John Boyne Das späte Geständnis des Tristan Sadler

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Inhaltsangabe zu „Das späte Geständnis des Tristan Sadler“ von John Boyne

London, September 1919: Der junge Tristan Sadler steigt in einen Zug. Er fährt nach Norwich, um sich dort mit Marian Bancroft, der Schwester seines toten Kameraden Will, zu treffen, mit dem er Seite an Seite im Ersten Weltkrieg gekämpft hat. Als Gepäck trägt Tristan ein Bündel Briefe mit sich – und seine Erinnerung. In Norwich trifft sich Tristan mit Marian in einem Café. Er erzählt ihr von seiner ersten Begegnung mit Will im Ausbildungslager Aldershot; von der Schiffspassage nach Nordfrankreich, vom Leben und Sterben im Grabenkampf, aber auch von der Freundschaft und dem Vertrauen, das sich die beiden jungen Männer schenken. Und er legt Zeugnis darüber ab, wie Will sein Leben einsetzt, um sich unter unmenschlichen Bedingungen einen Rest von Menschlichkeit zu bewahren. Tristans erschütternder Bericht ist ebenso schonungslos wie ungeheuerlich, und doch bleibt er Marian die schrecklichste Wahrheit schuldig – vorerst.

Absolut atemberaubend! Super!

— tragalibros
tragalibros

1. Weltkrieg - zwei junge Männer - bittere Erinnerungen. Ein schonungslos brutales Buch, aber auch ein leises, sanftes ...

— elane_eodain
elane_eodain

Dieses Buch zeigt die Abgründe der Menschheit und die Abgründe eines Einzelnen - meisterlich!

— LeonoraVonToffiefee
LeonoraVonToffiefee

Wieder einmal ein großes Werk von John Boyne! Ob Tristan der größte Feigling von allen war, muss jeder Leser für sich entscheiden.

— ferkel
ferkel

Die Geschichte eines feigen Helden...

— Nemo
Nemo

Stöbern in Romane

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Rezension zu "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" von John Boyne

    Das späte Geständnis des Tristan Sadler
    tragalibros

    tragalibros

    Im Jahr 1919 beschließt Tristan Sadler sich seiner Vergangenheit zu stellen. Er sucht die Familie seines im ersten Weltkrieg gefallenen Freundes auf und muss sich nun nicht nur den schrecklichen Ereignissen in den Schützengräben stellen, sondern auch seiner eigenen Schuld... Dieser Roman von John Boyne lag schon seit längerer Zeit auf meinem SuB und nun bin ich endlich dazu gekommen ihn zu lesen. Was für ein Glück! Um nicht zu viel von der Geschichte und der Entwicklung des Romans vorwegzunehmen, werde ich nicht weiter auf den Inhalt eingehen, denn die Wendung die das Buch vollzieht, ist wirklich überraschend. Der Autor hat sich für eine sehr gefühlvolle Art des Schreibens entschieden, die dem Roman viel Tiefe gibt. Die Zeitsprünge, alle aus der Sicht von Tristan Sadler, beschreiben seine Suche nach der Familie seines Freundes, seine Eindrücke, Gefühle und Gedanken. Man bekommt einen tiefgreifenden Einblick in Sadlers Erlebnisse im Krieg und erfährt nach und nach die Umstände des Todes seines Freundes. Die Charaktere sind trotz kurzen Beschreibungen, aber umso mehr durch ihre Handlungen, fein gezeichnet und scheinen sehr real. Auch der Verlauf des Buches ist mit Bedacht gewählt und hat eine gewisse Spannung, die den Leser wissen lassen möchte, welche Schuld Tristan auf sich genommen hat. Mir hat dieses Buch sehr gefallen, denn es behandelt sehr sensible Themen. Von mir gibt es daher alle Sternchen, die man hier vergeben kann.

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    • 3
  • Freundschaft. Liebe. Hass. Schuld.

