John Burnside Die Spur des Teufels

(27)

Lovelybooks Bewertung

  • 38 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 2 Leser
  • 9 Rezensionen
(2)
(8)
(12)
(5)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Spur des Teufels“ von John Burnside

Eines Nachts, so erzählen sich die Bewohner des schottischen Küstenortes Coldhaven, entstieg der Teufel dem Meer und wanderte durch ihr schlafendes Städtchen. Seither nistet das Böse in ihrer Mitte. Michael Gardiner kennt die dunklen Seiten Coldhavens. Als Kind zog er mit seinen Eltern, einem Künstlerpaar, hierher. Von Anfang an war er der Außenseiter und wurde von den Mitschülern gequält. Dann ließ er sich mit einem Mädchen aus dem Dorf ein. Jahre später begeht dieses Mädchen auf erschreckend brutale Weise Selbstmord, und in Michael werden dunkle Erinnerungen wach …

Der erste Teil ist zäh und langweilig, dann wirds zum Glück besser. Trotz großartigen Stils Burnsides schwächster Roman, den ich bisher las.

— letusreadsomebooks

Stöbern in Romane

Die Schatten von Ashdown House

Mischung aus historischer Wahrheit, Mystik und Erforschung der eigenen Familiengeschichte - dramatisch und spannend

schnaeppchenjaegerin

Die Melodie meines Lebens

Gut, aber der Titel verspricht mehr....

buchstabensammlerin

Die Bucht, die im Mondlicht versank

Eine verquere Gleichung, dessen Variablen sich stetig ändern und am Ende zu nem erschreckenden Ergebnis kommen. Fesselnd und vielschichtig.

Ro_Ke

Winterengel

Liebenswerte Geschichte mit Protagonisten die man einfach gerne haben muss :).

H.C.Hopes_Lesezeichen

Leere Herzen

Konnte mich nicht überzeugen

dartmaus

Die Lichter von Paris

Ganz nett, aber mehr nicht.

sanrafael

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Nur halbwegs überzeugend...

