Bis die Sterne zittern

von Johannes Herwig 
3,8 Sterne bei22 Bewertungen
Bis die Sterne zittern
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Positiv (16):
LitteraeArtesques avatar

Interessantes Jugendbuch über die mir bis dahin unbekannten Leipziger Meuten zur Zeit des Nationalsozialismus...

Kritisch (1):

Interessante Thematik, leider ist hier in meinen Augen keine Spannungskurve vorhanden!

Alle 22 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Bis die Sterne zittern"

Leipzig, 1936. Am ersten Tag der Sommerferien wird der 16-jährige Harro in eine Prügelei mit Hitlerjungs verwickelt. Unverhofft bekommt er Hilfe von Gleichgesinnten, die wie er nichts mit der Nazi-Ideologie zu tun haben wollen. In dem Jahr, das folgt, ändert sich für Harro alles. Reibereien mit den Eltern und Ärger in der Schule, Nächte am Lagerfeuer, politische Aktionen, erste Liebe. Und über allem die bange Ahnung, dass sein wildes Treiben gefährliche Konsequenzen haben kann.
Die »Leipziger Meuten«, oppositionelle Jugendcliquen ähnlich den »Edelweißpiraten«, haben Johannes Herwig zu seinem Debüt inspiriert. Kraftvoll, mitreißend und emotional erzählt Herwig vom Erwachsenwerden in einer Diktatur. Die Fragen, die er dabei stellt, sind heute so aktuell wie damals: Mitmachen, sich still anpassen oder Kontra geben?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783836959551
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:253 Seiten
Verlag:Gerstenberg Verlag
Erscheinungsdatum:01.07.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Tulpe1987s avatar
    Tulpe1987vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht nur für Jugendliche. Tolles Buch
    Toll geschrieben

    Mir gefällt das Cover sehr gut. Ich hätte nur überhaupt nicht so eine Geschichte damit in Verbindung gebracht.

    Der Klappentext macht neugierig, verrät aber nicht sehr viel. 

    Ich bin sehr gut in das Buch hineingekommen. Es war flüssig zu lesen. Es wurde auf keiner Seite langweilig. Ich finde es toll das man es sehr gut versteht, wie die Zeit damals war. Ich hatte Angst das, dass Buch zu Fachlich wird und ich so das Interesse an der Geschichte verliere. Das ist aber überhaupt nicht der Fall gewesen. Der Autor führt uns in diesem Buch zurück in die Hitlerzeit, ohne es überheblich wirken zu lassen.

    Harro ist der Protagonist in diesem Buch. Er ist ein Teenager der sich bei den Nazis nicht wohl fühlt. Er stößt mehr aus Zufall zu einer Gruppe Jugendlicher die sich aus der Nazi-Szene herraushalten und dagegen angehen. Er ist froh endlich einen Platz gefunden zu haben, wo er hineinpasst. Am Anfang ist ihm noch nicht ganz klar, was das für Auswirkungen haben wird. Seine Eltern finden das alles nicht so gut.

    Auch die Liebe darf in diesem Buch nicht fehlen. Harro hat noch keine Erfahrungen mit Mädchen, verliebt sich aber. Er ist sehr unsicher und schüchtern. Alles ist sehr schön geschrieben; ohne kitschig zu sein.

    Ich möchte jetzt nicht mehr Verraten. Ich finde es ist nicht nur für Jugendliche etwas, sondern auch für Erwachsene. Eine schöne Geschichte über eine schlimme Zeit. Aber ein tolles Buch, mir hat es sehr gefallen.

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    Kristall86s avatar
    Kristall86vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr spannend und bewegend. Anspruchsvolle Jugendliteratur! Aber das Ende ist recht fad...
    Bis die Sterne zittern