    Das späte Geständnis des Tristan Sadler
    leselea

    leselea

    John Boyne erzählt in seinem Roman Das späte Geständnis des Tristan Sadler die Geschichte einer besonderen Freundschaft. Es geht um Liebe und Hass, um die Grausamkeiten des Ersten Weltkrieges und um Schuld, die den Protagonisten sein Leben lang nicht mehr loslässt. Titelheld Tristan Sadler macht sich 1919 in die kleine Stadt Norwich auf. Hier will er Marian Bancroft treffen, die Schwester seines toten Kameraden Will. Vordergründig will Tristan ihr alte Briefe überreichen, die sie einst Will geschrieben hat und die nach seinem Tod in Tristans Besitz gekommen ist. Doch sowohl Marian als auch der Leser merken schnell, dass es Tristan eigentlich um etwas ganz anderes geht… Im Prinzip hat mir die Geschichte sehr gefallen. John Boyne hat ein großartiges Händchen für das Erschaffen besonderer Figuren: Tristan ist ein zwiespältiger Charakter. Einerseits scheint er sich hauptsächlich der gängigen Meinung anzupassen, andererseits passt sein „Lebensstil“ überhaupt nicht zu den Konventionen der damaligen Zeit; Will erscheint wie ein träumender Idealist, seine Motive sind nachvollziehbar und trotzdem bleibt bei allem, was er tut, ein bitterer Nachgeschmack; Wills Schwester Marian ist schroff und spröde, gleichzeitig eine liebende Schwester und eine moderne Frau, die für die Ideen des Feminismus schwärmt. Keine der drei Hauptfiguren waren mir sympathisch oder boten mit Identifikationspotential, aber alle hatten etwas unheimlich Spannendes und Faszinierendes an sich und brachten Bewegung in die Handlung. Boynes Sprache ist einfach und klar. Fast nüchtern wird die Zeit des Ersten Weltkriegs aus der Sicht von Tristan erzählt. Die bisweilen auftretende Distanziertheit machen die Ereignisse des Krieges noch grausamer, zeigt dieser Stil doch wie der Mensch in extremen Situationen Moral und Menschlichkeit verlieren kann, wenn es um das eigene Überleben geht. Schicht um Schicht breitet der Icherzähler Tristans und Wills Miteinander im Ausbildungslager und im Krieg auf und enthüllt so Tristans eigentlichen Grund für sein Kommen. Das Ganze erfolgt entweder im direkten Gespräch mit Marian oder in eigenen Rückblende-Kapiteln. Nichtsdestotrotz ist bei mir der Funke bis zum Schluss nicht übergesprungen. Die Geschichte ist zwar spannend und interessant, es fehlten mir aber die großen Emotionen. Einige Elemente kann man sich auch zusammenreimen, sodass die Geschichte über weite Strecken vorhersehbar wird. Auch, dass mir einfach keine Person ans Herz wachsen wollte, machte das Lesen manchmal anstrengend. Trotzdem ist Das späte Geständnis des Tristan Sadler für mich ein grundsolider Roman, mit einem interessanten Erzählverfahren (besonders das letzte Kapitel), das die Ereignisse des Ersten Weltkrieges noch einmal unter einer anderen Perspektive erzählt. 3,5 von 5 Sternen.

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    • 2
    Sabine17

    Sabine17

    12. August 2014 um 22:02
  • Buch-Assoziationen - Bücher passend zu Substantiven, Adjektiven und Verben lesen!

    Die Verratenen
    Daniliesing

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben, gerade hatte ich spontan eine Idee und vielleicht haben ja ein paar Lust dabei mitzumachen! In diesem Thema soll in jeder Woche ein anderes Wort im Mittelpunkt stehen. Dieses Wort kann eigentlich jeder Art sein, egal ob Substantiv, Adjektiv, Verb, Farbe etc. - dabei ist nur wichtig, dass man dazu gut etwas assoziieren kann. Für die erste Woche, die am 3. Mai startet, gebe ich als Wort "Muster" vor. Wenn ihr Lust und Zeit habt, dann könnt ihr in dieser Woche ein Buch beginnen, das hierzu passt. Wie ihr das Wort "Muster" für euch interpretiert, bleibt euch dabei natürlich überlassen. Hat das Cover vielleicht ein bestimmtes Muster oder handelt eine Figur im Buch nach einem bestimmten Muster? Das vorgegebene Thema soll einfach als Anregung dienen, sich vielleicht mal ein passendes Buch vom Stapel ungelesener Bücher (= SuB) zu schnappen! Natürlich soll es viele verschiedene Wörter für Buch-Assoziationen geben - genauer gesagt für jede Woche eins! Wer hier gern mitmachen möchte, kann also direkt auch ein Wort vorschlagen. Die vorgeschlagenen Wörter würde ich einfach in der Reihenfolge eurer Anmeldungen oben für die einzelnen Wochen eintragen. Wer mitmachen möchte, muss das selbstverständlich nicht in jeder Woche tun, sondern ganz so, wie man Spaß daran hat. Wenn ihr euch über die Bücher, die ihr gerade zu einem bestimmten Assoziations-Wort lest, austauschen möchtet, dann tut das bitte immer im zugehörigen Unterthema oben. Einfach auf das Thema klicken und dort eure Beiträge schreiben :-) Falls ihr Fragen und Ideen habt, richte ich dafür auch ein extra Thema ein. Nun wünsche ich uns ganz viel Spaß!

