John Burnside Haus der Stummen

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Inhaltsangabe zu „Haus der Stummen“ von John Burnside

Psychologische Spannung literarisch verdichtet – John Burnsides erster Roman endlich auch auf Deutsch. John Burnside ist einer der faszinierendsten Literaten unserer Zeit, der in seinen Werken immer wieder die Abgründe der menschlichen Natur erkundet. Bereits in seinem ersten Roman zeigt sich Burnsides Meisterschaft: In spannungsgeladenen Sätzen zeichnet er das Porträt eines jungen Mannes, der von maßlosem Forschergeist in den Wahnsinn getrieben wird.

Ja! Ja! Ja! Mein Highlight des Jahres und ein neues Lieblingsbuch :)

— annaczyta

Verstörendes Buch in eindringlicher Sprache

— britta70

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  • verstörend

    Haus der Stummen

    dominona

    30. September 2015 um 20:05

    Der Hauptcharakter ist auf eine richtig beklemmende weise krank, pervers krank, ähnlich wie Hannibal Lecter oder der Protagonist aus Umberto Eccos “der Friedhof in Prag”. Zwischen Ödipus-Komplex und Wissbegier, seziert er Tiere, tötet Menschen und versucht, das Experiment 'das Haus der Stummen' durchzuführen. Wie klar jemand selbst im Wahn noch denken kann und was er anderen im Namen der Erkenntnis antut...das ist ein Debutroman, der wie eine Bombe einschlägt und mich leicht verstört zurücklässt.

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  • Verstörend und betörend

    Haus der Stummen

    AnnaChi

    Ist die menschliche Sprache angeboren oder erlernt? Diese Frage fasziniert Wissenschaftler und Philosophen schon lange Zeit. Der Ich-Erzähler dieses Buches ist besessen davon. Nach einer abgeschirmten, skurrilen Kindheit fast allein mit einer dominierenden, gestörten Mutter, taumelt er nach deren Tod durchs Leben, bis sich die Gelegenheit bietet, ein furchtbares "Experiment" zu beginnen, um die Natur des menschlichen Geistes und der menschlichen Sprache zu erforschen. Bar jeglicher nachvollziehbarer Emotionalität begibt er sich auf einen Weg, der unausweichlich in eine Katastrophe führt. So verstörend die Thematik auch ist, so betörend und virtuos wird die Geschichte erzählt. Gleichzeitig fasziniert und angeekelt folgt man dem Ich-Erzähler in die Perversität seiner Gedanken und Taten. John Burnside, den ich bislang - so muss ich zu meiner Schande gestehen - noch nicht kannte, ist ein großartiger, sprachmächtiger Autor. Selten hat mich ein Buch so atemlos gemacht wie dieses.

