John Boyne Das Vermächtnis der Montignacs

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Inhaltsangabe zu „Das Vermächtnis der Montignacs“ von John Boyne

London, 1936. Owen Montignac ist attraktiv, charismatisch und aus gutem Hause. Doch er hat ein Geheimnis, das ihn bei der Verlesung des Testaments eines unlängst verstorbenen Onkels beinahe verzweifeln lässt. Denn er wird darin nicht berücksichtigt. Die Alleinerbin ist seine schöne Cousine Stella, zu der er eine etwas spezielle Beziehung hat – und so ersinnt Owen einen teuflischen Plan …

Gerade zum Ende hin wurde es noch einmal so richtig spannend!

— Bibliomania
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    Das Vermächtnis der Montignacs

    Bibliomania

    03. February 2018 um 10:49

    Owen Montignac ist ein sehr attraktiver Knabe, der eine Kunstgalerie mit etwas fragwürdigen modernen Werken leitet. Sein Onkel ist vor kurzem gestorben und er hofft nun auf das Erbe, das auch seine hohen Spielschulden begleichen soll. Doch er geht völlig leer aus. Alles erbt seine Cousine, zu der er eine etwas ominöse Beziehung pflegt. Für Owen gehören Haus, Ländereien und jeglicher Besitz von Rechts wegen ihm um er kann es nicht ertragen, so gar nichts bekommen zu haben. Als er die "richtigen" Leute kennenlernt, heckt er einen skrupellosen Plan aus...Vielleicht liegt es an der Beschreibung Owens, aber man hat ihn einfach gern, er ist sympathisch, nett, zuvorkommend und er arbeitet, um Geld zu verdienen. Immer wieder hält er sich davon ab ein Casino zu betreten und man erkennt in ihm einen starken Charakter. Einzig zu seiner Cousine Stella ist er gemein und rücksichtslos. Sie möchte einen jungen Mann heiraten, der zwar nicht Stellas Format hat, so sieht es jedenfalls Owen, aber ernste Absichten hegt, ehrlich ist und Stella wirklich gut behandelt. Er ist Botaniker, was Owen besonders gegen den Strich geht, und sehr gut in seinem Job.Ein zweiter Erzählstrang handelt von einem hohen Richter, der zusammen mit einem Ausschuss über die inakzeptable Verbindung von König Edward VIII zu der zweimal geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson abstimmen soll. Dieser Teil war besonders spannend, da es belegte historische Ereignisse sind. Zusätzlich, und das mag ich auch besonders gern, werden Gerichtsverhandlungen geführt. Das ewige Katz-und-Maus-Spiel, Fragen, Antworten, Ausweichmanöver, Taktiken finde ich sehr spannend und haben der Geschichte eine, tollen Spannungsbogen verliehen.Ich weiß schon, warum mir John Boyne gefällt und glücklicherweise habe ich auch noch etwas von ihm stehen. Ein toller, spannender Roman!

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2018

    In 80 Buchhandlungen um die Welt

    Ginevra

    Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr (wieder) Lust auf eine große literarische Weltreise im Jahr 2018? Dann lasst uns gemeinsam durch 20 verschiedene Lese- Regionen reisen! Die Aufgabe besteht darin... - 12 Bücher in einem Jahr zu lesen; - Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen); - Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen. - Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen; - Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen; - Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen, dabei sind 2 Kurzmeinungen erlaubt. - Eure Beiträge werde ich verlinken; - Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich; - Genre und Erscheinungsjahr sind egal: - Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt! Diese Challenge eignet sich für Neuerscheinungen aller Kategorien, um den SuB endlich mal weiter abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren. Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlost Lovelybooks am Ende des Jahres ein kleines Buchpaket! Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Viele tolle Tipps und Empfehlungen findet ihr auf der Seite der Literarischen Weltreise 2017:  https://www.lovelybooks.de/autor/Mark-Twain/Reise-um-die-Welt-144251180-w/leserunde/1402610451/ Dann heißt es wieder einmal: Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездки Счастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! - 旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。- Gute Reise!  TeilnehmerInnen: AglayaAischaAischaAkanthaAleidaAmilynandimichihellianna_manna_mArbutusban-aislingeachBellisPerennisBeustBibliomaniablack_horseBluevanMeerbuchfeemelaniebuchjunkieBuchraettinc_awards_ya_sinCaillean79caratisCaro_LesemausChattysBuecherblogClaraChristina16Code-between-linesCorsicanaDajobamadanielamariaursulaDieBertaElkeEllMariaEmotionenfaanieFadenchaosfasersprosseFederfeeFornikafredhelGinevraGruenenteGwenliestgsthisterikerHortensia13ika17IraWirakassandra1010Kleine1984kleinechaotinkokardkalekrimielseKompassquallekruemelmonster798lesebiene27leseleaLeseratz_8leukoryxLilli33LillySjLos_AngelesMagicsunset Mary2 Merijan MilaW miss_mesmerized monerl naninka Napally niknak OliverBaierPagina86 papaverorosso pardenPetris PMelittaM Ritjarenee sansol ScheckTinaSchlehenfeeschokolokoseschatSikalSommerlese StefanieFreigericht sursulapitschi TaluziTamiraSTanyBee taumelndundtanzendTine13 ulrikerabeValabevanessabln wandablue Waschbaerin Wedma Wickie72 Wiebke_Schmidt-Reyer Xirxe Yolandezessi79

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  • Das Vermächtnis der Montignacs

