King

von John Berger 
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King
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Ein gute Idee, leider nur mäßig umgesetzt, in einer wirklich schmucken "Verpackung".

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Inhaltsangabe zu "King"

Ein Ort, den die Allgemeinheit am liebsten verschweigt, und ein Held, der normalerweise nicht spricht. Aber hier spricht ein Hund, und er heißt King. Er führt uns zu einem brachliegenden Gelände, auf dem zwischen alten Autoreifen, kaputten Waschmaschinen und anderem Zivilisationsschrott eine kleine Gemeinde von Obdachlosen lebt. Jack, der Baron, der sich seine Papierjacketts aus alten Blumenkatalogen schneidert, Corina, deren einziger Besitz aus einem Stuhl besteht, Alfonso, der singend und bettelnd durch die Metro zieht, und Luc, der sich mit King beim Metzger die besten Fleischstücke stahl, bevor er sich das Leben nahm. Vor allem aber Vico und Vica, ein altes Paar, dem King vor achtzehn Monaten zugelaufen ist. Da der Hund ihr bester Zuhörer ist, erzählen sie ihm ihre Geschichte: wie sie sich in den Siebzigern in Zürich bei einem Unwetter begegnet sind, wie schön das Leben war, als er noch eine Fabrik besaß und Vica am Konservatorium studierte, warum sie zusammenblieben und was die Liebe bedeutet in Zeiten der Not. Jetzt ist der Winter vorbei, sie haben noch einmal überlebt und bieten in einem Lieferanteneingang in der Stadt heiße Maroni feil. Während sich draußen in Saint Valery ein neues Unglück anbahnt, denn das Ödland soll einem großen Stadion weichen. John Berger zeigt uns die Welt aus der Perspektive der Ausgestoßenen. Ein Zeitalter geht zu Ende, und was es angerichtet hat, ist auf dem Schrottplatz zu besichtigen, Menschen und Dinge. King, der Hund, leiht denen, die keiner mehr zu Wort kommen läßt, seine poetische, melancholische Sprache.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446197718
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:184 Seiten
Verlag:Hanser, Carl
Erscheinungsdatum:16.08.1999

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    Orishas avatar
    Orishavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein gute Idee, leider nur mäßig umgesetzt, in einer wirklich schmucken "Verpackung".
    Ein Hundeleben...

    "Im Schlaf zeigt ein Gesicht nie das gleiche Alter wie im Wachen. Vicos Gesicht wird im Schlaf älter, ihres jünger. Da ich ihr Wächter bin, kenne ich mich da aus." (Berger, S. 88)

    Vico, Vica und King. Ein Trio, der besonderen Art. Vico und Vica sind ein Paar, King ihr Hund. An sich nichts besonderes. Doch King hat hier das sagen, im wahrsten Sinne des Wortes. Er ist der Erzähler, aus seiner Sicht wird dieses Drama geschildert.

    Eine namenlose Stadt in Italien. Vico und Vica sind obdachlos und leben in St. Valéry, welches King schlichtweg als "Mantel" bezeichnet: Die Vicos Leben im Aufschlag des rechten Ärmels. King nimmt uns mit in ihr Leben und in ihren Tagesablauf. Anhand eines Tages schildert er ihr Leben. Allerdings wird es kein alltäglicher Tag sein, nein es ist ihr letzter Tag in ihrem alten Zuhause.

    Berger hat hier etwas Neues probiert und zugegeben, die Geschichte aus Sicht eines Hundes zu schreiben, ist durchaus kreativ. Aber, ja es gibt leider ein großes Aber. Aber es zündet schlichtweg nicht. Die Charaktere bleiben irgendwie blass und man erhält als Leser keinen Zugang zu ihren Gedanken. Wie auch? Die Geschichte wird schließlich von King - einem Außenstehenden - getragen und geschildert. Dadurch ist viel Potential verloren gegangen und man geht unzufrieden aus der Geschichte. Und das ist im doppelten Sinne schade: 

    Zum einen ist das Buch wirklich sehr hübsch aufgemacht - in ockerfarbenem Leinen und dem schlichten Cover mit kurzen Kapiteln, die Zeitabschnitte darstellen. Es ist schlichtweg ein Schmuckstück. Zum anderen ist die Idee, eine Geschichte aus Hundesicht zu schildern durchaus gut, es hapert hier aber schlichtweg an der Umsetzung. Ein rotierendes Prinzip, dass Vicos und Vicas Sicht der Dinge geschildert hätte, wäre sicher vorteilhafter gewesen.

    Fazit: Ein gute Idee, leider nur mäßig umgesetzt, in einer wirklich schmucken "Verpackung".

    Kommentare: 1
    54
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    chriesls avatar
    chrieslvor 10 Jahren
    Rezension zu "King" von John Berger

    Die Liebe zwischen zwei Obdachlosen wird aus der Sicht dessen Hundes erzählt. Ein unsentimentales Büchlein mit einem ungewöhnlichen Erzähler.

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    4
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    Boriss avatar
    Boris
    HutschLs avatar
    HutschLvor einem Jahr

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