John Ajvide Lindqvist Wolfskinder

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Inhaltsangabe zu „Wolfskinder“ von John Ajvide Lindqvist

Beim Pilzesammeln macht der ehemalige Schlagersänger Lennart einen grausigen Fund. Er entdeckt im Wald einen vergrabenen Säugling. Das kleine Mädchen lebt noch. Den ersten Schrei, den er von ihr hört, lässt ihn erstarren: Der Säugling singt Töne, die reiner nicht sein könnten. Was für ein Menschenkind hat er hier gefunden? Er nimmt es mit nach Hause und versteckt es. Theres - so nennt er sie - soll Lennarts eigenen Lebenstraum einer Musikkarriere erfüllen. Er will sie zu etwas ganz Großem machen, ahnt dabei jedoch nicht, dass er sich das eigene Todesurteil ins Haus geholt hat ...

interessante Story, aber auch verwirrend

— CorneliaP

Ein außergewöhnliches Buch mit einem interessanten Schreibstil, einigen Längen aber auch einigen heftigen Szenen!

— Inibini

Für meinen Lesezirkel auf Facebook im Mai 2015 gelesen

— SerenaS

Der erste Teil war super - leider fand ich das letzte Drittel sehr mühsam.

— AliceDreamchild

..passender Titel, sehr guter Aufbau, grandioses Ende...vorsicht enhält Musik und Blut.. ;)

— Charysher

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  • Ein sehr außergewöhnliches Buch!

    Wolfskinder

    Inibini

    08. July 2016 um 20:15

    Inhalt: Beim Pilzesammeln macht der ehemalige Schlagersänger Lennart einen grausigen Fund. Er entdeckt im Wald einen vergrabenen Säugling. Das kleine Mädchen lebt noch. Den ersten Schrei, den er von ihr hört, lässt ihn erstarren: Der Säugling singt Töne, die reiner nicht sein könnten. Was für ein Menschenkind hat er hier gefunden? Er nimmt es mit nach Hause und versteckt es. Theres - so nennt er sie - soll Lennarts eigenen Lebenstraum einer Musikkarriere erfüllen. Er will sie zu etwas ganz Großem machen, ahnt dabei jedoch nicht, dass er sich das eigene Todesurteil ins Haus geholt hat ... (Quelle: LB) Meine Meinung: Das ist ein sehr außergewöhnliches Buch. Bis jetzt weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie ich das Buch bewerten soll. Speziell zu den Personen möchte ich gar nicht viel verraten. Insgesamt wurden die Charaktere sehr gut ausgearbeitet! Mit Teresa, aus deren Sicht das meiste geschrieben wurde, habe ich richtig mitgefiebert. Aber auch Theres' Person fand ich richtig interessant. Diese Gleichgültigkeit etc. von ihr, hat J.A. Lindqvist sehr gut zur Geltung gebracht. Man hat richtig die Entwicklung von den Protagonisten miterlebt! Wenn ich jetzt daran zurückdenke, wie die Charaktere am Anfang der Story waren und wie sie am Ende sind: krass! Der Schreibstil in diesem Thriller ist auch sehr besonders. Flüssig aber irgendwie anders. Ich kann das echt nicht beschreiben :D Vor allem am Ende, wenn so langsam alle verrückt werden, ist der Schreibstil echt passend, sodass man noch mehr in der Geschichte gefangen ist! In dem Buch geht es viel um Musik. Gerade im 1.Teil. Diese Stellen fand ich etwas langatmig, weil ich mich für Gitarrenakkorde und sowas nicht interessiere. Aber im Laufe der Handlung lässt dieses 'professionelle Musik-Geschwafel' nach ^^ Auch kommen relativ viele Gedichtsauszüge vor. Insgesamt fand ich, dass das Buch durchaus seine Längen hatte. Deswegen gab es leider keine durchgängige Spannung. Trotzdem ist das Buch auf keinen Fall etwas für zart Besaitete! Es gibt echt krasse und seeeehr blutige Szenen! Das Ende war etwas offen, da es doch noch viele ungeklärte Fragen gibt. Es wird z.B. nicht geklärt, wer Theres ausgesetzt hat und warum sie diese Begabung hat. Schade. Mein Fazit: Eine außergewöhnliche Story mit einem interessanten Schreibstil und tollen, 'anderen' Charakteren. Der Thriller hat seine Längen sowie auch einige bestialische Szenen, die nichts für schwache Nerven sind! Das Ende lässt für mich leider noch einige wichtige Fragen offen. Für mich kommt 'Wolfskinder' nicht an 'So finster die Nacht' heran. Trotzdem konnte mich das Buch total fesseln und überzeugen, sodass das nicht mein letztes Buch von John Ajvide Lindqvist sein wird! 4/5 Thrillersternchen

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  • Schwedenhorror der Mittelklasse

