Der Junge auf dem Berg

von John Boyne 
4,8 Sterne bei6 Bewertungen
Der Junge auf dem Berg
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Smilla507s avatar

Unter einem Dach mit Hitler! Spannend, mitreißend und aufrüttelnd! Was das Gefühl von Macht anrichten kann...

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Inhaltsangabe zu "Der Junge auf dem Berg"

Als Pierrot seine Eltern verliert, muss er Paris verlassen und ein neues Leben bei seiner Tante beginnen, die in einem wohlhabenden deutschen Haushalt dient. Aber dies ist keine gewöhnliche Zeit: Der zweite Weltkrieg steht vor der Tür. Und es ist kein gewöhnliches Haus: Es ist der Berghof – Adolf Hitlers Sommerresidenz. Fassungslos muss der Hörer miterleben, wie sich Pierrot zum skrupellosen Nazi wandelt, seinen besten Freund verleugnet und seine Tante verrät.

John Boyne ist das eindringliche Porträt eines Jungen gelungen, der den Machtversprechen des Nationalsozialismus erliegt und sich viel zu spät bewusst wird, wie menschenverachtend und hasserfüllt deren Ideologie – und sein eigenes Handeln – ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783731311645
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Igel Records
Erscheinungsdatum:21.08.2017
Das aktuelle Buch ist am 24.08.2017 bei FISCHER Kinder- und Jugend-E-Books erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    MiGus avatar
    MiGuvor 5 Monaten
    Diese Geschichte lässt einen nicht so schnell los

    Kurzbeschreibung
    Nachdem Pierrot zur Waise wird, muss er zu seiner Tante ziehen, die ihn einem deutschen Haushalt dient.
    Der 2. Weltkrieg steht vor der Tür und es handelt sich bei dem Haushalt um die Sommerresidenz von Adolf Hitler.
    Pierrot verwandelt sich mit der Zeit in einen Nazi, der nicht nur seinen Freund, sondern auch seine Tante verrät.

    Eindruck
    John Boyne erzählt in diesem Roman die tragische und sehr bewegende Geschichte von Pierrot, der nach dem Tod seiner Eltern im Berghof aufwächst und in Adolf Hitler eine Art Vaterfigur sieht.
    Er vergöttert den Führer, schaut zu ihm auf und lässt sich mehr und mehr von den falschen Idealen des Nationalsozialismus locken.
    Hautnah erlebt der Zuhörer diese Entwicklung und wird so zum direkten Beobachter einer unglaublich dramatischen Geschichte.
    Zunächst sind es immer wieder leise versteckte Anspielungen, die die Richtung vorgeben und den Zuhörer ahnen lassen, welchen Weg diese Handlung nehmen wird.
    Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, bei der man unwillkürlich hin- und hergerissen ist, den Protagonisten zu verurteilen und dennoch mit ihm mitzufühlen.
    Unaufhaltsam sieht man die Welle der Konsequenzen auf ihn zurollen und weiß, es kann einfach nicht gut ausgehen.
    Musikalische Untermalung kündigen neue Kapitel an und die Sprecher Boris Aljinovic und Roman Fuhrmann tragen diese Geschichte mit sehr viel Feingefühl vor.
    Es gelingt ihnen, bedrohliche Szenen spürbar zu betonen und schaffen somit eine sehr intensive Atmosphäre, die diesen Roman noch lebendiger werden lassen.
    Genau das bringt einen zusätzlichen Schauer ein, denn der Erzählstil an sich, der sehr in die Tiefe geht, ist schon ziemlich detailliert und bildhaft.

    Dies gilt auch für die Beschreibung des Handlungsortes.
    Ich kenne die Umgebung des Obersalzbergs ein wenig, aber selbst wenn man sie nicht kennt, kann man sich dank dieser bildhaften Beschreibung die Zeit und den Ort sehr gut vorstellen.
    Ähnlich ging es mir mit den Figuren, deren Darstellung meiner Meinung nach eine absolute Glanzleistung ist.
    Sie sind alle sehr detailliert beschrieben, sodass man ziemlich schnell ahnt, wie berechenbar oder auch unberechenbar diese sind.
    Pierrot, die Hauptfigur hat sehr viele Gedanken in mir auslösen können.
    Auf der einen Seite ist er ein unschuldiges, naives Kind, dass plötzlich Waise wird und sich dann zu einem skrupellosen Nazi entwickelt. Ihm scheint zumindest anfangs nicht bewusst zu sein, in welche Schwierigkeiten er gerät und will doch im Grunde genommen alles richtig machen.
    Ein guter Junge sein, ein Soldat wie sein Vater!
    So schwankte ich zwischen Mitgefühl und völligem Entsetzen.
    Auch Adolf Hitler wird hier sehr eindringlich beschrieben, was dieser ganzen Handlung ein noch viel größeres Grauen verleiht.
    Doch auch die Nebenfiguren sind sehr bildhaft gezeichnet und können unterschiedliche Gefühle auslösen.
    So entsteht in dieser Handlung eine Art Sogwirkung, die bis zum Schluss erhalten bleibt, und trotz dieser Dramatik und dem ernstzunehmenden Hintergrund, bis zur letzten Minuten fesseln kann.

