Sumerland 1

von Johannes Ulbricht 
3,0 Sterne bei32 Bewertungen
Sumerland 1
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Positiv (9):
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Äußert seltsam und gewöhnungsbedürftig, aber auch extrem faszinierend

Kritisch (9):
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Eine gute Storyidee, Umsetzung und Schreibstil vermochten mich jedoch einfach nicht zu fesseln.

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Inhaltsangabe zu "Sumerland 1"

"Die Sumerland-Saga ist ein großer Lesegenuss, sie sei hiermit herzlich empfohlen"
Takis Würger in DER SPIEGEL

Nur wenige Eingeweihte wissen, dass unsere Zivilisation nichts als eine kollektive Illusion ist, in der die Menschen gefangen gehalten werden. In Wahrheit tobt ein geheimer Krieg in der phantastischen Realität hinter der Scheinwelt unseres Alltags. Auf der einen Seite steht der babylonische Stadtkegel von Waylhaghiri, in dem alle Zivilisationsepochen der Menschheit übereinander geschichtet sind. Diese einzige Stadt auf der Welt lebt von der Perfektionierung der zivilisatorischen Ästhetik. Glamour, Moden und kalkulierte Manipulation sind bis in die Intimsphäre allgegenwärtig. In diesem System müssen die Bewohner ihren sozialen Status jeden Tag aufs Neue verteidigen. Auf der anderen Seite steht die umgebende Wildnis des Sumerlandes, in der Tiermenschen leben, die verspielt und kindlich, aber auch unberechenbar und grausam sind. Die jahrhundertealten, doch ewig kindlichen Herrscher beider Reiche, Prinz Zazamael und Prinzessin Serisada, kämpfen erbittert um die Vorherrschaft. Zazamael benötigt für die endgültige Dominanz seines Reiches – die in Form einer Emulsion von Traum und Wirklichkeit namens „große Fusion“ erfolgen soll – den „wilden Wein“ als rettendes Elixier. Auf der Suche nach dem „wilden Wein“ dringt er unter ständiger Bedrohung durch die sumerländischen Tiermenschen ins Herz von Serisadas Reich vor. Auf dieser Reise werden alle seine Gefährten einer nach dem anderen hingemeuchelt, wobei der Prinz das eigentliche Ziel des Attentäters zu sein scheint. Erst einen Schritt vor dem Ziel angekommen erkennt Zazamael, wer der Mörder ist. Währenddessen gelingt es Serisada, als Spionin in Waylhaghiri einzudringen. Dort hat sie die schwierige Aufgabe, sich in der Zivilisation zu behaupten, ohne enttarnt zu werden. Zunächst gelingt ihr eine beachtliche Karriere als Designerin, bis es zu einem der regelmäßigen Zusammenbrüche der ästhetischen Muster in Waylhaghiri kommt, wodurch – wie jedes Mal – ein Teil der Stadt untergeht, indem er von dem tödlichen Silber bedeckt wird. Leider ist es der Teil der Stadt, den Serisada designt hat und in dem sie lebt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783833233555
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:Panini
Erscheinungsdatum:22.08.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Belladonnas avatar
    Belladonnavor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eine gute Storyidee, Umsetzung und Schreibstil vermochten mich jedoch einfach nicht zu fesseln.
    Meine Rezension zu Sumerland

    Die Beschreibung zu Johannes Ulbrichts Dilogie „Sumerland“ hat sofort meine Neugier angestachelt. Eine Welt in der Realität, Fiktion und Fantasy zu einem bunten Aquarell verschwimmen – besser geht es doch nicht! Dachte ich zumindest zu Beginn des Abenteuers. Nach einiger Zeit wurde mir allerdings bewusst, dass hier nichts ist wie es scheint. Zum einen sind Band 1 „Prinzessin Serisada“ und Band 2 „Prinz Zazamael“ so eng miteinander verwoben, dass man diese beiden Bücher am besten gleich in einem Buch vereinigt hätte (aus diesem Grund habe ich mich auch dazu entschieden die beiden Bücher zusammen zu rezensieren), und zum anderen hätte ich nie gedacht dass es mir einmal so schwer fallen würde ein Buch zu besprechen von dem ich mir so viel erwartet hatte.

    Monatelang habe ich mich nun durch die Fantasiewelt des Sumerlands gequält und zuviel Zeit in Waylhaghiri geopfert und dabei hätte ich mich nur zu gerne in die beeindruckende Turmstadt und die wilde Landschaft mit ihren Bewohnerinnen und Bewohnern verliebt. Bis zuletzt habe ich der Geschichte eine Chance gegeben aber ich fand einfach keinen Zugang, das Tor zu dieser Welt blieb für mich verschlossen und ich kann nicht einmal genau bennenen warum das so ist.

    Der Erzählstil verlangt einem durch seine vier Handlungsstränge und das schnelle hin- und herswitchen zwischen diesen sehr viel Konzentration ab. Normalerweise habe ich bei mehreren Erzählebenen keine Probleme, doch hier bin ich immer wieder daran hängen geblieben. In meinen Augen lag das vor allem an den Protagonisten zu denen ich einfach keine Beziehung aufbauen konnte. Eine Protagoninstin ohne Namen spricht den Leser direkt an und verbringt viel Zeit in einem Dialog mit einem Unbekannten. In einem weiteren Strang erzählt Susanne, die Cousine dieser Protagonistin von ihrem Leben und einem Spiel das sich mit der Realität vermischt hat. In den beiden anderen Handlungsebenen begleitet man die uralten und dennoch kindlichen Herrscher des Sumerlands (Prinzessin Serisada) und Waylhaghiri (Prinz Zazamael). Aus dieser umfangreichen Struktur hätte man sehr viel mehr machen können, doch für mich blieben die einzelnen Charaktere zu unscharf und es war überhaupt keine Entwicklung der Persönlichkeiten mitzuverfolgen.

    Trotz meiner negativen Leseerfahrung möchte ich nun nicht alles schlecht reden, denn die Grundidee der Scheinrealität und der zwei unterschiedlichen Welten Waylhaghiris und Sumerland hat mir sehr gut gefallen. Eine Stadt die Turmartig aufgebaut ist und das Ziel eines Jeden der soziale und wirtschaftliche Aufstieg nach oben darstellt bietet viel Raum für gesellschaftliche Betrachtungen. Außerdem werden viele Fragen aufgeworfen, z. B. wie stehen Waylhaghiri und Sumerland zu Susannes erfundenem (Kinder)Spiel und welche Rolle nimmt die unbekannte Erzählerin dabei ein? Meine Hoffnung auf ein aufschlussreiches Ende der Geschichte liesen mich bis zum Ende durchhalten. Vielleicht habe ich den Inhalt nicht richtig gedeutet, aber für mich gab es einfach zu viele offene Vermutungen die mir an keiner Stelle der Geschichte klarer wurden oder zumindest einen Weg gewiesen hätten.

    Schlussendlich bin ich einfach glücklich das Buch nach so einer langen Zeit zu Ende gelesen zu haben um meine freien Gedanken nun endlich neuen literarischen Erlebnissen widmen zu können.

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    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 22.08.2018

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    Lillisbuntewelts avatar
    Lillisbunteweltvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Nach anfänglichen Startschwierigkeiten eine solide Geschichte mit einer richtig tollen Idee und einer tollen App dazu.
    Nach anfänglichen Startschwierigkeiten eine solide Geschichte

    Sumerland ist eine Fantasy-Reihe der ganz besonderen Art. Als ich gefragt wurde, ob ich die Bücher gerne lesen und rezensieren würde, habe ich mich sehr gefreut. Denn das Buch hat mich total angesprochen. Die Idee von realer und virtueller Welt in ein Buch zu packen, fand ich sehr faszinierend. Als ich dann gesehen habe, dass es eine Augmented-Reality-App zum Buch gibt, war meine Begeisterung noch größer und ich wusste: das Buch muss ich lesen! Das Buch hat ein wunderschönes Cover, was wirklich sehr gut zum Inhalt des Buches passt. Es ist sehr liebevoll gestaltet worden, mit Sinn fürs Detail.

