John Boyne Das Vermächtnis der Montignacs

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Inhaltsangabe zu „Das Vermächtnis der Montignacs“ von John Boyne

London, 1936. Owen Montignac, der attraktive, charismatische Spross aus gutem Haus, erwartet bang die Testamentsverlesung seines unlängst verstorbenen Onkels. Doch Owen wird nicht berücksichtigt. Die Alleinerbin ist seine schöne Cousine Stella, zu der er eine etwas fragwürdige Zuneigung empfindet. Zudem plagen ihn hohe Spielschulden - und so ersinnt Owen einen teuflischen Plan ...

Interessant erzählte Geschichte der feinen Londoner Gesellschaft in den 30er Jahren voller Snobismus und skrupelloser Hinterhältigkeit. TOP

— Lies-inger
Lies-inger

Boyne überzeugt mich ein zweites Mal! Dieses Mal setzt er uns in eine Welt voller Intrigen ab und lädt zum Nachdenken ein. Leseempfehlung :)

— LeseBlick
LeseBlick

Eine richtig schöne Geschichte - nur das Ende war mir etwas zu offen - ich hätte mir da mehr einen Abschluss der Geschichte gewünscht.

— chatterbox-joshi
chatterbox-joshi

Schöne Sprache, nette Geschichte und ein ungewöhnliches Ende. Insgesamt für schöne Lesestunden gesorgt.

— Gmeiner-Verlag_Markus
Gmeiner-Verlag_Markus

Eine sehr kompakte Story, die den Charme der 30er Jahre versprüht und mich mit einem erstaunten Lächeln zurück lässt.

— Nina2401
Nina2401

Ein gelungenes Verwirrspiel à la "Der talentierte Mr. Ripley". Ein Genuss.

— Madame_Klappentext
Madame_Klappentext

Fazit: Gekonnte Verknüpfung von einem historischen Ereignis Englands mit einer fiktiven Story zu einem komplexen, spannenden Roman.

— Bellexr
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Lesenswert!

— LauraOstertag
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  • Das Vermächtnis der Montignacs

    Das Vermächtnis der Montignacs
    FabAusten

    FabAusten

    24. July 2017 um 12:07

    Als Peter Montignac stirbt, hinterlässt er nicht nur seine Tochter Stella und Neffen Owen, sondern auch ein ansehnliches Vermögen inklusive des imposanten Familienstammsitzes Leyville. Da der Besitz der Montignacs traditionell in der männlichen Linie weitergegeben wird, rechnet Owen fest damit, zum Alleinerben ernannt zu werden. Zumal sein Vater als Erstgeborener ohnehin der eigentliche Besitzer gewesen wäre. Doch überraschender Weise hat Peter Montignac mit der Tradition gebrochen und das gesamte Vermögen Stella vermacht. Owen ist darüber außer sich. Nun wurde er genauso wie sein Vater um sein Geburtsrecht gebracht. Und dann will Stella auch noch diesen Tölpel und Blumenfreund Raymond heiraten. Es läuft also nicht gut für Owen. Doch dann tun sich ein paar Möglichkeiten auf, die er nur ergreifen muss, um das Schicksal zu seinen Gunsten zu wenden. Die Geschichte ist im England der Dreißiger Jahre und seiner Oberschicht angesiedelt. John Boyne hat einen eleganten Roman geschaffen, der mit einer ausgeklügelten, doppelbödigen Geschichte, vielschichtigen Figuren, einem Schuss Gerichtsdrama und einer Prise großer Politik aufwarten kann. Obwohl es einen Mord gibt, ist es kein Kriminal-, sondern eher ein Gesellschaftsroman. Die Handlung entwickelt sich unvorhersehbar und bleibt nichtsdestotrotz immer glaubwürdig.Stellenweise weiß der Leser nicht, wohin das Ganze führen soll, aber  genau das ist eine der Stärken des Romans. Anklänge an Hitchcock, insbesondere an Anatomie eines Mordes, sind subtil vorhanden. Vorallem das Ende ist überraschend und lässt den Leser nicht ungerührt. Sprachlich geschliffen wird zwischen verschiedenen Perspektiven hin und her gesprungen. Diese sind niemals verwirrend, sondern stets erhellend. Zur Identifikationsfigur eignet sich keine von ihnen, aber das stellt überhaupt kein Manko dar. Sympathieträger mag es geben, aber das kann nur jeder Leser für sich entscheiden. In jedem Fall werden ihm Einsichten, in die unterschiedlichen Motivationen und Empfindungen der Figuren geschenkt. All das gleicht einem Versuchsaufbau, dessen Objekte unter dem Mikroskop seziert werden.Das Vermächtnis der Montignacs überzeugt auf ganzer Linie. Der Roman versetzt den Leser direkt in eine bestimmte Gesellschaftsschicht und Zeit. Erzählt wird eine spannende und vielschichtige Geschichte, die nur der Leser allein völlig durchschauen kann. Schade, dass Boyne wohl keine Fortsetzung geplant hat. 

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    • 2
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Wenn der Erbe leer ausgeht

    Das Vermächtnis der Montignacs
    gst

    gst

    Stell Dir vor: Du hast hohe Spielschulden und musst sie begleichen, sonst droht Dir schlimmes Ungemach. Da stirbt Dein reicher Onkel und wird Dir als einzigem männlichen Nachkommen sein Vermögen hinterlassen. Du siehst Dich schon in Sicherheit? Dann hast Du nicht damit gerechnet, dass Dein Onkel sich anders entscheidet und das erste Mal in der langen Erbreihe das Vermögen an eine Frau, Deine Cousine, weitergibt … So ergeht es Owen Montignac in diesem Buch. John Boyne erzählt, wie Owen versucht, seinen Hals zu retten. Dabei macht er uns gleichzeitig mit den politischen Begebenheiten und Intrigen im London von 1936 bekannt. Wir treffen auf ehrbare und weniger ehrbare Menschen: auf einen König, der wegen seiner Liebschaft mit einer geschiedenen Amerikanerin als untragbar angesehen wird; einen Richter, dem das Recht über menschliche Gefühle geht und seinen missratenen Sohn, der statt in die Fußstapfen seines Vaters zu treten lieber sein Vergnügen sucht. Zu Beginn des Buches verwirrten mich die vielen Personen. Ich konnte keinen Zusammenhang zwischen ihnen herstellen. Erst nach etwa 200 Seiten lichtete sich für mich das Dickicht. Zum Ende hin wurde das Buch sogar spannend und entwickelte sich fast zum Krimi. Doch die langatmige Anlaufphase hat es mir zu lange schwer gemacht, im Buch anzukommen. Aus diesem Grund kann ich nicht in den Lobgesang einstimmen und nur drei Sterne vergeben. 