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    • 368
  • Eindringlich - mit Längen

    Das späte Geständnis des Tristan Sadler
    Wortklauber

    Wortklauber

    12. April 2014 um 14:50

    Im Jahr 1919 steigt der Kriegsheimkehrer Tristan Sadler in einen Zug von London nach Norwich, um sich mit der Schwester seines toten Kameraden Will Bancroft zu treffen. Bei sich trägt er einen Stapel Briefe, die er jener Marian zurückgeben möchte. Tristan ist vom Krieg gezeichnet; ein junger Mann, körperlich weitgehend unversehrt geblieben, aber die Gräuel des erlebten Kriegsalltags in den Schützengräben Frankreichs lasten schwer auf ihm. Das und eine besondere Schuld, die er auf sich geladen hat. "Die ältere Dame mit dem Fuchs um den Hals, die mir im Zugabteil gegenübersaß, erinnerte sich an einige Morde, die sie über die Jahre begangen hatte." So (wenn man denn so will, wie nach Lehrbuch) originell beginnt der Roman. Natürlich sitzen sich dort Buchleute gegenüber: die berühmte Krimiautorin und der Ich-Erzähler, der nach dem Krieg eine Stelle in einem Verlag bekommen hat. Die folgenden gut 110 Seiten stellen Tristan in seiner jetzigen Verfassung vor, er fürchtet sich vor dem Gespräch mit Wills Schwester und weiß immer noch nicht, wie ehrlich er zu ihr sein soll, was er ihr alles offenbaren will und kann. Man erfährt von seiner ausweglosen Liebe zu einem Jugendfreund und dass er mit Schimpf und Schande aus dem Elternhaus gejagt worden ist. Während der im Jahr 1919 spielende Handlungsstrang in der Vergangenheit erzählt wird, stehen die Passagen, in denen der Ich-Erzähler über die Ausbildung und die Kriegserfahrung erzählt, in der Gegenwart. Für mein Empfinden waren die ersten 110 Seiten ungeheuer zäh. Man weiß durch die Kapitelüberschriften, in welchem Jahr man sich befindet, allerdings kamen mir einige Figuren – z. B. die Pensionswirtin – schon überzeichnet prüde vor, ein Eindruck, der verstärkt wurde durch eine teils umständliche, altertümelnde Sprache. (Wie so oft: Vielleicht lag’s am Buch, vielleicht aber auch am Leser!) Erst nach den ersten beiden Teilen wurde mir der Roman – Konzept: Krieg hier, Aufarbeitung dort, durchsetzt mit Erinnerungen an die schwierige Jugend des Ich-Erzählers, sein Hadern mit seiner Sexualität, seine Schwierigkeiten im Elternhaus etc. – zugänglicher. Im Original heißt der Roman „The Absolutist“. Auch darum geht es: um „Totalverweigerung“, und wie etwas, das von allen als Feigheit ausgelegt wird, in Wahrheit am meisten Mut kosten kann. Fazit: Für mich sind Boyne tatsächlich die Passagen am besten und eindringlichsten gelungen, die sich in den Schützengräben zutragen. Die Brutalität, die Verrohung, die Sinnlosigkeit kommen gut zum Ausdruck. Während ich mir zumindest im ersten Romandrittel deutliche Straffungen gewünscht hätte. Die Figur der Schwester bleibt vage; was daran liegen wird, dass Tristan sich keinen Reim auf sie machen kann. Das – auf mich wie angepfropft wirkende – Ende mit einem gealterten Sadler hat (tatsächlich und äußerst unerwartet) witzige Momente. Für mich hätte es nicht sein müssen.

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  • Und vergebung verdiene ich nicht

    Das späte Geständnis des Tristan Sadler
    dicketilla

    dicketilla

    02. March 2014 um 19:27

    Es ist das Jahr 1919, in dem sich Tristan Sadler, ein junger Mann, von London aus auf den Weg nach Norwich aufmacht. Er möchte mit der Schwester seines verstorbenen Freundes Will sprechen, um sich von der Last, die schwer auf seiner Seele liegt, zu befreien. Tristan und Will, wurden gemeinsam in der Grundausbildung für den Einsatz an der Front ausgebildet. Waren im selben Regiment , und sie waren Freunde. Eine ungewöhnliche Anziehung, die die beiden Männer miteinander teilen. Tristan, der sich seines anders sein ,seid seines 16. Lebensjahres bewusst war, und von seinem Vater verstoßen wurde, versucht endlich Halt in der Freundschaft zu Will zu finden. Doch dieser erwartet etwas anderes von seinem Leben, und dennoch führt er einen inneren Kampf. Es ist die Zeit der Schützengräben , Frankreich 1916, in denen sich die jungen Männern dem Gespenst des Krieges stellen müssen. Deren Körper von Läusen, Ratten und Ungeziefer jeder Art traktiert, gefallene Kameraden blutüberströmt überall. Dem Wahnsinn des Sergeanten Blutsauger Clayton ausgeliefert, trifft Tristan die falsche Entscheidung, die ihm sein Leben lang begleiten sollte. John Boyne schildert die Greultaten des Krieges in sehr anschaulichen Bildern. Man empfindet den Schmutz, das Blut fast schon körperlich. Die Zerrissenheit des Tristan Sadler empfand ich als sehr schmerzhaft, anders zu sein, um dadurch verurteilt zu werden, das erleben wir in unserer heutigen Zeit leider noch immer. Boyne klagt nicht an, er zeigt uns Lesern wieder einmal das Schlechte in unserer Welt, so ist es wieder an uns , zu erkennen und endlich zu begreifen. Ein außergewöhnlicher Autor.