    Zu Beginn des Buches viel es mir leider recht schwer in die Geschichte rein zukommen. Gefühlt gab es 20 verschiedene handelnde Personen, aus deren Sichten die Geschichte geschrieben war. Vor allem gibt es eine Ich-Erzählerin, deren Namen man nicht erfährt. Ich dachte zu Beginn, dass es mehrere Ich-Erzähler geben würde. Dann habe ich doch herausgefunden, wie der Aufbau dieses Buches gestaltet ist: es gibt eine Ich-Erzählerin, die oftmals mit einem verstorbenen Nahestehenden, namens Andi redet. Diese namenlose Ich-Erzählerin lebt in unserer Welt, wie wir sie kennen. Schnell erfährt man jedoch, dass es sich bei unserer Welt lediglich um eine Illusion handelt. Die Wirklichkeit, die Welt des Sumerlands, bekommen wir in der Regel nicht zu Gesicht. Die Ich-Erzählerin ist eine von wenigen eingeweihten und hat die Fähigkeit in die uns verborgene, reale Welt zu blicken. Hier beobachtet sie zum einen den Prinzen Zazamael, der über die Stadt Waylhaghiri herrscht und zum anderen die Prinzessin Serisada, die über das wilde Umland herrscht. In dieser Welt herrscht ein Krieg zwischen den beiden Parteien. Prinz Zazamael will die Alleinherrschaft über diese Welt und dringt immer weiter in das wilde Umland ein.
    Der Schreibstil im Buch hat mir sehr gut gefallen, trotz anfänglicher Verwirrungen, hat mir das Lesen Spaß gemacht. Je weiter die Geschichte fortschritt, desto besser wurde auch immer mein Gesamteindruck. Dennoch konnten sich die Charaktere für mich bis zum Ende nicht richtig entfalten. Sie haben kaum an Tiefe gewonnen und wurden für mich nicht so greifbar, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich habe kaum das Gefühl gehabt mit ihnen mitzufiebern und sie auf ihrer Reise zu begleiten. Aber auch das wurde zum Ende hin immer besser. Ich bin deshalb sehr gespannt auf Band 2, wo ich hoffentlich von Anfang an in der Geschichte drin sein kann und meine Probleme mit Band 1 aushebeln kann.
    Eine große Bedeutung für dieses Buch spielen die Yin und Yang ähnlichen Zeichen, die im Buch abgedruckt sind. Sie geben jeweils an, wenn die Sichtweise der Geschichte wechselt. Diese Symbole haben auch für die zugehörige App eine große Bedeutung. Die App "Apparatu" regt dazu an, sich in unserer Welt zu bewegen, diese Symbole zu finden und durch diese Zeichen einen Blick in die Welt des Sumerlands zu erhaschen. Dazu sind an bestimmten Standorten diese Symbole versteckt, die dann mit dem Smartphone abgescannt werden können. Leider gab es in meiner Nähe keines der Symbole, weshalb ich darauf zurückgreifen musste, die Symbole von der Webseite abzuscannen. Die Umsetzung dieses Blickes in die andere Welt, wurde meiner Meinung nach wunderbar umgesetzt. Hat man einige der Symbole gescannt, so kann man für jedes Symbol ein Rätsel lösen. Meiner Meinung nach eine sehr schöne Idee, die das Buch wunderbar ergänzt. Einziges Manko hierbei, dass es tatsächlich relativ wenig Standorte gibt, an denen tatsächlich diese Symbole vorhanden sind. Dennoch ist die App sehr schön mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden.

    Zusammenfassend, eine grundsätzlich wunderbare Idee mit einer sehr schön umgesetzten zugehörigen App. Hier steckt großes Potential für den zweiten Band drin, bei dem die anfänglichen Schwierigkeiten dann hoffentlich keine Rolle mehr spielen.

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    Casris avatar
    Casrivor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Versuch an die Matrix-Geschichte heranzukommen, der leider nicht gelingt.
    Interessante Prämisse, jedoch nicht ideal umgesetzt

    Johannes Ulbricht bot mir die Duologie „Sumerland“ als Leseexemplare an. Nach einer kurzen Recherche nahm ich das Angebot begeistert an, den die Duologie „Sumerland“ ist ein Begleitroman zu der Agumented-Reality-App.

    In dem Stadtkegel Waylhaghiri vermischen sich Realität und Fantasy, jedoch hat eine handvoll Menschen Zugang zu der Scheinwelt von Waylhaghiri und Sumerland. In dieser Scheinwelt will Prinz Zazamael ein rettendes Elixier, den „wilden Wein“ finden, um sein Reich sowie Sumerland zu vereinen. Die Herrscherin von Sumerland Prinzessin Serisada will es dem Prinzen jedoch nicht zu einfach machen und versucht eine Rebellion in Waylhaghiri zu entfachen.

    Klingt soweit nicht schlecht, aber die Geschichte hat mich einfach nur erschlagen.

    Als ich die Bücher erhielt, war ich sofort an den Covern begeisterst. Die Vorderbilder enthalten sehr detaillierte und schöne Bilder. Auf der Rückseite sehen wir den jeweiligen Herrscher sowie die dazugehörigen Symbole. Auch der Einband zeigt eine actionreiche Szene mit den beiden Herrschern. Einfach nur Wow, so etwas habe ich noch nie gesehen!

    Die Welt von Waylhaghiri und Sumerland ist relativ umfassend. Zum einen ist da Waylhaghiri, ein babylonischer Stadtkegel der alle Zivilisationsepochen der Menschen umfasst. Die Menschen in dieser Stadt müssen jeden Tag aufs neue um ihren sozialen Status kämpfen. Hier gibt es auch keine Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen, beide werden gleich behandelt und müssen um alles kämpfen. Dann haben wir da noch Sumerland, wo die Tiermenschen bei Tag eine freundlich und verspielt sind, bei Nach jedoch grausam und unberechenbar. Die Herrscher dieser beiden Welte sind unsterbliche Kinder, die nun um die Existenz ihres Reiches kämpfen.

    Die Geschichte wird aus mehrere Perspektiven erzählt.Zum einen haben wir eine anonyme, ältere Ich- Erzählerin die dauernd mit ihrem Intimfeind Andi spricht. Sie arbeitet in einer Werbeagentur und ihre Monologe verschwimmen zwischen Realität und Scheinwelt.
    Kurze Zeit später kommt Susanne hinzu, sie ist die Nicht der Ich-Erzählerin und sie erklärt, dass sie sich Welt von Sumerland ausgedacht hat. 
    Und zum Schluss haben wir die jeweilige Perspektive der Herrscher, von Prinz Zazamael und Prinzessin Serisada. Die beiden machten aber zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass sie unglaublich alt und erfahren wären.

    Nach ca. 60 bis 70 Seiten lesen, war ich in komplett verloren. Die Geschichte gibt nur wenige Anhaltspunkte und ich wusste nicht, zu welchen Zeitpunkt und welchem Standort ich bin. Dies ist leider der Ich-Erzählerin zu verdanken, die die Geschichte unnötig verkompliziert und zu der Geschichte selber wenig beiträgt. Ich las mir daraufhin den Klapptext durch, der sehr umfangreich ist. Nach dem ersten Band muss ich leider sagen, dass der Klapptext eine gute Zusammenfassung des Buches ist und alle Eckpunkte der Geschichte aufführt. Wenn man das im Vorfeld weiß, muss man das Buch leider nicht mehr lesen. Hätte man die Ich-Erzählerin nicht in die Geschichte aufgenommen, wäre das Lesen viel angenehmer und verständlicher gewesen. Ich verstehe, dass man Realität und Fiktion möglichst einzigartig darstellen wollte, leider tat es der Geschichte nicht gut. Daher stelle ich mir die Frage, an welches Publikum ist die Geschichte gerichtet?

    Wie zu Beginn bereits erwähnt, ist die Duologie nur die Begleitung zu einem Spiel. Ich versuchte das Spiel auszuprobieren. Das Spiel besteht daraus, dass die Symbole durch die App eingescannt werden und dem Nutzer ein Rätsel nennen, welches zu lösen gilt. Leider war die Kamera durch die App sehr unscharf und die Symbole konnten nicht eingelesen werden. Die Symbole vergrößert über den PC einscannen zu lassen, hat leider auch nicht geklappt. Auf der Homepage gab es zu der Nutzung der App auch keine allzu großen Hinweise und nach einigen Minuten bei Google und wie man die Symbole sonst noch scannen könnte, habe ich es dann aufgegeben und die App wieder deinstalliert. Die Idee ist wirklich klasse, aber an der Umsetzung scheitert es leider.

