John Bolton

 4.3 Sterne bei 12 Bewertungen
Autor von Der Raum, in dem alles geschah, The Art of John Bolton und weiteren Büchern.

Lebenslauf von John Bolton

John R. Bolton, geboren 1948, ist ein US-amerikanischer Politiker und Diplomat. Er war bereits für die Regierungen von Ronald Reagan und George Bush senior tätig sowie als Staatssekretär für Rüstungskontrolle und Internationale Sicherheit unter George W. Bush. Von 2005 bis 2006 war er Botschafter der USA für die Vereinten Nationen. Er diente als Nationaler Sicherheitsberater für US-Präsident Donald Trump von April 2018 bis zu seinem Rücktritt im September 2019. Bolton gilt als Experte für internationale Fragen und war in Regierungskreisen von jeher bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Mit seinen Erinnerungen aus dem Weißen Haus legt er einen detailreichen und hochexplosiven Insiderbericht aus seiner Zeit als enger Mitarbeiter Donald Trumps vor.

Quelle: Verlag / vlb

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Der Raum, in dem alles geschah

Erscheint am 26.01.2021 als Taschenbuch bei riva.

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Rezension zu "Der Raum, in dem alles geschah" von John Bolton

Interessant und beängstigend
monerlvor 20 Tagen

(3,5 Sterne)

Meine Meinung
Der Autor ist kein Unbekannter auf der amerikanischen Politikbühne. Wenn man sich seinen Lebenslauf und all die Ämter anschaut, die er schon inne hatte, wird einem schwindelig. Dabei fällt eines auf, John Bolton ist Republikaner durch und durch! Er teilt zum Großteil dieselben konservativen Werte mit Donald Trump. Oftmals hat er sogar noch strengere und konservativere Vorstellungen / Einstellungen, insbesondere zu den Themen Krieg, Beziehungen zum Iran usw. Meiner Meinung nach ist er ebenso wenig ein besonders offener und menschenfreundlicher Zeitgenosse, wenn man ihn mit Trump vergleicht.

Wenn man sich mit der Person John Bolton und seinem Hintergrund etwas intensiver beschäftigt, kann man seine Aussagen und Intentionen im Buch besser einordnen und verstehen.

Wir erfahren, wie der Autor ins Team des damals neu gewählten amerikanischen Präsidenten gekommen ist. Der Weg war nicht unbedingt gradlinig, wie man der damaligen Berichterstattung entnehmen kann.

Bolton erzählt recht ausführlich wie Politik mit und unter Trump gemacht wird und es ist irgendwie genau so, wie man es sich gedacht hat hat: Von eine bestimmten Riege in seinem Umfeld fühlt er sich bevormundet, mit dem anderen Teil gibt es Besprechungen und Absprachen, die er wieder in Eigenregie teilweise nach Lust und Laune zunichte macht und seine Um-Entscheidung per Twitter für alle verteilt. Jeder neue Tag ist für die Regierungsmitglieder eine Art Überraschungsei. Wenn sie aufwachen, schauen sie Nachrichten und in Twitter, um zu sehen, ob Donald nicht etwas furchtbares fabriziert hat.

Nach all diesen Seiten wird deutlich, dass der Autor ebenso von sich überzeugt ist, wie wir es von Trump kennen. Bolton ist sehr von sich überzeugt, von seiner Intelligenz und seinem strategischen Können. Aus dieser Sicht war es deshalb sehr interessant als auch sehr beängstigend zu lesen, wie mit den heißen Themen Beziehungen zu China und Russland, Umgang mit dem Iran, der damalige Konflikt in Venezuela, Verhandlungen mit Nordkorea usw. umgegangen wurde und wer wie wann etwas zu sagen hatte.