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    • 3
    Gulan

    Gulan

    26. September 2015 um 19:00
  • Intrigen

    Das Vermächtnis der Montignacs
    Sabine17

    Sabine17

    Dieses Buch von John Boyne hat mich ein bisschen enttäuscht. Irgendwie hat mich der Schreibstil nicht so sehr angesprochen wie bei den Büchern, die ich bisher von ihm gelesen habe.   Das Buch spielt 1936 in London. Alles blickt auf die Liaison von König Edward VIII mit der Amerikanerin Wallis Simpson. Owen Montignac hat hohe Spielschulden und gehofft, diese mit seinem Erbe ablösen zu können. Doch völlig überraschend erbt er nach dem Ableben seines Onkels nicht einen Cent. Seine Cousine Stella bekommt alles, obwohl seit Generationen in der Familie Montignac nur die männlichen Nachkommen bedacht werden.   Nun steht Owen wider Erwarten unter großem Druck, denn der Spielcasinobesitzer hat schon seine „Bluthunde“ auf ihn angesetzt. Eine kleine Anzahlung kann er leisten, nachdem er einen kriminellen Auftrag angenommen und umgesetzt hat. Für die Restschuld bekommt er vom selben Auftraggeber einen perfiden Plan unterbreitet, der nicht nur seinen neuen Mitarbeiter und den Verlobten seiner Cousine ins Unglück stürzen wird, sondern auch die Zukunft des Königs beeinflussen wird. Wie weit wird Owen gehen und sich auf dieses Spiel einlassen?   Das Buch spielt zu einer ereignisreichen Zeit und es war interessant zu erfahren, wie die Beziehung von Edward zu Wallis Simpson die Gemüter damals bewegt hat. Leider hat das Buch meiner Meinung nach in der ersten Hälfte so seine Längen und zog sich teilweise wie Kaugummi. Zum Glück nahm es zum Ende hin Fahrt auf und wurde auch wesentlich interessanter. Besonders die Figur des Owen ist vielschichtig und undurchsichtig dargestellt, sodass er für einige überraschende Wendungen gesorgt hat.   Leider hat mich jedoch die Sprache nicht so angesprochen wie in den übrigen Büchern, die ich von John Boyne gelesen habe. Bei der Bewertung habe ich zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt, aber weil sich das Buch anfangs wirklich sehr zog, habe ich dann doch nur 3 Sterne vergeben.    

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    • 13
  • Boyne weiß mit überraschenden Wendungen umzugehen! Fesselnd bis zum Schluss!

    Das Vermächtnis der Montignacs
    bookexperiences

    bookexperiences

    01. March 2015 um 19:50

    Obwohl ich bisher keinen sonderlichen Bezug zu London oder England hatte, konnte mich das Setting gleich für sich einnehmen. Im Mittelpunkt der gesamten Geschichte steht die Familie Montignac. Owen Montignac hat früh seine Eltern verloren, weshalb er bei seinem Onkel aufwuchs. Als dieser plötzlich verstirbt, stellt sich die große Frage, an wen die Besitztümer übergeben werden sollen. Bislang wurde dabei großer Wert auf Traditionen gelegt. Lediglich die männlichen Nachkommen erhielten die Chance und wurden als Erben berücksichtigt. Dann trifft jedoch das ein, womit keiner rechnet und Stella, die Cousine von Owen, erbt alles.  Der Stein kommt ins Rollen. Eine Kette von Ereignissen, die ich zu keinem Zeitpunkt ganz durchschauen konnte. Auch die Charaktere selbst sind dermaßen vielschichtig, dass ich Probleme hatte sie einzuschätzen. Zwar bekommt man nach außen hin mit, welche Einstellung sie in Zusammenhang mit dem Erbe, dass an Stella geht, vertreten. Aber ihre genauen Gedanken und Motive blieben für mich lange Zeit im Dunkeln. Es fiel mir schwer zu beurteilen, wie sie in welchen Situationen reagieren würden. Überraschende Wendungen sind somit vorprogrammiert! Nicht nur die einzelnen Figuren, sondern die gesamte Handlung weist unheimlich viele Facetten auf. Zu was ist ein Mensch fähig, wenn er sich hintergangen fühlt? Wie reagiert ein Mensch, wenn ihm etwas genommen wird, was seiner Ansicht nach nur ihm zusteht? John Boyne beschäftigt sich mit solchen Fragen und entwickelt dabei eine einzigartige Geschichte. Sein klarer und fesselnder Schreibstil trägt zusätzlich dazu bei, dass man schnell durch die Seiten fliegt, um endlich zu erfahren, worauf alles hinausläuft. Nachdem ich mich auf den ersten Seiten erst einmal zurecht finden musste, konnte ich Das Vermächtnis der Montignacs später kaum noch aus der Hand legen. Bis zum Schluss war mir nicht klar, wie es enden wird. Für mich war es aber der perfekte Abschluss und ich bin mir sicher, dass bald noch weitere Bücher des Autors in meinem Regal zu finden sein werden

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  • Ein Buch, welches mich fast sprachlos zurücklässt