    Die Erfahrungen mit der Duologie sind sehr unterschiedlich und ich kann jedem nur empfehlen, sich selbst ein Bild von der Geschichte zu machen und nicht voreilig zu urteilen.

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    LimitLesss avatar
    LimitLessvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Für mich war die Geschichte eine Qual.
    Realität und Fantasie verschwimmen

    Ich war echt neugierig. Ein Buch, zu dem es eine APP gibt, bei der man noch mehr über die Geschichte erfahren kann und die mit dem Augmented Reality Phänomen arbeitet. Das Konzept finde ich wirklich spannend. Und ich war anfangs auch wirklich noch motiviert, beides, Buch und APP, auszuprobieren.

    Ich muss jedoch gestehen, dass ich überhaupt nicht in die Geschichte reingefunden habe, sodass mich diese APP dann mit der Zeit überhaupt nicht mehr interessiert hat.

     

    Mir hat der Schreibstil überhaupt nicht zugesagt. Viel zu viel wurde erklärt und es war echt wenig Handlung.  Die Charaktere waren mir so unsympathisch. Alle miteinander. Mir wurde echt nicht klar, was sie jetzt der Kern der Geschichte ist. Der Autor wollte auf Teufel-komm-raus gesellschaftskritische Themen reinbringen. Alles drehte sich darum, was in der Gesellschaft falsch läuft und wie wir besser leben sollten. Die Ansätze der Geschichte waren durchaus da, die Umsetzung ist meiner Meinung nach überhaupt nicht gelungen. Viel zu unzusammenhängend, um mich begeistern zu können. 

     

    Ich kanns gar nicht richtig beschreiben. Ich hab mich mehr oder weniger durchgequält. Die Geschichte hat einige Längen. Realität und Fantasie verschwimmen immer wieder. Es wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Zum einen sind da Prinzessin Serisada und Prinz Zazamael. Beides hunderte Jahre alte Kinder, die ihre Herrschaftsgebiete verteidigen wollen. Zum anderen ist da eine Frau, die aus der Ich-Perspektive erzählt und durch die man die beiden anderen Figuren sieht. Dann sind da noch ein Krieger und die Nichte von der Frau, die aber eine komische Beziehung zueinander haben. Die Sichtweisen wechseln innerhalb der Kapitel, man kriegt aber ziemlich schnell mit, um wen es sich handelt.

    Fazit
    Das war überhaupt nicht mein Fall. Ich bin nie in die Geschichte reingekommen, mit den Charakteren konnte ich mich nicht anfreunden und auch den Schreibstil fand ich sehr mühsam. Ich habe ewig für das Buch gebraucht, da es einige Längen hat und für mich überhaupt nicht spannend war. Die Gesellschaftskritik war für mich zu offensichtlich gewollt, dass mir das überhaupt keinen Spaß gemacht hat.  

     

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    Phoenicruxs avatar
    Phoenicruxvor 10 Monaten
    Grosser Ideenreichtum, der nicht über den Mangel an nahbaren Charkteren hinwegtäuschen konnte.

    Cover:
    Es fällt sofort auf und die komplette Umschlaggestaltung ist wunderschön und voller Details. Der Turm, der eine Stadt darstellt für mich, hat sofort meine Neugierde geweckt. Farblich wirkt es sehr harmonisch. Das "A" bei Sumerland scheint ein Symbol zu sein, dessen Bedeutung ich hoffentlich beim Lesen erfahren.

    Erster Eindruck zum Buch:
    Zum Einstieg liest man Gedanken einer Protagonistin, ohne zu wissen, wer es ist. Der Stil ist etwas anspruchsvoller, als man erwartet und deshalb braucht man etwas um reinzufinden. Wenig Dialoge, immer aus der Ich-Form geschrieben. Die verschiedenen Erzählstränge wechseln innerhalb der Kapitel,aber man blickt schnell durch, wer gerade an der Reihe ist.

    Protagonisten:
    Eine unbekannte Frau, die Einblicke in die "andere" Welt, die Sumerlands hat. Ein Prinz und eine Prinzessin mit hohen Zielen. Die Charaktere bleiben sehr vage, man bekommt kleine EInblicke in die Persönlichkeiten, aber ganz greifbar werden sie nicht. Das hat mir etwas gefehlt, da ich mich so nicht mit ihnen identifizieren konnte.

    Meine Meinung:
    Die Symbole in den Kapiteln machen neugierig und man möchte entdecken was sie bedeuten. Dadurch wirken die Kapitel auch nicht so lang, wie sie tatsächlich sind, da es optisch mehrere Unterbrechnungen gibt. Der Schreibstil ist sehr komplex, aber dadurch auch etwas verwirrend. Ich habe mir etwas schwer getan dranzubleiben, da bei mir nicht der richtige Lesefluss aufkam. Durch Ideenreichtum hat der Autor eine interessante Welt geschaffen, die allerdings starke Protagonisten vermissen lässt. Band 2, so hoffe ich, wird mich vielleicht etwas mehr überzeugen.

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    LaLectures avatar
    LaLecturevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Äußert seltsam und gewöhnungsbedürftig, aber auch extrem faszinierend
    Seltsam, aber faszinierend

    Inhalt

    Die Welt, in der wir zu leben meinen, ist in Wahrheit eine einzige Illusion. Tatsächlich leben wir in der einzigen bekannten Stadt der Welt namens Waylhaghiri, in der das größte Ziel ist, möglichst erfolgreich und beneidet zu sein. Im Kontrast zu Waylhaghiri steht das Sumerland, das aus reiner, weiter Natur besteht und dessen Bewohner sehr kindlich veranlagt sind.

    Prinz Zazamael von Waylhaghiri macht sich auf ins Sumerland, um den geheimnisvollen Wein zu finden, mit dem seine „große Fusion“ gelingen soll. Gleichzeitig schleicht sich Prinzessin Serisada vom Sumerland in Zazamaels Stadt ein. Beide drohen von den Gefahren der ihnen unbekannten Umgebung überwältigt zu werden, auf sehr unterschiedliche Weise.

    Währenddessen kämpft eine weitere Hauptfigur, eine namenlose Frau in unserer Welt, die sich der Illusion bewusst ist, mit der Trostlosigkeit ihres Lebens und dem Drang sich zu beweisen.
    Ausserdem lernt sie ein Mädchen kennen, dass erstaunlicherweise mehr über das Sumerland zu wissen scheint als so mancher Erwachsene.



    Meinung


    Ich kann wohl mit Fug und Recht behaupten, schon lange kein so seltsames und gleichzeitig so faszinierendes Buch mehr gelesen zu haben wie „Sumerland: Prinzessin Serisada“.

    Das Buch und der zweite Band, die inhaltlich nahtlos aneinander anknüpfen und zusammengehören, wurden mir als Rezensionsexemplar angeboten und die Idee reizte mich sehr. Unsere Welt ist eine Illusion, was sehr an den Sci-Fi-Klassiker-Film „Matrix“ erinnert, während die Idee des Sumerlandes eher nach klassischem Fantasy klingt. Und tatsächlich ist „Sumerland“ eine Art Mischung aus „Matrix“, „Alice im Wunderland“ und Wirtschaftspsychologie. Klingt abgedreht? Ist es auch! Aber auch sehr originell und faszinierend.


    Der erste Band von „Sumerland“ besteht aus vier Handlungssträngen, die unterschiedlich viel Raum im Roman einnehmen.