    Leipzig, im Sommer 1936. die Sommerferien haben gerade begonnen und der 16-jährige Harro in eine Prügelei mit Hitlerjungs verwickelt. Er teilt diese Ideologie nicht und wird sie auch niemals teilen, das steht für ihn fest. Anders als seine Eltern. Unverhofft bekommt er Hilfe von anderen Jugendlichen, die, ebenso wie er nichts mit der Nazi-Ideologie zu tun haben wollen. 1937 ändert sich für Harro alles. Seine Ideologie auch? Reibereien mit den Eltern und Ärger in der Schule, Nächte am Lagerfeuer, politische Aktionen, erste Liebe. Doch eigentlich typisch für einen Teenie in seinem Alter. Es gibt dabei aber ein großes Problem das seinem Treiben gefährlich werden könne - die Nazis. Denn Harro fällt auf, immer wieder und provoziert... Johannes Herwig hat mit diesem Jugendroman ein sehr wichtiges Thema angesprochen. Er erzählt kraftvoll und auch emotional über das Erwachsenwerden in der Hitler-Diktatur. Die Protagonisten werden einem schnell vertraut, man ist schnell in der Geschichte drin. Kann sich in Harro hineinversetzen. Dabei gibt es aber noch ein paar Dinge die mir negativ aufgestoßen sind. Herwig schreibt im Jugend-Slang. Teilweise normal, dann wieder sehr zugespitzt und völlig übertrieben. Ich bezweifle dass das authentisch ist für die damalige Zeit. Ebenso werden gerade zum Schluss der Geschichte viele Dinge offen gelassen. Was geschieht mit der Clique? Mit den einzelnen „Mitgliedern“? Ein wenig schade das dieser Roman so abrupt endet, da hätte ich mir einen besseren Abschluss gewünscht. Dafür beinhaltet es ein sehr ansprechendes Nachwort das wiederum sehr gut zum Roman passt. Dennoch ist der Tenor des Buches auch heute noch sehr aktuell: ziehe ich mit den Anderen mit oder bin ich eher ruhig und still oder bin ich jemand der genau das was er denkt auch sagt?!

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    pardens avatar
    pardenvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Jugendbuch, dem ich viele (nicht nur jugendliche) Leser wünsche, damit nicht in Vergessenheit gerät, was es zu bewahren gilt...
    Leipziger Meuten...

    LEIPZIGER MEUTEN...

    Leipziger Meuten? Nie zuvor gehört.


    "In keiner anderen deutschen Stadt gab es Ende der 1930er-Jahre zahlenmäßig derart starke, untereinander vernetzte informelle Cliquen, die von der Staatslinie abwichen und die Straßen für sich beanspruchten." (S. 252)


    Das schreibt der Autor in seinem Nachwort - und doch sind die Leipziger Meuten wohl nicht nur mir kein Begriff. Hand aufs Herz: wem sind diese Jugendcliquen im Nationalsozialismus bekannt? Edelweißpiraten? Klar! Und auch von der Swing-Jugend habe ich mal was läuten hören. Aber Leipziger Meuten? Nein.

    Um so neugieriger wurde ich, als ich erfuhr, dass dieses Roman-Debüt von Johannes Herweg genau diese Meuten zum Gegenstand hat. Jugendliche, die den Konformismus nicht mitleben wollten, die sich die Freiheit nicht nehmen ließen, zu sagen und zu zeigen, was sie dachten, die aus ihrer Unangepasstheit teilweise auch in den politischen Widerstand gerieten.

    Ein gut recherchiertes Jugendbuch hat Johannes Herweg da geschrieben und mit dem 16-jährigen Harro eine zentrale Figur kreiert, aus dessen Ich-Perspektive der Leser das Geschehen erlebt. 1936 gerät Harro rein zufällig an die Leipziger Meuten, die ihm zu Hilfe eilen, als er von ein paar Hitlerjungen in eine Prügelei verwickelt wird. Als er von seinen Rettern mit an den Treffpunkt der Clique genommen wird, ahnt er zunächst nicht, was hinter der Gruppierung steckt. Ihm gefällt es einfach, dass die jungen Leute wie er auch mit der Nazi-Ideologie nichts zu tun haben wollen.


    "Die Düsternis und Trübseligkeit der Stadt voller Uniformen und Schwarz-weiß-rot blies der Frühling hier draußen einfach fort. Auf den Feldern leuchtete der Raps." (S. 204)


    Mit einzelnen aus der Gruppe freundet sich Harro allmählich an, andere bleiben oberflächlich bekannt, und Harro erfährt, dass es ähnliche Gruppierungen auch in anderen Stadtteilen in Leipzig gibt. Es gehört schon Mut dazu, sich alleine schon durch die Kleidung (kurze Lederhose und karierte Hemden beispielsweise) offen zu den Meuten zu bekennen, aber Harro ist - recht naiv zuweilen - fest entschlossen dazuzugehören. Immer wieder kommt es dadurch zu Ärger mit  den 'korrekt' gesinnten Bürgern - in der Schule ebenso wie in der HJ, aber auch zu Hause reibt sich Harro mit den Eltern.

