Das späte Geständnis des Tristan Sadler

von John Boyne 
4,6 Sterne bei73 Bewertungen
Das späte Geständnis des Tristan Sadler
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tragalibross avatar

Absolut atemberaubend! Super!

elane_eodains avatar

1. Weltkrieg - zwei junge Männer - bittere Erinnerungen. Ein schonungslos brutales Buch, aber auch ein leises, sanftes ...

Alle 73 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Das späte Geständnis des Tristan Sadler"

London, September 1919: Der junge Tristan Sadler steigt in einen Zug. Er fährt nach Norwich, um sich dort mit Marian Bancroft, der Schwester seines toten Kameraden Will, zu treffen. Will und Tristan waren Freunde, die Seite an Seite im Ersten Weltkrieg gekämpft haben – bis Will eine folgenschwere Entscheidung traf, die er für den Rest seines Lebens bereuen sollte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492302555
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:17.09.2013

Rezensionen und Bewertungen

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    tragalibross avatar
    tragalibrosvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Absolut atemberaubend! Super!
    Rezension zu "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" von John Boyne

    Im Jahr 1919 beschließt Tristan Sadler sich seiner Vergangenheit zu stellen. Er sucht die Familie seines im ersten Weltkrieg gefallenen Freundes auf und muss sich nun nicht nur den schrecklichen Ereignissen in den Schützengräben stellen, sondern auch seiner eigenen Schuld...

    Dieser Roman von John Boyne lag schon seit längerer Zeit auf meinem SuB und nun bin ich endlich dazu gekommen ihn zu lesen. Was für ein Glück!
    Um nicht zu viel von der Geschichte und der Entwicklung des Romans vorwegzunehmen, werde ich nicht weiter auf den Inhalt eingehen, denn die Wendung die das Buch vollzieht, ist wirklich überraschend.

    Der Autor hat sich für eine sehr gefühlvolle Art des Schreibens entschieden, die dem Roman viel Tiefe gibt. Die Zeitsprünge, alle aus der Sicht von Tristan Sadler, beschreiben seine Suche nach der Familie seines Freundes, seine Eindrücke, Gefühle und Gedanken. Man bekommt einen tiefgreifenden Einblick in Sadlers Erlebnisse im Krieg und erfährt nach und nach die Umstände des Todes seines Freundes.
    Die Charaktere sind trotz kurzen Beschreibungen, aber umso mehr durch ihre Handlungen, fein gezeichnet und scheinen sehr real. Auch der Verlauf des Buches ist mit Bedacht gewählt und hat eine gewisse Spannung, die den Leser wissen lassen möchte, welche Schuld Tristan auf sich genommen hat.

    Mir hat dieses Buch sehr gefallen, denn es behandelt sehr sensible Themen. Von mir gibt es daher alle Sternchen, die man hier vergeben kann.

    Kommentare: 2
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    leseleas avatar
    leseleavor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Über Liebe und Hass, Schuld und die Grausamkeiten des Großen Krieges.
    Freundschaft. Liebe. Hass. Schuld.

    John Boyne erzählt in seinem Roman Das späte Geständnis des Tristan Sadler die Geschichte einer besonderen Freundschaft. Es geht um Liebe und Hass, um die Grausamkeiten des Ersten Weltkrieges und um Schuld, die den Protagonisten sein Leben lang nicht mehr loslässt.

    Titelheld Tristan Sadler macht sich 1919 in die kleine Stadt Norwich auf. Hier will er Marian Bancroft treffen, die Schwester seines toten Kameraden Will. Vordergründig will Tristan ihr alte Briefe überreichen, die sie einst Will geschrieben hat und die nach seinem Tod in Tristans Besitz gekommen ist. Doch sowohl Marian als auch der Leser merken schnell, dass es Tristan eigentlich um etwas ganz anderes geht…

    Im Prinzip hat mir die Geschichte sehr gefallen. John Boyne hat ein großartiges Händchen für das Erschaffen besonderer Figuren: Tristan ist ein zwiespältiger Charakter. Einerseits scheint er sich hauptsächlich der gängigen Meinung anzupassen, andererseits passt sein „Lebensstil“ überhaupt nicht zu den Konventionen der damaligen Zeit; Will erscheint wie ein träumender Idealist, seine Motive sind nachvollziehbar und trotzdem bleibt bei allem, was er tut, ein bitterer Nachgeschmack; Wills Schwester Marian ist schroff und spröde, gleichzeitig eine liebende Schwester und eine moderne Frau, die für die Ideen des Feminismus schwärmt. Keine der drei Hauptfiguren waren mir sympathisch oder boten mit Identifikationspotential, aber alle hatten etwas unheimlich Spannendes und Faszinierendes an sich und brachten Bewegung in die Handlung.