    Wolfskinder

    AnnaChi

    29. May 2015 um 18:06

    Der Beginn der Geschichte ist so spannend und unheilverkündend, dass der Leser große Erwartungen an den weiteren Verlauf der Geschichte stellt. Diese werden dann aber leider nicht erfüllt. Ein abgehalfteter Schlagersänger findet im Wald beim Pilzesuchen einen halb vergrabenen Säugling. Was stimmt nicht mit diesem Kind, das wundervolle, lupenreine Töne singen kann, aber nicht fähig ist, mit seiner Umwelt zu kommunizieren? Das Kind wächst im Keller des Schlagersängers auf, wo er es vor der Umwelt verbirgt. Es lernt rudimentär die menschliche Sprache, scheint aber keine Beziehungen zu Menschen aufbauen zu können. Der Leser fühlt, dass sich Schreckliches ankündigt ... So weit so faszinierend. Dann aber bricht die Spannung ab und es entsteht eine teilweise extrem abstruse Geschichte, in der Carrie-artige junge Mädchen Unheil bringen (nur wird das leider nicht so schlüssig und virtuos erzählt wie bei Stephen King). Nachdem ich "So finster die Nacht" und vor allem auch "Menschenhafen" dieses Autors wirklich subtil gruselig fand und verschlungen habe, bin ich von diesem Buch, zumindest von den zwei letzten Dritteln, eher enttäuscht.

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  • Was will er denn nun sagen?

    Wolfskinder

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. April 2014 um 01:46

    Für die, die ihn bislang nicht kennen: John Ajvide Lindqvist ist ein schwedischer Autor, den man nicht selten als “der Stephen King Schwedens” angepriesen sieht. Insofern ich das bislang beurteilen kann – “Wolfskinder” ist nicht der erste Titel, den ich von ihm gelesen habe -, ist da durchaus etwas dran, oder anders: Ich kann dieses Etikett gut nachvollziehen. Lindqvist schreibt bislang eher thrillerartiges, das er aber mit einer Prise Übernatürlichem garniert und durch die Kombination aus beidem gern bestimmte Aspekte von Mensch und Gesellschaft beleuchtet. Da gibt es die Geschichte, die zur Geistergeschichte wird, zur Vampirstory, zum Zombieroman … und was erwartet man entsprechend bei “Wolfskinder”? Na, was mit Werwölfen … ich zumindest. Der mehr oder minder abgehalfterte Musiker Lennart findet im Wald ein dort halb verbuddeltes Baby. Er nimmt es mit nach Hause, wo seine Frau und er das Mädchen, das schließlich Theres genannt wird, einfach verstecken und behalten. Doch Theres ist kein normales Kind, sondern verhält sich äußerst seltsam, scheint ständig auf der Suche zu sein, wird vor allem von Unbelebtem angezogen und erlernt auch das Sprechen erst spät. An einem anderen Ort wächst ein Mädchen namens Theresa durchaus behütet auf. Sie fällt höchstens durch ihren ausgeprägten Ernst auf, der sie jedoch nicht davon abhält, schon in Kindertagen einen guten Freund zu finden, der ihr bis in die Teenie-Zeit hinein erhalten bleibt. Doch aus Ernsthaftigkeit wird zunehmend eine Art Weltschmerz und Theresa immer mehr zur Außenseiterin. Zum Eklat kommt es, als Theres und Theresa sich irgendwann kennenlernen. Und sie sind nicht allein, sondern noch etliche Mädchen mehr erliegen dem “Charme” von vor allem Theres. Der Roman beginnt mit einem ziemlich langen Anteil, bei dem man die Entwicklung von Theres begleitet, die ich persönlich äußerst uninteressant fand. Was Lindqvist hier wirklich gelungen ist (sollte dies seine Absicht gewesen sein): Mir war schon lange nicht mehr, falls überhaupt mal, eine Hauptfigur so dermaßen unsympathisch. Ich fand Theres jedoch nicht nur unsympathisch, sondern von Anfang an geradezu abstoßend, was es mir wahnsinnig schwer gemacht hat, weiterzulesen. Ganz anders die später einsetzende Vorstellung von Theresa, die man von da an dann ebenfalls bis in die Teenie-Zeit begleitet. Bei ihr konnte ich mich in viele Gedanken, Entscheidungen und Empfindungen gut reinversetzen, habe sie gemocht und entsprechend mitgefühlt bei verschiedenen Szenen. Dass diese beiden Mädchen sich anfreunden, dass Theres schließlich überhaupt so eine starke Anziehungskraft auf diverse Gleichaltrige, auf “Emo-Girls” ausübt, ist schwer nachzuvollziehen und lässt sich wohl nur dadurch erklären, dass Theres’ Art als irgendwie “poetisch” von den Mädchen wahrgenommen wird. Im Grunde passiert bis zum Ende insgesamt nicht viel. Und bei all dem, das passiert, habe ich mich gefragt: Wozu? Ging es Lindqvist darum, einen genaueren Blick auf die heutige Jugend zu werfen, auf deren Probleme, auf die Entwicklung der “Emo”-Schiene? Ging es um die Kritik am allgemeinen Druck, der auch Jugendliche erreicht, etwa in Bezug auf Schule, auf das Miteinander? Ging es ihm um Einflussfaktoren wie Casting-Shows und Internetforen? Ähnlich ratlos stehe ich dem übernatürlichen Element des Ganzen gegenüber. Welchen Mehrwert bietet dieses abseits einer symbolischen Nuance? Und wieso ist Theres nun eigentlich so, wie sie ist, wieso wurde sie im Wald verbuddelt? Das Buch ist im Prinzip gut geschrieben, hat mich im Verlauf wie gesagt durchaus auch ein Stück weit mitgenommen (in Bezug auf Theresa), doch für mich sind letztlich zu viele Fragen offen geblieben, zu viele Punkte sind unklar und ich weiß nicht so wirklich, was der Roman mir nun eigentlich sagen oder erzählen wollte.