    Das Vermächtnis der Montignacs

    FabAusten

    24. July 2017 um 12:07

    Als Peter Montignac stirbt, hinterlässt er nicht nur seine Tochter Stella und Neffen Owen, sondern auch ein ansehnliches Vermögen inklusive des imposanten Familienstammsitzes Leyville. Da der Besitz der Montignacs traditionell in der männlichen Linie weitergegeben wird, rechnet Owen fest damit, zum Alleinerben ernannt zu werden. Zumal sein Vater als Erstgeborener ohnehin der eigentliche Besitzer gewesen wäre. Doch überraschender Weise hat Peter Montignac mit der Tradition gebrochen und das gesamte Vermögen Stella vermacht. Owen ist darüber außer sich. Nun wurde er genauso wie sein Vater um sein Geburtsrecht gebracht. Und dann will Stella auch noch diesen Tölpel und Blumenfreund Raymond heiraten. Es läuft also nicht gut für Owen. Doch dann tun sich ein paar Möglichkeiten auf, die er nur ergreifen muss, um das Schicksal zu seinen Gunsten zu wenden. Die Geschichte ist im England der Dreißiger Jahre und seiner Oberschicht angesiedelt. John Boyne hat einen eleganten Roman geschaffen, der mit einer ausgeklügelten, doppelbödigen Geschichte, vielschichtigen Figuren, einem Schuss Gerichtsdrama und einer Prise großer Politik aufwarten kann. Obwohl es einen Mord gibt, ist es kein Kriminal-, sondern eher ein Gesellschaftsroman. Die Handlung entwickelt sich unvorhersehbar und bleibt nichtsdestotrotz immer glaubwürdig.Stellenweise weiß der Leser nicht, wohin das Ganze führen soll, aber  genau das ist eine der Stärken des Romans. Anklänge an Hitchcock, insbesondere an Anatomie eines Mordes, sind subtil vorhanden. Vorallem das Ende ist überraschend und lässt den Leser nicht ungerührt. Sprachlich geschliffen wird zwischen verschiedenen Perspektiven hin und her gesprungen. Diese sind niemals verwirrend, sondern stets erhellend. Zur Identifikationsfigur eignet sich keine von ihnen, aber das stellt überhaupt kein Manko dar. Sympathieträger mag es geben, aber das kann nur jeder Leser für sich entscheiden. In jedem Fall werden ihm Einsichten, in die unterschiedlichen Motivationen und Empfindungen der Figuren geschenkt. All das gleicht einem Versuchsaufbau, dessen Objekte unter dem Mikroskop seziert werden.Das Vermächtnis der Montignacs überzeugt auf ganzer Linie. Der Roman versetzt den Leser direkt in eine bestimmte Gesellschaftsschicht und Zeit. Erzählt wird eine spannende und vielschichtige Geschichte, die nur der Leser allein völlig durchschauen kann. Schade, dass Boyne wohl keine Fortsetzung geplant hat. 

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    • 3
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Wenn der Erbe leer ausgeht

    Das Vermächtnis der Montignacs

    gst

    Stell Dir vor: Du hast hohe Spielschulden und musst sie begleichen, sonst droht Dir schlimmes Ungemach. Da stirbt Dein reicher Onkel und wird Dir als einzigem männlichen Nachkommen sein Vermögen hinterlassen. Du siehst Dich schon in Sicherheit? Dann hast Du nicht damit gerechnet, dass Dein Onkel sich anders entscheidet und das erste Mal in der langen Erbreihe das Vermögen an eine Frau, Deine Cousine, weitergibt … So ergeht es Owen Montignac in diesem Buch. John Boyne erzählt, wie Owen versucht, seinen Hals zu retten. Dabei macht er uns gleichzeitig mit den politischen Begebenheiten und Intrigen im London von 1936 bekannt. Wir treffen auf ehrbare und weniger ehrbare Menschen: auf einen König, der wegen seiner Liebschaft mit einer geschiedenen Amerikanerin als untragbar angesehen wird; einen Richter, dem das Recht über menschliche Gefühle geht und seinen missratenen Sohn, der statt in die Fußstapfen seines Vaters zu treten lieber sein Vergnügen sucht. Zu Beginn des Buches verwirrten mich die vielen Personen. Ich konnte keinen Zusammenhang zwischen ihnen herstellen. Erst nach etwa 200 Seiten lichtete sich für mich das Dickicht. Zum Ende hin wurde das Buch sogar spannend und entwickelte sich fast zum Krimi. Doch die langatmige Anlaufphase hat es mir zu lange schwer gemacht, im Buch anzukommen. Aus diesem Grund kann ich nicht in den Lobgesang einstimmen und nur drei Sterne vergeben. 