    Das Vermächtnis der Montignacs
    LeseBlick

    LeseBlick

    09. February 2015 um 21:21

    Inhaltsangabe London, 1936. Owen Montignac ist attraktiv, charismatisch und aus gutem Hause. Doch er hat ein Geheimnis, das ihn bei der Verlesung des Testaments eines unlängst verstorbenen Onkels beinahe verzweifeln lässt. Denn er wird darin nicht berücksichtigt. Die Allein¬erbin ist seine schöne Cousine Stella, zu der er eine etwas spezielle Beziehung hat – und so ersinnt Owen einen teuflischen Plan … Bewertung Die Frage, die sich mir aus diesem Buch ergibt, ist: „Zu was wären wir alles in der Lage, wenn uns eine Unmenge von Geld sicher ist, und wir am Ende doch falsch liegen und alles verlieren?“ Und genau diese Antwort gibt uns dieses Buch von John Boyne. Ich war so gespannt auf mein nächstes Buch von John Boyne, wobei mich der Klappentext zunächst nicht zu hundert Prozent angesprochen hat. Aber schon kurz nach den ersten Seiten, war mir klar, dieses Buch und die Geschichte, die es erzählt wird wieder ein Hit. John Boyne erzählt uns die Geschichte von Owen Montignac. Er ist der Neffe des reichen Peter Montignac, der kürzlich an Herzversagen verstirbt. Für Owen ist klar, dass er das Erbe bekommen wird. Zwar hat Peter Montignac noch eine Tochter, Stella, aber das Familienerbe ist nach Tradition bisher nur an männliche Nachkommen weitergegeben worden. Für Owen ist genau dieses Erbe die Erlösung, denn er steckt bis zum Hals in Spielschulden und muss diese dringend begleichen, um seinen eigenen Kopf zu retten. Doch dann kommt alles ganz anders…und Stella erbt ALLES und Owen geht leer aus. Um seinen Hals aus der Schlinge zu retten, muss er dringend Geld machen. Mit einem illegalen Geschäft fängt alles an, doch dann schmiedet er einen teuflischen Plan und ist versucht mehrere Menschenleben zu zerstören. Neben Owen’s Geschichte bringt Boyne noch einige andere Themen an, wobei mich jedes Einzelne absolut mitreißen und fesseln konnte: - König Edward VIII. soll den Thron verlassen, weil er eine Amerikanerin liebt - Roderick Bentley entscheidet als Richter über Leben und Tod und plötzlich steht er selbst im Konflikt mit seiner Familie und dem Gesetz - und dann ist da noch dieses Geheimnis von Owen und seiner Cousine Stella Hinter den Charakter Owen konnte ich bis zuletzt nicht ganz blicken, einerseits wird er als gestandener, selbstbewusster Mann dargestellt, der in jungen Jahren stark verletzt wurde und dann gerät er plötzlich in diesen Strudel der Verderbnis, der sein Ich völlig zu verändern scheint. Besonders bewegend und erschreckend ist hier, was Owen durch diesen Strudel alles mit sich reißt! Wow, einfach nur Wow! Boyne hat hier wieder ein Meisterwerk erschaffen. Das Buch glänzt hinsichtlich seiner Idee, seiner behandelnden Themen, seiner Einblicke in die Schattenseite verschiedenster Charaktere im Buch und natürlich wegen des Schreibstils. Mit diesem hat John Boyne mich wirklich für sich vereinnahmt und ich zähle ich deshalb zu einen meiner Lieblingsautoren! Trotzdem ich das Wort Meisterwerk verwendet habe, gebe ich dem Buch nicht die volle Punktzahl. Es bleiben ein paar Dinge ungesagt, deren Erwähnung ich mir unheimlich gewünscht hätte, meist in Bezug auf Geheimnisse. Nun stehe ich da und frage mich, wie diese und jene Person auf dies und das reagiert hätte. Und auch mit dem Ende an sich hätte ich nie gerechnet und ich fand es ein wenig zu dramatisch und auch irgendwie zu egoistisch. Aber mehr verrate ich nun wirklich nicht. Fazit Ein Buch, welches mitreißt, fesselt und nach dem man einfach mehr von John Boyne will. Er spricht hier Themen an, die vor allem in Hinsicht auf das gesellschaftliche Leben viel zum Nachdenken anregen. Nehmt euch unbedingt ein Buch von Boyne in die Hand, ich lege fast meine Hand ins Feuer, dass ihr nicht enttäuscht werden. 

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  • Boyne ist immer einen Roman wert ...

    Das Vermächtnis der Montignacs
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    20. August 2013 um 22:30

    Klappentext: London, 1936. Owen Montignac, der attraktive, charismatische Spross aus gutem Haus, erwartet bang die Testamentsverlesung seines unlängst verstorbenen Onkels. Doch Owen wird nicht berücksichtigt. Die Alleinerbin ist seine schöne Cousine Stella, zu der er eine etwas fragwürdige Zuneigung empfindet. Zudem plagen ihn hohe Spielschulden – und so ersinnt Owen einen teuflischen Plan … Autor: (Quelle: Piper) John Boyne, geboren 1971 in Dublin, wo er auch heute lebt, studierte Englische Literatur und Kreatives Schreiben. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit seinem Roman »Der Junge im gestreiften Pyjama«, der in vielen Ländern auf den Bestsellerlisten stand, für das Kino verfilmt und von der Kritik als »ein kleines Wunder« (The Guardian) gefeiert wurde. Eigene Meinung: John Boyne ist für mich einer der facettenreichsten Autoren, der sich ebenso zielsicher in den verschiedenen Epochen der deutschen Geschichte bewegt, wie in den verschiedenen Genres der Schriftstellerei. Auch mit „Das geheime Vermächtnis der Montignacs“ ist ihm wieder ein Roman gelungen, der den Leser tief in die Geschichte hinein ziehen kann. Zunächst hat man das Gefühl einem Erzähler aus der moderne zu begegnen, doch schon recht zügig ist man gepackt vom Flair der 30er Jahre. Man hat das Gefühl mitten in einem schwarz-weiß Gangsterfilm zu landen und als einer der Figuren am Geschehen teilzunehmen. Boyne hat in diesem Roman eine Gesellschaft gezeichnet, die vom politischen Einfluss und Machtspielchen abhängig ist und danach agiert, was Ansehen und Reichtum einbringt. Nur wenige von Ihnen handeln danach was Recht und Unrecht ist oder den einzelnen Personen wirklich gut tut. Immer geht es darum, was die anderen wohl von einem denken. Dabei werden solch dicke Mauern aufgebaut, dass es ein leichtes ist dahinter dunkle Geheimnisse zu verstecken. Und davon gibt es in dieser Geschichte mehr als ausreichend … Obwohl man an manchen Stellen das Bedürfnis hat, die ein oder andere Handlung oder Beschreibung zu reduzieren, ist der Roman keineswegs langweilig. Dank seiner Erzählkunst, seiner Art zu schreiben, gelingt es Boyne immer wieder ausdrucksstarke Charaktere zu entwickeln und mit diesen die Geschichte mit Leben zu füllen. Fazit: Boyne gehört für mich zu den ganz großen Erzählern. Er ist facettenreich, tiefgründig und einfallsreich. Mit jedem neuen Roman hält er eine Überraschung bereit, der Leser weiß nie, was ihn darin erwartet und dennoch verfügt er über einen unverwechselbaren Stil. Eine Leseempfehlung für alle, die gerne John Boynes Erzählungen lauschen und all jene, die verwinkelte Geschichten voller Geheimnisse mögen.

