Johannes Willms

 3,6 Sterne bei 36 Bewertungen
Autor*in von Louis XIV, Napoleon und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Johannes Willms (1948– 2022) war Journalist und Historiker. Er hat zahlreiche Werke vor allem zur Geschichte Frankreichs vorgelegt, darunter „Der General. Charles de Gaulle und sein Jahrhundert“ (²2023), „Mirabeau oder die Morgenröte der Revolution“ (2017) und zuletzt „Louis XIV. Der Sonnenkönig und seine Zeit“ (2023).

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Waterloo (ISBN: 9783406818868)

Waterloo

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Neu erschienen am 08.03.2024 als Taschenbuch bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Johannes Willms

Cover des Buches Louis XIV (ISBN: 9783406800672)

Louis XIV

 (4)
Erschienen am 12.05.2023
Cover des Buches Talleyrand (ISBN: 9783406645587)

Talleyrand

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Erschienen am 12.02.2013
Cover des Buches Der Mythos Napoleon (ISBN: 9783608963717)

Der Mythos Napoleon

 (3)
Erschienen am 11.09.2020
Cover des Buches Mirabeau (ISBN: 9783406704987)

Mirabeau

 (3)
Erschienen am 09.02.2017
Cover des Buches Napoleon (ISBN: 9783406816802)

Napoleon

 (3)
Erschienen am 25.01.2024
Cover des Buches Tugend und Terror (ISBN: 9783406669361)

Tugend und Terror

 (3)
Erschienen am 12.09.2014
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Frankreich (ISBN: 9783492954495)

Gebrauchsanweisung für Frankreich

 (3)
Erschienen am 13.08.2012
Cover des Buches Stendhal (ISBN: 9783423347327)

Stendhal

 (2)
Erschienen am 01.08.2012

Neue Rezensionen zu Johannes Willms

Cover des Buches Louis XIV (ISBN: 9783406800672)
K

Rezension zu "Louis XIV" von Johannes Willms

Abfallprodukt aus Willms' Archiv?
kurti66vor 7 Monaten

"Kein anderer deutscher Historiker hat ein so reiches Oeuvre zur Geschichte Frankreichs vorgelegt wie Johannes Willms" heißt es im Klappentext der 2023 erschienenen Biographie zum berühmtesten König Frankreichs, Ludwig XIV (warum ihn Willms als 'Louis XIV Quatorze' seinem deutschen Publikum präsentiert, wird sein Geheimnis bleiben). Das ist wohl korrekt und viele seiner früheren Werke - vor allem seine viel beachtete Napoleon-Biographie - sind durchaus lesenswert und auch dem historischen Laien zu empfehlen. Leider gilt das nicht für dieses sein Spätwerk (Willms starb 2022). Über 460 Seiten wird hier versucht, Ludwigs Leben, seinen steinigen Weg und Aufstieg zum absolutistischen Sonnenkönig, seine Herrschaft im permanenten Kriegszustand mit ganz Europa und Frankreichs langsamen Abstieg von einer Superpower zum ruinierten Staat darzustellen. Aber dabei verzettelt er sich in langatmiger Faktenhuberei und strapaziert die Geduld des geneigten Lesers. In Willms' Schilderung  von Ludwigs Kampf gegen die 'Fronde' (einer gegen den Absolutismus gerichteten Bewegung des frz. Hochadels)  zu Beginn seiner Herrschaft gibt es keinen roten Faden, Fakten werden in chronologischer Reihenfolge breitgetreten und am Ende muss man sich die essentiellen Informationen in Wikipedia nochmals durchlesen, um zu verstehen, was überhaupt geschehen ist.  Und so geht es weiter: ob zur Entstehungsgeschichte von Versailles, dem Pfälzischen oder Spanischen Erbfolgekrieg oder der dynastischen Heiratspolitik der Bourbonen:  Willms verbreitet emotionslose Langeweile und Unordnung. Selbst die Schilderung von Ludwigs Mätressenwirtschaft   lässt den Leser - durch die Einführung zu vieler Akteure innerhalb weniger Seiten - verwirrt zurück. Man hat im Laufe der Lektüre den Eindruck, dass dieses Werk ein verunglücktes Kompendium aus Versatzstücken zu Forschungen von Willms'  früheren Werken ist.   Hinzu kommt, dass Willms keinerlei Sympathien für den Sonnenkönig entwickelt. Ganz im Gegenteil: er schildert ihn als Egomanen und Kriegsverbrecher, der buchstäblich über Leichen geht und Emotionen nur innerhalb der eigenen Familie, d.h. gegenüber seinen zahlreichen legitimen und vor allem illegitimen Kindern entwickelt. Heute wäre er ein Fall für den Psychiater und das Haager Kriegstribunal. Dass er Frankreich  nachhaltig für Jahrhunderte ruiniert hat ist ein weiterer Punkt, der von Willms betont wird.  Das stimmt zwar alles. Aber der Autor bringt die Message als zähen Literaturbrei rüber.   Eine Enttäuschung...  