    Einer davon ist der von Prinz Zazamael, der am ehesten einem klassischen Fantasy-Abenteuer ähnelt. Der Prinz ist mit seinen Soldaten unterwegs durchs Sumerland, um etwas zu finden, was er den Wilden Wein nennt. Doch den Bewohnern des Sumerlandes passt das überhaupt nicht und nach und nach werden die Soldaten niedergemetzelt, wodurch dem Prinzen die Zeit davonläuft.
    Aufgrund des Settings hat dieser Handlungsstrang etwas von einem Fantasyroman, aufgrund der Handlung eher von einem Thriller, weshalb er auch der spannendste ist. Man kann miträtseln und mitfiebern, auch wenn man nicht so richtig weiß, ob man überhaupt auf Zazamaels Seite stehen sollte.
    Was die Bewohner des Sumerlandes betrifft, so erfährt man in diesem Band leider noch nicht sehr viel. Sie scheinen trotz ihrer bemerkenswerten Fähigkeiten im Kampf eher kindisch veranlagt zu sein, selbst wenn sie schon erwachsen sind, was sich auch an Prinzessin Serisada zeigt, die bereits etliche Jahre alt sein muss, sich aber immer noch oft wie ein Kind verhält. Da man vergleichsweise viel über die waylhaghirische Gesellschaft erfährt, würde ich mir wünschen, im zweiten Band mehr in die sumerländische eintauchen zu können.


    Prinzessin Serisadas Erlebnisse bei der Infiltration von Waylhaghiri bilden einen weiteren Handlungsstrang, der zwar weniger brutal ist, deshalb aber nicht weniger interessant. Das Konzept von Waylhaghiri ist komplex und ich kann nicht behaupten, es schon komplett verstanden zu haben. Einiges kommt einem sehr absurd vor, ein bisschen wie bei „Alice im Wunderland“: Eine abgedrehte, farbenfrohe Welt voller und fremder Dynamiken, die auf unheimliche Weise dennoch mit unserer Welt verbunden sind und uns bekannte Phänomene erklären - denn in gewisser Weise ist Waylhaghiri in diesem Roman die Basis unserer Welt.
    Spannend fand ich vor allem die Idee der verschiedenen Stadtschichten, durch die man sich hocharbeiten muss, und die scheinbar ein wenig unsere historischen Epochen darstellen.
    Doch auch in Bezug auf Waylhaghiri bleiben noch so einige Fragen offen, beispielsweise die, was die „große Fusion“, die Prinz Zazamael anstrebt, eigentlich ist.

    Serisada konnte ich als Figur nicht so wirklich greifen. Im Sumerland verhält sie sich, wie auch ihre Untertanen, trotz ihres Alters noch sehr kindisch. Sie ist sprunghaft, ihre Stimmungen und Meinungen wechseln schnell, was etwas nervig ist. In Waylhaghiri dann scheint sie schnell mutig, selbstbewusst und intelligent zu sein und überhaupt nicht mehr kindlich, wird jedoch auch schnell von dem System dort eingenommen. Mir fehlte es bei ihr ein wenig an einer eigenständigen Persönlichkeit; sie schien sich völlig abhängig von der Umgebung zu verhalten.

    Man wird beim Lesen den Eindruck nicht los, dass der Autor sich viel mit Wirtschaftpsychologie, Marketing, Konsumverhalten und gesellschaftlichen Phänomenen befasst hat und diese in den Roman einbaut.
    So gibt es in Waylhaghiri beispielsweise Tugenden, die sich stark von unseren „klassischen“ Tugenden unterscheiden, uns aber nicht unbekannt sind: Genussfreude, gesunder Appetit, sportlicher Ehrgeiz, Coolness, gesunder Geschäftssinn - Eigenschaften, die entweder in einer Wettbewerbsgesellschaft, in der sich die Menschen zudem gerne öffentlich präsentieren, von Vorteil sind und geschätzt werden, oder die der Wirtschaft beim Verkauf von Produkten eine Hilfe sind.
    Waylhaghiri ist eine sehr transparente Gesellschaft, in der die Menschen öffentlich einsehbare Statistiken darüber haben, wie erfolgreich sie in dem sind, was sie tun. Das allgemein bekannte Ziel ist es, erfolgreicher und besser zu sein als andere - Fast kam es mir wie eine überspitzte Version unserer Gesellschaft vor, in der Menschen sich immer mehr über soziale Netzwerke in der Öffentlichkeit präsentieren und mit anderen vergleichen und verglichen werden können. Und das Faszinerende an Waylhaghiri ist: Genau solche Phänomene könnte man mithilfe von Johannes Ulbrichts Idee erklären, denn unsere Welt ist quasi ein Schatten von Waylhaghiri.
    Waylhaghiri ist eine Art System, das sich ständig selbst befeuert. Die Menschen müssen nicht unterdrückt und zum Gehorsam gezwungen werden, da sie sich selbst freiwillig in den Strudel aus Selbstoptimierung und Ehrgeiz begeben und dadurch letztendlich im Leben nichts tun, was sie persönlich erfüllt. Eine verstecke Gesellschaftskritik? In jedem Fall ein dyadisch anmutender Weltenentwurf, der mir sehr gut gefallen hat.
    Der Autor erklärt an Waylhaghiri sogar Kleinigkeiten unseres alltäglichen Leben wie z.B. das Bedürfnis, sich auf Partys immer an einem Getränk oder etwas zu essen festzuhalten, die Bereitwilligkeit, bestimmte Dinge für mehr Geld zu kaufen, als sie eigentlich wert sind, oder den Drang, jegliche technische Erfindungen ständig weiterzuentwickeln, damit man sie wieder als neu verkaufen kann.


    Das Aufeinanderprallen zweier völlig verschiedener Welten wie Sumerland und Waylhaghiri war anfangs sehr verwirrend für mich. Einerseits wechselt der Schreibstil, wenn die Perspektive von Zazamael oder Serisada an der Reihe ist, in eine eher altmodische, fantasyähnliche Art, der Prinz und seine Armee bewegen sich auf Pferden fort und Panzerriter arbeiten für ihn. Andererseits ist Waylhaghiri eine hochmoderne Stadt mit Jobbezeichnungen wie Senior Strategic Security Advisor und Senior Elimination Manager (Umschreibung von Attentäterin) und Wörter wie „Glamour“ werden häufig verwendet, was in den Weiten des Sumerlandes oft fehl am Platz wirkt.


    Mit den beiden anderen Handlungssträngen hatte ich eher meine Probleme.
    Da ist zum einen die namenlose Frau, die die Geschichte aus der Ich- bzw. Du-Perspektive erzählt. Sie lebt in unserer Welt, wurde jedoch zum Teil in das Geheimnis von Waylhaghiri eingeweiht und ist in der Lage, Blicke auf die andere Seite zu werfen. Von ihr geht die gesamte Erzählung aus. Die Blicke, die sie auf Serisada und Zazamael wirft, werden zu deren beiden Handlungssträngen.
    Die Perspektive der Frau irritierte mich stets, da sie meist mit einem verstorbene Bekannten namens Andi zu sprechen scheint, der sie damals in das Geheimnis einweihte und sie nun verfolgt - als eine Art Wahnvorstellung, so wie ich es verstanden habe. Die ständige Betonung seines Namens und die daraus resultierende Du-Perspektive, in der sie ihm immerzu beschreibt, was sie gerade tut und warum, obwohl er das ja ohnehin sehen würde, wenn er sie, wie sie glaubt, verfolgt, waren für mich extrem anstrengend zu lesen. Auch ist der Schreibstil in ihren Abschnitten geprägt von eingeschobenen Nebensätzen, recht kryptisch formuliert und sie wiederholt sich ständig, beispielsweise bei der Erwähnung der Tatsache, dass sie nur halb in das Geheimnis von Waylhaghiri eingeweiht ist, was sie sehr zu wurmen scheint.
    Zudem ist die Frau unglaublich unsympathisch und oberflächlich, spricht ständig nur davon, dass sie nicht mehr attraktiv sei und nicht so viel Süßes essen sollte, damit sie nicht dick und hässlich würde, und dass sie attraktiv auf Männer wirken will. Sie spricht von der großen Liebe, klingt dafür aber nicht emotional genug.
    Allerdings konnte ich dem Autor nicht wirklich vorwerfen, dass er diese Figur erfunden hat, denn in gewisser Weise zeigt sie, wie sehr die wirtschaftlichen Prinzipien von Waylhagiri die Menschen in unserer Welt kaputtmachen und abstumpfen können. Ich gehe davon aus, dass sie mit Absicht gestaltet ist, wie sie gestaltet ist, und das machte sie wiederum wieder interessant.