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  • Elegant und ästhetisch

    Das Vermächtnis der Montignacs
    Nina2401

    Nina2401

    18. May 2013 um 19:27

    Das Buch wird eröffnet mit der Trauerfeier für Owen´s Onkel Peter und es ist einfach genial wie John Boyne beginnt, seine Hauptfigur Owen zu charakterisieren. Ich wusste schon nach diesen ersten Zeilen, dass mir dieses Buch gefallen wird. Den Schreibstil kann man fast schon als elegant und ästhetisch benennen. John Boyne zeichnet seine Charaktere sehr sorgfältig. Er begnügt sich dabei nicht mit simplen Beschreibungen, sondern er stellt uns seine Hauptpersonen viel raffinierter vor. Die Dialoge sind so passend, diese gestelzte Sprache, die seinerzeit in den gehobenen Kreisen wohl üblich war – das ist einfach herrlich. John Boyne schafft so viel Atmosphäre und mein Kopfkino lief die ganze Zeit auf Hochtouren. Die Geschichte ist zwar nicht hochspannend, vielmehr knistert die Spannung eher zaghaft zwischen den Zeilen … und konnte mich damit mehr fesseln als mancher Krimi. Ich  hatte den Drang, immer weiter zu lesen, ich konnte mich dem Zauber dieser Zeit einfach nicht entziehen. Besonders fasziniert hat mich zwar die Hauptperson Owen Montignac. Er ist sehr undurchsichtig und nicht nur durch seine weißen Haare extravagant. Seine Freunde sind alle kleine Snobs, die zu faul zum arbeiten sind. Aber ich lerne nicht nur die snobistische Oberschicht kennen, auch die Arbeiterklasse spielt eine nicht unerhebliche Rolle.  Das alles hat John Boyne wunderbar und glaubwürdig dargestellt. Er hat den Skandal um den englischen König und seine amerikanische Freundin gekonnt mit der Geschichte um Owen Montignac verwoben, das hat mir sehr gut gefallen. Und auch die Leichtigkeit, mit der einige Dinge einfach passierten … die Geschichte hat mich mehrfach erstaunt und überrascht und ich bin verliebt in den Schreibstil von John Boyne. Es ist mein erstes Buch von ihm und wenn die anderen Bücher noch besser sind, dann kann ich mich wirklich freuen. Mit dem Ende hatte ich zwar irgendwann gerechnet, aber auch hier hat mich die Leichtigkeit überrascht. Das Buch ist eine absolut runde Sache und die klitzekleinen Längen zwischendurch verzeihe ich ihm gerne, denn John Boynes Geschichte hatte eine absolute Sogwirkung auf mich. Fazit: Eine sehr kompakte Story, die den Charme der 30er Jahre versprüht und mich mit einem erstaunten Lächeln zurück lässt.

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  • Überzeugender Roman !

    Das Vermächtnis der Montignacs
    Penelope1

    Penelope1

    28. April 2013 um 19:01

    In diesem neuen Roman von John Boyne geht es um eine angesehene, englische Familie aus der Nähe von London im Jahre 1936. Der hoch verschuldete Owen Montignac sieht der Eröffnung des Testaments seines Onkels gelassen entgegen: als einziger männlicher Nachkomme des verstorbenen Peter Montignac  erwartet er hier keine große Überraschung. Doch es kommt anders: Seine Cousine Stella wurde als Alleinerbin festgesetzt und Owen besitzt nun nichts – außer einem Berg Schulden. Die Gläubiger drängen auf baldige Bezahlung und so ist Owen nicht wählerisch, als ihm unverhofft ein hohes Einkommen angeboten wird… Meine Meinung: In die fiktive Geschichte um das Vermächtnis der Montignacs, in der es u.a. um Vertrauen, Neid, Liebe und Gerechtigkeitssinn geht, hat John Boyne geschickt ein historisches Ereignis eingebunden, um das sich auch heute noch viele Gerüchte ranken: die Abdankung König Edwards VIII im Jahre 1936. Ob dahinter tatsächlich eine Affaire mit der Amerikanerin Wallis Simpson stand oder was auch immer es gewesen sein mag – der Autor hat es verstanden, eine Gerücht aufzunehmen und weiterzudenken und hat eine mehr als fesselnde Geschichte daraus entwickelt. Egal ob der verwaiste Owen Montignac, der wider Erwarten im Testament nicht berücksichtigt wird und nun eine dringende Lösung für seine Probleme sucht, oder Cousine Stella, die sich stets ein wenig geheimnisvoll gibt, aber auch der überaus integre Richter Bentley, der gezwungen wird, genau diese Integrität infrage zu stellen, wie auch sein bequemer Sohn Gareth und weitere Protagonisten werden so lebendig und überzeugend dargestellt, dass ich das Buch schon nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen wollte und konnte. Zu beeindruckend sind sowohl die Schilderungen der Londoner Gesellschaft im 20. Jahrhundert mit ihrer Überheblichkeit, die sie z.B. sogar dazu verleitet, für vermeintliche Kunst ohne jegliches Kunstverständnis eine Menge Geld hinzublättern. Genauso fasziniert haben mich die Einblicke in die Rechtssprechung, die allgegenwärtigen Korruptionsversuche, aber auch die Teilnahme an der Gerichtsverhandlung, die überaus spannend war, obwohl – oder gerade weil man als Leser ja im Bilde über den wahren Ablauf des Geschehens ist. „Das Vermächtnis der Montignacs“ hat mich vollends überzeugt  - sowohl im Schreibstil als auch im Facettenreichtum der Handlung und der Charaktere, die immer wieder für Überraschung sorgten, sodass ich hin und wieder wirklich kaum glauben konnte, was ich da las. Einfach toll gemacht! Werte wie Freundschaft, Vertrauen, Gerechtigkeit, aber auch Hinterlist, Täuschung, Verbrechen, und Ausbeutung finden in John Boyne’s Roman ihren Platz. „Das Vermächtnis der Montignacs“ ist mein erster Roman von John Boyne und ich bin mehr als positiv überrascht - dieses Buch bekommt eindeutig einen besonderen Platz in meinem Bücherregal. Fazit: Ein überaus fesselnder, spannender und dadurch natürlich unterhaltsamer Roman über das England im Jahre 1936, den ich absolut empfehlen kann !

