John Ajvide Lindqvist Menschenhafen

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Inhaltsangabe zu „Menschenhafen“ von John Ajvide Lindqvist

"Papa, was ist das? Da drüben auf dem Eis?" Ein strahlend schöner Wintertag. Anders steht mit seiner sechsjährigen Tochter Maja im Leuchtturm der Insel Gåvasten und schaut aufs Meer hinaus. Eis, überall Eis. Und Schnee. Was hat seine Tochter in der Ferne erspäht? Da ist doch nichts. Kurz darauf läuft Maja hinaus, um nachzusehen und der Alptraum beginnt. Obwohl sie auf der freien Eisfläche nicht verschwinden kann, passiert genau das. Plötzlich ist sie weg. Spurlos verschwunden. Anders und seine Frau haben kein Kind mehr ... Jahre später erreichen Anders mysteriöse Botschaften. Lebt Maja etwa noch?

Großartige Idee, aufgrund der Zeitsprünge als Hörbuch leider ungeeignet, weil zu verwirrend.

— WolfgangB

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  • Rezension zu "Menschenhafen" von John Ajvide Lindqvist

    Menschenhafen

    Birgit Fiolka

    25. September 2010 um 14:52

    Achtung - die Rezension enthält dieses Mal einige Spoiler! Vorab - Sascha Rothermund macht seine Sache einmal mehr hervorragend. Er spielt gekonnt mit unterschiedlichen Stimmen, Betonungen, Launen etc. und gibt damit jeder einzelnen Person bzw. Szene ein Gesicht. Die Geschichte an sich ist komplizierter als z. B. "So finster die Nacht". Gut hat mir persönlich gefallen, dass es weniger Splatterszenen gibt, welche der Autor zwar meisterlich (horrormäßig) beherrscht, die mir aber schon manchmal zu meisterlich und konkret waren. ;-) Aber das ist Geschmackssache. Der Klappentext des Hörbuches führt in die Irre, denn er beschreibt ein Ereignis, das schon am Anfang des Buches ein Jahr zurück liegt und nur in der Erinnerung von Anders, dem Protagonisten, erwähnt wird. Trotzdem bildet dieses Ereignis ein Kernthema des Buches, deshalb kann man diesen etwas irreführenden Klappentext wohl verzeihen. Schlimmer sind - und ich weiß nicht, ob es vielleicht an der gekürzten Form des Hörbuches liegt, dass viele Zusammenhänge dieser wirklich komplexen Geschichte nicht aufgeklärt werden. Die Tochter Maja war ein Jahr verschwunden und wurde für tot gehalten ... es gibt am Ende des Hörbuches keine Aufklärung wie das genau passiert ist, obwohl sie gefunden wird. Eine der Verschwundenen wird als Tote angespült - warum, wie war das möglich. Es wird von einer Erschöpfung des Meeres gesprochen, von einer gewissen Nachlässigkeit, warum die besteht, bleibt auch ungeklärt. Zwei der Verschwundenen tauchen auf und verfolgen die Menschen auf der Insel ... Wo kommen sie her? Warum bestehen sie aus Wasser? Warum sind sie zurück gekehrt, die anderen aber nicht? Und so reihen sich einige Dinge in dieser komplexen Geschichte aneinander, die nicht logisch erklärt werden. Das Ende ist sehr detailliert beschrieben, die Befreiung Majas, der Sieg über das Meer (war es überhaupt das Meer oder war da irgendwas IM Meer?) ... Fragen über Fragen, die dieses Hörbuch unbeantwortet lässt. Ansonsten hat der Autor aber wieder einmal eckige und problembehaftete interessante Charaktere und eine eigenwillige Geschichte erschaffen. Deshalb trotzdem 4 Sterne für den "Menschenhafen".

