John Banville Die See

(54)

Lovelybooks Bewertung

  • 69 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 2 Leser
  • 10 Rezensionen
(13)
(20)
(17)
(3)
(1)

Inhaltsangabe zu „Die See“ von John Banville

Es ist Herbst an der Irischen See. Hierher an die Küste hat sich Max Morden zurückgezogen, um den Tod seiner geliebten Frau Anna zu verarbeiten. Als Kind hat er oft seine Ferien in dieser Gegend verbracht, und so beschwört er neben Erinnerungen an Anna auch jenen längst vergangenen Sommer wieder herauf, in dem er die unkonventionelle Familie Grace mit ihrem Zwillingspaar Myles und Chloe kennen gelernt hatte. Es waren verzauberte Tage erster erotischer Sehnsüchte und aufkeimender Liebe, die jedoch ein so jähes wie tragisches Ende fanden.

Ausgezeichnet mit dem Booker Prize, Englands renommiertestem Literaturpreis.

Nicht ganz einfache Lektüre, aber ein grandioser Schreibstil. Man kann das Meer förmlich riechen und schmecken - und alles Andere auch ;-)

— Xirxe

Eins der besten Bücher, die ich je gelesen. Ruhige Erzählform und trotzdem legt man es nicht aus der Hand.

— Leokadia

Ein Buch wie ein melancholisches Lied, dessen Melodie einen ständig begleitet.

— Evix

leider im letzten Drittel etwas zäh, das Ende aber großartig!

— Anja_Lev

Sehr schöne Sprache, aber wenig Handlung. Ein Buch über Erinnerungen.

— Haeddl

Stöbern in Romane

Der rote Swimmingpool

Habe schon lange kein buch mehr gelesen, das mir so viele Grinser und Schmunzler ins Gesicht gezaubert hat.

Leseratte_2018

Das Finkenmädchen

Teils heftige Stellen, leider auch einige Längen. Traurige schöne Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Könnte jedoch emotionaler sein.

Ashimaus

Die Mütter

Ein Roman über eine Geschichte, die es irgendwie schon mal gab, doch gut geschrieben wurde. Es geht um Vorurteile und die Selbstfindung.

AnneEstermann

Hier ist es schön

Lässt (zu) viele Fragen offen. Macht zu wenig aus dem Potential des Themas...

Hermione27

Das Eis

Ein Roman der zum Nachdenken anregt.

Sonja_Ehrmann

Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze

Schonungslose Schilderung der Entwertungen alter Menschen.

jamal_tuschick

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein wirklich würdiger Preisträger

    Die See

    Xirxe

    12. November 2017 um 14:59

    2005 bekam John Banville für dieses Buch den Man Booker Prize verliehen - völlig zu recht wie ich finde. Auch im Deutschen (dank der herausragenden Übersetzerin Christa Schuenke) fühlte ich mich beim Lesen, als ob ich an der Seite des Protagonisten wäre. Ich roch und schmeckte das Meer, den Herbst, den Sommer. Es gibt sicherlich nur wenige Bücher, in denen ich so unmittelbar am Erleben der Figuren teilgenommen habe wie hier.Die Geschichte an sich ist eher unauffällig: Ein Mann, Max Morden, ein Kunsthistoriker in den Sechzigerin, verliert seine Frau durch eine Krankheit und fährt in seiner Trauer an einen Ort seiner Kindheit; dort, wo er die Ferien verbrachte. Hier erinnert er sich an längst und jüngst Vergangenes, an die Urlaube als Kind, die letzten Monate während der Krankheit seiner Frau, ihre erste gemeinsame Zeit. Alles fließt ineinander über und doch sind die verschiedenen Lebensabschnitte leicht voneinander zu unterscheiden. Fast wirkt es wie im Film, wenn durch geschickte Überblendungen der Wechsel in eine andere Zeitebene erfolgt - John Banville beherrscht diese Kunst grandios. Max' Erinnerungen, wiederholt ausgelöst durch Vergleiche mit der bildenden Kunst, nimmt er auch zum Anlass, sich Selbstreflektionen hinzugeben, die teilweise zu philosophischen Betrachtungen werden. Wann entsteht Bewusstsein? Das Bewusstsein seiner Selbst? Was ist Arbeit? Banville besitzt unter anderem nicht nur ein bewunderswertes Wissen über Kunst, sondern beispielsweise auch über Neurophilosophie, an dem er die Lesenden teilhaben lässt.Doch über Allem steht dieser wunderbare Schreibstil, der exemplarisch zeigt, zu was Sprache fähig ist. "Sommerlicht, dick wie Honig ...", "Draußen gab es noch mehr Palmen, zerzauste, gakelige Dinger, deren graue Borke dick und zäh wie Elefantenhaut aussah." Banville ist ein unglaublich aufmerksamer Beobachter mit einem Blick für kleinste Details, die er in solch bildhafte Worte fasst, dass man wirklich Alles vor sich sieht.Bemerkenswert empfand ich auch die Darstellung des Protagonisten. Max, der einen von Beginn an durch seine schon fast poetische Sprache praktisch völlig für sich einnimmt, sich jedoch entlarvt durch kleine Nebensätze als ein nicht gerade sympathisches Exemplar seiner Gattung. Amüsant empfand ich seine Abneigung gegenüber Männern, an denen er exakt das missbilligte, was er darstellte: das Vortäuschen einer Figur, die er nicht ist, was mir jedoch erst gegen Ende bewusst wurde.Ein Buch, in dem so viel mehr steckt als nur die Geschichte eines trauernden Mannes. Ganz große Kunst!