    Boynes Sprache ist einfach und klar. Fast nüchtern wird die Zeit des Ersten Weltkriegs aus der Sicht von Tristan erzählt. Die bisweilen auftretende Distanziertheit machen die Ereignisse des Krieges noch grausamer, zeigt dieser Stil doch wie der Mensch in extremen Situationen Moral und Menschlichkeit verlieren kann, wenn es um das eigene Überleben geht. Schicht um Schicht breitet der Icherzähler Tristans und Wills Miteinander im Ausbildungslager und im Krieg auf und enthüllt so Tristans eigentlichen Grund für sein Kommen. Das Ganze erfolgt entweder im direkten Gespräch mit Marian oder in eigenen Rückblende-Kapiteln.

    Nichtsdestotrotz ist bei mir der Funke bis zum Schluss nicht übergesprungen. Die Geschichte ist zwar spannend und interessant, es fehlten mir aber die großen Emotionen. Einige Elemente kann man sich auch zusammenreimen, sodass die Geschichte über weite Strecken vorhersehbar wird. Auch, dass mir einfach keine Person ans Herz wachsen wollte, machte das Lesen manchmal anstrengend. Trotzdem ist Das späte Geständnis des Tristan Sadler für mich ein grundsolider Roman, mit einem interessanten Erzählverfahren (besonders das letzte Kapitel), das die Ereignisse des Ersten Weltkrieges noch einmal unter einer anderen Perspektive erzählt.

    3,5 von 5 Sternen.

    Kommentare: 1
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    Wortklaubers avatar
    Wortklaubervor 5 Jahren
    Eindringlich - mit Längen

    Im Jahr 1919 steigt der Kriegsheimkehrer Tristan Sadler in einen Zug von London nach Norwich, um sich mit der Schwester seines toten Kameraden Will Bancroft zu treffen. Bei sich trägt er einen Stapel Briefe, die er jener Marian zurückgeben möchte. Tristan ist vom Krieg gezeichnet; ein junger Mann, körperlich weitgehend unversehrt geblieben, aber die Gräuel des erlebten Kriegsalltags in den Schützengräben Frankreichs lasten schwer auf ihm. Das und eine besondere Schuld, die er auf sich geladen hat.

    "Die ältere Dame mit dem Fuchs um den Hals, die mir im Zugabteil gegenübersaß, erinnerte sich an einige Morde, die sie über die Jahre begangen hatte." So (wenn man denn so will, wie nach Lehrbuch) originell beginnt der Roman. Natürlich sitzen sich dort Buchleute gegenüber: die berühmte Krimiautorin und der Ich-Erzähler, der nach dem Krieg eine Stelle in einem Verlag bekommen hat. Die folgenden gut 110 Seiten stellen Tristan in seiner jetzigen Verfassung vor, er fürchtet sich vor dem Gespräch mit Wills Schwester und weiß immer noch nicht, wie ehrlich er zu ihr sein soll, was er ihr alles offenbaren will und kann. Man erfährt von seiner ausweglosen Liebe zu einem Jugendfreund und dass er mit Schimpf und Schande aus dem Elternhaus gejagt worden ist.

    Während der im Jahr 1919 spielende Handlungsstrang in der Vergangenheit erzählt wird, stehen die Passagen, in denen der Ich-Erzähler über die Ausbildung und die Kriegserfahrung erzählt, in der Gegenwart. Für mein Empfinden waren die ersten 110 Seiten ungeheuer zäh. Man weiß durch die Kapitelüberschriften, in welchem Jahr man sich befindet, allerdings kamen mir einige Figuren – z. B. die Pensionswirtin – schon überzeichnet prüde vor, ein Eindruck, der verstärkt wurde durch eine teils umständliche, altertümelnde Sprache. (Wie so oft: Vielleicht lag’s am Buch, vielleicht aber auch am Leser!) Erst nach den ersten beiden Teilen wurde mir der Roman – Konzept: Krieg hier, Aufarbeitung dort, durchsetzt mit Erinnerungen an die schwierige Jugend des Ich-Erzählers, sein Hadern mit seiner Sexualität, seine Schwierigkeiten im Elternhaus etc. – zugänglicher.

    Im Original heißt der Roman „The Absolutist“. Auch darum geht es: um „Totalverweigerung“, und wie etwas, das von allen als Feigheit ausgelegt wird, in Wahrheit am meisten Mut kosten kann.