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    • 3

    awogfli

    06. June 2015 um 05:46
  • Ausgezeichnetes spannendes, grausames Psychogramm einer gestörten Persönlichkeit

    Haus der Stummen

    awogfli

    Der Roman beschreibt aus Innensicht (Ich-Erzählungsstil) die Welt eines Psychopaten, der sich für einen Wissenschaftler hält, mit abscheulichen menschlichen Sprachexperimenten die Anlage-Umweltproblematik der Entwicklungspsychologie bzgl. Sprachentwicklung erforschen möchte und eigentlich doch nur seinem Verlangen nach Macht, Kontrolle und Sadismus frönt. Die Geschichte von John Burnside geht sogar in zwei getrennt voneinander konzipierten Ebenen auf die Gen/Umweltproblematik ein, die sich damit beschäftigt, ob bestimmte Entwicklungen des Menschen angeboren sind oder erlernt werden, in welchem Ausmaß die Faktoren wirken und ob sie und in welchem Rahmen nachträglich (nach Abschluss der Gehirnentwicklung) noch verändert werden können Dies geschieht einerseits durch die Gedanken und geplanten Experimente des Hauptprotagonisten mit Kindern zur Sprache, indem man sie völlig ohne Sprachreize in absoluter Stille und Isolation aufwachsen läßt, andererseits auch durch die Geschichte des psychopatischen Erzählers, der erst nach und nach seine antizsoziale Persönlichkeitsstörung voll entwickelt und auslebt. Von der Kindheit an kann man aus einer dekonstruierten, fokussierten minimalistischen Innensicht die Welt eines Psychos erkennen: Wie die ersten Traumata passieren und wie damit umgegangen wird, wie die Außenwelt bzw. die Reflexion des Hauptprotagonisten darauf wahrgenommen wird, wie die ersten Grausamkeiten an Tieren passieren, wie immer mehr die Empathie und der Kontakt zur Umwelt abreisst und dies schlussendlich in gnadenlosen meist beiläufigen Gewalttaten gipfelt. Der Roman bietet insofern einen innovativen spannenden Zugang zum Thema Psychopath weil er anders als die Fitzek Thriller oder wie sie alle heißen bzw. im Gegensatz zu den Sachbüchern und Beschreibungen der Kriminalpsychologen nur die Innensicht dieser antizozialen Persönlichkeitsstörung abbildet. Selten hat mich ein Buch derart dazu animiert, so viel Hintergrundmaterial zu recherchieren und zu lesen, denn ich wollte einfach folgende Fragen klären: Was sind die Kennzeichen eines Psychopaten und wie wird man zum Psycho? Wieviel ist genetisch und wieviel ist erlernt durch Gewalterfahrungen und Traumata in der Kindheit? Dieselbe Frage musste ich auch bzgl. Sprache klären: Hat Sprache eine angeborene Komponente oder ist alles als Kulturleistung erlernt? Neuere wissenschaftliche Forschungen geben der Genetik als Einflussfaktor sehr viel Raum. Alle beiden Forschungsgebiete wurden auch vom Autor sehr sauber recherchiert und ganz subtil in die Geschichte eingebaut, sonst wäre der Roman nicht so geschrieben. Ausserdem muss ich noch über eine sehr erfreuliche Leseerfahrung berichten. Ich habe die Geschichte zusammen mit einer Lesegruppe erfolgreich bewältigt. Auch in der Vergangenheit habe ich schon an Lesegruppen teilgenommen, aber bisher hatte ich keine so positiven Erlebnisse, wobei dies meist nicht an der Gruppe sondern an den Büchern lag. Die konstruktiven bis genialenen Diskussionen haben mir diesmal sehr gut gefallen. Die Geschichte ist teilweise fast nicht erträglich durch ihre lapidare Grausamkeit, ihre banalen, aber ungeheuerlichen Verstöße gegen die gesellschaftlichen Normen, und wirkt durch den labilen ziellosen Charakter des Protagonisten manchmal sprunghaft und selbst ohne Absicht, dies ist aber nicht der Grund, warum ich einen Stern abziehe. Es ist das Ende, das mich so gestört hat. In einer weiteren Ablaufschleife scheitert der Psycho an seinen eigenen Experimentalzielen, vernichtet die Untersuchungsgegenstände, wird nicht entdeckt, sucht sich ein neues Opfer und beginnt erneut von vorne... dieses Ende mag zwar durchaus realistisch sein, befriedigt aber weder mich noch schöpft es sein eigenes Potenzial aus. Denn was mich noch brennend interessiert hätte: Wie reagiert der Psycho aus Innensicht wenn er erwischt wird? Mit welchen Argumenten rechtfertigt er sich vor der Gesellschaft und der Justiz, den Therapeuten..... da wäre noch viel zu entdecken gewesen, das mir der Autor vorenthalten hat. Fazit: Ausgezeichnetes spannendes, grausames Psychogramm einer gestörten Persönlichkeit, aber nicht für jedermann geeignet

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    • 9

    awogfli

    10. February 2015 um 05:44
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