Johano Strasser Die Tücke des Subjekts

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Inhaltsangabe zu „Die Tücke des Subjekts“ von Johano Strasser

Wie lerne ich, den Ansprüchen der modernen Gesellschaft gerecht zu werden. z.B. Weinkennerschaft heucheln, mich als Gourmet aufzuspielen, in Diskussionen über den neuesten Trendautor, von dem ich nie etwas gehört habe , die treffendsten Kommentare abzugeben, ja, selbst meine nicht vorhandene Persönlichkeit in beste Licht zu rücken - kurzum, stets allen Herausforderungen gewachsen zu sein? Johano Strasser greift in seinem neuen Buch zum Mittel der Satire, um uns den Spiegel vorzuhalten. Seine scharfsinnigen Glossen zu lesen bereitet ein hohes Vergnügen. Zugleich, es wird sich kaum vermeiden lassen, lernen wir auch etwas dabei. Ein Lesevergnügen, bei dem sich Leichtsinn und Teifgang kongenial verbinden.

Sehr anstrengend intellektuell und deutlich weniger unterhaltsam als man nach dem Klappentext denken könnte...

— parden
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  • Mehr intellektuell als unterhaltsam...

    Die Tücke des Subjekts

    parden

    MEHR INTELLEKTUELL ALS UNTERHALTSAM... Wie lerne ich, den Ansprüchen der modernen Gesellschaft gerecht zu werden. z.B. Weinkennerschaft heucheln, mich als Gourmet aufzuspielen, in Diskussionen über den neuesten Trendautor, von dem ich nie etwas gehört habe , die treffendsten Kommentare abzugeben, ja, selbst meine nicht vorhandene Persönlichkeit in beste Licht zu rücken - kurzum, stets allen Herausforderungen gewachsen zu sein? Johano Strasser greift in seinem neuen Buch zum Mittel der Satire, um uns den Spiegel vorzuhalten. Seine scharfsinnigen Glossen zu lesen bereitet ein hohes Vergnügen. Zugleich, es wird sich kaum vermeiden lassen, lernen wir auch etwas dabei. Ein Lesevergnügen, bei dem sich Leichtsinn und Tiefgang kongenial verbinden. Ziemlich unbedarft machte ich mich ans Lesen dieses Buches, das sich aufgrund des Klappentextes überaus interessant anhörte. Eine Satire über die Situation und Ansprüche der heutigen Gesellschaft, spannend! Naja. In den 23 kurzen Abhandlungen beleuchtet der Autor sicherlich das ein oder andere interessante Thema, und zwei oder drei Mal musste ich auch schmunzeln. Neues erfuhr ich dabei auch, seien es Tatsachen (wer weiß schon, dass sich in den USA die staatliche und private Gefängnisindustrie mittlerweile zum drittgrößten Arbeitgeber nach General Motors und Wal-Mart entwickelt hat?) oder aber Denkweisen (während in früheren Zeiten Menschen hingerichtet wurden, die falsche Vorhersagen getroffen hatten, werden heutzutage die "Fünf Weisen", die alljährlich der Regierung ihre Prognosen zur Wirtschaftsentwicklung vorlegen und damit so gut wie immer daneben liegen, weder geächtet noch kritisiert, und nach getaner Arbeit können sie ihre beträchtlichen Pensionen genießen...). Aber es ist vielleicht schon alles damit gesagt, wenn ich darauf hinweise, dass der Autor sich selbst als "Intellektuellen" bezeichnet. Diesem Anspruch muss er ja gerade auch beim Schreiben gerecht werden, so dass die Texte vor Fremdwörtern (Testimonials, Aplomb, agonale Spannung), komplexen Satzstrukturen ("Als Jürgen Habermas sich vor Jahren während des sogenannten 'Historikerstreits' den von Dolf Sternberger geprägten Begriff des 'Verfassungsatriotismus' zu eigen machte, erntete er heftigen Widerspruch: Deutsche Identität gründete in tieferen Schichten, was das Deutschsein eigentlich ausmache, sei mit dem Bekenntnis zur Verfassung keineswegs erschöpft, auch nicht mit der kritischen Aneignung der deutschen Geschichte, die zu ebendieser Verfassung geführt habe.") und eingeworfenen lateinischen Weisheiten ("De gustibus non est disputandum!") nur so strotzen. Insgesamt also eine sehr anstrengende Lektüre, die ich mir nur "häppchenweise" aneignen konnte. Im Grunde vielleicht sogar ein lesbarer Adventskalender (1 Klappentext + 23 Glossen), aber eher einer für Intellektuelle... © Parden

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    • 8

    Igelmanu66

    05. December 2014 um 12:04
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