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  • Rezension zu "Wolfskinder" von John Ajvide Lindqvist

    Wolfskinder

    Ines_Mueller

    17. February 2014 um 13:26

    "Was wollte sie zu Theres mitnehmen, was wollte sie ihr zeigen, wer wollte sie sein? Sie saß auf ihrem Bett, schaute auf die leere Tasche und dachte, dass sie ein Hohn war. Die Tasche war sie selbst. Leer. Nichts. Sie hatte nichts zu bieten." Der Autor Lindqvist ist Lesern von Thrillern wahrscheinlich ein Begriff. Ich dagegen habe mich zuvor nie mit ihm beschäftigt, während ich mit den Augen die Cover seiner Bücher im Katalog überflog. Letztendlich hat allerdings "Wolfskinder" mein Interesse erregt, da ich mich für die Abgründe der menschlichen Psyche interessiere. Doch ich wurde enttäuscht. Warum erfahrt ihn nun.  Anfangs war ich noch sehr gespannt auf die Geschichte und wühlte mich sehr konzentriert durch die ersten Seiten. Der Schreibstil, der zwar noch durchaus im Bereich des Schlichten liegt, trotzdem sehr detailliert und überzeugend ist, fesselt den Leser, sodass er kaum von "Wolfskinder" ablassen kann. Aber schon bald verwandelte sich Faszination und Interesse in Langeweile. Zwar wirft der Charakter der Theres viele Fragen auf, die mich am Ball hielten, doch passiert so gut wie nichts. Der Leser begleitet Lennart und Laila, während diese versuchen, das Leben mit dem Findelkind in geordnete Bahnen zu lenken, sowie Lennarts Bemühen, Theres musikalisch auszubilden, um später seine Karriere erneut anzukurbeln. Seite für Seite quälte ich mich durch die Beschreibungen von Alltäglichkeiten und legte das Buch zwischenzeitlich sogar beiseite, was bei mir wirklich nur selten geschieht. Erst als der erste Teil mit einem Paukenschlag endete, wurde mein Interesse wachgerüttelt. Danach herrschte erst einmal Verwirrung bei mir. Ich konnte mir keinen Reim auf die Absichten des Autoren machen, was er mir mit dieser Geschichte nahebringen wollte. Zudem sorgten die verschiedenen Teile für Chaos, da ich anfangs glaubte, "Wolfskinder" enthalte viele verschiedene Kurzgeschichten. Doch schon bald stellte sich mein Irrtum heraus und das Lesen verlief wieder in geordneten Reihen. Mit der zweiten Protagonistin Teresa kam ich deutlich besser zurecht als mit Theres. Im Gegensatz zu dem kühlen, unnahbaren Findelkind, war sie mir anfangs sehr sympathisch. Ihre Geschichte verfolgte ich mit großem Interesse, bis ich auch hier irgendwann den Faden verlor. Die Beschreibungen der alltäglichsten Dinge ohne rechte Höhepunkte ließ auch hier bald Langeweile aufkommen, bis ich mich durch die Seiten quälen musste. Loben muss ich dagegen die Horrorelemente in "Wolfskinder". Diese werden sehr detailliert und sachlich beschrieben, was eine richtig gute Wirkung erzählt. Die Nüchternheit, mit der Grausamkeiten beschrieben werden, schüren des Entsetzen im Leser. Auch den eigentlichen Höhepunkt der Geschichte kann ich nur als gut gelungen bezeichnen, auch wenn er meiner Meinung nach ausführlicher hätte sein können und gewisse Fragen offen bleiben. Fazit: Leider konnte "Wolfskinder" meine Erwartungen in keinster Weise überzeugen. Abgesehen von den blutigen Szenen, die sehr rar gesät waren, war das vorherschende Gefühle Langeweile. 

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  • Rezension zu "Wolfskinder" von John Ajvide Lindqvist