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  • Rezension zu "Menschenhafen" von John Ajvide Lindqvist

    Menschenhafen

    pelznase

    22. March 2010 um 23:17

    An dieses Hörbuch bin ich mit völlig falschen Erwartungen heran gegangen. Ich kannte den Autor nicht, folglich hatte ich auch keinen Schimmer, welches Genre er mit seinen Romanen bedient. Titel und Klappentext ließen mich auf einen skandinavischen Krimi oder gar Thriller hoffen, die ja überwiegend einen sehr guten Ruf haben. Wie erschütternd war da doch die Erkenntnis, dass ich meilenweit daneben gelegen hatte. Denn mit Krimi hat Menschenhafen nichts zu tun, mit Thriller -mit viel gutem Willen- da schon eher. Für mein Empfinden ist dies ein sehr phantasievolles Schauermärchen. Mit dem auf freier Eisfläche verschwundenen Kind, dem "Wurm" Spiritus, den ungewöhnlichen Veränderungen der Menschen und der Legende vom Verhältnis der Leute aus dem Ort zum Meer bringt dieses Schauermärchen eine ganze Reihe guter Ideen mit, die auf verschlungenen Wegen miteinander verbunden sind. Das Grauen schleicht sich wortwörtlich in die Geschichte ein, man bemerkt es zunächst kaum, aber plötzlich ist es dann da...und hält wirklich erschreckende und gruselige Szenen parat. Es gibt aber auch Passagen, nämlich genau zwischen diesen Szenen, die mich nicht gepackt haben, oder auch nicht mehr gepackt haben. Denn Anders Lamento um seine verschwundene Maja mag ja zwei- oder dreimal ergreifend sein, aber irgendwann habe ich da automatisch weggehört. Genauso ging es mir bei der regelmäßig wiederkehrenden "Behandlung" von Spiritus um dessen Fähigkeiten zu wecken, anfangs interessant, neu und eklig, später dann nur noch eklig. Und Anders bei seinen Besäufnissen zu lauschen, ist auch nicht dauerhaft interessant. Zudem waren mir viele Charaktere zu "unhandlich". Klar, jeder Mensch hat seine Ecken und Kanten, aber trotz der Tiefgründigkeit hier, scheinen die meisten Personen nur aus Ecken und Kanten zu bestehen. Sascha Rotermund als Sprecher für diese Lesung war dann -nachdem ich erkannt hatte, dass sich da kein Krimi im Player dreht- gleich die nächste Überraschung. Denn hätte ich gewusst, welche Sorte Geschichte Menschenhafen ist, hätte ich mir eine kühle, distanzierte Stimme dazu vorgestellt. Doch Sascha Rotermund liest die Geschichte mit warmer Stimme und viel Einfühlsamkeit, vor allem in den zahlreichen zwischenmenschlichen Szenen. Aber auch sonst schafft er es, Menschenhafen die nötige Atmosphäre zu verleihen, die vielleicht genau wegen dieser ungewöhnlichen Lesart so speziell und eindringlich ist. Ich habe das jedenfalls so empfunden. Leise, weiche Melodien begleiten die Handlung, bleiben aber immer zurückhaltend und hinterlassen genau deshalb eine so nachhaltige Wirkung. Denn sie mögen einem nicht gerade ins Ohr springen, aber sie sind da und drücken immer genau die Stimmung der Szenen aus. Die sechs CD stecken in einem schönen Digipak, dessen Front mir vom ersten Blick an gefallen hat. Der Leuchtturm vor dem düsteren Himmel und in der kargen Gegend strahlt so viel Einsamkeit, aber auch Unheil aus, dass die Phantasie schon beim Angucken die wildesten Geschichten spinnt. Das passt so ganz prima zu Menschenhafen, das mit so viel Phantasie erdacht wurde. Fazit: Phantasievoll, mit zahlreichen schaurigen Ideen und Szenen und unerwarteten Zusammenhängen, teilweise aber auch sperrig, zäh und gut zum Weghören. In Summe war Menschenhafen eine interessante Erfahrung auf dem Mystery-Sektor, die mich aber nicht ganz überzeugen konnte. Vielleicht ist der Mystery-Stil von Autoren aus dem hohen Norden aber auch Gewohnheitssache...ich bin unsicher.

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  • Rezension zu "Menschenhafen" von John Ajvide Lindqvist

    Menschenhafen

    Texterei

    26. October 2009 um 19:58

    Ein verschwundenes Kind , dadurch eine zerbrochene Ehe. Nach Jahren kehrt der Vater an den Ort des Geschehens zurück und stellt sich der Vergangenheit. Doch seltsame Dinge gehen auf der Insel vor. Alle alten Einwohner haben Wissen aus der Vergangenheit, wollen darüber aber nicht reden. Ein super spannendes Buch, dass einen den Schlaf am Abend Seite für Seite hinausschieben lässt. Leider ist der Schluss etwas an den Haaren herbei gezogen und damit enttäuschend. Trotz allem aber lesenswert.

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