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    • 3

    Gulan

    26. September 2015 um 19:00
  • Intrigen

    Das Vermächtnis der Montignacs

    Sabine17

    Dieses Buch von John Boyne hat mich ein bisschen enttäuscht. Irgendwie hat mich der Schreibstil nicht so sehr angesprochen wie bei den Büchern, die ich bisher von ihm gelesen habe.   Das Buch spielt 1936 in London. Alles blickt auf die Liaison von König Edward VIII mit der Amerikanerin Wallis Simpson. Owen Montignac hat hohe Spielschulden und gehofft, diese mit seinem Erbe ablösen zu können. Doch völlig überraschend erbt er nach dem Ableben seines Onkels nicht einen Cent. Seine Cousine Stella bekommt alles, obwohl seit Generationen in der Familie Montignac nur die männlichen Nachkommen bedacht werden.   Nun steht Owen wider Erwarten unter großem Druck, denn der Spielcasinobesitzer hat schon seine „Bluthunde“ auf ihn angesetzt. Eine kleine Anzahlung kann er leisten, nachdem er einen kriminellen Auftrag angenommen und umgesetzt hat. Für die Restschuld bekommt er vom selben Auftraggeber einen perfiden Plan unterbreitet, der nicht nur seinen neuen Mitarbeiter und den Verlobten seiner Cousine ins Unglück stürzen wird, sondern auch die Zukunft des Königs beeinflussen wird. Wie weit wird Owen gehen und sich auf dieses Spiel einlassen?   Das Buch spielt zu einer ereignisreichen Zeit und es war interessant zu erfahren, wie die Beziehung von Edward zu Wallis Simpson die Gemüter damals bewegt hat. Leider hat das Buch meiner Meinung nach in der ersten Hälfte so seine Längen und zog sich teilweise wie Kaugummi. Zum Glück nahm es zum Ende hin Fahrt auf und wurde auch wesentlich interessanter. Besonders die Figur des Owen ist vielschichtig und undurchsichtig dargestellt, sodass er für einige überraschende Wendungen gesorgt hat.   Leider hat mich jedoch die Sprache nicht so angesprochen wie in den übrigen Büchern, die ich von John Boyne gelesen habe. Bei der Bewertung habe ich zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt, aber weil sich das Buch anfangs wirklich sehr zog, habe ich dann doch nur 3 Sterne vergeben.    

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    • 13
  • Boyne weiß mit überraschenden Wendungen umzugehen! Fesselnd bis zum Schluss!

    Das Vermächtnis der Montignacs

    wunderliteratur

    01. March 2015 um 19:50

    Obwohl ich bisher keinen sonderlichen Bezug zu London oder England hatte, konnte mich das Setting gleich für sich einnehmen. Im Mittelpunkt der gesamten Geschichte steht die Familie Montignac. Owen Montignac hat früh seine Eltern verloren, weshalb er bei seinem Onkel aufwuchs. Als dieser plötzlich verstirbt, stellt sich die große Frage, an wen die Besitztümer übergeben werden sollen. Bislang wurde dabei großer Wert auf Traditionen gelegt. Lediglich die männlichen Nachkommen erhielten die Chance und wurden als Erben berücksichtigt. Dann trifft jedoch das ein, womit keiner rechnet und Stella, die Cousine von Owen, erbt alles.  Der Stein kommt ins Rollen. Eine Kette von Ereignissen, die ich zu keinem Zeitpunkt ganz durchschauen konnte. Auch die Charaktere selbst sind dermaßen vielschichtig, dass ich Probleme hatte sie einzuschätzen. Zwar bekommt man nach außen hin mit, welche Einstellung sie in Zusammenhang mit dem Erbe, dass an Stella geht, vertreten. Aber ihre genauen Gedanken und Motive blieben für mich lange Zeit im Dunkeln. Es fiel mir schwer zu beurteilen, wie sie in welchen Situationen reagieren würden. Überraschende Wendungen sind somit vorprogrammiert! Nicht nur die einzelnen Figuren, sondern die gesamte Handlung weist unheimlich viele Facetten auf. Zu was ist ein Mensch fähig, wenn er sich hintergangen fühlt? Wie reagiert ein Mensch, wenn ihm etwas genommen wird, was seiner Ansicht nach nur ihm zusteht? John Boyne beschäftigt sich mit solchen Fragen und entwickelt dabei eine einzigartige Geschichte. Sein klarer und fesselnder Schreibstil trägt zusätzlich dazu bei, dass man schnell durch die Seiten fliegt, um endlich zu erfahren, worauf alles hinausläuft. Nachdem ich mich auf den ersten Seiten erst einmal zurecht finden musste, konnte ich Das Vermächtnis der Montignacs später kaum noch aus der Hand legen. Bis zum Schluss war mir nicht klar, wie es enden wird. Für mich war es aber der perfekte Abschluss und ich bin mir sicher, dass bald noch weitere Bücher des Autors in meinem Regal zu finden sein werden

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  • Ein Buch, welches mich fast sprachlos zurücklässt