    Harro ist eigentlich ein ganz normaler Jugendlicher mit denselben Gedanken und Problemen wie heute auch: Identitätsfindung, Hormonstau, die erste Liebe, Abgrenzung von den Eltern - alles ist in Aufruhr. Doch zu Zeiten des Nationalsozialismus muss sich Harro in seinem Erwachsenwerden noch mehr Fragen stellen: soll er wie fast alle anderen mitmachen und sich still anpassen - oder soll er sich wirklich dagegen stellen?

    Johannes Herweg zeichnet diesen Charakter mit all seinen Unsicherheiten glaubhaft und authentisch. Harro begegnet auch sympathischen Menschen in der Uniform der Nationalsozialisten und fragt sich zurecht, ober er nicht genauso gut auf dieser Seite der Waagschale hätte landen können, wenn er nicht zufällig den Leipziger Meuten begegnet wäre?


    "...sprang mich die Zeichnung eines Karpfens an. Dieser stand für die Kraft, gegen den Strom zu schwimmen (...) Das Bild gefiel mir. Dann dachte ich, was ist mit jenen, die gegen den Strom schwimmen wollen, aber zu schwach sind?" (S. 38)


    Episodenhaft erhält der Leser einen Einblick in das Geschehen, das keine Geschichte mit einem großen Spannungsbogen ist, sondern punktuell aufzeigt, wie sich die Situation im Verlauf der Zeit verändert. Harro reift heran, und wo anfangs der Zufall regiert hat, trifft er immer mehr klare Entscheidungen - ahnend, dass dies gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen kann... Und dass diese kommen, lässt schon der Prolog verlauten, der wie ein Paukenschlag den Roman eröffnet.

    Tatsächlich endet der Roman sehr offen, was mir zunächst missfiel. Doch das Nachwort macht deutlich, dass danach eine weitere, ganz andere Geschichte hätte erzählt werden müssen, und so ahnt man zumindest, was weiter geschehen wäre. Auch wenn hier vieles an der Oberfläche blieb und ich mir insgeheim manchmal mehr Spannung erhoffte, gefällt mir letztlich die Botschaft des Romans.

    Hier habe ich nicht nur erfahren, worum es bei den Leipziger Meuten ging, den oppositionellen Jugendcliquen, sondern ebenso erkannt, dass es auch in Zeiten einer Diktatur eben nicht nur die Mitläufer und die Helden dagegen gibt - sondern auch andere Arten einer Opposition. Und ist es nicht gerade auch heute wieder wichtig - auch und vor allem für Jugendliche - zu erkennen, dass man Entscheidungen treffen muss: Mitmachen, sich still anpassen oder zu seiner wirklichen Meinung stehen?

    Ein Jugendbuch, dem ich viele (nicht nur jugendliche) Leser wünsche, damit nicht in Vergessenheit gerät, was es zu bewahren gilt...


    © Parden

    Kommentare: 7
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    frenx1s avatar
    frenx1vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Spannendes Jugendbuch über unangepasste Jugendgruppen in Leipzig während des Dritten Reiches
    Buch über unangepasste Leipziger Jugendgruppen im Dritten Reich

    Die Meuten – das sind Jugendliche, die sich im Dritten Reich nonkonform verhielten – statt HJ-Uniform trugen sie kurze Lederhosen und karierte Hemden. „Bündische Jugend“ nannten sie sich selbst. Etliche Gruppen gab es in Leipzig, bis sie 1939 durch die Gestapo zerschlagen wurden.

    Während die Edelweißpiraten und die Swing Kids inzwischen schon bekannt sind, kennt man diese Leipziger Gruppen kaum. Umso erfreulicher ist es, dass nun ein Jugendbuch erschienen ist, das diese Leipziger Jugendbewegung zum Thema hat: Johannes Herwigs Jugendbuch „Bis die Sterne zittern“.