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  • und es zooooog sich...

    Das Vermächtnis der Montignacs
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    12. April 2013 um 22:00

    Hm... einerseits haben wir hier einen wirklich sehr gut geschriebenen historischen Roman, rund um die obere Gesellschaftsschicht Londons. Andererseits haben wir hier viele Seiten Langeweile für mich. Ich mag Boyne, sein "Haus zur besonderen Verwendung" hat mich damals fasziniert und begeistert, "Der Junge im gestreiften Pyjama" war phantastisch. Hier fehlte es für mich an seiner üblichen Finesse, an den Überraschungen, den Wendungen und der Unvorhersehbarkeit des Endes. Denn das steht bereits nach wenigen Seiten für den Leser fest, zwar bleibt eine kleine Sache am Ende offen, die mir zeigte, daß dieses Buch eben doch ein Boyne ist, aber das war mir zu wenig, um den ganzen Text zu retten. Seitenweise ziehen sich die Erlebnisse um Stella und Owen und all die anderen dahin und der Leser langweilt sich, weiß er doch schon immer weit im Voraus was hier noch passieren wird. Natürlich, die Charaktere sind fein und gekonnt gezeichnet, die Entwicklungen der Personen sind schlüssig, die Dialoge gut und glaubwürdig, aber fesseln konnte es mich dennoch nicht so, wie die Vorgänger. Eine strenge Kürzung hätte hier Wunder gewirkt und zumindest dazu geführt, daß ich mehr Spaß beim Lesen gehabt hätte. Hier dauerte mir alles zu lange und war zu weit im Voraus ersichtlich. Sicherlich kein schlechtes Buch, ganz im Gegenteil, rein handwerklich sogar sicherlich ein Gutes, aber eben für mich zu langsam, zu behäbig, zu langweilig... leider.

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  • Ein schicksalhaftes Jahr

    Das Vermächtnis der Montignacs
    kubine

    kubine

    10. April 2013 um 17:43

    Owen Montignac sieht seiner Zukunft gelassen entgegen. Zwar hat er einen Riesenberg Schulden am Hals, aber das sollte sich durch das Erbe seines Onkels bald erledigt haben. Bei der Testamentseröffnung dann die böse Überraschung: Seine Cousine Stella erbt alles und nicht wie traditionell üblich der männliche Erbe. Er hat den Schock noch nicht ganz verdaut, da steht auch schon der Gläubiger vor der Tür und macht Owen unmissverständlich klar, das er sein Geld will und setzt ihm eine Frist. Kurz darauf nimmt ein Fremder mit Owen Kontakt auf und verspricht ihm Geld, wenn Owen gewisse Gefälligkeiten für ihn erledigt - Gefälligkeiten, die alles andere als legal sind. Er lässt sich darauf ein, nichtsahnend dass er nicht nur das Schicksal einzelner für immer verändern wird, sondern auch das ganze Empire... John Boyne ist ein Meister, wenn es um das Verbinden von wahren Begebenheiten mit einer fiktiven Handlung geht. Das hat er schon beim "Haus zur besonderen Verwendung" bewiesen, und auch dieser Roman steht dem in nichts nach. Dieses Mal nimmt er den Leser mit nach England ins schicksalsträchtige Jahr 1936. Edward VIII. ist seit Anfang des Jahres der neue König, doch seine Liebe zu der geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson spaltet die Nation. Besonders konservativen Angehörigen des Parlaments ist die Beziehung ein Dorn im Auge, wobei das aber auch nur ein Vorwand ist. Aber kann man jemanden vorschreiben, wen er zu lieben hat? Kann man in dem Punkt wirklich eine gerechte Entscheidung treffen? Das gilt nicht nur für den König, sondern dieses Motiv zieht sich auch durch den ganzen Roman. Dabei geht es aber nicht nur um die Liebe zwischen Mann und Frau, sondern auch um die elterliche Liebe zu ihrem Kind, die heimatverbundene Liebe und die Liebe zur Freiheit. Mit Owen Montignac hat John Boyne dabei einen Charakter geschaffen, der widersprüchlicher nicht sein kann. Einerseits ist er skrupelloser Egoist, der alles tun würde, um seine Ziele zu erreichen. Andererseits hat er auch ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsbewusstsein. Es ist ihm klar, dass er seine immensen Schulden nur seiner Spielsucht zu verdanken hat. Seine eigenen Unzulänglichkeiten machen ihn wütend, aber nicht nur die. Wütend ist er auch auf seine Familie, die seinem Vater, und damit auch ihn, ums Erbe betrogen. Wütend ist er auf seine Cousine, mit der ihn einmal mehr verbunden hat, als nur verwandtschaftliche Bande. Die Wut lässt ihn seine Taten recht kaltblütig begehen, aber immer wieder meldet sich auch sein schlechtes Gewissen. Den Protagonisten Owen Montignac kann man dadurch schwer einschätzen. Die damalige Zeit und besonders das Verhalten der Oberschicht der Londoner Gesellschaft wird hervorragend skizziert. Ob fauler Sohn, dandyhafter Freund, eine Mutter, für die es nichts Höheres als das Gartenfest im Buckingham Palace gibt oder ein Richter, der seinen Idealen und Prinzipien folgt - das alles findet seinen Platz im Roman. Ebenso wie die Tatsache, dass alle nur Marionetten in einem Spiel sind, bei dem andere die Fäden ziehen. Bei diesem Spiel machen alle Figuren eine Wandlung durch und erkennen, was wirklich wichtig ist im Leben. Die Verbindung von Fiktion und realen Begebenheiten zeigt, welche komplexen Hintergründe wichtige oder tiefgreifende Veränderungen haben können. Und das vermeintliche Sieger auf lange Sicht gesehen eigentlich Verlierer sind. Der angenehme Schreibstil John Boynes trägt dazu bei, das man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Geschickt eingestreute Geheimnisse und Begebenheiten, die ein Licht in das Dunkel der Vergangenheit bringen, tun ihr übriges dazu, ebenso wie der Wechsel der Erzählperspektive und relativ kurze Kapitel. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen und ich kann es allen, die historische Romane, die sich mit der näheren Vergangenheit beschäftigen, lieben, nur empfehlen!