    Fazit
    „Der Junge auf dem Berg“ ist eine Geschichte, die man so schnell nicht mehr vergisst, weil sie einen nicht loslässt.
    Selten beschäftigt mich eine Handlung dermaßen intensiv und lange, lässt mich nachdenklich zurück, mit dem Gefühl, dieses ganze Drama „live“ miterlebt zu haben.
    Schon „Der Junge mit dem gestreiften Pyjama“ hat mich sehr beeindruckt aber mit diesem Roman hier, konnte John Boyne diesen Eindruck noch mal toppen!

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    RebekkaTs avatar
    RebekkaTvor 10 Monaten
    Ein ganz normaler Junge?!

    "Der Junge auf dem Berg" von John Boyne aus dem KJB Verlag gesprochen
    von Boris Aljinovic



    Ich habe mir das erste Mal die Zusammenfassung hinten auf den CDs nicht
    durchgelesen und wusste so eigentlich gar nicht, was mich erwartet. Es
    geht um Pierrot, der in Frankreich aufgewachsen ist und erst seinen
    Vater und dann seine Mutter verliert. Es sind schwere Zeiten, sodass er
    leider nicht bei seinem besten Freund und seinem Hund D´Artagnan bleiben
    kann und als Halbdeutscher nach einem kurzen Aufenthalt im Kinderheim,
    zu seiner deutschen Tante soll. Soweit eigentlich kein Problem, ja es
    waren ein paar Gegebenheiten die mich ans dritte Reich erinnerten, aber
    erst bei CD 2 wurde mir klar, wo "Peters" Tante Beatrix arbeitet und vor
    allem bei wem.

    Das Hörbuch macht nachdenklich. Wie weit werde ich beeinflusst? Wie weit
    haben andere Menschen "Macht" über mich und bin ich in der Lage so zu
    werden?



    Cover: Ich fand es interessant auch wenn es erstmal nicht auf das Thema
    schließen lässt, welches mich erwartet.


    Sprecher: Die ruhige und teilweise bedrückende Stimme von Boris
    Aljinovic erzählt die Geschichte sehr gut. Erschrocken habe ich mich
    dann alerdings als er den "Herren" des Hauses nachgemacht hat!



    5 CDs mit einer Gesamtlänge von 387 Minuten für Jugendliche ab 12
    Jahren. Das empfolene Alter finde ich etwas früh, da der
    Nationalsozialismus in der Schule recht spät dran kommt. Auf der CD sind
    zwar keine grausamen Details beschrieben, aber ich denke das eben das
    Nachdenken über die Zeit zu kurz kommt wenn man sich mit dem Thema noch
    nicht so gut auskennt. Ich frage mich was aus mir geworden wäre, hätte
    ich widerstehen können? Hätte ich Menschen verraten, zusehen können wie
    sie ermordet werden? Könnte ich mit der Schuld leben?

    Ein Hörbuch welches auch gerade durch den Sprecher zu einem gelungenem
    Hörbuch wird und mich nachdenklich zurück lässt.

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    monerls avatar
    monerlvor einem Jahr
    Meisterhaft

    Es ist 1936. Pierrot lebt in Frankreich und ist ein ganz normaler Junge von 7 Jahren, glücklich mit seinen Eltern, seinem besten jüdischen Freund Anshel und seinem Hund D´Artagnan. Doch es bleibt nicht so schön für ihn. Das Familienleben wird zerrüttet und als dann nach seinem deutschen Vater auch noch seine französische Mutter stirbt führt ihn sein Weg als Vollwaise in ein Waisenheim. Da er dort unglücklich ist, scheint seine Tante Beatrix, die deutsche Schwester seines Vaters, seine Rettung zu sein. Sie nimmt ihn mit auf den Berghof, das Landhaus Hitlers am Obersalzberg in Bayern. Und das traurige Schicksal nimmt seinen Lauf.

    John Boyne hat einen faszinierenden Jugendroman zum Thema 2. Weltkrieg und die Verbreitung der faschistischen / rassistischen Ideologie geschrieben. Dabei bedient er sich Pierrots, eines jungen, unerfahrenen, einsamen und unglücklichen Jungen. Dieser Blickwinkel, wie der Leser aus Sicht Pierrots die Indoktrination mitbekommt und wie aus einem unschuldigen Kind schleichend ein Schuldiger wird, hat mir große Gänsehaut bereitet.  

    Der sympathische Pierrot verläugnet seine französische Seite, ändert seinen Namen zu Peter, giert nach Aufmerksamkeit und Liebe und bekommt dies dann von Adolf Hitler. Er wird gelobt, ermuntert, behutsam vereinnahmt und fühlt sich damit als etwas besonderes. Der große Führer will IHN um sich herum haben, Er schenkt ihm Uniformen der Hitlerjugend und gibt ihm damit eine Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. Peter, der außer seiner sehr beschäftigten Tante keine Familie mehr hat, die ihm Halt geben könnte, ist somit absolut prädestiniert alles ungefragt hinzunehmen und zu einem Nazi zu werden.