    Hauptperson ist der 16-jährige Harro. Eher zufällig wird er Mitglied einer Leipziger Clique. Doch bald wird für ihn aus der bloßen Freude am Rebellieren bitterer Ernst. Aus Lausbubenstreichen werden politische Aktionen, die die Staatsmacht immer gründlicher beobachtet. Harro selbst ist sehr überzeugend dargestellt. Er wird zwar als überzeugter Gegner des Dritten Reiches dargestellt, der alle staatliche Propaganda durchschaut, doch ist er keineswegs sakrosankt. Im Gegenteil: er muss seine Erfahrungen machen – auch mit Mädchen. Bei vielen Entscheidungen Harros, z.B. auch die, aus der Hitlerjugend auszutreten, fragt man sich, wie wohlüberlegt sie überhaupt ist.

    Was eine Clique ausmacht, die Mischung aus bloßer Rebellion und politischer Aktion, wird in „Bis die Sterne zittern“ deutlich. Man spürt auch die Recherche, die hinter dem Buch steht. Selbst Kinderspiele der damaligen Zeit sind recherchiert. Die Handlung hat mich nicht ganz so stark überzeugt. Es bleiben viele lose Enden zurück. Harro als Jugendlicher, der auf dem Weg ins Erwachsenenleben ist, ist gut getroffen. Aber wie es mit ihm weitergeht: man kann es nicht einmal erahnen. Und irgendwie fehlt der Geschichte in wenig der Pepp. Für mich liegt das vor allem an der gewählten Ich-Perspektive: da kann man eben als Erzähler nicht über die Grenzen der vorgegebenen Perspektive des Jugendlichen hinaus. Man erfährt wenig von den besorgten Eltern, wenig von den Beobachtungen der Gestapo usw. Und die Sprache ist (vor allem am Ende von Kapiteln) viel zu lyrisch, als dass sie zu einem Jugendlichen passt. Ein auktorialer Erzähler hätte eher nicht zu diesen Schwächen geführt. Der Ich-Erzähler ist sich selbst im Weg: schöne, lyrische Formulierungen wirken aus dem Mund Harros einfach fehl am Platz.

    Fazit: „Bis die Sterne zittern“ ist ein Jugendbuch, das die Zeit des Dritten Reichs aus der Sicht einer unangepassten Jugendgruppe lebendig werden lässt. Ein klein wenig hat die Handlung unter der Absicht, die Leipziger Meuten vorzustellen, gelitten. Dennoch war es eine gute, bereichernde Lektüre.

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    Sternenstaubfees avatar
    Sternenstaubfeevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Das etwas andere Jugendbuch!
    Eine Jugend in gefährlichen Zeiten

    Leipzig, 1936: Der 16-jährige Harro will mit der Nazi-Ideologie nichts zu tun haben, doch damit ist Ärger vorprogrammiert. Als er eines Tages von Hitlerjungen in die Mangel genommen wird, bekommt er unverhofft Hilfe von Heinrich, einem Jungen aus der Nachbarschaft. Heinrich nimmt Harro mit zu seinen Freunden, und so beginnt für Harro eine aufregende neue Zeit. Die Reibereien mit der Hitlerjugend werden immer schlimmer, doch gerade in diesen Zeiten erlebt Harro auch seine erste Liebe...

    Mein Leseeindruck:

    Ich finde es sehr gut und wichtig, dass es auch Jugendbücher mit diesem Hintergrund gibt. Ich lese sie immer wieder gerne und war gespannt auf "Bis die Sterne zittern". Das Buch hat mir auch sehr gut gefallen.

    Erzählt wird die Geschichte aus Sicht des Hauptprotagonisten Harro, so dass man sich als Leser gut in ihn hineinfühlen kann. Man spürt seine Zerrissenheit. Einerseits möchte er rebellieren, andererseits ist da natürlich auch die Angst. Auch eine Menge Wut steckt in Harro, und zugleich erlebt er auch die Gefühle der ersten Liebe. Für mich wurde das alles hier sehr glaubhaft erzählt.

    Nicht so wirklich gut gefallen hat mir allerdings die Sprache der Jugendlichen. Die ist mir in diesem Buch oftmals zu gewollt jugendlich und salopp. Es mag natürlich sein, dass die Jugend damals so tatsächlich gesprochen hat; das kann ich nicht beurteilen. Mir persönlich gefällt es nicht so sehr.