    Wolfskinder

    Inessa-

    28. January 2013 um 17:45

    Von Lindgvist hatte ich vorher schon „ So Finster die Nacht“ und „ Menschenhafen“ gelesen. Sein erster Roman ist TOP! Kann ich weiterempfehlen und mit einer 1+ bewerten! Von Menschenhafen kann ich das nicht behaupten. Weshalb ich das Interesse an dem Autoren verlor. Erst in der Bücherei, als ich den 4. Roman, Wolfskinder, sah, entschied ich mich spontan es noch einmal mit ihm zu Versuchen. Die Geschichte besitzt wieder viele Emotional verkrüppelte Personen. Außergewöhnlich und Interessant. Obwohl die 2 Mädchen, Theres und Teresa die Hauptfiguren sind, ist mir Jerry als einziger wirklich sympathisch geworden. Vielleicht würde es sich ändern wenn mich eine Depression befallen würde und sie meine Ansichten über die Welt verschiebt. Theres ist absolut seltsam und gestört. Zieht Andere mit, in ihre wahnsinnige Welt. Verwahrloste Mädchen, leicht zu manipulieren. Sie sehen einen Ausweg der keiner ist und verlieren sich in ihrem Hass gegenüber der Gesellschaft. Braucht es wirklich nur so wenig? Woher Theres Einzigartigkeit herkommt wird nicht erwähnt. Schade. Aber genauso wie das Ende, ist das typisch Lindgvist. Nicht zu viel erfahren. Selber denken. Die Geschichte ist sehr schön geschrieben und aufgebaut. Horror Genre ist gut gewählt, denn viele tödliche Gewaltverbrechen werden detailreich erklärt. Wolfskinder ist, meiner Meinung nach, sein 2. Bestes Roman, nach So Finster die Nacht. Die Stimmung, die Atmosphäre, die Figuren. Es kommt dem Nahe.

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  • Rezension zu "Wolfskinder" von John Ajvide Lindqvist

    Wolfskinder

    Janiex98

    23. December 2012 um 16:34

    Ich gebe diesem Buch 4 von 5 Sternen. Mir hat der Schreibstil gefallen, und auch die Story war ein guter Einfall. Die kleinen Gedichte die darin vorkommen haben mir auch sehr gefallen. Es wurde spannend und interessant geschrieben, allerdings gebe ich diesem Buch nicht alle Sterne, da es auch Zeilen gab, die ich einfach übersprungen habe-für mich langweilige und unwichtige Informationen. Außerdem konnte ich die Handlungen der beiden Mädchen Theres und Teresa nicht wirklich nachvollziehen. Im großen und ganzen fand ich das Buch wirklich gut, und ich habe es auch kaum zur Seite gelegt, bis ich es durchgelesen hatte. Ein empfehlenswertes Buch, aber auch nichts für schwache Nerven ;-)

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  • Rezension zu "Wolfskinder" von John Ajvide Lindqvist

    Wolfskinder

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. September 2012 um 09:57

    In 'Wolfskinder' geht es um zwei Mädchen; Theres und Teresa. Von beiden erzählt Lindqvist die Lebensgeschichte ab ihrer Geburt bis zum Alter von ca. 14 Jahren. (Schön: Wenn die Handlungsstränge parallel verliefen, freute ich mich jedes Mal über den Wechsel zum jeweils anderen, denn beide waren spannend, und ich habe keinen bevorzugt.) Von Theres ist bereits in der offiziellen Inhaltsangabe die Rede: Sie wird als Säugling halb vergraben in einer Tüte im Wald gefunden und von zwei B-Promis der schwedener Schlagerszene verborgen aufgezogen. Damit das funktioniert, erschaffen diese ein Weltbild, in dem es die großen und die kleinen Menschen gibt, wobei erstere die letzteren fressen wollen. Das ist u.a. dafür verantwortlich, dass Theres (und Teresa) später einige schreckliche Dinge tun. Von Anfang an legt Theres ein merkwürdiges Verhalten an den Tag, was sie auch beibehält; sie ist abwesend, redet erst gar nicht, dann kaum, durchsucht immer wieder ihr Zimmer usw. Aber sie kann singen! Später nimmt sich der erwachsene Sohn der B-Promis ihrer an, der früher auf die schiefe Bahn geriet, jedoch noch halbwegs die Kurve kriegt und später sogar eine Frau trifft ' Zusammen mit Theres schreibt er Lieder, und schließlich kommt es dazu, dass Theres in einer Casting-Show auftritt, sie Stress mit einem Musikproduzenten bekommen, und sich nebenbei eine Gemeinde aus Mädchen um die seltsame Theres schart. Unter ihnen und an erster Stelle: Teresa. Teresa wächst mit typischen Problemen auf, die bei ihr jedoch verstärkt auftreten. Hier trifft man auf lindqvisttypische Themen wie Einsamkeit, das Gefühl des Nichtdazugehörens, Mobbing usw. Teresa fühlt sich zu Theres hingezogen und tatsächlich verbindet die beiden ein Band ' Die Haupterson Theres ermöglicht es Lindqvist, durch ihre seltsame, reduzierte Art, einen unvoreingenommenen Blick auf das Verhalten der Menschen zu werfen, uns auf interessante Weise den Spiegel vorzuhalten. Eine Große Rolle spielt in diesem Roman die Musik, von der Lindqvist ja ein großer Freund ist (zu sehen nicht nur daran, dass er gerne, wie z.B. Stephen King, Songzitate in seine Werke einbaut). Da ist schon einige Male die Rede vom absoluten Gehör, von Sinustönen, ein paar Gitarrenbegriffen usw. Schwedische Künstler und Songs aus der Schlager-/Hitparadeszenewerden genannt, Teile des Buchs durch Lyricausschnitte eingeführt. Eine weitere nicht unwichtige Rolle spielt in 'Wolfskinder' moderne Poesie. Die melancholische/depressive Teresa liest Gedichte und beginnt später, selbst welche zu schreiben, die dann in Songs von Theres Verwendung finden. Von denen befinden sich einige im Buch. Sollte man an einem von beiden Themen nicht im Mindestens interessiert sein, kann es evtl. die eine oder andere etwas langweilige Stelle geben. Was ich auch mag, ist Lindqvists Verwendung von bekannteren Unterhaltungsmedien: Habe ich mich bei 'So ruhet in Frieden' über die Erwähnung von Resident Evil gefreut, werden in 'Wolfskinder' u.a. die Videospiele Max Payne und Tekken 4 sowie die Filme Hostel, Saw und Cannibal Holocaust erwähnt. Nett! Die Geschichte ist komplex, dicht und fesselnd. Lindqvist hat eine ganz eigene Art zu erzählen, und falls Sie ihn noch nicht kennen, kann ich nur raten: Probieren Sie ihn aus! In meinen Augen verdient er mehr Beachtung, denn er gewinnt auf seltene und angenehm anspruchsvolle Art der Phantastik neue Seiten ab. Man kann seine Werke als reine Unterhaltung lesen oder anschließend darüber nachdenken, und dann geht es los! Aufgrund dieser Vielschichtigkeit empfinde ich es auch als sehr schwierig, eine Rezension zu 'Wolfskinder' zu verfassen, die der Geschichte als Gesamtwerk gerecht wird - daher nochmal der Tipp: einfach ausprobieren! Ich habe übrigens die Kindle-Version gelesen; einwandfrei, keine Formatierungsfehler o.Ä. FAZIT: Für Lindqvistmöger und nicht zart besaitete Leute, die anspruchsvolle, eher schwermütige Phantastik mögen und Musik sowie moderner Poesie nicht gänzlich abgetan sind, ein absoluter Pflichtkauf!