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  • Der rätselhafte Montignac

    Das Vermächtnis der Montignacs
    Bellexr

    Bellexr

    09. April 2013 um 19:08

    Es ist die Tradition der schwerreichen Montignacs, dass immer der männliche Nachkomme das beträchtliche Familienvermögen erbt. Doch der Onkel von Owen Montignac bricht im Jahr 1936 mit dieser Tradition und vererbt alles seiner schönen Tochter Stella. Owen ist zwar nach der Testamentseröffnung verstört, versteht es aber gut dies zu kaschieren und leitet weiter als Geschäftsführer eine erfolgreiche Londoner Galerie. Doch den jungen Spross aus gutem Haus plagen immense Spielschulden, zudem empfindet er mehr für seine Cousine Stella als gesellschaftlich erlaubt wäre. Und so entwickelt Owen einen perfiden Plan für die Lösung all seiner Probleme. Wie schon bei „Das Haus zur besonderen Verwendung“ nimmt John Boyne einen geschichtlichen Hintergrund  als Grundlage und baut hierum seine Geschichte. Dieses Mal ist es ein Ereignis aus dem Jahr 1936, welches nicht nur in England, sondern auf der ganzen Welt auf großes Interesse stieß. Aber erst einmal lässt sich John Boyne recht viel Zeit und führt seine Leser langsam in die Geschichte ein. Man lernt Owen und Stella kennen, wie auch Richter Roderick Bentley, welcher gerade bei einem aufsehenerregenden Prozess den Vorsitz inne hat wie auch dessen Frau Jane und seinen Sohn Gareth. Die anfangs noch so unterschiedlichen Ereignisse verknüpfen sich nach und nach zu einer äußerst fesselnden Geschichte. Geschickt verbindet John Boyne die losen Fäden, gewährt seinen Lesern immer mehr Einblick in das Privatleben seiner Protagonisten wie auch in deren Vergangenheit, doch worauf die Geschichte letztendlich hinausläuft, dies ahnt man erst nach gut der Hälfte der Geschichte. Und diesen eigentlichen Grund präsentiert John Boyne einem so gut durchdacht wie auch recherchiert, dass die Lösung absolut schlüssig wirkt, sodass man fast gewillt ist zu glauben, dass es sich damals wirklich so abgespielt haben könnte. Zudem versteht es John Boyne durch seinen packenden, bildhaften, unterhaltsamen und der Zeit angepassten Schreibstil mühelos, eine atmosphärische Dichte aufzubauen. Man erhält Einblick in die gehobene Gesellschaft Londons, aber auch in die unteren Gesellschaftsschichten. Die selbstverständliche Arroganz und Überheblichkeit der Wohlhabenden und Reichen vermittelt John Boyne genauso überzeugend wie auch die Ängste vor Armut und Arbeitslosigkeit der Dienerschaft. Wie erwähnt baut sich die Story langsam auf, doch bald erhält man das Gefühl, dass es sich hier nicht nur um einen historischen Familienroman, sondern durchaus um einen äußerst komplexen Kriminalroman handelt, denn je tiefer man in die Geschichte einsteigt, umso spannender und fesselnder wird diese und zudem entwickelt sich die Story äußerst vielschichtig und vor allem sehr undurchsichtig. Im Vordergrund der Story steht Owen Montignacs. Dieser ist ein äußerst charismatischer, junger Mann, der nicht nur für einen als Leser lange Zeit sehr undurchsichtig bleibt. Denn durch  seine hervorragenden Manieren, seinem guten Aussehen und seiner galanten Art versteht es Owen perfekt, die weiteren Beteiligten in dem Roman über seinen wahren Charakter zu täuschen. Selbst für seine eigenwillige Cousine Stella, die Owen von klein auf kennt,  bleibt dessen Verhalten oftmals ein Rätsel.  Fazit:  John Boyne verknüpft gekonnt ein geschichtliches Geschehnis in England mit einer fiktiven Story zu einem äußerst fesselnden, komplexen und spannenden Roman.

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  • Lesenswert!