Die Quintessenz dessen, die alle, die sich für Politik interessieren, schon geahnt haben, bekommen hier von John Bolton bestätigt: Donald Trump geht es nur um ihn selbst. Er versucht sich gut dastehen zu lassen, wie auch seine Familie. Bringt ein “Deal” ihn oder seine Familienmitglieder positiv ins Rampenlicht, war das Geschäft erfolgreich. Alles andere an Politik interessiert ihn nicht. Er hat kein echtes historischen Wissen und auch keine Ahnung von Geografie. Weltpolitische Abhängigkeiten begreift er ohne intensives Briefing kaum. Sein Verhandlungsgeschick ist begrenzt und man kann sogar dankbar sein, dass er manchmal so unenschlossen und sprunghaft handelt und entscheidet, denn das brachte es mit sich, dass unter Trump kaum Kriege geführt wurden. Wäre es nämlich nach Bolton gegangen, hätte es mindestens einen Krieg, nämlich mit dem Iran, gegeben, wie man seinen Worten im Buch entehmen kann.

Fazit

Ein Buch, von dem ich mir mehr versprochen hatte. Dennoch ist es nicht umsonst gewesen, sich durch all die Seiten zu lesen. Eine Qual war es nicht, keineswegs. Es war eher sehr beängstigend, wie ein absolut unfähiger Mann sich dennoch so lange auf dem Präsidentenstuhl halten konnte. Was noch schlimmer ist, alle wissen es, alle leiden mit und unter ihm und dennoch lassen sie es weiter zu, dass so jemand das einst bewundernswerte Land zerstört.

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Rezension zu "Der Raum, in dem alles geschah" von John Bolton

Besonders zwischen den Zeilen interessant
MoMevor einem Monat

Auf das Buch war ich schon recht neugierig, aber ich war auch skeptisch. Wir Menschen neigen auch gerne dazu, die Objektivität zu verlieren, wenn wir persönlich in Vorgänge involviert waren. Daher fiel es mir an manchen Stellen auch nicht leicht, alles für bare Münze von John Bolton zu nehmen.

Mit rund 638 Seiten war dieses Buch recht umfangreich, wobei es am Ende ein sehr ausführliches Personenregister gab. Wer sich also nur für bestimmte Passagen mit ausgewählten politischen Würdenträgern interessiert, kann hier schnell fündig werden.

Zu jedem der fünfzehn Kapitel gab es zusätzlich noch eine recht lange Auflistung an Anmerkungen. Positiv war hier, dass kleine Ziffern innerhalb des jeweiligen Kapitels kennzeichneten, wozu es einen entsprechenden Vermerk gab. Eine richtige Taktik konnte ich für mich jedoch nicht finden. Las ich die Anmerkungen zum Schluss, fehlte mir oftmals der vorherige Bezug, sodass ich das noch einmal nachlesen musste. Wenn ich die Anmerkungen gleich nach der Kennzeichnung im Text las, kam ich aus dem Lesefluss. Schöner hätte ich es hier gefunden, wenn mit Fußnoten gearbeitet worden wäre. Das hätte mir zum einen das lästige Blättern erspart, zum anderen hätte ich mir einen günstigeren Zeitpunkt zum Nachlesen wählen können. Außerdem war manches Nachschlagen total unnötig, weil die Anmerkung nur auf eine weitere Quelle hinwies, die ich nicht auch noch zusätzlich recherchieren wollte.

Der Schreibstil war bisweilen sehr zäh. An dieser Stelle kann ich nicht beurteilen, ob es an der Übersetzung lag oder es im Original ähnlich gewesen ist. Jedenfalls wurden mir sehr viele ellenlange und verschachtelte Sätze serviert. Manches davon musste ich mehrmals lesen, bis ich den vollen Umfang verstand. Außerdem hatte das Geschriebene den Charme eines niedergeschriebenen Diktats im Protokollstil. Mir fehlte oft das flüssige Erzählen und manchmal empfand ich auch die Abschweifungen Boltons in Details sehr anstrengend. Zudem wurde alles mit reichlichen Floskeln und „er sagte dies“ „er sagte das“ angereichert. Kurzum, dass Buch war nichts, was ich mal eben nebenbei lesen konnte. Insgesamt habe ich wirklich lange dafür benötigt.