    Je größer das Grauen, desto schneller wird das Erzähltempo, das im Hörbuch grandios durch die musikalische Untermalung, vor den einzelnen Kapiteln, hervorgehoben wird. Die Art der Musik lässt die Entwicklung der Geschichte erahnen. Als Hörer kann man sich dem Entsetzen, das einen packt, nicht erwehren. 

    Im Verlauf der Geschichte stellte ich fest, dass ich mich seltsam hilflos fühlte. Ich überlegte, an welchem Punkt man bei Peter hätte ansetzten und einschreiten können, um diese (seine) Entwicklung zu stoppen. Im übertragenen Sinne sah ich zu keiner Zeit die Möglichkeit einzuschreiten. Diese Erkenntnis war wie ein Schlag ins Gesicht! Muss man sich heute leider wieder mit der Erstarkung der rechten Szene und braunem Gedankengut herumplagen, auseinandersetzen und miterleben, wie vieles, das nach dem Krieg und bis vor ein paar Jahren nicht gesagt und gezeigt werden durfte, nun alltagstauglich geworden ist. Mein Lerneffekt aus dem Buch ist, dass sich keiner überzeugen lassen wird, der nicht will, sind die Argumente noch so einleuchtend und plausibel. Umso wichtiger ist es parallel alle diejenigen "abzufangen", die sich noch am Anfang befinden. Unermüdlich muss somit dagegengehalten werden. Es kostet Kraft, doch eine Alternative sehe ich nicht. 

    Das Ende betreffend, war ich ursprünglich unschlüssig, ob es mir gefällt oder nicht. Nachdem ich die Geschichte habe sacken lassen, setzte das Gefühl ein, dass ich mit dem Ende zufrieden bin. Zuerst fühlte es sich an, als wäre es zu schnell gekommen. Doch die Geschichte war erzählt und alles weitere wäre ein In-die-Länge-ziehen gewesen. Da es sich hier um ein Kinder- und Jugendbuch handelt, ist dem Autor der Abschluss auf diese Art gelungen. Ich finde es richtig und wichtig, jungen Lesern zu zeigen, dass jedes Handeln Konsequenzen hat, für die man einstehen und sich mit ihnen auseinandersetzen muss - am besten im Vorfeld.

    Zum Hörbuch:
    Wie oben bereits erwähnt, wird dieses Hörbuch durch Musik bereichert und bringt dadurch das Grauen und die Tragik noch deutlicher hervor. Zudem ist der Sprecher, Boris Aljinovic, ein Genie. Seine Stimme und die Art des Sprechens ist für dieses Buch ein Volltreffer!

    Fazit:
    Ein wichtiges Buch gegen das Vergessen! Eine Geschichte, die mir weh getan und mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Absolut empfehlenswert, auch als Pflichtlektüre für den Schulunterricht, denn es kann nie früh genug angefangen werden, aufzuklären! Für alle Hörbuchfans, unbedingt als Hörbuch genießen!
    ___________________________________________
    https://monerls-bunte-welt.blogspot.de/2017/10/buchvorstellung-der-junge-auf-dem-berg.html

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    Smilla507s avatar
    Smilla507vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unter einem Dach mit Hitler! Spannend, mitreißend und aufrüttelnd! Was das Gefühl von Macht anrichten kann...
    Mit Hitler unter einem Dach

    Pierrot erlebt in Paris das Aufkeimen des Antisemitismus. Nach dem Tod seines Vaters und später seiner Mutter kommt er zunächst in ein Waisenhaus. Eine ihm unbekannte Tante holt Pierrot zu sich - sie arbeitet auf dem Berghof. Aus Pierrot wird Peter, aus einem Franzosen ein Deutscher. Schon bald macht der Junge Bekanntschaft mit Hitler...

    John Boyne zeigt auf spannende und anschauliche Art, welche Auswirkungen das Gefühl von Macht hat. Wie beeinflussbar wir doch sind. Wie das bei Erzählungen über den Krieg nun mal ist, gibt es auch hier ein paar weniger schöne Szenen, die mich schwer schlucken ließen. Ich denke, das Buch ist eher ab 14/15 Jahren geeignet - und natürlich auch für Erwachsene.

    Boris Aljinovic liest sehr souverän. Hitler zu intonieren stelle ich mir nicht leicht vor, aber das hat er m.E. sehr gut geschafft. Dass noch ein zweiter Sprecher am Ende auftaucht, hat mich ziemlich überrascht und war ein genialer Schachzug - vor allem die Umsetzung. Mehr will ich nicht verraten. Zu erwähnen sei bei der Hörbuchfassung noch, dass musikalische Stücke die Kapitel voneinander trennen. Sie sind sehr verschieden, heizen die Spannung teilweise noch mal an, weil sie schlimmes erahnen lassen.

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    missNaseweiss avatar
    missNaseweisvor 7 Monaten
    Borusse70s avatar
    Borusse70vor 8 Monaten

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