    Das Vermächtnis der Montignacs

    LeseBlick

    09. February 2015 um 21:21

    Inhaltsangabe London, 1936. Owen Montignac ist attraktiv, charismatisch und aus gutem Hause. Doch er hat ein Geheimnis, das ihn bei der Verlesung des Testaments eines unlängst verstorbenen Onkels beinahe verzweifeln lässt. Denn er wird darin nicht berücksichtigt. Die Allein¬erbin ist seine schöne Cousine Stella, zu der er eine etwas spezielle Beziehung hat – und so ersinnt Owen einen teuflischen Plan … Bewertung Die Frage, die sich mir aus diesem Buch ergibt, ist: „Zu was wären wir alles in der Lage, wenn uns eine Unmenge von Geld sicher ist, und wir am Ende doch falsch liegen und alles verlieren?“ Und genau diese Antwort gibt uns dieses Buch von John Boyne. Ich war so gespannt auf mein nächstes Buch von John Boyne, wobei mich der Klappentext zunächst nicht zu hundert Prozent angesprochen hat. Aber schon kurz nach den ersten Seiten, war mir klar, dieses Buch und die Geschichte, die es erzählt wird wieder ein Hit. John Boyne erzählt uns die Geschichte von Owen Montignac. Er ist der Neffe des reichen Peter Montignac, der kürzlich an Herzversagen verstirbt. Für Owen ist klar, dass er das Erbe bekommen wird. Zwar hat Peter Montignac noch eine Tochter, Stella, aber das Familienerbe ist nach Tradition bisher nur an männliche Nachkommen weitergegeben worden. Für Owen ist genau dieses Erbe die Erlösung, denn er steckt bis zum Hals in Spielschulden und muss diese dringend begleichen, um seinen eigenen Kopf zu retten. Doch dann kommt alles ganz anders…und Stella erbt ALLES und Owen geht leer aus. Um seinen Hals aus der Schlinge zu retten, muss er dringend Geld machen. Mit einem illegalen Geschäft fängt alles an, doch dann schmiedet er einen teuflischen Plan und ist versucht mehrere Menschenleben zu zerstören. Neben Owen’s Geschichte bringt Boyne noch einige andere Themen an, wobei mich jedes Einzelne absolut mitreißen und fesseln konnte: - König Edward VIII. soll den Thron verlassen, weil er eine Amerikanerin liebt - Roderick Bentley entscheidet als Richter über Leben und Tod und plötzlich steht er selbst im Konflikt mit seiner Familie und dem Gesetz - und dann ist da noch dieses Geheimnis von Owen und seiner Cousine Stella Hinter den Charakter Owen konnte ich bis zuletzt nicht ganz blicken, einerseits wird er als gestandener, selbstbewusster Mann dargestellt, der in jungen Jahren stark verletzt wurde und dann gerät er plötzlich in diesen Strudel der Verderbnis, der sein Ich völlig zu verändern scheint. Besonders bewegend und erschreckend ist hier, was Owen durch diesen Strudel alles mit sich reißt! Wow, einfach nur Wow! Boyne hat hier wieder ein Meisterwerk erschaffen. Das Buch glänzt hinsichtlich seiner Idee, seiner behandelnden Themen, seiner Einblicke in die Schattenseite verschiedenster Charaktere im Buch und natürlich wegen des Schreibstils. Mit diesem hat John Boyne mich wirklich für sich vereinnahmt und ich zähle ich deshalb zu einen meiner Lieblingsautoren! Trotzdem ich das Wort Meisterwerk verwendet habe, gebe ich dem Buch nicht die volle Punktzahl. Es bleiben ein paar Dinge ungesagt, deren Erwähnung ich mir unheimlich gewünscht hätte, meist in Bezug auf Geheimnisse. Nun stehe ich da und frage mich, wie diese und jene Person auf dies und das reagiert hätte. Und auch mit dem Ende an sich hätte ich nie gerechnet und ich fand es ein wenig zu dramatisch und auch irgendwie zu egoistisch. Aber mehr verrate ich nun wirklich nicht. Fazit Ein Buch, welches mitreißt, fesselt und nach dem man einfach mehr von John Boyne will. Er spricht hier Themen an, die vor allem in Hinsicht auf das gesellschaftliche Leben viel zum Nachdenken anregen. Nehmt euch unbedingt ein Buch von Boyne in die Hand, ich lege fast meine Hand ins Feuer, dass ihr nicht enttäuscht werden. 

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  • Boyne ist immer einen Roman wert ...

    Das Vermächtnis der Montignacs

    Fantasie_und_Träumerei

    20. August 2013 um 22:30

    Klappentext: London, 1936. Owen Montignac, der attraktive, charismatische Spross aus gutem Haus, erwartet bang die Testamentsverlesung seines unlängst verstorbenen Onkels. Doch Owen wird nicht berücksichtigt. Die Alleinerbin ist seine schöne Cousine Stella, zu der er eine etwas fragwürdige Zuneigung empfindet. Zudem plagen ihn hohe Spielschulden – und so ersinnt Owen einen teuflischen Plan … Autor: (Quelle: Piper) John Boyne, geboren 1971 in Dublin, wo er auch heute lebt, studierte Englische Literatur und Kreatives Schreiben. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit seinem Roman »Der Junge im gestreiften Pyjama«, der in vielen Ländern auf den Bestsellerlisten stand, für das Kino verfilmt und von der Kritik als »ein kleines Wunder« (The Guardian) gefeiert wurde. Eigene Meinung: John Boyne ist für mich einer der facettenreichsten Autoren, der sich ebenso zielsicher in den verschiedenen Epochen der deutschen Geschichte bewegt, wie in den verschiedenen Genres der Schriftstellerei. Auch mit „Das geheime Vermächtnis der Montignacs“ ist ihm wieder ein Roman gelungen, der den Leser tief in die Geschichte hinein ziehen kann. Zunächst hat man das Gefühl einem Erzähler aus der moderne zu begegnen, doch schon recht zügig ist man gepackt vom Flair der 30er Jahre. Man hat das Gefühl mitten in einem schwarz-weiß Gangsterfilm zu landen und als einer der Figuren am Geschehen teilzunehmen. Boyne hat in diesem Roman eine Gesellschaft gezeichnet, die vom politischen Einfluss und Machtspielchen abhängig ist und danach agiert, was Ansehen und Reichtum einbringt. Nur wenige von Ihnen handeln danach was Recht und Unrecht ist oder den einzelnen Personen wirklich gut tut. Immer geht es darum, was die anderen wohl von einem denken. Dabei werden solch dicke Mauern aufgebaut, dass es ein leichtes ist dahinter dunkle Geheimnisse zu verstecken. Und davon gibt es in dieser Geschichte mehr als ausreichend … Obwohl man an manchen Stellen das Bedürfnis hat, die ein oder andere Handlung oder Beschreibung zu reduzieren, ist der Roman keineswegs langweilig. Dank seiner Erzählkunst, seiner Art zu schreiben, gelingt es Boyne immer wieder ausdrucksstarke Charaktere zu entwickeln und mit diesen die Geschichte mit Leben zu füllen. Fazit: Boyne gehört für mich zu den ganz großen Erzählern. Er ist facettenreich, tiefgründig und einfallsreich. Mit jedem neuen Roman hält er eine Überraschung bereit, der Leser weiß nie, was ihn darin erwartet und dennoch verfügt er über einen unverwechselbaren Stil. Eine Leseempfehlung für alle, die gerne John Boynes Erzählungen lauschen und all jene, die verwinkelte Geschichten voller Geheimnisse mögen.