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  • Bewegend

    Das späte Geständnis des Tristan Sadler
    Sabine17

    Sabine17

    01. March 2014 um 22:07

    Seit "Das Haus zur besonderen Verwendung" bin ich ein Fan von John Boyne. Das hat sich auch mit diesem Buch wieder bestätigt. Der Großteil der Geschichte spielt 1916 und 1919. Tristan Sadler wird mit 17 von seiner Familie verstoßen, weil er sich zu Jungen hingezogen fühlt. Er fälscht sein Alter und wird für die Front ausgebildet. Im Ausbildungslager lernt er Will kennen und entwickelt schon bald Gefühle für ihn. Will erwidert seine Gefühle zwar, aber versucht sie zu unterdrücken. Die beiden landen in Frankreich in den Schützengräben. Sehr eindrucksvoll erfährt der Leser, wie blutjunge Burschen die Greuel des Krieges erleben. Dreck, Angst, Tod und Läuse bestimmen das Leben. Viele funktionieren nur noch einfach vor sich hin und freuen sich über jeden Tag, den sie überleben. Einige Zeit nach Ende des Krieges nimmt Tristan Kontakt zu Wills Schwester auf, um ihr die Briefe wieder zu geben, die sie ihrem Bruder an die Front geschickt hat. Und um ihr etwas zu gestehen... Kaum jemand kann so gefühlvoll über so schwierige Gefühlswelten in ebensolchen schwierigen Zeiten schreiben wie John Boyne. Ich liebe seinen Schreibstil, der mich von der ersten Seite an zu fesseln vermag. Das ganze Buch hindurch versucht man zu erahnen, was Tristan erlebt hat, dass ihn so nachhaltig verstört hat. Und wenn man es dann erfährt, dann möchte man es am liebsten nicht gelesen haben. Als ich das Buch beendet hatte, musste ich die Geschichte erst einmal verdauen. Fazit: eine absolute Leseempfehlung!

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  • Ein tiefer Blick in Abgründe ...

    Das späte Geständnis des Tristan Sadler
    Monsignore

    Monsignore

    24. February 2014 um 20:58

    Schicht um Schicht gräbt der Autor eine Geschichte aus, die immer entsetzlicher und menschenferner wird. Und wenn man denkt, es kann doch nicht noch schlimmer kommen, dann kommt es schlimmer. Bis zum ganz schlimmen Schluss. Nach dem 1. Weltkrieg reist ein junger Mann in eine britische Kleinstadt, um der Schwester eines an der Front umgekommenen Kameraden persönliche Gegenstände auszuhändigen. Schnell bemerkt der Leser, dass hier eine ganz andere, eine schreckliche Geschichte lauert. Doch die Wahrheit übertrifft diese Befürchtung bei weitem, so wie vermutlich die Realität des Krieges alle Vorstellungen übertrifft. Ein psychologisch fein gesponnener Roman, ereignisreich, mit gut geschriebenen Dialogen, sehr bilderreich. Soviel sei verraten: Es ist ein Buch über Krieg und Homosexualität, über Freundschaft und Verrat.

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  • Wundervoll und tragisch zugleich