    Die Spur des Teufels

    letusreadsomebooks

    25. July 2016 um 21:31

    Michael Gardiner lebt zurückgezogen abseits des schottischen Küstendorfes Coldhaven. Eines Morgens liest er in der Zeitung, dass sich eine Frau namens Moira Birnie umgebracht hat und dabei auch ihre beiden Söhne mit in den Tod gerissen wurden. Einzig die Tochter Hazel blieb am Leben. Erst nach einiger Zeit wird Michael klar, dass es sich bei Moira um die Frau handelt, mit der er eine kurze Affäre hatte.Plötzlich sind die Erinnerungen an seine Jugend wieder da: wie seine Eltern von den Dorfbewohnern tyrannisiert wurden und er selbst von Moiras Bruder gequält wurde. Und ebenso an Mrs. Collings, die ihm riet, sich nicht alles gefallen zu lassen. Seitdem trägt er ein düsteres Geheimnis mit sich. Der Beginn des Romans Die Spur des Teufels von John Burnside hat bei mir die Erwartung an einen düsteren Thriller hervorgerufen, die sich beim Lesen allerdings nicht erfüllt hat. Der Beginn ist noch sehr mysteriös, so wird davon berichtet, dass der Teufel angeblich in Coldhaven an Land gekommen wäre und zudem erscheint der Zeitungsartikel, der von dem Suizid und dem Tod der Kinder berichtet. Was dann aber folgt, ist eher ein Monolog von Michael, der sich an seine schwere Kindheit erinnert. Das Verhältnis zu den Eltern macht keinen besonders guten Eindruck. Weder erzählt er ihnen davon, wie er gemobbt wird, noch berichten sie ihm, dass sie als Fremde in dem Dorf nicht willkommen sind. Zum Zeitpunkt des Erzählens ist Michael längst erwachsen, wohlhabend und, wie mir schien, auch etwas gelangweilt. Die fehlende Kommunikation, die bereits seine Beziehung zu den Eltern prägte, findet sich nun in seiner Ehe wieder, die nicht gerade als glücklich zu bezeichnen ist. Leider bin ich Michael während der Lektüre nie richtig nahe gekommen. Dadurch wurde die Handlung für mich öfter etwas zäh. Zu Beginn fand ich eigentlich nur die Abschnitte interessant, die sich mit Michaels Eltern, einem Künstlerehepaar, beschäftigten (leider wird hier ein Geheimnis zwischen den beiden angesprochen, aber nicht aufgeklärt). Zum Glück hat sich dieser negative Anfangseindruck im weiteren Verlauf geändert. Der zweite Teil hat mich dafür mehr gefesselt. Nachdem Michael klar geworden ist, dass er mit Moira vor vierzehn Jahren eine Affäre hatte und die überlebende Tochter genauso alt ist, kommt eine neue Dynamik in die Erzählung. So wird Michael zu einer Art Stalker und die Geschichte wird schon fast zu einem Roadtrip, bei dem der intertextuelle Bezug zu Nabokovs Lolita so offensichtlich ist, dass Michael ihn selber anspricht. Was mir, wie schon bei anderen Romanen Burnsides, außerordentlich gut gefallen hat, ist der Stil des Autors. Vor allem seine ruhigen, bildreichen Naturbeschreibungen erzeugen eine besondere Atmosphäre. Manchmal kam ich im Sommer frühmorgens mit dem Rad her und betrachtete aus halb offener Tür den Sonnenaufgang. An diesem Feldrain ging die Sonne über Bäumen und nicht über dem Wasser auf, weshalb sie hier ganz anders aussah als auf der Landzunge oder der Strandpromenade. Manchmal schimmerte sie weißlich, beinahe gespenstisch, und man musste zwischen den all den Blättern schon fast danach suchen, dann wieder, vor allem zu Beginn des Frühlings, schien sie wie ein großer roter Ball am Horizont hochzuschnellen und die kahlen Bäume in glosendes, glutrotes Feuer zu tauchen. Generell wirkt der Roman an manchen Stellen sprunghaft und scheint keiner klaren Chronologie oder klaren Struktur zu folgen. Die Übergänge entsprechen den Gedanken von Michael und so folgt der gesamte Roman seinen Assoziationen und Kommentaren zum Geschehen und Erinnern. Die Spur des Teufels ist für mich bis jetzt der schwächste Roman von John Burnside. Gerade den ersten Teil der Handlung fand ich langweilig, was vor allem daran lag, dass ich keinen Bezug zu Michael herstellen konnte, der das Geschehen wie in einem Monolog darstellt. Und wenn der Stil von John Burnside nicht so gut wäre und ich nicht ein Fan von ihm wäre, hätte ich es vermutlich nicht zu Ende gelesen. Der weitere Teil der Handlung ist dann zum Glück spannender und konnte mich etwas für den Anfang entschädigen.

