John Banville

 3.7 Sterne bei 132 Bewertungen
Autor von Die See, Im Lichte der Vergangenheit und weiteren Büchern.
John Banville

Lebenslauf von John Banville

John Banville ist Schriftsteller und Literaturkritiker. Er lebt heute in Dublin und ist auch als Tierschützer aktiv. Sowohl sein älterer Bruder Vincent als auch seine Schwester Vonnie haben Bücher geschrieben. John Banville wird am 8. Dezember 1945 in Wexford, Irland geboren und wächst in einfachen Verhältnissen auf. Nach seinem Schulabschluss nimmt er eine Stelle als Angestellter bei der irischen Fluggesellschaft „Air Lingus“ an. Durch seine berufliche Tätigkeit kommt er in den Genuss von stark vergünstigten Flugtickets seiner Gesellschaft, weshalb er viele Reisen unternehmen kann. Von 1968 bis 1969 lebt er in den Vereinigten Staaten von Amerika. Nach seiner Rückkehr arbeitet er als Redakteur bei der „Irish Press“. Sein erstes Buch mit dem Titel „Long Larkin“, eine Kurzgeschichtensammlung, veröffentlicht er 1970. Ein Jahr darauf folgt sein erster Roman „Nightspawn“. 1976 gewinnt John Banville für „Doctor Copernicus: A Novel“ (Dt. Titel: „Doktor Kopernikus“), einem Portrait des Astronomen, die fiktive Elemente enthält, den „James Tait Black Memorial Prize“. Es folgen weitere Bücher, in denen er sich mit dem Leben von berühmten Naturwissenschaftler beschäftigt: 1981 „Kepler: A Novel“ (Dt. Titel: „Kepler“), für den er den Guardian Fiction Prize gewinnt und 1982 „The Newton Letter: An Interlude“ (Dt. Titel: „Newtons Brief – Ein Zwischenspiel“). Nachdem die „Irish Press“ 1995 insolvent wird wechselt John Banville zur „Irish Times“, wo er 1998 Chefredakteur der Literaturabteilung wird. Doch auch die „Irish Times“ gerät in finanzielle Schwierigkeiten, so dass John Banville die Zeitung 1999 wieder verlässt. Seit 1990 schreibt er auch Beiträge für „The New York Review of Books“. John Banville Roman „The Book of Evidence“ (Dt. Titel: Das Buch der Beweise) kommt 1989 in die engere Auswahl für den „Booker Price“. 2005 wird er für seinen Roman „The Sea“ (Dt. Titel: „Die See“) erneut für den Preis nominiert und gewinnt ihn diesmal. „Die See“ erzählt die Geschichte eines Kunsthistorikers, der seine krebskranke Frau verliert und danach an einen Ferienort am Meer fährt, wo er die Sommer seiner Jugend verbrachte, um den Verlust und seine Erlebnisse zu verarbeiten. Seine letzten drei Bücher „Christine Falls“ (Dt. Titel: „Nicht frei von Sünde“), „The Silver Swan“ und „The Lemur“ veröffentlicht er unter dem Pseudonym „Benjamin Black“. John Banville wird für seinen sehr guten Schreibstil, teils schwarzen Humor und scharfen Verstand gelobt. Seine Werke, in denen stets Männer auf ihr bisheriges Leben zurückschauen, stellen eine große Herausforderung an den Leser, da in Ihnen die reale Handlung mit den Phantasien und der Wahrnehmung der Protagonisten stark verschmolzen wird.

Alle Bücher von John Banville

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Die See

Die See

 (56)
Erschienen am 25.11.2015
Im Lichte der Vergangenheit

Im Lichte der Vergangenheit

 (11)
Erschienen am 12.11.2015
Der Unberührbare

Der Unberührbare

 (9)
Erschienen am 13.06.2005
Athena

Athena

 (8)
Erschienen am 08.05.2007
Unendlichkeiten

Unendlichkeiten

 (8)
Erschienen am 16.02.2012
Sonnenfinsternis

Sonnenfinsternis

 (4)
Erschienen am 01.03.2004
Das Buch der Beweise

Das Buch der Beweise

 (4)
Erschienen am 01.06.2004
Caliban

Caliban

 (4)
Erschienen am 19.06.2006

Neue Rezensionen zu John Banville

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Printys avatar

Rezension zu "Die blaue Gitarre" von John Banville

Leider langweilig.
Printyvor 2 Monaten

Lahme Story

Die Hauptperson ist sehr unsympatisch. Er ist egoistisch und langweilig, dabei aber sehr von sich überzeugt. Ständig auf der Flucht vor Auseinandersetzungen reist er durch die Gegend. Das ist so träge wie es sich anhört und auch so geschrieben. Leider. Mich konnte das Buch nicht begeistern. Während es anfangs nur langweilig war, nervte es zum Schluß immer mehr.

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Barbara62s avatar

Rezension zu "Im Lichte der Vergangenheit" von John Banville

Trügerische Erinnerungen
Barbara62vor 3 Monaten

 

John Banville war nach Donal Ryan der zweite bedeutende zeitgenössische irische Autor, den ich während meines Irland-Urlaubs gelesen habe. Sein Stil ist bedeutend literarischer, dafür gibt es weniger Lokalkolorit als bei seinem Kollegen Ryan.

"Im Lichte der Vergangenheit“ lässt Figuren aus Banvilles früheren Romanen "Sonnenfinsternis“ und "Caliban“ wiederaufleben, doch kann man es, wie ich es getan habe, auch unabhängig lesen. Erzählt werden drei Geschichten aus dem Leben des ehemaligen Bühnenschauspielers Alex Cleave. Die erste ist die Erinnerung an seine erste Liebe und liegt 50 Jahre zurück, die zweite kreist um den Selbstmord seiner Tochter Cass vor zehn Jahren und die dritte spielt in der Gegenwart, als der bereits von der Bühne abgetretene Mittsechziger seine erste Filmrolle übernimmt.