Inhaltlich war das Buch interessant. Es ermöglichte mir einen Einblick in die Abläufe innerhalb des Machtapparates und schlug den Bogen zur Außenpolitik. Neben Trumps Verhalten erfuhr ich auch spannende Details über die Berater und ihre Tätigkeit. Und ja, es lohnte sich einen genauen Blick darauf zu werfen. Denn auch John Bolton war hier definitiv kein Kind von Traurigkeit. Seine Affinität zur Lösung von Problemen auf militärische Mittel zurückzugreifen war schon höher als die von Donald Trump. Die Zwischentöne in dem Buch hatten mich am meisten fasziniert und mir mehr offenbart, als ich es für möglich gehalten hätte.

Manches vom Inhalt war mir bekannt, weil es medial schon oft aufbereitet worden war. Dennoch fand ich es sehr interessant zu lesen, wie der innere Zirkel der amerikanischen Macht so funktioniert. Hierbei war es zudem sehr informativ, wie es zum Bruch zwischen Donald Trump und seinem Berater kam.

Was mir aller Dings fehlte, war das klar gezeichnete Wesen Donald Trumps. Ich empfand seine Darstellung etwas einseitig, was aber auch dem Autor geschuldet war. Das Buch war ja nicht von einem neutralen Betrachter verfasst worden und so muss ich sagen, dass den Kopf nicht nur über Donald Trump schütteln musste. Klarer sehe ich nach dem Lesen des Buches den 45. Präsidenten der USA nicht wirklich. Dafür hat sich aber mein Wissensstand um politische Arbeitsweisen erweitert.

Fazit:
Den Blick hinter die Kulissen sollte auf jeden Fall aus einem neutralen Standpunkt heraus passieren. Denn auch wenn Donald Trump hier im Vordergrund stehen sollte, erzeugen die Zwischentöne ein umfassenderes Bild. Wer sich nur am Rande für Politik interessiert, findet hier einen interessanten Einblick in das Machtgefüge des Präsidentenamtes und das außenpolitische Wirken der trumpschen Regierung.

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Rezension zu "Der Raum, in dem alles geschah" von John Bolton

John Bolton: Der Raum, in dem alles geschah
RenaMvor 2 Monaten

Kurze Zeit nach seinem Rücktritt (oder seiner Entlassung?), aber noch vor der Präsidentschaftswahl in den USA erschien John Boltons Buch. John Bolton war 519 Tage lang Nationaler Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten - amtlich „Assistant to the President for National Security Affairs“. In dieser Funktion hatte er engen Kontakt zu Trump und war maßgeblich an Entscheidungen des Präsidenten beteiligt, die weitreichende internationale Bedeutung hatten und noch haben.   

Das Buch ist nicht chronologisch aufgebaut, sondern greift in 15 Kapiteln jeweils ein weltpolitisch bedeutsames Thema auf, wie die Annäherung an Nordkorea, die Sanktionen gegen den Iran oder gegen Syrien, die Teilnahme am G7-Gipfel, um nur einige zu nennen.

Für ein Honorar von 2 Millionen USD, so ist zu lesen, berichtet Bolton als Insider aus der Herzkammer der amerikanischen Machtzentrale, dem Oval Office, eben dem „Raum, in dem alles geschah“, über Machtmissbrauch, Amtsanmaßung, politische Inkompetenz und rechtswidrige Handlungen. Basierend auf seinen minutiösen Notizen und Protokollen zeichnet er die Konturen der Persönlichkeit des mächtigsten Mannes der Welt mit groben Strichen nach. Allerdings ist vieles davon auch schon anderswo geschrieben und kommentiert worden.  