    Mehr
  • Konnte mich einfach nicht fesseln

    Die Spur des Teufels

    lord-byron

    Außerhalb von Coldhaven, einem wenig spektakulären Städtchen an der schottischen Küste, lebt Michael Gardiner mit seiner Frau Amanda ein wenig spektakuläres Leben. Tief unter der Oberfläche seiner beinahe beschaulich anmutenden Existenz liegt zwar ein dunkles Geheimnis. Aber das hat er beinahe selbst schon vergessen. Er hat sich dort am Rande der Welt eingerichtet, wo schon seine Eltern Zuflucht gesucht hatten vor der kaltherzig-bornierten Feindseligkeit der Leute von Coldhaven. Nicht nur unter dieser hatte auch er zu leiden gehabt. Doch das alles liegt für ihn weit zurück. Bis eines Morgens der Schleier des Vergessens, der sich milde über Gardiners Vergangenheit gelegt hat, durch eine Zeitungsmeldung jäh zerrissen wird: Moira Birnie, eine hitzige Affäre aus einer ihm sehr fernen Zeit, hat sich umgebracht und auch ihre beiden Söhne mit in den Tod genommen. Mit einem Mal ist alles wieder da. Nicht nur die Erinnerung an Moira, auch das dunkle Geheimnis, das Gardiner tief in seinem Inneren vergraben hat, drängt mit Macht in sein Bewusstsein. Und dann ist da noch Moiras größere Tochter Hazel, von der er zu glauben beginnt, er sei ihr Vater. Mit ihr im Schlepptau macht er sich auf eine ziellose und beängstigend bizarre Reise, von der er im doppelten Sinne allein zurückkehrt. Zuerst verschwindet Hazel, und als er nach langer Wanderung wieder in sein Haus kommt, ist dieses leer -- seine Frau hat ihn verlassen… (Quelle Amazon) Michael Gardiner zieht als Junge mit seinen Eltern auf die einsame Landzunge. Sein Vater, der sein Geld als Naturfotograf verdient, liebt diesen Ort. Ist den ganzen Tag unterwegs um Vögel zu beobachten. Michael findet keinen Anschluss. Hat keine Freunde und lebt in seiner eigenen kleinen Welt aus Büchern und Träumen. Und dann wird er auch noch schikaniert. Traut sich kaum noch aus dem Haus. Mag nicht mit seinen Eltern darüber reden, so wie auch seine Eltern ihm nie erzählen, wie sehr sie von den Bewohnern von Coldhaven gemobbt und schikaniert werden. Und das ist es, glaube ich, was mich am Meisten gestört hat. Diese Sprachlosigkeit der Charaktere. Genauso war es dann später zwischen Michael und seiner Frau Amanda. Sie sprachen nicht miteinander und eigentlich war das gar keine Ehe. Kein Wunder, dass irgendwann alles auseinander brach. Ich muss zugeben, dass dieses Buch und ich keine richtigen Freunde wurde. Vielleicht war es einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Vielleicht komme ich auch nicht mit dem Schreibstil des Autors zurecht. Es war mein erstes Buch von John Burnside. Die Sprache des Buches ist wirklich schön, aber die Charaktere blieben mir absolut fremd. ich konnte keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Die Landschaftsbeschreibungen sind sehr schön, aber mit der Zeit fingen sie an mich zu langweilen. Die Geschichte ist eigentlich sehr interessant, aber mich konnte sie nicht packen. Ich kann einfach nicht festmachen an was es lag. Ich wollte schon wissen, wie die Geschichte endet, aber ich hatte kaum Lust, das Buch zur Hand zu nehmen. So etwas, ist mir noch nie passiert. Auch die Zeitsprünge fand ich eigentlich sehr gut. Ich werde das Buch wohl noch einmal lesen, oder eine andere Geschichte des Autors. Im Moment kann ich leider nicht mehr als 3 von 5 Punkte vergeben. Ich glaube, für diese Geschichte muss man sich einfach Zeit lassen und die hatte und habe ich gerade nicht. Ich danke dem randomhouse Bloggerportal, dass sie mir dieses Buch zur Verfügung gestellt haben und ich den Autor kennenlernen durfte. © Beate Senft                     