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  • Elegant und ästhetisch

    Das Vermächtnis der Montignacs

    Nina2401

    18. May 2013 um 19:27

    Das Buch wird eröffnet mit der Trauerfeier für Owen´s Onkel Peter und es ist einfach genial wie John Boyne beginnt, seine Hauptfigur Owen zu charakterisieren. Ich wusste schon nach diesen ersten Zeilen, dass mir dieses Buch gefallen wird. Den Schreibstil kann man fast schon als elegant und ästhetisch benennen. John Boyne zeichnet seine Charaktere sehr sorgfältig. Er begnügt sich dabei nicht mit simplen Beschreibungen, sondern er stellt uns seine Hauptpersonen viel raffinierter vor. Die Dialoge sind so passend, diese gestelzte Sprache, die seinerzeit in den gehobenen Kreisen wohl üblich war – das ist einfach herrlich. John Boyne schafft so viel Atmosphäre und mein Kopfkino lief die ganze Zeit auf Hochtouren. Die Geschichte ist zwar nicht hochspannend, vielmehr knistert die Spannung eher zaghaft zwischen den Zeilen … und konnte mich damit mehr fesseln als mancher Krimi. Ich  hatte den Drang, immer weiter zu lesen, ich konnte mich dem Zauber dieser Zeit einfach nicht entziehen. Besonders fasziniert hat mich zwar die Hauptperson Owen Montignac. Er ist sehr undurchsichtig und nicht nur durch seine weißen Haare extravagant. Seine Freunde sind alle kleine Snobs, die zu faul zum arbeiten sind. Aber ich lerne nicht nur die snobistische Oberschicht kennen, auch die Arbeiterklasse spielt eine nicht unerhebliche Rolle.  Das alles hat John Boyne wunderbar und glaubwürdig dargestellt. Er hat den Skandal um den englischen König und seine amerikanische Freundin gekonnt mit der Geschichte um Owen Montignac verwoben, das hat mir sehr gut gefallen. Und auch die Leichtigkeit, mit der einige Dinge einfach passierten … die Geschichte hat mich mehrfach erstaunt und überrascht und ich bin verliebt in den Schreibstil von John Boyne. Es ist mein erstes Buch von ihm und wenn die anderen Bücher noch besser sind, dann kann ich mich wirklich freuen. Mit dem Ende hatte ich zwar irgendwann gerechnet, aber auch hier hat mich die Leichtigkeit überrascht. Das Buch ist eine absolut runde Sache und die klitzekleinen Längen zwischendurch verzeihe ich ihm gerne, denn John Boynes Geschichte hatte eine absolute Sogwirkung auf mich. Fazit: Eine sehr kompakte Story, die den Charme der 30er Jahre versprüht und mich mit einem erstaunten Lächeln zurück lässt.

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  • Überzeugender Roman !

    Das Vermächtnis der Montignacs

    Penelope1

    28. April 2013 um 19:01

    In diesem neuen Roman von John Boyne geht es um eine angesehene, englische Familie aus der Nähe von London im Jahre 1936. Der hoch verschuldete Owen Montignac sieht der Eröffnung des Testaments seines Onkels gelassen entgegen: als einziger männlicher Nachkomme des verstorbenen Peter Montignac  erwartet er hier keine große Überraschung. Doch es kommt anders: Seine Cousine Stella wurde als Alleinerbin festgesetzt und Owen besitzt nun nichts – außer einem Berg Schulden. Die Gläubiger drängen auf baldige Bezahlung und so ist Owen nicht wählerisch, als ihm unverhofft ein hohes Einkommen angeboten wird… Meine Meinung: In die fiktive Geschichte um das Vermächtnis der Montignacs, in der es u.a. um Vertrauen, Neid, Liebe und Gerechtigkeitssinn geht, hat John Boyne geschickt ein historisches Ereignis eingebunden, um das sich auch heute noch viele Gerüchte ranken: die Abdankung König Edwards VIII im Jahre 1936. Ob dahinter tatsächlich eine Affaire mit der Amerikanerin Wallis Simpson stand oder was auch immer es gewesen sein mag – der Autor hat es verstanden, eine Gerücht aufzunehmen und weiterzudenken und hat eine mehr als fesselnde Geschichte daraus entwickelt. Egal ob der verwaiste Owen Montignac, der wider Erwarten im Testament nicht berücksichtigt wird und nun eine dringende Lösung für seine Probleme sucht, oder Cousine Stella, die sich stets ein wenig geheimnisvoll gibt, aber auch der überaus integre Richter Bentley, der gezwungen wird, genau diese Integrität infrage zu stellen, wie auch sein bequemer Sohn Gareth und weitere Protagonisten werden so lebendig und überzeugend dargestellt, dass ich das Buch schon nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen wollte und konnte. Zu beeindruckend sind sowohl die Schilderungen der Londoner Gesellschaft im 20. Jahrhundert mit ihrer Überheblichkeit, die sie z.B. sogar dazu verleitet, für vermeintliche Kunst ohne jegliches Kunstverständnis eine Menge Geld hinzublättern. Genauso fasziniert haben mich die Einblicke in die Rechtssprechung, die allgegenwärtigen Korruptionsversuche, aber auch die Teilnahme an der Gerichtsverhandlung, die überaus spannend war, obwohl – oder gerade weil man als Leser ja im Bilde über den wahren Ablauf des Geschehens ist. „Das Vermächtnis der Montignacs“ hat mich vollends überzeugt  - sowohl im Schreibstil als auch im Facettenreichtum der Handlung und der Charaktere, die immer wieder für Überraschung sorgten, sodass ich hin und wieder wirklich kaum glauben konnte, was ich da las. Einfach toll gemacht! Werte wie Freundschaft, Vertrauen, Gerechtigkeit, aber auch Hinterlist, Täuschung, Verbrechen, und Ausbeutung finden in John Boyne’s Roman ihren Platz. „Das Vermächtnis der Montignacs“ ist mein erster Roman von John Boyne und ich bin mehr als positiv überrascht - dieses Buch bekommt eindeutig einen besonderen Platz in meinem Bücherregal. Fazit: Ein überaus fesselnder, spannender und dadurch natürlich unterhaltsamer Roman über das England im Jahre 1936, den ich absolut empfehlen kann !