    Mehr
    • 4
  • Flirrend

    Die See

    Giselle74

    04. October 2017 um 10:46

    Einen treffenderen Titel als "Die See" hätte John Banville nicht finden können. Dieses Buch ist wie das Meer, mal mit kräftiger Brandung, mal nur ein leises Rollen, mal gleißender Sonnenschein und mal voller Nebel. Nach dem Tod seiner Frau reist Max Morden in das Seebad, in dem er die Sommer seiner Kindheit und Jugend verbracht hat. Hier vermischt sich seine Trauer mit Erinnerungen an die Vergangenheit, an vergangene Lieben, an sonnenbeschienene Tage am Wasser... Sprachlich ist dieser Roman ganz wunderbar. Nicht umsonst bekam Banville dafür 2005 den Man Booker Prize. Man gewinnt beim Lesen wirklich den Eindruck, Morden beim Denken und Erinnern zuzuhören. Und bisweilen überhört man dabei die Brandung und verliert ein wenig den Boden unter den Füssen. Banvilles Kindersommer sind alles andere als durchgehend sonnig, der Weg ins Erwachsenendasein führt durch Schlammlöcher, Stürme und dichten Nebel. Ein leichtfüssig geschriebener Roman mit einem durchaus nicht leicht zu nehmendem Inhalt!

    Mehr
  • Zähe Kost

    Die See

    literat

    22. September 2015 um 11:59

    Ich bin durch, juhuu. Am Ende gings dann, aber bis zur Hälfte des Buchs habe ich mich schon durchquälen müssen und habe auch einige Male aufgehört zu lesen und dann doch wieder begonnen. Ab der Hälfte habe ich dann flüssiger lesen können, da wollte ich dann tatsächlich wissen, worauf der Autor eigentlich hinaus will. In der Geschichte geht's um einen englischen Kunsthistoriker, der nach dem Tod seiner Frau die ihn in der Kindheit prägende Umgebung in einem englischen Küstenort wieder aufsucht und sich verändert. Er versucht hier den Tod seiner Frau zu verarbeiten und gerät in den Strudel der teilweise aufwühlenden Erinnerungen aus seiner Kindheit. Man versteht dann besser, wieso er so geworden ist, wie er eben ist, etwas verzagt, mutlos, etwas faul, seiner Tochter gegenüber etwas verzagt und streng. Mir ist die GEschichte zu sehr in die Länge gezogen und der Autor ist mir zu detailversessen in seinen Ausführungen und Ausschmückungen. Beziehungsweise, die Sprache ist gar nicht ausgeschmückt, die ist doch schmucklos, aber trotzdem sind die Erklärungen für mich etwas zu ausführlich. Dadurch verzettelt sich der Autor etwas, meiner Meinung nach.