    Ebenfalls sehr ungewöhnlich war die vierte Perspektive, die erst später dazukommt und die eines Mädchens ist, welches behauptet, sich Waylhaghiri und das Sumerland nur ausgedacht zu haben, was der Geschichte wieder einen interessanten Twist gibt.
    Für ein Kind ist Susanne allerdings erstaunlich reif und hat jede Menge kluge Gedanken. Sie erkennt gesellschaftliche Dynamiken, die Erwachsene überhaupt nicht bemerken, und beschließt, sich mit ihrer Fantasie die Welt so herbeizudenken, wie sie sie gerne hätte. Auch diesem Handlungsstrang kommen extrem viele kluge Gedanken vor, die einem die Augen öffnen, auch hier fehlen jedoch noch wichtige Informationen, um die Handlung wirklich zu verstehen.
    Generell gewinnt man das Gefühl, dass die beiden Bücher in der Form zusammengehören, dass die Handlung nur Sinn ergibt, wenn man sie beide hintereinander liest.


    Obwohl mich das Buch von Anfang an fasziniert hat, fiel mir der Einstieg erst sehr schwer. Die Perspektiven wechselten anfangs ziemlich schnell, was in der „Eingewöhnungsphase“ der Geschichte etwas störend war, weil man so die zum Verständnis nötigen Informationen nur in sehr kleinen Häppchen bekam. Ohnehin ist das Buch anfangs wirklich sehr verwirrend, da es aus vielen neuen, nicht immer leicht zu greifenden Ideen besteht. Doch weil mich die meisten dieser Ideen sehr faszinierten, ließ es sich trotzdem sehr schnell lesen.
    Später werden die Kapitel dann länger, was ich persönlich angenehmer fand, enthalten zum Teil aber auch sehr lange Abschnitte ohne einen einzigen Absatz, was beim Lesen auch nicht direkt angenehm ist.


    Ein Punkt, der allerdings eher am Verlag als am Autor lag und der mich sehr irritiert hat, war der Klappentext. Denn der beschreibt die gesamte Handlung bis auf die letzten Seiten relativ ausführlich und nimmt damit einen großen Teil der Spannung.




    Fazit

    „Sumerland: Prinzessin Serisada“ ist ein Buch, das mit seinen komplexen Ideen und vielen unterschiedlichen Handlungssträngen zunächst überfordert, auch wegen der ungewöhnlichen Erzählweise. Gleichzeitig fasziniert es aber auch durch den Weltenentwurf, die Verbindung von unserer mit der Fantasiewelt und viele kluge Aussagen und Anspielungen auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Phänomene unserer Zeit, die in zum Teil spannenden Handlungen umgesetzt werden.
    Definitiv empfehlenswert für alle, die sich im Bereich Fantasy und Sciencd Fiction an etwas Neues wagen wollen.

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    Laecheln86s avatar
    Laecheln86vor einem Jahr
    Sumerland kombiniert Roman & App zum LeseErlebnis 2.0

    Die zweiteilige Sumerland-Reihe kombiniert Lesestoff und digitalen Inhalt zu einem neuen Leseerlebnis. Die Reihe schildert die Geschehnisse zweier Realitäten und verbindet so unterschiedliche Genres: Auf dem Buchrücken prangt zwar der Schriftzug „Fantasy“, doch hält die anspruchsvolle Story allerhand Überraschungen auf vielen verschiedenen Ebenen bereit. Ergänzt werden die Bücher durch die „Apparatu Memoria“-App, die ihr kostenlos im Play- bzw. Appstore herunterladen könnt. 


    Was passiert? 


    Prinz Zazamael herrscht über die  kegelförmige Stadt Waylhaghiri, die einzige Stadt seiner Welt. Sie umgibt das wilde und naturbelassene Sumerlands, an dessen Grenze seine Soldaten seit Urzeiten im Krieg mit den trickreiche Tierwesen des Sumerlands liegen; beide Seiten erfahren schmerzliche Verluste, doch keine dieser Mächte vermag sich durchzusetzen. Doch beschränken sich Prinz Zazamaels Probleme nicht auf das Sumerland: Auch in Waylhaghiri gibt es Unruhen. Alle Versuche, die „Große Fusion“ herbeizuführen, scheiterten. Für den Prinzen gibt es nur eine Lösung: Er muss sich auf die gefährliche Suche nach dem wilden Wein des Sumerlands begeben. Doch die Reise an der Seite seiner treusten Ritter verläuft anders als erwartet. 


    Die kindliche Prinzessin Serisada herrscht über das Sumerland. Auch sie sorgt sich aufgrund der vielen Opfer der Kämpfe gegen die Soldaten des Prinzen. Um ihrerseits den Krieg zu beenden, beschließt sie, nach Waylhaghiri zu reisen um im Inneren der Stadt eine Revolte anzuzetteln. Allein begibt sie sich auf die Reise in eine Stadt, die völlig anders ist als ihre Heimat. Die dort lauernden Verlockungen und Gefahren unterschätzt sie völlig. 


    Die namenlose Ich-Erzählerin ist Eingeweihte einer Geheimgesellschaft; sie vermag es ins Sumerland, die geheime Realität, zu blicken. Das Sumerland ist ihre Flucht aus dem tristen Büroalltag der Marketingfirma, für die sie arbeitet. Sie verfolgt die Abenteuer der Herrscher und schaut sich so manche Technik ab: Das in Waylhaghiri praktizierte Zwecklügnertum zur Geschäftsmaximierung beschert ihr einen Karriereaufschwung, während ein mysteriöser Verfolger ihre Laune dämpft. Wer ist Andi, der Schatten ihrer Vergangenheit, der ihr Handeln zu beobachten scheint? 


    Worum geht´s? 


    Die Balance. Sumerland handelt von zwei Welten, die einander beeinflussen. Die Ich-Erzählerin bezieht Informationen über das Prinzip des „maximierten Geschäftssinnes“ sowie Verhaltenstechniken aus Waylhaghiri, die auch in ihrer Welt Erfolg zu haben scheinen. Beruhen also beide Welten auf den gleichen Prinzipien? Andersherum scheinen die Eingeweihten die Geschehnisse im Sumerland nicht beeinflussen können. Die Frage ist also: Wie genau hängen die Welten zusammen? 


    Unter dem Strich war mir die Detailliertheit, mit der die Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausgestellt wurden, aber zu viel des Guten. In der Sumerland-Reihe hagelt es Kontraste, die es nicht immer leicht machen, den Lesefluss aufrecht zu erhalten: Stadt vs. Natur, Fantasie vs. Vernunft, Vision vs. Realität - im wilden Wechsel. Die verschachtelte Story über zwei Realitäten, Perspektiven und zahlreiche Schauplätze, die ganz eigenen Gesetzen folgen, bremst die Unterhaltung immer wieder aus. Ähnlich wie Sumerland hier fehlt es also an Balance. 


    …und die App zum Roman? 


    In der Theorie: Die Apparatu Memoria-App bietet die Möglichkeit, die Yin & Yang ähnelnden Sumerland-Symbole mit der Smartphone-Kamera zu scannen und so Rätsel in der App freizuschalten. Die Symbole sind Orten in ganz Deutschland versteckt. In einer Art Schnitzeljagd geht es von Rätsel zu Rätsel, bis durch Lösung aller Rätsel die Aufnahme in die Geheimgesellschaft abgeschlossen wird. 


    In der Praxis: Leider sind die Symbole in Deutschland noch eher rar gesät; nahe meines Wohnortes gab es keine. Die Symbole zwischen den Absätzen des Romans erkennt die App nicht, darum druckte ich sie mir von der Website aus. Bereits bei den ersten Rätseln fällt mir auf: Die Reihenfolge, in der die Rätsel zu lösen sind, ist unabhängig von ihrem Erscheinen im Roman. Sie greifen sogar dem Text voraus und spoilern wichtige Ereignisse. Also verschob ich das Knobeln auf die Zeit nach der Lektüre. Leider sind die Rätsel sehr schwer; manches riet ich und noch immer sind Rätsel ungelöst. 


