das Buch hineingekommen. Es war flüssig zu lesen. Es wurde auf keiner Seite langweilig. Ich finde es toll das man es sehr gut versteht, wie die Zeit damals war. Ich hatte Angst das, dass Buch zu Fachlich wird und ich so das Interesse an der Geschichte verliere. Das ist aber überhaupt nicht der Fall gewesen. Der Autor führt uns in diesem Buch zurück in die Hitlerzeit, ohne es überheblich wirken zu lassen.

Harro ist der Protagonist in diesem Buch. Er ist ein Teenager der sich bei den Nazis nicht wohl fühlt. Er stößt mehr aus Zufall zu einer Gruppe Jugendlicher die sich aus der Nazi-Szene herraushalten und dagegen angehen. Er ist froh endlich einen Platz gefunden zu haben, wo er hineinpasst. Am Anfang ist ihm noch nicht ganz klar, was das für Auswirkungen haben wird. Seine Eltern finden das alles nicht so gut.

Auch die Liebe darf in diesem Buch nicht fehlen. Harro hat noch keine Erfahrungen mit Mädchen, verliebt sich aber. Er ist sehr unsicher und schüchtern. Alles ist sehr schön geschrieben; ohne kitschig zu sein.

Ich möchte jetzt nicht mehr Verraten. Ich finde es ist nicht nur für Jugendliche etwas, sondern auch für Erwachsene. Eine schöne Geschichte über eine schlimme Zeit. Aber ein tolles Buch, mir hat es sehr gefallen.

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Kristall86s avatar

Rezension zu "Bis die Sterne zittern" von Johannes Herwig

Bis die Sterne zittern
Kristall86vor 6 Monaten

Leipzig, im Sommer 1936. die Sommerferien haben gerade begonnen und der 16-jährige Harro in eine Prügelei mit Hitlerjungs verwickelt. Er teilt diese Ideologie nicht und wird sie auch niemals teilen, das steht für ihn fest. Anders als seine Eltern. Unverhofft bekommt er Hilfe von anderen Jugendlichen, die, ebenso wie er nichts mit der Nazi-Ideologie zu tun haben wollen. 1937 ändert sich für Harro alles. Seine Ideologie auch? Reibereien mit den Eltern und Ärger in der Schule, Nächte am Lagerfeuer, politische Aktionen, erste Liebe. Doch eigentlich typisch für einen Teenie in seinem Alter. Es gibt dabei aber ein großes Problem das seinem Treiben gefährlich werden könne - die Nazis. Denn Harro fällt auf, immer wieder und provoziert... Johannes Herwig hat mit diesem Jugendroman ein sehr wichtiges Thema angesprochen. Er erzählt kraftvoll und auch emotional über das Erwachsenwerden in der Hitler-Diktatur. Die Protagonisten werden einem schnell vertraut, man ist schnell in der Geschichte drin. Kann sich in Harro hineinversetzen. Dabei gibt es aber noch ein paar Dinge die mir negativ aufgestoßen sind. Herwig schreibt im Jugend-Slang. Teilweise normal, dann wieder sehr zugespitzt und völlig übertrieben. Ich bezweifle dass das authentisch ist für die damalige Zeit. Ebenso werden gerade zum Schluss der Geschichte viele Dinge offen gelassen. Was geschieht mit der Clique? Mit den einzelnen „Mitgliedern“? Ein wenig schade das dieser Roman so abrupt endet, da hätte ich mir einen besseren Abschluss gewünscht. Dafür beinhaltet es ein sehr ansprechendes Nachwort das wiederum sehr gut zum Roman passt. Dennoch ist der Tenor des Buches auch heute noch sehr aktuell: ziehe ich mit den Anderen mit oder bin ich eher ruhig und still oder bin ich jemand der genau das was er denkt auch sagt?!

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pardens avatar

Rezension zu "Bis die Sterne zittern" von Johannes Herwig

Leipziger Meuten...
pardenvor 6 Monaten

LEIPZIGER MEUTEN...

Leipziger Meuten? Nie zuvor gehört.