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  • Rezension zu "Wolfskinder" von John Ajvide Lindqvist

    Wolfskinder

    AennA

    29. July 2012 um 18:16

    Da ich bereits "So finster die Nacht" von John Ajvide Lindqvist gelesen habe, war mir klar, dass ich mit seinem vierten Roman "Wolfskinder" wahrscheinlich eine Lektüre fernab jeder Realität beginnen würde. Und so war es dann auch. Während Lindqvists Erstling mich absolut fesselte, in seinen Bann zog, verursachte "Wolfskinder"dagegen oft nur ungläubiges Kopfschütteln. Dennoch las ich mich durch mehr als 550 Seiten bis zum Ende, was ganz klar Lindqvists flüssigem und detailliertem Schreibstil sowie den sich mir im Verlauf des Buches doch noch öffnenden Erkenntnissen zu verdanken ist. Die Geschichte fängt sehr vielversprechend an... Ein Säugling wird im Wald in einem Erdloch gefunden, ein kleines Mädchen, das die schönsten Töne von sich gibt. Der alternde Schlagersänger Lennart sieht seine Chance, mit dem Kind in späteren Jahren viel Geld zu verdienen, nimmt es mit und versteckt es in seinem Keller. Doch Theres entwickelt sich nicht normal, ganz und gar nicht.... Etwa zeitgleich, in einer anderen Stadt, wird Theresa geboren. Sie wächst in einer ganz normalen Familie mit zwei Brüdern auf, doch auch Theresa entwickelt eine sehr spezielle Persönlichkeit. Beide Mädchen treffen irgendwann aufeinander, und das Unheil nimmt seinen Lauf.... Hier hatte ich große Erwartungen. Doch während in den ersten beiden Teilen des Buches die jeweiligen Lebensumstände der Mädchen zwar hin und wieder unglaubwürdig, aber durchaus fesselnd geschildert werden, erweisen sich die folgenden Teile eher als eine "Aneinanderstückelung" von Geschichten vor dem für mich langweiligen Hintergrund der Musik-und Schlagerszene. Auch hier bleiben einige Umstände mehr als fragwürdig. Das Ganze wird von Gewalt- und auch Sexszenen mit Beschreibungen bis in die kleinsten Details durchzogen, bei denen mir klar wurde, warum dieses Buch, in dem es doch um Jugendliche geht, in der Erwachsenenabteilung zu finden ist. Trotzdem möchte ich Lindqvists Buch nicht komplett aburteilen, denn man kann ihm auch einen ernsten Hintergrund nicht absprechen... Achtung, SPOILER!!!! Der Zusammenhang zwischen den Mädchen, den ich zunächst aufgrund der vorangegangenen Ereignisse im mysthischen Bereich vermutete, ist in ihrer kranken Psyche zu finden. Zutiefst kranke Seelen, verbunden mit Wahnsinn, der zu unmenschlichen Taten führt. Für uns schwer zu glauben, aber doch real, bedenkt man die Ereignisse aus der jüngsten Vergangenheit in Norwegen oder erst kürzlich in einem Kino in Aurora... Unweigerlich erinnert das Ende von "Wolfskinder" an diese schrecklichen Attentate... Denn wer weiß denn schon, was sich wirklich in den Köpfen dieser Täter abgespielt hat? John Ajvide Lindqvist öffnet dem Leser die Augen über Macht und menschliche Abgründe. Zeigt, was möglich ist, egal woher man kommt und was man ist.... Macht deutlich, wie gefährlich es ist, wenn man den "falschen" Leuten vertraut, wie fatal es werden kann, hat man die Grenzen erst einmal überschritten... Leider hat er seine Geschichte sehr unglücklich und zweifelhaft verpackt, deshalb vergebe ich gerade noch 3 Sterne!