    Positiv ist aber, dass die App die Romane um zahlreiche wunderschöne Illustrationen ergänzt, die so detailliert gezeichnet sind, dass man bis ins Kleinste herein zoomen kann. 


    Wie war´s?


    Schwer zu lesen. Sumerland ist eine wahre Herausforderung, selbst für Leser, die gern etwas tiefer in ihren Lesestoff einsteigen. Dennoch muss ich zugeben, dass ich auch Wochen nach der Lektüre häufig ans Sumerland dachte, wenn mir die ein oder andere Werbestrategie zu Ohren und Augen kam. Die Fantasy-Reihe hat also einen nachhaltigen Eindruck auf mich hinterlassen, was ich sehr mag. Im Vergleich zu gängigeren Fantasy-Romanen bietet Sumerland leider wenig Lesespaß, dafür aber eine einzigartige Langzeitwirkung für Leser, die durchhalten. 




    [Ausführliche Rezi auf meinem Blog.]


    Vielen Dank an Autor Johannes Ulbricht für die Rezi-Exemplare.

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    Amber144vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Konnte mich leider nicht ganz überzeugen
    Konnte mich leider nicht ganz überzeugen

    Die Gestaltung des Buchcovers und des Buchrückens haben mich sofort angesprochen. Auch der Klappentext hört sich sehr interessant an.

    Der Schreibstil hat mir gut gefallen und das Buch lässt sich grundsätzlich auch gut lesen. Allerdings fand ich die beschriebenen Charaktere sehr abstrakt und oft nicht nachvollziehbar. Dies hat mich irgendwann gelangweilt, da man so die Charaktere nicht verstehen konnte, was ich sehr schade fand.

    Die Idee der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen, allerdings ist die Umsetzung nicht so richtig gelungen. Die Charaktere sind, wie schon beschrieben, nicht nachvollziehbar und doch so wichtig für eine Geschichte.
    Auch hat das Buch wie ich finde einige unnötige Längen, die nicht hätten sein müssen.

    Ich vergebe noch 3 Sterne.

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    Blausternvor einem Jahr
    Sumerland 1

    Die Menschen wissen nicht, wo sie leben, nämlich in einer Scheinwelt. Die Realität ist, dass es nur eine einzige Stadt auf der Welt gibt und die heißt Waylhaghiri. Nur einige können es sehen. Je nachdem, wie sie ihre Aufgaben erfüllen, werden sie leben. Luxus oder Abgrund oder was dazwischen. Die Stadt steht unter Prinz Zazamaels Einfluss, und es wird schon lange nach der großen Fusion gestrebt. Da das bisher noch nicht gelungen ist, begibt sich seine Armee nun Richtung Sumerland. Er benötigt dazu den Wilden Wein, doch dabei geht einer nach dem anderen seiner Leute drauf. Wer steckt dahinter?
    Eine wirklich phantasievolle Idee der Geschichte. Gerade anfangs ist es allerdings sehr schwer hineinzufinden. Phantasie und Wahrheit wechseln ständig, sodass es nicht immer leicht ist zu unterscheiden. Eine sehr opulente Geschichte, bei der der es drei Hauptstränge gibt. Eine unbekannte Erzählerin lebt in der heutigen Welt und geht ihrer Arbeit nach. Dabei kann sie auf Sumerland blicken. Sumerland wird von Prinzessin Serasida beherrscht. Sie ist auf eine Revolution aus aufgrund gewisser Vorkommnisse. Prinz Zazamael ist auf der Suche nach dem Wilden Wein, um seine Stadt zu retten. Sympathiefiguren sind sie alle nicht und letztere für ihr jahrhundertealtes Leben völlig naiv und kindlich. Die Atmosphäre in der Stadt jedoch ist spannend zu lesen, und die Sozialkritik ist nicht zu verkennen. Ein Ende gibt es hier nicht wirklich, deshalb sollte gleich im Anschluss Band 2 erfolgen.

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    Wortmagievor einem Jahr
    Gesellschaftskritik als Spiel für Bücherwürmer

    +++ Hinweis: Diese Rezension bespricht sowohl „Prinzessin Serisada“ als auch „Prinz Zazamael“ +++

    Im April 2017 erhielt ich eine E-Mail, in der mir der Zweiteiler „Sumerland“ von Johannes Ulbricht zur Rezension angeboten wurde. Das Besondere an diesem Projekt ist seine multimediale Ausrichtung: neben den beiden Büchern „Prinzessin Serisada“ und „Prinz Zazamael“, existiert eine Augmented Realtiy – App, die eine Schnitzeljagd inszeniert. Ich war sofort Feuer und Flamme. Ich wollte die Kombination aus moderner Technik und klassischer Literatur unbedingt austesten und ließ mir beide Bände zuschicken.

    Mitten in der ungezähmten Wildnis des Sumerlands thront der Stadtkegel Waylhaghiri, ein prekäres, babylonisches Konstrukt zahlloser Etagen. Regiert vom unsterblichen, ewig kindlichen Prinz Zazamael und dem geheimen Rat der Wirtschaftsweisen, herrscht in der einzigen Stadt der Welt ein empfindliches System gesellschaftlicher Herausforderungen, das die Menschen subtil lenkt und manipuliert. Kaum jemand ahnt, dass die Bevölkerung Waylhaghiris in einer Illusion gefangen ist: unsere Realität ist nicht mehr als ein Traum, die uns die Kontrolle des Zentralcomputers vergessen lässt. Prinz Zazamael und der Rat streben nach Perfektion, nach der vollkommenen Fusion von Realität und Illusion, benötigen dafür allerdings den wilden Wein, der irgendwo im Sumerland versteckt ist. Das Sumerland ist das Reich der unsterblichen, ewig kindlichen Prinzessin Serisada, für die Waylhaghiri ein unerträglicher Makel in der wilden Schönheit ihres Landes ist. Während Prinz Zazamael und seine Okkupationsarmee auf der Suche nach dem wilden Wein ins Sumerland eindringen, schleicht sich Serisada in den Stadttrichter, um eine Revolution auszulösen und Waylhaghiri endgültig vom Antlitz der Welt zu tilgen. Der Krieg der Königskinder schlägt gewaltige Wellen, die bis in unsere Realität zu spüren sind. Wird die große Fusion gelingen oder werden Traum und Wirklichkeit in sich zusammenstürzen?

    Diese Rezension ist aus zwei Gründen anders als meine üblichen Besprechungen. Erstens habe ich mich entschieden, „Prinzessin Serisada“ und „Prinz Zazamael“ gemeinsam zu rezensieren, weil ich sie für eine untrennbare Einheit halte, die nur zusammen die Geschichte „Sumerland“ erzählen können. Zweitens möchte ich euch an dieser Stelle nicht nur einen Eindruck meiner Leseerfahrung anbieten, sondern auch eine Einschätzung meiner Erlebnisse mit der App. Ich hoffe, dass ich diese Aufgabe meistern kann, denn ich habe noch nie eine Rezension zu einer App geschrieben. Seid also ein wenig nachsichtig mit mir. ;)

    Bereits vor der Lektüre von „Sumerland“ war ich äußerst neugierig, wie die Verbindung einer Augmented Reality – App mit einem klassischen Printmedium funktionieren würde. Meine Vorstellungen orientierten sich stark an meinen Erfahrungen mit Pokémon GO, da diese Spiele-App mit dem gleichen Prinzip arbeitet: über die Kamera des Smartphones wird die wahrnehmbare Realität durch computergenerierte Bilder in Echtzeit erweitert. Als ich „Prinzessin Serisada“ und „Prinz Zazamael“ aus dem Regal nahm, beschloss ich, mich zuerst mit der App auseinanderzusetzen. Diese hatte ich mir schon beim Eintreffen der Bücher von der Website (www.endederwelt.de) kostenlos heruntergeladen.

