Johannes Sachslehner Alle, alle will ich - Arthur Schnitzler und seine süßen Wiener Mädel

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Inhaltsangabe zu „Alle, alle will ich - Arthur Schnitzler und seine süßen Wiener Mädel“ von Johannes Sachslehner

Toni, Fifi, Minni, Jenny, Dilly, Mizi I und Mizi II, Poldi schon im zärtlichen Diminutiv liegt eine ganze Welt : Leichtlebigkeit und Lebenslust schwingen mit, aber auch Respektlosigkeit und das beruhigende Wissen, dass der Trennungsschmerz sich in Grenzen halten wird. Arthur Schnitzler schätzt die Mädchen aus der Vorstadt und kann nicht genug von den Wiener Weiberln bekommen. Alle, alle will ich , vermerkt er am 19. März 1896 in seinem Tagebuch. Es sind naiv-erotische Spiel- und Lustobjekte, austauschbar, wenn die Beziehung zu langweilig wird, gleichzeitig aber eifersüchtig gehütet. Der Schriftsteller tobt über ihre Untreue, ergeht sich in wilden Beschimpfungen die Vorwürfe reichen von Vorstadtflitscherl und Komödiantenhure bis zur verdorbensten Kreatur der Welt und sogar sadistischen Anwandlungen. Johannes Sachslehner rückt in seiner detaillierten biografischen Studie das Schicksal dieser Frauen in den Mittelpunkt und zeigt, dass sich hinter der sanften literarischen Verklärung in Schnitzlers berühmten Texten eine oftmals erschreckende Realität offenbart.

Jenseits einer Verherrlichung des großen Schriftstellers.

— Gungl
Gungl

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  • Arthur Schnitzler, der Sexprotz

    Alle, alle will ich - Arthur Schnitzler und seine süßen Wiener Mädel
    Gungl

    Gungl

    06. January 2017 um 11:30

    KLAPPENTEXT: Toni, Fifi, Minni, Jenny, Dilly, Mizi I und Mizi II, Poldi schon im zärtlichen Diminutiv liegt eine ganze Welt : Leichtlebigkeit und Lebenslust schwingen mit, aber auch Respektlosigkeit und das beruhigende Wissen, dass der Trennungsschmerz sich in Grenzen halten wird. Arthur Schnitzler schätzt die Mädchen aus der Vorstadt und kann nicht genug von den Wiener Weiberln bekommen. Alle, alle will ich , vermerkt er am 19. März 1896 in seinem Tagebuch. Es sind naiv-erotische Spiel- und Lustobjekte, austauschbar, wenn die Beziehung zu langweilig wird, gleichzeitig aber eifersüchtig gehütet. Der Schriftsteller tobt über ihre Untreue, ergeht sich in wilden Beschimpfungen die Vorwürfe reichen von Vorstadtflitscherl und Komödiantenhure bis zur verdorbensten Kreatur der Welt und sogar sadistischen Anwandlungen. Johannes Sachslehner rückt in seiner detaillierten biografischen Studie das Schicksal dieser Frauen in den Mittelpunkt und zeigt, dass sich hinter der sanften literarischen Verklärung in Schnitzlers berühmten Texten eine oftmals erschreckende Realität offenbart. LESEREINDRUCK: Seit meiner Jugend begleiten mich die Werke von Arthur Schnitzler und der Titel der vorliegenden Biographie war dementsprechend verlockend. Ganz profan reiht sich eine junge Frau an die nächste, oft ist Schnitzler mit drei Damen zugleich liiert und jongliert die Verabredungen wie ein Zirkusartist. Das erotische Tagebuch des Herrn Schnitzler scheint einzig dem Zweck gedient zu haben, sich der eigenen Manneskraft zu vergewissern. Im Zuge der Lektüre tut einem der Mann fast leid, weil er das, was er sucht, niemals finden wird, wäre da nicht die Kälte, mit der er beispielsweise eine seiner Geliebten in Krankheit und Not im Stich lässt, Frauen "gegen ihren Willen" besitzt und offenbar auch schlägt. Wiederholt musste ich mich daran erinnern, dass in diesem Buch ein Teilaspekt Schnitzlers Persönlichkeit beschrieben wird und hätte mir gewünscht, es wäre mehr auf die sozialen Gegebenheiten der Zeit und auf die persönlichen Lebensumstände Schnitzler eingegangen worden, um dieses Bild etwas abzurunden. Dennoch ist es ein fesselndes Sittenbild zum Fin de Siècle und absolut lesenswert.