    Das späte Geständnis des Tristan Sadler
    Porcelaine87

    Porcelaine87

    11. December 2013 um 13:35

    'Das späte Geständnis des Tristan Sadler' von John Boyne spielt während des ersten Weltkrieges und greift dabei die Geschichte eines jungen Soldaten auf. Das Buch beginnt mit einer Zugfahrt, auf welcher sich der einundzwanzigjährige Tristan Sadler, drei Jahre nach Beendigung des Krieges, befindet. Das Ziel ist Norwich, eine Kleinstadt, in welcher der junge Mann eine Frau namens Marian treffen möchte. In seinem Gepäck befindet sich nicht nur ein Stapel alter Briefe, sondern auch eine tiefgründige Geschichte über Liebe, Hass und Moral. Geplagt von den widersprüchlichsten Gefühlen und dem Drang umzukehren, nimmt die Geschichte um den jungen Sadler ihren Lauf. John Boyne hat mit seinem Buch ein wundervolles Werk geschaffen, welche große Themen des Lebens behandelt. Bereits auf den ersten Seiten zieht die Geschichte um Tristan Sadler den Rezipienten in den Bann und lässt den Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Autor weist einen sehr angenehmen Schreibstil auf, welcher die Tiefe und die Emotionen des Werkes sehr gut einfängt. Er entwickelt ein Gespür dafür, die Spannung aufrecht zu erhalten und die Fantasie seiner Leser anzuregen. Die Kriegsschilderungen erscheinen so real, dass man das Bedürfnis entwickelt, die Kälte auf dem Schlachtfeld sowie den Dreck im Gesicht abzuschütteln. Doch die Angst vor einer reinen Nacherzählung des Krieges wird dem Leser durch den Umstand genommen, dass der Autor die viel wesentlicheren Themen wie zum Beispiel Liebe und Hass in das Geschehen einbettet. Die Geschichte entwickelt mit zunehmender Seitenzahl eine derartige Tragik sowie unvorhersehbare Wendungen, dass der Rezipient darüber schockiert sein wird und es nicht ausbleibt, sich die ein oder andere Träne wegzuwischen. Ein ganz wundervolles Buch, was ich alles in allem nur jedem empfehlen kann!

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  • Leserunde zu "Der freundliche Mr Crippen - Die Geschichte eines Mordes" von John Boyne

    Der freundliche Mr Crippen
    katja78

    katja78

    Leseeulen und Bücherratten hergeschaut! Heute präsentiere ich euch ein neues Buch vom Erfolgsautor "John Boyne". Was hat die S.S. Montrose mit dem verschwinden von Cora Crippen zu tun, wo doch der Verdacht besteht das sie ermordet worden ist? Dies und viele andere Fragen müssen beantwortet werden, weswegen der Arche Verlag zu einer gemeinsamen Leserunde aufruft! Am 20. Juli 1910 verlässt das Passagierschiff S.S. Montrose den Hafen von Antwerpen und steuert mit rund 1.400 Fahrgästen in Richtung Quebec. Unter ihnen aus London ein Vater mit seinem Sohn. Im März desselben Jahres meldet im Londoner Büro von Scotland Yard eine Frau ihre Freundin Cora Crippen als vermisst und äußert einen ungeheuerlichen Verdacht: Coras Ehemann, der Arzt Hawley Crippen, soll seine Frau ermordet haben. Inspektor Walter Drew schenkt diesem Hinweis jedoch keinerlei Glauben, denn Mr Crippen gilt als überaus freundlich, sympathisch und harmlos. Doch auch Mr Crippen scheint wie vom Erdboden verschluckt, und dann macht Scotland Yard eines Tages einen grausigen Fund. Leseprobe In Vor- und Rückblenden zwischen den Ereignissen in London und auf der S.S. Montrose erzählt John Boyne von der spannenden Jagd nach einem Mörder und seiner Komplizin, die sich im Jahr 1910 wirklich so zugetragen hat. Sie führt uns zurück in die große Zeit der Passierschifffahrt kurz vor dem Untergang der Titanic und der großen technischen Erfindungen: Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit wurde ein Täter per Schiffsfunk überführt. Zum Autor Die Bücher von John Boyne, geboren 1971, wurden bisher in mehr als 40 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Der internationale Durchbruch gelang Boyne mit seinem Roman "Der Junge im gestreiften Pyjama", der in vielen Ländern auf den Bestsellerlisten stand, für das Kino verfilmt und von der Kritik als »ein kleines Wunder« (The Guardian) gefeiert wurde. John Boyne lebt in Dublin. www.johnboyne.com Wir würden gerne für diesem Titel zu einer Leserunde einladen, und suchen 10 Leser, die das Buch gerne in einer Leserunde gemeinsam lesen und rezensieren möchten. Für die Bewerbung verratet uns bitte, ob ihr schon ein Buch des Autors kennt. Gerne könnt ihr euch in der Gesamtübersicht vom Arche Verlag umschauen. Es winken viele Neuerscheinungen, doch auch die bereits erschienen Titel, sind eine Lesereise wert. Wir freuen uns auf eure Bewerbungen und erwarten gespannt eure Leseeindrücke! Viel Glück!Eure Katja *** Wichtig *** Ihr solltet Minimum eine Rezension in eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie ihr eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig sie sind. Nehmt doch einfach eurer zuletzt gelesenes Buch und schreibt darüber. Ein Leitfaden, wie eine Rezension aufgebaut ist, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/Leitfaden_Rezensionen.pdf oder auch hier in diesem Thread, wo alles Wissenswerte zusammengefasst ist: http://www.lovelybooks.de/thema/Leitfaden-f%C3%BCr-Rezensionen-und-Leserunden-1017409772/ .Bewerber mit Null Rezensionen werden nicht berücksichtigt!