    Die Idee hinter der App ist eine Art Schnitzeljagd. Da unsere Realität laut Johannes Ulbricht nicht mehr als eine Illusion ist, sollen die Leser_innen durch die App Hinweise auf die Wirklichkeit des Sumerlands und Waylhaghiris hinter dieser Scheinwelt entschlüsseln. Dafür müssen mit der App Symbole eingescannt werden, die auch in den Büchern wiederholt auftauchen. Diese schwarz-weiß gehaltenen Yin und Yang – Zeichen schalten dann Rätsel, Illustrationen und Auszüge aus den Büchern frei. Löst man alle Rätsel, wird man in die „Geheimgesellschaft der Wissenden“ aufgenommen. Auf der Website wird versprochen, dass die Symbole über ganz Deutschland verteilt und schier überall zu finden sind, an Unis, in Einkaufszentren, in Fußgängerzonen. Das kann ich leider nicht bestätigen. Es ist wahr, dass die Symbole deutschlandweit versteckt sind, doch um jedes einzelne einzuscannen, müsste man schon einmal quer durchs Land reisen. Die integrierte Deutschlandkarte der App zeigte mir zum Beispiel, dass sich in meiner Heimatstadt Berlin bloß ein einziges Symbol befindet. Die beiden nächsten Symbole sind im brandenburgischen Oranienburg verborgen, was von mir etwa 50 Kilometer entfernt ist. Wie soll man so alle Symbole vor Ort einscannen können? Ich finde das sehr enttäuschend, weil sich der ursprüngliche Reiz der App somit in Luft auflöste. Ich hatte erwartet, mit meinem Smartphone durch Berlin zu tingeln und fleißig Symbole abhaken zu können. Da das nicht möglich war, musste ich auf eine Auflistung der Symbole zurückgreifen, die auf der Website zu finden ist. Schade.

    Nichtsdestotrotz wollte ich die App nicht sofort abschreiben. Ich scannte die Symbole über den Bildschirm meines Laptops ein. Dabei fiel mir auf, dass die App ärgerlicherweise ziemlich instabil ist. Sie stürzt oft ab. Als ich alle Rätsel freigeschaltet hatte, widmete ich mich der ersten Aufgabe. Es handelt sich um ein Suchbild; die Nutzer_innen sollen die Stelle des Bildes berühren, an der sich Prinz Zazamael befindet. Ich wusste natürlich noch nicht, wo er sich versteckt, weil ich mit der Lektüre ja noch nicht begonnen hatte und riet einfach drauf los. Ich tippte die Stelle an, klickte auf „Weiter“ und gelangte so zu einem Auszug des ersten Bandes „Prinzessin Serisada“. Ich dachte, ich hätte das Rätsel gelöst und hielt die Textpassage für meine Belohnung.

    Beim Lesen der Passage dämmerte mir, dass ich mich, würde ich weitere Rätsel lösen, vermutlich heftig spoilern würde. Ich besuchte noch einmal die Website und suchte nach einer Anleitung, die mir erklären würde, wie die Nutzung der App in die Lektüre der Bücher zu integrieren sei und fand… nichts. Es gibt keine Hinweise darauf, wie beides unter einen Hut zu bringen ist. Ich blätterte durch die Seiten der Romane, in der Hoffnung, dort eine Aufforderung zu entdecken, die App einzuschalten. Fehlanzeige. Offenbar ist das Projekt dann doch nicht so multimedial, wie ich angenommen hatte. Bücher und App existieren parallel, haben aber außer der Geschichte keine Verbindung. Sie sind unabhängig voneinander. Erneut enttäuscht beendete ich die App und beschloss, mich den Rätseln zu widmen, wenn ich die Lektüre abgeschlossen hatte.

    Ich weiß nicht genau, was ich von „Sumerland“ erwartet hatte, vermutlich eine etwas… durchschnittlichere Leseerfahrung, aber garantiert keine Geschichte, die dermaßen vollgestopft ist mit metaphorischer und handfester Gesellschaftskritik. „Prinzessin Serisada“ und „Prinz Zazamael“ kritisieren, betonen und beschreiben all die Mechanismen unserer Realität, die getrost als Verrücktheiten bezeichnet werden können – mal ernsthaft, mal mit einem amüsierten Augenzwinkern. Die beiden Romane rücken die Lächerlichkeit der Entwicklung der Menschen und der Welt, in der wir leben, schonungslos ins Licht und demaskieren die ritualisierten Strukturen der alltäglichen, künstlichen Zwänge, denen wir uns selbst aussetzen. Laut Johannes Ulbricht sind die Prozesse unserer Realität ein Abbild der Lebensweise der Menschen in Waylhaghiri, die Hamstern im Laufrad gleich permanent Rituale und Herausforderungen durchlaufen, um ihren sozialen Status anhand verschiedenster Faktoren zu verbessern oder zu zementieren. Die Trichterstadt ist ein einziges, gigantisches, allumfassendes, nahezu perfektes, kompliziertes Konkurrenzsystem, das ganz eindeutig den Gesetzen des Kapitalismus folgt. Begierden und Bedürfnisse werden künstlich erzeugt; Selbstbestimmtheit ist eine Illusion; alle Lebensbereiche werden ökonomisch instrumentalisiert. Auf mich wirkte Waylhaghiri beinahe wie ein lebendiger, atmender Organismus, der sich immer wieder selbst verschlingt und erneuert. Sie ist ein Irrgarten ohne Ausweg, weil die Bevölkerung gar nicht merkt, dass sie vom regierenden Prinzen Zazamael, dem geheimen Rat der Wirtschaftsweisen und dem Zentralcomputer gnadenlos manipuliert und ausgebeutet wird. Die Menschen träumen ohne Unterlass. Sie träumen unsere Realität.

    Waylhaghiri ist die einzige Stadt der Welt, außerhalb des Turms existiert lediglich die unendliche Weite des wilden Sumerlands. Dadurch erreicht Johannes Ulbricht einen unmittelbaren, harten Kontrast zwischen Technologie und Natur, zwischen Ordnung und Chaos, zwischen kühler Kalkulation und leidenschaftlicher Emotionalität. Waylhaghiri ist alles, was das Sumerland nicht ist und umgekehrt. Erstaunlicherweise sind die Oberhäupter der beiden Domänen allerdings weniger verschieden, als man meinen sollte. Prinzessin Serisada und Prinz Zazamael sind beide seit Jahrhunderten etwa 13 Jahre alt und schrecklich einsam. Beide haben keine Spielgefährten, sondern nur Untergebene, die im Gegensatz zu ihnen durchaus sterblich sind. Ich habe intensiv darüber nachgedacht, warum sich der Autor entschied, Herrscher und Herrscherin als Kinder darzustellen. Ich glaube, dass Ulbricht sich bei Michael Ende bediente und seine eigenen Versionen der kindlichen Kaiserin aus „Die Unendliche Geschichte“ erschuf. Die kindliche Kaiserin regiert als personifizierte Fantasie und Unschuld über Fantasien. Weder Serisada noch Zazamael sind unschuldig, doch sie verkörpern gewiss unterschiedliche Spielarten der Fantasie. Serisadas Fantasie ist rein imaginär ist und findet Wege, sie über lange Zeiträume hinweg allein zu beschäftigen. Das Sumerland ist voller Spielzeug, das sie irgendwann einmal liegen ließ. Zazamaels Fantasie hingegen ist konkret und greifbar. Seine Vorstellungskraft formt Waylhaghiri. Neue Ebenen werden nach seinen Ideen gebaut. Es kann kein Zufall sein, dass die Königskinder wie die zwei Seiten derselben Münze wirken, da sich dieses Motiv durch die ganze Geschichte zieht. Arbeit und Freizeit, Gier und Großzügigkeit, Gesellschaft und Individuum – all diese Faktoren sind lediglich Aspekte eines menschlichen Lebens, keine Konstanten, die sich wechselseitig aussschließen. Die Kunst besteht darin, das Gleichgewicht zu finden.

    So langsam werdet ihr euch wahrscheinlich fragen, warum ich für das Gesamtwerk „Sumerland“ bloß zwei Sterne vergebe, obwohl ich eine Menge Positives darüber zu berichten habe. Es ist wahr, „Sumerland“ ist wahnsinnig kritisch und extrem intelligent. Ich erkenne das und ich respektiere Johannes Ulbricht dafür, dass er in der Lage war, seine hochabstrakten Gedankengänge auszuformulieren und in eine verrückte Fantasy-Geschichte zu transformieren. Für meinen Geschmack ist die Dilogie nur leider zu verkopft. Es war mir zu viel. Der ständig präsente doppelte Boden der Geschichte, die vielen Nuancen, die zwischen den Zeilen stehen, haben mich überfordert. Ich suchte permanent nach den Analogien zu unserer Realität; ich konnte mich nie einfach zurücklehnen und genießen. Es war ermüdend, auslaugend. Vieles erschien mir irritierend und verwirrend.

    Allein schon die Erzählstruktur empfand ich als mühselige Fleißarbeit, weil vier verschiedene Handlungsstränge parallel laufen und sich im Grunde kaum berühren, was in ein ausschweifendes Gesamtbild resultiert. Neben Prinzessin Serisada und Prinz Zazamael folgen die Leser_innen einer anonymen Ich-Erzählerin in unserer Realität, deren Wert für die Geschichte meines Erachtens nach marginal ist, weil man nie genug über sie erfährt. Sie verdeutlicht lediglich die Prozesse, die sich von Waylhaghiri aus in der Scheinwelt fortsetzen. Ich hätte diese Verständniskrücke nicht gebraucht. Zusätzlich stellt sie uns Susanne vor – ein junges Mädchen, das behauptet, das Sumerland und Waylhaghiri durch das Erzählen einer Geschichte erfunden zu haben und prompt ihren eigenen Handlungsstrang erhält. Mir schwirrte der Kopf, denn ich verstand irgendwann nicht mehr, in welcher Beziehung diese Erzählstränge zueinanderstehen. Mir hätten Prinzessin Serisada und Prinz Zazamael vollkommen ausgereicht.

    Die beiden Bücher vermitteln keine Leichtigkeit, keine Freude am Erzählen und für mich unglücklicherweise auch keinen Spaß an der Lektüre. „Prinz Zazamael“ fiel mir zwar leichter, da das Tempo im zweiten Band deutlich anzieht und die Handlung im Gegensatz zum ersten Band endlich aus dem Knick kommt, doch ich musste mich zum Lesen zwingen. Es war keine schöne Leseerfahrung. Ich fühlte mich nicht wohl. Trotzdem kämpfte ich mich durch, primär aus Prinzip, aber auch, weil ich hoffte, irgendwann für meine Mühen belohnt zu werden. Vergebens. Das Ende von „Sumerland“ ist nahezu eine Antiklimax, weil die Moral bzw. die Botschaft des Ganzen schon lange vorher offensichtlich sind. Ich empfand es als flach und unbefriedigend. Ich war erleichtert, als ich „Prinz Zazamael“ schließlich zuschlagen konnte.

    Nachdem die Lektüre von „Sumerland“ eine eher enttäuschende Angelegenheit war, muss ich zugeben, dass ich keine große Lust hatte, mich noch einmal mit der dazugehörigen App zu beschäftigen. Ich wollte dieses Experiment hinter mir lassen und mich neuen Geschichten widmen. Ich wusste aber, dass ich keine umfassende Rezension würde schreiben können, wenn ich mich vor dieser Aufgabe drückte. Also riss ich mich ein letztes Mal zusammen und stellte mich den Rätseln.

    Ich frage mich ernstlich, wer sich diese Rätsel ausgedacht hat. Kann man überhaupt alle lösen? Ist das möglich? Die Fragen fokussieren teilweise winzige Details der Handlung von „Sumerland“, die in den Büchern gar nicht besprochen werden. Über der Aufgabe, einzugeben, welche drei Tierkreiszeichen Serisada in welcher Reihenfolge berühren musste, um ein bestimmtes Schmuckstück aus ihrer Nachttischschublade nehmen zu können, bin ich verzweifelt, denn in der entsprechenden Szene wird meines Wissens nach nie auch nur erwähnt, dass sie überhaupt einen Mechanismus auslösen muss. Ich habe das sogar nachgelesen. Raten fällt bei 12 möglichen Tierkreiszeichen leider aus. Ich weiß nicht, woher ich die Lösung nehmen soll, wenn sie nicht in den Büchern steht.
    Ebenso unerfreulich sind alle Rätsel mit Suchbildern. Erinnert ihr euch, dass ich dachte, ich hätte die erste Aufgabe, Prinz Zazamael auf einem Bild zu lokalisieren, gelöst? Irrtum. Ich habe die Aufgabe offenbar nicht gelöst; es fehlt das grüne Häkchen, das mir einen Erfolg anzeigt. Keines der Suchbilder scheint korrekt zu funktionieren, denn egal, wie oft ich mit dem Finger darauf herumtippe, es passiert gar nichts. Die Textpassage, die ich für meine Belohnung hielt, ist immer zugänglich, ob man ein Rätsel nun knackt oder nicht. Da versagt mutmaßlich die Technik.

    Letztendlich konnte ich mit Müh und Not (und ein bisschen Raten) acht von zwölf Rätseln bewältigen. Damit werde ich nicht in die „Geheimgesellschaft der Wissenden“ aufgenommen. Aber wisst ihr was? Es ist mir egal. Die App hat mich insgesamt mehr frustriert als unterhalten und von mir aus können sich die Entwickler ihre Geheimgesellschaft an den Hut stecken. Angeblich erhält man ja irgendeinen gratis Song, der extra für das Projekt von „der renommierten Künstlergruppe QNTAL“, (von der ich vorher noch nie gehört habe) produziert wurde, wenn man alle Rätsel knackt und dann einen Registrierungscode an die Entwickler schickt. Bedenkt man all meinen Missmut, wäre ein einziger Song ohnehin ein schmaler Trost. Ihr könnt ihn behalten, ich will ihn nicht, vielen Dank.

    Meiner Ansicht nach ist „Sumerland“ als multimediales Projekt nicht mehr als eine tolle Idee, die an der Umsetzung scheitert. Die App und die Romane „Prinzessin Serisada“ und „Prinz Zazamael“ bilden längst nicht die Einheit, die ich erwartet hatte und interagieren überhaupt nicht miteinander. Die Rätsel sind aufgrund mangelnder Anhaltspunkte sowie unzuverlässiger Technik eher verwirrend statt unterhaltsam und haben mir keinerlei Mehrwert geboten. Die freigeschalteten Textpassagen sind überflüssig, liest man die Bücher, was mir allerdings auch keine Freude bereitete. Für mich ist die App daher nicht mehr als verschwendeter Speicherplatz auf meinem Smartphone und wird entfernt, sobald diese Rezension online ist.
    Die Geschichte, die Johannes Ulbricht in „Sumerland“ erzählt, ist definitiv ein kluges Stück tiefgehender Gesellschaftskritik. Der subtile Appell, unsere Welt zu hinterfragen, statt alles klaglos zu schlucken, ist unmissverständlich bei mir angekommen. Trotz dessen bin ich der Meinung, dass er das Ziel, seine Leser_innen zu unterhalten, vollkommen aus den Augen verlor. „Sumerland“ ist langatmig, hochgradig abstrakt und unverhältnismäßig strapaziös. Ulbricht verlangt zu viel und verlässt sich zu sehr auf die intellektuelle Ebene seiner Geschichte. Intelligenz ist eben nicht alles und vermag mich alleinstehend nicht zu fesseln.

    Zusammengefasst muss ich euch demzufolge davon abraten, mein Experiment mit „Sumerland“ selbst zu wiederholen. Das Projekt hält einfach nicht, was es verspricht – weder technisch, noch systematisch, noch literarisch. Vielleicht waren die Ambitionen von Autor und Entwicklern dann doch ein wenig hochgestochen. Gesellschaftskritik als Spiel für Bücherwürmer – in der Theorie ein netter Gedanke, in der Praxis die reinste Quälerei.

    Vielen Dank an den Verlag Panini und Literaturtest für die Bereitstellung dieser Rezensionsexemplare im Austausch für eine ehrliche Rezension!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Literaturtests avatar
    Liebe Lovelybooksleserinnen und -leser,

    wir verlosen 4 Sets bestehend aus den beiden Teilen von "Sumerland" von Johannes Ulbricht.

    Um am Gewinnspiel teilzunehmen, teilt uns einfach mit, warum ihr die Bücher gerne gewinnen möchtet!

    Viel Spaß! :-)
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