    Fazit: Für mich sind Boyne tatsächlich die Passagen am besten und eindringlichsten gelungen, die sich in den Schützengräben zutragen. Die Brutalität, die Verrohung, die Sinnlosigkeit kommen gut zum Ausdruck. Während ich mir zumindest im ersten Romandrittel deutliche Straffungen gewünscht hätte. Die Figur der Schwester bleibt vage; was daran liegen wird, dass Tristan sich keinen Reim auf sie machen kann. Das – auf mich wie angepfropft wirkende – Ende mit einem gealterten Sadler hat (tatsächlich und äußerst unerwartet) witzige Momente. Für mich hätte es nicht sein müssen.

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    dicketillas avatar
    dicketillavor 5 Jahren
    Und vergebung verdiene ich nicht

    Es ist das Jahr 1919, in dem sich Tristan Sadler, ein junger Mann,
    von London aus auf den Weg nach Norwich aufmacht.
    Er möchte mit der Schwester seines verstorbenen Freundes Will sprechen,
    um sich von der Last, die schwer auf seiner Seele liegt, zu befreien.

    Tristan und Will, wurden gemeinsam in der Grundausbildung
    für den Einsatz an der Front ausgebildet.
    Waren im selben Regiment , und sie waren Freunde.
    Eine ungewöhnliche Anziehung, die die beiden Männer miteinander teilen. Tristan, der sich seines anders sein ,seid seines 16. Lebensjahres bewusst war, und von seinem Vater verstoßen wurde, versucht endlich Halt in der Freundschaft zu Will zu finden. Doch dieser erwartet etwas anderes von seinem Leben, und dennoch führt er einen inneren Kampf.

    Es ist die Zeit der Schützengräben , Frankreich 1916, in denen sich die jungen Männern dem Gespenst des Krieges stellen müssen.
    Deren Körper von Läusen, Ratten und Ungeziefer jeder Art traktiert, gefallene Kameraden blutüberströmt überall. Dem Wahnsinn des Sergeanten Blutsauger Clayton ausgeliefert, trifft Tristan die falsche Entscheidung, die ihm sein Leben lang begleiten sollte.

    John Boyne schildert die Greultaten des Krieges in sehr anschaulichen Bildern. Man empfindet den Schmutz, das Blut fast schon körperlich.
    Die Zerrissenheit des Tristan Sadler empfand ich als sehr schmerzhaft,
    anders zu sein, um dadurch verurteilt zu werden,
    das erleben wir in unserer heutigen Zeit leider noch immer.
    Boyne klagt nicht an, er zeigt uns Lesern wieder einmal das Schlechte in unserer Welt, so ist es wieder an uns , zu erkennen und endlich zu begreifen. Ein außergewöhnlicher Autor.

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    Sabine17s avatar
    Sabine17vor 5 Jahren
    Bewegend

    Seit "Das Haus zur besonderen Verwendung" bin ich ein Fan von John Boyne. Das hat sich auch mit diesem Buch wieder bestätigt.

    Der Großteil der Geschichte spielt 1916 und 1919. Tristan Sadler wird mit 17 von seiner Familie verstoßen, weil er sich zu Jungen hingezogen fühlt. Er fälscht sein Alter und wird für die Front ausgebildet. Im Ausbildungslager lernt er Will kennen und entwickelt schon bald Gefühle für ihn. Will erwidert seine Gefühle zwar, aber versucht sie zu unterdrücken.

    Die beiden landen in Frankreich in den Schützengräben. Sehr eindrucksvoll erfährt der Leser, wie blutjunge Burschen die Greuel des Krieges erleben. Dreck, Angst, Tod und Läuse bestimmen das Leben. Viele funktionieren nur noch einfach vor sich hin und freuen sich über jeden Tag, den sie überleben.

    Einige Zeit nach Ende des Krieges nimmt Tristan Kontakt zu Wills Schwester auf, um ihr die Briefe wieder zu geben, die sie ihrem Bruder an die Front geschickt hat. Und um ihr etwas zu gestehen...

    Kaum jemand kann so gefühlvoll über so schwierige Gefühlswelten in ebensolchen schwierigen Zeiten schreiben wie John Boyne. Ich liebe seinen Schreibstil, der mich von der ersten Seite an zu fesseln vermag. Das ganze Buch hindurch versucht man zu erahnen, was Tristan erlebt hat, dass ihn so nachhaltig verstört hat.
    Und wenn man es dann erfährt, dann möchte man es am liebsten nicht gelesen haben.