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  • Rezension zu "Wolfskinder" von John Ajvide Lindqvist

    Wolfskinder

    tedesca

    25. May 2012 um 11:13

    Ein Buch, das mir unterm Strich nicht gefallen hat. Die Handlung finde ich einfach blöd. Es ist gut geschrieben, sprachlich und stilistisch kann man daran nichts aussetzen, aber hunderte von Seiten Teenagerprobleme, noch dazu von 2 so gestörten Mädchen, sind einfach nicht mein Ding. Spontan ist mir dazu depressives Grusel "La Boum" eigenfallen. Und irgendwie ist das alles so künstlich hingetrimmt auf ein grausiges Finale, das zwar in der Geschichte stimmig aber für mich trotzdem völlig sinnlos ist. Sorry, damit konnte mich Lindqvist nicht überzeugen.

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  • Rezension zu "Wolfskinder" von John Ajvide Lindqvist

    Wolfskinder

    Monika Jary

    14. May 2012 um 19:53

    Beim Pilzesammeln macht der ehemalige Schlagersänger Lennart einen grausigen Fund. Er entdeckt im Wald einen vergrabenen Säugling. Das kleine Mädchen lebt noch. Den ersten Schrei, den er von ihr hört, lässt ihn erstarren: Der Säugling singt Töne, die reiner nicht sein könnten. Was für ein Menschenkind hat er hier gefunden? Er nimmt es mit nach Hause und versteckt es. Theres - so nennt er sie - soll Lennarts eigenen Lebenstraum einer Musikkarriere erfüllen. Er will sie zu etwas ganz Großem machen, ahnt dabei jedoch nicht, dass er sich das eigene Todesurteil ins Haus geholt hat ... Ich gebe dem Buch 5 Sterne, auch wenn ich ein ziemliches "Mimöschen" bezgl. solcher Romane bin. Und es ist wirklich nichts für Mimöschen; aber absolut lesenswert,

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  • Rezension zu "Wolfskinder" von John Ajvide Lindqvist

    Wolfskinder

    der_sprachlose

    08. April 2012 um 17:49

    Insgesamt sehr empfehlenswert. Die Geschichte ist eigentlich von Beginn an spannend und bleibt es bis zum Ende. Allerdings fällt das Buch zum Ende hin doch ein wenig ab. Deshalb auch nur 4 Sterne.
    Ein Hinweis noch: zwischendurch geht es schon sehr blutig zu, also nichts für zarte Seelen...

  • Rezension zu "Wolfskinder" von John Ajvide Lindqvist

    Wolfskinder

    thenight

    08. March 2012 um 06:22

    Als ich das Buch gestern Nacht zuklappte, war mein erster Gedanke* Und was sollte das jetzt gewesen sein?* Der erste Abschnitt des Buches war klasse, ganz ohne Zweifel, der Fund des Säuglings, dessen musikalische Begabung, die seltsame Entwicklung des Kindes,das erst von Jerry ihrem Ziehbruder den Namen Theres bekommt, die Art und Weise wie sich Lennart und seine Frau im Laufe des Zusammenlebens mit der Kleinen verändern, und das schreckliche Ende der Beiden. Toll geschrieben, tolle Geschichte, aber dann entwickelt sich die Geschichte zu einem düsteren Teenieroman. Das Mädchen wird nach dem Tod der Zieheltern weiterhin vor der Außenwelt verheimlicht, ihr Ziehbruder nimmt sich seiner an und zieht mit ihr in eine Gegend wo sie niemand kennt, das seltsame Mädchen nimmt an einem Gesangswettbewerb teil und sammelt im Zuge dessen via Internet einige psychisch gestörte Mädchen um sich, mit denen sie seltsame Rituale durchführt, dazu gehört unter anderem der Mord an einem skrupellosen Musikproduzenten. Was wie ein mystischer Roman beginnt, wird zur Kritik an der Gesellschaft, es geht um Mobbing an Schulen und um die, die nicht der Norm entsprechen und deswegen ausgegrenzt werden. Ob es nötig war dieses Thema in Mystik zu verpacken wage ich zu bezweifeln, die Störungen die Theres aufweist sind an sich schon seltsam genug, sie sieht Rauch aus den Hirnen ihrer Opfer aufsteigen wenn diese sterben. Ich hätte mir vor allem etwas Aufklärung gewünscht, was es mit Theres überhaupt auf sich hat, warum sie zum Sterben im Wald ausgesetzt wurde, wussten ihre leiblichen Eltern das etwas mit ihr nicht stimmt, immerhin war sie ja schon als Säugling gefährlich.

