Die Geschichte bezieht ihren Reiz vor allem dadurch, dass der Autor einen afroamerikanischen Detective in einer von Rassentrennung geprägten Südstaatenkleinstadt der USA ermitteln lässt. Dabei seziert der Autor den irrsinnigen Alltagsrassismus und die gesellschaftlichen Zwänge und Hindernisse, die daraus entstehen. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, ist unterhaltsam und spannend. Zum Ende hin ist die Meinungswandlung mancher Figuren etwas konstruiert und das Ende wirkt ein wenig aufgesetzt, zusammengenommen ist dem Autor aber ein gutes Buch mit wichtiger Botschaft gelungen.
John Ball
Neue Bücher
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Alle Bücher von John Ball
In der Hitze der Nacht
Nicht schießen Jonny
Unter den Augen Buddhas
Totes Zebra zugelaufen
John Ball: Morde, Meister und Mysterien - Die Geschichte des Kriminalromans
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Neue Rezensionen zu John Ball
Ein absoluter Klassiker des Krimigenre, mit fein ziseliertem Plot und hervorragend ausgearbeiteten Charakteren. Der drückende, dumpfe Rassismus der Südstaaten bekommt hier seinen Spiegel vorgehalten. Es bleibt keinen Moment Raum für gefühlsduselige Tara-Romantik, edle Weiße und treu-doofe PoCs. John Ball hat es geschafft, einen bis zum Finale spannenden Krimi mit einer satten Portion Gesellschaftskritik zu verbinden, ohne dass ein Teil leidet oder sich bemüht anfühlt. M.E. ein idealer Roman für den Schulunterricht.
John Ball legt mit „Nicht schießen, Johnny!“ den bereits dritten Band aus der Reihe um den schwarzen Detective Virgil Tibbs vor. Vier Jahre nach dem Edgar Award prämierten Erstling „In der Hitze der Nacht“ spielt auch diesmal das Thema Rassismus eine größere Rolle. Eingebettet in eine Handlung, die in seinem Verlauf heute noch genauso aktuell daherkommt, wie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 1969, den Spannungsaufbau allerdings weit weniger überzeugend bewältigt, wie seine beiden Vorgänger.
Kurz zum Inhalt: Als Virgil Tibbs zu seinem neuesten Tatort gerufen wird, traut er seinen Augen kaum. Alle Indizien sprechen dafür, dass es sich bei dem Mörder eines toten schwarzen Jungen um Johnny McGuire handelt. Selbst gerade mal neun Jahre alt. Und nun auf der Flucht vor der Polizei. In seinem Besitz der Colt seines Vaters, den er geklaut hatte, um die Zerstörung seines Radios zu rächen. Für die schwarze Gemeinde in Pasadena ist das endlich der Vorwand, auf den man gewartet hat. Überall branden Rassenunruhen auf, wird zur Jagd auf den Jungen aufgerufen. Für Tibbs, der als einziger Zweifel an der Schuld von Johnny hat, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit …
„Nicht schießen, Johnny!“ ist eins dieser Bücher, die man nach Beendigung relativ schnell wieder vergessen hat. Und auch eine zugehörige Rezension fällt kurz aus bzw. gestaltet sich vergleichsweise einfach, bietet Ball doch auf gerade mal 160 (vielleicht gekürzten?) Seiten in erster Linie altbekannte Kost, welche zwar immer noch essbar ist, die richtige Würze aber vermissen lässt. Steril, kalt, berechnend wirkt hier der Plot, dessen moralische Keule irgendwie zum Selbstzweck verkommen ist und streckenweise haarscharf am Seifenoper-Niveau vorbeischrammt. Wo der Autor in „In der Hitze der Nacht“ noch der Spagat zwischen Spannungsroman und Gesellschaftskritik gelungen ist, die Balance stets stimmte, wird dem Leser diesmal in vielen Passagen ein regelrechter Vortrag über das Gute und das Böse gehalten, wodurch die Handlungen und Schicksale der Protagonisten in den Hintergrund geraten.
So kühn die Idee ist, Ende der 60er Jahre auch den Rassismus der Schwarzen gegenüber den Weißen zu thematisieren, so wenig glaubhaft ist letztlich die Umsetzung. Da hilft es dann auch nicht, wenn man diesen Punkt immer wieder aufgreift, zumal Tibbs als schlichtender Vermittler völlig fehl am Platz ist. Seine Charakterentwicklung hat Ball überhaupt brach liegen lassen. Nur an wenigen Stellen des Romans blitzt dessen Holmsche Genialität auf, erweist sich der schwarze Ermittler als würdige Hauptfigur. Ansonsten bleibt sein Auftritt über weite Strecken arg blass. Und auch das kitschige Ende im Stadion passt letztlich so gar nicht zu dem kühlen, ruhigen Detective, den Sidney Poitier derart grandios und charismatisch auf der Leinwand verkörpert hat.
Insgesamt kommt „Nicht schießen, Johnny“ über viele gute Ansätze nicht hinaus. Virgil Tibbs dritter Auftritt ist, selbst für Freunde der Reihe, vernachlässigbar und bietet allenfalls kurzweilige Unterhaltung.
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John Ball wurde am 08. Juli 1911 in Vereinigte Staaten von Amerika geboren.
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