Die blaue Gitarre

von John Banville 
2,5 Sterne bei2 Bewertungen
Die blaue Gitarre
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Inhaltsangabe zu "Die blaue Gitarre"

Von der Liebe, der Kunst und dem Scheitern – der neue Roman von John Banville.
Oliver ist nicht nur ein Maler, den die Inspiration verlassen hat, sondern er ist auch ein Kleptomane, dem es ein fast erotisches Vergnügen bereitet, anderen Menschen persönliche Dinge zu entwenden. Als Polly, die Frau seines besten Freundes Marcus, zum Objekt seiner Begierde wird, nimmt eine tragische Entwicklung ihren Lauf.Im Zentrum von John Banvilles neuem Roman steht eine Viererkonstellation: zwei befreundete Ehepaare und die Dynamiken, die sich zwischen ihnen Bahn brechen. Protagonist Oliver war einmal ein erfolgreicher Maler, der eine glückliche Ehe mit seiner Frau Gloria führte, doch beides gehört der Vergangenheit an. Nachdem die Affäre mit Polly, der Frau seines besten Freundes, ans Licht gekommen ist, hat er sich in sein Elternhaus zurückgezogen und denkt nach, über die Liebe, die Kunst und den Tod, über Schuld und über menschliche Beziehungen, im Allgemeinen und im Besonderen. Doch dabei muss er bald erkennen, dass auch er einer Täuschung aufgesessen ist und die Rollen von Betrüger und Betrogenem – und von Schuld und Unschuld – nicht ganz so klar umrissen sind wie zunächst angenommen.Eine sprachlich und intellektuell beeindruckende Kontemplation über die Liebe, die Kunst und das Scheitern in beiden Disziplinen – John Banville begeistert einmal mehr.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462050257
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:07.09.2017

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    Printyvor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Gähn...
    Leider langweilig.

    Lahme Story

    Die Hauptperson ist sehr unsympatisch. Er ist egoistisch und langweilig, dabei aber sehr von sich überzeugt. Ständig auf der Flucht vor Auseinandersetzungen reist er durch die Gegend. Das ist so träge wie es sich anhört und auch so geschrieben. Leider. Mich konnte das Buch nicht begeistern. Während es anfangs nur langweilig war, nervte es zum Schluß immer mehr.

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    M
    michael_lehmann-papevor einem Jahr
    Eloquente Sprachkunst

    Eloquente Sprachkunst

    Ein wenig erschlagen bleibt man als Leser nach der Lektüre dieser Darstellung eines bigotten, sich selbst und andere ständig betrügendes und sich selbst alles irgendwie zurechtlegenden Lebens zurück.

    Einerseits erfreut über die faszinierende Sprache Banvilles, der jede Regung, jedes Ereignis, jede Reflexion all dessen durch die Augen seiner (hoch unsympathischen und doch auch mit Hilflosigkeit versehenen und damit hier und da fast Mitleid erweckenden) Hauptfigur „OOO“,
    „Oliver Orway Orme“ mit feinfühliger und hoher Differenzierung dem Leser, in die Tiefe reichend, vor Augen und ins Gemüt führt.

    Andererseits nimmt die Lektüre den Leser mehr und mehr mit in den Ausflüchten, Spiegelungen, dem Wegweichen vor der eigenen Wahrheit, die Orme Seite um Seite zelebriert und damit einfach auch Längen in der Lektüre produziert. Die mehr des Erweises der eigenen Sprachkraft zu dienen scheinen, als dass sie die Geschichte nach vorne befördert.

    Bestens getroffen aber ist, was sich selbst in den Kleinigkeiten als harsch verteidigte Eitelkeit niederschlägt. Selbst die eigene Signatur unter den eigenen Werken (Orme war Maler) wird so zu einem sprachlichen Fest einerseits und einem niederschmetternden Blick in eine eitle Seele, wenn Orme jeden Buchstaben erläutert und dabei, ohne es zu merken, nur ein überbordendes Heischen nach Applaus und Bewunderung, selbst für die Ästhetik seiner Unterschrift, lauthals einfordert.

    „Was ich sagen will, ist Folgendes: Ich habe beschlossen, ich bin entschlossen, dem Sturm zu trotzen. Dem inneren Sturm“.

    Was für Orme und das Buch Programm ist, was man aber auch als „die große Verfehlung“ des Mannes bezeichnen kann. Denn gerade dieses Trotzen all dessen, was in ihm rumort, führt ja zur Verfehlung dessen, was eigentlich als Lebensaufgabe gerade vor ihm steht.
    Dem Sturm trotzen heißt für Orme, allem ausweichen. Es sich schönreden. Diese vielfachen, persönlichen Verfehlungen. Diese Brüche, die er gerade in das Leben der ihm Nahestehenden getragen hat. Diese Selbstüberschätzung und Egomanie, die immer nur Zugreifen kennt und nie Empathie, Mitgefühl oder wenigstens ein „vernünftiges“ Vorgehen angestrebt hätte.

    Ein Paradebeispiel für Freuds Erkenntnis, dass der Verstand nicht regiert, sondern vielfach nur das antreibende des Unbewussten nachher sich zurechtlegt, dass es doch in Ordnung ist, was man da angerichtet hat.

    Und auch ein packendes, sprachkräftiges Beschreiben einer modernen Lebensweise, die nur das eigene kennt, das Anfragende von Innen und Außen sich „weg redet“ und „weg denkt“.
    So wird durch Banville dem Leser auch der Blick geöffnet für eine Welt, die nicht mehr im Miteinander, im Verständnis, ihren Weg sucht, sondern „ihr Ding“ alleine dreht und für dieses, auch in den destruktiven Folgen, immer wieder ein „sich Schönreden“ inszeniert.

    Zu Recht ist dieser Orme menschlich vereinsamt und zu Recht werden all diese Lügengebilde und Redereien mehr und mehr in sich zusammenfallen.

    „Inzwischen werden sie mich schon vermissen, drüben, am anderen Ende der Bucht“. Behauptet Orme vor sich selbst und täuscht sich. Wie oft.

    „Alles, um mich abzulenken, obschon ich mich, wenn ich an die Bredouille denke, in die die Liebe mich gebracht hat, eher davon ablenken sollte an die Liebe zu denken“.

    Nichts stimmt daran, nichts ist gut daran. Denn nicht die Liebe hat ihn in Bredouille gebracht, sondern seine Art, dieser vermeintlichen und nur behaupteten Liebe nachgehen zu müssen. Und Ablenkung von all dem ist eben seine Art, sich seiner selbst und Folgen der eigenen Handlungen nicht stellen zu wollen.

    Was allerdings, trotz der Sprachgewalt des Autors, in der Geschichte auch Längen mit sich bringt, anstrengend ist. Dieses Folgen des Weges eines Narzissten. So ist man nicht unfroh, wenn endlich das Buch endet und dieser Dieb im wahrhaftigen und übertragenen Sinne, der gar noch „lustvoll leidet“, wenn es ihm einen Vorteil bringt, ihn in seinen Augen hervorhebt von den anderen. Ohne zu merken, was für ein armseliger Wicht er oft auch ist, der sich um Kopf und Kragen und alle Sympathien redet.

    Eine fulminante Sprache, die den Leser mitreißt, eine genaue Bobachtungsgabe, die aber hier und da zu sehr ausufert um diese perfekt getroffene Figur eines „Betrügers“ an der Welt und sich selbst herum.

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