Wesentlich interessanter erscheint, was Bolton über sich selbst und seine Kollegen preisgibt. Dabei wird offensichtlich, wie dieser Machtapparat funktioniert und welchen Einfluss dessen Berater haben. Man sollte in Bolton nicht den Whistleblower sehen, der die Politik der Trump-Administration nicht mehr mittragen und die Wähler wachrütteln möchte. Bolton war und ist konservativer Hardliner, der schon unter Ronald Reagan, George Bush senior und George W. Bush gedient hat und der die Zeit der Obama-Regierung nach eigenem Bekunden als eine Zeit des Leidens erlebt hat.

Es muss nachhaltig an Boltons Ego gekratzt haben, dass er nach Trumps Amtsantritt nicht sofort zum Außenminister berufen wurde, ja nicht einmal für die Übernahme eines bedeutungsvollen Amtes vorgesehen war. Im ersten Kapitel „Der lange Marsch zu einem Eckbüro im Westwing“ beschreibt Bolton auf 47 Seiten, wie er seine Dienste immer wieder anbieten musste, um ein bedeutungsvolles Amt zu bekommen, weil er wußte, was zu tun ist.

Boltons Buch zeigt, dass es Trump ohne das System Trump, also ohne seine Unterstützer, so nicht gäbe. Trump muss die Interessen dieser Unterstützer in und außerhalb der Regierung sowie die seiner Stammwählerschaft  befriedigen. Maßstab aller Dinge ist die Frage:  „Schadet es meinem Ansehen bei den Wählern?“ Bei anstehenden Entscheidungen wird diese Frage im Oval Office nicht nur einmal gestellt, berichtet Bolton. Wie die Berater, Minister oder hohe Beamte jedoch über die Führungskompetenz des POTUS (President of the United States) denken, beschreiben die kleinen Epsioden am Rande. Ein Beispiel: Während eines Gesprächs anlässlich des ersten Treffens zwischen Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un, an dem auch Bolton und Pompeo teilnahmen, steckt Pompeo Bolton einen Zettel zu mit der Nachricht: „Der (gemeint ist Trump) labert nur Scheiße.“ (S. 140). Man muss wohl davon ausgehen, dass sich dies so zugetragen hat und die Übersetzung den Inhalt richtig wiedergibt.

Das Buch liest sich stellenweise etwas schwer. Das liegt unter anderem an der Übersetzung, die sich eng an die amerikanische Vorlage zu halten scheint. Durch den ungewohnten Satzbau   gehen an vielen Stellen die Bezüge zwischen Handlungen und Personen verloren und man muss solche Stellen mehrfach lesen, um die Zusammenhänge zu verstehen. Auch Floskeln in Form von Dreiwort-Sätzen wie „Ich stimmte zu.“ – „Er stimmte zu.“ tauchen inflationär auf.

Fazit: Nicht viel Neues oder gar „Atemberaubendes“ wie im Klappentext vermerkt über Trump. Dennoch war es interessant, zu erfahren, wie die Entscheidungsprozesse im Oval Office ablaufen, insbesondere im Vorfeld von Ereignissen, die wir alle in der Berichterstattung verfolgen konnten. Die Treffen mit Kim Jong-un, die Sanktionen gegen den Iran, der Ausstieg aus dem Klimaabkommen, nur um einige zu nennen. Wohl wissend, dass dies immer aus der ganz speziellen Perspektive von John Bolton wiedergegeben wird, dem Mann, der „weiß, was zu tun ist“. Wird das Buch etwas bewirken, gar Trump schaden, seine Wiederwahl verhindern? Vermutlich nicht, bestenfalls kratzt es an Trumps Ego, so wie die weiteren Enthüllungsbücher, die zurzeit auf dem Markt sind. Der Blick durchs Schlüsselloch in den „Raum, in dem alles geschah“ war aber in jedem Fall eine interesasnte Lektüre.  

John Bolton: Der Raum in dem alles geschah
Das neue Berlin, August 2020
 Gebundene Ausgabe, 638 Seiten, 28,00 €

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