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  • Rezension zu "Wolfskinder" von John Ajvide Lindqvist

    Wolfskinder

    Schattenkaempferin

    17. January 2012 um 17:35

    Alle Menschen tragen eigentlich einen anderen Namen In jedem Menschen gibt es einen anderen Menschen Das Gerede irrt und hinter den Worten gibt es andere Wort Man sieht uns nur im Dunkeln Man hört uns nur in der Stille (Seite 208) Der Klappentext verrät dem Leser nur einen sehr kleinen Bruchteil dessen, was ihn im vorliegenden Roman erwartet. Denn entgegen der Annahme wird hier nicht die Geschichte eines begabten Säuglings erzählt, sondern - aus verschiedenen Perspektiven - das Leben zweier Mädchen. Diese beiden Mädchen - Theres und Teresa - wachsen unabhängig und unter sehr unterschiedlichen Verhältnissen auf. Während Theres als Findling abgeschottet in einem Kellerraum groß wird und durch ihren "Ziehvater", den ehemaligen Schlagerstar Lennart, eine sehr eigenartige Erziehung genießt und Weltanschauung vermittelt bekommt, gehört Teresa eher zu den Mädchen, denen es an nichts mangelt. Allerdings interessiert sie sich auch nicht für viele Dinge - als kleines Mädchen kann sie sich vor allem für Perlen und das Auffädeln der gleichen begeistern. Schon in jungen Jahren stellt sie interessante philosophische Grundsätze auf und löchert ihren Vater mit seltsamen Fragen. Doch bei beiden Mädchen wird dem Leser schnell klar, dass sie in irgendeiner Verbindung stehen, und obwohl beide Mädchen durch Erzählungen bis ins Jugendalter, die nur bruchstückhaft in Parallelen laufen, einzeln an den Leser herangeführt werden, sind Gemeinsamkeiten unübersehbar. Über verschiedene Internetseiten kommen Theres und Teresa in Kontakt, stellen ihre Ähnlichkeit im Denken fest und beschließen, dass sie sich kennen lernen müssen. Dieser Beschluss und Teresas erster Besuch bei Theres sind der Startschuss für eine Entwicklung, die noch lange nachhallen wird - in den Medien, bei den Beteiligten und auch im Kopf des Lesers. Gerade durch die wechselnde Perspektive wird das Geschehen noch näher gebracht, als die bildreichen und nicht gerade zimperlich ausgearbeiteten Worte es zu schaffen vermögen. John Ajvide Lindqvist hat sich durch seine vorhergehenden Bücher bereits einen Namen gemacht, mitunter wird er als der "schwedische Stephen King" gehandelt. Und tatsächlich sind einige Gleichheiten oder Ähnlichkeiten erkennbar, wobei sich Lindqvist durch seinen einzigartigen Schreibstil definitiv von seinem amerikanischen Bestseller-Kollegen abgrenzen kann. Auch ohne die Vorgänger von Wolfskinder zu kennen, wird der Leser nahezu sofort gefesselt, gebannt und mitgerissen - gerade die eingeflochtenen Musik- und später auch Poesie-Details lassen darauf schließen, dass der Autor ein vielseitiger Mensch ist und diese Vielfalt auch hervorragend in seine Geschichte einbringen kann. Was umso schöner ist, weil durch die Einbindung dieser Details der vorgehaltene Spiegel nicht wie ein Hammerschlag wirkt, sondern als ganz natürlich wahrgenommen wird. Die Darstellung der eigentlich typischen Außenseiter-Charaktere ist so gut gelungen, dass man sich als Leser zumindest in Teilen wiedererkennen kann und sich zur Abwechslung mal kein Mitleid, sondern viel mehr Dazugehörigkeit beim Lesen ausbreitet. Ganz zu schweigen von den "Maßnahmen", die die Mädchen wählen, um das Gefühl der Lebendigkeit zu bekommen und zu erhalten, die auf den ersten Blick erschrecken mögen, insgeheim aber doch auch den Wunsch wecken, ebenfalls solchen - scheinbar selbstverständlichen - Mut zu empfinden. Trotz des Ekels, der zwischendurch immer mal wieder hochschwappt, behält die ganze Zeit vor allem die Faszination das Zepter in der Hand und mit jeder gelesenen Seite wird der Leser tiefer in die Abgründe gezogen, die der Autor hier offenbart. Ein Mensch kann mörderische Gedanken denken und es hinter einem Lächeln verbergen, er kann von fließendem Blut und spritzender Hirnmasse fantasieren, während er summend sein Müsli verzehrt. Aber selbst wenn es an der äußeren Fassade nichts Konkretes oder Beweisbares zu entdecken gibt, wird es die Umgebung trotzdem früher oder später spüren. Es dringt aus ihm heraus wie Strahlung oder Osmose, es sickert aus seinem Wesen. (Seite 534) Wer sich nicht an wirklich blutigen, detailreichen Beschreibungen stört und grundsätzlich keine Abneigung gegen Musik und Poesie hegt; wer auch mit leicht (sich großartig in die Geschichte einfügenden) pädophilen Ausschmückungen umgehen kann und einen Blick hinter die - in diesem Fall harmlos wirkende - Fassade von Außenseitern werfen möchte; wer Wortspiele und Bildreichtum zu schätzen weiß, der kann ganz beruhigt zu Wolfskinder greifen und sich einfach von gutem, wohldosiertem Horror mitreißen lassen. Fazit: Bildreich und bis oben hin voll mit pikantem Detailreichtum gehörte Wolfskinder definitiv zu den Highlights der Buchveröffentlichungen im Jahr 2011. Die fesselnde Geschichte zweier Mädchen, die sich nirgends wirklich dazugehörig fühlen - eben Wolfskinder sind - und deshalb ihre eigene "Familie" gründen, weiß mit der richtigen Dosis an Horror und Blut zu überzeugen. Ein voller Erfolg für John Ajvide Lindqvist und ein Muss für jeden Horror-Fan, der nicht auf abgrundtiefes Grauen und pures Gänsehautfeeling verzichten möchte! Wertung: viereinhalb Sterne Handlung: 4,5/5 Charaktere: 5/5 Lesespaß: 4,5/5 Preis/Leistung: 4,5/5

