John Ball

 4.2 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor von In der Hitze der Nacht, Das Jadezimmer und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Dr. Morton 34: Der Irre von Colchester

Neu erschienen am 29.11.2019 als Taschenbuch bei Romantruhe.

Dr. Morton 35: Schrumpf dich jung, Dr. Morton

Erscheint am 27.12.2019 als Taschenbuch bei Romantruhe.

Dr. Morton 33: Ein Killer für Madame

Neu erschienen am 25.10.2019 als Taschenbuch bei Romantruhe.

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Cover des Buches In der Hitze der Nacht (ISBN:9783770138326)

In der Hitze der Nacht

 (9)
Erschienen am 01.09.1999
Cover des Buches Nicht schießen Johnny (ISBN:B0025WDKQW)

Nicht schießen Johnny

 (2)
Erschienen am 01.01.1970
Cover des Buches Totes Zebra zugelaufen (ISBN:B0000BPIY3)

Totes Zebra zugelaufen

 (1)
Erschienen am 01.01.1967
Cover des Buches Fräulein Tausend-Frühlings-Blüten (ISBN:B003VFR4BO)

Fräulein Tausend-Frühlings-Blüten

 (1)
Erschienen am 01.01.1976
Cover des Buches Dr. Morton 32: Grimsbys schwarze Spinne (ISBN:9783864734656)

Dr. Morton 32: Grimsbys schwarze Spinne

 (0)
Erschienen am 27.09.2019

Neue Rezensionen zu John Ball

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Rezension zu "In der Hitze der Nacht" von John Ball

Geniales Meisterstück
juergenalbersvor 2 Monaten

Ein absoluter Klassiker des Krimigenre, mit fein ziseliertem Plot und hervorragend ausgearbeiteten Charakteren. Der drückende, dumpfe Rassismus der Südstaaten bekommt hier seinen Spiegel vorgehalten. Es bleibt keinen Moment Raum für gefühlsduselige Tara-Romantik, edle Weiße und treu-doofe PoCs. John Ball hat es geschafft, einen bis zum Finale spannenden Krimi mit einer satten Portion Gesellschaftskritik zu verbinden, ohne dass ein Teil leidet oder sich bemüht anfühlt. M.E. ein idealer Roman für den Schulunterricht.

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Rezension zu "Nicht schießen Johnny" von John Ball

Johnny Get Your Gun
Stefan83vor 7 Jahren

John Ball legt mit „Nicht schießen, Johnny!“ den bereits dritten Band aus der Reihe um den schwarzen Detective Virgil Tibbs vor. Vier Jahre nach dem Edgar Award prämierten Erstling „In der Hitze der Nacht“ spielt auch diesmal das Thema Rassismus eine größere Rolle. Eingebettet in eine Handlung, die in seinem Verlauf heute noch genauso aktuell daherkommt, wie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 1969, den Spannungsaufbau allerdings weit weniger überzeugend bewältigt, wie seine beiden Vorgänger.

Kurz zum Inhalt: Als Virgil Tibbs zu seinem neuesten Tatort gerufen wird, traut er seinen Augen kaum. Alle Indizien sprechen dafür, dass es sich bei dem Mörder eines toten schwarzen Jungen um Johnny McGuire handelt. Selbst gerade mal neun Jahre alt. Und nun auf der Flucht vor der Polizei. In seinem Besitz der Colt seines Vaters, den er geklaut hatte, um die Zerstörung seines Radios zu rächen. Für die schwarze Gemeinde in Pasadena ist das endlich der Vorwand, auf den man gewartet hat. Überall branden Rassenunruhen auf, wird zur Jagd auf den Jungen aufgerufen. Für Tibbs, der als einziger Zweifel an der Schuld von Johnny hat, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit …

„Nicht schießen, Johnny!“ ist eins dieser Bücher, die man nach Beendigung relativ schnell wieder vergessen hat. Und auch eine zugehörige Rezension fällt kurz aus bzw. gestaltet sich vergleichsweise einfach, bietet Ball doch auf gerade mal 160 (vielleicht gekürzten?) Seiten in erster Linie altbekannte Kost, welche zwar immer noch essbar ist, die richtige Würze aber vermissen lässt. Steril, kalt, berechnend wirkt hier der Plot, dessen moralische Keule irgendwie zum Selbstzweck verkommen ist und streckenweise haarscharf am Seifenoper-Niveau vorbeischrammt. Wo der Autor in „In der Hitze der Nacht“ noch der Spagat zwischen Spannungsroman und Gesellschaftskritik gelungen ist, die Balance stets stimmte, wird dem Leser diesmal in vielen Passagen ein regelrechter Vortrag über das Gute und das Böse gehalten, wodurch die Handlungen und Schicksale der Protagonisten in den Hintergrund geraten.

So kühn die Idee ist, Ende der 60er Jahre auch den Rassismus der Schwarzen gegenüber den Weißen zu thematisieren, so wenig glaubhaft ist letztlich die Umsetzung. Da hilft es dann auch nicht, wenn man diesen Punkt immer wieder aufgreift, zumal Tibbs als schlichtender Vermittler völlig fehl am Platz ist. Seine Charakterentwicklung hat Ball überhaupt brach liegen lassen. Nur an wenigen Stellen des Romans blitzt dessen Holmsche Genialität auf, erweist sich der schwarze Ermittler als würdige Hauptfigur. Ansonsten bleibt sein Auftritt über weite Strecken arg blass. Und auch das kitschige Ende im Stadion passt letztlich so gar nicht zu dem kühlen, ruhigen Detective, den Sidney Poitier derart grandios und charismatisch auf der Leinwand verkörpert hat.