    Mehr
    • 3

    lord-byron

    07. November 2015 um 14:38
    Floh schreibt wow, dieses Cover lockt mich total!

    Mich hatte es auch gleich angesprochen

  • Eine Reise ins Nichts

    Die Spur des Teufels

    Stefan83

    07. October 2011 um 10:05

    Es hat lange gedauert, bis sich endlich ein deutscher Verlag dazu durchringen konnte, die Bücher des im Jahre 1955 geborenen schottischen Autoren John Burnside, der in seiner Heimat bereits länger als bedeutender Lyriker und Erzähler gilt, zu übersetzen und zu veröffentlichen. Liest man die vielen hochpreisenden Rezensionen zu seinem Buch „Die Spur des Teufels“, so erweckt es den Eindruck, als hätte das deutsche Lesepublikum dessen Werke bereits sehnsüchtig erwartet. Von einem „betörendem Leseerlebnis“ und einem „beglückend verstörendem Buch“ ist da die Rede, das die Welten von John Banville und Stephen King vermischt, und damit eine Brücke zwischen dem Gesellschafts- und dem mystischen Spannungsroman schlägt. Das es zudem noch an der Ostküste Schottlands spielt und von einer Buchhändlerkollegin ausdrücklich empfohlen wurde, gab schließlich den Ausschlag zum Kauf dieses Buches, den ich letztendlich dann zwar nicht vollends bereut habe, aber mir genauso gut hätte verkneifen können. All den Lobeshymnen zum Trotz hat mich „Die Spur des Teufels“ nämlich merkwürdig kalt gelassen, wenngleich die Handlung, zumindest anfangs, äußerst geschickt mein Interesse zu wecken verstand. Diese sei hier schnell angerissen: Außerhalb von Coldhaven, einem wenig spektakulären Städtchen an der schottischen Küste, lebt Michael Gardiner mit seiner Frau Amanda ein wenig spektakuläres Leben. Tief unter der Oberfläche seiner beinahe beschaulich anmutenden Existenz liegt zwar ein dunkles Geheimnis. Aber das hat er beinahe selbst schon vergessen. Er hat sich dort am Rande der Welt eingerichtet, wo schon seine Eltern Zuflucht gesucht hatten vor der kaltherzig-bornierten Feindseligkeit der Leute von Coldhaven. Nicht nur unter dieser hatte auch er zu leiden gehabt. Doch das alles liegt für ihn weit zurück. Bis eines Morgens der Schleier des Vergessens, der sich milde über Gardiners Vergangenheit gelegt hat, durch eine Zeitungsmeldung jäh zerrissen wird: Moira Birnie, eine hitzige Affäre aus einer ihm sehr fernen Zeit, hat sich umgebracht und auch ihre beiden Söhne mit in den Tod genommen. Mit einem Mal ist alles wieder da. Nicht nur die Erinnerung an Moira, auch das dunkle Geheimnis, das Gardiner tief in seinem Inneren vergraben hat, drängt mit Macht in sein Bewusstsein. Und dann ist da noch Moiras größere Tochter Hazel, von der er zu glauben beginnt, er sei ihr Vater. Mit ihr im Schlepptau macht er sich auf eine ziellose und beängstigend bizarre Reise... Das es oftmals die ersten Zeilen sind, welche den Leser für ein Buch gewinnen, scheint Burnside nicht nur gewusst, sondern bewusst kalkuliert zu haben. Anders lässt sich zumindest der schaurige, kunstvoll-düstere Beginn nicht erklären, der im weiteren Verlauf keinerlei größere Bedeutung mehr auf die Handlung ausüben wird. „Die Spur des Teufels“ ist nämlich keinesfalls eine Gruselgeschichte vor der rauen, schottischen Küste im Stile Algernon Blackwoods. Und auch wenn sich Parallelen mit den nicht minder verschlafenen Nestern in Stephen Kings Werken andeuten, ist das Buch weit von der phantastischen Literatur entfernt. Am nächsten kommt Burnside noch John Banville, wobei ersterer in diesem Fall von dem mystischen Gesang auf Meer, Gezeiten und Wetter ebenfalls absieht. Fakt ist: Für die uns hier erzählte Geschichte, hätte es der Sage von dem dem Meer entstiegenen Teufel nicht bedurft. Sie, so vermute ich, dient ausschließlich der vorrangigen Erweckung des Leseinteresses, gerät aber mit der zunehmenden Konzentration auf die Lebensgeschichte des Ich-Erzählers, Michael Gardiner, in den Hintergrund. Und dessen Leben ist eng verknüpft mit den Vorgängen in Coldhaven, diesem verschlafenen Nest, in