    Mehr
  • Rezension zu "Die See" von John Banville

    Die See

    LiesaB

    15. January 2011 um 19:54

    Max hat seine Frau durch die schwere Krankheit Krebs verloren. Um mit dem Alleinsein fertig zu werden und um seine Frau betrauern zu können, kehrt er an einen Ort seiner Kindheit, an die See, zurück. Hier erfährt der Leser viel über die Kindheit von Max und über den Mann im reifen Alter. Selten war ich bei einem Roman so unsicher, wie bei diesem. Ich weiß einfach nicht genau, wie ich ihn bewerten soll. Die Sprache ist einfach wunderbar. Die Sätze sind gemalt, es ist ganz große Prosa. Nur leider wird durch diese Sprache das Buch für mich fast unleserlich. Die Geschichte selbst ist ohne Höhen und Tiefen erzählt, Spannung kommt selten auf. Lediglich auf den letzten Seiten führen ein paar Fäden zusammen und man mag dieses Max dann doch. Es wird in zwei Handlungssträngen erzählt, der Kindheit, und dem Leben als Erwachsener. Wobei die Geschichte als Erwachsener interessanter geschrieben ist. Dieses Buch ist zu empfehlen. Durchaus. Wenn ein Leser gern wunderschöne Sätze liest und über jeden gern nachsinnt, dann ist das Buch ein Muss.

    Mehr
  • Rezension zu "Die See" von John Banville

    Die See

    wollsoeckchen88

    23. September 2010 um 16:27

    In John Banvilles Roman "Die See" geht es um den Tod geliebter Menschen und die anschließende Trauerarbeit. Max Morden verlor seine Frau an den Krebs. Um mit dem Schmerz seiner Witwerschaft fertig zu werden, zieht es ihn zurück ans Meer, an einen Ort, an dem er als Kind seinen Urlaub verbrachte. Doch diese Reise ans Meer bringt zahlreiche Erinnerungen ans Tageslicht, nicht immer angenehme. Ich fand das Buch zu Beginn etwas schwierig zu lesen und stellenweise ein wenig zäh. So richtig warm geworden bin ich mit Banvilles Stil erst im zweiten Teil von "Die See". Ab da konnte ich seine Sprache sogar richtig genießen - der Mann schreibt wirklich wie gemalt. Im ersten Teil des Buches war mir oftmals nicht ganz klar, worauf der Autor hinauswill und was die ganzen Erinnerungen aus den Kindheitsurlauben von Max mit der eigentlichen Handlung zu tun haben. Doch die Geschichte wurde zum Ende hin immer besser und auch verständlicher. Der Schluss war phänomenal und ich fand es schade, dass ich das Buch dann doch so schnell durch hatte, obwohl Banville genau an der richtigen Stelle den Schlussstrich gezogen hat und nichts mehr zu erzählen blieb. Den Wendepunkt am Ende fand ich sehr gut, zumal sich dadurch der Rahmen des Buches endlich geschlossen hat und auch rückwirkend die Bedeutung der Nebenhandlung klar wurde. Die Figuren hatten nicht allzu viel Tiefe, was mich und die Handlung aber nicht gestört hat. Das Thema Tod wurde immer wieder aufgegriffen, stellenweise gab es einige sehr traurige Szenen. Nichtsdestotrotz schaffte es der Autor hin und wieder die gedrückte Stimmung, die er zeichnete, soweit aufzulockern, dass es mir ein herzliches Lachen entlockte. Ich kann es nur empfehlen "Die See" zu lesen, da sie eine großartige Geschichte birgt, obwohl Banvilles Stil manchmal etwas zäh ist.

    Mehr
  • Rezension zu "Die See" von John Banville

    Die See

    Gruenente

    27. January 2010 um 19:25

    Max Frau ist gestorben. Um darüber hinweg zu kommen, kehrt er an einen Ot seiner Kindheit zurück. Nach Ballyless, wo er viele Ferien verbracht hat und in einem Jahr die glamouröse Familie Clarkes kennenlernte. Dies brachte ihm damals die erste Schwärmerei, den ersten Kuss und einen starken Verlust. Sehr einfühlsam geschreiben, wobei die Schilderung der nahen Vergangenheit und Gegenwart schöner ist als die etwas nebulöse der ferneren Vergangenheit. Die Charaktere von früher bleiben etwas unfertig und geheimnisvoll. Die der Gegenwart sind dafür sehr detailliert und lebendig beschreibe. Seine Frau Anna hätte man gerne mal persänlich kennengelernt. Bekannte haben mir die Hörbuchversion empfohlen. Ind as Buch kam ich nicht besonders gut hinein. Gesprochen stelle ich es mir besser vor.

    Mehr
  • Rezension zu "Die See" von John Banville

    Die See

    schweppisweppi

    30. December 2007 um 15:09

    Nicht ganz einfach zu lesen, aber interessant durch die differenzierte Schilderung, aus der sich eine innere Spannung ergibt: Ein Mann setzt sich mit seiner Vergangenheit, insbesondere seiner Jugend auseinander, nachdem seine Frau an Krebs gestorben ist.