Cover des Buches Louis XIV (ISBN: 9783406800672)
Rat_Krespels avatar

Rezension zu "Louis XIV" von Johannes Willms

Weit mehr als Ballett und Versailles...
Rat_Krespelvor 8 Monaten

Der Historiker Johannes Willms hat drei Biografien über die prägenden Personen der neueren französischen Geschichte geschrieben: Charles de Gaulle, Napoleon I. und diese hier: über den Sonnenkönig Louis XIV. Vorweg: Das ist meine zweite Biografie über ihn und da mich die erste sehr enttäuscht hat, ging ich mit großen Erwartungen an diese Lektüre - und bin begeistert!
Johannes Willms gelingt es, diese einzigartige Persönlichkeit in ihrer Wechselwirkung zu ihrer politischen und gesellschaftlichen Umgebung zu zeigen. Gerade bei den französischen Herrschern neigt man dazu, sie als archetypische Vertreter des Absolutismus viel zu personenbezogen darzustellen. Dies passiert hier nicht und doch wird klar, welche singuläre Macht Louis XIV. hatte - und zu welchen Verwerfungen, ja Katastrophen das führte. Unser Bild dieses Königs ist zu sehr vom Begriff "Sonnenkönig" geprägt, Musik, Ballett, Versailles, höfisches Leben... Das alles war da und vielleicht auch nicht nur Ausdruck absoluter Macht, sondern auch echtem Interesse an der Kunst - aber da war auch die religiöse Intoleranz und die Rücknahme des Ediktes von Nantes, eine massive Arroganz und Unbelehrbarkeit gerade in politischen oder militärischen Fragen und eine machtversessene Außenpolitik. Von 54 Jahren Herrschaft führte Louis 33 Jahre Krieg - mit katastrophalen Verlusten und verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen. Doch es wird auch klar, dass die französische Monarchie kaum eine andere Charakterbildung zuließ - niemals war der König wirklich er selbst, nicht nur das morgendliche Aufstehen, selbst der Gang zur Toilette geschah unter den Augen Zuschauender. Und so entsteht eben eine wirkliche gute Biografie: Wenn sie zeigen kann, wie eine einzelne Person ihre Zeit prägt und wie wenig gleichzeitig Geschichte eine Erzählung von singulären Menschen ist - denn auch ein Herrscher wie Louis XIV. ist am Ende "nur" ein Kind seiner Zeit.

Cover des Buches Louis XIV (ISBN: 9783406800672)
Wedmas avatar

Rezension zu "Louis XIV" von Johannes Willms

Toll geschriebene Biografie. Sehr gern gelesen.
Wedmavor einem Jahr

Diese Biografie Louis XIV sehe ich vor allem als einen wichtigen Beitrag in Sachen Elitenforschung.

Die Fragen/Mechanismen der Macht wurden hier wunderbar klar erläutert. Man kann sehr gut nachvollziehen, wie ein junger König, aus der anfänglich schwachen Position heraus, bei den Umtrieben der Fronde musste er und seine Mutter von Kardinal Mazarin erstmal in Sicherheit gebracht werden, nach und nach die Macht nach sich zieht und zum absolutistischen Monarchen wird, der jeden Tag am Ausbau seiner Macht arbeitet, dem es enorm wichtig ist, als glorreich und mächtig europaweit zu gelten, der wohl deshalb etliche Kriege führt, dabei ganze Gegenden verwüstet, wie z.B. zwischen Mannheim und Heidelberg, Heidelberg gar drei Mal niederbrennen lässt uvm., der prunkvolle Paläste in Versailles und Umgebung baut, sein Volk aber weiter verarmen lässt und somit das bittere Ende der Dynastie vorbereitet. Am Sterbebett, dem fünfjährigen Nachfolger, rät er aber, dieser soll keine Kriege führen und nicht dem Ruhm nachjagen, sondern ein friedlicher König werden, „…dessen Hauptanliegen das Wohl seiner Völker sein wird“, S. 457. Das gibt zu denken.

Der Stoff ist sehr gut verständlich aufbereitet, wohl strukturiert, unterhaltsam präsentiert. Für Schule, Studium, Beruf und einfach zum Vergnügen-Lesen wunderbar geeignet.

Die Themenwahl kann auch ein breites Publikum ansprechen. Willms schreibt oft über die Kriege, aber auch über all die Frauen des Sonnenkönigs, auch darüber, wie und wann er zu dieser Bezeichnung kam. Über die Kinder, die er aus diesen Affären hatte, war oft die Rede, auch zum Schluss, als er kurz vor dem Tod ein altes Gesetz brach und mangels Nachkommen des rein königlichen Geblüts, kurzerhand zwei Söhne aus seiner letzten morganatischen Ehe zum königlichen Adel erhob, um das Bestehen der Dynastie zu sichern.

Es gibt noch mehr an interessanten Inhalten, die hängenbleiben, nachhallen, worüber man in den Lesepausen und nach dem die letzte Seite umgeblättert wurde, noch lange nachdenkt.

Ich gehe nicht weiter ins Detail. Besser: Lesen Sie selbst.

Die Buchgestaltung fällt hochwertig aus: Festeinband, Umschlagblatt, 31 s/w Abbildungen, weiterführende Literatur auf knapp über 60 Seiten, Personenregister, Bildnachweis. Ein schönes Geschenk für Liebhaber der Geschichte und nicht nur.

Mir hat es Spaß gemacht, diese Biografie zu lesen. Gerne lese ich auch weitere Werke des Autors. Es gibt eine Charles de Gaulle Biografie von Willms. Diese muss ich mir unbedingt näher anschauen.

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