das Michaels Eltern vor langer Zeit gezogen sind, um dem Stadtleben, aber auch der unheilvollen Vergangenheit zu entfliehen und um an der sturmumtosten Küste neue Inspiration zu finden. Was sie schließlich fanden, war jedoch etwas ganz anderes. Burnside präsentiert Coldhaven als eine in sich geschlossene Gesellschaft, in der Außenseiter argwöhnisch betrachtet und nicht selten mit allen Mitteln schikaniert werden. Die Wahrung des Status Quo ist die Aufgabe dieses verschrobenen, provinziellen Pöbels. Neu hinzugezogene werden dabei als Gefahr für den Frieden und die Sicherheit der Allgemeinheit angesehen. Das müssen ziemlich früh auch Michaels Eltern erfahren, die nach offenen Drohungen die Stadt verlassen, um schließlich ein etwas fernab stehendes Haus an einer Landzunge zu bewohnen. In der Familie wird das Problem mit den Nachbarn tot geschwiegen. Michael, ausgegrenzt und ohne Freunde, wird nun beim täglichen Gang zur Schule zur beliebten Zielscheibe des nicht zu stillenden Zorns. Er ist als Schüler verpönt und wird von Malcolm Kennedy bei jeder sich bietenden Gelegenheit drangsaliert. Früh lernt Michael die Angst und die Oberflächlichkeit der Bewohner kennen und zu hassen. Seine einzige Verbündete findet er in der alten Blumenliebhaberin Mrs. Collings, welche ihm nicht nur Schutz bietet, sondern auch Anleitungen zum Leben gibt. Michael, der vor seinen Eltern niemals die Schranke des Schweigens durchbricht, nimmt ihre Hilfe dankbar und sich des Problems Malcolm an. Eine Entscheidung, die letztlich schreckliche Folgen haben soll. Hätte John Burnside den anfänglichen Aufbau der Geschichte beibehalten, „Die Spur des Teufels“ wäre wohl einer meiner Favoriten in diesem Jahr (gelesen 2010) geworden. Der schottische Autor überzeugt mit einer lyrischen Sprache und schönen, kraftvollen Bildern (Die Schatten der Vergangenheit werden hier nicht selten in der Farbsymbolik metaphorisch verwendet). Seine kargen und doch malerischen Naturbetrachtungen bilden gleichzeitig Kontrast und Ergänzung zu der herben Seite der Menschen. Diese bzw. deren Einzelschicksale und Verbindungen untereinander, bilden das Gerüst dieses Romans und ein im Unterton anklagendes Zeitgemälde. Burnside schildert eine Gesellschaft aus Angst, Missverstehen, Kleingeistigkeit und beschränkter Warnnehmung, welche ausgrenzt, um selbst nicht ausgegrenzt zu werden. Es sind diese poetischen, tiefgründigen Passagen der ersten Hälfte, welche nicht nur nachwirken, sondern gleichzeitig eine unheimliche Sogkraft entwickeln. Leider erfährt das Buch dann aber ab hier einen Bruch innerhalb der Geschichte. Michaels Reise mit seiner vermeidlichen Tochter verbaut den bis hierhin stringenten roten Faden der Geschichte und bildet DAS große Manko des Romans. Nicht nur, dass die Gemeinsamkeiten zu Nabokovs „Lolita“ deutlich ersichtlich werden. Auch die rätselhafte Beziehung wird äußerst unbefriedigend und konstruiert ausgearbeitet und lässt eine nähere psychologische Betrachtung vermissen. Es bleibt eine Reise ins Nichts, die auf gleichem Wege wieder zurückführt und damit letztendlich den vorherigen Zustand wiederherstellt. Möglich, dass der Lyriker Burnside die Kapitel sich reimen lassen wollte. Mir jedenfalls kam es so vor, als musste hier dringend ein Ende gefunden werde. Ein Ende, das mich sehr unbefriedigt und stirnrunzelnd zurückgelassen hat. Insgesamt ist „Die Spur des Teufels“ zweifelsohne ein sprachlich kunstvolles Werk, das Burnsides großes Können in vielen Passagen mehr als andeutet, bei all der atmosphärischen Melancholie aber mir viel zu viele Fragen offen gelassen und mich gleichzeitig zu wenig berührt hat. Vielleicht eine Empfehlung für Schottlandfreunde, die eine unaufgeregte Handlung und konstrastreiche Bilder in der Sprache lieben. „Ein literarischer Thriller“, wie auf dem Buchdeckel angekündigt, ist dieses Buch jedenfalls nicht.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Spur des Teufels" von John Burnside