    Die Geschichte an sich hat mir aber sehr gut gefallen und ich hatte viel Lesefreude mit diesem Roman!


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    Engelchen07s avatar
    Engelchen07vor 5 Monaten
    In Zeiten der Hitlerjugend

    Eines Tages wird der junge Harro von Jugendlichen der Hitlerjugend angegriffen. Ihm steht plötzlich jemand zur Hilfe. Ein junger Mann namens Heinrich, der Nachbarsjunge, dieser kann mit der Hitlerjugend auch so gar nichts anfangen. Harro schließt sich Heinrich an und erlebt mit dessen Clique so einiges: Auseinandersetzungen mit der Hitlerjugend, die erste große Liebe, Freundschaft, Zusammenhalt undVerhaftungen. Es wird nichts ausgelassen und die Szenen sind stellenweise schon sehr heftig und ergreifend.

    Dieser Jugendroman ist sehr spannend und bestimmt für Jugendliche eine tolle Lektüre. Mir persönlich war sie zu jugendlich geschrieben und fehlte das eine oder andere kleine Detail.

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    black_horses avatar
    black_horsevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein interessanter Blick auf nicht linientreue Jugendliche Mitte der 1930-iger Jahre, gefühlvoll und nachdenklich.
    Die widerspenstige Meute

    Dieser Debüt-Roman des Leipziger Autors Johannes Herwig greift ein Thema auf, über das bisher kaum geschrieben wurde: Jugendliche, die Mitte der 1930er Jahre der HJ kritisch gegenüberstande.

    Protagonist Harro merkt, dass er mit der politischen Entwicklung im Jahre 1936 nicht zurecht kommt. Er möchte nicht in die HJ, er sieht die Entscheidung seiner Eltern, sich an das politische System anzupassen, kritisch. Über seinen Nachbarsjungen Heinrich kommt er zu einer Clique ähnlich Denkender und entwickelt sich damit zum "Meutenmitglied", die mit einem besondern Kleidungsstil ihre Andersartigkeit zum Ausdruck bringen.

    Im Buch verfolgt der Leser Harros Entwicklung. In vielen Episoden zeigt sich, wie schwierig die Situation Andersdenkender war und wie sie mit verschiedenen Aktionen versucht haben, sich zu organisieren.
    Gleichzeitig findet Harro auch Gefallen an den Mädchen, die zur Clique gehörten. Sehr bildhaft beschreibt der Autor das "Erwachsenwerden" des Jungen, sowohl in seinen Überzeugungen als auch in seinen Gedanken und Gefühlen.

    Die Handlung spielt in Leipzig. Viele Orte der Stadt werden im Laufe der Geschichte beschrieben, v.a. Harros Stadtteil Connewitz, der auch in der Umschlaginnenseite mit einer Karte zur Orientierung zu finden ist. Leser, die sich in Leipzig auskennen, werden viele Orte wiedererkennen.

    Das Ende des Buches war mir persönlich zu offen. Es bleiben viele Fragen und Unsicherheiten über die weitere politische und persönliche Entwicklung.

    Insgesamt ein gelungenes Jugendbuch über ein kaum bekanntes Thema, das der Autor sehr anschaulich und gefühlvoll in Szene gesetzt hat.

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    Jani182s avatar
    Jani182vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Roman der zeigt was es heißt um seine Freiheit zu kämpfen
    Bis die Sterne zittern

    Inhalt: Leipzig, 1936. Die Sommerferien haben eben erst begonnen, als der 16-jährige Harro von Hitlerjungs in die Mangel genommen wird. Unverhofft bekommt er Hilfe von Gleichgesinnten, die wie er nichts mit der Nazi-Ideologie zu tun haben wollen. In dem Jahr, das folgt, ändert sich für Harro alles. Reibereien mit den Eltern und Ärger in der Schule, Nächte am Lagerfeuer, politische Aktionen, erste Liebe. Und über allem die bange Ahnung, dass sein wildes Treiben gefährliche Konsequenzen haben kann.