Alex‘ erste Liebe im Alter von 15 Jahren galt der Mutter seines besten Freundes, Mrs Celia Gray. Die Erinnerungen, die der Ich-Erzähler an die knapp fünf Monate währende Affäre hat, sind zugleich präzise und mit unmöglichen Einzelheiten versehen, ein Umstand, den er nicht verschweigt: „Biografien sind zwangsläufig, wenn auch nicht absichtlich, immer voller Lügen“ und „Das habe ich doch sicher wieder frei erfunden, wie so vieles.“ Trotzdem – oder vielleicht gerade weil alles zweifelhaft ist – hat mir dieser Erzählstrang am besten gefallen. Die Seelenlage des pubertierenden Jungen zwischen erotischer Verzückung und dem Zurücksehnen nach „alter, unbeschwerter Normalität der Dinge“ schildert John Banville einfühlsam und glaubhaft, die Beziehung selbst trotz vieler Einzelheiten niemals geschmacklos oder gar peinlich. Dass am Ende vieles anders war, kann nicht wirklich überraschen.

Auch der zweite Erzählstrang um den Selbstmord der psychisch kranken Tochter Cass in Ligurien ist gut gelungen. Die Ehe von Alex leidet unter der Belastung und die Trauer ist eine „anhaltende Flut, die mich ausdörrt“. Dabei quält ihn weniger die Tatsache des Selbstmords, der ein „unausweichliches Ende“ war, als die gänzlich ungeklärten Umstände.

Am wenigsten überzeugt hat mich die Rahmenhandlung. Alex soll in einem Film mit dem beziehungsreichen Titel „Erfindung der Vergangenheit“ den Journalisten und Kritiker Axel Vander spielen, der viel mehr mit ihm zu tun hat, als er zunächst ahnt. Hier waren mir die Anspielungen und Zufälle zu konstruiert.

Ein sprachlich überzeugender, feinsinniger Roman, im kunstvollen Plauderton erzählt, in dem die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion gekonnt verschwimmen, der aber durch seine Rahmenhandlung unnötig kompliziert wird.

http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/john-banville-im-lichte-der-vergangenheit/

 

Kommentare: 1
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Giselle74s avatar

Rezension zu "Im Lichte der Vergangenheit" von John Banville

Damals
Giselle74vor 3 Monaten

Es gibt Bücher, da prägen sich Autor und Titel so miteinander verbunden ins Gedächtnis ein, dass derselbe Autorenname mit anderem Titel irritierend wirkt. Bei mir ist das so bei "John Banville - Die See". Das gehört genau so zusammen, in einem Atemzug ausgesprochen. Erfreulicherweise hat Banville nicht nur dieses eine Buch geschrieben, aber ich stutze trotzdem jedes Mal für eine Sekunde bei seinen anderen Titeln.
Für mich gehört Banville zu den besten Schriftstellern Irlands derzeit. Ich mag sein Spiel mit der Vergangenheit, der Veränderbarkeit von Erinnerung. Ich mag seine Art zu schreiben, seine klaren, feinsinnigen Sätze, sein Einfühlungsvermögen. Und ich mag seine Charaktere, die nie stromlinienförmig sind, die eigentlich immer auf einer Sinnsuche sind, auch im Alter noch.
In diesem Roman nun erinnert sich der Schauspieler Alex Cleave an seine erste große Liebe, die Mutter seines besten Freundes. Er erinnert sich an die versteckten Treffen, an gemeinsames Lachen und auch an den Skandal, als das ungleiche Paar irgendwann entdeckt wird. Aber war das alles wirklich so? Oder täuscht ihn seine Erinnerung und dieser besondere Sommer ist doch anders verlaufen?
Cleave kämpft auch noch mit anderen Geschehnissen in der Vergangenheit, mit dem Selbstmord seiner Tochter und dem daran zerbrochenen Verhältnis zu seiner Frau.
Es braucht einen großen Schriftsteller, um diese Themen leichtfüssig, aber nicht leichtfertig zu verbinden. Einen Schriftsteller, der das Buch nicht in Schwermut und Bedeutungsschwere ertrinken läßt. Banville ist so ein Schriftsteller. Nie benutzt er seine Figuren, um eigene Meinung oder eigenes Wissen zu demonstrieren, nie hat man als Leser das Gefühl, die eigene Unwissenheit vorgeführt zu bekommen. Banville schreibt ebenso poetisch wie verständlich.
"Im Lichte der Vergangenheit" ist ein ebenso kluges, wie berührendes Buch, dessen Ende, das sei aber nur kurz angemerkt, mir ein wenig überfrachtet erschien. Das fällt aber im Vergleich zum wunderbaren Rest des Romans kaum zu Gewicht. Eine Kunst ist es übrigens auch, so selbstverständlich und natürlich über Sex zu schreiben, dass der Leser nicht peinlich berührt ob der Wortwahl die Augen schließt oder sich geifernd über die Lippen leckt. Und dabei eine Frau nach zwei Schwangerschaften zu beschreiben, so wie sie eben ist, ohne sie dabei lächerlich zu machen. Es ist für mich einer der großen Pluspunkte des Romans, dass es hier um echte Menschen geht, mit Narben, Dehnungsstreifen und anderen Macken. Aber anderes wäre bei Banville auch gar nicht vorstellbar.
Ein rundherum lesenswertes Buch, feinsinnig, berührend, klug.

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John Banville wurde am 08. Dezember 1945 in Wexford (Irland) geboren.

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