John Ball Das Jadezimmer

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Inhaltsangabe zu „Das Jadezimmer“ von John Ball

Ein chinesischer Jadehändler liegt tot auf dem Boden seiner Villa in Pasadena, Kalifornien. Um seinen Kopf bilden vier Jadestücke einen Halbkreis, ein fünftes steckt im Herz – das Ya-Chang Ritualmesser. War es die schöne Halb-schwarze, halb-japanische Yumeko, die bei ihm lebte? Johnny Wu, ein reicher amerikanischer Chinese? Ein anderer Kunde? Oder ein politischer Feind aus Übersee? Mordkommissar Virgil Tibbs gerät auf seiner Suche nach dem Mörder in eine tödliche Mischung aus harten Drogen, Agenten aus dem kommunistischen China und der Exotik des Jadehandels.

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  • Zurück zu den Wurzeln

    Das Jadezimmer
    Stefan83

    Stefan83

    02. September 2012 um 16:19

    „Zurück zu den Wurzeln“, heißt es für John Ball in seinem vierten Roman um den schwarzen Detektiv Virgil Tibbs, dem Sidney Poitier in dem Oscar-prämierten Film „In der Hitze der Nacht“ ein Gesicht gegeben hat. Trotz des durchaus realistisch gezeichneten US-Polizei-Milieus – die Einfuhr illegaler Drogen in den Sonnenstaat Kalifornien steht im Mittelpunkt des Romans – zeigt sich „Das Jadezimmer“ ganz der klassischen Tradition des Whodunits verpflichtet: Ein verwirrender Mordfall im Kreise chinesischer Einwanderer. Eine mysteriöse Zeugin gemischtrassiger Herkunft. Und eine ganze Reihe von Spuren, die sich sowohl in die eine, wie auch in die andere Richtung deuten lassen. Obwohl im heißen Westen der USA angesiedelt, verströmt „Das Jadezimmer“ bei der Lektüre schon fast englische Atmosphäre, was schlichtweg daran liegt, dass Tibbs in seinem Verhalten und den Ermittlungsmethoden den Kollegen Poirot, Holmes oder Maigret mehr ähnelt als Sam Spade oder Philip Marlowe. Der schwarze Detektiv bleibt stets Gentleman, selbst in Situationen, wo seine amerikanischen Hardboiled-Kollegen weit weniger skrupellos reagieren würden. Und auch das Tempo der Handlung bleibt bestenfalls gemächlich, damit der Leser, dieselben Indizien wie auch der Protagonist zur Hand, durchgehend auf Augenhöhe bleibt, um dem genialen Detektiv in der Lösung des Falls zuvorkommen zu können. Das ihm das wohl in den seltensten Fällen gelingt, ist ein Beweis für die Fähigkeiten Balls, der immer wieder falsche Spuren legt und gleich einem Taschenspieler mit Tricks die Aufmerksamkeit in eine ganz andere Richtung lenkt. Dabei nimmt sich der Autor auch manchmal nicht ganz so ernst. So wird Tibbs im Verlauf des Romans mehrmals auf den oben genannten Film angesprochen oder mit dem auf Hawaii pensionierten Ex-Detektiv Charlie Chan verglichen. Solche augenzwinkernden Hommagen an die Goldene Ära des Kriminalromans lockern die Handlung etwas auf, welche ansonsten schon ein wenig Staub angesetzt hat. Virgil Tibbs ist in seinen formvollendeten Manieren an einigen Stellen kaum noch glaubhaft. Und auch die allseitige Bewunderung nimmt mitunter fast groteske Züge an. Das er gut ist, soll der Ermittler doch bitte bei seinen Nachforschungen zeigen – so etwas muss nicht allenthalben an jeder Ecke wiederholt und betont werden. Ball hat in „Das Jadezimmer“ die Chance vertan, der seit „Totes Zebra zugelaufen“ etwas eingefahrenen Reihe mehr Esprit zu verleihen. Er wagt einfach zu wenig Experimente, ist in seinen Schilderungen für die frühen siebziger Jahre kaum noch zeitgemäß. So werden Vietnam-Krieg und Hippie-Bewegung nur in Nebensätzen erwähnt, die im Erstling noch beherrschende Thematik der Rassenunruhen allenfalls noch angeschnitten. Tibbs Mitleid für die vielen Drogensüchtigen mag gut gemeint sein, wirkt aber im Angesicht des rauen Alltags eines Polizisten einfach nicht glaubhaft. Kurzum: Tibbs ist auf einer Stufe angekommen, wo er mir zu perfekt wird, was ihn letztlich dann sogar langweilig macht. Über den Mordfall selbst mag man sich streiten. Freunde des Rätselkrimis werden hier jedenfalls voll auf die Kosten kommen, wohingegen Anhänger des düsteren Noirs sich schon bei der Mordwaffe, einem verzierten Dolch aus Jade, winden dürften. Chandler hätte dazu wohl bemerkt: „Wozu brauchen wir noch orientalische Messerwerfer, wenn die Technik des In-den-Rückenschießens so perfekt entwickelt ist? Wozu heimatlose Abenteurer und chinesische Unholde, wenn jeder Provinz Unternehmer, jeder Lobbyist so viel spannendere Dinger drehen kann? Was soll uns der geheimnisvolle Bandenchef in Soho, wenn akademisch gebildete Massenmörder jahrelang unerkannt unter uns wohnen?“ Ich bin der Ansicht, dass ein bisschen mehr Chandler der Geschichte ganz gut getan hätte, die sich ansonsten äußerst gefällig liest und logisch zu Ende gebracht wird. Ein solider, guter Kriminalroman, der in Punkto Charakterentwicklung aber nichts Neues bietet und die Qualität des überragenden Erstlings nicht mehr erreicht.

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