Johannes von Tepl Der Ackermann

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Inhaltsangabe zu „Der Ackermann“ von Johannes von Tepl

Das Streitgespräch zwischen dem Ackermann und dem Tod, der dem Ackermann die geliebte Frau weggerafft hat, vermag uns auch heute noch zu berühren. Zugleich fußt das Werk aber auf Bildungstraditionen, die nicht mehr unmittelbar zugänglich sind. Diese Studienausgabe von Christian Kiening, Professor für ältere deutsche Literatur an der Universität Zürich, erschließt beide Dimensionen vorbildlich: mit einem weitgehend der ältesten Handschrift (A) folgenden Text, einer genauen Neuübersetzung und einem die Quellen und den Bildungshorizont des Verfassers aufschließenden Kommentar.

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  • Der Ackermann - Johannes von Tepl

    Der Ackermann

    SonnenBlume

    15. September 2014 um 19:46

    Der Ackermann behandelt einen Disput zwischen einem Ackermann, der seine Ehefrau verloren hat, und dem Tod höchstpersönlich. Zu Beginn zeigt sich der Ackermann voller Zorn und Hass gegenüber dem Tod, der ihm, wie er sie selbst beschreibt, die Beste aller Frauen in der Blüte ihres Lebens genommen hat. Schon bald legt sich seine Rage wieder und er weitet den Kreis seiner Gedanken aus und kommt auf die allgemeine Ungerechtigkeit zu sprechen, mit der der Tod die Menschen scheinbar dahinrafft. Als Gegenargument bringt der Tod an, dass es unmöglich wäre, alle Menschen und Tiere am Leben zu lassen, denn dann würde die gesamte Erde aus allen Nähten platzen. Er argumentiert nicht theologisch oder moralisch, sondern im Großen und Ganzen logisch, behandelt den Ackermann jedoch oft sehr zynisch und herablassend. Die Handlung wirkt wie vor Gericht, der Ackermann klagt den Tod an, der Tod verteidigt sich und beschuldigt den Ackermann seinerseits wieder, er habe in seinem Leben schon zu viel Glück erlebt und müsse daher um vieles mehr Unglück erfahren, damit es sich wieder aufhebe. Diese Ansicht ist ungewöhnlich und mir so noch nie in den Sinn gekommen. Das Streitgespräch spitzt sich so lange zu und es wird so lange eine Antwort gesucht, bis sich Gott einschaltet und beiden Parteien ihr Recht zugesteht, den Tod aber auch für sein hochtrabendes Verhalten tadelt. Das Werk befasst sich mit der Trauerarbeit und zeigt den Trauerweg, den Hinterbliebene meist gehen müssen, der von nicht wahr haben wollen über Wut und Zorn bis zur Akzeptanz des Verlusts geht. Weiters zeigt der Autor ein völlig neues Bild der mittelalterlichen Ehe, die eher einer Zweckgemeinschaft galt, als einer auf Zuneigung basierenden Beziehung. Der Ackermann aber scheint seine Frau wirklich geliebt zu haben und kann sich kein Leben mehr ohne sie vorstellen. Dafür, dass das Werk schon um ca. 1400 erschienen ist, ist die Handlung sehr zeitnah und wahrscheinlich auch zeitlos, da die Trauerarbeit immer ein Thema sein wird, das die Menschen beschäftigt.

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