"In keiner anderen deutschen Stadt gab es Ende der 1930er-Jahre zahlenmäßig derart starke, untereinander vernetzte informelle Cliquen, die von der Staatslinie abwichen und die Straßen für sich beanspruchten." (S. 252)


Das schreibt der Autor in seinem Nachwort - und doch sind die Leipziger Meuten wohl nicht nur mir kein Begriff. Hand aufs Herz: wem sind diese Jugendcliquen im Nationalsozialismus bekannt? Edelweißpiraten? Klar! Und auch von der Swing-Jugend habe ich mal was läuten hören. Aber Leipziger Meuten? Nein.

Um so neugieriger wurde ich, als ich erfuhr, dass dieses Roman-Debüt von Johannes Herweg genau diese Meuten zum Gegenstand hat. Jugendliche, die den Konformismus nicht mitleben wollten, die sich die Freiheit nicht nehmen ließen, zu sagen und zu zeigen, was sie dachten, die aus ihrer Unangepasstheit teilweise auch in den politischen Widerstand gerieten.

Ein gut recherchiertes Jugendbuch hat Johannes Herweg da geschrieben und mit dem 16-jährigen Harro eine zentrale Figur kreiert, aus dessen Ich-Perspektive der Leser das Geschehen erlebt. 1936 gerät Harro rein zufällig an die Leipziger Meuten, die ihm zu Hilfe eilen, als er von ein paar Hitlerjungen in eine Prügelei verwickelt wird. Als er von seinen Rettern mit an den Treffpunkt der Clique genommen wird, ahnt er zunächst nicht, was hinter der Gruppierung steckt. Ihm gefällt es einfach, dass die jungen Leute wie er auch mit der Nazi-Ideologie nichts zu tun haben wollen.


"Die Düsternis und Trübseligkeit der Stadt voller Uniformen und Schwarz-weiß-rot blies der Frühling hier draußen einfach fort. Auf den Feldern leuchtete der Raps." (S. 204)


Mit einzelnen aus der Gruppe freundet sich Harro allmählich an, andere bleiben oberflächlich bekannt, und Harro erfährt, dass es ähnliche Gruppierungen auch in anderen Stadtteilen in Leipzig gibt. Es gehört schon Mut dazu, sich alleine schon durch die Kleidung (kurze Lederhose und karierte Hemden beispielsweise) offen zu den Meuten zu bekennen, aber Harro ist - recht naiv zuweilen - fest entschlossen dazuzugehören. Immer wieder kommt es dadurch zu Ärger mit  den 'korrekt' gesinnten Bürgern - in der Schule ebenso wie in der HJ, aber auch zu Hause reibt sich Harro mit den Eltern.

Harro ist eigentlich ein ganz normaler Jugendlicher mit denselben Gedanken und Problemen wie heute auch: Identitätsfindung, Hormonstau, die erste Liebe, Abgrenzung von den Eltern - alles ist in Aufruhr. Doch zu Zeiten des Nationalsozialismus muss sich Harro in seinem Erwachsenwerden noch mehr Fragen stellen: soll er wie fast alle anderen mitmachen und sich still anpassen - oder soll er sich wirklich dagegen stellen?

Johannes Herweg zeichnet diesen Charakter mit all seinen Unsicherheiten glaubhaft und authentisch. Harro begegnet auch sympathischen Menschen in der Uniform der Nationalsozialisten und fragt sich zurecht, ober er nicht genauso gut auf dieser Seite der Waagschale hätte landen können, wenn er nicht zufällig den Leipziger Meuten begegnet wäre?


"...sprang mich die Zeichnung eines Karpfens an. Dieser stand für die Kraft, gegen den Strom zu schwimmen (...) Das Bild gefiel mir. Dann dachte ich, was ist mit jenen, die gegen den Strom schwimmen wollen, aber zu schwach sind?" (S. 38)


Episodenhaft erhält der Leser einen Einblick in das Geschehen, das keine Geschichte mit einem großen Spannungsbogen ist, sondern punktuell aufzeigt, wie sich die Situation im Verlauf der Zeit verändert. Harro reift heran, und wo anfangs der Zufall regiert hat, trifft er immer mehr klare Entscheidungen - ahnend, dass dies gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen kann... Und dass diese kommen, lässt schon der Prolog verlauten, der wie ein Paukenschlag den Roman eröffnet.