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  • und es zooooog sich...

    Das Vermächtnis der Montignacs

    Jetztkochtsie

    12. April 2013 um 22:00

    Hm... einerseits haben wir hier einen wirklich sehr gut geschriebenen historischen Roman, rund um die obere Gesellschaftsschicht Londons. Andererseits haben wir hier viele Seiten Langeweile für mich. Ich mag Boyne, sein "Haus zur besonderen Verwendung" hat mich damals fasziniert und begeistert, "Der Junge im gestreiften Pyjama" war phantastisch. Hier fehlte es für mich an seiner üblichen Finesse, an den Überraschungen, den Wendungen und der Unvorhersehbarkeit des Endes. Denn das steht bereits nach wenigen Seiten für den Leser fest, zwar bleibt eine kleine Sache am Ende offen, die mir zeigte, daß dieses Buch eben doch ein Boyne ist, aber das war mir zu wenig, um den ganzen Text zu retten. Seitenweise ziehen sich die Erlebnisse um Stella und Owen und all die anderen dahin und der Leser langweilt sich, weiß er doch schon immer weit im Voraus was hier noch passieren wird. Natürlich, die Charaktere sind fein und gekonnt gezeichnet, die Entwicklungen der Personen sind schlüssig, die Dialoge gut und glaubwürdig, aber fesseln konnte es mich dennoch nicht so, wie die Vorgänger. Eine strenge Kürzung hätte hier Wunder gewirkt und zumindest dazu geführt, daß ich mehr Spaß beim Lesen gehabt hätte. Hier dauerte mir alles zu lange und war zu weit im Voraus ersichtlich. Sicherlich kein schlechtes Buch, ganz im Gegenteil, rein handwerklich sogar sicherlich ein Gutes, aber eben für mich zu langsam, zu behäbig, zu langweilig... leider.

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  • Ein schicksalhaftes Jahr

    Das Vermächtnis der Montignacs

    kubine

    10. April 2013 um 17:43

    Owen Montignac sieht seiner Zukunft gelassen entgegen. Zwar hat er einen Riesenberg Schulden am Hals, aber das sollte sich durch das Erbe seines Onkels bald erledigt haben. Bei der Testamentseröffnung dann die böse Überraschung: Seine Cousine Stella erbt alles und nicht wie traditionell üblich der männliche Erbe. Er hat den Schock noch nicht ganz verdaut, da steht auch schon der Gläubiger vor der Tür und macht Owen unmissverständlich klar, das er sein Geld will und setzt ihm eine Frist. Kurz darauf nimmt ein Fremder mit Owen Kontakt auf und verspricht ihm Geld, wenn Owen gewisse Gefälligkeiten für ihn erledigt - Gefälligkeiten, die alles andere als legal sind. Er lässt sich darauf ein, nichtsahnend dass er nicht nur das Schicksal einzelner für immer verändern wird, sondern auch das ganze Empire... John Boyne ist ein Meister, wenn es um das Verbinden von wahren Begebenheiten mit einer fiktiven Handlung geht. Das hat er schon beim "Haus zur besonderen Verwendung" bewiesen, und auch dieser Roman steht dem in nichts nach. Dieses Mal nimmt er den Leser mit nach England ins schicksalsträchtige Jahr 1936. Edward VIII. ist seit Anfang des Jahres der neue König, doch seine Liebe zu der geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson spaltet die Nation. Besonders konservativen Angehörigen des Parlaments ist die Beziehung ein Dorn im Auge, wobei das aber auch nur ein Vorwand ist. Aber kann man jemanden vorschreiben, wen er zu lieben hat? Kann man in dem Punkt wirklich eine gerechte Entscheidung treffen? Das gilt nicht nur für den König, sondern dieses Motiv zieht sich auch durch den ganzen Roman. Dabei geht es aber nicht nur um die Liebe zwischen Mann und Frau, sondern auch um die elterliche Liebe zu ihrem Kind, die heimatverbundene Liebe und die Liebe zur Freiheit. Mit Owen Montignac hat John Boyne dabei einen Charakter geschaffen, der widersprüchlicher nicht sein kann. Einerseits ist er skrupelloser Egoist, der alles tun würde, um seine Ziele zu erreichen. Andererseits hat er auch ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsbewusstsein. Es ist ihm klar, dass er seine immensen Schulden nur seiner Spielsucht zu verdanken hat. Seine eigenen Unzulänglichkeiten machen ihn wütend, aber nicht nur die. Wütend ist er auch auf seine Familie, die seinem Vater, und damit auch ihn, ums Erbe betrogen. Wütend ist er auf seine Cousine, mit der ihn einmal mehr verbunden hat, als nur verwandtschaftliche Bande. Die Wut lässt ihn seine Taten recht kaltblütig begehen, aber immer wieder meldet sich auch sein schlechtes Gewissen. Den Protagonisten Owen Montignac kann man dadurch schwer einschätzen. Die damalige Zeit und besonders das Verhalten der Oberschicht der Londoner Gesellschaft wird hervorragend skizziert. Ob fauler Sohn, dandyhafter Freund, eine Mutter, für die es nichts Höheres als das Gartenfest im Buckingham Palace gibt oder ein Richter, der seinen Idealen und Prinzipien folgt - das alles findet seinen Platz im Roman. Ebenso wie die Tatsache, dass alle nur Marionetten in einem Spiel sind, bei dem andere die Fäden ziehen. Bei diesem Spiel machen alle Figuren eine Wandlung durch und erkennen, was wirklich wichtig ist im Leben. Die Verbindung von Fiktion und realen Begebenheiten zeigt, welche komplexen Hintergründe wichtige oder tiefgreifende Veränderungen haben können. Und das vermeintliche Sieger auf lange Sicht gesehen eigentlich Verlierer sind. Der angenehme Schreibstil John Boynes trägt dazu bei, das man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Geschickt eingestreute Geheimnisse und Begebenheiten, die ein Licht in das Dunkel der Vergangenheit bringen, tun ihr übriges dazu, ebenso wie der Wechsel der Erzählperspektive und relativ kurze Kapitel. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen und ich kann es allen, die historische Romane, die sich mit der näheren Vergangenheit beschäftigen, lieben, nur empfehlen!