    Als ich das Buch beendet hatte, musste ich die Geschichte erst einmal verdauen.

    Fazit: eine absolute Leseempfehlung!

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    Monsignores avatar
    Monsignorevor 5 Jahren
    Ein tiefer Blick in Abgründe ...

    Schicht um Schicht gräbt der Autor eine Geschichte aus, die immer entsetzlicher und menschenferner wird. Und wenn man denkt, es kann doch nicht noch schlimmer kommen, dann kommt es schlimmer. Bis zum ganz schlimmen Schluss.
    Nach dem 1. Weltkrieg reist ein junger Mann in eine britische Kleinstadt, um der Schwester eines an der Front umgekommenen Kameraden persönliche Gegenstände auszuhändigen. Schnell bemerkt der Leser, dass hier eine ganz andere, eine schreckliche Geschichte lauert. Doch die Wahrheit übertrifft diese Befürchtung bei weitem, so wie vermutlich die Realität des Krieges alle Vorstellungen übertrifft.
    Ein psychologisch fein gesponnener Roman, ereignisreich, mit gut geschriebenen Dialogen, sehr bilderreich.
    Soviel sei verraten: Es ist ein Buch über Krieg und Homosexualität, über Freundschaft und Verrat.

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    Porcelaine87s avatar
    Porcelaine87vor 5 Jahren
    Wundervoll und tragisch zugleich

    'Das späte Geständnis des Tristan Sadler' von John Boyne spielt während des ersten Weltkrieges und greift dabei die Geschichte eines jungen Soldaten auf. Das Buch beginnt mit einer Zugfahrt, auf welcher sich der einundzwanzigjährige Tristan Sadler, drei Jahre nach Beendigung des Krieges, befindet. Das Ziel ist Norwich, eine Kleinstadt, in welcher der junge Mann eine Frau namens Marian treffen möchte. In seinem Gepäck befindet sich nicht nur ein Stapel alter Briefe, sondern auch eine tiefgründige Geschichte über Liebe, Hass und Moral. Geplagt von den widersprüchlichsten Gefühlen und dem Drang umzukehren, nimmt die Geschichte um den jungen Sadler ihren Lauf.

    John Boyne hat mit seinem Buch ein wundervolles Werk geschaffen, welche große Themen des Lebens behandelt. Bereits auf den ersten Seiten zieht die Geschichte um Tristan Sadler den Rezipienten in den Bann und lässt den Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Autor weist einen sehr angenehmen Schreibstil auf, welcher die Tiefe und die Emotionen des Werkes sehr gut einfängt. Er entwickelt ein Gespür dafür, die Spannung aufrecht zu erhalten und die Fantasie seiner Leser anzuregen. Die Kriegsschilderungen erscheinen so real, dass man das Bedürfnis entwickelt, die Kälte auf dem Schlachtfeld sowie den Dreck im Gesicht abzuschütteln. Doch die Angst vor einer reinen Nacherzählung des Krieges wird dem Leser durch den Umstand genommen, dass der Autor die viel wesentlicheren Themen wie zum Beispiel Liebe und Hass in das Geschehen einbettet. Die Geschichte entwickelt mit zunehmender Seitenzahl eine derartige Tragik sowie unvorhersehbare Wendungen, dass der Rezipient darüber schockiert sein wird und es nicht ausbleibt, sich die ein oder andere Träne wegzuwischen.

    Ein ganz wundervolles Buch, was ich alles in allem nur jedem empfehlen kann!

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    TheBooks avatar
    TheBookvor 6 Jahren
    Rezension zu "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" von John Boyne

    Tristan Sadler begibt sich im September 1919 auf die Fahrt von London nach Norwich, um dort die Schwester eines ehemaligen Mitsoldaten zu treffen. Er erinnert sich, an seine Zeit als noch nicht ganz 18jähriger im Ausbildungslager in Aldershot und an die Grabenkämpfe in Frankreich im 1. Weltkrieg. Tristan freundet sich bereits in der Ausbildung mit Will, für den er besondere Gefühle empfindet. Die Situation eskaliert als Will nicht mehr bereit ist, zu kämpfen und die Waffen niederlegt. Geschickt wechseln die Perspektiven zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die Schrecken der harten Ausbildung und das tagtägliche Sterben im Graben werden geschildert. Langsam erfährt der Leser mehr über die Vergangenheit des jungen Tristan Sadler, gleichzeitig wird die Brücke zur Gegenwart und Zukunft. Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen, der Autor verwendet eine schöne Sprache. Die Kombination aus Weltrkiegserfahrung und persönlichen (Beziehungs)Drame machen den besonderen Wert dieses Buches aus.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" von John Boyne