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  • Leserunde zu "Eine kurze Geschichte vom Sterben" von Linda Benedikt

    Eine kurze Geschichte vom Sterben
    katja78

    katja78

    Vorablesen mit dem Arche Verlag! Heute mag ich euch ein Buch vorstellen, das mich persönlich auch sehr bewegt hat. Linda Benedikt hat "Die kurze Geschichte vom Sterben" geschrieben. Ein zartes, intensives Stück Literatur über eine zutiefst menschliche Erfahrung. Auf knapp 120 Seiten konnte mich dieses Buch noch lange nach dem lesen nicht loslassen, deswegen freue ich mich umso mehr, das ich euch diesen Titel nun in einer Leserunde präsentieren darf. Eine Tochter begleitet ihre Mutter beim Sterben. Was beiden bleibt, ist eine letzte kurze Woche. Auf engstem Raum, in einem Krankenhauszimmer. Aufrichtig und schonungslos gegen sich selbst durchlebt die Tochter Trauer und Glück, Verzweiflung und Wut – und sie versucht, mit dem nicht immer leichten Verhältnis zur Mutter fertigzuwerden, mit den Erinnerungen und dem als sinnlos empfundenen Tod. Linda Benedikts Prosadebüt Eine kurze Geschichte vom Sterben ist ein ergreifender Monolog über das Abschiednehmen und eine schmerzhafte Liebeserklärung zugleich. Es geschieht kaum etwas in diesen sieben Tagen, quälend langsam und eintönig vergeht die Zeit – und doch verändert sich alles. Zur Autorin copyright Gabriela Unseld Linda Benedikt wurde 1972 in München geboren. Sie studierte Politik an der School of Oriental and African Studies in London. Seit 2010 steht sie mit dem politischen Musikkabarett Reality Check - Was Sie noch nie über Israel wissen wollten, sich aber immer schon gefragt haben auf der Bühne, das sie zusammen mit Nirit Sommerfeld geschrieben und realisiert hat. Zuletzt veröffentlichte sie Israel - A love that was. Die Geschichte einer Entzauberung (AphorismA Berlin 2012). Linda Benedikt lebt zur Zeit in München.  Ich suche nun 20 Leser, die dieses Buch gemeinsam in einer Vorableserunde zusammen lesen und anschließend rezensieren wollen. Beantwortet mir dafür folgende Frage: Kennt ihr weitere Bücher aus dem Arche Verlag? Linda Benedikt ist beruflich sehr eingespannt wird aber öfter mal in die Leserunde reinschauen und Fragen beantworten Hier könnt ihr euch gerne mal umschauen, aber Vorsicht, da sind viele interessante Bücher die dringend ein Zuhause suchen ;-) Wir sind gespannt auf eure Eindrücke! Viel Glück

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  • Rezension zu "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" von John Boyne

    Das späte Geständnis des Tristan Sadler
    TheBook

    TheBook

    24. February 2013 um 22:21

    Tristan Sadler begibt sich im September 1919 auf die Fahrt von London nach Norwich, um dort die Schwester eines ehemaligen Mitsoldaten zu treffen. Er erinnert sich, an seine Zeit als noch nicht ganz 18jähriger im Ausbildungslager in Aldershot und an die Grabenkämpfe in Frankreich im 1. Weltkrieg. Tristan freundet sich bereits in der Ausbildung mit Will, für den er besondere Gefühle empfindet. Die Situation eskaliert als Will nicht mehr bereit ist, zu kämpfen und die Waffen niederlegt. Geschickt wechseln die Perspektiven zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die Schrecken der harten Ausbildung und das tagtägliche Sterben im Graben werden geschildert. Langsam erfährt der Leser mehr über die Vergangenheit des jungen Tristan Sadler, gleichzeitig wird die Brücke zur Gegenwart und Zukunft. Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen, der Autor verwendet eine schöne Sprache. Die Kombination aus Weltrkiegserfahrung und persönlichen (Beziehungs)Drame machen den besonderen Wert dieses Buches aus.

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  • Rezension zu "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" von John Boyne

    Das späte Geständnis des Tristan Sadler
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. November 2012 um 09:30