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  • Der rätselhafte Montignac

    Das Vermächtnis der Montignacs

    Bellexr

    09. April 2013 um 19:08

    Es ist die Tradition der schwerreichen Montignacs, dass immer der männliche Nachkomme das beträchtliche Familienvermögen erbt. Doch der Onkel von Owen Montignac bricht im Jahr 1936 mit dieser Tradition und vererbt alles seiner schönen Tochter Stella. Owen ist zwar nach der Testamentseröffnung verstört, versteht es aber gut dies zu kaschieren und leitet weiter als Geschäftsführer eine erfolgreiche Londoner Galerie. Doch den jungen Spross aus gutem Haus plagen immense Spielschulden, zudem empfindet er mehr für seine Cousine Stella als gesellschaftlich erlaubt wäre. Und so entwickelt Owen einen perfiden Plan für die Lösung all seiner Probleme. Wie schon bei „Das Haus zur besonderen Verwendung“ nimmt John Boyne einen geschichtlichen Hintergrund  als Grundlage und baut hierum seine Geschichte. Dieses Mal ist es ein Ereignis aus dem Jahr 1936, welches nicht nur in England, sondern auf der ganzen Welt auf großes Interesse stieß. Aber erst einmal lässt sich John Boyne recht viel Zeit und führt seine Leser langsam in die Geschichte ein. Man lernt Owen und Stella kennen, wie auch Richter Roderick Bentley, welcher gerade bei einem aufsehenerregenden Prozess den Vorsitz inne hat wie auch dessen Frau Jane und seinen Sohn Gareth. Die anfangs noch so unterschiedlichen Ereignisse verknüpfen sich nach und nach zu einer äußerst fesselnden Geschichte. Geschickt verbindet John Boyne die losen Fäden, gewährt seinen Lesern immer mehr Einblick in das Privatleben seiner Protagonisten wie auch in deren Vergangenheit, doch worauf die Geschichte letztendlich hinausläuft, dies ahnt man erst nach gut der Hälfte der Geschichte. Und diesen eigentlichen Grund präsentiert John Boyne einem so gut durchdacht wie auch recherchiert, dass die Lösung absolut schlüssig wirkt, sodass man fast gewillt ist zu glauben, dass es sich damals wirklich so abgespielt haben könnte. Zudem versteht es John Boyne durch seinen packenden, bildhaften, unterhaltsamen und der Zeit angepassten Schreibstil mühelos, eine atmosphärische Dichte aufzubauen. Man erhält Einblick in die gehobene Gesellschaft Londons, aber auch in die unteren Gesellschaftsschichten. Die selbstverständliche Arroganz und Überheblichkeit der Wohlhabenden und Reichen vermittelt John Boyne genauso überzeugend wie auch die Ängste vor Armut und Arbeitslosigkeit der Dienerschaft. Wie erwähnt baut sich die Story langsam auf, doch bald erhält man das Gefühl, dass es sich hier nicht nur um einen historischen Familienroman, sondern durchaus um einen äußerst komplexen Kriminalroman handelt, denn je tiefer man in die Geschichte einsteigt, umso spannender und fesselnder wird diese und zudem entwickelt sich die Story äußerst vielschichtig und vor allem sehr undurchsichtig. Im Vordergrund der Story steht Owen Montignacs. Dieser ist ein äußerst charismatischer, junger Mann, der nicht nur für einen als Leser lange Zeit sehr undurchsichtig bleibt. Denn durch  seine hervorragenden Manieren, seinem guten Aussehen und seiner galanten Art versteht es Owen perfekt, die weiteren Beteiligten in dem Roman über seinen wahren Charakter zu täuschen. Selbst für seine eigenwillige Cousine Stella, die Owen von klein auf kennt,  bleibt dessen Verhalten oftmals ein Rätsel.  Fazit:  John Boyne verknüpft gekonnt ein geschichtliches Geschehnis in England mit einer fiktiven Story zu einem äußerst fesselnden, komplexen und spannenden Roman.