  • Rezension zu "Die See" von John Banville

    Die See

    LeGrandGris

    08. July 2007 um 22:56

    Das ist Literatur! Großartige Sprache und was für ein Einfühlungsvermögen. Banville kann's einfach!

  • Rezension zu "Die See" von John Banville

    Die See

    HeikeG

    18. April 2007 um 14:52

    Der Strand, die Dünen, die Wellen und eine erste Liebe Max Morden und seine Frau Anna sitzen im Behandlungszimmer von Dr. Todd und erfahren dort das Unerträgliche: Anna hat Krebs und wird nicht mehr lange leben. Plötzlich macht die Story einen Sprung - Anna ist tot. Vor Kummer und vor den Menschen flüchtet sich Max ans Meer, an den Ort seiner Kindheit und Jugend. Dort gibt es nur die Brandung, den endlosen Horizont, alte Häuser - aber auch neue Feriensiedlungen an der Stelle der alten. Die Bilder der Vergangenheit werden für Max immer lebendiger, der 11jährige Max, der sich verliebt, der Jugendliche, der rebelliert und der junge, der hier sehr glücklich war. Max gelingt es, sich einen alten Traum zu erfüllen - und alles Ungelebte endlich nachzuholen. Dabei aber gerät er jedoch gefährlich nah an den Rand des Wahnsinns... Auf drei Zeitebenen spielt Banvilles Roman: Die eine erzählt von jenem Jahr zwischen der Krebsdiagnose und dem tatsächlichen Tod von Mordens Frau, von der Schwierigkeit, das geliebte Wesen beim Sterben zu begleiten. Auf der anderen erinnert sich der Ich-Erzähler an seine Kindheit, wie er n den Sommerferien am Meer die Familie Grace kennenlernte. Und wie diese Familie hm so begehrenswert erschien. Und wie sich der elfjährige Max zuerst in die Mutter, dann in Chloe verliebt. Und auf der dritten Ebene kehrt Morden nach dem Tod seiner Frau in jene Pension "Zu den Zedern" zurück, in denen einst, in jenem Sommer seiner Kindheit, die Graces wohnten. "Die einen seien begeistert, die anderen gelangweilt von diesem englischen Roman", hörte ich bereits von vielen Rezensenten. Ich selbst rechne mich eher der Begeisterten-Fraktion zu - allerdings mit Abstrichen. Auch mich fesselte John Banvilles "sinnlich übervolle Vorstellungswelt". Derweil ist es nicht unbedingt die Handlung, die äußerst sparsam bleibt, aber Banville gelingt eine solch dichte Sprache - wunderschön, poetisch, Gänsehaut erzeugend - dass sie fast schon an die Lyrik heranreicht. Gefallen hat mir außerdem, wie Banvilles Held zwischen Kindheits- und späteren Erinnerungen von wichtigen Frauenfiguren in seinem Leben wechselt, und wie "unsentimental" schließlich Krankheit und Tod der Ehefrau Anna dargestellt werden. Aber manchmal ist jedoch zuviel Künstlichkeit im "Kunstwerk". Gerade die Sprache ist zuweilen allzu geschraubt und die literarische Kunstfertigkeit steigert sich teilweise zur Künstlichkeit. Man wird nicht so recht in die Gefühlswelt des Max Morden eingesponnen, steht sozusagen andächtig neben dem "Kunstwerk" und staunt. Fazit: "Die See" ist ein Buch über das Ende und über den Anfang des Lebens, über den Tod und über die Adoleszenz, über die Liebe und die Endlichkeit, über alles und jedes. Aber vor allem über die Schwierigkeit, angesichts unserer Endlichkeit, dieses alles irgendwie halbwegs ernsthaft zu schultern. Es ist ein lyrisches Kunstwerk, vor dem man jedoch allzu viel Ehrfurcht hat, um es mit allen Sinnen genießen zu können.

    Mehr
  • Rezension zu "Die See" von John Banville

    Die See

    Sebastian

    18. February 2007 um 14:12

    Nachdem viele Bekannte mir dieses Buch empfohlen haben und es zudem noch den Booker Prize gewonnen hat, habe ich angefangen und muss leider sagen, daß ich auf Seite 40 aufgegeben habe. Vielleicht tue ich dem Buch unrecht, aber ich habe keinen rechten Zugang dazu gefunden. Schade - aber wie gesagt eine sehr subjektive Beurteilung.

  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks

    Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.