    Die Spur des Teufels

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. March 2010 um 22:35

    Wir befinden uns in einem schottischen Ostküstenort (Ostküste wichtig, weil es an der Westküste zwanzigmal öfter regnet :)), in dem abseits, und zurückgezogen Michael Gardiner lebt. Eines Morgens schlägt er die Zeitung auf, und liest das sich eine Frau verbrannt hat, zusammen mit ihren beiden Söhnen in einem Auto. Ihre vierzehnjährige Tochter hat sie an einer einsamen Landstraße ausgesetzt. Ein Prozess setzt sich in Gang, ziemlich lange braucht er um zu erkennen, das diese Moira Birnie, die sich erweitert suizidiert hat, die Frau ist, mit der er mal eine kurze Beziehung hatte. Viele verdrängte Erinnerungen tauchen auf. An seine Eltern, seine Kindheit, seine Schulzeit, an dem "Mord", genauer gesagt der tödlichen Falle, die er seinem Quäler Malcolm gestellt hat. Burnside springt vor und zurück in der Zeit, während des Romans, was ich sehr gelungen und angenehm empfand, weil ich das nachvollziehen konnte. Die Verarbeitung dessen was war, und was sein wird und könnte. Es kam in mir während des Lesens an vielen Stellen das Gefühl auf, der Roman hat autobiographische Züge. Inwieweit das zutrifft, oder ob in mir nur der Eindruck entstanden ist, weil der Text und die Sprache so gelungen ist, weiss ich nicht. Aber es kam dann so rüber. Der Stein des Anstosses zur Tat, ist dann die Frage, die Michael sich stellt: Ist diese vierzehnjährige womöglich seine Tochter ? Er rätselt und rechnet. Kann es aber nicht wissen. Er nimmt Kontakt auf zu diesem Mädchen, daraus entwickelt sich dann auch der Abschluss des Romans. Ich will darüber aber nichts verraten. Es ist kein Thriller mit Auflösung oder einem Knalleffekt. Es ist ein gut geschriebener Roman über Transformation, Katharsis, eine Selbstfindung. Ziemlich sperrig und unkonventionell wie ich fand. Sehr gefühlsbetont. Das Leben kann nur gelebt werden, wäre vielleicht die Schlussfolgerung dieses Romans. Eine Ernüchterung, gleichzeitig eine Verdeutlichung, das es immer einen Weg gibt.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Spur des Teufels" von John Burnside

    Die Spur des Teufels

    dyke

    04. December 2009 um 09:43

    Ein sehr eigenwilliges Buch. Beginnt geheimnisvoll, lässt dunkle Seiten ahnen und dann... Ist sich der Leser häufig unsicher, ist er jetzt in der Gegenwart, Vergangenheit oder wo. Ein in den Tag hineinlebende Mann brabbelt über sein Nichtstun, seien Ehe, seine Eltern, seine Vergangenheit, ohne dass sich dahinter ein wirklicher Zusammenhang ergibt. Da der Romansprachliche einige Ansprüche stellt ist er wohl etwas für Sprachverliebte, denen die transportierte Geschichte zweitrangig ist. Nichts für mich.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Spur des Teufels" von John Burnside

    Die Spur des Teufels

    Wolkenatlas

    02. September 2008 um 14:45

    John Burnside, der bis jetzt noch nicht ins Deutsche übersetzt wurde, wird hier vom Knaus Verlag mit "Die Spur des Teufels" im deutschsprachigen Raum eingeführt. Die Hinweise jedoch, dieses Buch sei ein "Thriller", sind in Wahrheit Fehlinformationen, dieses Buch ist ein wirklich tolles literarisches Werk, mit dunklen "Seiten" und wird für Leser, die einen Thriller suchen, eine herbe Enttäuschung sein. John Burnsides "Held" ist ein ca. 40 jähriger Mann, der in einer scheinbar lieblosen Ehe passiv gefangen, den Verlust seiner Eltern aufarbeitet und sich in eine abenteuerliche Flucht mit seiner vermeintlichen Tochter begibt. Mehr möchte ich zur Story nicht verraten. John Burnside schafft ganz wunderbare Stimmungen und schreibt wunderschöne (z.T. auch sehr lange) Sätze (der erste Satz geht schon fast über 3/4 der Seite) und lässt oft repetitiv Gedanken kreisen. Fazit: tolles Buch, hoffentlich lässt der Knaus Verlag uns Leser mit den weiteren angekündigten Büchern nicht lange warten.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Spur des Teufels" von John Burnside

