John Ball In der Hitze der Nacht

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Inhaltsangabe zu „In der Hitze der Nacht“ von John Ball

»Den Bartstoppeln nach zu urteilen, würde ich sagen, er war die ganze Nacht auf den Beinen. Wenn er nach Hause gegangen wäre, um seine Schuhe zu wechseln, hätte er sich höchstwahrscheinlich auch rasiert. Daß er sich regelmäßig rasiert, sieht man an den kleinen Schnitten unter seinem Kinn.« »Ich habe keine Schnitte gesehen«, erwiderte Gilliespie in provozierendem Ton. »Ich sitze tiefer als Sie, Chief Gillespie«, antwortete Tibbs, »und auf meiner Seite war das Licht besser.« »Sie scheinen sich Ihrer Sache ja mächtig sicher zu sein, was, Virgil?« gab Gillespie zurück. »Übrigens ist Virgil ein ziemlich ausgefallener Name für einen schwarzen Jungen wie Sie. Wie nennt man Sie denn zu Hause, wo Sie herkommen?« »Dort nennt man mich Mr. Tibbs«, antwortete Virgil.

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    In der Hitze der Nacht

    Stefan83

    Gab es da nicht mal diesen Film? Dieser Gedanke schoss mir durch den Kopf, als ich "In der Hitze der Nacht" nach einem längeren staubigen Aufenthalt aus meinem Bücherregal zog und einen näheren Blick drauf warf. Und es dauerte dann auch ein paar Minuten bis ich John Balls Debütroman mit dem Oscar prämierten Film, in dem Sidney Portier und Rod Steiger die Hauptrollen spielen, in Verbindung brachte, was angesichts der Tatsache, dass der Autor in Deutschland mittlerweile völlig unbekannt und in Vergessenheit geraten ist, vielleicht zu entschuldigen ist. So gut mir der Film auch immer gefallen hat, die literarische Vorlage toppt ihn noch mal um Längen und zeigt über knapp 180 Seiten in jeder Zeile, warum sie mit einem Edgar Award für das beste Debüt ausgezeichnet wurde. Ball hat dem geschriebenen Wort hier eine Macht verliehen, die mich sprachlos gemacht hat. Und wann immer ich mir die Tatsache in Erinnerung gerufen habe, dass das Buch 1965 erschienen ist, in einer Zeit der Rassenunruhen, kam ich nicht umhin dem Autor allergrößtes Lob zu zollen. Die Story spielt in dem kleinen Südstaatenkaff Wells, wo auf den ersten Blick Idylle und Frieden herrschen, unter der Fassade aber Rassenhass und allgegenwärtiges Misstrauen brodelt. Der amtierende Sheriff, ein ehemaliger Gefängniswärter, hat seinen Job nur wegen seiner fremdenfeindlichen Gesinnung bekommen, kaum einer im Dienste des kleinen Polizeireviers hat eine Ausbildung genossen und niemand scheint über die notwendigen Kenntnisse zu verfügen. Ist auch nicht von Belang, denn Wells ist eine sichere Staat. Alle Maßnahmen, besonders bezüglich der Rassentrennung, wurden ja getroffen: Getrennte öffentliche Toiletten, getrennte Wartesäle, getrennte Hotels und getrennte Restaurants. Überflüssig zu erwähnen, dass die Einrichtungen für die Schwarzen besonders zu Wünschen übrig lassen. Die sind den Einwohnern aber auch einen Dreck wert. Auf der Nachtstreife hält man lieber nach schlafenden Hunden Ausschau, über deren Wohlbefinden man sich augenscheinlich mehr Sorgen macht als um Andersfarbige. Ein harmonisches Dörfchen also, wo man dank nachbarlicher Herzlichkeit und einer blauäugigen Haltung des Wegschauens den American Dream der 60er Jahre lebt. Bis ein Mord die so sauber konstruierte Idylle erschüttert. Der Organisator der kommenden Musikfestspiele wird des Nachts tot auf der Straße aufgefunden. Und mit einen am Bahnhof wartenden Schwarzen hat man schnell einen Hauptverdächtigen bei der Hand. Als dieser sich allerdings als Polizist aus Kalifornien mit Namen Virgil Tibbs herausstellt, der in seinem Morddezernat den Ruf eines professionellen und kompetenten Ermittlers genießt, droht die halsstarrige Haltung der Einheimischen gegenüber Schwarzen bald widerwillig Risse zu zeigen. "In der Hitze der Nacht" legt den Finger tief in die Wunde der damaligen Zeit und zeigt ein zerrissenes Amerika, in dem im Norden schon ein neues Verständnis bezüglich der Hautfarbe herrscht, während der Süden seine alten Ressentiments noch immer mit Eifer pflegt. Umso geschickter, wie John Ball hier die Annahme der Südstaatler widerlegt, Schwarze seien nichts als Tiere mit gedämpften Schmerzempfinden (daher auch so gute Boxer), in dem er die Weißen dort trifft, wo es weh tut. Bei der Kompetenz. Während die Polizei von Wells im Dunkeln tappt und einen Fehler nach dem anderen begeht, ist Virgil Tibbs einem Sherlock Holmes ähnlich jedem einen Schritt voraus und hält den Angehörigen der "Herrscherrasse" voller Gleichmut den Spiegel des Versagens vor das Gesicht. Ein Buch das beeindruckt und mit einem spannenden Mordfall, einem genialen Ermittler und bewegendem Tiefgang auf ganzer Linie überzeugt. Insgesamt ist "In der Hitze der Nacht" einer der besten Kriminalromane, die ich bisher gelesen habe und der mich auch Stunden nach Zuklappen der letzten Seite gedanklich noch beschäftigt hat. Ein Juwel innerhalb der Dumont-Kriminalbibliothek.

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  • Rezension zu "In der Hitze der Nacht" von John Ball

    In der Hitze der Nacht

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. August 2010 um 01:24

    Ein herausragender Thriller - ungemein spannend und authentisch geschrieben - in dem John Ball auch den Rassismus der 1960er Jahre in den USA thematisiert. Der schwarze Detective Virgil Tibbs soll einen Mordfall in einer Kleinstadt aufklären, dabei kämpft er aber nicht nur gegen den Täter, sondern auch gegen rassistisches Denken der Einwohner und Rassenschranken. - Dieses Buch wurde verfilmt mit Sidney Pointier und Rod Steiger in den Hauptrollen. - Ein Klassiker. - Eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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