    Das Vermächtnis der Montignacs
    marion_gallus

    marion_gallus

    28. March 2013 um 19:44

    London im Jahre 1936. Der erst kürzlich auf den Thron gestiegene König Edward VIII. hat eine Affäre mit einer geschiedenen Amerikanerin. Es gibt eine Reihe Personen auf Regierungsebene, die seine Abdankung erzwingen wollen, obwohl der Monarch beim Volk beliebt ist. Owen Montignac, der Neffe des kürzlich verstorbenen Peter Montignac ist nicht nur Geschäftsführer einer bekannten Londoner Galerie, er ist außerdem ein Spieler. Und dies hat ihn in eine missliche Lage gebracht. Er schuldet dem Londoner Spielbankbesitzer Nicholas Delfy knappe 50.000 £ und die will er natürlich wiederhaben. Und zwar bald. Owen bekommt ein eindeutiges Ultimatum gesetzt: Innerhalb eines Monats hat er einen Abschlag von 10.000 £ zurückzuzahlen und den Rest muss er bis Weihnachten liefern, sonst wird Delfy Owen körperlichen Schaden zufügen (lassen). Owen wartet nun sehnsüchtig auf das Erbe seines Onkels. Zwar ist er nicht das leibliche Kind des Verstorbenen, doch er ist seit seinem fünften Lebensjahr in London bei der Familie aufgewachsen. Nach dem Tod seines Vaters (der ältere Bruder von Peter Montignac), der der Liebe wegen nach Frankreich gegangen war, hat sein Onkel Owen  aus Frankreich holen lassen und ihn in die Familie aufgenommen. Und da die Montignacs eine Tradition wahren, nämlich das Erbe nur an männliche Nachkommen weiterzugeben, zweifelt Owen nicht einen Moment daran, dass das Vermächtnis der Montignacs in seine Hände gelangt. Doch er irrt sich. Sein Onkel hat mit der Tradition gebrochen und die Erbin des gesamten Vermögens ist Stella Montignac, die leibliche Tochter des Verstorbenen und die Owens Cousine. Somit steht Owen nicht nur mit leeren Händen da. Er muss um sein Leben bangen, denn wie soll er nun binnen weniger Monate einen Betrag von 50.000 £ auftreiben, um die Spielschulden bei Nicholas Delfy zu begleichen? Owen sucht händeringend nach einer Lösung und dabei schreckt er nicht vor kriminellen Handlungen zurück.  *** John Boyne, vielen Lesern bekannt durch sein Buch „Der Junge im gestreiften Pyjama“ hat mit diesem Roman eine wunderbare Erzählung geliefert. Die historische Geschichte hat kriminalistischen Einfluss, ist fesselnd, stilistisch ausgefeilt und anspruchsvoll geschrieben. Die Wortwahl, Sprache und Ausdruck sind gehoben. Den einfachen, schlichten Schreibstil des „Jungen im gestreiften Pyjama“ findet man hier keinesfalls. Das Konzept der Handlung sowie der Aufbau sind gut ausgearbeitet. Die Hintergründe und Verwicklungen verständlich und spannend. Der Autor erzählt in verschiedenen Erzählsträngen, wechselt innerhalb des Romans zu anderen Personen, von denen der Leser erst einmal nicht weiß, wie sie in die Handlung gehören. Doch all dies fügt sich perfekt zusammen und wird gut und logisch aufgelöst. Die Charaktere seiner Protagonisten hat Boyne glaubhaft dargestellt und sie wirken lebensecht. Hier gibt es einen sehr netten Nebencharakter zu erwähnen, der als Buchrezensent für die Londoner Times arbeitet. Der Einblick in seine Arbeitsweise ist doch interessant und vor allem amüsant. Ich selber gehe jedenfalls anders vor als er  . Während der einzelnen Kapitel fügt der Autor durch Gedankengänge seiner Figuren immer wieder Rückblenden ein, die in die Kindheit von Stella und Owen Montignac zurückreichen. Diese Sprünge haben mir gut gefallen, führten jedoch auch dazu, dass ich einige Entwicklungen der Story zu leicht absehen konnte und letztendlich ein Überraschungseffekt ausblieb. Das Buch umfasst ca. 500 Seiten und wird als Taschenbuch verkauft. Das sepiafarbene Cover zeigt das Themseufer und die Towerbridge London. Mich hat die Aufmachung sofort an die Einbände der Romane von Carlos Ruiz Zafón (z.B. Schatten des Windes) erinnert. Man möchte im ersten Moment denken, die Coverwahl sei somit einfallslos und abgekupfert. Doch gab es nicht auch eine Phase, in der sämtliche Thriller ausschließlich in weißen Einbänden mit roter und schwarzer Schrift erschienen? Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für diesen spannenden und fesselnden Roman von John Boyne, der in einem sehr guten Stil geschrieben ist und somit auch sprachlich Spaß macht. Auch wenn mir einiges zu absehbar war, gebe ich hier gerne meine Leseempfehlung für eine Reise ins London der 1930er Jahre. © Buchwelten 2013

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  • So funktioniert Macht - damals wie heute

    Das Vermächtnis der Montignacs
    antjemue

    antjemue

    26. March 2013 um 13:38

    Vor einiger Zeit habe ich erstmals einen Roman des irischen Schriftstellers John Boyne gelesen. Dieser begeisterte mich und der Name des Verfassers blieb mir im Gedächtnis. Der 1971 in Dublin geborene Autor, der Englische Literatur und Kreatives Schreiben studierte, hat bislang 13 Bücher veröffentlicht von denen bereits sieben ins Deutsche übersetzt wurden. (Quelle Wikipedia) Die neueste Übersetzung „Das Vermächtnis der Montignacs“ entdeckte ich kürzlich bei Amazon Vine. In Originalsprache erschien der Roman im gleichen Jahr wie sein Weltbestseller „Der Junge im gestreiften Pyjama“. Das Vermächtnis der Montignacs London 1936. Nach dem Tod von Peter Montignac rechnete Owen Montignac eigentlich felsenfest damit, dass das Familienvermögen wie es die Tradition besagt, an ihn geht, dem einzigen männlichen Nachkommen des Geschlechts. Doch bei der Testamentseröffnung muss er erleben, dass der Onkel die Tradition gebrochen und das riesige Vermögen seiner Tochter, Owens Cousine Stella überschrieb. Stella, das Verhältnis zu ihr ist kompliziert und sein Stolz lässt es nicht zu, als armer Verwandter von ihr auch nur einen Cent zu leihen. Um seine hohen Spielschulden zu begleichen, muss er nun andere Wege gehen. Skrupellos und gerissen setzt er dann seine Pläne auch in die Tat um… Packend von der ersten bis zur letzten Seite Erneut hat mich ein Werk von John Boyne gefesselt. Mit einer an die Zeit der Handlung angepassten Sprache versteht er es flüssig und bildhaft in der dritten Person zu erzählen. Dazu nutzte er anfangs verschiedene Handlungsstränge, deren Zusammenhang sich für mich als Leserin erst nach einiger Zeit erschloss. Darin führte er auch die wichtigsten Protagonisten ein. Eine meiner Meinung nach geniale Mischung aus historisch belegten Persönlichkeiten und Fiktions-Charakteren. Geschickt wechselte Boyne auch später immer wieder die Schauplätze, steigerte damit die Spannung und vermittelte gleichzeitig einen interessanten Einblick in das Leben der höheren Gesellschaft im damaligen England. Die aktuellen Konstellationen in der Familie des Hauptprotagonisten wurden von Anfang an klar dargestellt. Kurze, wie beiläufig eingestreute Erinnerungen der agierenden Charaktere an die Vergangenheit, warfen bei mir dann abwechselnd Fragen und Erkenntnisse auf. Obwohl kaum eine der Erkenntnisse im Endeffekt wirklich überraschend kam, verblüfften sie mich immer wieder. Nahezu genial vermischt der Autor auch diesmal seine erfundene Geschichte mit einem realen historischen Ereignis. Die im Hintergrund stattfindenden Intrigen und Machenschaften ließen mich auch über Adaptionen zu aktuellen Geschehnissen in der Politik nachdenken. Gleichzeitig befand ich mich ständig in einem Wechselbad bei der Frage, wie ich selbst gefühlsmäßig zum Hauptprotagonisten stehe. Trotz der Tatsache, dass er mir keinesfalls sympathisch ist, faszinierte er mich letztendlich genauso wie das in sich stimmige und glaubhaft erzählte Gesamtwerk – ein wirklich gelungener Genre-Mix aus Historischem und Familiendrama mit Krimielementen - für das ich hier sehr gern eine Leseempfehlung abgebe.