    Die Spur des Teufels

    Steerpike

    02. September 2008 um 11:56

    An einem Wintertag vor langer Zeit soll im Städtchen Coldhaven an der schottischen Ostküste der Teufel dem Meer entstiegen sein, die Stadt durchwandert und sie dann in Richtung des Landesinneren wieder verlassen haben. Mit dieser Legende beginnt John Burnsides Erzählung "Die Spur des Teufels". Und ich sage es gleich zu Anfang, leider ist mir der erzählerische Grund für diese Anekdote auf den ganzen 255 Seiten nicht recht klar geworden. Michael Gardiner ist der Sohn eines weltberühmten Fotografen und einer Künstlerin, die sich nach Coldhaven zurückgezogen haben, die aber von der Dorfbevölkerung als Zugezogene nicht angenommen, ja regelrecht schikaniert werden. Auch der kleine Michael hat es in der Schule nicht leicht. Vor allem Malcolm Kennedy entwickelt sich immer mehr zu einer kaltblütigen Nemesis für den jungen Michael. Als dieser Jahrzehnte später (er ist inzwischen unglücklich mit der schönen Amanda verheiratet) von einem eigenartigen Mord- bzw. Unglücksfall liest, in den die Schwester Malcolm Kennedys, Moira, verwickelt ist, kehren die Erinnerungen an die Kindheit bei Michael wieder. Vor einigen Jahren hatte er nämlich mit Moira eine Affäre, und dies praktisch unmittelbar im Anschluss an den Tod ihres Bruders Malcolm. "Die Spur des Teufels" ist ein eigenartiges Buch, aber nicht im guten Sinne. Sie lässt sich an wie eine Art Thriller. Man ahnt, dass Michael in irgendeiner Beziehung zum Todesfall Moiras und ihrer beiden Kinder stehen muss und wird auch sogleich mit einigen Details versorgt, die einen in dieser Annahme bestätigen. Es handelt sich dabei um eine recht herkömmliche Geschichte um einen vom Klassenbully gequälten Einzelgänger, der irgendwann Rache nimmt. Das liest sich alles recht flüssig, ist aber - wie erwähnt - nicht sonderlich originell. Die Story vom nicht anerkannten Zugezogenen und seinen Leiden in einem von Gott und wie wir wissen sogar dem Teufel verlassenen Nest lesen wir hier zum n-ten Male. Und wir kennen bessere Varianten. Schlimmer wird es im zweiten Teil des Buches, in dem sich Michael Gardiner auf eine metaphysische Sühnefahrt mit der 14-jährigen überlebenden Tochter Moiras begibt. Hier brechen dann auch die Rückblenden ab und wir sehen uns eigentlich nur noch mit populärphilosophischen Überlegungen und einer keuschen Art Lolita-Geschichte konfrontiert. Das Gute an dem Buch ist, dass es kurz ist und sich gut lesen lässt. Schlecht ist die mäßige Originalität, die zusammengeschusterte Art des Erzählens, die manche Details länglich auswalzt, andere nur andeutet, insgesamt aber leider kein Interesse an den Geschehnissen oder den Figuren zu wecken vermag. Die Kulisse Coldhavens bleibt abgeschmackt und altbekanntes Landbevölkerungs-Klischee. Und die Erkenntnisse über Natur und Herkunft des Teufels sind von einer fast schon erschütternden Banalität. Kein unlesbares, kein abgrundtief schlechtes, einfach ein belangloses Buch.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Spur des Teufels" von John Burnside