    Inhalt:
    Tristan Sadler, ein junger Mann, 17 Jahre alt, gibt sich bei der englischen Armee als 18. Jähriger aus und wird zum Kriegsdienst aufgenommen. Das war sein freier Wunsch, so wie viele junge Männer Englands diesen Wunsch äußerten, um gegen den "Fritz", gegen den Deutschen in Frankreich zu kämpfen.
    Während seiner Grundausbildung in England, lernt Tristan den etwas älteren Will kennen. Schnell freunden sie sich an und sie stehen gemeinsam die Schikanen der Ausbildung durch.
    Für Tristan beginnt eine Zeit der genauen Beobachtung, denn für ihn bedeutet diese Männerfreundschaft alles! Aber wie sieht es mit Will aus? Wie empfindet er diese Beziehung?
    Mal ist für Tristan klar, dass auch er, Will, mehr für ihn empfinden muss als "nur" Freundschaft. Dann wieder wird deutlich, dass Will keine Liebe empfinden kann...

    In Frankreich angekommen beginnt der Alltag des Krieges und was kann da zwischen diesen beiden jungen Männern bleiben - ? Liebe? Hass? Verzweiflung?
    ** ** ** ** ** ** ***
    Schreibstil:
    Keine Besonderheiten.
    ** ** ** ** ** ** ***
    Zeitstrang/ Fortschreiten der Geschichte:
    Die Geschichte entwickelt sich langsam und spielt mehr im Hier und Jetzt. Doch gibt es immer wieder auch zeitsprünge, die zur Folge haben, dass sie nicht "kleben bleibt".
    ** ** ** ** ** ** ***
    Quintessenz:
    Ein tolles Buch!
    Zwar ist der Anfang doch sehr zäh! - der Autor lässt seine Figuren zu Beginn mehrere Seiten Raum, nur um zu klären, warum ein Hotelzimmer noch nicht bezogen werden kann und das nervt! - ABER: sind diese ersten Seiten überstanden, entwickelt sich die Geschichte einfühlsam, verzweifelt, hoffend, tröstend, liebend...

    Das Ende lässt Tristan als größten Feigling dastehen. Zwar könnte ich es als Leser nachempfinden im Bezug auf den Krieg. Und doch ist seine Figur eine, die deutlich werden lässt, wie homosexuelle Männer leben musste, wie sie fühlten (den anderen gegenüber, sich selbst gegenüber) und wie sie zusehen mussten, zu leben.

    Tristan ist die Figur, die seine Homosexualität anerkennt - soweit es (in diesen Zeiten) für ihn möglich erschien.
    Im Gegensatz zu Will. Will wirft Tristan Blindheit vor, Verblendung. Er selbst "leidet" unter diesem Vorwurf sich selbst gegenüber am Meisten. Er selbst ist es, der seine Art zu lieben bin in den Tod verdrängt und nichts davon sich eingestehen will.
    ** ** ** ** ** ** ***

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    N
    Nefretvor 6 Jahren
    Rezension zu "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" von John Boyne

    England, 1919: Tristan Sadler reist nach Norwich, wo er die Schwester seines verstorbenen Freundes Will trifft und von ihrer gemeinsamen Zeit an der Front während des Krieges zu berichten. Doch Tristan hat ein Geheimnis, das er erst spät enthüllt.

    Auch wenn es eine Weile gedauert hatte, bis mich das Buch so richtig gepackt hatte, war es vor allem der leichte und elegante Schreibstil John Boynes, der mich eifrig weiter lesen ließ.

    Zuerst hatte ich den Eindruck, dass die Handlung einer gewissen vorhersehbaren Routine entsprach, in der es um Ideale, Zurückweisung und Einsamkeit ging. Doch im letzten Drittel wurde ich eines Besseren belehrt. Spätestens da hatte mich das Buch endgültig gepackt.

    Vorher hatten mich schon die Schilderungen des Krieges sehr berührt. Hier treten die unterschiedlichsten menschlichen Eigenschaften wie Prinzipientreue, Idealismus, Mut, Feigheit oder einfach nur blinder Gehorsam zutage.

    John Boyne zeigt, dass es nicht einfach nur Schwarz oder Weiß gibt. Manche Taten und Handlungen haben Hintergründe, die diese zwar nicht entschuldigen, aber verständlicher machen.

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