    Inhalt: Tristan Sadler, ein junger Mann, 17 Jahre alt, gibt sich bei der englischen Armee als 18. Jähriger aus und wird zum Kriegsdienst aufgenommen. Das war sein freier Wunsch, so wie viele junge Männer Englands diesen Wunsch äußerten, um gegen den "Fritz", gegen den Deutschen in Frankreich zu kämpfen. Während seiner Grundausbildung in England, lernt Tristan den etwas älteren Will kennen. Schnell freunden sie sich an und sie stehen gemeinsam die Schikanen der Ausbildung durch. Für Tristan beginnt eine Zeit der genauen Beobachtung, denn für ihn bedeutet diese Männerfreundschaft alles! Aber wie sieht es mit Will aus? Wie empfindet er diese Beziehung? Mal ist für Tristan klar, dass auch er, Will, mehr für ihn empfinden muss als "nur" Freundschaft. Dann wieder wird deutlich, dass Will keine Liebe empfinden kann... In Frankreich angekommen beginnt der Alltag des Krieges und was kann da zwischen diesen beiden jungen Männern bleiben - ? Liebe? Hass? Verzweiflung? ** ** ** ** ** ** *** Schreibstil: Keine Besonderheiten. ** ** ** ** ** ** *** Zeitstrang/ Fortschreiten der Geschichte: Die Geschichte entwickelt sich langsam und spielt mehr im Hier und Jetzt. Doch gibt es immer wieder auch zeitsprünge, die zur Folge haben, dass sie nicht "kleben bleibt". ** ** ** ** ** ** *** Quintessenz: Ein tolles Buch! Zwar ist der Anfang doch sehr zäh! - der Autor lässt seine Figuren zu Beginn mehrere Seiten Raum, nur um zu klären, warum ein Hotelzimmer noch nicht bezogen werden kann und das nervt! - ABER: sind diese ersten Seiten überstanden, entwickelt sich die Geschichte einfühlsam, verzweifelt, hoffend, tröstend, liebend... Das Ende lässt Tristan als größten Feigling dastehen. Zwar könnte ich es als Leser nachempfinden im Bezug auf den Krieg. Und doch ist seine Figur eine, die deutlich werden lässt, wie homosexuelle Männer leben musste, wie sie fühlten (den anderen gegenüber, sich selbst gegenüber) und wie sie zusehen mussten, zu leben. Tristan ist die Figur, die seine Homosexualität anerkennt - soweit es (in diesen Zeiten) für ihn möglich erschien. Im Gegensatz zu Will. Will wirft Tristan Blindheit vor, Verblendung. Er selbst "leidet" unter diesem Vorwurf sich selbst gegenüber am Meisten. Er selbst ist es, der seine Art zu lieben bin in den Tod verdrängt und nichts davon sich eingestehen will. ** ** ** ** ** ** ***

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  • Rezension zu "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" von John Boyne

    Das späte Geständnis des Tristan Sadler
    Nefret

    Nefret

    02. October 2012 um 17:26

    England, 1919: Tristan Sadler reist nach Norwich, wo er die Schwester seines verstorbenen Freundes Will trifft und von ihrer gemeinsamen Zeit an der Front während des Krieges zu berichten. Doch Tristan hat ein Geheimnis, das er erst spät enthüllt. Auch wenn es eine Weile gedauert hatte, bis mich das Buch so richtig gepackt hatte, war es vor allem der leichte und elegante Schreibstil John Boynes, der mich eifrig weiter lesen ließ. Zuerst hatte ich den Eindruck, dass die Handlung einer gewissen vorhersehbaren Routine entsprach, in der es um Ideale, Zurückweisung und Einsamkeit ging. Doch im letzten Drittel wurde ich eines Besseren belehrt. Spätestens da hatte mich das Buch endgültig gepackt. Vorher hatten mich schon die Schilderungen des Krieges sehr berührt. Hier treten die unterschiedlichsten menschlichen Eigenschaften wie Prinzipientreue, Idealismus, Mut, Feigheit oder einfach nur blinder Gehorsam zutage. John Boyne zeigt, dass es nicht einfach nur Schwarz oder Weiß gibt. Manche Taten und Handlungen haben Hintergründe, die diese zwar nicht entschuldigen, aber verständlicher machen.

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  • Rezension zu "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" von John Boyne