    Das Buch bietet eine unterhaltende Aufklärung über die NS-Zeit aus der Sicht der Rebellen. Mir gefiehl es besonders gut, dass es aus der Perspektive eines Jugendlichen geschrieben wurde, der so gar nichts mit der Ideologie Hitlers anfangen kann. Der Roman erzählt über die Abenteur der jungen Clique und deren Auseinandersetzungen mit der Hitlerjugend. Nebenbei bekommt man eine Gechichte über das Erwachsenwerden geboten.

    Zwischendurch hat jedoch die Spannung gefehlt, die einen anregt weiter zulesen. Trotzdem im Gesamteindruck ein gelungener Debütroman!

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    irismarias avatar
    irismariavor einem Jahr
    empfehlenswerter Jugendroman über eine oppositionelle Jugendbewegung in der NS-Zeit

    "Bis die Sterne zittern" von Johannes Herwigist ein historischer Jugendroman aus dem Gerstenberg Verlag. Die Story spielt 1936 in Leipzig. Hauptfigur ist der 16-jährige Harro, der durch einen Nachbarsjungen Kontakt zu einer Gruppe von Jugendlichen bekommt, die der Nazi-Ideologie skeptisch gegenüber stehen. Sie praktizieren eine freie Gemeinschaft von Jungen und Mädchen, kleiden sich alternativ und stehen sozialistischen Ideen nahe. Das führt natürlich zu Konflikten mit Hitlerjungs aber auch den Eltern. Harro muss sich entscheiden, was ihm wichtig ist und welche Konsequenzen er bereit ist, zu tragen.
    Auch wenn "Bis die Sterne zittern" ein Jugendbuch ist, war es für mich als Erwachsene gut und flüssig zu lesen. Die unterschiedlichen Charaktere sind schön gezeichnet und ich konnte mir die Stimmung in den »Leipziger Meuten«, von denen das Buch handelt, gut vorstellen. Manche Szenen hätte ich mir ausführlicher gewünscht, um die Beweggründe der Akteure besser zu verstehen. Im Nachwort ordnet der Autor das Geschehen historisch ein, das finde ich bei einem historischen Roman immer wichtig und interessant.
    Mein Fazit: ein empfehlenswerter Jugendroman über eine mir vorher nicht bekannte oppositionelle Jugendbewegung in der NS-Zeit

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    Larischens avatar
    Larischenvor einem Jahr
    Über die Leipziger Meuten

    1936 in Leipzig: Der 16jährige Harro kommt aus einem guten Elternhaus, seine Eltern sind Lehrer und haben sich nur im Notwendigsten mit dem politischen System arrangiert. So ist Harro auch kein Mitglied der Hitlerjugend und gerät so auf der Straße in deren Visier. Völlig überraschend erfährt er in der Auseinandersetzung mit der HJ Hilfe von anderen Jugendlichen, die ganz wie er außerhalb des Systems stehen. Harro gewinnt neue Freunde und startet so in neuen Lebensabschnitt. Er verbringt viel Zeit auf der Straße und nimmt sich mit der Gruppe Freiheiten heraus, die dem System entgegenstehen. Das geht so weit, dass sogar Harros Eltern auf den Plan gerufen werden, die sich große Sorgen um ihren Sohn machen. Denn seine vermeintlich harmlose Clique zieht die Aufmerksamkeit der Staatsmacht auf sich und die Jugendlichen begeben sich in große Gefahr. Johannes Herwig hat mit "Bis die Sterne zittern" einen Roman geschrieben, der sich mit den Leipziger Meuten - oppositionellen Jugendgruppen - beschäftigt und so die Aufmerksamkeit des Lesers auf ein bisher vernachlässigtes Thema lenkt. Das große Thema der Leipziger Meuten ist Freiheit, ein Stichwort, dass im Nationalsozialismus unweigerlich zur Konfrontation mit der Staatsmacht führen muss. Und so spürt der Leser, wie sich die Situation von Harro und seinen Freunden immer weiter zuspitzt. Für mich war es beeindruckend zu lesen, wie furchtlos die Jugendlichen ihre Freiheit verteidigen. Natürlich sind sie in vielen Fällen dabei auch sehr blauäugig und bringen sich in große Gefahr. Der Einstieg in das Buch ist heftig und schont den Leser keine Sekunde. Man ist sich also von der ersten Seite an bewusst, dass es für Harro und seine Freunde in einer Katastrophe endet. Wichtig zu sagen ist, dass es sich um ein Jugendbuch handelt. Dementsprechend erzählt Herwig auch. Der Schreibstil ist sehr eingängig, angemessen der Zeit und versetzt einen auf die Leipziger Straßen. Der Leser erfährt ganz nebenher viel über die Zeit. In der Rückschau hätte ich mir vielleicht in einem Anhang noch ein paar Erklärungen für Jugendliche gewünscht. Ob denen allen bewusst ist, was zB eine Kothe ist, bezweifle ich nämlich. Vielleicht wäre es auch gut gewesen, den jugendlichen Lesern noch etwas mehr gezielte Informationen zur Zeit zu geben, damit die Tragweite des Handelns der Leipziger Meuten noch deutlicher wird. Zwar klingt das im Buch immer wieder an, es könnte aber durchaus noch expliziter dargestellt werden. Letztlich hat mich das Ende nicht ganz überzeugt, da es meiner Meinung nach etwas zu plötzlich kommt und die Bedeutung der Meuten auch ein wenig zurücksetzt. Johannes Herwig schließt den Roman mit einem Nachwort, das dem Leser eine historische Einordnung ermöglicht. Das Nachwort ist sehr gut gelungen und hat genau den richtigen Umfang. "Bis die Sterne zittern" ist ein sehr wertvoller Roman, der sich mit einem Thema beschäftigt, dass gerade Jugendlichen die Schrecken des Nationalsozialismus gut verdeutlichen kann. Es bietet viel Diskussionsstoff und Anknüpfungspunkte für weitere Informationen. Letztlich konnte mich Johannes Herwig - insbesondere mit seinem Ende - nicht völlig überzeugen. Nichtsdestotrotz kann ich das Buch nur weiterempfehlen und zwar nicht nur für Jugendliche, sondern auch für erwachsene, geschichtsinteressierte Leser, die mal einen neuen Blick auf diese Zeit werfen möchten.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Gerstenberg Verlags avatar