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  • Lesenswert!

    Das Vermächtnis der Montignacs

    marion_gallus

    28. March 2013 um 19:44

    London im Jahre 1936. Der erst kürzlich auf den Thron gestiegene König Edward VIII. hat eine Affäre mit einer geschiedenen Amerikanerin. Es gibt eine Reihe Personen auf Regierungsebene, die seine Abdankung erzwingen wollen, obwohl der Monarch beim Volk beliebt ist. Owen Montignac, der Neffe des kürzlich verstorbenen Peter Montignac ist nicht nur Geschäftsführer einer bekannten Londoner Galerie, er ist außerdem ein Spieler. Und dies hat ihn in eine missliche Lage gebracht. Er schuldet dem Londoner Spielbankbesitzer Nicholas Delfy knappe 50.000 £ und die will er natürlich wiederhaben. Und zwar bald. Owen bekommt ein eindeutiges Ultimatum gesetzt: Innerhalb eines Monats hat er einen Abschlag von 10.000 £ zurückzuzahlen und den Rest muss er bis Weihnachten liefern, sonst wird Delfy Owen körperlichen Schaden zufügen (lassen). Owen wartet nun sehnsüchtig auf das Erbe seines Onkels. Zwar ist er nicht das leibliche Kind des Verstorbenen, doch er ist seit seinem fünften Lebensjahr in London bei der Familie aufgewachsen. Nach dem Tod seines Vaters (der ältere Bruder von Peter Montignac), der der Liebe wegen nach Frankreich gegangen war, hat sein Onkel Owen  aus Frankreich holen lassen und ihn in die Familie aufgenommen. Und da die Montignacs eine Tradition wahren, nämlich das Erbe nur an männliche Nachkommen weiterzugeben, zweifelt Owen nicht einen Moment daran, dass das Vermächtnis der Montignacs in seine Hände gelangt. Doch er irrt sich. Sein Onkel hat mit der Tradition gebrochen und die Erbin des gesamten Vermögens ist Stella Montignac, die leibliche Tochter des Verstorbenen und die Owens Cousine. Somit steht Owen nicht nur mit leeren Händen da. Er muss um sein Leben bangen, denn wie soll er nun binnen weniger Monate einen Betrag von 50.000 £ auftreiben, um die Spielschulden bei Nicholas Delfy zu begleichen? Owen sucht händeringend nach einer Lösung und dabei schreckt er nicht vor kriminellen Handlungen zurück.  *** John Boyne, vielen Lesern bekannt durch sein Buch „Der Junge im gestreiften Pyjama“ hat mit diesem Roman eine wunderbare Erzählung geliefert. Die historische Geschichte hat kriminalistischen Einfluss, ist fesselnd, stilistisch ausgefeilt und anspruchsvoll geschrieben. Die Wortwahl, Sprache und Ausdruck sind gehoben. Den einfachen, schlichten Schreibstil des „Jungen im gestreiften Pyjama“ findet man hier keinesfalls. Das Konzept der Handlung sowie der Aufbau sind gut ausgearbeitet. Die Hintergründe und Verwicklungen verständlich und spannend. Der Autor erzählt in verschiedenen Erzählsträngen, wechselt innerhalb des Romans zu anderen Personen, von denen der Leser erst einmal nicht weiß, wie sie in die Handlung gehören. Doch all dies fügt sich perfekt zusammen und wird gut und logisch aufgelöst. Die Charaktere seiner Protagonisten hat Boyne glaubhaft dargestellt und sie wirken lebensecht. Hier gibt es einen sehr netten Nebencharakter zu erwähnen, der als Buchrezensent für die Londoner Times arbeitet. Der Einblick in seine Arbeitsweise ist doch interessant und vor allem amüsant. Ich selber gehe jedenfalls anders vor als er  . Während der einzelnen Kapitel fügt der Autor durch Gedankengänge seiner Figuren immer wieder Rückblenden ein, die in die Kindheit von Stella und Owen Montignac zurückreichen. Diese Sprünge haben mir gut gefallen, führten jedoch auch dazu, dass ich einige Entwicklungen der Story zu leicht absehen konnte und letztendlich ein Überraschungseffekt ausblieb. Das Buch umfasst ca. 500 Seiten und wird als Taschenbuch verkauft. Das sepiafarbene Cover zeigt das Themseufer und die Towerbridge London. Mich hat die Aufmachung sofort an die Einbände der Romane von Carlos Ruiz Zafón (z.B. Schatten des Windes) erinnert. Man möchte im ersten Moment denken, die Coverwahl sei somit einfallslos und abgekupfert. Doch gab es nicht auch eine Phase, in der sämtliche Thriller ausschließlich in weißen Einbänden mit roter und schwarzer Schrift erschienen? Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für diesen spannenden und fesselnden Roman von John Boyne, der in einem sehr guten Stil geschrieben ist und somit auch sprachlich Spaß macht. Auch wenn mir einiges zu absehbar war, gebe ich hier gerne meine Leseempfehlung für eine Reise ins London der 1930er Jahre. © Buchwelten 2013

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