    Das späte Geständnis des Tristan Sadler
    Iudas

    Iudas

    31. August 2012 um 15:03

    Der Weltkrieg ist schon mitten im Gange, als sich 1916 der damals erst siebzehnjährige Tristan Sadler, von seiner Familie unbarmherzig verstoßen, freiwillig als Soldat meldet. Nach der Ausbildung in Aldershot werden er und seine 18 Kollegen sogleich ins Feld nach Frankreich geschickt um dort gegen die deutschen Truppen zu kämpfen. Inmitten der Wirren dieses unbarmherzigen Krieges findet er in Will Bancroft einen guten Freund, der ihn die Zeit über begleitet. Doch bald schon stirbt Tristans bester und einziger Freund. Von den 19 Soldaten seines Trupps überleben schlussendlich nur zwei - und Tristan ist einer davon. Von tiefen Narben gezeichnet und mit einer schweren Last, die auf seine Seele drückt, bepackt, reist er nach Norwich, um der Schwester seines toten Kameraden die Briefe, die Will im Feld schrieb, zu überreichen und ihr zu berichten, was wirklich geschehen ist. Doch das erweist sich als schwerer als gedacht, denn die Wahrheit über das, was wirklich geschah ist grausam... Der irische Schriftsteller John Boyne ist schon mit mehreren, zumeist sehr zu Herzen gehenden Romanen in Erscheinung getreten, beispielsweise mit Der Junge im gestreiften Pyjama und Das Haus zur besonderen Verwendung. Für seine Werke erhielt er unter anderem auch schon den Irish Book Award für das beste Kinderbuch 2006. Mit seinem neuen Buch Das späte Geständnis des Tristan Sadler begibt man sich auf die Spuren des jungen Tristan Sadler, der im großen Krieg versucht, sich zu beweisen. Dabei erwarten den Leser hier aber durchaus keine Memoiren eines engagierten Soldaten und Kämpfers, sondern eher die Schuldgefühle eines feigen Heldens, der mit dem Kriegstrauma seit dem Ende der Kämpfe 1918 ringt und sie schlussendlich erst in der Niederschrift und dem Gespräch mit Bancrofts Schwester erklären kann. Feinfühlig und filigran mit einer sprachlich überzeugenden Wortwahl gelingt es Boyne die innere Zerrissenheit und den seelischen Konflikt seines Protagonisten zu illustrieren und dem Leser vor Augen zu halten. Bei der Lektüre vertieft man sich voller Freude in diese Welt, die sich hinter den Zeilen verbirgt und kann sich die Szenerien bildlich und lebhaft vorstellen. Auch die Personen werden wunderbar illustriert und mit Leben beseelt, wobei man den Fokus aber nicht nur auf den Protagonisten Tristan legt, sondern auch deutlichst zeigt, dass auch seine Anwesenheit und seine Taten das Schicksal seiner Mitmenschen beeinflusst. Geschickt und mit einer Menge Tiefgang wird hier Einblick in die Gemütswelten der Personen gegeben und dem Leser eines immer wieder gezeigt: der Krieg zerstörte nicht nur die Leben der Soldaten, die sich unter Einsatz ihres Lebens an der Front gegen die gegnerischen Truppen wehrten und nachts nichts schlafen konnten, weil die Granaten ihnen um die Ohren pfiffen. Auch daheim, hinter den feindlichen Linien, litten so manche der Zurückgebliebenen Höllenqualen, wenn sie an ihre Verwandten dachten, die sich in Todesgefahr befanden und vielleicht nie mehr heimkommen würden - und wenn doch, so würde man sie wahrscheinlich nicht mehr erkennen. Denn der Krieg veränderte. Er machte nicht nur aus jungen, unbedarften Männern Kämpfer, die sich auf Befehl ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben in das Feld stürzten; er lehrte einigen der Soldaten auch, was Frieden heißt - und was es bedeutet, für diesen sein Leben zu geben. Wohl nicht umsonst nannte Boyne sein Buch im Original The Absolutist, was soviel wie "Kriegsdienstverweigerer" bedeutet. Tristan entzieht sich diesem Schicksal, indem er untertänig gegenüber Vorgesetzten war und nie Fragen stellte - doch das sollte sich noch als fatal herausstellen... Das große Ganze, das am Ende der Geschichte steht, mag sich dem Leser schon recht früh offenbaren, denn man wird durch allerlei kleine Andeutungen immer wieder in die richtige Richtung gestupst. Aber auch wenn man das Gesamtbild kennen mag, die kleinen Puzzleteile, die das Bild abrunden, werden erst nach und nach offengelegt und machen die Geschichte so spannend. Es wird, um die Spannung zu erhalten, nicht linear erzählt. Episoden zwischen Tristans Aufenthalt in Norwich und seinem Besuch mit Wills Schwester wechseln sich mit den Berichten aus dem Krieg immer wieder ab und sorgen so für eine unterhaltsame und berührende Schilderung. Aber nicht nur das Problem von Krieg und Frieden wird angesprochen - da kann man häufig Parallelen zu Im Westen nichts Neues von Remarque ziehen - es wird auch die turbulente Umbruchszeit nach dem Großen Krieg illustriert. Eine Zeit, in der in Großbritannien und auch anderswo Frauen um ihre Rechte kämpften und sich Anti-Kriegs-Bewegungen gründeten. Boyne gelingt es prächtig, hier dem Leser ein detailreiches Werk dieser Zeit zu präsentieren, das glaubhaft, fesselnd und sehr berührend ist. Lobend soll hier aber auch der Übersetzer Werner Löcher-Lawrence erwähnt werden, der mit großer Sorgfalt das englische Original ins Deutsche übertrug. Mich hat dieses Buch durchweg überzeugt, die Geschichte war realistisch und lebensnah - das Gefühl, hier einen wirklichen Schicksalsbericht zu lesen, beschlich mich mehr als einmal. Berührend, witzig, nachdenklich und traurig. Dieses Buch ist für jedermann sehr zu empfehlen, der ein paar ruhige Stunden damit zubringen und sich von einer sanften Geschichte um Schicksal und Schuld in die Welt des Tristan Sadler mitnehmen möchte.

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