    Wild, bunt, rebellisch – die »Leipziger Meuten«, oppositionelle Jugendcliquen, haben Johannes Herwig zu seinem Debüt inspiriert. Kraftvoll, mitreißend und emotional erzählt Herwig vom Erwachsenwerden in einer Diktatur. Die Fragen, die er dabei stellt, sind heute so aktuell wie damals: Mitmachen, sich still anpassen oder Kontra geben?
    Der Gerstenberg Verlag vergibt 15 Freiexemplare für diese autorenbegleitete Leserunde. Bewerbungsschluss ist der 30. August.

    Das Buch ist für Leser ab 14 und darum geht es:
    Leipzig, 1936. Die Sommerferien haben eben erst begonnen, als der 16-jährige Harro von Hitlerjungs in die Mangel genommen wird. Unverhofft bekommt er Hilfe von Gleichgesinnten, die wie er nichts mit der Nazi-Ideologie zu tun haben wollen. In dem Jahr, das folgt, ändert sich für Harro alles. Reibereien mit den Eltern und Ärger in der Schule, Nächte am Lagerfeuer, politische Aktionen, erste Liebe. Und über allem die bange Ahnung, dass sein wildes Treiben gefährliche Konsequenzen haben kann.

    > Leseprobe auf Book2Look
    > Autorenvideo
    > Das Buch auf der Verlagswebsite
    > „Liebe und Widerstand an Leipzigs schönster Straße“ – Autorenporträt über Johannes Herwig in der Leipziger Volkszeitung

    Bewerbung:
    Bewerbt Euch bis zum 30. August um ein Freiexemplar und die Teilnahme an der Leserunde, indem Ihr folgende Frage beantwortet:

    Freundschafts-, Liebes-, Zeitgeschichte – Was reizt Dich an dieser Leserunde?

    Zum Autor:
    Johannes Herwig, geboren 1979 in Leipzig, wusste schon frühzeitig, dass er schreiben wollte – und vergaß es ein paar Jahrzehnte. In seiner Jugend fühlte er sich in der Leipziger Punkszene zuhause, jobbte nach dem Abitur auf dem Bau, spielte in Bands und studierte schließlich Soziologie und Psychologie. Er gründete die Filmgalerie Phase IV in Dresden, bevor er sich seiner Berufung widmete und die Arbeit an seinem Roman über die Leipziger Meuten begann.

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