Tatsächlich endet der Roman sehr offen, was mir zunächst missfiel. Doch das Nachwort macht deutlich, dass danach eine weitere, ganz andere Geschichte hätte erzählt werden müssen, und so ahnt man zumindest, was weiter geschehen wäre. Auch wenn hier vieles an der Oberfläche blieb und ich mir insgeheim manchmal mehr Spannung erhoffte, gefällt mir letztlich die Botschaft des Romans.

Hier habe ich nicht nur erfahren, worum es bei den Leipziger Meuten ging, den oppositionellen Jugendcliquen, sondern ebenso erkannt, dass es auch in Zeiten einer Diktatur eben nicht nur die Mitläufer und die Helden dagegen gibt - sondern auch andere Arten einer Opposition. Und ist es nicht gerade auch heute wieder wichtig - auch und vor allem für Jugendliche - zu erkennen, dass man Entscheidungen treffen muss: Mitmachen, sich still anpassen oder zu seiner wirklichen Meinung stehen?

Ein Jugendbuch, dem ich viele (nicht nur jugendliche) Leser wünsche, damit nicht in Vergessenheit gerät, was es zu bewahren gilt...


© Parden

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Gespräche aus der Community

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Gerstenberg Verlags avatar

Wild, bunt, rebellisch – die »Leipziger Meuten«, oppositionelle Jugendcliquen, haben Johannes Herwig zu seinem Debüt inspiriert. Kraftvoll, mitreißend und emotional erzählt Herwig vom Erwachsenwerden in einer Diktatur. Die Fragen, die er dabei stellt, sind heute so aktuell wie damals: Mitmachen, sich still anpassen oder Kontra geben?
Der Gerstenberg Verlag vergibt 15 Freiexemplare für diese autorenbegleitete Leserunde. Bewerbungsschluss ist der 30. August.

Das Buch ist für Leser ab 14 und darum geht es:
Leipzig, 1936. Die Sommerferien haben eben erst begonnen, als der 16-jährige Harro von Hitlerjungs in die Mangel genommen wird. Unverhofft bekommt er Hilfe von Gleichgesinnten, die wie er nichts mit der Nazi-Ideologie zu tun haben wollen. In dem Jahr, das folgt, ändert sich für Harro alles. Reibereien mit den Eltern und Ärger in der Schule, Nächte am Lagerfeuer, politische Aktionen, erste Liebe. Und über allem die bange Ahnung, dass sein wildes Treiben gefährliche Konsequenzen haben kann.

> Leseprobe auf Book2Look
> Autorenvideo
> Das Buch auf der Verlagswebsite
> „Liebe und Widerstand an Leipzigs schönster Straße“ – Autorenporträt über Johannes Herwig in der Leipziger Volkszeitung

Bewerbung:
Bewerbt Euch bis zum 30. August um ein Freiexemplar und die Teilnahme an der Leserunde, indem Ihr folgende Frage beantwortet:

Freundschafts-, Liebes-, Zeitgeschichte – Was reizt Dich an dieser Leserunde?

Zum Autor:
Johannes Herwig, geboren 1979 in Leipzig, wusste schon frühzeitig, dass er schreiben wollte – und vergaß es ein paar Jahrzehnte. In seiner Jugend fühlte er sich in der Leipziger Punkszene zuhause, jobbte nach dem Abitur auf dem Bau, spielte in Bands und studierte schließlich Soziologie und Psychologie. Er gründete die Filmgalerie Phase IV in Dresden, bevor er sich seiner Berufung widmete und die Arbeit an seinem Roman über die Leipziger Meuten begann.

Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Johannes Herwig wurde am 28. Oktober 1979 in Leipzig (Deutschland) geboren.

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