Johannes Siegrist

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Medizinische Soziologie

Medizinische Soziologie

 (3)
Erschienen am 20.09.2005
Arbeitswelt und stressbedingte Erkrankungen

Arbeitswelt und stressbedingte Erkrankungen

 (0)
Erschienen am 20.02.2015

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Rezension zu "Medizinische Soziologie" von Johannes Siegrist

Rezension zu "Medizinische Soziologie" von Johannes Siegrist
Jarivor 8 Jahren

Inhalt:

Was sollten junge Ärzte in der Ausbildung über die Gesellschaft, in der sie leben, wissen? Ist das Wissen über Funktion und Disfunktion einer Gesellschaft überhaupt wichtig?
Ja, dieses Wissen ist durchaus wichtig. Immer wieder wird bewiesen, dass die Gesellschaft an der Entstehung von Krankheiten beteiligt ist. Auch dass Umfeld, aus dem ein Patient stammt, sollte ein Arzt nicht ausser Acht lassen. Aus welcher Klasse stammt der Patient? Nachweislich haben Menschen aus einer niederen Schicht ein anderes Verhältnis zu ihrem Körper als jene aus der Oberschicht. Auch der Umgang mit Präventionsmassnahmen wird anders angegangen.
Meine Meinung:

"Medizinische Soziologie" von Johannes Siegrist ist ein Fachbuch, das in der Ausbildung von jungen Ärzten konsultiert wird. Es ist ein Lehrwerk, das die Auszubildenden auf alle wichtigen Themen des Gebietes "Soziologie in der Medizin" hinweist und auch Kontra- und Minuspunkte von System (u.a. auch in Krankenhäusern und in der Arzt-Patienten-Beziehung) aufdeckt und erläutert.

Ich als Laie habe das Buch aus reinem Interesse glesen. Vieles war mir schon aus dem Psychologie-Unterricht bekannt, so zum Beispiel, dass sich sozioler Rückhalt positiv auf unser Selbstbewusstsein auswirkt, was wiederum eine bessere Gesundheit zur Folge hat. Jedoch habe ich dank der Lektüre dieses Fachwerkes viel Neues über die Gesellschaft (was ist eine Gesellschaft überhaupt?) und das Handeln von Gruppen und Auswirkungen von Krankheiten gelernt.

Siegrist hat sein Werk in sechs Teile gegliedert, die aufeinander aufbauen. Man beginnt mit dem Kapitel "Entstehung und Verlauf von Krankheiten" arbeitet sich dann über Methoden der wissenschaftlichen Untersuchungen zur Frage, was eine Gesellschaft ist, vor. Die nächsten Kapitel haben dann das ärztliche Handeln thematisiert. Hier wird vor allem behandelt, wie man die Beziehung zwischen Arzt und Patient verbessern kann.

Das gesamte Buch ist mit vielen Tabellen illustriert, die methodische Untersuchungen der letzten Jahre belegen. Die Gliederung des Werkes ist übersichtlich und die blau unterlegten Informationsboxen geben das Wichtigste noch einmal wieder, jedes Kapitel endet mit einer Zusammenfassung und weiterführender Lektüre.
Jedoch ist der Aufbau des Buches auf Dauer etwas öde, da es sich jedoch um ein Fachwerk handelt, das sich auf Wissensvermittlung spezialisiert, kann man sich damit abfinden.

Überraschend kam für mich, dass das Buch auch für Laien einigermassen verständlich ist. Fremdwörter werden meist direkt erklärt und falls man mal den einen oder anderen Ausdruck vergisst, hilft ein umfangreiches Glossar am Ende des Buches wieder auf die Sprünge.
Natürlich ist die Lektüre dieses Buches kein Spaziergang wenn man sich nicht gerade in Ausbildung befindet, aber Siegrist benutzt eine Sprache, die zwar auf dem Niveau von Ärzten ist, sich aber trotzdem an der Sprache der Allgemeinheit orientiert.

Man muss jedoch darauf hinweisen, dass es im Buch zwar auch um Psychologie geht, diese aber nicht im Vordergrund steht. In der Soziologie wird das Augenmerk auf die Gesellschaft gelegt, die Psychologie spielt dabei eine wichtige Rolle, wird aber also solche nicht genauer thematisiert.
Fazit:

Leider werde ich, da ich das aufgenommene Wissen nicht oder nur selten verwenden werde, vieles wieder vergessen, dennoch profitiere ich nun von einem tieferen Verständnis in die Gesellschaft und die Entwicklung von Krankheiten. Ausserdem fühle ich mich für meinen nächsten Arztbesuch besser vorbereitet, da ich mich etwas in seine Welt vorgewagt habe.

"Medizinische Soziologie" eignet sich tatsächlich nur für die Aus- und Weiterbildung von Ärzten, da sie dieses Wissen benötigen. Auch Pflegekräften wird das Buch empfohlen.
Laien sollten das Buch nur lesen, wenn sie sich wirklich für das Thema der medizinischen Soziologie interessieren und sich damit auseinandersetzen wollen. Für wenig Interessierte, die sich an das Buch heranwagen, könnte die Lektüre anstrengend und strapaziös werden.

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