Insgesamt kommt „Nicht schießen, Johnny“ über viele gute Ansätze nicht hinaus. Virgil Tibbs dritter Auftritt ist, selbst für Freunde der Reihe, vernachlässigbar und bietet allenfalls kurzweilige Unterhaltung.

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Rezension zu "Das Jadezimmer" von John Ball

Zurück zu den Wurzeln
Stefan83vor 7 Jahren

„Zurück zu den Wurzeln“, heißt es für John Ball in seinem vierten Roman um den schwarzen Detektiv Virgil Tibbs, dem Sidney Poitier in dem Oscar-prämierten Film „In der Hitze der Nacht“ ein Gesicht gegeben hat. Trotz des durchaus realistisch gezeichneten US-Polizei-Milieus – die Einfuhr illegaler Drogen in den Sonnenstaat Kalifornien steht im Mittelpunkt des Romans – zeigt sich „Das Jadezimmer“ ganz der klassischen Tradition des Whodunits verpflichtet: Ein verwirrender Mordfall im Kreise chinesischer Einwanderer. Eine mysteriöse Zeugin gemischtrassiger Herkunft. Und eine ganze Reihe von Spuren, die sich sowohl in die eine, wie auch in die andere Richtung deuten lassen.

Obwohl im heißen Westen der USA angesiedelt, verströmt „Das Jadezimmer“ bei der Lektüre schon fast englische Atmosphäre, was schlichtweg daran liegt, dass Tibbs in seinem Verhalten und den Ermittlungsmethoden den Kollegen Poirot, Holmes oder Maigret mehr ähnelt als Sam Spade oder Philip Marlowe. Der schwarze Detektiv bleibt stets Gentleman, selbst in Situationen, wo seine amerikanischen Hardboiled-Kollegen weit weniger skrupellos reagieren würden. Und auch das Tempo der Handlung bleibt bestenfalls gemächlich, damit der Leser, dieselben Indizien wie auch der Protagonist zur Hand, durchgehend auf Augenhöhe bleibt, um dem genialen Detektiv in der Lösung des Falls zuvorkommen zu können. Das ihm das wohl in den seltensten Fällen gelingt, ist ein Beweis für die Fähigkeiten Balls, der immer wieder falsche Spuren legt und gleich einem Taschenspieler mit Tricks die Aufmerksamkeit in eine ganz andere Richtung lenkt. Dabei nimmt sich der Autor auch manchmal nicht ganz so ernst. So wird Tibbs im Verlauf des Romans mehrmals auf den oben genannten Film angesprochen oder mit dem auf Hawaii pensionierten Ex-Detektiv Charlie Chan verglichen.

Solche augenzwinkernden Hommagen an die Goldene Ära des Kriminalromans lockern die Handlung etwas auf, welche ansonsten schon ein wenig Staub angesetzt hat. Virgil Tibbs ist in seinen formvollendeten Manieren an einigen Stellen kaum noch glaubhaft. Und auch die allseitige Bewunderung nimmt mitunter fast groteske Züge an. Das er gut ist, soll der Ermittler doch bitte bei seinen Nachforschungen zeigen – so etwas muss nicht allenthalben an jeder Ecke wiederholt und betont werden.

Ball hat in „Das Jadezimmer“ die Chance vertan, der seit „Totes Zebra zugelaufen“ etwas eingefahrenen Reihe mehr Esprit zu verleihen. Er wagt einfach zu wenig Experimente, ist in seinen Schilderungen für die frühen siebziger Jahre kaum noch zeitgemäß. So werden Vietnam-Krieg und Hippie-Bewegung nur in Nebensätzen erwähnt, die im Erstling noch beherrschende Thematik der Rassenunruhen allenfalls noch angeschnitten. Tibbs Mitleid für die vielen Drogensüchtigen mag gut gemeint sein, wirkt aber im Angesicht des rauen Alltags eines Polizisten einfach nicht glaubhaft. Kurzum: Tibbs ist auf einer Stufe angekommen, wo er mir zu perfekt wird, was ihn letztlich dann sogar langweilig macht.

Über den Mordfall selbst mag man sich streiten. Freunde des Rätselkrimis werden hier jedenfalls voll auf die Kosten kommen, wohingegen Anhänger des düsteren Noirs sich schon bei der Mordwaffe, einem verzierten Dolch aus Jade, winden dürften. Chandler hätte dazu wohl bemerkt:

„Wozu brauchen wir noch orientalische Messerwerfer, wenn die Technik des In-den-Rückenschießens so perfekt entwickelt ist? Wozu heimatlose Abenteurer und chinesische Unholde, wenn jeder Provinz Unternehmer, jeder Lobbyist so viel spannendere Dinger drehen kann? Was soll uns der geheimnisvolle Bandenchef in Soho, wenn akademisch gebildete Massenmörder jahrelang unerkannt unter uns wohnen?“

Ich bin der Ansicht, dass ein bisschen mehr Chandler der Geschichte ganz gut getan hätte, die sich ansonsten äußerst gefällig liest und logisch zu Ende gebracht wird. Ein solider, guter Kriminalroman, der in Punkto Charakterentwicklung aber nichts Neues bietet und die Qualität des überragenden Erstlings nicht mehr erreicht.

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John Ball wurde am 08. Juli 1911 in Vereinigte Staaten von Amerika geboren.

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