    Die Spur des Teufels

    Clari

    19. June 2008 um 18:25

    In dem kleinen Küstenstädtchen Goldhaven siedeln nur wenige Menschen. Michael Gardiner ist mit seinen Eltern zugezogen. Sie ahnten nicht, wie argwöhnisch hier Außenseiter betrachtet werden und welche Schikanen man für sie parat hält. Der Vater, eine bekannter Naturfotograf, die Mutter und der Sohn werden zeitlebens Außenseiter bleiben. Ein Netz von Einzelschicksalen führt zu einer Geschichte, in der Schikane, Geheimnis und merkwürdige Begebenheiten das Leben schwer erträglich machen. Versteckter und offener Argwohn unter den Einwohnern einer Kleinstadt; Liebe, Ehe und die Sprachlosigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen bilden das zentrale Thema des atmosphärisch tief in die menschliche Psyche hineinleuchtenden Romans. Michael Gardiner ist der Held: als Schüler ist er verpönt und wird drangsaliert von Malcolm Kennedy, der keine Gelegenheit auslässt, um ihn zu drangsalieren und zu schikanieren. Wenn man sich ständig ausgegrenzt sieht, wird das Leben selbst zur Bedrohung und Angst, und jede Hilfe wird dankbar angenommen. Die alte Blumenliebhaberin Mrs. Collings wird zu einer wirklichen Freundin, bei der Michael Schutz findet, und von der er sich verstanden fühlt. Sie bietet ihm Anleitungen zum Leben, die er dankbar annimmt, die allerdings auch schreckliche Folgen haben. Eltern und Sohn bleiben sich fremd, da niemand die Schranke des Schweigens durchbricht, mit der sie sich dem Gespinst der unversöhnlichen Einwohnerschaft und deren Verfolgungen ausgesetzt sehen. Von Hundedreck in den Türritzen, von bösartigen Telfonanrufen bis zu offener Anfeindung reichend die Schikanen. Die Anmerkungen zu Gardiners missglückter Ehe zielen in die gleiche Richtung von Sprachlosigkeit und Unverständnis. Dass Michael sich zuletzt in eine Idee verrennt, in der er sich als Vater einer Tochter wähnt und zugleich eine Beziehung zu ihr aufbaut, die an die Geschichte von Lolita denken lässt, ist fast ein wenig zu viel des Sonderbaren. Die Handlung pendelt zwischen Krimi, realem Handeln und nachvollziehbarer Eigenbrötelei. Burnside entwickelt aus einem Gespinst von Gerede, mythischen Geschichten, zu der die Spur des Teufels führt, und Kleinstadttratsch ein Zeitgemälde, das dem wahren Leben zu entsprechen scheint. Die Kleinstadtbewohner lassen sich aus der Enge ihres Denkens zu Handlungen hinreißen, die an Hass, Argwohn und Heimtücke nicht zu überbieten sind. In dieser Gesellschaft wird Angst, Missverstehen und die pure Verfolgung durch eine Gemeinschaft gezeigt, die von kleinlichem Geist, beschränkter Wahrnehmung und dem Gedanken an die Ausgrenzung Andersdenkender beherrscht wird. Poetische Passagen mit kargen und malerischen Naturbetrachtungen bilden einen ruhigen Kontrast und ergänzen doch die herbe Seite der Menschen. Die Romanversion ist eng an eine mögliche Realität angelehnt. Der Roman steigert sich zu einem beklemmenden und spannenden Thriller, der man mit angehaltenem Atem liest.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Spur des Teufels" von John Burnside

    Die Spur des Teufels

    metalmel

    03. March 2008 um 14:14

    Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und muss trotzdem sagen, dass es mich irgendwie enttäuscht zurückgelassen hat. Ich kann nicht erklären warum, denn es war spannend, von einer überaus poetischen Sprache und mit einem sehr ambivalenten Helden. Nur mir wird nicht klar, was ihn antreibt. Zunächst ist er zwar besessen von der Idee, dass Hazel seine Tochter sei, aber als er dann mit ihr durchbrennt unternimmt er gar nichts, er fragt sie nicht einmal, ob sie es sein könnte. Im Gegenteil, alles langweilt ihn nach kurzer Zeit und es macht ihm überhaupt nichts aus, als sie mit seinen ganzen Sachen abhaut. Hazel ist übrigens die Tochter seiner Jugendliebe Moira, die kurz zuvor ihre beiden kleinen Söhne umgebracht hat, aber ihre Tochter am Leben ließ. Außerdem hütet er ein Geheimnis: er hat damals als Teenager den Bruder von Moira getötet, nachdem dieser ihn monatelang drangsaliert hatte. Aber er fühlt sich dessen nicht schuldig. Er hat nicht mal ein schlechtes Gewissen. Das ganze Drama um Moira löst erst diese Reaktionen bei ihm aus. Trotzdem ist er jemand, der eigentlich nie etwas tut oder entscheidet. Es ist ihm egal, dass eine Ehe scheitert und seine Frau ihn verlässt, es ist ihm auch egal, dass sie alle Sachen mitnimmt und er am Boden schlafen muss. Vermutlich kann er nicht anders, er scheint wie paralysiert. Vielleicht durch sein Leben, denn er harrt aus in einem Dorf, das ihn und seine Eltern schon immer ausgegrenzt hat, weil sie Fremde waren. Seine Mutter stirbt daran und sein Vater im Endeffekt wohl auch. Er wehrt sich nur einmal, als er Malcolm tötet, danach fällt er wieder in seine Starre zurück. Das einzige, was ihn interessiert, ist das Alleinsein. Das ist das, was er immer schon wollte und was er am Ende wieder erreicht. Und so scheint er zufrieden - ohne Arbeit, ohne Verpflichtungen, ohne Freunde, ohne Emotionen und irgendwie auch ohne Leben. Kein Buch, das Freude oder Zuversicht bringt.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks