Johannes Willms

 3.3 Sterne bei 26 Bewertungen
Autor von Gebrauchsanweisung für Frankreich, Napoleon und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Johannes Willms

Johannes Willms, Historiker und Publizist, wurde 1948 in Würzburg geboren. Er studierte Geschichte, Politische Wissenschaften und Kunstgeschichte an den Universitäten Wien, Heidelberg und Sevilla; 1975 Promotion.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Johannes Willms

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Cover des Buches Talleyrand9783406621451

Talleyrand

 (3)
Erschienen am 15.07.2011
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Frankreich9783492954495

Gebrauchsanweisung für Frankreich

 (4)
Erschienen am 13.08.2012
Cover des Buches Napoleon9783406722073

Napoleon

 (3)
Erschienen am 23.01.2018
Cover des Buches Tugend und Terror9783406669361

Tugend und Terror

 (3)
Erschienen am 12.09.2014
Cover des Buches Mirabeau9783406704987

Mirabeau

 (2)
Erschienen am 16.02.2017
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Frankreich9783492275446

Gebrauchsanweisung für Frankreich

 (3)
Erschienen am 01.10.2005
Cover des Buches Der General9783406741302

Der General

 (1)
Erschienen am 19.09.2019
Cover des Buches Stendhal9783423347327

Stendhal

 (1)
Erschienen am 01.08.2012

Neue Rezensionen zu Johannes Willms

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Rezension zu "Der General" von Johannes Willms

Ein Markenstein der französischen- und der Weltgeschichte
michael_lehmann-papevor 7 Monaten

Ein Markenstein der französischen- und der Weltgeschichte


„Als sie Staatsgäste nach dem Ende des Requiem die Pariser Metropolitankriche verließen, intonierte der Organist die Marseilleise. Man darf sich fragen, ob das nach dem Geschmack des Mannes war“.


Denn letztlich, sieht man genau hin und verfolgt den innerlich doch sehr gradlinigen Weg des Charles de Gaulle, könnte man eher meinen, der Gründer und Präsident der V. Republik wäre vielleicht doch lieber Monarch geworden.


Denn, neben den vielfachen historischen Fakten, dem Aufstieg im zweiten Weltkrieg, der Neuordnung des Landes und der Verfassung, der vielfachen Animositäten zwischen de Gaulle und anderen „Führern der Welt“, der Algerien-Krise, der 68er Revolten und der darin immer erkennbaren konservativen und zentrierten Haltung de Gaulles gelingt es Willms mittels vieler detaillierter historischer Szenen und Hintergründe, das strategische Geschick de Gaulles überdeutlich in den Raum zu setzten.


Mal polternd, mal klug, mal unterschwellig, mal direkt, immer mit klarer Kante in der Haltung und, scheinbar, nie im Selbstzweifel, gibt es sicherlich, neben Napoleon, kaum andere historische Persönlichkeiten, die Frankreich in solch markanter Form bis in die Gegenwart hinein geprägt haben.


Schaut man alleine genauer hin, wie de Gaulle sich auf dem Höhepunkt und zum Ende des zweiten Weltkrieges hin mit Verve gegen gegen seinen Konkurrenten Giraud durchsetzte, wie er, nach dem Exil im verhassten London, in Algerien intensiv wieder „französisch“ agieren konnte, gegen den „Zorn Churchills“ und der „Ablehnung Roosevelts“ sich an die Spitze der des Komitees als Ersatz Regierung eines freien Frankreich bewegte, das lässt bereits tief schließen und öffnet den Blick für die Begabungen des Mannes, aber auch seine Sturheit und Eigenarten, die in der Nachkriegsordnung darin gipfelten, dass de Gaulle sorgsam darauf achtete, dass nicht „Politiker“ die Geschicke des Landes zu sehr in den Händen hielten, sondern „Fachleute“ für das Regieren und Reformieren durchgehend zuständig waren.


Am Ende aber de Gaulle davon ausging, dass er alleine, der Präsident, die Leitlinien und Richtungen des Staates zu bestimmen hatte.


So liest es sich, nebenbei erwähnt sehr flüssig im Stil, dann auch überzeugend, dass ein Hauch des Entrückten immer mitschwang, wenn de Gaulle öffentlich in Erscheinung trat.


„Aus der Haltung selbst gewählter Einsamkeit war de Gaulle ein Entrinnen nicht mehr möglich. Wie auch, wenn den meisten Weggefährten, auch gegen Ende des politischen Weges Georges Pompidou, immer wieder Grenzen aufgewiesen wurden durch de Gaulle, der auch vor persönlichen Verletzungen nicht zurückscheute. Auch wenn diese nicht selten in geschickte Worte und Handlungen gefasst wurden.


Aber dass der Mann letztlich völlig allein auf sich fixiert war und sich wohl für eine „Gnade für Frankreich“ hielt, politische Fehler sich kaum eingestand und damit auch international „reüssierte“, das liest sich informativ, spannend und anregend und trägt zudem immer wieder die Einbettung in die Zeitgeschichte selbst in breiter Form in sich.


Eine empfehlenswerte Lektüre, die ihre Bedeutung für die Gegenwart auch in der Charakterisierung eines „Populisten“, seiner Denkweise und seiner Strategien in sich trägt.


„Ein Topos in der Geschichte Frankreichs ist der Retter. Er stellt sich zuverlässig ein, sobald das Land in einer existentiellen Krise zu Schanden zu gehen droht“.


Was sicherlich ein geprägter Mythos ist, den de Gaulle sich allerdings bestens zunutze zu machen verstand. Und nicht nur er und nicht nur in Frankreich, betrachtet man die politische Lage der Gegenwart.

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Rezension zu "Napoleon" von Johannes Willms

Napoleon - ein Leben der Propaganda
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Über Napoleon sind schon meterweise Bücher geschrieben worden. Teils mit mehr oder weniger gutem Erfolg. Das Schwierige die Persönlichkeit dieses Mannes zu erfassen, liegt daran, dass er selbst unermüdlich an seinem Nimbus der Unfehlbarkeit herumdoktert. Die Bulletins über geschlagene Schlachten haben mit der tatsächlichen Wirklichkeit wenig zu tun. Gedruckt wird nur, was Napoleon erhöht. Die Zensur ist ähnlich rigide wie weiland unter den Bourbonen.  

Doch wie gelingt es dem mehr oder weniger mittellosen Zweitgeborenen eines alten korsischen Adelsgeschlechtes die Karriereleiter derart hoch zu klettern? 

Johannes Willms versucht in seiner Napoleon-Biografie den Menschen hinter dem Mythos zu ergründen. Das gelingt auf weite Strecken. Was mir persönlich ein wenig fehlt, sind die zahlreichen Liebschaften und Affären, die der Kaiser der Franzosen zeitlebens gehabt hat. Maria Walewska zum Beispiel, hat ihm immerhin einen Sohn geboren.

Gut gelungen hingegen ist die Darstellung der Zeit und der Umstände. Willmes hat „dem Volk aufs Maul geschaut“. Geschickt nutzt er die zahlreich erhaltene Korrespondenz Napoleons mit seinen Zeitgenossen. Hierin ist nicht immer Schmeichelhaftes über den „kleinen“ Korsen zu lesen. Apropos „klein“ – die Körpergröße Napoleons ist in der Literatur immer wieder Thema. Napoleon ist mit 1,68m ziemlich durchschnittlich. Da er sich immer mit großen Soldaten umgibt, wirkt er kleiner. Außerdem können auch seine Gegner auf dem Klavier der Propaganda spielen. Auch die unterschiedlichen Längenmaße können zu dieser gezielten Fehlinterpretation führen.  

Spätestens 1804 ist klar, dass Napoleon die Ideale der Republik verraten hat.

„Ich hatte immer schon die Absicht, die Revolution mittels der Errichtung der Erblichkeit zu beenden.“ (Napoleon an Joseph, S. 368) 

Napoleons Herrschaft stützt sich auf die Grande Armée. Ohne seine Soldaten ist er nichts. Allerdings, je mehr Kriege er führt um seine Machtgelüste zu befriedigen, desto größer sind die Anstrengungen der Soldaten. Viele Männer stammen aus den annektierten ehemaligen deutschen Fürstentümern und verstehen überhaupt nicht, warum sie z. B. nach Russland ziehen sollen.

Häufig macht er aus kleinen Ereignissen richtig große Erfolge. Die Propaganda ist sein eigentliches Metier. Wie kein zweiter versteht Napoleon es, die Siege seiner Generäle als die seinen auszugeben. Damit vergrault er einige, wie z. B. Bernadotte, der ihn verlassen wird und als Begründer des schwedischen Königshauses sein Gegner sein wird. 

In der Verbannung auf St. Helena strickt Napoleon munter weiter an seinem Mythos. Gleichzeitig wirkt er weinerlich und nervt seine Bewacher mit dauernden Beschwerden über Kost und Unterbringung. 

Fazit:

Eine gut lesbare Biografie, die sich nicht mit endlosen militärischen Operationen aufhält. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.


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Rezension zu "Mirabeau" von Johannes Willms

Chancenloser Visionär der Revolution
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Chancenloser Visionär der Revolution

Kaum einer der Revolutionäre der „ersten Stunde“ hat die französische Revolution überlegt. Doch anders als Robbespiere oder Danton erlag der „Vordenker“ der Revolution, der „Ideologe einer neuen Zeit“, Mirabeau, nicht der Guillotine, sondern starb schlicht und einfach an einer Art Entkräftung. Ein „Leerbrennen“ eines Körpers und Geistes, ein Ankämpfen gegen die destruktiven Wendungen der Revolution, ein Kampf durchaus auch um die Macht, doch um eines „höheren Zieles Willen“, wie Mirabeau wohl selber ausgesagt hätte.

Ein „Ausbrennen“, dass durch Jahre der Haft und ein ausschweifendes Leben vor der selbstgestellten „Lebensaufgabe“ bereits vorweg angelegt war.

„Unter den Revolutionären ist Mirabeau eine Ausnahme….von diesen unterschied er sich auch durch sein Denken und Wollen“.

Älter als die anderen und, vor allem, nicht aus der Emotion heraus angetrieben, sondern bereits im Vorfeld mit überlegtem Konzept, mit einer Idee und einer Vision versehen, wie Frankreich stabil einen Wechsel der Staatsform von der absoluten Monarchie hin zur konstitutionellen Monarchie vollziehen könnte, ungeachtet der Personen. Ein Konzept, dass den Tod Ludwig des XVI. eben nicht zwingend erfordert hätte und das die Zeiten des Chaos und der vielfachen Hinrichtungen ohne Konzept und Klarheit, die tatsächlich folgten, wohl verhindert hätte.

Hier aber kommt zum Tragen, wie Willms hervorragend auf den Punkt formuliert (und im Einzelnen nachzeichnet), was ansonsten eher gegenteilig in der Geschichte gilt:

„Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben“.

Inmitten der wogenden Emotionen, der Intrigen, des Blutdurstes und der Rücksichtslosigkeit der anderen Revolutionäre, die sich schon im Vorfeld der Massenhinrichtungen und der gegenseitigen Vernichtung unter den Revolutionären andeutete, hatten die klaren, stringenten, zunächst aber eher mäßigend zu verstehenden Haltungen Mirabeaus einfach keine Chance.

Was dieser nicht hinnahm, wogegen sich Mirabeau mit jeder Faser seiner Person, bis zum letzten seiner Kraft und mit jedweder Strategie der Macht zur Wehr setzte.

Wobei Mirabeau hierbei genauso an den anderen Revolutionären, durchaus aber in starkem Maße auch am König selbst und dessen unerbittlichen Widerstandes gegen jede Form konstruktiver Veränderung scheiterte.

„Ich, als Bürger, zittere um die königliche Gewalt“. Darin drückt sich Mirabeaus feste Überzeugung, dass es nur in einem Miteinander von Reform, Revolution und Monarchie gehen kann, aus. Und, im doppelten Sinne des Satzes, bewahrheitete sich, dass er auch vor der königlichen Gewalt zu zittern gehabt hätte, denn zwischen „Misthaufen und Palast“ war, angesichts der handelnden Personen, kein Ausgleich zu „Lebzeiten Mirabeaus“ möglich.

Selbst auf dem „letzten Schlachtfeld“, 1791 in Bezug auf die Haltung des Klerus zum Staat, scheiterte Mirabeau trotz kluger Argumentation und eifriger Arbeit „hinter den Kulissen“ mit dem Versuch, die „Fronten zu versöhnen“. Daran änderte auch nichts, dass er am 18. Januar 1791 zum „Chef des Bataillons der Pariser Nationalgarde“ in einem Distrikt gewählt wurde. Was nun Mirabeau als Zeichen des Vertrauens zu seiner Mittlerposition wertete, hielten seine Mit-Jakobiner eher für ein „Karnevalskostüm“.

Willms bietet ein detailliertes Lebensbild Mirabeaus in chronologischem Ablauf, verweist auf die prägenden Strömungen der Zeit und Erfahrungen für den „Denker“ eines neuen Frankreichs, führt fundiert den zermürbenden Einsatz für die eigene Vision auf und zeigt ebenso minutiös des schrittweise Scheitern Mirabeaus.

Bis hin zur „Zerschlagung (seiner) Büste“ auf Geheiß Robbespierres, die wie eine sinnbildliche Hinrichtung am Ende des Buches geschildert wird.

Auch wenn der Tonfall durchgehend etwas trocken und zu sehr in Form eines Berichtes angelegt ist, ergibt das Werk eine interessante Lektüre zu Person, Zeit und die Irrungen und Wirrungen der Momente vor der Revolution und der dann jungen Revolution.

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