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  • Die „andere Seite“ Arthur Schnitzlers

    Alle, alle will ich - Arthur Schnitzler und seine süßen Wiener Mädel
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    05. November 2015 um 14:57

    Die „andere Seite“ Arthur Schnitzlers Gestörter Narzisst, Verführer, Ausnutzer, Egozentriker, kalter Herzensbrecher. Das sind Strichworte und Eindrücke, die nach dieser Lektüre vom „privaten“ Arthur Schnitzler verbleiben. Wobei „privat“ nicht unbedingt „abgetrennt“ heisst, denn viele der Spuren und Haltungen des „Frauenverbrauchers“ Schnitzler lassen sich durchaus, wie Sachslehner fundiert aufzeigt, auch in der literarischen Tätigkeit Schnitzlers wieder entdecken. Einer, der mit „krankhafter Eifersucht“ zudem geschlagen war, der, auch als reines Machtmittel im Übrigen, vor allem auf seine „Vorgänger „bei dem jeweiligen „Mädel“ diese Eifersucht austobte und mit heftigen Szenen weder gegen sich selbst ankam, noch den gerade aktuellen Gespielinnen eine Chance zum atmen ließ. Akribisch geplant, akribisch im Tagebuch festgehalten, der billige Stolz des Verführers, der kühl fallen lies, sobald in ihm sich kein rechtes sexuelles Entspannen in, natürlich nur für ihn, bester Weise einstellte. Der sich oft und oft aus Beziehungen, romantisch feurigen „Lieben“, die er vorgaukelte, wie ein Dieb in der Nacht davon stahl. Einen menschlichen Trümmerhaufen hinter sich lassend. Vielfach aus privaten Notizen Schnitzlers herausgelesen und in den biographischen Portraits der „Mädel“ und der „Lieben“ herausgearbeitet, legt Sachslehner das Bild eines durchaus widerlichen Umgangs und eines absolut nur auf sich bezogenen Mannes vor, dem die „Eroberung“, das „Besitzen“ über alles ging, der dabei aber innerlich keine Verpflichtung spürte, sondern ging, wenn es ihm einengend oder langweilig erschein. Und oft genug am gleichen Tag zu eben einer anderen seiner „Mädels“ sich hin verflüchtigte. Hier wird kein „Bonvivant“ oder ein „Charmeur“ augenzwinkernd vorgestellt, sondern nicht anderes als ein kranker Mann und ein Soziopath im Blick auf die Liebe und die Frauen. Wobei auch „Frauen“§ es nicht wirklich trifft, denn erwachsene, gestandene Frauen, die kamen Schnitzler kaum unter. Nein, seinem abfälligen Denken entsprechend, dass sich überall in seiner erniedrigenden Sprache verriet, ging es um „Mädels“, „Weiber“, getreu seinen ersten Erfahrungen eigentlich um „käufliche Frauen“, die nun nicht Geld als Gegenwert erhielten, sondern die Gnade seiner persönlichen Gegenwart und sexuellen Vielfältigkeit. „Mädels“, die privat von ihm bewertet, in Form fast einer „Leistungstabelle“ festgehalten wurde. So sehr, dass es im Lauf der Lektüre wirkt, als wäre die Schriftstellerei Schnitzlers nur „Nebenbetrieb“ gewesen inmitten der eigentlichen einzigen „Hauptsache“ seines Lebens, der Erotik. „Mein Blut tanzt Cancan“. „Am liebsten wäre mir ein Harem“ „Es ist wahr, ich habe ein lebhaftes Bedürfnis, jedes Mädel, in unserem gesellschaftlich, moralischen Sinn tief zu verderben“. Zwar wird der Reigen der „Mädels“ stark strapaziert du auf Dauer ein wenig eintönig, aber fundiert und akribisch liest sich aus diesem Werk das „Eigentliche“ Schnitzlers dennoch präzise und treffend heraus.

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