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  • Rezension zu "Das Vermächtnis der Montignacs" von John Boyne

    Das Vermächtnis der Montignacs
    R-E-R

    R-E-R

    15. March 2013 um 19:21

    “Sie müssen mir glauben, wenn ich sage, dass es mir unmöglich ist, die schwere Last meiner Verantwortung zu tragen und meine Pflichten als König zu erfüllen, wie ich es wünsche, wenn ich dazu nicht die Hilfe und Unterstützung der Frau habe, die ich liebe.” Mit diesen Worten beendete König Edward VIII im Dezember 1936 eine Verfassungskrise die das vereinigte Königreich seit seiner Thronbesteigung im Januar desselben Jahres in Atem gehalten hatte. Er dankte ab, um Wallis Simpson zu heiraten, eine bereits zweimal geschiedene Amerikanerin. Die Frau, die er liebte und mit der er bis zu seinem Tod 1972 zusammen lebte. John Boyne‘s “Das Vermächtnis der Montignacs” ist ein opulentes Sittengemälde dieser Zeit und ein fesselnder Krimi rund um dieses delikate historische Ereignis. Nach alter Tradition erben in der Familie Montignac immer die männlichen Nachkommen. Owen Montignac erwartet daher nach dem Tod seines Onkels ein reicher Mann zu werden. Im Testament wird jedoch nur seine Cousine Stella berücksichtigt. Mittellos und von hohen Spielschulden gedrückt, sinnt er auf einen Weg an Geld zu kommen. Ein böser Plan nimmt tödliche Gestalt an. “Gestalt annehmen” ist in diesem Sinne wörtlich gemeint. John Boyne ist ein sehr guter Erzähler. Die ersten Kapitel dienen ihm dazu die Handlung anzulegen. Und das ist bei ihm genau so spannend, wie im weiteren Verlauf zu sehen wie er diesen Rahmen mit faszinierenden Details und einer immer wieder überraschenden Handlung füllt. Die Beerdigung des Onkels mit dem folgenden “Leichenschmaus” in der die ersten Ungereimtheiten die Neugier wecken. Die kühle Distanziertheit Owens zu seiner Cousine und der alten Kinderfrau beispielsweise. Oder der kaltblütige Diebstahl von hundert Pfund aus der Börse eines Trauergastes. Boyne zeigt auch ein gutes Gespür für die damalige Zeit. Man wird erinnert an Filme wie “Was vom Tage übrig blieb” wenn er für kurze Sequenzen einen Blick in die Welt der Dienstboten gewährt oder die Atmosphäre im Billardsalon schildert, wo die Männer sich zurückziehen. Später wird man Zeuge eines Schwurgerichtsprozesses in dem Richter Roderick Bentley über das Schicksal eines jungen Mannes zu entscheiden hat, der des Mordes angeklagt ist. Bentleys Sohn Gareth ist im gleichen Alter und man kann sich bei der Urteilsverkündung schon denken, dass der Kronrichter die Entscheidung wohl noch einmal bedauern wird. Die Zusammenhänge schälen sich langsam heraus. Wie verknüpft man die Mesalliance des englischen Königs, mit der kriminellen Energie des Kunstgaleristen Owen und der Naivität eines ebenso faulen wie einfältigen Sprösslings eines Richters? Boyne hat einen Weg gefunden. Und auch hier überzeugt das Wie. Wechselnde Schauplätze, vom vornehmen Club bis zu billigen Spelunke. Atmosphärische Studien. Jane, die Frau des Richters, die nur an Mode und ihrer gesellschaftlichen Stellung interessiert ist. Bis die Realität sie einholt, sie aber trotzdem immer die “stiff upper lipp” bewahrt. John Boyne schafft in jedem seiner Romane, die ich bisher gelesen habe, etwas neues. In der “Junge im gestreiften Pyjama” blickt er durch die Augen eines Kindes auf das unvorstellbare Grauen eines Konzentrationslagers. Im “Jungen mit dem Herz aus Holz” lässt er eine Marionette den Sinn des Lebens erklären. Und hier schreibt er einen facettenreichen Roman, der das London von 1936 lebendig werden lässt. Eine Geschichte zu der man gerne zurückkehrt, weil man sie aufgrund lästiger Pflichten wie Büro oder Hausarbeit verlassen muss. Für Owen scheint übrigens dasselbe zu gelten wir für König Edward VIII. Ohne die Frau die er liebt, kann auch er nicht sein, was er sich wünscht. Und so wird er zu jemand anderem. Zu jemand vor dem ihm zuweilen selber graut. Zu jemand dessen Geschichte der Leser schaudernd, aber nicht minder gespannt, folgt.

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