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  • Rezension zu "Wolfskinder" von John Ajvide Lindqvist

    Wolfskinder

    dirki_1974

    26. December 2011 um 00:27

    "So, I say thank you for the music, the songs I`m singing. Thanks for all the joy they`re bringing..." Das war nochmal ein richtiges Highlight zum Jahresende. Lindqvist wird immer besser und er hebt sich vollkommen ab vom gängigen Thriller-Mainstream. Die Psychogramme zweier Mädchen, Teenager, deren Entwicklung kaum unterschiedlicher hätte sein können, die sich dennoch so ähnlich sind... Die Kleine: Im Wald gefunden, mit nach Hause genommen, versteckt im Keller, verzaubert die wenigen Menschen die sie kennen mit ihrer aussergewöhnlichen Singstimme. Die Kleine hat Angst vor den Großen, denn die Großen suchen sie, um sie aufzufressen, nur im Keller ist sie sicher... Das andere Mädchen: Von den Eltern behütet aufgewachsen, introvertiert, ruhelos, suchend, von den Mitschülern gemobbt, nur von einem einzigen Freund fühlt sie sich verstanden... Dann treffen sie sich... Für mich der Thriller des Jahres!

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  • Rezension zu "Wolfskinder" von John Ajvide Lindqvist

    Wolfskinder

    Babscha

    16. October 2011 um 22:49

    „Alle Menschen tragen eigentlich einen anderen Namen. In jedem Menschen gibt es einen anderen Menschen. Das Gerede irrt und hinter den Worten gibt es andere Worte. Man sieht uns nur im Dunkeln. Man hört uns nur in der Stille" ------------------------------------------------------------ Die eine ist die Kleine. Sie hat Angst, immer und überall, vor den Großen, die hinter allen Kleinen her sind, um sie zu fangen und aufzuessen. Sie ist gesegnet mit einer begnadeten Singstimme, aber durch jahrelange Isolation von der Außenwelt in jeder Hinsicht abseits von Normalität. Theres wird sie erst Jahre später heißen. Lange nachdem sie von Lennart, dem abgehalfterten Sänger und Musikproduzenten, kurz nach ihrer Geburt im Wald verscharrt aufgefunden und von ihm und seiner Frau in geheime Obhut genommen wurde. Und erst nachdem schreckliche Dinge geschehen sind, die in der Folge sie und ihren Halbbruder Jerry schicksalhaft aneinander ketten. Die andere ist Teresa. Immer schon, seit ihrer Geburt als drittes Kind einer Allerweltsfamilie aus Österyd. Aber auch sie ist anders als die anderen Kinder, problematisch, in sich gekehrt, schwermütig, einzig verstanden von Johannes, ihrem lieben Freund und Nachbarn. Immer auf der Suche, nach etwas, von dem sie weiß, dass es ganz gewiss da ist, aber sie kann es nicht deuten, kann ihre Sehnsucht, ihre Verzweiflung nur in Gedichten, im Niederschreiben ihrer Gedanken artikulieren. Bis zu dem Moment, im dem die mittlerweile vierzehnjährigen Mädchen in einem Internetforum zufällig in Kontakt treten. Im gegenseitigen Erkennen, in einem hochemotionalen Gefühlssturm, in einer verhängnisvollen Symbiose ihrer beiden Charaktere kanalisieren die Mädchen ihre Ängste und Aggressionen schließlich in einen katastrophalen Rachefeldzug gegen die Erwachsenen, die Großen. Auch und insbesondere in seinem neuesten Werk stellt Lindqvist wieder einmal seine ganze schriftstellerische Klasse unter Beweis. Ich kenne zur Zeit kaum einen Autor, der es schafft, in derartiger, absolut unter die Haut gehender und streckenweise unerträglicher Intensität und Wortgewalt, auf die Emotion des Lesers einzuwirken. Ein Mann, der die gesamte Klaviatur von tiefem Gefühl, Drama, Spannung und brachialem Horror meisterhaft beherrscht und in einem einzigen Buch verdichtet. Großartig.

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